Altersarmut – eine Betroffene berichtet

WartezoneArmut ist ein hässliches Wort, aber es bleibt noch immer sehr im Allgemeinen. Wie fühlt es sich an, wenn Schuhe kaputt sind, man sich die Reparatur aber nicht leisten kann? Wenn Verwandte erkranken, Hartz IV aber nur eine Fahrt ins Krankenhaus pro Monat erlaubt? Wenn man sich fragen muss, ob man lieber das Internet abbestellt oder auf die Mitgliedschaft in der Leihbücherei verzichtet? Altersarmut ist eine verschärfte Form der Armut, weil sie mit Perspektivlosigkeit einhergeht. Die Aufforderung „Such dir doch einen Job“ (schon für manche Junge und Gesunde ist das schwer) wird bei Älteren vollends zum Hohn. Nur politisch kann den Betroffenen geholfen werden. Ellen Diederich berichtet aus eigener Erfahrung.

Immer häufiger begegnet mir in meinem Umfeld, gerade auch von wohlmeinenden, sich selber als gut informierte Menschen begreifend, Unachtsamkeit in der Wahrnehmung der Situation armer Menschen, oberflächliche Stellungnahmen.

Ich habe es satt, mich entschuldigen zu müssen, dass ich dieses oder jenes nicht machen kann. Ich kann auch nicht einfach darüber berichten, weil es bei den anderen immer so ankommt, ich will etwas von ihnen.

Ich will auch meine Interessen nicht in erster Linie von den „wissenschaftlichen Fachleuten“ vertreten sehen. Wir sind die Fachleute, wir, die wir in der Situation sind!

Besonders verletzend sind Fragen und Bemerkungen von FreundInnen, die sich einfach nicht in unsere Lage hineindenken können. M. fragt mich, ob ich zu einer Ausstellungseröffnung im Haus der Frauengeschichte nach Bonn komme. Ich brauchte Hilfe in einigen computertechnischen Fragen, K. sagt mir, in Düsseldorf gibt es solche Kurse, ich werde gefragt, ob ich mit zu occupy Aktionen nach Frankfurt kommen möchte. Solche Fahrtkosten, Eintrittspreise kann ich mir nicht leisten.

Was heißt Altersarmut? Was heißt Ausschluss aus dem sozialen und kulturellen Leben?

Ausschluss heißt: Keine Möglichkeit der Teilnahme an Aktionen, weil ich mir das Fahrgeld nicht leisten kann, keine Bücher, keine Musik CDs mehr kaufen zu können, kein Kinobesuch, keine Zeitung, kein Fotografieren mehr. Keine Möglichkeit, Wohnungs- oder Haushaltsgerätereparaturen vornehmen zu können. Kleidung war mir nie wichtig, ist aber manchmal notwendig. Mein Wintermantel ist 19 Jahre alt, das letzte Paar Schuhe habe ich vor 7 Jahren gekauft.

Es gibt Brutalitäten, die im Wortsinn herzzerreißend sind: Für Transport sind monatlich 24.05 € vorgesehen. Meine Mutter, sie ist 92 Jahre alt, todkrank, lebt in einem Altenheim in Dortmund. Eine Fahrt dort hin mit Bus und Bahn von Oberhausen aus kostet 21 €.
Einmal im Monat also kann ich mir einen Besuch leisten – oder muss das Geld vom Essensbudget, von den Ausgaben für Kommunikation abzweigen.

Ich bin mein ganzes Leben lang politisch sehr aktiv gewesen. Altersarmut heißt, nicht mehr zu politischen Aktionen und Veranstaltungen gehen zu können. Am nächsten Sonnabend ist ein Treffen in Bonn, 30 Jahre nach der großen Kundgebung der Friedensbewegung im Hofgarten. Ich habe damals und bis heute unendlich viele Aktionen, auch diese in Bonn mitorganisiert. Eine Fahrkarte nach Bonn und die Gebühr von 20 € kann ich mir nicht leisten.

Ich hätte sehr viel beizutragen zu diesem Treffen, da ich nicht aufgegeben, Fotoausstellungen, Dia-Schauen und Vorträge gemacht habe über Friedensaktionen, über Palästina/Israel, über Gewaltbereitschaft, die Friedensnobelpreisträgerinnen, die Weltfrauenkonferenzen in Nairobi und Peking, das Friedenszelt. das wir dort organisiert hatten als einen Ort, an dem Frauen aus so genannten Feindesländern in den Dialog kommen konnten, über das Atomtestgebiet in Nevada, über die Zapatisten in Mexiko, über Globalisierung und die Auswirkungen auf Krieg und Frieden usw.
Ich habe eine große Sammlung von kunstvoll gearbeiteten Bannern zu den verschiedenen Fragen des Friedens zusammengetragen. Banner zu Petra Kelly und Bertha von Suttner, zum Staatsterrorismus, zu Palästina/Israel, zu Star Wars usw.

Die Teilnahme kann ich mir nicht leisten.

Die Armutsrealität aber zwingt mich in die Knie, Sie ist begleitet von Krankheiten, Schlaflosigkeit, wachsendes Unbehagen, sich mitzuteilen.

Um Hartz IV und Grundsicherung aus der Abstraktion herauszuholen,
hier einige Konkretisierungen:

Was den Armen zu wünschen wäre
Für eine bessere Zukunft?
Nur dass sie im Kampf gegen die Reichen
So unbeirrt sein sollen
So findig
Und so beständig wie die Reichen im Kampf
Gegen die Armen sind.

Erich Fried

BERECHNUNGEN FÜR DEN LEBENSUNTERHALT DURCH DIE ADMINISTRATION
FÜR MENSCHEN, DIE VON HARTZ IV ODER VON GRUNDSICHERUNG LEBEN MÜSSEN

Im alten Sozialhilfegesetz hieß es: „Sozialhilfe soll ein Leben in Würde ermöglichen.“ Das Wort „Würde“ ist im neuen Gesetz gestrichen. Bei der alten Sozialhilfe gab es einmalige Beihilfen zum Lebensunterhalt: Anschaffungs- und Reparaturkosten für Haushaltsgeräte, Bekleidungsbeihilfen, Schulbücher, Zahnbehandlungen.

Wie sieht es heute aus?

„Grundlage (für die Regelsätze) sind die tatsächlich statistisch ermittelten Verbrauchsausgaben von Haushalten in unteren Einkommensgruppen.“
§ 28 Absatz 3 des SGB XII

Um die Armut ein Stück weit aus der Abstraktion herauszulösen, hier die konkreten Auflistungen des Hartz IV Satzes:

Monatliches Hartz IV Einkommen 100% für 2013 385 €

Davon können nach den Berechnungen der Statistik ausgegeben werden für:

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 135.63 €

Das sind 4.52 € pro Tag
Dieser Teil des Budgets wird von den Betroffenen
notwendigerweise gekürzt, wenn die Beträge für andere Teile,
Telefon, Strom, Wasser usw. nicht ausreichen. Das ist der Normalfall.

