Afghanistan – nur unpolitische Trauer erlaubt?

Am18.2.2010 wurden in der Seedorfer Fallschirmjägerkaserne bei Zeven wieder einmal 1100 Soldaten in einer aufwändigen Zeremonie mit Musikdarbietungen der Militärkapelle, Vorträgen und Waffenbesichtigungen zu ihrem Einsatz in Afghanistan verabschiedet. Weit über 3000 Soldaten und deren Angehörige wohnten diesem Spektakel, das auch durch zwei Militärpfarrer seinen Segen bekam, bei. Da fielen die 18 Demonstranten vor dem Kasernentor kaum auf, zumal zu deren „Beaufsichtigung“ eine vielfache Anzahl von Polizisten eigesetzt war.

Die Demonstranten hatten einen Kranz für die bisherigen Opfer des Afghanistaneinsatzes mitgebracht. Im Kasernengelände gibt es ein Denkmal für die bisher getöteten Soldaten. Der Kranz der Kritiker des Einsatzes durfte dort auf Befehl des Kommandanten nicht niedergelegt werden. Hauptmann Goy überwachte die Einhaltung der Anordnung seines Vorgesetzten indem er den Demonstranten verkündete: “Die Seedorfer Soldaten haben kein Verständnis für eine Politisierung ihres Ehrenmales.“  Der Kranz liegt nun an einem Soldatendenkmal neben der Kirche des benachbarten Ortes Selsingen (bei Zeven).

(Text: Günter Zint)

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