Konstantin Wecker: Es gibt kein Leben ohne Tod

Gegen ein Hospiz in der Nachbarschaft regt sich Widerstand von Bürgern. Fürchtet man schlechte Vibrations oder eher ein Absinken der Grundstückspreise? Jedenfalls möchte man nicht gern an den Tod erinnert werden – er lässt sich so furchtbar schwer kontrollieren. Der Liedermacher berichtet über sein Engagement für die Hospizbewegung – und über das vielleicht letzte Tabu unserer Zeit.

Ein Hospiz sorgt im Hamburger Süden für Ärger. Nachbarn fürchten mehr Verkehr, den Anblick von Leichenwagen, einen Wertverlust ihrer Immobilien. Zwei Anwohner haben einen Anwalt eingeschaltet. Wie nah darf der Tod den Menschen kommen? (Spiegel)
Seit fast zwei Jahrzehnten setze ich mich für die Hospizbewegung ein. Und ihr könnt mir glauben, es ist nicht leicht den Menschen den Tod nahe zu bringen.
Ein als spendabel bekannter Sponsor, der für mehrere Hilfsprojekte schon viel Geld zur Verfügung gestellt hatte, wurde gebeten auch für ein Hospiz zu spenden. Er schüttelte den Kopf: „auf keinen Fall!“ Auf die Frage warum er für ein Hospiz nicht, aber für die Krebshilfe so großzügig spende, antwortete er:
„Krebs könnte ja auch ich mal bekommen…“
Krebs vielleicht – aber sterben nie! Wir verdrängen den Tod, weil wir unsterblich sein wollen. Solange es einigermaßen gut läuft und die Schmerzen nicht zu groß sind. Wir wollen unsterblich sein, weil wir nicht verstehen, dass alles vergänglich ist, jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde.
Weil wir glauben mit der richtigen Lebensversicherung, mit dem richtigen Bausparvertrag könnten wir das Schicksal austricksen. Man führt uns kerngesunde, blendend aussehende Senioren vor, die mit kerngesunden blendend aussehenden Kindern auf sonnigen Wiesen vor einem kerngesunden, blendend aussehendem Haus spielen. Wenn wir bezahlen, wird die Zukunft rosig. Und wer arm ist hat sowieso keine Zukunft.
Eine Gesellschaft von Kontrollfreaks! Unseren Mann, unsere Frau, unsere Kinder, unsere Zukunft und vor allem: unser Schicksal. Alles wollen wir kontrollieren. Deshalb gibt’s wohl so viele Burnouts. Dieses Kontrollieren macht doch unendlich müde.
Ich bin Pate für das Kinderhospiz „Löwenherz“ und habe mich lange nicht zu einem Besuch entschließen können. Ich hatte Angst.Und als ich da war wollte ich nicht mehr fort. Ein Haus des Lebens, nicht des Todes, ein fröhliches Haus, in dem der ungeheure Schmerz nicht ausgeklammert wird. Dort erlebt man wie Schmerz und Glück und Tod und Neubeginn zusammengehören. Dort wird das Leben nicht vom Tod besiegt, aber der Tod dennoch nicht ausgeschlossen.
Meine Mama hatte das große Glück für die letzten Wochen ihres Lebens eine Hospizplatz in München zu bekommen.
Ich werde allen MitarbeiterInnen bis ans Ende meines Lebens dankbar sein.
So sollte man sterben dürfen, von körperlichen Schmerzen weitgehend befreit, umsorgt und behütet, gestreichelt und umarmt. In Liebe aufgehoben.
Viele Pflegerinnen und Pfleger mit denen ich gesprochen habe, sagten mir, sie würden um nichts in der Welt ihren Beruf gegen einen anderen eintauschen wollen.
Vielleicht, weil sie durch den selbstverständlichen Umgang mit dem Tod die Nähe zum Leben umso intensiver spüren?
Auch in diesem Hospiz gab es Nachbarn, die sich gestört fühlten durch einen Leichenwagen, der ein oder zwei mal die Woche an ihrem schönen Heim vorbeizufahren wagt. Immer mit der Ausrede man wolle das den Kindern nicht zumuten. Das ist die wohl dümmste Ausrede, die man sich einfallen lassen kann. Wer Kinder liebt und sie wirklich kennt, weiß welch wunderbar selbstverständlichen Umgang gerade Kinder mit dem Tod haben.
Es sind die verklemmten Erwachsenen, die sich davor fürchten mit ihren Kindern auch vom Tod zu reden. Dabei wissen Kinder so viel mehr von Geburt und Sterben und Da-sein im Augenblick als wir.
Mich haben meine Kinder schon nach dem Tod gefragt, als sie ganz klein waren. Und als sie die tote Oma im Sarg gesehen haben, waren sie echter und ehrlicher und unverstellter als alle Erwachsenen.
Und ich weiß, dass auch bei der Gründung eines anderen Kinderhospizes das unsägliche Argument vorgetragen wurde, das würde die Grundstückspreise verderben.
Kann man noch zynischer sein? Kann man noch deutlicher zeigen, dass man eine tragische Marionette eines materialistischen Weltbildes und seiner Propagandisten ist? Zur Herzlosigkeit erzogen von einem grausamen System, dessen einziger Wert nur noch der Besitz zu sein scheint.
Erst schwoll mir der Kamm als ich diese Meldung gelesen habe. Und dann dachte ich mir, dass Menschen die sich aus diesen fadenscheinigen Gründen gegen ein Hospiz in ihrer Nachbarschaft wehren, bedauernswert sind. Gerade ihnen würde nämlich die Nachbarschaft eines solchen Hauses sehr gut tun.
Ein Haus in dem gelacht und geweint und geschwiegen und gebetet wird, ein uneitles Haus, denn im Angesicht des Todes relativiert sich so viel und Dinge die uns gestern noch unendlich wichtig waren, ehemals große Dinge, werden ganz schnell ganz klein.
Ein Haus das vereint, statt zu trennen.
Ein Haus in dem sicher keine fehlerfreien, aber auf jeden Fall bewundernswerte, selbstreflektierende und vor allem mitfühlende Menschen arbeiten. Aber über die berichtet man ja nicht. Da ist in Gala und Bunte kein Platz. Höchstens wenn Paris Hilton mal zufällig vorbeigeht, weil sie denkt, dieses Haus sei eine neue Parfümerie.
Ich wäre jeder Werbeagentur dankbar, die den Mut hätte für ein würdevolles Sterben zu werben. Denn der Hospizgedanke muss in die Öffentlichkeit getragen werden.
Ich danke euch, dass ihr zu Ende gelesen habt.
Bei einem Thema, das das vielleicht letzte Tabu unserer Gesellschaft ist.