Alkoholische Getränke, Zigaretten 0,00 €

Bekleidung und Schuhe 32.09 €

Mein Wintermantel ist 19 Jahre alt.

Von dem Budget für Schuhe: 6.15 €
Die letzten Schuhe habe ich mir vor 7 Jahren gekauft.
Von dem Budget für Schuhreparatur: 0.69 €
Eine Schuhreparatur (Sohle und Absätze kostet um die 20 €)
Schuhe dürfen also nur alle 2 Jahre kaputt gehen.

Wohnung: Wasser, Strom, Brennstoffe 31.92 €

Das ist leider (k)ein Witz!

Einrichtungsgegenstände für den Haushalt 28.95 €

Gesundheitspflege 16.41 €

Hygieneartikel, Zahncreme, Seife, Toilettenpapier
Rezeptfreie Arzneimittel
Durchfall kann man sich nicht mehr leisten, Monatsbinden auch nicht

Verkehr 24.05 €

Eine Fahrt zum Arbeitsamt kostet 4 €
Eine Fahrt ins Altenheim nach Dortmund zu meiner todkranken
Mutter kostet 21.oo €

Nachrichtenübermittlung 33.74 €

Telefon, Radio/Fernsehen, Computer
Die rote Linie ist schnell überschritten, Zeitung, Telefon
und Internet werden zu Luxusgegenständen

Freizeit, Unterhaltung, Kultur 42.45 €

„Nicht mehr geschützt für Erwerbslose sind Gegenstände,
die zur Befriedigung, geistiger, kultureller und wissenschaft-
licher Bedürfnisse dienen. Bücher und Schallplatten z.B.“
Vorschlag von Seiten der Administration: Bücher verkaufen!
Vielleicht sollte man Erwerbslosen, Grundsicherungsabhängigen
die Fernsehprogramme steuern, nur noch die privaten mit ihren
Verdummungsprogrammen zeigen?

Bildungswesen 1.47 €
Was kostet ein Buch, ein Kurs bei der VHS?

(Für Kinder von 6–14 Jahren ist für Bildung vorgesehen) 1.23 €

Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 7.56 €

Ein Eis und einen Kaffee im Monat

Andere Waren- und Dienstleistungen 27.98 €

Davon Renovierung und Instandhaltung der Wohnung 1.69 €
Für 60 qm braucht man ca. 800 € man spart also 40 Jahre
Kostet die Reparatur eines Haushaltsgerätes 0.72 €
Etwa 80 €, muß man 11 Jahre sparen
Anschaffung von Radio und Fernsehen 2.48 €
Für ein Gerät von 300 € müsste man 11 Jahre sparen

Hartz IV
Nimmt man die römische IV als Buchstaben, so heißt Hartz IV abgekürzt HIV.
Es gibt durchaus Parallelen mit Aids – HIV positiv – und Hartz IV: Ausgrenzung, keine Zukunftsperspektiven, Verweigerung von Heilung, von bezahlbaren Lösungen.

„Hartz IV heißt die neue Krankheit, die sich am dem 1. Januar 2005 epidemieartig bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ausbreitet: Ursache: Soziale Ungerechtigkeit, Symptom: Armut.“
Gabriele Gillen, Hartz IV

„Und was ist denn Hartz IV? Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität. Wir brauchen ein Recht auf Einkommen. Ein Recht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen.“
Götz W. Werner (dm-Märkte), „Ein Grund für die Zukunft: Das Grundeinkommen“, rückseitiges Deckblatt

Ellen Diederich, Lothringer Str. 64 – 46045 Oberhausen
Tel. 0208/853607, email: Friedensa@aol.com

Showing 32 comments
  • waltraud

    Hätte mir in meiner Jugend jemand erzählt, dass es in meinem Land einmal so zugehen würde, ich hätte es nie und nimmer für möglich gehalten. Man könnte nur noch weinen über das, was ein System mit dem Denken und Fühlen, mit den Herzen der Menschen anzurichten vermag.

  • Volker

    Sie greifen in Ihrem Beitrag eine entscheidende Alltagsrealität auf, wenn Sie darüber berichten, dass Armut nicht kommuniziert werden kann und sich die Menschen im eigenen sozialen Umfeld von den Betroffenen sogar abwenden. Ich kenne dies aus eigener Erfahrung.
    Das sogenannte Existenzminimum ist ein Hohn, es sichert nicht einmal mehr die Grundbedürfnisse eines sozialen Lebens. Im Gegenteil: durch Hartz IV/Grundsicherung werden Menschen in eine gesellschaftliche Isolation getrieben, was einer Verweigerung ihrer Würde gleichkommt.

  • Holdger Platta

    Leider kann ich hier zeitbedingt nur einen Punkt kurz aufgreifen aus Deinem Bericht, liebe Ellen (der hoffentlich vielen Unbetroffenen einen Eindruck verschafft, wie in diesem Land seit längerem die Menschenwürde mit Füßen getreten wird und – was wichtiger ist! – Menschen diese Tritte abbekommen).

    Du schreibst unter anderem, daß der Betrag, der im Regelsatz für Verkehrsnutzung vorgesehen ist, nicht einmal reicht, Deine todkranke Mutter regelmäßig besuchen zu können.

    Dieses widerspricht zum einen dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu ‚Hartz-IV‘ vom 9. Februar 2010, wo in den Randnummern 135 und 206 sowie in Leitsatz 4 festgelegt worden ist, daß solche unvermeidbaren laufenden Mehrkosten vom sogenannten Leistungsträger übernommen werden müssen.

    Dises widerspricht zum anderen aber auch der Aussage in Sozialgesetzbuch II im Paragraphen 21 (Absatz 6), demzufolge solche Mehrkosten von der Behörde zu übernehmen sind.

    Falls Du es nicht schon getan hast, solltest Du unverzüglich unter Verweis auf diese rechtsverbindlichen Texte die Übernahme dieser Mehrkosten bei der für Dich zuständigen Behörde beantragen. Falls diese – was leider zu erwarten ist – Deinen Antrag ablehnen sollte und auch Dein Widerspruch gegen diese Ablehnung erfolglos bleibt, solltest die Klage einreichen beim Sozialgericht (Antrag auf Einstweilige Anordnung).

    Gern helfe ich Dir, wenn Du weitere Hilfe benötigst.

