Getreten, geprügelt, mit Giftgas bekämpft

Oft und gern gebraucht: Der Schlagstock

Oft und gern gebraucht: Der Schlagstock

„Offener Verfassungsbruch, unverhohlen offene Degradierung der Justiz durch die Exekutive buchstäblich zu Idioten, bürgerkriegsähnliche Gewalt gegen friedliche Menschen, grundlose Beraubung der Grundrechte: Ein wahrhaft schwarzer Tag in der Geschichte der Bundesrepublik! Das alles im Schatten der glitzernden Türme der Banken und Konzerne, vor deren Türen sozusagen. Die Herrschenden – auch in Deutschland – haben gezeigt, wozu sie bereits sind: Profit und Kapitalismus, die zusammengeplünderten Vermögen der Ultra-Reichen werden sie mit aller Gewalt schützen. Die auf ihren Rechten und Interessen beharrende Bevölkerung, die für die Verbesserung ihrer Lage eintretenden arbeitenden Menschen werden sie unverhohlen auch mit bürgerkriegsähnlicher Repression bekämpfen.“ Ein Erlebnisprotokoll von Axel Köhler-Schnura, dass den Samstag bei Occupy Frankfurt beschreibt. Erschütternd, dass dergleichen in unserem Land möglich ist.

Um 10 Uhr noch recht leer, strömen bis ca. 12 Uhr zig Tausende zusammen. Wie man es von der letzten Blockupy-Großdemonstration 2012 her kennt: Bunt, laut, phantasievoll. Kinder, Jugendliche, Grauhaarige.

Von nah und fern. Sprachgewirr aus ganz Europa.

Transparente wie: „S21 – bei Brand effizienter als jedes Krematorium“. Oder: „Gegen Bankenmacht und Profitgier!“ Während verdi- und IG-Metall-Fahnen neben attac, Linkspartei- und anderen Fahnen gut sichtbar waren, habe ich nicht eine einzige Fahne der Grünen gesehen, und auch die SPD glänzte durch Abwesentheit.

Die Medien berichteten über Blockupy am Vortag (31.05.2013). Es ging um Aktionen der „Anti-Kapitalisten“, wie das Etikett lautete, das jedem, der gegen Machtmissbrauch und Verbrechen der Banken und Konzerne in Frankfurt protestierte, aufgepappt wurde.

Nachdem die Stadt Frankfurt und das Land Hessen bereits bei den vorjährigen Blockupy-Aktionen wegen ihres rüden Umgangs und ihrer mit den Grundrechten in Widerspruch stehenden Haltung zum Demonstrationsrecht aufgefallen waren, gab es im Vorfeld der diesjährigen Aktionstage ab dem ersten Tag ein zähes Ringen zwischen den VeranstalterInnen von Linkspartei, attac, verdi und anderen und den Behörden:

Das Verwaltungsgericht musste entscheiden. Und hat entschieden: Ja, es darf natürlich auch im Flughafen demonstriert werden. Ja, es darf natürlich eine Großdemonstration am Samstag an der EZB vorbei stattfinden.

Doch das scherte das Innenministerium und die Polizei einen Dreck! Offen und unverhohlen wurden die Urteile missachtet. Die Demonstrationen am Freitag im Flughafen wurden durch Polizeimacht unterbunden, in der Innenstadt gab es bei kleineren Aktionen jede Menge Polizeireporession.

Und dann kam der Samstag. Und mit ihm die zig Tausenden aus ganz Europa und ganz Deutschland, die sich auf dem Basler Platz versammelten und gemeinsam ihrem Unmut – je nach politischer Gesinnung – über Abzockerei, Umverteilung, kapitalistische Ausbeutung, Bankenrettung und Troika-Diktate zum Ausdruck bringen wollten.

Um 12 Uhr herum setzte sich der Zug in Bewegung. Nur 20 Minuten später und lediglich dreihundert Meter weiter, ging nichts mehr. Die Demonstration stand in einer öden Hochhausschlucht.

Was war passiert? Eine Armada von hochgerüsteten und vermummten Polizeikriegern hatte im ersten Teil der Demonstration den Block der Interventionistischen Linken aus dem Nichts heraus brutal überfallen und eingekesselt. Mit FreundInnen stand ich unmittelbar an der Nahtstelle. Vor mir fünf dichtgedrängte Reihen schwarzer Repressionskräfte. Dahinter der Kessel mit vielen hundert DemonstrantInnen und einem Lautsprecherwagen. Links und rechts vielgeschossige Häuserwände, davor schließlich das Ende der Demonstrationswelt in Form einer massiven Wand von furchterregend mit Helm, Schlagstöcken, Chemiesprayern, Pistolen etc. bewaffneten Hundertschaften.

In einer Art Putsch hatten Innenministerium und Polizeiführung mit einem Gewaltakt die Verfassung gebrochen, die nach Recht und Gesetz gefassten Gerichtsurteile zu Klopapier degradiert und das Grundrecht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit unter klobige Polizeikampfstiefel getreten.

Hinter uns knapp zwanzigtausend DemonstrantInnen. Die etwa zweihundert Streitkräfte, die ohne jeden Grund und ohne jede Rechtsgrundlage mit brutaler Gewalt den Kessel von den zig Tausenden der Rest-Demonstration trennen mussten, waren von ihrer Führung wissentlich in allerhöchste Gefahr gebracht worden. Eine unbedachte Reaktion in der durch Polizeigewalt aufgeheizten Stimmung, der kleinste Ärger hätte eine Katastrophe auslösen können.

Auge in Auge standen wir zwei Stunden wandelnden Kampfmaschinen gegenüber, von denen unter Helm, Schutzvisier und Sturmhaube lediglich ein Augenpaar zu sehen war. Ab und zu ein verunsichertes, hin und wieder ein hilfloses. Zumeist jedoch aggressive, hochmütige, brutale Blicke. Aber: Es geschah nichts. Alles blieb zum Zerreißen gespannt, aber friedlich.

Unterhalb der Augen mächtige Kampfmonturen. Die berüchtigt-hochgefährlichen Tonfa-Schlagstöcke und das lebensbedrohlich Chemiegas griffbereit. An den Händen die als Waffe eingestuften Quarzsandhandschuhe. An den Beinen schwere Kampfstiefel. Zusätzlich an Beinen, Armen, Oberkörper zentimeterdicke Hartplastikschienen, mit denen jeder Schlag schwere Verletzungen auslösen kann. Bürgerkriegssoldaten gegen unbedarfte Bevölkerung in T-Shirts und Freizeitkleidung.