18 Kommentare zu „Konstantin Wecker: Es gibt kein Leben ohne Tod“

  1. Clas Lehmann sagt:

    Moin, moin,

    ich denke, nicht das Hospiz verursacht den Ärger, das sind die armen Nachbarn, die die eigene Sterblichkeit so wunderbar verdrängt hatten.

    Lang mi net o, in gewisser Weise. Goh mi af! Damit wollen sie nichts zu tun haben.

    Andererseits: zum Anwalt gelaufen sind von um die 100 Anliegern gerade mal 2, einige mehr haben irgendwie ein ungutes Gefühl, und werden in Zeitungsartikeln zitiert: eine wirkliche Bewegung sieht für mich anders aus.

    Ob da der Rechtsweg für die beiden was hergibt: Das käme doch noch darauf an. Leichenwagen bewegen sich doch ganz rücksichtsvoll. Und wenn einem wirklich bei dem Anblick die Wurst im Halse stecken bleibt, braucht man ja sowieso einen…

    Ich denke, das Hospiz sollte offen und freundlich auf die Nachbarn zugehen, und die Kinder aus der Nachbarschaft einladen, die Patienten zu besuchen. Meine ehrliche Überzeugung ist jedenfalls: jeder Fernseher im Kinderzimmer schadet den Kindern mehr als ein Hospiz in der Nachbarschaft. Aber Eltern sind mitunter komische Leute.

    In der Sternenbrücke ist unlängst ein Kind geboren worden, lese ich in der Zeitung. Die Mutter war dort, um sich von ihrer todkranken Tochter zu verabschieden. Geburt, Leben und Sterben gehören schon zusammen.

    Gruß Clas

  2. Sundaro sagt:

    Und das Absurde: unsere Angst vor dem Tod macht uns unlebendig – wir ziehen damit den Tod sozusagen als Schleier über unser ganzes Leben!

  3. Ein sehr guter und wichtiger Artikel.

    Der Tod ist immer freundlich, auch wenn der Prozess des Sterbens manchmal lange und qualvoll ist.

