Mordfall Ludwig II. von Bayern

Als „Märchenkönig“ ist der Erbauer der Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee bis heute auf der ganzen Welt beliebt. Das größte Märchen ist allerdings die Behauptung, Ludwig II. habe sich 1886 im Starnberger See selbst ertränkt. Neuere Dokumente und simple Logik legen nahe, dass der Exzentriker auf dem Königsthron Opfer eines Mordes in allerhöchstem Auftrag wurde. Die Geschichte, die hier zu erzähle ist, liest sich nicht nur spannend wie ein Krimi. Sie ist ein Kriminalfall – einer der spektakulärsten der deutschen Geschichte. (Zum 125. Todestag, Text: Roland Rottenfußer)

Sie stürzten ihren König
Vom hohen Schwanenstein,
Sie drängten ihren König
Bis in den See hinein.

Es ist keine große Dichterin, die diese Verse Ende des 19. Jahrhunderts verfasste. Allerdings eine sehr bekannte: Kaiserin Elisabeth von Österreich. Die Monarchin war die wohl prominenteste Vertreterin der Mordtheorie um den unglücklichen Bayernkönig Ludwig II. „Sisi“ hielt den Prinzregenten Luitpold, Ludwigs Nachfolger auf dem Thron, für den Drahtzieher einer Verschwörung gegen den König. Sie nannte ihn despektierlich den „heuchlerischen Alten“. Aber nicht nur die Kaiserin, auch das einfache Volk in Bayern glaubte nicht so recht an die offizielle Version, Ludwig habe sich im Starnberger See selbst ertränkt und seinen Leibarzt Dr. Gudden mit in den Tod gezogen. Schon bald nach dem Tod des Königs am Pfingstsonntag 1886 wurde ein Volkslied populär, das die Mordtheorie sehr ungeschminkt vertrat:

Nach Schloss Berg hams dich gefahren
In der letzten Lebensnacht,
da wurdest du zum Tod verurteilt
noch in derselben grauen Nacht.

Zwei Leichen im See

Bis heute wird diese Meinung in großen Teilen der bayerischen Bevölkerung geteilt. So sieht die Geheimgesellschaft „Guglmänner“, deren Mitglieder sich in geheimnisvolle Kapuzen hüllen, ihren Haupt-Vereinszweck in der Aufklärung des historischen Mordfalls. Sie vertreten die Theorie, Ludwig sei erschossen worden und verlangen die Öffnung seines Sarges in der Münchner Michaelskirche. Dort müssten sich ja die Einschussspuren nachweisen lassen. Die Familie der Wittelsbacher verweigert dies bis heute hartnäckig – angeblich aus Pietätsgründen.

Was war geschehen? Am 14. Juni 1886, gegen 11 Uhr wurden in der Nähe von Schloss Berg am Starnberger See zwei Leichen aus dem Wasser gezogen: die von Ludwig II. und seinem betreuenden Psychiater Dr. Bernhard Gudden. Am Tag zuvor waren beide von Schloss Berg, wo Ludwig gefangen gehalten wurde, zu einem Spaziergang aufgebrochen. Die Presse wurde in den Tagen darauf massiv zensiert, und über Berg wurde eine Ausgangssperre verhängt. Mehrer Personen, die als Zeugen in Frage kamen, verschwanden in der Folgezeit auf merkwürdige Weise. Ein Gendarm und ein Küchengehilfe wurden tot aufgefunden, zwei Schlossdiener landeten in einer Irrenanstalt. Andere, wie der zum Abtransport der Leiche rekrutierte Fischer Kramer, sagten später, dass ihnen strenges Stillschweigen auferlegt wurde: „Sonst derf i nix sag’n“.

Wie ein Mythos entsteht

Die offizielle Version des Tathergangs, die bald in der Presse verbreitet wurde, dominiert bis heute in den Biografien Ludwigs und in den Souvenirshops der Königsschlösser: Der König habe während eines Spaziergangs mit seinem Leibarzt versucht, sich selbst im See zu ertränken. Dr. Gudden habe versucht, ihn davon abzuhalten und sei bei dem Gerangel ums Leben gekommen. Anschließend habe sich Ludwig selbst in die Fluten gestürzt. Wo sich die Presse für diese ziemlich unglaubwürdige Version nicht erwärmen konnte, behalf sie sich damit, den Vorgang als „ewiges Geheimnis“ zu bezeichnen. Hatte nicht Ludwig selbst über sich gesagt: „Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen“?

