Konstantin Wecker: Gedanken zur Situation der Friedensbewegung

konstantin-wecker Konstantin Wecker schreibt zum Problemfeld „Riß in der Friedensbewegung“

Liebe Freunde,
Manchmal kann es notwendig werden, dem eigenen Verstand ein reset zu verpassen.
Ich bin in den letzten Tagen nachdenklich geworden. Sehr nachdenklich.
Eigentlich wollte ich die Tage in Asien in Ruhe am Strand verbringen und Körper und Seele die notwendige Auszeit verpassen.
Nun aber brechen Ereignisse auf mich ein, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen.
Einmal die schreckliche Zuspitzung des Ukrainekonflikts – und zum Anderen der Riss, der durch die Friedensbewegung geht oder gezogen wird.
Ich habe mich eindeutig positioniert. Mit Antisemitismus will und werde ich mich nicht gemein machen. Und in den Kommentaren, die wir hier und anderswo gelesen haben, gab es leider eine ganze Menge offen oder verkappt antisemitischer Ausfälle. Jutta Ditfurths Vorgehen wiederum mag man bewerten, wie man möchte, aber die massenhaften Mord- und Vergewaltigungsdrohungen, die sie abbekommen hat, sprechen eine deutliche Sprache, was für ein mieser Pöbel im Umfeld dieser Montagsdemos zumindest auch unterwegs ist. Und dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.
Allerdings haben mich einige andere Kommentare geradezu angerührt.
Meistens ging es dabei um die Hoffnung der Menschen, dass die Friedensbewegung sich nicht kaputt dividieren lassen solle, gepaart mit dem völlig richtigen Impuls, jetzt auf die Strasse zu gehen, aktiv zu werden, die Veränderung nicht nur zu fordern, sondern zu sein. Das alles ist mir sehr sympathisch.
Bis vor wenigen Tagen kannte ich übrigens auch einen Herrn Jebsen gar nicht. Und einige Kommentatoren, die ihn auf meiner Seite aggressiv in Schutz nahmen, ohne dass ich ihn überhaupt angegriffen hätte, haben mich – nun ja – verwundert. Andere klangen sehr vernünftig. Alles in allem schwankte der Tonfall der Jebsen-Verteidiger von unverschämt und beleidigend bis zu ehrlich um Verständnis nachsuchend und Aufklärung erhoffend.
Vor einigen Tagen schrieb mir Jebsen selbst. Freundlich, fast freundschaftlich, und er lud mich ein zu einem Interview für seine Seite. Ich gehöre nun definitiv nicht zu den Menschen, die eine dargebotene Hand blind wütend ausschlagen. Aber ich möchte auch wissen, mit wem ich es zu tun habe und meinen guten Namen nicht missbrauchen lassen (und auch selbst entscheiden, für wen ich „Gastbeiträge“ schreibe…).
Sicherlich, ich frage mich seit einigen Tagen auch, ob es da vielleicht nicht eine berechtigte Müdigkeit der jüngeren Generation gibt, was die ewigen Grabenkämpfe der Ideologen betrifft. Und ob ich selbst nicht vielleicht schon zu alt, zu unflexibel bin, um mich dieser neuen Herausforderung zu stellen. Und das, obwohl ich mich immer für einen sehr unideologischen Menschen gehalten habe.
Andererseits – hat nicht gerade das Alter vielleicht manchmal wenigstens den Vorteil, etwas weitblickender zu sein, weil man schon viel erlebt hat?
Ich selbst sehe mich jedenfalls nach wie vor am ehesten als Anarchisten, wenn es denn schon ein -Ismus sein soll. Und An-Archie heisst: Freiheit von Herrschaft! Für eine solidarische Welt ohne Kapitalismus, in der ein gleichberechtigtes, positives Zusammenleben von Menschen jeglicher Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Identität, mit Respekt vor der Natur möglich wird…
Nach wie vor: diese Ziele bleiben mir heilig. Und dann findet sehr schnell eine Unterscheidung statt zwischen völkischen Ideologen und kritischen Friedensbewegten. Mit „Frieden für ein starkes Deutschland“ kann man bei mir definitiv nicht punkten. Nicht in den 80ern und auch nicht heute. Und damals waren mir übrigens auch jene Stalin-Linken sehr suspekt, die sowjetische Atomraketen irgendwie viel besser fanden als amerikanische.
Und was ist, frage ich mich, wenn Ken Jebsen wirklich Unrecht widerfahren ist, wenn er diffamiert wird, zum Beispiel wegen einer Mail, die er, wie ich es dem Netz entnehmen konnte, bestreitet geschrieben zu haben? Wie schnell ist das heute möglich!
Man sollte schon sehr, sehr vorsichtig sein, jemandem als „Antisemiten“ zu stigmatisieren.
Nur sehe ich dann andererseits, dass Ken Jebsen seit geraumer Zeit intensiv mit dem Herrn Elsässer kooperiert. Und das schreckt mich dann wieder ab. Denn dieser ehemalige Linke feiert von der AFD und der FPÖ bis zur Blocher-Partei in der Schweiz so ziemlich alles, was rechts ist. Er hatte kürzlich eine unsägliche homophobe Konferenz zu verantworten, auf der die brutale Verfolgung der Schwulen und Lesben in Putins Russland verharmlost und gerechtfertigt wurde. Seit Neuestem kumpelt Herr Elsässer, der sich als Chefaufklärer in Sachen NSU aufspielt, auch noch mit Karl-Heinz Hoffmann herum: ganz genau, mit dem berüchtigten Wehrsportgruppenhoffmann! Und gegen diese grausige Figur haben wir Münchner spätestens seit dem Oktoberfestattentat 1980 eine, im wahrsten Sinne: Mordswut auf dem Herzen.