    Wie gut ist es, dass es Hospize gibt, in denen Erleichterung, Akzeptanz und Hinwendung geschieht, mit dem Tod anders umgegangen und jeder Moment des Lebens intensiv und dankbar erlebt und genossen wird.

    Danke, dass Sie Ihre Popularität nutzen, um aufmerksam zu machen
    und zu helfen, den Tod und das Sterben zu enttabuisieren.

    Alles Liebe

    Friederike Hapel

    u. a. von ganzem Herzen und voller Liebe Trauerrednerin für weltliche Beerdigungen

  4. [...] – aber sterben nie! Wir verdrängen den Tod, weil wir unsterblich sein wollen. Ein weiser Artikel “Es gibt keine Leben ohne Tod” von Konstantin [...]

  5. als evangelischer Pastor habe ich mit Hospizen nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Wo ich auch hingekommen bin: es war eine sehr ruhige, persönliche, freundliche bis heitere Atmosphäre, überall wurde großer Wert gelegt auf die möglichst weitgehende Selbstbestimmung der Betroffenen. Es war großer Respekt für den Einzelnen und auch für die Angehörigen zu spüren.
    Herzliche Segenswünsche für alle, die dies lesen!

    Jürgen Kemper

  6. Petra Zoerner sagt:

    ich bin froh, diesen Artikel gefunden zu haben (oder hat er mich gefunden?), denn er bestärkt mich in meinem Entschluss, bei einem Hospiz in Berlin einen Sterbebegleitungskurs angefangen zu haben.
    Wie gut, dass es auch einige Personen des öffentlichen Lebens gibt, die diesem Bereich des Daseins eine Stimme und ein Gesicht geben.
    Danke – Konstantin Wecker.
    Herzlichst
    Petra Zörner, Berlin

  7. Gerhard sagt:

    Ein wichtiger Artikel!

  8. Emerenz Meier sagt:

    Deine so traurig & so schöne Löwenherzhymne – fällt mir spontan hierzu ein.
    und natürlich Dein neustes Lied – Es geht zu Ende
    auch Dein Lied – Oma
    oder von der Zugaben live CD – Präpostum. (so hab ich Dich damals kennen & schätzen gelernt 2006) in Bad Hersfeld. Du bist doch leider, mit der Zeit – milder & ein Liebender geworden – ich kann das schon verstehn – aber ich mochte den Linken Revolutzer doch lieber. ganz unabhängig von Deinen wirklich wunder wunderschönen zärtlichen & immer poetischen Liebesliedern.

    a Tropferl im Meer – gehört auch dazu & SoScheeSchoA.

    macht es erst einmal ALLE gut Freunde & GUTE NACHT FREUNDE!!!!!!!!!!!!
    ich kann nicht ALLEN gerecht werden & manchmal so wie jetzt, muss ich einfach mal wieder abtauchen. die Politik-die Politiker sie alle kotzen mich aber nach wie vor nur an. auch Gauck. wenn ich für eins im Leben wirklich Gespür habe – dann für Ehrlichkeit – und echte Ehrlichkeit, werdet ihr verdammten FASCHOS in und aus der POLITIK – NIEMALS NIEMALS NIE besitzen.PUNKT. und Euer nur falsches vorgegauckel kotzt mich nur an. das einfache Volk – die einfachen Menschen gingen und gehen EUCH doch am Gesäß vorbei. und so lange das so ist – werdet IHR von mir nichts anderes zu hören bekommen. bis zu meinem Tod.
    Phenix bleibe ich treu. Alexander Käber – sagt das immer so herzlich. und ich mag alle bei Phoenix. es ist der einzig öffentlich rechtliche Sender – der wirklich sehr sehr sehenswert ist & seinem Bildungsauftrag wirklich gerecht wird und dem nachgeht. vielleicht nicht immer links genug – aber Dank Augstein & BLome, werden wenigstens auch Linke Ansichten (nur nicht links genug geschätzter Freund Augstein). Constanze Abratzky ist & bleibt meine absolute Lieblingsmoderatorin. aber ich mag auch ALLE anderen – bitte nicht falsch verstehen.

