Energiesparlampen – ein dunkles Kapitel

Nur noch auf Fotos zu besichtigen: die gute alte Glühbirne

Das Glühbirnenverbot wurde den Europäern und jetzt den Schweizern aufgezwungen. Es ist der schwerwiegendste Eingriff in den Alltag der Menschen seit Einführung der Sommerzeit. Nun werden die Schattenseiten der Kompaktleuchtstofflampen offenbar. Sie verströmen giftiges Quecksilber und Elektrosmog, werfen ein fahles Licht und halten auch beim Energiesparen nicht, was versprochen wurde. Ein Schulbeispiel dafür, wie Verbraucher von Politik und Industrie hinters Licht geführt werden. (Roland Rottenfußer)

«Das war keine Bitte!», sagt der Captain mit bedrohlichem Unterton. Der Fähnrich weiss, was das bedeutet. Sein Vorgesetzter hat einen Befehl ausgesprochen, und da ist Widerstand zwecklos. Solche Szenen sind allen Fans der Star Trek-Serien bekannt. Auch beim Verbot der konventionellen Glühlampen liessen es die europäischen Behörden nicht bei Bitten bewenden. 2009 wurden die 100-Watt-Lampen verboten. 2001 folgten 60-Watt-Glühbirnen. Bis September 2012 sollen alle alten Modelle aus den Regalen verschwunden und durch Kompaktleuchtstofflampen ersetzt sein. Die Abneigung der Rechtgläubigen in Sachen Licht nahm teilweise rabiate Züge an. So liess Greenpeace 2007 in Berlin 10.000 Glühbirnen alten Typs von einer Walze überfahren. Aus Sicht der Befürworter von «Energiesparlampen» ist dieses Vorgehen konsequent: Zwingt man die Bürger nicht zu ihrem Glück, treffen sie womöglich noch eigene Entscheidungen. Und das darf nicht sein, wo Politiker aufgrund von überlegener Erkenntnis in einem wichtigen Fall entschieden haben.

Aber ist die Glühbirnenfrage wirklich so wichtig? Und wie überlegen sind die Erkenntnisse der Behörden? Zunächst zur ersten Frage. An die fahlen Lampen mit den gebogenen Röhren wurden in den vergangenen Jahren geradezu Heilserwartungen geknüpft. Das Einschrauben einer solchen Leuchte in der heimischen Küche kam einem Ablass für reuige Klimasünder gleich. Hans Arpke, Energieexperte des Landkreises Weilheim/Schongau (Südbayern) ist skeptisch: «Auch die Last des Energiesparens sowie die moralische Schuld am Klimawandel wird überwiegend dem ‚kleinen’ Endverbraucher aufgebürdet, während man im Grossen gigantische Verschwendung duldet. Es wird so getan, als sei mit dem Verbot der konventionellen Glühbirne Wesentliches für den Klimaschutz geleistet. Die Wahrheit ist: Nur rund ein Zehntel des CO²-Ausstosses entfällt überhaupt auf Privathauhalte; davon wird nur ca. ein Zwanzigstel durch Beleuchtung verursacht. Die Bedeutung der Wohnungsbeleuchtung ist für das Gesamtbild verschwindend gering.»

Angesichts solcher Einwände verwundert es, dass es überhaupt zu dem Verbot kommen konnte. Noch 2008 lehnte das Schweizer Parlament eine Initiative von Jacques Neirynck (CVP) ab, die ein rasches Ende der Glühlampe forderte. Schon zwei Jahre später wurde ein diesbezüglicher Gesetzesentwurf des Bundesrats mit grosser Mehrheit angenommen. Kritische Stimmen gab es kaum mehr. Das Verbot basiert auf einer Energieverordnung von 2009, die praktisch den energiepolitischen Anschluss der Schweiz an die EU besiegelte. Wie aber kam Europa dazu, in der Energiesparlampe sein Heil zu sehen?