  • eulenfeder

    hallo Frau Diederich –

    ich möchte ihnen sagen dass ich an ihrer seite bin auch weil ich alles was sie sie hier so wahr und umfassend aufzeigen aus eigener erfahrung kenne.
    beim lesen – punkt für punkt – läuft mir das wasser in die augen, gerade jetzt beim schreiben, wut aus dieser machtlosigkeit sich nicht wehren zu können.
    ich bin zur zeit in der lage mit 250 stunden nachtschicht die wohnung zu sichern, habe damit mehr als viele andere und möchte sie mit einem kleinen betrag unterstützen, wenn ihr stolz es zulässt.
    von herzen gerne !
    übers büro-wecker irgendwie technisch machbar – vielleicht ?
    wir bleiben aufrecht, lassen uns stolz und würde neimals nehmen !

    herzlich
    häuptling eulenfeder

  • Rainer

    Hallo Ellen (ich duz dich einfach, bei mir ein Zeichen von Anerkennung!), du hast vieles berichtet, was ich auch schon erlebt habe. Und das, obwohl ich nicht von Hartz IV lebe. Ich bin Handwerker und habe mit meiner Frau vier Kinder. Was das heißt, ist deiner Situation ähnlich. Wobei die materiellen Einschränkungen nicht das Schlimmste sind.
    Was mich oft niedergeschlagen machte, war eben die Erfahrung, die du auch beschreibst. Bekannte oder auch Kollegen, die es einfach nicht nachvollziehen können, dass man sich trotz Vollzeitjob eben kein Restaurant oder keine neuen Klamotten leisten kann. Zweideutige bis offen höhnische Bemerkungen inklusive.
    Aber da zeigen sich irgendwann auch mal richtige Freunde. Bei mir z.B. ein Freund, der mir immer Werkzeug geliehen und bei Reparaturen im Haushalt geholfen hat, wenn Not am Mann war. Dafür hab ich ihm dann beim Brennholzmachen geholfen usw.
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du auch solche Menschen in deinem Umfeld hast oder sie noch findest. Nur durch sie ist das Leben lebenswert.
    Ich drück dich, unbekannterweise! Rainer

  • Inge

    Kenne ich auch alles aus eigener Anschauung. Damals nannte sich das noch Sozialhilfe. Da hast Du wenigstens einen funktionierenden Kühlschrank bekommen, wenn Deiner kaputt war – und auch einen Fernseher … damals gab’s auch noch ein Sozialticket …

    Der zynische Schluss, den ich ziehe, wenn ich in Rente gehe und in Armut falle: Die Justiz beschäftigen, z.B. mit Schwarzfahren. Um mal Ihr Beispiel zu illustrieren: Wenn ich bei jedem 4. Mal erwischt werde, bin ich im Plus. Und evtl. zahle ich überhaupt nicht, lasse mich anzeigen, gehe vor Gericht, hebe drei Finger (=Offenbarungseid, Eidesstattliche Versicherung) und zahle gar nichts. Ultimativ wird man mich dann in einer Zelle unterbringen – mit täglich drei Mahlzeiten, funktionierender Heizung, kostenlosem Gesundheitswesen und Zugang zu Bibliothek und Internet.
    Warum das?
    Ich bin ein Freund von Konsequenz. Wenn die Gesellschaft Entscheidungen wie Hartz iV trifft, muss sie auch mit den Konsequenzen leben. Wenn sie Menschen wie uns produziert, muss sie sich auch um uns kümmern, weil sie uns nicht die Gelegenheit dazu gegeben hat …

  • eulenfeder

    Bravo Inge –
    bin auch bald soweit und dann zeigen wir der justiz was wir so drauf haben haha…
    nehmen uns einfach was uns gehört sowieso… lol
    gruss

  • Extrem

    Wer hier glaubt das das ein Einzelfall und kein lang angelegter Plan ist die Menschheit in die armutsfalle zu treiben, der irrt.

    Nachzulesen in dem Buch von Hans-Peter Martin u. Harald Schumann „Die Globalisierungs-Falle“ (ISBN 3-498-04381-1) von 1996

    Im Jahr 1995 trafen sich in San Francisco im „Fairmont“ Hotel auf Einladung von Michail Gorbatschow 500 Leute aus Politik, Wirtschaft u. Wissenschaft (auch aus der BRD) unter dem Motto „Unterwegs zu einer neuen Zivilisation“.
    20% der arbeitsfähigen Bevölkerung würde in der kommenden Jahrhundert ausreichen um Weltwirtschaft in Schwung zu halten. Nüchtern diskutierten sie was mit den Rest (80%) passieren sollte. Um Arbeitslose sollten sich andere kümmer, so wie Gemeinschaftdienste, Nachbarschaftshilfe, Sozialdienste. Diese könnte sie ja mit einen bescheidenen Bezahlung entlohnen um ihre Selbstachtung zu erhalten .

    Desweitern erwarten diese Konzernlenker das bald in den Industrieländern die Menschen zum Nulltarif die Straßen sauber halten oder als Haushaltshilfen kärglichen Unterschlupf finden.

    Daraufhin wurde in der BRD nach und nach Harz IV und 1 € Job eingeführt.
    Wer glaubt das er da wieder rauskommt der irrt.

  • landbewohner

    einfach nur traurig. und obwohl jedem anständigen menschen die galle überlaufen und er vor wut (und auch angst, denn alle werden älter) kochen müsste, rennt die grosse dumme mehrheit immer noch shoppend und malochend durch die gegend. wie armseelig ist doch die menschheit.

  • stille G.

    Tja,
    aus meiner Erfahrung heraus begann die politisch gewollte Enteignung schon 1989 .. irgendwie war bis 1988 die Welt (für mich) noch in Ordnung …
    Wie das jedoch so ist, immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her … und so hangelt man/frau sich halt durch …

    was mich wütend macht: solch Aussagen, „wie armseelig ist doch die Menschheit“ ….

    Es gibt mittlerweile viele und noch mehr, die Aufstehen und sich empören, die dem Aufruf zur Revolte von Konstantin Wecker und Prinz Chaos II. folgen.
    oder sich an dem Lied von Dominik Plangger erfreuen

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=jsfFgWwxbi4

    und danach handeln : -)

    Eventuell findet sich ja ein Anwalt, der noch frisch und unbeirrt, Frau Diederich bei der Durchsetzung der berechtigten gesetzl. zustehenden Leistungen behilflich ist.

    stille G. grüßt : -) : -)) : -)))

  • ellen diederich

    Liebe KommentatorInnen,

    vielen Dank für Eure Kommentare. Ich würde gerne jedem/jeder einzelnen antworten, leider sind Eure email anschriften nicht mit dabei.

    Was könnten wir gemeinsm machen?
    Z.B. Bücher- und Musiklisten veröffentlichen von Büchern und Musik, die wir gelesen und gehört haben und dann für ein halbes oder ein Jahr Interessierten zur Verfügugn stellen.

    Die Rosa Luxemburg Stiftung macht am 23.11.2013 ein Seminar zur Armut in Wuppertal.
    Als Referenten sind vorwiegend Wissenschaftler und Fachleute eingeladen.
    Ds habe ich kritisiert.