Neben mir und hinter mir Jugendliche, aber auch zahllose Grauhaarige, manche deutlich älter als ich. Männer und Frauen. Wir hätten Eltern und auch Großeltern der vor uns stehenden Kampfmaschinen sein können.

Die Demonstration blieb besonnen. Im Kessel verweigerten die Menschen ihre Festnahme (mit Personalienfestellung und erkennungsdienstlicher Behandlung), die Rest-Demonstration verweigerte die Trennung vom Kessel und die Umleitung auf eine andere Demo-Route. Die DemonstrantInnen ließen sich nicht spalten und beharrten auf der genehmigten Route.

Das passte nicht in den Plan der Verfassungsbrecher. Eskalation und vor allem „Straßenschlacht“ waren gewünscht, um das zuvor von ihnen an die Wand gemalte Szenario zu bestätigen; um friedlich demonstrierende Menschen als „anti-kapitalistische Gewalttäter“ diffamieren und verteufeln zu können; um in den Medien die Bevölkerung abzuschrecken, für ihre Rechte auf die Straße zu gehen.

Doch dann plötzlich. Die friedliche Spannung explodierte. Allerdings nicht durch Hitzköpfe in der Demo, nein durch die Staatsgewalt. Die Kampfgasflaschen wurden gezückt, die Tonfas zum Einsatz gebracht. Wahllos wurde auf Alte und Junge eingedroschen. Ich bekam – glücklicherweise nur gering – Pfefferspray ab. Den weitausholenden Tritt mit dem Kampfstiefel sah ich kommen – allein, in dem Massentumult um mich herum gab es kein Entkommen. Durch die Kleidung hindurch bekam ich einen Stiefelabdruck auf dem Linken Oberschenkel verpasst (12 cm lang, vier cm breit). Auf Nase und Oberkörper wurde ich geschlagen. (Das ärztliche Attest zu allem steht noch aus.)

Meine PartnerInnen und FreundInnen wurden mir gewaltsam und brutal von der Seite gerissen – weg waren sie. Sie berichteten von der gleichen Gewalt, wie ich sie erlebte. Aber auch: Ein junger Polizist brach unter seinem Visier in Tränen aus – er stammelte, „das geht doch nicht, das sind doch alte Menschen“. Ein anderer junger Polizist hat Christiane (meine Frau) gerettet, indem er sie hinter sich riss und so vor dem Chemiegas und den Prügeln seiner geradezu im Gewaltrausch befindlichen KollegInnen – jawohl, jede Menge Frauen waren dabei! -schützte.

Ich drängte mich aus der Kampfgaswolke und der Gewaltorgie in die Grünzone am Straßenrand. Kurz darauf tauchten wie ein Wunder meine FreundInnen auf. Auch sie von Tonfas und Kampfgas verletzt. Wir drängten weiter zum Rand, dorthin, wo auch die Verwundeten sich schleppten oder geschleppt wurden. Junge und Alte. Knallrot entzündete Gesichter, verquollene Augen, Hustenkrämpfe mit Schleimauswurf, unkontrollierte spastische Zuckungen, Zittern von Kopf bis Fuß. Meine Humpelei, die Schlagstock-Prellungen meiner FreundInnen und auch unsere nur gering gereizten Augen, erschienen uns als Bagatellen im Vergleich dazu, was sich vor unseren Augen an Schmerz und Leid abspielte.

Auch dort – etwa acht Meter abseits der Straße – hochgerüstete Kampfkräfte, die auf einer Länge von etwa 150 Metern die Demonstration – wie auch auf der anderen Straßenseite – hermetisch abriegelten und niemanden hindurch ließen. Eine gigantische, am Ende noch offene Kesselbedrohung. Wohlgemerkt zusätzlich zum bereits geschlossenen. Dadurch war es den Zigtausenden u.a. nicht möglich, auszutreten, zu den von der Demoleitung bereitgestellten Dixi-Toiletten oder anderswohin, um z.B. Essen und Trinken zu besorgen, wurden sie nicht durchgelassen.

Meine FreundInnen und ich forderten angesichts der vielen Verletzten in der kleinen Grünanlage und der fehlenden medizinischen Versorgung der Reihe nach etwa ein Dutzend der RepressionssoldatInnen auf, ärztliche Hilfe zu rufen. Keinerlei Reaktion. Kollektiv und noch dazu im Amt unterlassene Hilfeleistung! Aber keine Möglichkeit zur Strafanzeige, denn alle trugen ihre Einsatznummer für uns unsichtbar auf der Rückseite ihrer Monturen. StraftäterInnen mit staatlich geschützter Anonymität.

Überhaupt die Identifikation! Ich habe bei dem Polizisten, der mich vorsätzlich verletzt hat, klar die abfällig und höhnischen blickenden Augen im zentimeterbreiten Sturmhaubenschlitz gesehen, allein die Einsatznummer war auch in diesem Fall für mich uneinsehbar auf seinem Rücken.

Die immer zahlreicher werdenden Verletzten mussten sich selber helfen. In solidarischem Miteinander wurden die Augen mit allen verfügbaren Trinkwasserflaschen gespült. In einem Fall konnte ich beobachten, wie eine junge Polizistin zwei ihrer eigenen Wasserflaschen an die Verletzten weiterreichte. DemonstrantInnen brachten die Opfer weiter nach hinten in sichere aber dennoch links und rechts mit Wasserwerfern und polizeilichen Streitkräften bedrohte Demo-Bereiche, wo sie von ÄrztInnen und Krankenpersonal, die sich unter den DemonstrantInnen befanden und zur Hilfe einfanden, versorgt wurden.

Und dann erneut ein Angriff ohne Vorwarnung. Hinter uns die anhaltende Prügelei der Einsatzkräfte an der Spitze des Demonstrationszuges und auf der anderen Seite der Barriere die Kampfgaswolken in den Kessel hinein. Zu unseren Füßen die Verletzten. Da wurden die Absperrgitter vor uns schlagartig auf etwa fünf Meter geöffnet, und ein frontaler Angriff auf uns, die wir Schutz suchten, geführt. Erneut keinerlei Chance zurückzuweichen oder sonst irgendwohin in Sicherheit zu kommen.