Thomas Worm und Claudia Karstedt erzählen in ihrem Buch «Lügendes Licht. Die dunklen Seiten der Energiesparlampe» (Hirzel-Verlag) die ganze Geschichte. Die EU-Verordnung 244/2009 sei von der EU-Kommission am Parlament vorbei im Handstreich beschlossen worden. Im Februar 2009 traf sich in Brüssel ein Umweltausschuss aus 58 Mitgliedern. Wie die Autoren zeigen, beruhte deren Begeisterung für Energiesparlampe jedoch auf sehr dünnem Datenmaterial. Grundlage waren Gutachten der Umweltverbände WWF, Greenpeace, Bund für Umwelt und Naturschutz und Deutsche Umwelthilfe. Der Ausschuss gab daraufhin idealisierte Prognosen über den Nutzen der neuen Lampen ab. Von 80 Prozent Energiesparpotenzial war die Rede. Andererseits fielen wichtige Einwände unter den Tisch. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hatte z.B. festgestellt, dass die «Sparlampen» in der Herstellung extrem energieaufwändig seien. Jede konventionelle Glühbirne verursache vergleichsweise wenig Aufwand.

Die magische Zahl «80 Prozent» ist keineswegs durch belastbare Studien erhärtet. Dies meinen jedenfalls Worm und Karlstedt. U.a. sei bei der Bilanz der «Wärmeersatzeffekt» der konventionellen Lampen nicht berücksichtigt worden. Hans Arpke beschreibt diesen Effekt so: «Glühbirnen alten Typs geben Wärme ab. Wenn sie durch temperaturneutrale Energiesparlampen ersetzt werden, könnte der Verbraucher dies im Winter kompensieren, indem er die Heizung weiter aufdreht.» Inzwischen beziffern mehrere Experten unabhängig voneinander den Einspareffekt mit 20 bis 30 Prozent. Waren die «80 Prozent» also eine bewusste oder fahrlässige Übertreibung, um das Verbot durchzuboxen? Nicht berücksichtigt worden sei auch ein zu erwartender Rebound-Effekt. Das heisst: Wenn Verbraucher glauben, dass sie die perfekte Umwelt-Lampe gekauft haben, konsumieren sie dafür guten Gewissens mehr Strom.

Schwerwiegender als der Vorwurf, dass Energiesparlampen nicht viel nützen, ist allerdings die Erkenntnis, dass sie schaden. Viele Argumente hierzu hat der Österreicher Christoph Mayr in seinem Dokumentarfilm «Bulb Fiction» zusammengetragen. («Bulb» – Glühbirne, «Pulp Fiction» – Spielfilm von Quentin Tarantino.) Der erste Nachteil ist psychologischer Natur. Kaum ein befragter Bürger mag Energiesparlampen. Ihr Licht wird als kalt und ungemütlich empfunden, die Form als hässlich. Man könnte die Volksstimmung natürlich als geschmäcklerisch und irrelevant abtun: Jedoch wissen Lichtdesigner und Therapeuten, wie wichtig die Beleuchtung für Seele und Leistungsfähigkeit ist. Es ist keine Bagatelle, wenn unzählige Zimmer für das Gefühl der Menschen, die darin leben, ein Stück unwirtlicher werden.

Die von Thomas A. Edison entwickelte Urform der Glühbirne basiert auf einem glühenden Wolframfaden. Licht und Wärme sind hier eng miteinander verbunden – wie bei einer natürlichen Lichtquelle, z.B. dem Feuer. Den modernen Leuchtstofflampen fehlt jedoch die Infrarotstrahlung. Professor Richard Funk von der Uni Dresden wies in Experimenten 2009 nach, dass «blaues» Licht, dem das rote Spektrum entzogen wurde, Sehnerven zerstören kann. Zudem stellte mancher umweltbewusste Käufer von Energiesparlampen fest, dass vor allem an der Helligkeit gespart wurde – trotz hoher Preise. Mit längerer Laufzeit lässt die Leuchtkraft der neuen Lampen lässt stark nach. In diesem Dämmerlicht zu lesen, strengt die Augen an. Langzeituntersuchungen über ein Leben, das ständig in fahles Energiesparlicht getaucht ist, gibt es ohnehin nicht.

Nicht «nur» psychologisch wirken die elektromagnetischen Felder, die von den Energiesparlampen erzeugt werden. Eine Studie, die von der Schweizer Glühlampen-Rebellin Yvette Estermann in Auftrag gegeben wurde, führte zu folgender Empfehlung: «Halten Sie einen Abstand von 30 Zentimetern zu Energiesparlampen ein, um die Belastung durch UV-Strahlung und elektrische Felder klein zu halten.» Ein solcher Abstand ist gerade bei Leselampen auf Dauer schwer einzuhalten. Und es fühlt sich einfach unbehaglich an, im Wohnbereich eine «feindliche» Strahlungsquelle zu haben. Der Baubiologe Wolfgang Maes kam bei einer Untersuchung im Auftrag von Ökotest zu erschreckenden Ergebnissen: Die Elektrosmog-Werte bei Kompaktleuchtstofflampen sind bis zu 15mal so hoch als es die TCO-Norm für Bildschirme erlaubt.