    „Liebe KollegInnen,

    Ich habe die Beschreibung der Konferenz der RLS in Wuppertal über Armut bekommen.

    Es gibt viele Analysen zur Armut in Deutschland. Erarbeitet von Menschen, die von der realen Lage mehr oder weniger weit entfernt sind, die die Situation aus dem sicheren Abstand der Theorie betrachten können.
    Es gibt wenige Möglichkeiten der „Fachleute“ und das sind diejenigen, die in der Situation stecken, sich zu treffen und Strategien zu entwickeln. Alleine, weil sie sich die Fahrgelder nicht leisten können.
    Bei dieser Konferenz sind gerade mal 1 und eine halbe Stunde für eine solche Diskussion vorgesehen.

    Wie können ein wirklicher Dialog und damit gemeinsame Aktionen gegen Armut entstehen?

    Unserer Meinung nach hätte gerade die Rosa Luxemburg Stiftung hier eine wichtige Aufgabe.“

    Man könnte das Treffen vielleicht als Forum für uns, die wirklichen Fachleute, die in der Situation sind, nutzen.

    Habt Ihr Ideen, was wir zusammen machen können?

    Noch mal Danke
    Eure Ellen Diederich

  • Marschall Ch.

    ich erfahre es jetzt an meinem eigenen Leib wie grausam der Staat zu den Menschen sein kann. Ich habe gearbeitet auch in der Zeit wo meine Kinder geboren waren. 1992 bin ich krank geworden konnte meine Arme nicht mehr bewegen, die man nun mal braucht. Es ist zwar etwas besser geworden, aber ständige Belastung ist nicht möglich. Seit 1993 habe ich Zeitrente bekommen, dann wieder nicht. Es zog sich hin bis zum Mai 2013.
    Zwischenzeitlich habe ich immer wieder mal Rente auf Zeit erhalten. Nun beziehe ich Altersrente mit Behinderung (50%). Die ist nicht gerade hoch und für Miete reicht es auch nicht. Dann bin ich zur Grundsicherung gegangen. Wer nicht unbedingt hin muß sollte sich das ersparen. Es ist schon schlimm genug, dass man gesellschaftlich so abrutscht und sich überhaupt nirgends mehr hingeht. Aber da wird man von den Herrschaften so abgekanzelt, als hätte man die Pest an sich. Mit einem kalten Lächeln wird man darauf hingewiesen “ die Wohnung ist zu groß, suchen sie sich was anderes. Es darf aber auch € 5,50 pro qm nicht überschreiten. Dafür habe ich bei uns noch keine Wohnung gefunden. Meine Miete kann ich jetzt schon 3 Monate nicht mehr bezahlen, das Amt nimmt nich davon nicht an. Der Vermieter hat mir auch schon fristlos gekündigt. So wie es aussieht stehe ich Weihnachten auf der Strasse. Da fragt man sich doch allen ernstes, wieso gehen Milliarden ins Ausland und hier und dort wird gespendet und im eigenen Land haben die Menschen kaum was zu essen. Ich kann auch kaum noch schlafen, weil ich einfach über soviel Ungerechtigkeit nicht weg komme. Zu meiner Zeit gab es noch keine Risterrente usw.. An die Leute hat keiner gedacht. Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr was man tuen kann. Vielleicht gibt es einen Weg und man sieht ihn vor lauter Verzweiflung nicht. Wer einen ausweg weiß kann sich gerne melden.

  • sissi

    Hartz IV, Altersarmut, Lebensleistungsrente….
    Wir leben in einer Zeit, in der es D finanziell noch nie so gut ging wie heute… Oton der 3Knopfbundesmutti…das Geld dürfen sich die oberen 10% teilen.
    Wir werden entsetzlich armen Zeiten entgegengehen und niemand steht auf… haben wir alle kapituliert.
    Ich hatte meine Gedanken 2012 in Worte gefasst und denke, sie haben an Gültigkeit noch einen draufgesetzt…..

    in Anlehnung an ein Lied der *Toten Hosen*

    An Tagen wie diesen,
    da musst du stark sein
    darfst nicht spüren
    den Dreck um dich her

    An Tagen wie diesen
    da musst du hart sein
    sonst fällst du so tief
    dass du spürst nichts mehr

    Die Welt ist laut, die Welt ist leise
    du nimmst sie nur verschwommen wahr
    Geld und Wärme gehören denen da oben
    und unten gefriert die Seele zu Stein

    An Tagen wie diesen will die Alte sterben
    denn von 45 Jahren Lohn
    kann sie sich nicht das Leben kaufen
    reicht ja nicht einmal als Totenlohn

    Die Jugend, die macht einfach weiter
    sie hat es so von den Alten gelernt
    denn die sind stumm geworden
    haben das Aufbegehren verlernt

    Doch an Tagen wie diesen
    träumt die Alte von Zukunft
    von Perspektiven
    und von ganz viel Mut

    Sie steht auf, sie dreht sich nicht um
    schreit die Ungerechtigkeit in die Welt
    an Tagen wie diesen
    bevor der letzte Vorhang fällt

    Einem Land, das die Gelder
    so ungerecht verteilt
    möcht ich nicht wirklich wünschen
    dass es länger in Starre verweilt

    Steht doch auf ihr Leute
    und schaut euch um
    macht nicht länger für die da Oben
    euren Buckel krumm. © 2012 sissi kallinger

  • Neuhier

    Liebe Ellen und alle anderen Betroffenen,

    eine sehr wahrer Bericht, vor allem die Tatsache, dass man eigentlich mit niemandem darüber reden kann, weil dann jeder denkt, man will etwas von ihm. Seit kurzem rufe ich regelmässig bei der Telefonseelsorge an, um ab und zu ein bisschen reden zu können. Die Anonymität ist das wichtige daran. Dies sage ich den Ansprechpartnern dort auch.
    Ich habe noch zwei Bekannte, die mich nicht wie aussätzig behandeln. Dennoch möchte ich die beiden auch nicht überstrapazieren. So ziehe ich mich mehr und mehr in eine Anonymität zurück, die mich furchtbar erschreckt.
    Und jeden Tag frage ich mich, was ich falsch gemacht habe.
    Selbstmordgedanken sind an der Tagesordnung. Ich bin Mitte 40. Wo soll das hinführen, wenn es jetzt in so „jungen“ Jahren schon nicht mehr weitergeht?

    Meine Mutter kann ich auch nicht besuchen. Zu aller Absurdität habe ich ihr gesagt: Schluck Tabletten, dann ist es vorbei. Ich kann Dir im Moment nicht helfen. Ich kann mir nicht mal selber helfen.

    Ich weiss, dass ist alles hart, aber es ist eben auch hart.