Der Mythos Ludwig wurde neben unzähligen Legenden, Devotionalien und Kitschpostkarten vor allem von den beiden Verfilmungen seines Lebens geprägt. Im Film von Helmut Käutner (1955) spielte O.W. Fischer den König edel wie Häuptling Winnetou und durfte nicht einmal schwul sein. Diesen Aspekt spielte der geniale Regisseur Luchino Visconti (1972) umso mehr in den Vordergrund und besetzte die Hauptrolle mit seinem damaligen Lebensgefährten Helmut Berger. Viscontis Ludwig-Bild galt damals als „modern“, weil er den König schonungslos als labilen Psychopathen mit schlechten Zähnen zeigte. Andererseits entwarf Visconti mit plüschigen Interieurs, Wagnermusik und Bildern von Kutschen- und Kahnfahrten ein Bild, das ebenfalls einseitig war. Ludwig war hier eine morbide „Décadence“-Figur, die einem Roman Thomas Manns entstiegen schien.

Ludwig, der Visionär

Die Frage, ob der König „verrückt“ und von Todessehnsucht geplagt war, ist aber entscheidend, wenn wir die Vorgänge um seine letzten Lebenstagen richtig einzuschätzen wollen. War er geistig einigermaßen gesund, so war nicht erst ein möglicher Mord, sondern schon seine erzwungene Deportation ein Verbrechen. Ohne Zweifel war Ludwig II. hypersensibel und exzentrisch. Manches, was ihm seinerzeit als Geisteskrankheit ausgelegt wurde, erscheint im Rückblick allerdings eher als visionär:

– Ludwig hielt einen musikalischen Außenseiter, Richard Wagner, für den größten Komponisten seiner Zeit und gewährte ihm ein großzügiges Einkommen. Verrückt? Ludwig hatte Recht, Wagner gilt bis heute als wichtigster Komponist der Epoche.
– Ludwig war schwul und stellte einigen seiner Dienstboten sexuell nach. Man muss schon homophob sein, um ihm das im 21. Jahrhundert noch vorzuwerfen. Nicht seine Homosexualität war das Problem, sondern die Tatsache, dass er seine Neigung nicht offen leben konnte.
– Ludwig träumte vom Fliegen und beschäftigte sich mit damals noch utopischen Entwürfen für Flugmaschinen. Verrückt? Nur fünf Jahre nach seinem Tod startete Otto Lilienthal seien ersten, sehr realen Flugversuche.
– Kann man dem König heute seinen Widerwillen gegen Kriegshandlungen zum Vorwurf machen? Oder die Tatsache, dass er sich der Idee eines „Deutschen Reichs“ nur auf Druck anschloss und ein „Europa der Regionen“ (wie man heute sagen würde) bevorzugte? Oder sollte sein „Umweltfimmel“ Anlass zur Sorge geben? Ludwig rettet die Bäume auf Herrenchiemsee vor der Abholzung, indem er die Insel kurzerhand kaufte und ein Schloss baute.

Entmündigung per „Ferndiagnose“

Wenn man sich mit der angeblichen Geisteskrankheit Ludwigs II. beschäftigt, so fällt auf, dass er nie ordentlich untersucht wurde. Dr. Bernhard Gudden stellte vielmehr eine rätselhafte Ferndiagnose auf, offenbar eine „Auftragsarbeit“ für interessierte Kreise. Ludwig sagte ihm deshalb nach seiner „Verhaftung“ ins Gesicht: „Wie können Sie mich für geisteskrank erklären, Sie haben mich ja vorher gar nicht angesehen?“ Auch andere Äußerungen des Königs, die über seinen Aufenthalt in Schloss Berg dokumentiert sind, sprechen für einen wachen Geist und Schlagfertigkeit. So äußerte er gegenüber dem Arzt Dr. Müller kurz vor seinem Tod: „Ja, es ist doch sehr leicht, dem Menschen ein Mittel in die Suppe zu schütten, dass er nimmer aufwacht.“ Solche Äußerungen zeugen nicht von Lebensmüdigkeit, wohl aber von der Angst vor dem nahen Ende – eine Angst, die nur zu berechtigt war.