„Ich prügle dir die Birne zu Matsch“ flüsterte der vor mir stehende Robo-Cop klar und deutlich vernehmbar im Adrenalin-Rausch mit gezückter Tonfa. Daneben seine KollegInnen wieder mit den Kampfgas-Geräten im Einsatz. Zu den Verletzten neue Verletzte. Ein weiteres Mal Verantwortungslosigkeit der Polizeiführung gegenüber ihren Untergebenen. Auch hier hätten die brutalen Angriffe der gerade einmal etwa zwei Dutzend in blinde Gewaltattacke geschickten Kräfte gegen Tausende in Mord- und Totschlag enden können.

Doch die Rechnung der Herrschenden ging nicht auf. Von 14 Uhr mittags bis 20 Uhr abends wurde kontinuierlich weiter geprügelt und Unmengen von Kampfgas über die DemonstrantInnen ausgesprayt. Die Flut der Verletzten riss nicht ab. Nichts konnte die Einsatzkräfte stoppen. Nicht die im Kessel befindlichen Bundestagsabgeordnete, nicht die eingekesselten Kinder. Einzeln wurden nacheinander über die vielen Stunden hinweg unter brutaler Gewaltanwendung hunderte von DemonstrantInnen im Kessel festgenommen, der Personalienfestellung und erkennungsdienstlichen Behandlung unterzogen und mit Platzverweisen entlassen. Sie durften nicht mehr an der Demonstration teilnehmen und sich teilweise in ganz Frankfurt nicht mehr aufhalten

Schließlich sogar die gewaltsame Übernahme des im Kessel befindlichen Lautsprecherwagens durch ein Spezialkommando. Offenbar sollte so die Kommunikation mit der Rest-Demonstration – erneut ohne jeden Anlass und ohne jede Rechtsgrundlage – unterbunden werden.

Doch nichts, aber auch nichts!, konnte die Ruhe und Friedlichkeit der Demonstration ins Gegenteil kehren. Tausende harrten bis in die Nacht aus, bis auch der allerletzte aus dem Kessel festgenommen war. Die Blockupy-Demonstration in Frankfurt am 01. Juni 2013 ließ sich nicht spalten. Die von der Staatsgewalt in willkürlicher Repression Festgenommenen wurden zu keiner Zeit alleingelassen. Die den ganzen Tag über andauernden in brutaler Gewalt geführten Angriffe blieben ohne das gewünschte Ergebnis – niemand aus der Demonstration von zig Tausenden tappte in die gestellte Kriminalisierungsfalle.

Offener Verfassungsbruch, unverhohlen offene Degradierung der Justiz durch die Exekutive buchstäblich zu Idioten, bürgerkriegsähnliche Gewalt gegen friedliche Menschen, grundlose Beraubung der Grundrechte: Ein wahrhaft schwarzer Tag in der Geschichte der Bundesrepublik!

Das alles im Schatten der glitzernden Türme der Banken und Konzerne, vor deren Türen sozusagen. Die Herrschenden – auch in Deutschland, denn in der Türkei, in Griechenland, Italien, Spanien, Irland und anderswo zeigen sie es bereits seit langem – haben gezeigt, wozu sie bereits sind: Profit und Kapitalismus, die zusammengeplünderten Vermögen der Ultra-Reichen werden sie mit aller Gewalt – auch unter offenem Verfassungsbruch – schützen. Die auf ihren Rechten und Interessen beharrende Bevölkerung, die für die Verbesserung ihrer Lage eintretenden arbeitenden Menschen werden sie unverhohlen auch mit bürgerkriegsähnlicher Repression bekämpfen.

Dagegen steht die kraftvolle Solidarität der Tausenden in Frankfurt und der Millionen in Europa und der Milliarden in aller Welt. Noch am Nachmittag gingen in mehreren Städten Menschen mit Soli-Demonstrationen mit den Eingekesselten auf die Straße. Herausragend auch die an Schnüren und Seilen befindlichen Körbe, die von AnwohnerInnen auf beiden Seiten des Kessels von Fenstern herab mit Wasser und Lebensmitteln zu den gefangenen Menschen herabgelassen wurden.

Frankfurt hat in aller Deutlichkeit erneut die Richtigkeit dessen bewiesen, was bereits Thomas Müntzer im 16. Jahrhundert in den Deutschen Bauernkriegen feststellte: „Die Herren machen es selber, dass ihnen der arme Mann feind wird!“

Auch mit allergrößter Gewalt und Repression wird sich der wachsende Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Ausbeutung nicht aus der Welt schaffen lassen. Im Jahr 1990 wurde das „Ende der Geschichte“ verkündet, der Kapitalismus entfesselt und zum Heil der Menschheit erklärt. Seit Beginn der 2000er Jahre erleben wir, wie weltweit sich der Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung entwickelt, wächst und wächst. Wer kann die Demonstrationen der letzten 10 Jahre noch zählen?! Wer kann noch überblicken, wo tagtäglich neu der Widerstand aufflammt?! Die Menschen nehmen nicht hin, dass auf Kosten von Milliarden einige wenige Tausend Ultra-Reiche und deren Konzerne die Welt plündern; dass Not und Elend immer weiter um sich greifen und zugleich die Millionäre zu Milliardären werden und die verbrecherischen Konzerne und Banken mit Billionen am Leben gehalten werden. Die Welt nimmt sehr wohl zur Kenntnis, dass die Bundeskanzlerin Merkel dem verbrecherischen Abzocker Hoeneß in London – erneut unverhohlen – freundlich lächelnd die Hand schüttelte. Sie erkennt die Allianz zwischen Kapital und Politik.

Es gilt der Satz der 70er und 80er: Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Ich schreibe und verbreite diese Zeilen, weil die herrschenden Medien die Medien der Herrschenden sind und dort das, was ich als Augenzeuge schmerzlich miterleben musste, falsch oder gar nicht berichtet werden wird. Weil der Lüge die Wahrheit entgegen gestellt werden muss.