    Ich bin nur noch zynisch. Begegne dem JC mit völliger Akribie. Ich liste ihnen jede Ausgabe einzeln auf. (ob sie es wissen wollen oder nicht). Demnächst werde ich vielleicht vorher noch fragen, wofür ich mein Geld ausgeben darf.
    Ja, eine Fussfessel würde noch fehlen. Oder der Scharlachrote Buchstabe auf der Stirn. (Naja, den Zweck erfüllen die tiefen Denkfaltem meiner Stirn).

    @ Inge: Deine Idee mit dem „Knast“ hatte ich auch schon….

    Wenn arbeitende Nachbarn mich blöd angucken, dann denke ich nur: Wer andere rausmobbt muss eben zahlen…. Und wenn Ihr eines Tages von eurem hohen Ross runterfallt, dann werdet ihr sehen, wie schwer/ unmöglich es ist Arbeit zu finden.
    (wohlgemerkt trotz guter Qualifikation und langjähriger Berufserfahrung).

    Naja und um ganz ehrlich zu sein: mir macht das alles Angst. Nackte Angst.

  • eulenfeder

    hallo… Neuhier !
    nicht aufgeben ! alles können sie uns nehmen – nur stolz und würde nicht !
    wenn ich als ebenso getretener helfen kann – zuspruch, moralische aufmunterung, ein schulterschluss gegen diese saubande die uns verichten will – sehr gerne !
    kenne das gesamte ausmass – kann verstehen !
    meine email kannst du beim team wecker erfagen !
    aufrecht bleiben- das wichtigste !!
    lg
    eulenfeder-wolfsrabe

  • Phoenix

    Erst einmal ein herzliches Hallo an alle Betroffenen.

    Ironischer Weise nenne ich mich Phoenix, immer noch in der Hoffnung, diesem grausamen Spuk Armut ein Ende setzen zu können. Bisher habe ich ja geglaubt, dass der im Grundgesetz verankerte Satz: „die Würde des Menschen ist unantastbar“ noch Gültigkeit hat. Leider ist das aber nicht so, und die Unwürde die einem entgegengebracht wird, zehrt an meinen Kräften. Sorry eulenfeder, aber die Würde des Menschen wird hier schon mit Füßen getreten und von Stolz ist bei mir auch nicht mehr viel übrig.

    Auch ich wurde wegen meiner chronischen und dauerhaften Erkrankung mit einer Behinderung von 50 % in die Armenschublade gepackt, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Selbstmordgedanken hatte ich, genau wie Neuhier, auch schon. Und so wie Ellen berichtet hat, geht es wohl vielen Menschen. Man grenzt sich aus und vereinsamt an dem Unverständnis der Mitmenschen. Der Satz mit dem offenen Strafvollzug, trifft wohl den Nagel auf den Kopf.

    Ich habe erfolgreich 2 Kinder großgezogen die jetzt beide eine eigene Familie gegründet haben, im Berufsleben stehen und Steuern zahlen.
    Jetzt kam ja die Mütterrente, die mir mit 70,34 € pro Monat gutgeschrieben wird. Von diesem Betrag habe ich allerdings nichts, denn dieser wird von der Grundsicherung ja wieder abgezogen. Es bleibt also wieder mal das Gefühl, nicht genug im Leben geleistet zu haben.

    Sehr lange habe ich im Internet recherchiert, ob es nicht irgendein Forum, ein Portal gibt, in dem sich die von Armut betroffenen austauschen können, und nur durch Zufall bin ich auf diese Seite hier gestoßen.
    Es gibt nämlich von den Behörden, von denen wir abhängig sind, keinerlei Information darüber, welche Rechte oder Möglichkeiten wir über die Grundsicherung hinaus noch haben. Z. B. bin ich erst beim hindurchwühlen sämtlicher Gesetze über die Grundsicherung auf einen Passus gestoßen, dass man einen Zuschuß bekokmmt, falls man Warmwasser nur über Durchlauferhitzer erhalten kann. Das sind immerhin 8,99 € pro Monat.

    Den Vorschlag von Inge, die Justiz zu beschäftigen, finde ich im Prinzip nicht mal so schlecht, allerdings möchte ich, trotz dieses Komforts aber doch nicht im Gefängnis landen. Möglich, dass, wenn alle Betroffenen so handeln würden, sich etwas im Land bewegen würde.

    Ein Portal für den Austausch mit Betroffenen würde ich mit wünschen, auch deshalb, weil ich mich, wie die meisten hier, sozial ausgegrenzt fühle. In einem entsprechenden Forum aber, so erhoffe ich mir, könnte dem zumindest teilweise entgegengewirkt werden. Sich einsam zu fühlen und sich mit seinen Sorgen und Nöten alleine zu fühlen, ist oft mit das Schlimmste in dieser Situation.

    Meine Frage also: Wer kennt ein Forum dieser Art oder hat die Möglichkeit, ein solches zu erstellen?
    Es würde mich sehr freuen, eine Rückmeldung zu erhalten.

    LG – Phoenix

  • eulenfeder

    hallo Phoenix –

    ein anderes forum kenne ich nicht . bin nur hier anwesend.
    aber gerne können wir uns austauschen – hier.
    was Du schreibst ist unstrittig – wahr !
    die rechtlosigkeit, der kampf gegen behördendeppen-willkür, gelangweilte sozialgerichtler, die entwürdigende behandlung überall, die einsamkeit in der gesellschaftlichen ausgrenung – und vieles mehr von dem was uns angetan wird — das ist besser zu ertragen wenn man sich stolz und würde nicht nehmen lässt.
    ‚ihr macht mich nicht kaputt !‘ – so mein ‚leitsatz‘ schon immer, die kraft und zuversicht trotz armut, unrecht und ausgrenzung immer wieder aus sich selbst schöpfen ist mit dieser haltung möglich.
    war schon mal obdachlos und das droht nun wieder – die gegenwehr, also trotz extremer umstände die wohnung zu halten zu versuchen – wäre aber ein kampf den ich nicht gewinnen kann, würde wieder in jenes tiefe loch der ausweglosigkeit führen… und deshalb lasse ich es auf mich zukommen., aber mit erhobenem haupt gehe ich dann auf die strasse, sehr wahrscheinlich von vielem befreit dann.
    die ständige gratwanderung zwischen bürgerlicher existenz und dem fallen lassen auf die andere seiten – das raubt einem zu viel kraft und deinen seelenfrieden kannst du damit nicht finden.

    keine guten ratschläge wohl – aber mein standpunkt nun.
    Lieber Gruss
    eulenfeder

  • Piranha

    Lieber Phoenix,

    Dein Schreiben berührt mich sehr.
    Ich möchte Dir gern empfehlen, Kontakt zu Holdger Platta aufzunehmen – ein profunder Kenner der Materie, um die es hier geht.
    Er hat gemeinsam mit Rudolf Bauer ein Buch herausgegeben: „Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik“
    Wenn Du möchtest: ich habe vor einiger Zeit ein paar Exemplare des Buches erworben und eines noch übrig.
    Das könnte ich gern zur Verfügung stellen.