Besonders ins Gewicht fällt der Quecksilbergehalt der Energiesparlampen. Das Metall ist extrem umweltschädlich und giftig. Eine Gefahr kann bei drei Gelegenheiten auftreten: bei der Gewinnung des Metalls, bei der Entsorgung und im Fall, dass eine Lampe kaputt geht. Die Autoren von «Lügendes Licht» berichten, dass wegen des Booms der Energiesparlampen in Europa mehrere stillgelegte Quecksilberminen in China wieder in Betrieb genommen wurden. Mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Die Greenpeace-Aktion mit den 10.000 zerstörten Glühbirnen wäre mit Quecksilberlampen nicht möglich gewesen. Bulb Fiction-Macher Christoph Mayr: «Das Quecksilber, das in 10.000 Kompaktleuchtstofflampen enthalten ist, reicht aus, um 50 Millionen Liter Trinkwasser zu verseuchen – abgesehen von der akuten Gesundheitsgefährdung für Aktivisten und Zuschauer.»

Was mit Gesundheitsgefährdung gemeint ist, zeigt «Bulb Fiction» an einem drastischen Beispiel: Der vierjährige Max aus Linden (Bayern) hatte das Quecksilber einer zerbrochenen Energiesparlampe eine Nacht lang eingeatmet. Als Folge verlor er nach und nach alle Haare, Wimpern und Augenbrauen, litt unter Depressionen und zitterte schubweise am ganzen Körper. Gary Zörner vom Umweltgift-Institut LAFU erklärt im Film, dass Quecksilber Nervenzellen zerstöre und «dümmer» mache. Laut VITO, einem belgischen Institut, das im Auftrag der EU Kompaktleuchtstofflampen untersuchte, gelangen 80 Prozent des Quecksilbers im Lauf der Entsorgung in die Umwelt. Das wären jährlich 146 Tonnen, verteilt auf ganz Europa.

Warum also die Fixierung der EU-Behörden auf die zweifelhaften Leuchtkörper? Mayr hat eine nahe liegende Erklärung: «Die Industrie braucht Umsätze. NGOs müssen ihren Spendern beweisen, dass sie ihre Anliegen durchsetzen können. Die meisten Politiker schauen, woher der Wind weht. Für sie gibt es sonst selten die Gelegenheit, sich als Klimaschützer feiern zu lassen, ohne sich mit der Industrie oder sonst einer mächtigen Lobby anzulegen.»

Auch das Kunstprojekt «Heatball» will die geistigen Verdunklungsversuche der Behörden nicht länger hinnehmen. Die Aktivisten vertreiben kleine Wärmelampen, die aussehen wie Glühbirnen, jedoch kaum Licht abgeben. «Heatball ist Widerstand gegen Verordnungen, die jenseits aller demokratischen und parlamentarischen Abläufe in Kraft treten und Bürger entmündigen. Heatball ist auch ein Widerstand gegen die Unverhältnismässigkeit von Massnahmen zum Schutze unserer Umwelt. Wie kann man nur ernsthaft glauben, dass wir durch den Einsatz von Energiesparlampen das Weltklima retten und gleichzeitig zulassen, dass die Regenwälder über Jahrzehnte vergeblich auf ihren Schutz warten.»

Inzwischen regt sich auch parlamentarischer Widerstand. In Deutschland wird er überraschenderweise von einem CDU-Politiker angeführt. Herbert Reul, Vorsitzender des Industrieausschusses im EU-Parlament, verspricht: «Ich werde alles tun, um das Glühlampenverbot in der EU doch noch zu kippen». Das Verbot sei «mittlerweile zu einer Art Symbol geworden ist für dumme Entscheidungsfindung in Brüssel», ereifert sich Reul. Die Chancen, das Verbot in Europa wieder rückgängig zu machen, erscheinen allerdings gering. Dabei gibt es dafür schon einen Präzedenzfall. In Neuseeland sind seit Ende 2008 Glühbirnen alten Typs wieder zugelassen – nur knapp zwei Jahre nach dem Verbot.