Pfefferspray ist ein lebensgefährliches Kampfgas. Friedliche DemonstrantInnen sind keine „Gewaltäter“. Die bei der Demonstration eingesetzte Polizei war eine mit gefährlicher Passiv- und Aktivbewaffnung hochgerüstete Bürgerkriegsarmee. Sie überfiel über Stunden hinweg auf Befehl „von oben“ immer wieder ohne jeden Anlass die friedliche Demonstration und mit ihr Zehntausende von gewaltfrei demonstrierenden BürgerInnen. Den DemonstrantInnen wurden ihre nach Verfassung und Gerichtsbeschluss zustehende Demonstration und ihre ebenfalls nach Verfassung und Gerichtsbeschluss zustehende Demonstrationsroute gewaltsam verweigert. Es gab nicht „mehrere Verletzte“, sondern Hunderte von der Polizei verletzte Menschen. Innenministerium und Polizeiführung brachen ohne Skrupel und öffentlich die Verfassung und die Grundrechte. Bezeichnenderweise unmittelbar vor der Europäischen Zentralbank (EZB). Bereits vor Gericht hatten sie versucht, die Demonstrationsroute zur EZB zu unterbinden. Wie sagt die englische Vereinigung des Hosenbandordens? „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

Showing 36 comments
  • FK

    Grüne verurteilen die Gewalt jedenfalls in der Türkei und nicht bei uns…

    Lieb Vaterland magst ruhig sein.

    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/06/477326/ausschreitungen-in-istanbul-polizisten-werden-zur-rechenschaft-gezogen/

  • Schidah

    Wenn das die Wahrheit ist, die volle Wahrheit, dann gute Nacht Europa!

  • klaus wieland

    es ist immer das selbe
    die versuchen uns mit allen mitteln davon abzuhalten zu denken
    macht bitte weiter,auch wenn der frust noch so groß ist
    irgendwann muß sich doch was ändern
    ich glaube die Empörung wächst zwar langsam immer mehr
    ich für mein teil rede und poste weiter

  • Ursula Hamdan

    Ich bin zornig und traurig darüber was in unserem Land geschieht. Mein Vertrauen in die Politik ist tief erschüttert.

  • mkt9020

    Ich bin fassungslos!
    Nach Syrien und der Türkei geht nun auch in Deutschland die Politik gegen die eigene Bevölkerung los.
    Und die meistn Medien schweigen dazu!!!!!!!!!!

  • Schnakenhascher

    Wenn das so weiter geht, dann wird man wohl sehr bald Einheiten wie „Eurogendfor“ (http://schnakenhascher.square7.ch/wp/?page_id=1431) einsetzen. Deshalb ist es wichtig, daß alles an die Öffentlichkeit gezerrt wird.

  • Ganndalf

    Ich habe es schon vor Jahren im Heise Forum geschrieben: Kommt gestriegelt und geschniegelt im Besten Sonntags-/Businessanzug zu den Demos. Die Polizei wird irritiert sein, steht ihnen doch plötzlich die Obrigkeit gegenüber, ein Draufschlagen würden sie sich zweimal überlegen. Und falls doch geprügelt wird, werden die Bilder davon nur noch mehr Menschen aufmerksam auf die Schieflage machen, sehen sich doch Bevölkerungsgruppen betroffen, die ohne solche Bilder wahrscheinlich nicht glauben würde, das es sie auch treffen kann…

  • max brumberg

    nicht erst seid gerade eben gibt es brutale polizeigewalt gegen Zivilbevölkerung in Deutschland…. castortransporte im Wendland? schon vor vielen jahren wurden dort alte und junge friedlich demonstrierende menschen brutal zusammengeprügelt…

  • Jasmina

    Es muss unbedingt weitergemacht werden! Wir alle sind kein FREIWILD!Gemeinsam schaffen wir alles, denn wir haben ALLE Rechte und nicht nur Pflichten.Zurück zur Menschlichkeit! Wir haben keine Scheuklappen mehr an, noch lassen wir uns welche anlegen.Es ist genug!Was vor allem wichtig ist: friedlich bleiben, nicht provozieren lassen!So viele können DIE nicht verleumden und wenn, dann nicht für immer! Glück, Gerechtigkeit, Sicherheit, Mensdchlichkeit dürfen nicht nur Worte sein! Das LEBEN ist UNSER! OBEN BLEIBEN!!!

  • Angela Wollschläger

    Ich hätte das nicht für möglich gehalten ,dieser Bericht löst Entsetzen bei mir aus!

  • Tyrone

    Lange nicht so viel seltsames gelesen… Grundlose Angriffe von „Kampfmaschinen“ gegen vollkommen wehrlose Kinder und Greise. Ich bitte um Entschuldigung aber mir ist soeben übel geworden von so viel Stimmungsmache und subjektiver Erlebniserzählung. Es ist richtig, dass die oberen 10T der Gesellschaft in übertriebenem Reichtum schwimmen – aber unsere Gesellschaft als versklavt und betrogen darzustellen ist gänzlich unwahr! Auch sollten sich die Demonstrierenden (wie auch jeder andere Bürger) immer vor Augen halten, dass die Freiheit des einen endet wo die des nächsten eingeschränkt wird (Thema Blockaden). Ich bin jung und in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen und bin schockiert darüber wie viele Menschen sich blind von Stimmungsmachern, ewigen Nöglern und Romanautoren fehlleiten lassen.

  • Bellgardt

    Auch ich durfte am Samstag 10 Stunden am Stück Demokratie in Deutschland miterleben.Und Ja ja ja, ganz genauso wie oben beschrieben habe ich es auch erlebt!!! Ab die schmerzhafteste Demütigung war der Tageschaubericht den ich mir am nächsten Tag auf Youtube angesehen habe.Es ging nicht um meine gestohlenen Grundrecht, sondern nur um gewaltbereite Demostranten. Hallo gehts noch war mein erster Gedanke,meine Rechte wurden vergewaltigt und ich bin der Kriminelle?Vielleicht ist doch Hr.Putin der lupenreine Demokrat, und nicht ich?

  • kaktus

    …da kann man schon zum Willi werden, gell

  • Stephan

    Ich bin wütend – über solche Scheinheiligkeit unserer Medien – über Istanbul berichten sie der Länge und Breite nach, über Frankfurt schweigen sie – auch über die Gesetzesbrüche der Regierenden.

    Ich bin entsetzt über solch trottelige Schafe wie diesen Tyrone, die gleichgeschaltet Tatsachenberichte ohne jeden Grund in Zweifel ziehen und die an die gesetzestreue unserer Politiker und der exekutive auch dann wahrscheinlich noch glauben werden, wenn sie selber Opfer solcher illegalen Attacken werden sollten.

