Katholizismus: „In betenden Händen ist die Waffe sicher“

Soldatengottesdienst im Kölner Dom

Die Geschichte der katholischen Kirche ich eine Geschichte von Gewalt und Unterdrückung. Die derzeit geführte Debatte um die Gewaltanwendung und sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche greift einfach zu kurz. Die Formen der angedrohten Bestrafungen, die bereits Kindern in die Köpfe gebracht werden, Tod und Teufel, Hölle und Fegefeuer, Sünde und Buße sind allesamt Instrumente der Machtkontrolle über den Menschen. Die Gewalt, die sich in der Diskriminierung von Frauen als nicht gleichwertige Menschen ausdrücken, ist bis heute nicht aufgehoben. (Ellen Diederich)

Im neuen Testament heißt es bei Jesus Sirach: „Von einer Frau nahm die Sünde ihren Anfang, ihretwegen müssen wir alle sterben.“ Oder: „Die Schlechtigkeit einer Frau macht ihr Aussehen düster und verfinstert ihr Gesicht wie das einer Bärin.“ Zur Bestrafung von Kindern heißt es dort u.a.:

„Wie Musik und Trauer ist eine Rede zur falschen Zeit, Schläge und Zucht aber zeugen stets von Weisheit.“

Gewaltvorstellungen und Anwendung von Gewalt waren immer Bestandteil der katholischen Kirche. Die Kreuzzüge, die Inquisition, die Folterung und Ermordung von zig Tausenden von Frauen im Rahmen der Hexenverfolgung sind nur einige Highlights aus den Jahrhunderten des Christentums.

Die Gewalt ist bis heute nicht beendet. Das Verhütungsverbot der Katholischen Kirche ist Ursache für das Leiden und Sterben von Millionen Menschen, vor allem in Afrika und Lateinamerika. In Lateinamerika ist heute die Todesursache Nr. 1 bei Frauen unter vierzig Jahren verpfuschte Abtreibung. Verhütung ist nicht gestattet, Abtreibung unter guten medizinischen Bedingungen ebenfalls nicht. Eine der afrikanischen Katastrophen besteht in der Erkrankung von Millionen Menschen am HIV-Virus und an Aids. Auch hier gilt das Verhütungsverbot der Katholischen Kirche.

Mit Diktaturen wie dem Hitler-Faschismus, Mussolini in Italien, die langen Jahre von Franco in Spanien, Salazar in Portugal bis hin zur Zusammenarbeit mit den Diktaturen, die bis in die späten neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts in ganz Lateinamerika unaussprechlichen Terror und Gewalt verübten, arbeitete die Katholische Kirche eng zusammen.

Die historische Schuld der Katholischen Kirche am Genocid an den indianischen Völker durch die Kolonisierung wird durch den derzeitigen Papst geleugnet. Bei seinem Besuch 2007 in Brasilien nahm er hierzu Stellung: „Der christliche Glaube beseelt seit mehr als fünf Jahrhunderten das Leben und die Kultur der indianische Völker dieser Länder. (…) Tatsächlich hat die Verkündigung Jesu und seines Evangeliums zu keiner Zeit eine Entfremdung der präkolumbianischen Kulturen mit sich gebracht und war auch nicht die Auferlegung einer fremden Kultur.“

20 Millionen Tote der indianischen Bevölkerung hat diese Christianisierung gekostet. Die katholische Kirche war maßgeblich beteiligt am größten Völkermord der Geschichte: Der Vernichtung der Urbevölkerung der Amerikas. Die Entvölkerung Afrikas für die Interessen der weißen Kolonisatoren ist ein weiteres Grauen der Geschichte.

In Aparecida fragt Benedikt weiter: „Welche Bedeutung hatte aber die Annahme des christlichen Glaubens für die Menschen Lateinamerikas und der Karibik? Es bedeutete für sie, Christus kennen zu lernen und anzunehmen, Christus, den unbekannten Gott, den ihre Vorfahren, ohne es zu wissen, in ihren reichen religiösen Traditionen suchten. Christus war der Erlöser, nach dem sie sich im Stillen sehnten.“

„Selten ist eine historische Lüge mit so viel Kaltblütigkeit verkündet worden“, schreibt Jean Ziegler über diese Rede in „Der Haß auf den Westen“.

Gewaltvorstellungen sind auch deutlich in den Äußerungen des Kölner Kardinals Meißner zu erkennen. Jedes Jahr Anfang Januar lädt er Nato-Soldaten aus verschiedenen Ländern und Waffengattungen in den Kölner Dom ein und segnet sie. In einer dieser Segnungen sagte er: „Einem Gott lobenden Soldaten können man getrost die Waffen überlassen, denn in betenden Händen ist die Waffe sicher.“

4 Kommentare zu „Katholizismus: „In betenden Händen ist die Waffe sicher““

  1. BoKa sagt:

    Eine brilliante Analyse, die es endlich mal auf den Punkt bringt.
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  2. Macilias sagt:

    Unter jeden Stein werdet ihr mich finden, sprach eins Jesus und deutete damit das wer Gott sucht diesen überall findet. Einen Verein wie die Kirche brauchen wohl nur die Leute die auch am sonsten gerne in Vereinen sind wie Schützenvereinen, Karnevalvereinen…
    Nachher wird aber jeder für seinen Taten selber abgerechnet liebe Mitbürger!

  3. KometenJunge sagt:

    Also das ist der größte Blödsinn, den ich seit langem gelesen habe. Ich weiß nicht, wo in diesem Text Brillanz zu finden sein soll. Und eine Analyse von Fakten und Entwicklungen ist hier auch nicht zu finden, denn dieses Statement ist nur eine Ansammlung von Halb- und Falschwissen.

  4. trewq sagt:

    Ich komme aus Augsburg und bin angehender Bachelor der wiwi augsburg.
    Der Blog ist cool! Weiter so!

Kommentieren