CD-Kritik: Die Bandbreite: Reflexion

„Wojna“ ist das russische Wort für Krieg, und Marcel Wojnarowicz, Spitzname Wojna, befindet sich im Dauerkrieg. Vor allem mit der Gruppierung der „Antideutschen“, die seit Jahren eine Kampagne gegen die Band führen. Angeblich wegen antisemitischer und frauenfeindlicher Äußerungen. Dies müssen aber nicht die wirklichen Gründe sein für den Hass, der Wojna und seinem Bandgefährten DJ Torben mancherorts entgegenschlägt. Die Bandbreite verarbeitet in ihren Liedern brisante Themen und behauptet Dinge, die in den großen Medien nicht gesagt werden dürfen – z.B. dass die Anschläge vom 11.09. 2001 vom amerikanischen Establishment inszeniert wurden („Habt ihr das vielleicht selbst gemacht?“). (Roland Rottenfußer)

Tatsächlich konnten Antideutsche manche Konzertveranstalter dazu bewegen, die Bandbreite wieder auszuladen. 2009 wurde ein Auftritt der Band im Club Voltaire (Frankfurt) durch heftige Gegendemonstrationen gestört. Interessanterweise war es aber gerade Voltaire, von dem der Satz überliefert ist „Ich verabscheue Ihre Meinung, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie sie äußern dürfen.“

Genau diesen Spruch zitiert Wojna im ersten Lied der neuen CD, betitelt „Lieber Veranstalter“. Es ist eine Bitte, die Band wegen zu erwartender Proteste nicht fallen zu lassen. „Wenn wir auf dem Flyer stehen, kann es sein, dass dir danach paar Leute auf die Eier gehen.“ Deshalb der Appell: „Es ist Zeit sich zu entscheiden, willst du uns den Rücken stärken oder lieber feige weichen?“ Das Argument ist schlüssig: Es geht gar nicht darum, ob man jeder Zeile der Bandbreite zustimmt oder ob man ihre Musik mag. Die Frage ist, ob man zulässt, dass unter dem Banner der Correctness de facto Zensur ausgeübt wird. Und gerade alternative oder linke Veranstalter und Medien sind anfällig für die Rufmordstrategie, die gegen die Bandbreite gefahren wird. Wer möchte schon im Verdacht stehen, „sich nicht deutlich genug von rechten und frauenfeindlichen Elementen abzugrenzen“?

Gegen Kapital und Völkermord

Vorab: Ich finde es schade, dass solche Fragen oft den Blick auf die wirklich gute Arbeit der Bandbreite trüben. Ginge es nach dem Einfallsreichtum der Texte und der sehr professionellen Musikproduktion, könnte man in Wojna gar einen zweiten Xavier Naidoo sehen. Manche Songs wie „Alles was ich will“ erinnern auch etwas an den Sound der „Söhne Mannheims“. Jemand rappt auf einen regelmäßigen Beat, die Refrains sind süffige Popmusik, die Texte engagiert mit einem manchmal predigthaften Tonfall. Am Aufstieg in den radiotauglichen Mainstream hindert Wojna aber seine kompromisslose Radikalität. Und hier ist erst mal ein großes Lob angemessen: Selten bekommt man eine so perfekte Produktion bei gleichzeitig so gutem Textniveau zu hören. Die Lieder packen Themen an, die uns unter den Nägeln brennen. Es sind lang vermisste, sogar notwendige Lieder.

Angriffspunkt sind z.B. die Medien und ihre gleichgeschaltete Berichterstattung. „Ein Gespenst geht um“, heißt ist im Lied „Wo ist die Wahrheit“. Dieses Gespenst ist die „Wahrheitsbewegung“, der sich Wojna selbst zurechnet. Neben der Verdrehung der Tatsachen in Orwell-Manier („Unwissenheit ist Stärke“), wird vor allem der Versuch des Establishments angeprangert, die Bürger zu spalten. Das Zeug zu Klassiker hat aber vor allem der Song „Was ist los in diesem Land“. Während sich frühere Hits der Bandbreite wie „Der Vertrag von Lissabon“ mit Einzelthemen befassten, ist „Was ist los“ ein Rundumschlag. Mir sind nur wenige neuere Lieder bekannte, die die politischen Missstände so scharfsinnig und zugleich umfassend porträtieren. Zu Afghanistan heißt es z.B.: „Wir Deutsche sind beteiligt wieder mal an einem Völkermord.“ Und zur Wirtschaftspolitik: „Wir haben sie verhundertfacht, unsere Produktivität, weshalb mich verwundert macht, dass nicht jeder hier im Wohlstand lebt.“ Oder: „Kapital und Zinseszins sind nicht von Gott gemacht, und doch werden wir von den Banken und Bonzen damit kaputt gemacht.“ Nur was den lyrischen Feinschliff betrifft, ist manches, wie man sieht, nicht perfekt.