    Kontakt zu Holdger Platta ginge über eine Mailzuschrift an die Redaktion von HdS: Adresse findest Du hier auf der Seite.

    Lieber Holdger,
    falls Du dies liest hoffe ich, dass der Hinweis auf Dich in Ordnung ist!?

    Herzliche Grüße,
    P

  • Piranha

    PS: in dem Buch gibt es etwas mehr als 4 Seiten, auf denen diverse Gruppen gelistet sind, die gegen den Sozialabbau aktiv sind.

  • Piranha

    Sorry eulenfeder,
    auch Dir kann ich das Buch – sofern Du es nicht eh kennst (?) ans Herz legen und würde Dir mein eigenes Exemplar gern überlassen wenn Du es möchtest!
    Kontakt herstellen können wir ja ganz leicht über die Redaktion, gelle? 🙂

  • Phoenix

    Eulenfeder, Piranha,

    mit einer so schnellen Reaktion auf mein „kleines“ Schreiben habe ich garnicht gerechnet. Danke schon mal.
    Eulenfeder, ich kann sehr gut nachvollziehen, was Du meinst mit dem erhobenem Haupt. Ich bin eigentlich auch eine Kämpfernatur; schon immer gewesen. Doch wenn man nur die Aussicht hat, noch mehr gedehmütigt zu werden, dann fällt einem der Kopf schon mal auf die Brust, und irgendwann steht man mit dem Rücken an der Wand und kann einfach nicht mehr.
    Trotz allen Widrigkeiten wünsche ich Dir von Herzen die Kraft die Du brauchst, um all das durchzustehen. Vor allem aber, dass Du Deine Wohnung behalten kannst. Gerne würde ich dir irgendwie helfen, wenn es möglich ist. Jedenfalls drücke ich Dir schon mal die Daumen, dass alles gut wird.

    Mit dem Regelsatz der Grundsicherung kenne ich übrigens niemanden, der damit zurecht kommt, wenn er am öffentlichem Leben teilhaben möchte. Alleine der Weg zur Tafel ist für mich mit Busfahrtkosten verbunden, und auch zu NOVI-Live, einem Sozialkaufhaus, ist der Weg so weit, dass ich da nur mit dem Bus hinkomme.
    Ich leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung mit zum Teil schweren Depressionen. Eine Aussicht auf Heilung gibt es nicht, wohl aber hatte ich trotz allem genügend Hilfe erhalten, um jetzt damit einigermaßen klar zu kommen.
    Leider gibt es dafür jedoch keinen Eintrag in den Behindertenausweis, da ich ja nicht körperlich behindert bin. Ansonsten würde ich kostenlos Bus und Bahn benutzen können.

    Das ist alles so himmelschreiend ungerecht, aber ich habe mir vorgenommen, weiterzukämpfen…., bis zum nächsten Burnout. 🙁

    Für meine kleine einfache und bescheidene Wohnung sind die Heizkosten überdurchschnittlich hoch, darum will mir das Grundsicherungsamt nicht mehr die vollen Kosten erstatten. Da ich aber überhaupt keinen Einfluß auf die Heizkosten habe, habe ich Widerspruch beim GA eingelegt und sämtliche §§§§ die ich finden konnte, angeführt. Wurde aber abgelehnt. Vor ein paar Tagen habe ich mich dann an den SoVD e.v. gewandt und die Mitarbeiterin darum gebeten, mir da zu helfen. Diese hat nun ein Schreiben an das Grundsicherungsamt gerichtet, das wohl Aussicht auf Erfolg hat.

    An Alle die rechtliche Hilfe brauchen:
    DER MITGLIEDSBEITRAG FÜR EINEN SOLCHEN VEREIN IST ÜBRIGENS FÜR MENSCHEN MIT GERINGEM EINKOMMEN KOSTENLOS.

    Liebe Piranha, danke für den guten Tip. Wenn es Dir möglich ist mir dieses Buch zukommen zu lassen, würde ich mich sehr freuen. Ich nehme an, dass Du Holdger Platta persönlich kennst und Du mit ihm klären kannst, ob der Hinweis auf ihn ok ist und ich ihn kontaktieren darf. Ich bin unter folgender E-Mail zu erreichen:
    Phoenixfeder57@yahoo.de
    Da könnten wir uns vielleicht noch einmal austauschen.

    Nochmal danke für eure aufmunternden Worte, und hoffentlich bis demnächst.

    LG – Phoenix

  • eulenfeder

    …ich bedanke mich herzlich – Piranha !
    nun – diese kalte land kenne ich in seinem gesamten ausmass seit 60 jahren – und wie meine hosentasche.
    das mindert Holdger’s hervorragene schrift natürlich nicht !
    könnte allenfalls eine bestätigung darin finden – und das habe ich auch – in seinen auszugsweisen veröffentlichungen hier auf hds.
    grüssle
    eulenfeder

  • Phoenix

    Äähhm, ich bin wohl nicht ganz up to date was den Kontakt über die Redaktion betrifft.
    Könnt ihr mir bitte erklären, wie ich das machen kann?

  • ak

    An Phoenix: Mailnachricht folgt. Herzliche Grüße aus der HdS Redaktion! Alexander

  • Holdger Platta

    Liebe Phoenix,

    überhaupt kein Problem, wenn Du Dich mit mir in Verbindung setzt! Die Redaktion der Website hier kann Dir also meine Mailanschrift geben.

    Außerdem kann ich Dir ja direkt schreiben, weil Du Deine Mailanschrift hier bekanntgegeben hast.

    Der einzige kleine Wermutstropfen (zur Zeit): bin selber mit enorm viel Arbeit eingedeckt. Davon laß Dich aber bitte nicht abhalten! Man kann immer was dazwischenschieben – Hilfe sowieso!

    Herzlich
    Holdger

    PS: Claro war das in Ordnung, liebe Piranha!

  • Maxi

    Hallo Alle zusammen,

    habe mit großer Interesse alle Kommentare gelesen,finde es großartig ein solches Forum durch Zufall gefunden zu haben.

    Auch ich habe Grundsicherung beantragt im April,fühle mich seit dem Gläsern und unter ständiger Kotrolle,kann eigentlich kaum noch Entscheidungen treffen ohne Absprache mit der zuständigen Dame vom Amt.
    Bin ein ganzes Stück entmündigt wurden in meinem Leben was mich erst traurig nun aber wütend macht: WAS BITTE IST MIT UNSERER GENERATION PASSIERT WO IST UNSER FREIHEITSDENKEN GEBLIEBEN….