  9. Emerenz Meier sagt:

    Alexander Kähler – Sorry, heißt er richtig.
    und Michael Koltz gehört auch zu meinen männlichen Lieblingsmoderatoren.Punkt. auch Herr Krons & Pia Abtaley u.a. macht Ihr es auch Alle gut. und auch Ihr hier und ALLE meine Freunde da draußen. ich weiß wer meine richtigen Freunde sind. und um meine Feinde weiß ich auch. & mein Feindbild ist und bleibt dieser Staat & seine ganzen nur dämlichen Politiker (bis auf wenige Ausnahmen),Mitläufer & Beamte im System.
    die linksradikalen sind & waren auch schon immer gedanklich meine Freunde. auch die Antifas natürlich. nach 1/2 Demo Pause werde ich auch mal wieder demnächst bei Euch auftauchen Freunde. auch wenn es alles wenig bis gar nichts bringt – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. man muss trotzdem – oder dennoch weiter kämpfen – ich weiß, auch wenns verdammt schwer fällt.

  10. Hille Bunje sagt:

    Schade schade, dass diesen Artikel nur die Menschen lesen werden, die ohnehin offen sind für die Worte. Nicht die, denen es gut tun würde, sie zu lesen.
    Ich kenne Krebs und ich kenne Depressionen. Ich werde immer sehr komisch angeschaut wenn ich sage: “Es gibt deutlich Schlimmeres im Leben als zu sterben”.
    Als ich Krebs hatte, habe ich mich dabei ertappt dass meine Bemühungen um Heilung auch durch die Angst vor dem Sterben motiviert waren. Dann habe ich begriffen, dass es reichlich dumm ist als (Lebens)ziel zu haben, nicht zu sterben. Danach wurde es deutlich leichter.
    Wenn ich lese, dass der Bau von Hospizen u.a. Angst vor einen Abfall der Grundstückspreise und vor den Leichenwagen, die den Anwohnern “zugemutet” werden auslöst, werde ich ein wenig fassungslos. Es würde unser Leben sicherlich deutlich bereichern, wenn der Tod wieder Bestandteil davon werden dürfte.
    Danke für diesen Artikel!
    Hille Bunje

  11. Ekkehard Blomeyer sagt:

    Naja, solange unsere Gesellschaft Geld als höchstes Gut ansieht,
    Geld am liebsten selbst für sich “arbeiten” lässt,
    ein 60 Mio Jahresgehalt als normal und erstrebenswert betrachtet,
    im Lotto auf den grossen “Glücks”-Ttreffer hofft
    und Frühstücksbrötchen, die 2 Cent billiger sind, geil findet,
    kann man es den Nachbarn nicht verübeln.

  12. Julia sagt:

    Lieber Konstantin,

    vielen Dank für diesen tollen, so persönlichen und vor allen Dingen wichtigen Artikel.
    Ich selber arbeite beim Caritasverband Bruchsal (Raum Karlsruhe) für den Hospizdienst im Bürobereich, bekomme aber ständig mit, welche phantastische Arbeit unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und Hauptamtliche leisten.
    Könntest Du Dir eventuell vorstellen, ein Konzert zu Gunsten dieses Vereines zu veranstalten, wenn Du zufällig in der Nähe einen Auftritt hast?! Das wäre ein tolles Erlebnis und für die Unterstützung der Mitarbeiter sehr hilfreich.
    Viele Grüße und alles Gute
    Julia

  13. Emerenz Meier sagt:

    Mein lieber und sehr sehr geschätzter sehr vertrauter Freund Konstantin!
    war bis vor 1h unterwegs, habe Deine Zeilen für Lucio Dalla gelesen.
    bei dem Lied – und auch jetzt – kommen mir die Tränen. ach Konstantin, ich fühle mit Dir. wollte hier heute eigentlich noch ein Kommentar schreiben – vielleicht schaff ich es noch – vielleicht lass ich es nun auch. meine Stimmung ist nun traurig. Deine Lieder von der Liebe und dem Tod – mag ich alle sehr. und gerade auch Dein – Stirb ma ned weg – das Lied schicke ich nun auch Dir lieber Konstantin! und dann noch drei weitere Lieder, möchte ich Dir heute schenken, La Califfa – von David Garrett. dieses Lied klingt für mich – mitfühlend traurig schön tröstend wärmend hoffnungsvoll. voller Hoffnung Trost und Zuversicht sind auch die beiden Lieder von Johannes Kalpers – Hell klingt ein Lied – u. Santa Maria Della Montagna – das ist zwar tieftraurig – aber so ist es ja auch. uns Alle – wird es einmal treffen. aber noch lange nicht – hörst Du lieber Konstantin.PUNKT. und nicht vergessen, Gell ich hab Dich gelle gern!.PUNKT.

