CD-Tipp: Gunther Rall: Lebenslieder

Hier gibt es wieder einen sehr interessanten neuen Liedermacher zu entdecken. Er trägt seine Lieder mit Herzblut am Klavier vor. Hörbeispiele im Link am Ende der CD Rezension.

Im August 2012 hat Gunther Rall, deutscher Liedermacher mit langjährigen Erfahrungen als Chorleiter, Musicalkomponist und Klavierkabarettist, in Steinheim am Albuch seinen ganz ernsthaften CD-Erstling eingespielt – eigene deutschsprachige Lieder, Gesang und Klavier er selbst (CD-Produktion: PACO Group). In den zehn Liedern der CD zeigt Rall ein starkes emotionales Potential, gespeist aus Naturverbundenheit und Menschenliebe. Die vielfach erzählend komponierten Lieder sind Zuhörlieder im besten Sinn, den Hörer nicht überfordernd, also sprachlich durchaus griffig angelegt.

Vielfach handelt es sich um Klavierballaden, teilweise kommt die Musik auch bluesig oder groovend daher. Rall vermittelt ein hohes Maß an Authentizität durch seine emotionale Wucht. Aus dem angloamerikanischen Sprachraum fallen einem da Elton John oder Rufus Wainwright ein, aus dem deutschsprachigen Raum Konstantin Wecker oder Torsten Riemann. Auch alle diese Künstler vermögen das Publikum allein durch ihren kraftvollen Vortrag zu fesseln, der vermittelt, sie singen sich mit Herzblut die Seele aus dem Leib.

Es geht um das Ja zum Leben, um den liebevollen Blick auf das Kindsein, um Vatertypen, um die Vertrautheit der Nacht, um das Meer, um die Sinnsuche in unsicherer Zeit (allgemein gehalten, also ohne ganz aktuelle politische oder soziale Spannungsfelder anzureißen), um den einfühlsamen Blick, ums Trübsinnblasen im Liebeskummer. Rall zeigt sich auch als vollendet Liebender, und im letzten Lied besingt er den Herbst, mit dem abschließenden Gedankengang „Und das Sterben ist vereint mit dem Leben“. Rall scheut (wie Konstantin Wecker) das Pathos keineswegs. Einiges kann man sich auch gut mit Orchester arrangiert vorstellen. Dabei ist Rall alles andere als ein Epigone der anderen, er findet seine ganz eigene Musiksprache.

Das für mich schönste Lied, nahezu eine „Liedermacher-Arie“, ist „In der Nacht“, wo sich die beiden Strophen jeweils ungemein spannend hin zur Hymne des Refrains steigern – ein ganz typisches Beispiel für Ralls überzeugende Emotionalität.

Die Homepage von Gunther Rall mit Hörbeispielen und CD-Bestellmöglichkeit:
http://www.rall-lebenslieder.de/

(CD Besprechung von Alexander Kinsky, HdS Redaktion)

Showing 2 comments
  • Monika Miksche

    Habe eine Liederabend mit Gunther Rall in Böblingen genossen … wunderschönes Erlebnis mit „echten“ Liedern.

  • Martina Haller

    Die Lebenslieder von Gunther Rall sind „herzergreifend“, im schönsten Sinn des Wortes.

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