  • Kurt Fischer

    Ich sehe im Vorgehen der Polizei einen schweren Angriff auf unser Grundgesetz und den Rechtstaat, soweit er noch existiert. Das war auch kein einmaliger Ausrutscher, wie u.a. der ähnliche Ablauf in Essen zeigt, nein, für mich steckt da System dahinter. Hier sollen kritische Menschen offenbar eingeschüchtert und mit aller Gewalt am offenen Widerstand gehindert werden.

    Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, da wurde zumindest nach außen hin der EIndruck erweckt, als stünde die Polizei erstens auf dem Boden des Grundgesetzes und gehöre zweitens der Exekutive, also den ausführenden Organen, an. Von eigenmächtiger Rechtsauslegung war da nie die Rede und und auch nicht von Gewalt gegen friedliche Menschen.

    Dies scheint sich seit geraumer Zeit zu ändern, schleichend, aber unübersehbar. Der Schritt zum Faschismus und zu einer offenen Diktatur ist heute sehr viel kleiner als manche noch glauben (wollen).

    Meine Hochachtung und mein Dank an alle Demonstranten, die sich nicht provozieren ließen und friedlich blieben, und so den leicht durchschaubaren Plan der Drahtzieher im Hintergrund vereiteln konnten. Mit Gewalt kann diese Gruppe sehr gut umgehen, darauf warten sie nur, um dann die Berechtigung zu haben, umso stärker „zurückschlagen“ zu können.

    Mit friedlichem, aber konsequentem Widerstand dagegen haben sie ihre Probleme, da sie dagegen nur angehen können, indem sie sich ins Unrecht setzen. Und dank Internet lassen sich solche Vorfälle heute nicht mehr geheimhalten oder oder unauffällig unter den Teppich kehren.

    Nichts ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Sie lässt sich dann auch nicht durch den EInsatz von Schlagstöcken und Tränengas aufhalten, im Gegenteil.

  • courios

    Unsere Feudalherren werden schön langsam nervös!
    Der Pöbel wird aufmüpfig und stellt Fragen!
    Sehr, sehr unbequem!

  • Jochen Wiegner

    Wenn man gesehen und gehört hat, was der „schwarze Block“ da so alles veranstaltet hat, auch im Vorfeld, damit es genau zu den Reaktionen kommt, zu denen es gekommen ist, dann kann man, mit Verlaub, nur das kalte Kotzen kriegen!!!

    Sorry – aber die Provokation lag allein auf Seiten der Demonstranten – sicherlich waren nicht alle involviert – aber zu wenige haben sich von den Krawallmachern, auch räumlich, distanziert!!!

    Das allerdings unsere unterbelichteten Politiker auf derartig alte und alberne Tricks hereinfallen, lässt ebenfalls sehr tief blicken.

    Leid tun mir die Polizeibeamten, auf deren Rücken unsere „Oberen“ so etwas austragen lassen!

  • Holdger Platta

    Lieber Tyrone,

    ich kann schon nachvollziehen, daß Du einem jeden von uns ‚objektive‘ Berichte abverlangst. Aber ist das nicht zu viel verlangt – womöglich sogar unmenschlich, weil es Übermenschliches fordert von Menschen, die soeben zutiefst Unmenschliches erleben mußten (Dir ist ja alleine, schreibst Du, vom L e s e n des Berichtes übel geworden)? Schon da fällt mir schwer, Deinem Kommentar zuzustimmen.

    Doch eine zweite Frage noch:

    Du schreibst, daß die Freiheit des einen endet, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt würde. Ich stimme Dir im Prinzip zu. Nur: wo hatte wer wie zu jenem Zeitpunkt, als die Freiheit der Demonstranten zunichtegemacht wurde, eine(r) dieser Demonstranten die Freiheit irgendeines anderen Mitmenschen „eingeschränkt“? Tja, und legitimiert polizeiliche ‚Verhinderung‘ dieser – nichtexistenten! – „Einschränkung“ der Freiheitsrechte anderer gleich Prügelstrafen ohne Gerichtsurteil, Brutalitäten dieses Ausmaßes, weil man was von ‚Vermummung‘ rumfantasiert – gemeint waren unter anderem Sonnenbrillen! – und ‚Passivwaffen‘ – gemeint waren unter anderem Schutzhelme? Sonnenbrillen und Schutzhelme rechtfertigen Sadismus??? Dies die Menschlichkeitsfrage an Dich. Und die andere:

    Du weißt, worum (wofür und wogegen) es bei dieser Demonstration ging (richtiger: gehen sollte – denn die Demo fand ja nur 1 km weit statt, dann war Demokratie an diesem Tage in Frankfurt polizeilich abgeschafft)? Darum, daß im Namen einer unmenschlichen Politik – vornehm ausgedrückt „Neoliberalismus“, noch mehr vernebelt „Sparpolitik“ – zig Millionen von Menschen in größtes Unglück und materielles Elend getrieben worden sind. Kurz: daß es um eine Demonstration gegen Menschen und Verhältnisse ging, die von der Freiheit anderer Menschen gar nichts mehr wissen will und sogar der allerletzte Lebensgrundlagen zerstört. Dies weißt Du (ja, weißt Du es?), und bezeichnest das in Deinem Kommentar als „Blindheit“, „Stimmungsmache“? Und behauptest, Du stelltest Dich auf die Seite der Freiheit? Geht Dir da nicht selber ein geradezu tödlicher Irrtum auf?

    Ich finde sehr gut, daß Du Dich hier geäußert hast und äußern kannst. Doch was Du geäußert hast, findet meine Zustimmung nicht. Bitte antworte, mit Argumenten und Belegen. Auch ich bin bereit, mit Belegen und Argumenten darauf einzugehen.

    Versprochen.

  • Mi Cha

    Lieber Herr Wecker, ich war als Journalist in und um den Kessel. Helfen Sie bitte mit all Ihrer Kraft. Bin total unterzuckert und schockiert was ich miterleben mußte. Die Tagesschau hat trotz heutiger Pressekonferenz seitems der Polizei und des Innenministers gar nichts gezeigt und verweist,wenn Sie Kommentare zu Blockupy schreiben auf die Netiquette und löscht! Ich hatte lediglich angemahnt doch wenigstens etwas zeigen zu müssen – einfach gelöscht! Weg!
    Ich hoffe das kostet mich nicht den Job, aber mein Herz schreit danach diese Schande aufzudecken!!!