  14. Emerenz Meier sagt:

    ich höre mir jetzt auf youtube Lucia Dalla Lieder an. sein Caruso – u.a. weißt Du Konstantin noch eins, Du warst neulich in Berlin, ich wäre sehr gerne live dabei gewesen. hatte auch beim RBB angefragt, aber die Karten waren wohl schon weg – es kam keine Rückmeldung. ich werde gleich mal online schauen, ob es die Sendung da gibt – denke schon. Dieter Moor ist ein angenehm kluger Moderator. TTT schaue ich oft am Sonntag. war an dem Samstag weg und die anderen beiden Termine im Fernsehen, hab ich irgendwie dann versäumt. Deinen Kabarettauftritt im MDR, hat mein Vater gesehen. er fand Dich und die Sendung echt super gut. ich hab Dich zuletzt im Talk bei Frau Böttinger gesehen. ist eine echt angenehm kluge Moderatorin. nicht jeder kann richtige und gute Fragen stellen. aber Frau Böttinger und Herr Moor machen einen guten Job.

  15. Emerenz Meier sagt:

    alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei. oder wie mein lieber Vater nun wieder zu mir sagen würde, jeder blamiert sich so gut er eben kann. recht hat er mal wieder – bezüglich der Links Wecler News, die ich einfach gar nicht angeklickt habe. manchmal sehe ich den Wald auch echt vor lauter Bäumen scheinbar nicht. und noch eine Erklärung gibt es, das Internet ist eigentlich nicht wirklich meine Welt. die Reizüberflutung, ist manchmal echt zu viel. weniger ist eben mehr.
    die Traurigkeit von vor einigen Stunden, ist gewichen, DANK PALAIS. Dieter Moor, SIE sind nicht gescheitert, aber diese Runde schon. ALLE Gäste fand ich wirklich und ehrlich sehr interessant – ABER gescheitert sind diese Menschen ALLE nicht. und ich bin mal wieder echt richtig stinkig und zornig mit DIR lieber Konstantin-bei aller WERTSCHÄTZUNG – aber langsam glaube ich – DU weißt manchmal nicht wovon DU sprichst. SCHEITERN-die KUNST DES SCHEITERNS-das Buch von Dir habe ich damals in kürzester Zeit wirklich verschlungen. und es ist ein Buch das ich auch zwar weiter empfehlen kann – heute aber mir nicht mehr kaufen würde. weil, mittlerweile klingt es echt ZYNISCH in meinen Ohren wenn DU über das Scheitern, von einer “Kunst des Scheiterns” sprichst.PUNKT.
    ich kann Deinen Bewusstseinssprung Deine Bewusstseinserweiterung von der Du auch gesprochen hast, nachempfinden d.h. Deinen DRANG danach mit und ohne Drogen. und natürlich entwickeln wir uns alle ständig geistig weiter, WIR ALLE machen mehr oder weniger unsere Bewusstseinssprünge oder besser Erfahrungen. aber dennoch reden WIR wohl aneinander vorbei. DU verstehst mich nicht und ich kann Deinen STANDPUNKT Deine Meinung hierzu keinesfalls teilen.PUNKT. noch einmal es gibt äußere Umstände, wie Herr Balder(guter Mann) übrigens – gute ANSICHTEN. auch von der Dame. und dem Herren mit dem Geschäft. aber gescheitert-seit IHR ALLE nicht.PUNKT. dann würdet IHR da nämlich gar nicht mehr sitzen.PUNKT. und ich kann Dir sagen, bei aller HARTZ 4 Scheisse, und der Staat hat keine Schuld sagst DU – OKAY – gut zu wisssen – ich merke mir so etwas. ich bin wie ein ELEFANT diesbezüglich. und die ELEFANTEN werden immer unterschätzt -immer. aber wir merken uns das alles. und eines Tages rächen wir uns dann dafür. VERSPROCHEN.PUNKT. das geht auch raus, an den SCHEISS STAAT BRD. weißt DU Konstantin wärest DU ein bettelarmer Straßenmusikant geblieben – würdest DU heute nicht so einen SCHROTT von Dir geben. SORRY – ist aber so. aber DU kannst das schon ab. DU /IHR habt auch oft genug schon gut ausgeteilt – dann muss man auch mit GEGENWIND rechnen. wärest DU nämlich arm und gescheitert und hättest Dich geistig täglich auch noch so viel mit Deinem Bewusstsein auseinander gesetzt – so hätte es DIR dennoch nichts gebracht. wenn DU unter einer Brücke beispielsweise elendig verrecken würdest. Du kennst doch Musiker HEINZ RATZ fällt mir dabei ein. redet IHR miteinander?????