Ich rekapituliere noch einmal ein paar Fakten: Ludwig hielt sich in Schloss Neuschwanstein auf, als er am 11. Juni von einer Delegation der bayerischen Regierung aufgesucht wurde. Ihm wurde mitgeteilt, dass er für regierungsunfähig erklärt worden sei und den Überbringern der Nachricht unverzüglich nach Schloss Berg zu folgen habe. Er wurde mit einer Kutsche, deren Türen von innen nicht zu öffnen waren, nach Schloss Berg transportiert und in ein präpariertes Luxusgefängnis einquartiert. Er war ein Gefangener und einer zutiefst demütigenden Behandlung ausgesetzt – ohne rechtmäßiges Urteil und ohne sich eines anderen Verbrechens als „skurriler“ Verhaltensweisen schuldig gemacht zu haben.

Ein gefährliches Spiel

Das wirft die Frage auf, wie es möglich war, dass man einen König so behandeln durfte. Wie konnten die Akteure sicher sein, dass man sie nicht für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen würde? Die Antwort ist: Sie konnten sich dessen überhaupt nicht sicher sein. Die Absetzung und „Verhaftung“ Ludwigs war ein höchst riskantes Unterfangen. Wer den König antastete, machte sich nach damaliger Rechtslage des Hochverrats schuldig und hatte den Tod zu befürchten. Dieser Sachverhalt wurde noch dadurch verschärft, dass der König wahrscheinlich gar nicht geisteskrank war. Die Entführer befanden sich also in einem fast unlösbaren Dilemma: Ein „prominenter“ Gefangener, der im Volk und im Hochadel noch viele Sympathien genoss und Befreier auf den Plan gerufen hätte. Ein relativ vitaler Mann, der die Unrechtmäßigkeit seiner Inhaftierung vor einer unabhängigen Kommission jederzeit hätte belegen können. Konnte man erwarten, ihn noch weitere 30 Lebensjahre unter Verschluss zu halten, ohne dass das Komplott aufgedeckt würde? Nein, ein lebender Ludwig war eine beständige Bedrohung.

Selbst wenn keine weiteren Fakten für Mord sprächen, müsste man also zugeben, dass Ludwigs „überraschender“ Tod bald nach der Verhaftung seinen Kerkermeistern sehr gelegen kam. Wer sind die Täter? Der Sachbuchautor Rudolf Reiser, auf dessen Buch „Königsmord am Starnberger See“ dieser Artikel zum großen Teil beruht, nennt vor allem den ehrgeizigen Prinzen Luitpold, einen Onkel Ludwigs. Ein weiterer Drahtzieher war wohl der leitenden Minister der bayerischen Regierung, Johann von Lutz. Luitpold war laut Reiser der Auffassung, dass Ludwig kein echter Wittelsbacher gewesen sei. Dieser sei vielmehr von einem unbekannten „Ersatzmann“ des an Tripper erkrankten Königs Maximilian gezeugt worden. Den König zu beseitigen, könnte also auch eine Frage der „Ehre“ gewesen sein, um die Dynastie wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

Befreiungsversuche

Schon am 9. Juni starteten Luitpold und von Lutz mit Hilfe des ehrgeizigen Arztes Dr. Gudden einen Entführungsversuch, der vom Gefolge Ludwigs noch einmal verhindert werden konnte. Reichkanzler Bismarck, auch darauf deuten Dokumente hin, hat von der geplanten Entmüdigung und Verschleppung Ludwigs gewusst, sie zumindest geduldet. Einige der offiziellen Gründe für die Entmündigung des Königs können sicher mit den wahren Motiven der Drahtzieher übereinstimmen. Das gilt vor allem für die Angst vor dem Bankrott infolge von Ludwigs teuren Schlossbauten. Ein pikantes Detail ist hierbei, dass Ludwig vor allem das Hausvermögen der Wittelsbacher angriff. Prinz Luitpolds Geldmittel drohten also mit jedem weiteren Lebensjahr Ludwigs zu schrumpfen.