  • Der Buchheimer

    Aus Webseite; http://www.der-buchheimer.com / Unterseite ,,Aktion 27,40,,
    Verteiler ; 82 Presseverteiler über DJV Webseite / 12 Parteien / 243 Abgeordnete aus automatischer Liste Bundestag / 420 automatisch generierte Webseiten. / 24 Auslandseiten,/ 1Youtube./ 8 Sozialverbände.. 15 Links.
    Anlaufzeit 14.11. 2014

    Aktion 27,40
    Altersarmut und Grundsicherung, um die auch noch demütig gebettelt werden muss.
    05.11.2014

    Wie in einer bekannten Zeitung aus Leipzig heute zu lesen war, gibt der Freistaat Sachsen von allen Bundesländern die wenigsten Zuschüsse für Alter-Armutsrentner, bzw. der sogernannten Grundsicherung aus.
    Kann dies ein Zufall sein?
    Leben in Sachsen etwa die Wenigsten der derzeit 450 000 Armutsrentner in Deutschland, die auf Grund ihrer geringen Rente auf Zuschüsse vom Staat zum Lebensunterhalt angewiesen sind?

    NEIN.
    Dem ist nicht so.
    Wohl scheint es eher so zu sein, dass die Mitarbeiter in den Sozialämtern, den Deutschen Alters-Armutsrentnern, von denen viele durchaus ein Leben lang gearbeitet haben und durch die Berliner Wirtschaft.- und Arbeitspolitik unverschuldeten mit wenigen als 200 bis 300 Euro Rente auskommen müssen, ihre ihnen zustehenden staatlichen Zuwendungen kleinrechnen, um somit Gelder für den Freistaat einzusparen.

    Ja, die Sozialämter müssen sparen.
    Wohl auch damit die extremen Kosten durch den Zustrom von Wirtschaftsflüchtlingen finanziert werden können, Banken gerettet, gierige Politiker fette Diäten gesichert, oder z.B. für eine Milliarde Euro deutsche Steuergelder 3 U-Boote zu finanzieren, die an einen menschenrechtsverletzenden Staat verschenkt werden, um Besatzungskosten zu bezahlen, Griechenland und die Welt zu retten, US-Kriege mit zu finanzieren oder z.B. die bodenlosen Verschwendung einer EU-Bonzenwirtschaft in Brüssel und Straßburg am Leben zu erhalten, sowie als ständiger Zahler irgendwelche ,,historisch bedingte Zahlungen,, zu leisten.

    Von den Millionen Euro Steuergeldverschwendung, oder Finanzschäden durch Halbkriminelle Landesbanker oder städtischen Betriebschefs wie in Leipzig gar nicht erst zu reden.
    Nicht zu vergessen die Millionen-Euro-Förderprogramme für oftmals nicht oder kaum Steuern zahlende Wirtschaftskonzerne, plus die Unsummen weil Deutsche Politiker glauben fürs Elend auf der ganzen Welt finanziell zuständig zu sein.
    Tscha, da bleibt natürlich für Deutsche Armutsrentner, die dieses Land mit aufgebaut haben, kaum noch was übrig.

    Ja klar, da muss eben gespart werden.
    ………………………………………………………………………………………
    Diese Web-Unterseite nennt sich nicht zufällig;
    ,,Aktion 27,40,,
    und wird demnächst mit einer Reihe von Informationen gefüllt aufzeigen, wohin zum Beispiel Sozialgelder des Muldentalkreises bzw. des Landratsamt Leipzig Land (Grimma) fließen,, anstatt einheimischen Armutsrentner ein einigermaßen würdevolles Leben ohne Betteln zu ermöglichen.
    ……………………………………………………………………………………..

    …………………………………………………………………..
    (Web-Seite http://www.der-buchheimer.com)
    Es liegend der Redaktion schon einige Beispiele vor, die später veröffentlicht werden.
    Langfristig ist jedoch eine Aktionsplattform geplant,
    die neben einer neuen Web-Seite, auch in gedruckter Form als ,,Zeitschrift,, und Flugblätter aufzeigen soll, was in diesem Lande schief läuft und was heutige und zukünftige Alters-Armutsrentner, die dieses Land mit aufgebaut haben, unter dieser Regierung derzeit erwarten können und zukünftig zu erwarten haben.

    Überhaupt sollte es an der Zeit sein, dieses Thema auf eine gesellschaftspolitische Ebene zu heben.
    Es wird Zeit sich zu wehren, zu informieren und wenn man sowieso nichts mehr zu verlieren hat, dies auch auszuleben.

    Die Verantwortlichen Erfüllungsgehilfen in den Ämtern beim Namen zu nennen und Fakten offen zu legen.
    Weil:
    Altersarmut ist ein sehr komplexes Thema mit sozialen und gesellschaftspolitischen Sprengstoff.
    —————————————————————

    ,,Aktion 27,40,,
    ……………………………………………………………
    Zum aufwärmen einige Videos zum Thema
    Altersarmut auf Youtube.

    1.) (Doku) Die Armutsrentner
    ………………………………………………
    2.) Arm und Alt _ Wenn die Rente nicht reicht ARD
    …………………………………….
    3.) Armutsrenten, Spaltung der Gesellschaft Revolution
    ……………………………………….
    4.) PlusMinus Altersvorsorge und Grundsicherung
    —————————————–
    Doch so viel sei kurz noch gesagt:
    Wer glaubt Armutsrentner mit 200 – 300 oder 400 Euro Rentenanspruch hätten im Leben zu wenig gearbeitet, asozial gelebt, oder als Selbständige nichts für die Alterssicherung getan, irrt oftmals gewaltig. Allein durch die DM/ Euro-Umstellung und der damit verbundenen Kaufkraftverschiebung, hat sich für viele die Rente bzw. ihre private Vorsorge halbiert.
    Auch das z.B. in den letzten 15 Jahren viele Selbständige durch immer neue scheinbürokratische neue Auflagen, Verordnungen und ,,Gesetze,, teilweise gewollt in den Ruin getrieben wurden und ,,zu,, machen mussten, trug und trägt zur Altersarmut bei.
    Auch juristisch kaum verfolgte oder zu lächerliche ,,Strafen,, verurteilte Wirtschaftsverbrecher wie Anlagebetrüger und Banker, haben so manche private Altersrücklagen zunichte gemacht.

    Auch die Arbeits- und wirtschaftspolitisch konzernfreundliche mutwillig herbeigeführte Massenarbeitslosigkeit von tatsächlichen und realen mindestens 20 %, sowie die Förderung von Billiglöhnen durch Überschwemmung des Arbeitsmarktes hat viele heutige Rentner ins Renten-Minus rutschen lassen.
    Dazu kommt noch die ,,Aussonderung,, von Arbeitnehmern ab 50 aus betriebswirtschaftlichen Gründen und Automatisierung von Produktionsabläufen.