    also Konstantin Du warst damals schon ein ERSTKLASSIGER “Linker” Liedermacher (links muss ich ab heute in Klammern setzen.) und DU kanntest damals wie heute erfolgreiche und einflussreiche Menschen. dann scheitert man ganz anders als die einfache FRAU der einfache MANN aus der UNTERSCHICHT. und ich muss ehrlich sagen, je mehr ich hierüber und überhaupt nachdenke, bin ich froh sagen zu können – ich bin UNTERSCHICHT. auch bei DIR kommt manchmal eine unfassbare wie unerträgliche ARROGANZ gegenüber den “kleinen” Menschen zum Vorschein – so das ich überkoche vor ZORN. und ich beende hier und jetzt gleich mein Kommentar. eins noch, die FREIHEIT ist das höchste GUT – und ich weiß sie immer mehr zu schätzen. denn ich allein entscheide GLÜCKLICHERWEISE für welche MUSIK & MUSIKER ich mein letztes GELD sozusagen ausgebe. und ich hab es ja schon einmal geschrieben – vielleicht waren es doch GENUG Konzerte mit DIR.PUNKT.
    und vielleicht habe ich mich mal wieder nur geirrt in einem Menschen. mein lieber Vater hat auch schon immer zu mir gesagt, Kind sei nicht so gutgläubig blind naiv, denn die MENSCHEN haben ALLE ALLE ihre eigenen Interessen. JA. mein VATER ist ein verdammt aufrechter ehrlicher einfacher aber hoch gebildeter MENSCH.PUNKT.und er hat viel UNRECHT in seinem Leben schon erfahren und nichts aber auch gar nichts im LEBEN geschenkt bekommen. ich könnte hier einiges zu erzählen will ich aber nicht. auch aus meinem Leben gäbe es viel zu erzählen. wenig SCHÖNES. nur soviel ich kenne das Leben. und die wirklich GESCHEITERTEN kenne ich auch. es sind nämlich alle meine FREUNDE. was sagst DU eigentlich zu Kleist oder zu Vincent van Gogh – kunstvoll gescheitert. die sind nämlich im Gegensatz zu Dir und all den anderen wirklich gescheitert. und ich nehme mich da nicht aus. und ich kenn und kannte MENSCHEN die gescheitert sind – und darum NICHT MEHR AM LEBEN sind. das die waren HELDEN die echten GESCHEITERTEN. diesen MENSCHEN gilt MEINE ALLER ALLERGRÖSSTE HOCHACHTUNG.PUNKT. und KONSTANTIN, wenn DU sagst, unterstellst, auch mir ich würde mein BEWUSSTSEIN nicht erweitern dann IRRST DU DICH ABER SEHR. DU kannst mir wirklich glauben, kein verdammter TAG vergeht, andem ich mich nicht frage was ich falsch gemacht habe und über mein Leben nachdenke. ich denke jeden Tag über mein Leben nach. auch gezwungenermaßen. denn ich verfüge nicht über den LUXUS mich, nur mit Schönen Dingen zu befassen. und es geht hier auch nicht um NEID. es geht um KAPIEREN. hast DU eigentlich irgendeine AHNUNG wie die einfachen Leute eigentlich jeden verdammten TAG und dann auch noch in dieser dreckigen und asozialen STADT BERLIN ihr LEBEN meistern – es zumindest immer wieder versuchen. und dann kommst DU mit der Kunst.
    vielleicht bist DU nicht mehr mein Liedermacher. HANS SÖLLNER – gibt es ja zum GLÜCK auch.
    und mit seinem Lied ende ich jetzt – HANS SÖLLNER – DER WIND – so fühle ich mich gerade. warum hab ich überhaupt mit EUCH geredet………
    die SONNE – scheint allerdings wieder – und manchmal irgendwie “nur für mich”.
    und für die SONNE ist dieses LIED – MAN MUSS MIT DEM HERZEN SEHN – und das macht die SONNE. PUNKT. er hat auch viel KUMMER gehabt.