Nach der versuchten ersten Entführung waren Teile des Volkes alarmiert und bereit ihren König zu verteidigen. Auch Sisi, die zu jenem Zeitpunkt in Feldafing am Starnberger See weilte, soll einen Rettungsplan geschmiedet haben. Falls Ludwig davon gewusst hat, könnte es sein, dass er seine Entführung nach Berg gelassen hinnahm – wissend, dass seine Befreiung schon in die Wege geleitet war. Es wäre jedenfalls unsinnig, anzunehmen, dass sich der König schon wenige Tage nach seiner Entführung zutiefst nach dem Tod sehnte. Ludwig musste gewusst haben, dass er noch genügend Optionen hatte, wieder in Freiheit zu gelangen. Seine Bereitschaft, mit Dr. Gudden allein außerhalb der Schlossmauern spazieren zu gehen, könnte man auch so deuten, dass er auf seine Befreiung entweder durch fremde Hilfe oder aus eigener Kraft hoffte. Der König war weitaus größer und kräftige als der kleine Dr. Gudden.

Sprint zur Todesstelle

Aus demselben Grund erscheint es merkwürdig, dass der Psychiater es an jenem 13. Juni wagte, mit seinem Patienten allein spazieren zu gehen. Gudden hatte sogar ausdrücklich befohlen, dass ihn auf dem Spaziergang keine Wachen und Pfleger begleiten sollten. Hätte er nicht befürchten müssen, von dem massigen König überwältigt zu werden? Hinzu kommt, dass sich am Starnberger See in diesen Stunden eine massive Pogromstimmung gegen die Königsentführer zusammen ballte. Der bayerische Schriftsteller Oscar Maria Graf berichtet darüber eindrucksvoll in seinem dokumentarischen Roman „Das Leben meiner Mutter“. Der Impuls zum offenen Aufruhr und die Angst vor der Obrigkeit, die wie immer das Machtmittel der Einschüchterung einsetzte, hielten sich die Waage. Wer in dieser Stimmung einen Mord an Ludwig plante, musste wissen, dass er damit keinen Tag länger warten durfte.

Und so geschah, was geschehen musste. Der Gendarm Johann Lauterbach gab später zu Protokoll, Ludwig habe mit Medizinalrat Gudden um 16.45 Uhr das Schloss durch die Hintertür verlassen. Der Tod Ludwigs musste genau 9 Minuten später erfolgt sein. Das weiß man so genau, weil seine Uhr in dieser Minute wegen des eindringenden Seewassers stehen blieb. Wasserdichte Uhren gab es damals noch nicht. Dr. Guddens Uhr blieb 72 Minuten später stehen, um 20.06 Uhr. Da ist es erstaunlich, dass sich die Legende, Ludwig habe zuerst Dr. Gudden und dann sich selbst getötet, so lange halten konnte. Wer den Seeweg von Berg bis zur Todesstelle des Königs kennt, die heute noch mit einem Gedenkkreuz geschmückt ist, wird sich ohnehin wundern. Es ist ein Spaziergang von 775 Metern Länge. König und Arzt müssten also mit einem Affentempo von mehr als 5 km/h an die Unglücksstelle gerast sein, sich eines Teils ihrer Kleider entledigt haben und noch ein Stück in den See gewatet sein.

Was wirklich geschah?

Des Rätsels Lösung könnte so aussehen: Beide wurde mit einer Kutsche abgeholt, die schon vorher bereit stand. Ludwig dürfte die Kutsche freiwillig bestiegen haben, vielleicht weil ihm Gudden die Flucht versprochen hatte. Tatsächlich fanden sind vor der Schlosspforte später rätselhafte Wagenspuren. Wie könnte sich das Drama am See also abgespielt haben? Wir wissen, dass am Körper des Königs keine Spuren von Kampf zu erkennen waren. In seinen Lungen fand man bei der Obduktion der Leiche Wasser. Er muss also noch gelebt und unter Wasser versucht haben, zu atmen. An der Todesstelle war das Wasser aber so seicht, dass es Ludwig nur bis zur Mitte des Brustkorbs reichte. Es war unmöglich, „unbeabsichtigt“ zu ertrinken. Sich mit vollem Bewusstsein an einer seichten Stelle zu ertränken, ist aber schwer möglich. Der nach Luft ringende Organismus würde, einem Instinkt folgend, die Oberfläche suchen. Dass der mickrige Gudden den kräftigen König überwältigt hat, können wir fast ausschließen. Ausschließen kann man auch einen Herzschlag, denn das Wasser war warm im Juni, und das Herz des Königs, wie man bei der Obduktion feststellte, gesund.

