CD-Tipp: Eloas Lachenmayr

Alexander Kinsky empfiehlt “Ich-Botschaften” von Eloas Lachenmayr – ein authentischer neuer Barde mit spiritueller Botschaft.

In Zeiten hemmungsloser Egozentrik neoliberaler Karrieristen ein CD Album mit dem Titel „Ich-Botschaften“ zu veröffentlichen, wie es der als Leiter der Gruppe „Die Neuen Barden“ bekannt gewordene Eloas Lachenmayr im Oktober 2010 praktiziert hat, grenzt auf den ersten Blick an Übermut. Wenn man allerdings auch nur ansatzweise Lachenmayrs Weg bis dahin mitverfolgt hat, weiß man sofort, dass dies alles andere als eine Motivations CD für Überflieger des Kapitalismus sein kann – allenfalls damit diese in sich gehen, ihr Leben hinterfragen und sich darauf besinnen, was das Leben eigentlich ausmacht.

Vielfach sanft treibend bis schwebend, mit Gitarren, Klavier, Sounds, Perkussion, durchaus gefällig zusammen mit versierten Sudiomusikern arrangiert, vor allem auch mit einigen sehr schönen Saxophonsoli aufwartend, schafft Lachenmayr akustisch ein wohliges, wirklich angenehmes Hörklima. Gleichwohl verzichtet er darauf, mit möglicherweise die Wirkung verstärkenden billigen Effekten zu arbeiten. Bereits die Musik allein umreißt also das Ich-Bild dieses authentischen Liedermachers. Im Vorwort zur CD schreibt er von den Veränderungen des Jahres 2010, die alle Menschen betreffen. Auch Lachenmayrs ohnedies schon sehr spiritueller Lebensansatz erfuhr mit dem Tod der Mutter in diesem Jahr einen bedeutenden Einschnitt.

Wichtig ist ihm, Veränderungen in sich selbst zuzulassen. Die Lieder „Erwacht“ und „Nun“ schildern Selbstfindungsmomente, „Friedvolle Krieger“ ist ein Aufruf zur Selbstfindung, das „Mut-Mach-Lied“ einer zur Zivilcourage. „Ich-Sein“ kann man, so ein weiteres Lied, indem man die anderen Menschen respektiert. Musikalischer Höhepunkt der CD ist das über zehn Minuten lange „Fire & Ice“, das (großartig subtil arrangiert!) in die eisige Welt Grönlands, in die herrlichen Naturlandschaften dort führt. Das englisch gesungene Lied selbst, in dieses irisierende Klangbild eingebettet, ist vom irischen Folkstil beeinflusst. Ein zweites englisch gesungenes Lied ist „After the night“. Es ist ein Plädoyer fürs Loslassenkönnen. Seiner Mutter hat Lachenmayr „Dein Wille geschehe“ gewidmet. Es handelt davon, den Tod zu akzeptieren. Am Ende der CD findet sich übrigens noch eine alternative Duettversion dieses Liedes.

Trennungslieder sind immer in Mode, aber auch hier findet Lachenmayr eine ganz persönliche Form, er plädiert in „Liebe kann nicht wirklich verloren gehen“ dafür, sich in Würde und Respekt miteinander zu arrangieren. Das Titellied „Ich-Botschaften“ schließlich wartet mit einer bewusst einprägsamen Melodie auf, nach Spielmannsart zum Nachsingen. Das liebevoll aufwändig gestaltete Begleitheft zur CD bietet zu jedem Lied den kompletten Text und kurze einführende Anmerkungen. Vom Grundton Dunkelblau ausgehend, gibt es zu den Liedern passende, feinfühlig gewählte Fotomotive. Anders als bei Motivations-CDs von professionellen Marketingfirmen hat man bei Lachenmayr nie den Eindruck einer penetranten, pseudo-esoterisch und pseudo-spirituell marktschreierischen Anbiederung. Hier singt ein einfacher Musikant seine Selbstfindungsprozesse hinaus in die Welt. Im Grunde sind es simple, auch in Schlagern tausendmal durchgekaute Weisheiten, durch die Authentizität des Künstlers verströmen sie aber eine sympathische Wahrhaftigkeit. Da muss keiner auf Jesus Christus oder Barack Obama machen, da bleibt einer Eloas Lachenmayr.

Infos und Bestellmöglichkeit: http://www.eloaslachenmayr.de/

1 Kommentar zu „CD-Tipp: Eloas Lachenmayr“

  1. Renate Nover sagt:

    dieser Kommentar ist “große Art” und die Musik ist großartig…zu Herzen gehend, Sehnsucht erweckend, Veränderung herausfordernd…nicht schlafen- erwachen und tuen…
    “Frage nicht, was die Welt braucht?
    Frage, was sie lebendig macht-
    dann: geh hin und tue es!
    Denn, was die Welt braucht,
    sind Menschen, die lebendig geworden sind”

    So sei es für alle Menschen, die sich verändern wollen!!!
    Danke für die kostbare Seite!
    R-N.

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