  • frank

    Der Einsatz von Kampfgaz gegen friedliche Demonstranten vor dem jüdischen Museum ist auch grenzwürdig…

  • Stardust

    Liebe Mitstreiter (außer Tyrone, der erst noch aufwachen muss),

    Ich habe am Samstag und Sonntag sehr bewusst unser Propaganda-Medien verfolgt. Da wurde Frankfurt zum großen Teil komplett nicht erwähnt. Da wurde ein perfekter Medien-Blackout praktiziert. Das ganze ging für die Massen nahezu unsichtbar über die Bühne. Bei S21 ist ja wenigstens noch etwas zum Volk durchgedrungen. Das erschreckt mich hierbei am meisten. Die Verbrecher können bei hellstem Tageslicht das Volk kaputt prügeln und keine Sau bekommt es mit.

    Daher…. Ganz wichtig ab jetzt:
    Einrichten von Arbeitsgruppen, welche das Geschehnis neutral dokumentieren. Das ganze muss amtliche Qualität haben, aber trotzdem authentisch sein. Ebenso muss sämtliches Video-Material gesammelt, gesichtet werden. Aus den gesammelten Informationen sind Infopakete zu Schnüren, welche an die noch freien Medien auf diesem Planeten geschickt werden. Hier ist internationale Publikation zwingend notwendig, damit das wahre Gesicht des hiesigen Regimes deutlich wird.

    Eine weitere Arbeitsgruppe muss ermitteln, wer die Befehle für die rechtswidrigen Angriffe gegeben hat. So eine schwerbewaffnete Kampftruppe setzt sich nicht aus einer Bierlaune heraus in Bewegung. Da muss es Befehle von ganz weit oben gegeben haben. Und da lasse ich ein Bauernopfer in Form eines Einsatzleiters oder gar Polizeipräsidenten nicht gelten. Der Befehl kam von noch weiter oben.

    Es wäre auch interessant zu prüfen, ob gewisse Aktionen wie zb Verweigerung von Hilfe oder Behinderung von Sanitätern nach internationalem Recht sanktionierter sind. entsprechende Klagen sollten angestrengt werden. Auch hier sind entsprechende Dokumentationen der Geschehnisse zwingend notwendig.

    Für zukünftige Demonstrationen sollte man sogenannte Menschenrechtsbeobachter ausbilden, die sich in rechtlichen Dingen und internationalen Standards auskennen. Es muss doch genug UN-Veteranen und sonstige erfahrene Leute im Ruhestand geben, auch hier in Deutschland.

    Sehr gut finde ich, dass trotz der vielen Opfer die Demonstranten friedlich geblieben sind. Denen gebührt mein allerhöchster Respekt.
    Wir dürfen nun nicht aufhören, regelmäßig auf die Strassen zu gehen. Das Regime kann uns nicht alle verhaften oder niederknüppeln. Je mehr wir sind, die friedlich und in Massen demonstrieren, je mächtiger sind wir.

    Wir sind das Volk, wir sind die 99%.
    Ohne uns gibt es für die 1% kein Spiel mehr. Deshalb können auch nur wir das Spiel beenden.

    In diesem Sinne…. Oben bleiben….
    Stardust

  • Claudia Gabrian

    Ich war auch von Anfang dabei an jenem 1.Juni , also von 11 Uhr Baseler Platz bis Mitternacht Ffm -Hauptbahnhof), 13 Stunden für 500 m, das hatte ich so noch nicht. Ich war zwar nicht im „Frankfurter Kessel“, aber mit meinen Freunden als kleiner Bezugsgruppe beim Gewerkschaftswagen. Ähnlich wie es vielleicht anderen ging, war es meine x-te „Latsch-Demo“, so dachte ich, und die Blockupydemo von letztem Jahr ließ mich auf eine bunte, laute und friedliche Demo hoffen. Nun kam es sehr viel anders, dass es sowas für mich nach ca. 40 Jahren Demoerfahrung überhaupt noch gibt(!), und ich bin froh, dass so Viele bis zum Schluss ( bis Mitternacht) geblieben sind. Ich bilde mir ein, dass wir, die wir am Ende immerhin noch ca. 2500 Leute waren, die Eingekesselten mit unserer Anwesenheit „geschützt“ haben und auch die Medien anders berichten „mussten“ als sonst. Manchmal ist eben einfach Präsenz unheimlich wichtig, und deswegen werde ich auch weiterhin auf Demos „latschen“, weiterhin in der Hoffnung auf Veränderung der Verhältnisse, weiterhin als Maßnahme gegen die eigene , manchmal recht heftige „Was-solls“ Resignation und Sattheit. So viele junge Menschen, so viele aus den „alten“ Bewegungen“, was haben wir nicht alles schon erlebt in Brokdorf, an der Startbahn West, in der Friedensbewegung. Was ich gelernt habe rund um Blockupy 2013 ist: wir haben uns nicht auseinanderdividieren lassen, und ich habe Hochachtung und Respekt vor allen Eingekesselten , die sich durch dieses massive Polizeiaufgebot und Handeln nicht haben provozieren lassen oder gar ausgerastet sind, was ich verstanden hätte! Auf der Abschlusskundgebung in der Nacht haben wir uns „versprochen“, nächstes Jahr wiederzukommen, und zwar mit doppelt, besser dreimal so viel Leuten! Seid ihr dabei? Wie hat Stephan Hessel gesagt: Neues schaffen heißt Widerstand leisten, Widerstand leisten, heißt Neues schaffen!

  • Christiane

    Eine Sauerei ist das und eine Schande für unsere Demokratie…

  • horst

    Pressemitteilung des DGB-Frankfurt:

    Frankfurt am Main ist eine demokratische, liberale und weltoffene Stadt.
    Dies, so Harald Fiedler, Vorsitzender des DGB Stadtverbandes Frankfurt am Main, bekommen wir bei jeder Gelegenheit von offizieller Seite zu hören.
    Ob im vergangenen Jahr oder am letzten Wochenende, hat sich die Stadt Frankfurt aber weder weltoffen, liberal noch demokratisch gezeigt.