Parodie und Schnellsprechorgie

Zumindest interessant ist auch das Lied „Ich hab heut Morgen ein Kind getötet“. Als Hörer meint man zunächst, es gehe um einen Verkehrsunfall. Später stellt sich aber heraus: Wir allen töten Kinder, weil wir „unseren Reichtum aus dem Elend all der anderen ziehen“. Denn Kinder in der dritten Welt sterben „im Sekundentakt“ an Hunger. Das „Wir“ in dieser kollektiven Selbstbezichtigung scheint übertrieben, weil es vom Konzernboss bis zum Dritte-Welt-Aktivisten alle in Haftung nimmt. Aber man horcht unwillkürlich auf und denkt nach. Mehr kann ein Lied kaum erreichen. Schade ist, dass das mutmaßlich sehr kritische Lied „AIDS“ fast unverständlich ist. Wahrscheinlich hatte Wojna, weil das Thema so umfassend ist, einen Text für ein 12-Minuten-Lied geschrieben. Um es auf vier Minuten zu bringen, entschloss er sich einfach, den Rap dreimal so schnell zu sprechen. Bei einem Lied, das etwas zu sagen hat, ist Unverständlichkeit kein Kavaliersdelikt.

Etwas weniger überzeugen auch die Liebeslieder oder Lieder zu unpolitischen Themen wie „Bitte trenn dich nicht“ oder „Zu wertvoll“. Vielleicht bin ich hier von den Liedermachern und anspruchsvollen Popballaden auch einfach zu verwöhnt. Das Werk der Bandbereite hat wenig mit einem Hip Hop zu tun, der aus dem „Ghetto“ bzw. aus dem Bauch zu kommen scheint (etwa von Bushido). Stattdessen knüpft es an den intelligenten, gar analytischen politischen Hip Hop eines Torch um die Jahrtausendwende an. Musikalisch gibt es auf „Reflexion“ im Wesentlichen drei Stile: Reinen Pop wie in „Was ist los mit diesem Land“; Rap mit Poprefrain (oft mehrstimmig und recht schön); und, als drittes, das Lied „Sauerland“, das musikalisch eine gelungene Parodie auf die Volkstümliche Hitparade darstellt. Der Text ist dem Bürgermeister von Wojnas Heimatstadt Duisburg gewidmet, der nach der Love Parade-Katastrophe keine gute Figur machte.

„Antideutsche“ im Visier

Schließlich muss noch das Lied „Hobbykommunisten“ erwähnt werden. Es ist mindestens das dritte, in dem die Erbfeindschaft der Bandbreite mit den Antideutschen ihren Niederschlag fand. Das Lied enthält einige recht krude Stellen. Man muss dabei aber natürlich berücksichtigen, dass man sich im Kontext des internationalen Hip Hop befindet, bei dem die Texter selten zimperlich sind. „Geschlechterrollen sowieso ja, die sind böse. Du kannst auch ein echter Kerl sein mit ’ner Riesenmöse“. Lässt sich bei diesem Lied etwa nachweisen, dass an den Vorwürfen gegen die Bandbreite doch etwas dran ist? Jedenfalls erweist sich der Dichter als nicht völlig trittsicher und schert sich nicht darum, ob bestimmte Passagen zu Missverständnissen führen könnten. „Du klatscht ab und zu mal ein paar Nazis, doch gibt es mal ’ne Demo mit Sinn, bist du auf Partys.“ Wie, ist eine Demo gegen Nazis etwa nicht „mit Sinn“?

An einer Stelle heißt es: „Ich schwör, dass ich jeden meiner jüdischen Brüder lieb“ und an einer anderen: „In der Knesset sitzen Faschos“. Das zeugt zumindest nicht von einem unverkrampften Verhältnis zur Antisemitismus-Frage. Aber wo soll diese Unverkrampftheit auch her kommen, wenn man seit Jahren mit ungerechten Antisemitismus-Vorwürfen verfolgt wird? Texter Wojna teilt nicht exakt das Meinungs- und Taburepertoire, das wir etwa bei der älteren Liedermachergeneration finden. Aber ist er dazu verpflichtet? Darf eine neue Generation nicht neue Formen der Gesellschaftskritik entwickeln? Und ist es so entscheidend, ob wir jede von Wojnas Meinungen teilen (siehe auch Voltaire-Zitat)?