Was war also geschehen? Es ist anzunehmen, dass Ludwig in der Kutsche überfallartig mit Chloroform betäubt wurde. Diese Methode war in der damaligen Psychiatrie durchaus üblich, um renitente Patienten gefügig zu machen. In der Kutsche müssen außer Dr. Gudden noch mindestens zwei Personen gefahren sein, die in der Lage waren, den schweren Körper des Betäubten ins Wasser zu schleppen. So konnte der Mord ohne Spuren von Gewalteinwirkung bewerkstelligt werden. Und Dr. Gudden? Der wurde wohl nur benutzt und bald darauf als lästiger Mitwisser ermordet. Die Spuren des Todeskampfes waren ja an seinem Körper feststellbar, nur war nicht Ludwig sein Gegner. Wer die Täter waren, darüber wollen sogar Kenner der Materie wie Rudolf Reiser keine Spekulationen anstellen. Es könnte tatsächlich ein „ewiges Geheimnis“ bleiben. Es ist auch zweitrangig, da über die Drahtzieher kaum ein Zweifel bestehen kann.

Wurde Ludwig erschossen?

Und wie steht es mit der Theorie, Ludwig sei erschossen worden? Sie wird z.B. von den Guglmännern und dem Kunsthistoriker Siegfried Wichmann vertreten. Wichmann beruft sich auf ein Gemälde des Porträtmalers Kaulbach, worauf der tote König Blut im Mund hat. Eine andere Spur führt zum verschwundenen Mantel Ludwigs II., von dem Zeugen berichten, er weise Einschusslöcher auf. Nachzuweisen ist das im Nachhinein nicht mehr. Rudolf Reiser, Verfechter der „Chloroform-Theorie“ ist ein vehementer Gegner der „Erschießungstheorie“. „Es erscheint kaum vorstellbar, dass sich zwölf Ärzte, die bei der Sektion anwesend sind, zu einem Stillhalteabkommen bereit finden.“

Angst vor der Öffnung des Sarges hätten die Wittelsbacher trotzdem, vermutet Reiser. Eben weil der berühmteste „Sohn“ ihres Geschlechts möglicherweise kein Wittelsbacher war. Dies würde sich anhand von Gentests an Gewebeproben eindeutig feststellen lassen, ließe man die Reste des Leichnams untersuchen. Selbst wenn man, wie ich, die „Chloroformtheorie“ als ziemlich schlüssig betrachtet, bleiben also noch immer Fragen ungelöst. Der König ist tot, es lebe das ewige Rätselraten um sein Leben und Sterben.

Buchtipp:
Rudolf Reiser: Königsmord am Starnberger See. Buchendorfer Verlag

Showing 14 comments
  • Maverick

    Ich glaube, der Kini wäre in der heutigen Zeit Künstler. Er wäre ein Liedermacher. Er würde Lieder komponieren und singen. Solche Lieder.

  • Duffy

    Danke für diesen sehr informativen und guten Beitrag.
    Dass Ludwig u.a. aufgrund seiner Zahnerkrankung nicht gerne angesehen werden wollte und lichtscheu war, kann wohl jeder nachvollziehen, der selbst mal Zahnprobleme hatte (was man ja nicht mal mit der dam. Zeit vergleichen kann). Heute schmücken die Leute ihre Gärten mit Zwergen, Bronzefiguren o.ä., also warum über den König lästern, der seinen Vorlieben nachgegeben hat? Ein sehr einsamer Mensch mit einer schrecklichen Sippschaft – er hätte Besseres verdient. Aber Visionäre werden ja häufig belächelt und herabgewürdigt (Beispiel: Benz/Motor/Mobil).
    Ach, und: irgendwann kommt jede Wahrheit ans Licht……….

  • Guglmann

    Ein wirklich gelungener Beitrag, herzlichen Dank dafür!

    Schön zu lesen, dass sich heute – noch 125 Jahre nach den bisher ungeklärten Geschehnissen – die Bevölkerung noch immer Interesse an der Aufklärung der Todesumstände zeigt.