    Nicht nur, dass Gerichtsentscheidungen das Demokratiedefizit der Verantwortlichen der Stadt Frankfurt korrigieren mussten, selbst diese Korrektur wurde spätestens durch den Polizeieinsatz der politisch zu verantworten ist, konterkariert. Wer das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit, so wie am Wochenende geschehen, einengt, der, so Fiedler, darf sich nicht wundern, dass immer mehr Menschen gegen die Willkür von Banken und Herrschenden und deren Politik aufstehen und bei der nächsten Blockupy Demonstration dabei sind. Der DGB, so Fiedler, wird dies in seinen eigenen Reihen bewerten.

    „Schwarze Block“ in Aktion ….. SEHT SELBST –

    https://www.youtube.com/watch?v=o-FZHHAro-s

  • Sundaro

    Unglaublich, wie „unsere“ Medien sich verhalten! Gestern Abend: sowohl ZDF (Heute Journal 21:45) als auch ARD (Tagesthemen 22:15) berichteten ausführlichst (ARD sogar mit Kommentar!) von den unmöglichen Übergriffen durch die Polizei – in der TÜRKEI! Aus Frankfurt – nur Börsennachrichten! Klarer geht’s nicht! Auf den Dreck in Nachbars Garten zeigen, damit niemand den eigenen Müll sieht! Ekelhaft!!!

  • Astrid Scheldt

    Danke für deinen Bericht – dass ich am Samstag ziemlich weit hinten in der Demo war-es war ein Zufall, und jedem, der da war, ist jetzt klar, dass Polizeirepression jeden bedroht, der sein Recht zur Demonstrationsfreiheit wahrnimmt. Und auch mit diesem Bericht wächst die Wut…“Bullen raus!“ Rufe auf einer Demo waren für mich bis zu diesem Tag übertriebene Wutausbrüche…und auch die Solidarität vieler Menschen in meinem Umfeld tut sich schwer oder sie schweigen vor lauter Betroffenheit. ABER: wir dürfen nicht schweigen, WIR müssen es allen weitererzählen. Dir, lieber Berichterstatter, gute Besserung, herzliche Grüße -für eine freie, friedlichere Zukunft!

  • Blubb

    Danke Tyrone…
    …und selbst wenn hier irgendetwas der Wahrheit entspricht (auch diese Seite muss sich anzweifeln lassen, genauso, wie die vielgescholtenen Medien), wieso muss man das alles in einem so grausigen Links-Sprech forumlieren? Kann man denn Berichte nicht auch ohne emotional-aufgepumptes Links-Gutmenschen-Deutsch formulieren? Ich persönlich würde dem Bericht dann viel mehr Glauben schenken und anfangen, zu recherchieren, ob das hier Getippte auch nur ansatzweise der Wahrheit entspricht.

    So ist das (um mal einfach zu verallgemeinern wie alle hier Anwesenden) nicht nur für mich nix weiter als linke Bildzeitung.

  • Tyrone

    Vielen Dank an die konstruktive Kritik von z. B. Holdger P. und das Angebot zum Dialog – ich komme gerne, hoffentlich zeitnah, darauf zurück.
    Weiter vielen Dank an Stephan für den Kommentar bezgl. trotteliger Schafe – diese Art von Sachlichkeit überzeugt! Daumen HOCH!
    Und zu Stardust kann ich nur sagen – ich bin hellwach aber kann alleine den Grund der Demonstration nicht richtig nachvollziehen.

    Ich denke es ist eine Tatsache, dass bei dem Einsatz friedliche Bürger zu schaden gekommen sind die auf die Straße gingen um ihre Meinung (der ich definitiv nicht zustimmen kann) zu Kapitalismus, Sparmaßnahmen, etc. vertraten. Jedoch jegliche Schuld auf die Einsatzkräfte zu schieben scheint absurd. Es gibt viele Demonstrationen die vollkommen friedlich, auch in Gegenwart von Einsatzkräften, verlaufen solange gewaltbereite Autonome/Linksradikale (die für den Frieden und die Demokratie genauso eine Gefahr sind wie alle anderen Radikalen) fern bleiben.

    Leider ist hier weder genug Platz noch Zeit um dieses brisante Thema im Detail zu erörtern. Demonstrationsfreiheit ist wichtig genau wie Versammlungsrecht etc. Aber ich kann „Blubb“ nur zustimmen – der Bericht klingt nach Bildzeitung und hat wenig Wert in dieser Form!

  • Eckhard Schäfer

    Ich sehe ab und zu auf dieser webseite vorbei, um einen anderen Blick auf die Ereignisse der Zeit zu haben.
    An diesem Wochenende war ich mit etwas ganz anderem beschäftigt, nämlich singen im Chor, und hätte ohne die hier veröffentlichten Berichte und Kommentare kaum etwas von den Ereignissen in Frankfurt/M erfahren.
    Insbesondere Danke für Ihren Bericht.
    Danke für seine Differenziertheit.
    Er entspricht dem Eindruck, den ich bei weitaus lapidareren Demonstrationen hier in Berlin von der aufmarschierten Polizeitruppe hatte: eine Art Halbsoldaten.
    Ich wünsche uns allen viel Mut für das, was kommen kann.

  • Greg
  • Clas Lehmann

    Moin Greg,

    dies Blue TV ist doch nun offensichtlich ein rechtsradikaler Verein, der bei Polizisten um Stimmen und Zustimmung wirbt. Abgesehen von dem Böller und natürlich den Beamten sehe ich da nichts gewalttätiges, und ich würde nicht ausschließen, dass der von Provokateuren geworfen wurde. In Stuttgart gab es das, und da war es gut belegt. Wer den hier geworfen hat, sehe ich auf dem Video nicht.

    200 verletzte Demonstranten und ein verletzter Polizeibeamter deuten auf Gewalttätigkeit der Beamten hin.

    Gruß Clas

  • Holdger Platta

    Lieber Blubb,

    Du mahnst eine sachliche Sprache an und bezeichnest den Stil, in dem Alexander Köhler-Schnura seinen Bericht abgefaßt hat, als „grausigen Links-Sprech“ sowie „aufgepumptes Links-Gutmenschen-Deutsch“. Diese Kritik träfe selbst dann zu, wenn „irgendetwas“ in den Schilderungen „der Wahrheit“ entspräche. Woran Du offenkundig zweifelst.