    JOHANNES KALPERS – LIEDER für die SEELE – die CD habe ich schon ein paar JAHRE. früher habe ich sie sehr oft gehört. diese MUSIKEN – wunderschöne MUSIKEN – haben mir schon sehr geholfen im LEBEN. das war vor Konstantins Zeit. Johannes Kalpers – nicht nur eine schöne Stimme hat er. ich meine, auch er, ist ein guter MENSCH. habe ihn im Fernsehen mal vor vielen Jahren entdeckt.

    werde Geld sparen für Hans Söllner oder demnächst mal in Kreuzberg mit meinem besten Freund nach einer Lokalität suchen. da wird sich doch was finden. habe da schon einen super Laden/Kneipe. verrate ich hier aber nicht.

  16. Emerenz Meier sagt:

    die DVD von Hans Söllner – bestelle ich mir demnächst in meinem Lieblingskaufhaus. auch wenn ich LINKSRADIKAL bin und dort ja wie meine FREUNDE bei einer DEMO erläutert haben , dort eigentlich nichts kaufen dürfte – ich mag es dort aber. ich habe nämlich schon immer einen Sinn für Schönes gehabt. und es ist dort einfach schön drin. auch die grüne Pflanzenwand – hoffe sie ist noch da. ein Genuss für die Sinne.
    und enden möchte ich nun hier mit einem FREUND von mir.
    wenn ich mich hier und anderswo immer leidenschaftlich aufregen kann, so tut dieser Satz mir einfach immer sehr gut tut.

    Wir sind wohl Alle für das geschaffen – was wir tun.
    Ernest Hemingway.

    das steht im Fall Collini vorne drin – von Ferdinand von Schirach

    ein wahrer und ein schöner Satz.PUNKT.

  17. Keiner will den Tod um die Ecke wohnt haben. In dieser Hinsicht kann man die Anwohner zumindest teilweise verstehen. Allerdings gehört der Tod ansich zu unserem Leben und das wir Ihn gesellschaftlich so weit von uns drängen ist schade. Franz Bernd.

  18. monika lutz sagt:

    Konstantin Wecker: Es gibt kein Leben ohne Tod

    Ja, Hospize sind wichtige letzte Wohn- und Lebensorte für für sterbende Menschen, Freunde und Familien. Auch Palliativstationen in großen Kliniken sind häufig eher gemiedene Stationen in Krankenhäusern. Und wir nennen unsere Krankenhäuser nun auch Gesundheitshäuser – auch dort sterben viele Menschen. Ebenfalls Altenpflegeheime haben Menschen nicht gerne in der direkten Nachbarschaft. Gleiches gilt für Kindergärten, Skaterhallen, Wohngruppen psychisch kranker Menschen und Flüchtlingsheime.

    All diese Menschengruppen und ihre beherbergenden Institutionen werden von vielen Menschen am liebsten nicht gesehen. Sie leben, sterben, fallen auf, sind anders, lösen Ängste aus.

    Ja, unsere Gesellschaft ist gespalten in eher materiell orientierte Menschen und sozial engagierte Mitmenschen. Und manchmal, verwischen sich diese Grenzen zur gemeinsamen Schnittmenge.

    Auf diese Schnittmenge sollten wir schauen lernen. Sonst ermüdet man oder macht das Spiel: Hier die guten Menschen – dort die ………
    Und schon grenzen auch wir aus.

    Auch hospizbegeisterte Menschen haben sich eines Tages auf den Weg gemacht umzudenken. Nicht jedem Menschen ist gegeben, sich den eigenen Ängsten zu stellen nur, früher oder später erreicht das Thema uns. Todsicher!

    Ich selbst habe in der Hospizarbeit erlebt, wie Geschäftsleute, Manager und andere Gruppierungen Interesse an der Hospizarbeit entwickelt haben und dann der Sache treu geblieben sind.
    Hospizarbeit ist keine Mission der Zwangsbegückung. Sie überzeugt durch ihre Arbeit und die Menschen in der Arbeit.

    Nur Geduld, das Thema gewinnt an Bedeutung.

    Schulklassen, Firmen, Banker, Künstler, der normale Mann die Frau von nebenan – es geht doch immer weiter. Weil die Idee zur rechten Zeit aufkommt und wirkt.

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