Keine präventive Selbstzensur

Ich sehe das so: Da ist jemand, der sich als weltoffen und eher links betrachtet und der sich nicht von der Angst beherrschen lassen will, andere könnten ihn (zu Unrecht) für „rechts“ halten. Dies wäre schon der Beginn einer inneren Selbstzensur, der Anfang vom Ende der Meinungsfreiheit. Wenn man Wojnas Texte unvoreingenommen, ohne Negativlupe liest, stellt man fest, dass auch „schockierende“ Formulierungen einen wahren Kern haben. Selbst diese: „Alle reden von der NPD, doch Extremisten sitzen längst im Bundestag.“ Die Bandbreite ist auf Anti-Nazi-Demonstrationen aufgetreten, steht also der NPD fern. Es bleibt die richtige Feststellung, dass im Bundestag neoliberale Betonköpfe sitzen. Der Turbokapitalismus, die „Banken- und Spekulantendiktatur“ (Konstantin Wecker) ist so extrem geworden, dass jeder, der sich nicht mit extremen Formulierungen von ihr distanziert, zum Mitläufer wird. Vielleicht wird man nach dem Zusammenbruch des Kapitalismus sagen: „Die Bandbreite gehörte zu den wenigen, die wirklich verstanden und klar benannt haben, was Anfang des 21. Jahrhunderts lief.“

Als Anhang veröffentliche ich hier noch mal den Kommentar, den ich im Juli als Reaktion auf einen „antideutschen“ Brief an dieses Webmagazin geschrieben habe.

Anmerkung der Redaktion: Mehrere Lieder von „Die Bandbreite“ wurde nicht von Konstantin Wecker, sondern von mir (Roland Rottenfußer) hier eingestellt. Ich finde diese Entscheidung bis heute richtig, denn die ca. 10 Lieder der Gruppe, die ich kenne, zeichnen sich durch einen engagierten, provokanten und aufklärerischen Geist aus, den ich schätze. Dies schließt nicht aus, dass es im Werk der Band Zeilen gibt, die ich nicht unterstützen würde, vor allem wenn man tief wühlt und eventuelle Ironiesignale übersieht. Zahlreiche Aussagen der „Bandbreite“ geben wahrscheinlich nicht die tatsächlich Meinung des Texters wider, sondern sind eher Karikaturen auf die Denkweise seiner Gegner. Grundsätzliche Wertschätzung für „Die Bandbreite“ schließt auch nicht aus, dass man über bestimmte Behauptungen streiten kann, etwa die Anschläge vom 11. Sept. seien von den Amerikanern „selbst gemacht“. Die Stigmatisierung der Band wäre aber keine adäquate Antwort auf die Fragen, die die Lieder der Bandbreite aufwerfen. Z.B. die israelische Regierungspolitik. Sie wird von vielen sehr glaubwürdigen Persönlichkeiten kritisiert, die sich Zeit ihres Lebens im antifaschistischen Kampf engagieren und gerade deshalb Menschenrechtsverletzungen anprangern, wo sie vorkommen, u.a. eben in Israel.

Ich stelle fest, dass „Auftritte“ der Bandbreite in unserem Webmagazin oft von kampagnenartigen, jeweils rhetorisch sehr geschickt geführten Angriffen aus der Ecke der sog. „Antideutschen“ begleitet werden. Zwischen den Antideutschen und der Bandbreite besteht eine auf beiden Seiten erbittert geführte Fehde, die meist darin gipfelt, dass die jeweils andere Seite in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt wird. Ich finde das in beiden Fällen übertrieben. Siehe etwa dieses Lied: http://www.youtube.com/watch?v=ElzvWQhMyGI Ich stelle außerdem fest, dass mit dem Antisemitismusvorwurf immer wieder Personen und Gruppierungen stigmatisiert werden sollen, die sich grundsätzlich kritisch mit der herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung auseinandersetzen, etwa die Partei Die Linke oder Zinskritik nach Silvio Gesell. Es ist eine Taktik, diejenigen in die Ecke zu stellen, derer man sonst nicht Herr wird – vielleicht auch, weil sie sehr oft Recht haben. Wer allerdings den Nazi-Vergleich inflationär verwendet, verharmlost die Geschehnisse des Dritten Reiches, bewirkt einen Übersättigungseffekt und erschwert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.