Zu den Kritikern gehört auch die Deutsche Umwelthilfe DUH. Der Verband hat jetzt drei Hersteller von Energiesparlampen wegen zu hohem Quecksilbergehalt abgemahnt. Die gesetzlichen Grenzwerte wurden überschritten. «Nach wie vor versuchen manche Hersteller den schnellen Euro mit Energiesparlampen zu machen, die einen viel zu hohen Quecksilbergehalt haben», kritisiert Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Ein anderer Einwand gegen das Verbotsverfahren betrifft die Zukunft unserer Demokratie. Sind Energiesparlampen Symbole einer kommenden «Öko-Diktatur», wie sie der Thriller Autor Dirk C. Fleck in seinem gleichnamigen Buch prophezeit hat? Auf jeden Fall müssen wir sorgfältig zwischen verschiedenen Werten abwägen. Was ökologisch sinnvoll ist, kann zugleich ein Schritt hin zu mehr EU-Zentralismus, Obrigkeitsstaat und Freiheitsabbau darstellen. Es ist schwer, sich in diesem Spannungsfeld verantwortungsvoll zu positionieren. Sicher ist jedoch: Angesichts des mangelnden Nutzens und der erwiesenen Schädlichkeit der Energiesparlampen sollte man die Güterabwägung wieder dem einzelnen Verbraucher überlassen. Befehl und Zwang sind vielleicht beim Militär angemessen. In einer freien Gesellschaft haben sie ansonsten nichts zu suchen.

(Erstveröffentlichung dieses Artikels im Schweizer Magazin „Zeitpunkt“)

Thomas Worm, Claudia Karstedt: Lügendes Licht – Die dunklen Seiten der Energiesparlampe. S. Hirzel Verlag 2011, 254 S., Fr. …/ Euro 19,80

Christoh Mayr: Bulb Fiction. Austrianfilm 2011, DVD, 100 min., Fr. …/Euro 12.99
www.bulbfiction-derfilm.com/

Die Seite der «Heatballs» (Wärmelampen als Kunstaktion):
www.heatball.de

Argumente für die Glühbirne:
www.gluehbirne.ist.org

Showing 8 comments
  • jojo

    Hallo,

    was mich an der ganzen Sache besonder ärgert ist, dass es die Energiesparlampe schon seit ungefähr Mitte der 80ger Jahre gibt und niemand über die Gefahrten aufklärte.

    Allerdings gibt es schon längst Farbabstufungen sowie formschöne Exemplare der Lampe, so dass mit ihr durchaus wohnlich angenehmes Licht erzeugt werden kannn. Es werden gerne lediglich die alten weißen, fahlen Energiesparlampen als Beispiel herangezogen. Auch werden die LED-Lampen, deutlich geringer im Verbrauch, noch zu selten als Ersatz angesehen. (Meine Stromrechnung ist mit ihnen jedenfalls gesunken)
    Die quecksilberhaltige Lampe sollte trozdem schnell verschwinden, umweltschonend entsorgt werden, wie immer das auch ausehen kann.
    Ob sie auch im geschlossen intakten Zustand Quecksilber verströmen möchte ich in Frage stellen. Das hoffe ich nicht!

    Die Industrie, als Hauptverursacher des hohen Energieverbrauchs, sollte jedoch endlich wesentlich stärker herangezogen werden um Energie einzusparen, statt immer „auf die Kleinen“.

    Mit Lieben Grüßen – Jojo

  • Felix

    Hallo,

    da ist ja einiges wahres dabei. So zum Beispiel die Rechnung des Einsparpotentials durch Kompaktleuchtstofflampen. Ich sehe das ähnlich, bei den großen muss gespart werden ehe man sich dem Kleinkram widmet.
    Viel an diesem Artikel ist aber schlicht Unsinn:

    Der Hang zu warmem Licht ist eine eher deutsche Eigenschaft, die von den Herstellern seit langem durch Lampen mit wärmerem Licht beachtet wird.

    Es gibt keine belastbaren Studien dazu, dass EV-Felder dem Menschen schaden; d.h. diejenigen, die eine in deutschland zulassungsfähige Kompaktleuchte produziert.