  • Melanie

    sehr guter Beitrag!

    Ich finde es super das es Menschen gibt die alles daran geben Ludwigs Schicksal aufzuklären!Weiter so!!
    Eine sehr gute und schlüssige Theorie! Und das Ludwig ermordet wurde ist ja wohl eindeutig ohne Zweifel!! Das sich die Wittelsbacher nicht dumm vorkommen,für wie blöd halten die die Leute…?! Besonders gut find ich ja das mir auf Schloss Hohenschwangau mal eine Führerin anvertraute das sie den Mist den sie erzählen müssen selbst nicht glaubt,das sie aber müssen weil sie sonst ärger kriegennnn…..

  • Markus Bösch

    Guten Tag Herr Rottenfusser!
    Tatsächlich gab es einen Todeskampf von Gudden mit König Ludwig. Während Sissi die Flucht plante mit Booten über den See, plante auch das damalige heuchlerische Parlament die Tötung von Ludwig. Gudden sollte Ludwig die trügerische Sicherheit gewähren, dass nichts geschieht. Und es geschah, was kommen musste. Sissi kam etwas zu spät…… Ludwig spürte eine bangigkeit dass seine Flucht nicht klappen konnte ……. dann ergriff er Dr. Gudden und es kam zum Todeskampf der beiden. Gudden starb nach 2 Minuten im kalten Wasser. Während Ludwig sich ans Ufer schleppte im Todesringen, kamen die Klinikangestellten und hoben den ermüdeten Körper auf, trugen ihn in das Zimmer, belebten Ludwig so lange wie er wieder ins Leben kam, und er kam wieder zurück. Die Helfer wachten nur kurz bei ihm. Sie hatten Angst, denn sie durften Ludwig nicht zurück ins Leben holen. Das Parlament mit ihren zerstörerischen Machthaber waren zu stark gegen Ludwig. So überliessen die Helfer, König Ludwig seinem sternden Schicksal. Eine alte Frau sass noch die ganze Nacht bei Ludwig, sie konnte aber nicht mehr helfen, da der Monarch an Lungenentzündung verstarb um ca. 05’00 Uhr morgens. Die Helfer haben versagt, sie liessen Ludwig erbärmlich im Stich aus Angst zur falschen Obrigkeit. Das ist die Wahrheit, geschrieben von einem Freund des Königs! Mehr darüber erhalten ernsthaft suchende von mir persönlich. Beste Grüsse aus der Schweiz

  • Schäfer Karl Heinz

    nach langem langem lesen der ganzen materie ,bin auch ich der meinung das es mord
    war,der unter allen umständen geheim bleiben sollte und auch bis heute 125 jahre danch
    nicht auf geklärt wersen kann!!

  • Herbie Schmitz

    Nun, es ist tatsächlich davon auszugehen dass Mord gewesen ist. Die Fäden zog hierbei von Lutz und der Prinzregent versicherte das Ministerium unverändert beizubehalten. Was dort geschah war ein Putsch, Hochverrat und der Tod des Königs einziges Mittel hier die grosse Vertuschungskampagne zu starten. Hierbei muss erwähnt werden das selbst nach dem Tod des Königs Bilder nachretuschiert, Gerüchte gezielt gestreut wurden, neue Bilder entstanden sind die den angeblich geistigen Zustand des Königs in Frage stellen sollte. Bis heute weigert sich der Chef des Hauses Wittelsbach eine Untersuchung selbst am ungeöffneten Sarg mithilfe eines Röntgenverfahrens durchführen zu lassen…er hat seine Gründe dafür. Was bleibt im Nachhinein ist wohl das Beste was Bayern wohl passieren konnte und bis heute ist Ludwig II, ein Mythos, seine Hinterlassenschaft die die Menschen bis heute fasziniert.

  • Alois Lindner

    Das Leichen wurden am 13. Juni 1886 gegen 23 Uhr und nicht am 14. Juni um 11 Uhr aus dem See geborgen; der Fischereimeister, der zur Bergung der Leichen beauftragt wurde, hieß Lidl und nicht Kramer.
    Der Rest ist genauso zusammenphantasierter Quatsch.

  • 5km/h

    775m in 9min bzw. 5km pro Stunde ist eigentlich kein Affentempo.