Aufforderungen an Webseiten und Veranstalter, Die Bandbreite zu boykottieren, appellieren an den Konformismus der Menschen, die Angst, aus der Herde der „Anständigen“ ausgestoßen zu werden. „Um Gottes Willen, wenn ich jetzt die Bandbreite bringe, wie stehe ich dann da?“ Hinter der Kritik steht meiner Meinung nach auch das biedere Idealbild, jemand müsste sich mit jeder Handlung und jeder Textzeile sein ganzes Leben lang völlig lupenrein und unmissverständlich verhalten. Wie könnte man auch erwarten, dass jemand unmissverstanden bleibt, der sich poetisch ausdrückt und dass jemand unumstritten ist, der die Fundamente des herrschenden Weltbilds in Frage stellt?“

Showing 16 comments
  • Frank

    Die Bandbreite, für mich die beste Band in Deutscheland!

  • Hubert

    Sehr gelungene kritischeund differenzierte Analyse der neuen Bandbreite-CD!

    Mir gefällt die Bandbreite auch im Allgemeinen und ich habe sie bereits mehrfach Live erlebt. Die neue CD kenne ich und hör sie auch hin- und wieder. Allerdings nicht so oft wie die neue von Konstantin
    Viele ihrer Kritiken am kapitalistischen System sind treffend. Ein Problem sehr ich bei Ihnen in der inneren Haltung, die mir zu pessimistisch ist in einer Zeit wo international in kürzester Zeit die Tyrannen purzeln und die Menschen weltweit rebellieren. Das gilt es doch optimistisch zu fördern. Das will die Bandbreite zwar, läßt sich von der negativistischen Anschauungsweise des untergehenden Kapitalismus an manchen Stellen zu sehr anstecken.

  • Momo

    „zu wertvoll“ bringt die gesellschaftlichen Probleme unter Menschen!
    Es ist eins der besten Lieder!
    Leistungsdruck, verkorkste Rollenbilder, Bindungslosigkeit / Familiale Distanz, „Kind als Problem“, Rückzugslosigkeit, Überreizung ect.

  • Momo

    zudem noch diese „geh arbeiten, dann TV und später noch zur Party und bring möglichst jemand mit Heim für dein schlechtes Selbstbewusstsein, der allerdings eh wieder geht – naja hauptsache du bist finanziell unabhängig und hast ‚dich selbst‘ verwirklicht“-Gesellschaft

  • Einzeltäter.

    Die im Text erwähnte Textzeile mit der „Riesen Möse“ ist ganz eindeutig sexistisch. Kein Wunder: Die Bandbreite macht seit Jahren durch derartige Texte auf sich aufmerksam. Kein Wunder, dass die anti-feministische Autorin Eva Herman, die für den rechten „Kopp-Verlag“ schreibt, im Intro der CD einige einige Zeilen sprechen darf. Doch dieser Umstand wird verschwiegen, würde auch schlecht zu dem Versuch passen, die Band an dieser Stelle zu würdigen und in ein denkbar gutes Licht zu rücken.
    Wer sich für die Kritik der „Antideutschen“ interessiert, sei dieser Link empfohlen: http://reflexion.blogsport.de/2011/10/11/reflexion-vs-bandbreite/

  • Wiederholungstäter

    das ist nicht sexistisch.
    Es geht nur darum dass man „natürlich-festgeschriebene Rollen“ (jetzt zucken die Feministen :D) nicht vermischen soll und dass eben eine Frau niemals ein Mamn sein kann und ein Mann niemals eine Frau!

  • rr

    Die „Riesen-Möse“ ist nicht sexistisch, sondern vulgär, und so geht es in Hip Hop-Texten manchmal zu. Ich finde es arg verhuscht, sich darüber zu entrüsten. Ich als Mann fühle mich durch die Verwendung des Wortes „Schwanz“ auch nicht diskriminiert. Es geht darum, ob man sich voneinander unterscheidende Geschlechterrollen eher akzeptieren oder dagegen ankämpfen soll. Die Bandbreite ist eher für akzeptieren. Andere können anderer Meinung sein. Na und?

  • Einzeltäter.

    Mit der Relativierung, dass es so „in Hip Hop-Texten“ zugehen würde, wird seit der Entstehung dieser Musik gearbeitet. Diese Entschuldigung dient allen Vertreter_innen dieses Genres als Erklärung. Diese wird dann angeführt, wenn Menschen diesen Sprachgebrauch kritisieren. So auch in diesem Fall. Die Konstruktion von dem „echten Kerl“ mit „riesen Möse“ macht deutlich, dass die Band gegen gar kein Problem mit Geschlechterrollen hat: Diese verteidigen sie, mit Eva Herman im Geiste, gegen diejnenigen, die an der Dekonstruktion dieser Konstrukte arbeiten.