    Wenn UV Licht aus Kompaktleichtstofflampen schaden würde, wären wir schon alle tot, da wir seit Jahrzehnten am Arbeitsplatz/Schulen/Öffentlichen Orten mit herkömmlichen Leuchtstoffröhren beleuchtet werden, die – hence the name – nach dem exakt gleichen Prinzip funktionieren wie moderne kompakte.

    Zum Wärmeersatzeffekt habe ich auch noch keine belastbaren Studien gesehen. Ich persönlich halte diesen Effekt für Augenwischerei, da selbst wenn vorhanden, jede umweltschädliche Elektroheizung eine bessere Energiebilanz hat, als Glühbirnen.

    Und dann noch was zum Quecksilber: Dieses Argument war vllt. vor 10 Jahren relevant. Moderne Kompaktleuchtstoffröhren enthalten relativ wenig Quecksilber. Wenn eine davon zerbricht hilft Lüften, vorsichtiges Aufkehren und gutes Verschließen des Müllbeutels. Ich persönlich zerschlage auch nicht regelmäßig meine Lampen. Wer des öfteren Fisch isst hat eine höhrere Quecksilberbelastung als ein ungeschickter Energiesparlampenbenutzer. Ich spreche hier im Übrigen nicht von den Billig-Produkten aus China; die haben in der Tat viel zu viel Quecksilber; geben außerdem unangenehmes Licht von sich und verbrauchen zu viel Strom.

    Was wünsche ich mir mal einen wirklich fundierten Artikel zum Thema, der nicht die alten Weisheiten und Panikmacher zitiert, sondern sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt.

    Eins sei noch gesagt, ich bin großer Fan der LED-Technik. Auf absehbare Zeit und vor allem wegen der Verwendung seltener Erden zu deren Herstellung bleibt uns aber recht wenig neben der Kompaktleuchtstoffröhre um unser gestiegenes Bedürfnis an Beleuchtung zu befriedigen.

    Grüße,
    Felix

  • Richtigsteller

    Ich stimme Felix in vielen Punkten zu. Die technische Kritik an Energiesparlampen ist nicht fundiert. Von LEDs redet übrigens kaum einer, deren Preise fallen rapide, ob man Energiesparlampen oder LED verwendet, ist von der Kostenseite her egal.

    Von der individuellen Kostenseite her gesehen spricht alles für stromsparende Lampen. Eine 60W Glühlampe konsumiert für 15-16 Euro Strom im Jahr (1000 Brennstunden/2,7 Stunden am Tag). Da kann sich jeder leicht selbst ausrechnen, ob sich eine stromsparende Lampe lohnt oder nicht.

    In zwei Aspekten stimme ich Felix nicht zu.

    Ob Energiesparlampen in China hergestellt werden oder in Europa, ist für deren Quecksilbergehalt egal. Sie müssen alle die Maximalwerte einhalten. Wenn vereinzelt (!) Produkte am Markt auftauchen, welche diese Werte überschreiten, so ist das keine Frage einer länderspezifisch schlechten Produktqualität, sondern die Folge des Verhaltens der europäischen Einkaufsmanager im Handel, die der lebensfremden Meinung sind, dass man für billigstes Geld beste Qualität bekommt. Und hier ist auch der Punkt, wo sich der Verbraucher an die Nase fassen muss. Billig ist am besten – das passt einfach nicht.

    Die Meinung, dass zuerst mal „die Großen“ (sprich: die Industrie) sparen müsse, bevor es der einzelne Bürger tun solle, ist unüberlegt. Mit dem gleichen Argument könnte ich auch meinen Abfall auf die Straße schmeißen, statt ihn im Mülleimer zu entsprgen. Mit dem Argument wird seit Jahren auch auf zwischenstaatlicher Ebene sinnvolle Klimapolitik verhindert.

    Im individuellen Ansatz haben stromsparende Lampen durchaus ihren Charme. Es kommt nicht darauf an, ob diese Lampen die „Welt retten“. Nein, sie tun es nicht. Diese Form der Überhöhung ist ein Medienkonstrukt und albern. Lampen sind einer der wenigen Teilbereiche des täglichen Lebens, in der jeder ohne Verlust an Lebensqualität (ja, ohne Verlust an Lebensqualität!) sein Verhalten ändern kann. Genauso wie man das Auto öfter mal stehen lassen könnte, oder weniger Fleisch essen könnte. Insofern sind diese Lampen auch keine „ökologische Beruhigungspille“, sondern lediglich ein Anfang, im Sinne eines „Wir haben begonnen umzudenken“.