  • Isabel weiler

    Hallo
    Sie haben uns sehr viel geholfen allerdings wehre es besser wenn es nicht so viel Text währe . Ein bisschen ausführlicher …
    Es währe gut wenn Sie es überarbeiten würde.
    L.G Isabel

  • Martina

    Ich hab schon sehr viele Berichte über Ludwigs Tod gelesen und mir scheint die Chloroformtheorie am plausibelsten.. Ich meine 5 km/h für einen Menschen der so leibig war wie Ludwig waere dass schon sehr schnell gewesen. Des weiteren hätte Gudden auch um Hilfe rufen können, und man hätte ihn bestimmt gehört, wenn Ludwig ihn versucht hat zu überwältigen. Und die Uhr des Königs ist ja auch vor Guddens Uhr stehen geblieben. Und nachdem beide leichen gefunden worden sind, gab es zuerst die Botschaft beide würden noch Lebenzeichen von sich geben. Auf jeden Fall bin ich für eine Öffnung des Sarges, damit würde der Tourismus gewiss nicht nachlassen, denn die wenigsten. Der 7000 Besucher täglich setzen sich mit der Materie auseinander.

  • Saskia

    Hallo,

    schoener Beitrag und auch ich faende eine Oeffnung des Sarges als Volksinteresse. Keiner stoert sich daran die „Totenruhe“ in alten Graebern wie den Pyramiden zu stoeren; im Sinne der Wissenschaft natuerlich. Wieso sollte man einen Leichnam, der laengst obduziert und dem das Herz entfernt wurde nicht ebenfalls stoeren. Damit koenten einige Fragen geklaert werden, nicht nur den Tod betreffend sondern auch den geistigen Zustand.
    Des Weiteren ist die Wittelsbacher Theorie interessant. Zumal Ludwig 2 seinem Grossvater gleicht. Jedoch macht es aus heutiger Sicht keinen Unterschied, da er die Jungen auf die Rolle vorbereitet hatte und leider zu frueh gestorben ist. Auch die Aengste und Hemmungen Menschen gegenueber hatte S.M. Maximilian 2 auf seine Soehne uebertrage, ob nun genetisch und/oder erzieherisch …
    Von dieser Seite aus ist nicht viel zu befuerchten. Waere also dumm nur wegen eines Reputationsverlustes auf eine klaerende Oeffnung zu verzichten.

    Viele Gruesse

  • Gunnar von Groppenbruch

    Seit ich vor Jahrzehnten erfahren habe, daß der König ein guter Schwimmer war, hielt ich die ganze Geschichte vom Freitod im Würmsee für unerträglich!
    Was die Geschwindigkeit zu Fuß angeht, so sind 6 Km je Stunde, das heißt 1 Km in 10 Minuten, die übliche Marschgeschwindigkeit. Beim militärischen Standard von 80 Cm Schrittweite sind das 125 Schritt je Minute. Dafür muß man sich nicht sonderlich anstrengen, zumal in einer Zeit, in der noch wirklich viel zu Fuß gegangen wurde und es noch keine Aufzüge und Rolltreppen gab.
    Die Erschießung halte ich allein schon wegen der Auffälligkeit – viele Kilometer weit zu hören – für ausgeschlossen!
    Neu ist für mich der Uhrenvergleich!
    In dem Beitrage muß die Abfahrtszeit von Schloß Berg wohl auf 18°45 Uhr berichtigt werden.
    An der hier vorgestellten Darstellung des Ablaufes habe ich nicht den geringsten Zweifel!
    Dr. von Gudden wurde als lästiger Mitwisser gleich mit beseitigt – offensichtlich ohne Chloroform, denn die Kampfspuren waren die Folge seiner Gegenwehr – und der Mord an ihm wurde dem toten König in die Schuhe geschoben.
    Solange man keine Beweise für das Motiv findet, wird das für diesen ungeheuerlichsten Vorgang nach der Reichsgründung und vor der eben so mysteriösen Abdankung von Kaiser Wilhelm II. wohl Raum für alle möglichen und unmöglichen Spekulationen bieten.

    Gunnar

  • eulenfeder

    …gut rescherschiert Sherlock – owa nutzt nix – da Kini ishi…

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