  • Wiederholungstäter

    Die Eva Herman ist eine Frau die was auf ihr Christentum hält, mehr nicht. Und das in Deutschland, welches sich mit dem „christlichen Abendland“ schmückt oder jüngst „jüdisch-christliches Abendland“.
    Da findet sich auch das „man sollte sie im Reagenzglas aufziehen. So bleiben sie verschont, von der bösen Tradition, der bösen Nation und der bösen Religion“ wieder.
    Religion ist im nicht-theologischen Sinne mit Ethik vergleichbar. Ethik ist eine metaphysische Anlage die im Menschen schlummert. Diese „Rollenmische“ kannst du mit jeder monotheistischen Religion widerlegen, weil der Mensch dafür nicht geeicht ist!
    Jeder der sich ethisch-korrekt, um zur correctness zurückzukehren, dazu äußert wird seinen Unmut darüber kundtun.

    Und zu den Texten:
    Ihr macht es euch sichtlich einfach dieses Medium anzugreifen, wenn ihr in der künstlerischen Ebene eure Makel sucht. Kunst ist logisch nicht widerlegbar. Ihr könnt es noch so in den Dreck ziehen, es wird womöglich für Empörung sorgen und die Band diffamieren (je nach eurem Aufwand), aber recht (dass Wojna damit unrecht hat), kannst du rein logisch nie bekommen.
    In diesem Fall ist die Wortwahl die Kunst!
    So ein Liedtext ist keine Definition.

    Frag dich lieber ob die Mainmessage bei dir ankommt.
    Besinnt euch doch in den Kritiken mal auf die Essenz der Aussagen und nicht auf deren Formulierung. 😉

  • Wiederholungstäter

    Diese Seite http://reflexion.blogsport.de/ ist ja zum Kotzen und lächerlich!

    Denen muss vielleicht mal einer sagen, dass „Antizionismus“ und den Staat Israel zu ächten kein Antisemitismus ist.
    Die Politik und Manier des Staates sind höchst räuberisch, zudem faschistisch. Wenn einer etwas gegen Israel hat, hat er doch nicht zwangsläufig etwas gegen Juden oder Semiten, sogar im seltensetn Falle, nämlich nur dann wenn er eine neonationalistische Ideologie verfolgt.
    Zumal, die Araber vor allem Palästinenser und Syrer uvm. auch Semiten sind.
    Hier gehts nicht um Semit oder nicht Semit, oder Juge oder nicht Jude, hier gehts ausschließlich darum der zionistische Ideologie Einhalt zu gebieten.

  • rr

    Heino entrüstet sich über Bushido. Eva Hermann entrüstet sich über die 68er. Johannes B. Kerner entrüstet sich über Eva Hermann. Einige Damen von der Kö entrüsten sich über Konstantin Wecker. Und die Bandbreite ist geradezu abonniert auf entrüstete Reaktionen. Alles legitim. Jeder darf das sagen oder denken. Aber der Versuch, ein de facto-Auftrittsverbot für Die Bandbreite zu erwirken, ist gefährlich. Man kann in diesem Streit zwischen den Antideutschen und der Bandbreite verschiedener Meinung sein. Nur: Die Bandbreite versucht nicht, die Existenz der Antideutschen zu vernichten und sie mundtot zu machen. Letztere sind immer vernünftige, sich edel ausdrückende Briefeschreiber, die sich im Hintergrund halten.

    Es ist erst mal begrüßenswert, dass jemand wachsam ist – selbst gegen mildere Anklänge von „rechtem“ Denken. Nur: Die Bandbreite wird bewusst und kampagnenartig missverstanden. Ihre Kritiker stellen sich dümmer als sie sind. Die Diffamierungsmuster, die dabei verwendet werden, ähneln denen gegen Kommunisten in den 70ern. Es werden Verschmutzungsquellen identifiziert (z.B. Eva Hermann), und jeder, der mit diesen Quellen in Berühung kommt, ist selbst beschmutzt, wovon sich Saubermänner entrüstet distanzieren müssen, um nicht selbst beschmutzt zu werden.