  • Jo Hanna

    Ich hatte einmal im Glauben mir und meiner Umwelt was gute zu tuen so eine Sparbirne in meine Schreibtischlampe geschraubt.

    Kopfschmerzen, tränende jukende und schließlich entzündete Augen ließen mich grübeln, woran dies liegen konnte. Als ich spontan die Sparbirne gegen eine Glühlampe ausgetauscht hatte, waren die ganzen Beschwerden innerhalb 3 Tagen verschwunden….. Soviel zu dem Satz, dass es keine Studien gibt, die gesundheitliche Beeinträchtigengen belegen. Meine Erfahrungen seind keineswegs ein Einzelfall, wie ich inzwischen weiss. Mir kommt jedenfalls keine dieser Quecksilberbomben mehr ins Haus 🙂

    In diesem Sinne liebe Grüße
    Jo

  • Glühbirnen Fan

    Auch ich hatte mal eine „Energie“Sparlampe gekauft weil ich mich habe überreden lassen, das Licht war gresslich, und es hat eine Weile gedauert bis diese richtig hell wurde und die Lebensdauer war bei weitem geringer, also hab ich wieder die gute Glühbirne eingeschraubt. Ich habe mir ein Vorrat an Glühbirnen angelegt, der reicht bis an mein Lebensende 😀

  • Fahrenheit

    Es geht doch (der Politik und der Wirtschaft) gar nicht darum, Energie zu sparen. Es geht der Energiewirtschaft einzig darum, im heutigen Turbokapitalismus so wenig wie möglich herzugeben und dafür das Maximale herauszubekommen.

    Mein Energieumsatz hat sich mehr als halbiert, aber der Strompreis ist in der selben Zeit um ca. 33% gestiegen – sprich: vorher war mein Verbrauch bei ca. 50 Euro, jetzt leigt er bei 75 Euro, bei halbem Energieverbrauch.

    Beste Grüße an den Autor

  • Benni

    Genau!
    Die böse, böse Glühbirne hätte dann irgendwann unsere Erde zerstört!

    Eine Glühbirne besteht aus Glas und Metall. Dieses ist wiederverwendbar. Ich denke in diesem Punkt stimmen mir sicher alle zu.
    Eine Sparbirne (nicht dieses Halogenzeugs) besteht aus Glas, Plastik, Chemikalien, Elektrobauteilen und und und… Wieviel davon wiederverwendbar ist, hat mir ein Greenpeace-Mitarbeiter mit 30 – 65 % angegeben.

    Desweiteren, wenn ich bedenke, wie lange ich am Tag zu Hause bin, komme ich nicht mal auf 2 Stunden brenndauer, irgendeiner Birne bei mir… Morgens ne halbe Stunde und dann erst wieder Abends, max. ne Stunde…
    Mein Herd und mein Staubsauger fressen mehr Energie, als alle meine Glühbirnen zusammen!

    Aber egal!
    Die EU macht die Welt sauber!!
    Während der Amerikaner weiterhin 20 Liter Super auf 100 Kilometer wegbläst, irgendwelche Typen den Regenwald abholzen um dort Ölpalmen zu Pflanzen und in Ägypten die städtische Müllhalde einmal die Woche abgebrannt wird (ich habs 1 Jahr lang mitgemacht, da ich nebenan ein Hotelzimmer hatte) leben wir im Grünen…
    Das kostet halt eben das Entmündigen des Bürgers, bzw. führt unweigerlich zu einem Verbot des Nachdenkens!

    Solange der Feinstaub und das CO (denn CO2 wird in Sauerstoff umgewandelt laut Biologieunterricht!) vor Ländergrenzen halt macht ist doch alles in Ordnung!

    Ach ja….
    Was ist wenn mir son Dingen mal runter fällt??
    Feuerwehr zum entsorgen rufen? Es geht ja auf jeden Fall eine Umweltgefahr, sowie eine Gefahr für Leib und Leben aus dem Bruch hervor.

  • heinz Schiefer

    Frage:
    Entspricht es der Warheit, das die neuen LED Lampen in einem Umfang von 1Meter Ozon ausstrahlen?

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