    ( Über die Lüge vom ,,Fachkräftemangel,, und welche Rolle die Gewerkschaften dabei spielen, wird hier ebenfalls später berichtet werden)
    …………………………………………………………….
    Mit Hilfe von Millionen Einwanderern schafft man ein gut industrialisiertes und zentral infrastrukturiertes Billiglohnland inmitten von Europa und nennt dies einen globalisierten Arbeitsmarkt und schiebt scheinheilig eine humanitäre ,,Flüchtlingshilfe,, bzw. sogenanntes Asylrecht vor.
    Aber dies ist ein anderes Thema.
    ………………………………………………………
    Altersarmut hat viele Gründe, selbst für Menschen die ein Leben lang gearbeitet haben und heutzutage als Bittsteller beim Sozialamt für jeden Euro ,,betteln,, gehen müssen.
    Wohlgemerkt, Menschen die hier geboren wurden, dieses Land mit aufgebaut haben, Steuern bezahlt, in die Rentenkassen eingezahlt oder als Selbstständige vielfach für Arbeitsplätze sorgten.

    Was in Deutschland in Sachen Altersarmut bzw. Grundsicherung abgeht, ist einfach zum kotzen.
    Vorallem wenn man fast täglich in der Zeitung lesen kann, wie bestimmte ,,Gruppierungen,, mit einem 5 BMW und Rollex Hartz 4 abholen.

    Es wird einfach Zeit für eine neue Revolution. Jedoch bitte ohne parteipolitischen Hintergrund und Ideologie.

    Der Buchheimer

  • Der Buchheimer

    Ein Gedicht zum Thema Altersarmut.
    Aus der wahrscheinlichen Sicht eines
    ,,Betroffenen,,
    mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm

    Armutsrentner

    Ach wie schön wär` doch hier im Sozialamt Grimma
    gäb es keine Armutsrentner nimmer.

    Denn die mit ihren 300 Euro-Renten
    kommen mir vor, fast wie Delinquenten.

    Anstatt Flaschen sammeln, Hundefutter fressen oder mal zur Tafel gehen,
    Wollen die mehr an Rentezuschuss sehen

    Flennen täglich hier vor Ort im Amte rum, ja kalt im Winter wär`s
    sie hätten keine Kohlen mehr,
    Na warum fahrn sie nicht ans warme Meer?

    Auch kein Geld für Strom und Kleidung sei mehr übrig,
    Schuhe ohne Sohlen finden sie sehr ungemütlich.

    Was soll der Stress,
    der Jesus hatte nur Sandalen und noch nicht mal eine Unterhose
    und ihr beschwert euch, wollt euch leisten ein Bohnendose.

    Oh wie kotzt mich diese Armut an im meinen Dienstbüro
    Deren Gejammer macht mich nicht sehr froh.

    Dabei kann man Armutsrentner doch entbehren
    Auch weil sie lästig sind und überall nur stören.

    Uneinsichtig sind die Alten in den Jahren
    und anstatt auf das Grab zu sparen, wollen sie nach Aldi fahren!

    Sie stören auch das Bild vom reichen Deutschen Land
    Wo jedermann willkommen sei und Geld bekomme auf die Hand

    Wollen nicht wissen dass der Sachsenstaat muss sparen
    Damit Minister können in der Welt vom Glanze Sachsens prahlen.

    Dazu die 3.Welt, noch vor dem Elend retten müssen
    Wenns geht noch Diktatoren voller Buße auch die Füße küssen.

    Ja von Athen bis Kiew und auch den nahen Osten,
    Milliardenhilfe, plus EU und Euro-Rettung tut uns sehr viel kosten.

    Und somit muss doch allem klar und deutlich sein
    Hilfe für Deutsche Armutsrentner, nein.

    Bei denen muss gespart und noch viel mehr gestrichen werden
    Dann werden sie schon von alleine sterben.

    Die Akte zu, der Armuts-Rentner endlich tot
    Es ist 12 Uhr und Zeit fürs Pausenbrot

    ———————————————

  • eulenfeder

    wir leben in einem sozialstaat

    …da wird jeder aufgefangen !
    und wenn es der ‚undertaker‘ ist
    der sich um dich kümmert.

  • fliedertiger

    Hallo allerseits : -)

    darf ich zur Petition zur Abschaffung der Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten verlinken ?

    Unter Neuigkeiten wird ein Einblick in die Misere unseres Sozialstaates gegeben, was können wir tun ?

    https://www.openpetition.de/petition/blog/aschaffung-der-ungerechten-abschlaege-bei-erwerbsminderungsrenten-vor-dem-60-lebensjahr

  • der Rächer

    Alle wissen um die kleinen Renten und das man damit nicht Menschenwürdig Leben kann. Ist doch einfach Wohnung kündigen, bei Familie mit anmelden. Mit ca.800 Euro Rente im Wohnmobil leben. Keine Unkosten mehr für eine viel zu teure Wohnung. Keine Miete, Stromkosten, GEZ Gebühren, Heizungsnachzahlung, Telefon, sämtliche Versicherungen wegfallen lassen außer die für das Wohnmobil, durch Europa fahren und sich die Welt ansehen. Geht mit 800 Euro leicht. Besser als sich ewig Sorgen zu machen wie ich alles Bezahlen soll. Einfach auf das wesentliche Beschränken das ist nun mal Essen, einen trockenen Schlafplatz, und was sehen( erleben) was mir Spaß macht. Mann muss sich nur trauen und Anfangen das elend zu beenden. Nur Mut es klappt. Einfach machen und nicht an Sachen festhalten wollen die mit so wenig Rente ehe zum Scheidern verursacht sind. macht einen nur fertig. Das muss nicht sein.

  • der Rächer

    Wir müssen begreifen wenn man Alt/Krank/ nicht mehr Arbeitsfähig ist. Das es nicht das ende der Welt bedeutet. Das System in Deutschland sieht es nicht vor solche umstände angemessen zu unterstützen. Jetzt heißt es kurz überlegen was will und kann ich noch machen. Auch mit wenig Rente lässt sich noch etwas Bewerkstelligen ohne auf die Hilfe von anderen angewiesen zu sein. Jammern nützt nichts, handeln hilft. Aufstehen und machen ist die Devise wenn man wartet bis einer an die Tür klopft und sagt ich habe die Lösung für deine Probleme wartet man lange und nichts wird passieren. Einfach Anfangen Lösungen zu finden die zu einem passen und die einen wieder Glücklich machen ist wichtig. Ein General Rezept dafür gibt es nicht muss jeder selber rausfinden wie er dieses umsetzt. Ein Beispiel wurde bereits oben von mir beschrieben. Im Wohnmobil/Wohnwagen zu leben macht spaß und kostet nicht viel Geld. Viel Glück, Kraft und Gesundheit bei der Umsetzung eurer Ziele.

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