    Dabei ist schon die Bezeichnung „Antideutsche“ gelinde gesagt misslungen. Als nicht patriotischer und als antifaschistischer Deutscher fühle ich mich dadurch beleidigt. Denn die deutsche Herkunft gehört wie das männliche Geschlecht zu den Eigenschaften, für die ich nichts kann. Weder ist es eine Auszeichnung noch eine Schande. Warum eigentlich sollte der Begriff „Antideutscher“ weniger verabscheuungswürdig sein als der Begriff „Antisemit“? Beide Begriffe sind gehässig und pauschalisierend. In dieser Namensgebung wie in dem Versuch, Auftrittsverbote für eine kritische Band zu erwirken, kehrt der Faschismus, den man (vielleicht auch aufrichtig) bekämpfen möchte, als verdrängter Schatten zurück. Man bekämpft das „Böse“, indem man ihm immer ähnlicher wird.

    Auch Formulierungen wie „Ich bin nicht gegen Juden, aber gegen Israel“ finde ich übrigens misslungen. Man muss immer differenzieren, welche Israelis gemeint sind. Es gibt da wunderbare Menschen, die gegen die momentane Regierungspolitik protestieren. Außerdem, was „Faschos in der Knesset“ betrifft – man darf hier nicht auf einem Auge blind sein. Israel ist umgeben von „Faschos“, allen voran derzeit Assad in Syrien und das ägyptische Militär. Das eine entschuldigt nicht das andere, und umgekehrt. Man muss den Menschen sehen, nicht die Gruppe oder das Land und sich immer auf die Seite der Unterdrückten stellen.

  • Wiederholungstäter

    sehr schön geschrieben rr

    Meinerseits, falls gefragt, war auch nicht gemeint gegen Israelis zu sein, wenn man gegen Israel ist, eigentlich ja gegen die zionistische Ideologie, die allerdings im Staate Israel ihre Wurzeln fand und heute weiter verfolgt wird. Es gibt Amerikaner, Italiener, Israelis, Deutsche ect. die „Zionisten“ sind.

  • Hans

    Zunächst: Ich halte nichts von den antideutschen Hetzkampagnen gegen die Bandbreite und empfinde sie zum größten Teil als absurd. So wie übrigens die Antideutschen selbst.

    Dennoch sollte man hierbei beachten, dass die Kritik an der Band nicht nur von Antideutschen stammt. Sicherlich gehen Kritiker, die nicht aus diesem Spektrum stammen, nicht so radikal vor. Aber es gibt sie.

    Denn wenn man die Band mal im gesamten Kontext betrachtet, d.h. nicht nur die umstrittenen Textzeilen auseinandernimmt, sondern sich auch mal ihre Aktivitäten ansieht – kommt man zumindest ins Grübeln.

    Ob bewusst oder unbewusst, wird von der Bandbreite eine Art Querfront salonfähig gemacht. Und das ist zumindest etwas, wo man genauer hinsehen sollte. Voltaire und Meinungsfreiheit hin oder her. Aber bleibt man dem Wirken der Bandbreite unkritisch gegenüber und spielt den Anti-Zensur-Joker aus – könnte man im Grunde auch jede „gemäßigte“ Naziband auf linken Veranstaltungen spielen lassen. Damit ist kein Nazivergleich zur Bandbreite gemeint – aber Meinungsfreiheit (auch nach Voltaire) sollte doch wohl für jede Meinung gelten?

    Ich finde es zumindest verständlich und nachvollziehbar, warum manch „Nicht-Antideutscher“ ebenfalls keinen Auftritt der Bandbreite auf linken Veranstaltungen wünscht. Wer beispielsweise, bevor er zum UZ-Pressefest der DKP fährt, noch mal eben bei der SVP in der Schweiz auftritt – sollte sich nicht wundern, dass mancher auf die Idee kommt, ihn in die „rechte Ecke“ zu schieben. Ob man letzten Endes wirklich ein Nazi ist, spielt dabei keine Rolle.

    Fakt ist, dass die Bandbreite keine Probleme mit so manchem braunen Gesinnungsbruder zu haben scheint, auch wenn sie sich selbst linksstehend sieht. Das ist nach dem Prinzip der absoluten Meinungsfreiheit auch ihr gutes Recht. Aber ebenso ist es auch das Recht Anderer, die Bandbreite nicht hören zu wollen und ggf. dagegen zu protestieren. Und dass die Band einem aufgrund all dieser Dinge nicht geheuer ist, sollte doch zumindest nachvollziehbar sein.

  • sRomy

    danke, endlich mal eine seriöse kritik, im vergleich zu esowatch, antifascho seiten ect…
    lg sRomy

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