    Auch Dir stimme ich – wie vorher Tyrone – im Prinzip zu: „Sachlichkeit“ ist emotionaler Übertreibung stets vorzuziehen. Aber wie verhält es sich, wenn zur „Sachlichkeit“ aus „sachlichen“ Gründen zählt, „sachlich“ zutreffend die tatsächlichen Geschehnisse wiederzugeben? Und wenn zur „Sache“ zählt, daß einer Zeuge brutalster Verhaltensweisen geworden ist? Darf von „Brutalität“ selbst dann nicht die Rede sein, muß man von der „Brutalität“ schweigen, auch wenn der Begriff präzise benennt, was tatsächlich passiert ist und was durchaus präzise wahrnehmbar war bei vielen Polizisten? Gehört zu Deinem „Sachlichkeits“-Verständnis also das Benennungsverbot für alles, was der inhumanen Dimension der beobachteten Gwalttaten entspricht? „Sachlichkeit“ wäre nur ein anderer Begriff für „Beschönigung“ oder „Verschweigen“?

    Mittlerweile häufen sich Berichte – auch im Internet – von AugenzeugInnen wie JournalistInnen. Sie bestätigen, was Alexander Köhler-Schnura geschrieben hat, und zeigen: Alxander Kähler-Schnura hat ohne Übertreibungen berichtet, er hat sachlich zutreffend – im ungeschmälerten Wortsinn – berichtet, und er hat das sogar mit enormer Differenzierung getan. Was ich damit meine? Nun, lies nochmal nach! Gutes, humanes Verhalten auf Seiten der Polizei hat der Autor genauso präzise festgehalten wie das Gegenteil, mehrfach sogar (Differenzierung, von der man bei „Bild“ nur träumen kann!). Schon diese Gleichsetzung geht also fehl.

    Doch was ist mit Deinen anderen Rügen?

    Du schreibst von „Links-Sprech“. Nun, auch ich kenne linken Jargon, die obligate Theoriesprache halt. Doch wo findet sich derlei im Demonstrationsbericht? Könntest Du für uns alle nachdefinieren – mit den entsprechenden Belegstellen -, was für Dich „Links-Sprech“ ist? Ich, wie gesagt, werde nicht fündig.

    Und dann die Abwertungsvokabel „Gutmenschen-Deutsch“. Ja, wäre Dir ein „Böse-Menschen-Deutsch“ lieber? Was ist „Gutmenschen-Deutsch“? Ein Deutsch, das die humane oder inhumane Dimension von Tatsachen zur Sprache bringt? Willst Du also – neben den emotionalen Aspekten – gleich auch noch die ethische Dimension gesellschaftlicher Ereignisse unter Benennungsverbot stellen? Und wer sich diesem Benennungsverboen nicht fügt, wer Menschenrechts- und Grundrechtsfragen stellt, wer zu klaren Urteilen in dieser Hinsicht kommt und zu schreiben wagt, was Verstöße gegen diese Menschen- und Grundrechte emotional bei den betroffenen Opfern anrichten und welchen emotionalen Antrieben sich diese Brutalitäten verdanken, der ist für Dich deswegen unglaubwürdig und kommt Deinen „Sachlichkeits“-Erwartungen nicht nach? Welch ein menschenfernes Verständnis von „Sachlichkeit“ wäre das: eine „Sachlichkeit“, die von allen menschlichen Aspekten absieht – und das bei Geschehnissen, die zwischen Menschen passiert sind!

    Ehrlich gesagt: für mich wirft Dein Verschieben der Auseinandersetzung mit dem, was am vergangenen Samstag in Frankfurt passiert ist, mit tatsächlichen Geschehnissen also, auf pauschal-delegitimierende Stilkritik erhebliche Fragen auf. Man könnte den Eindruck gewinnen, Verstöße gegen Dein merkwürdiges „Sachlichkeits“-Ideal, das alles Emotionale und Ethische ausklammert, diese angeblichen Stil-Verstöße wären für Dich wichtiger als Verstöße gegen grundlegende Gebote der Menschlichkeit.

    Aber vielleicht weißt Du ja Antworten darauf, und Du teilst uns diese Antworten mit? Wie gesagt: nachvollziehbar, belegt und begründet. Und wichtiger noch: wir erfahren dabei auch einiges über Dein Verständnis von Humanität und humanem Schreibstil.

    Mit einem Herunterrügen eines Artikels ohne Nachweis und Argument ist es jedenfalls nicht getan. Oder siehst Du das anders?

  • barbara bruch

    ich habe vor 2 jahren in und um die gorlebener blockaden erlebt, wie jede aktion der polizei, menschen im gewaltfreien widerstand von den besetzten gleisen abzutransportieren, von jornalisten und eigenen fotografen dokumentiert wurde. es kam kaum zu übergriffen der polizei, die permanent gefilmt wurde. bei zukünftigen demonstrationen sollte jede(r) seine kamera oder sein handy dabei haben. die berichtertattung wird glaubwürdiger und rettet viele vor bestrafungen in absurden prozessen.
    ich war ebenfalls geschockt, denn auch ich habe nur bagatellen in den nachrichten über frankfurt gehört—

  • Monika Kindler

    Diese Veröffentlichung ist wichtig, ein Dokument. Ein Kommentator sagte ja, dass man das einreichen sollte zur Bearbeitung und ich meine, zur Belehrung der Polizei!
    „Ein junger Polizist brauch unter seinem Viesier in Tränen aus – er stammelte, „das geht doch nicht, das sind doch alte Menschen“. Ein anderer junger Polizist hat Christiane (meine Frau) gerettet, indem er sie hinter sich riss und so vor dem Chemiegas und den Prügeln seiner geradezu im Gewaltrausch befindlichen KollegInnen – jawohl, jede Menge Frauen waren dabei! – schützte.“
    Das ist für mich Zivil-Courage der Polizei, was man hoch halten sollte. Es liegt immer an den Personen, wer brutal mit-macht oder genauer hinschaut. Wir brauchen „eine Kultur des Hinschauens“ (Zitat Charlotte Knobloch), eine Kultur der Gabe der Unterscheidung, die ich in der Kirche gelernt habe (auch wenn das vielleicht nicht hierher passt, so ist es doch eine Realität.) Jeder Mensch ist ein Unikat, jeden Menschen sollte man differenziert anschauen und wahrnehmen, und nicht urteilen, vor allen Dingen nicht vorschnell! Jeder hat Begabungen, und natürlich Schwächen, die andere vielleicht ausgleichen und ergänzen können (wie oben beschrieben bei der Zivil-Courage).
    Wie gesagt, danke für die Veröffentlichung dieser Beschreibung, die einem hautnah geht! !

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