Am letzten Montag hielt nun Herr Elsässer eine Rede bei der Berliner Montagsdemo. Er sprach sehr links und ausgesprochen völkerbindend, ja, wie ein waschechter Antirassist. Ich muss mich dann aber doch fragen, was da los ist, wenn derselbe Mann am 19. Februar 2013 auf seinem Blog schrieb:
„Hilfe, die Roma kommen! Die wilde Einwanderungsflut bedroht die deutschen Städte. Ganze Roma-Dörfer kommen mit Sack und Pack und lassen sich in Elendsquartieren im Ruhrpott, in Mannheim und in anderen Städten nieder. Sprachkenntnisse: null. Arbeitsplätze: null. Was machen sie dann? Jeder weiß es.“
Ist er nicht doch ein Wolf im Schafspelz?
Ich will wirklich niemandem Unrecht tun. Ich höre auch, dass Ken Jebsen dem Herrn Elsässer wegen dessen Homophobie sehr öffentlichkeitswirksam die Luft aus dem Schlauch gelassen hat. Und wirklich, mir steht es fern, Leute unbesehen in irgendeine Ecke zu verfrachten, wo sie nicht hingehören.
Ansonsten ist auch mir klar, dass in der aufgeheizten Atmosphäre dieser Tage laufend neue Feindbilder konstruiert werden. Das stört mich. Mir selbst wird vermutlich mit meinem neuen Buch bald auch ein starker Wind entgegenblasen, da ich es wagen werde, Spiritualität mit politischem Engagement zu verknüpfen. Und dann wird in dem Buch auch noch der „Aufruf zur Revolte“ abgedruckt sein, den ich mit Prinz Chaos II. geschrieben habe. Ich ahne jetzt schon, dass es bestimmte linke Hardcore-Kreise geben wird, denen allein schon bei dem Wort „Spiritualität“ das Kotzen kommt – sowie bestimmte bieder-bürgerliche Kreise, die bei dem Wort „Revolte“ an die Decke gehen.
So hat ein jeder auf seinem Feld sich zu beweisen und kann nur hoffen, Schulterschluss zu finden mit ein paar anderen – ohne den Falschen auf den Leim zu gehen. Und so kann ich auch diesen Text nicht mit einem abschließenden Urteil beenden, sondern nur mit der aufgewühlten Nachdenklichkeit, die an seinem Anfang stand.
Mit homophoben Rassisten für den Weltfrieden? Das kann nicht klappen. Ich will und werde aber mit jedem und jeder zusammen für den Frieden, gegen Ausbeutung und für eine bessere, würdigere Welt kämpfen, der und die ehrlichen Herzens ist.
Ich wäre insgesamt sehr froh, wenn wir zu einer offenen und freundlichen Auseinandersetzung finden würden. Ich habe meine Bedenken unmissverständlich vorgetragen. Ich werde auch ohne Vorbehalte zuhören, wenn man gute Gründe vorträgt, diese Bedenken zu zerstreuen.
Sehr gut gefällt mir ein kluger Beitrag des Rappers Kaveh, den ich auf der Seite „Die Freiheitsliebe“ gefunden habe. Der junge Mann schreibt nach einer sehr fundierten Analyse über die Montagsdemos:
„…dass jedoch eher unpolitische bzw. politisch nicht klar einzuordnende Bürger und Menschen aus dem sog. verschwörungstheoretischen Spektrum es schaffen, tausende von Menschen für Demos zu mobilisieren scheint relativ neu zu sein. Daher sollten sich Linke schon die Frage stellen und darüber diskutieren, ob sie in diesen mit dem politischen und wirtschaftlichen System unzufriedenen Menschen nicht strategische Verbündete sehen sollten, anstatt sie zu dämonisieren? Natürlich vorausgesetzt, diese verfolgen keine rassistischen, homophoben, antisemitischen oder andere diskriminierende Meinungen und Ziele.“
Wenn Kaveh zu Recht meint, dass viele Linke keinen Systemwechsel wollten, weil sie zu sehr mit den „transnationalen Konzernen, bürgerlichen Parteien und Mainstreammedien“ verbandelt sind, muss ich ihm trotzdem widersprechen. Mich jedenfalls kann er damit nicht meinen.
Ich bin nämlich durchaus der Meinung, dass nur ein Systemwechsel eine gerechtere Welt erschaffen kann.
Und ich rufe weiterhin zur Revolte auf.

Euer Konstantin

PS:
Wer übrigens der Meinung ist, mir wegen meines Zögerns vorwerfen zu sollen, ich würde nur nörgeln und nichts machen, darf beruhigt sein: ich renne seit ich denken kann selber auf die Straße – für Abrüstung, gegen den Kososvo/Afghanistan/Irakkrieg, gegen die Münchner „Sicherheitskonferenz“ (die eine Kriegskonferenz ist!), auf Anti-Naziblockaden in Dresden … und am 10. Mai werde ich bei der Demo in München gegen das Freihandelsabkommen dabei sein. Also, keine Sorge: ich war und bleibe auch Aktivist.

Showing 61 comments
  • GN

    @Horst

    Ich will diesen sinnlosen Schlagabtausch mit einem konkreten Beispiel für die Untätigkeit der gesättigten und mit sich und der Welt zufriedenen Linken beenden.

    Im vergangenen Jahr gab es die von Inge Hannemann initiierte Petition gegen die Hartz4-Sanktionen. Inge Hannemann ist eine einmalige, couragierte und außerordentlich mutige Frau. Für mich ist das eine „Jeanne d’Arc“ der Neuzeit.

    Es gab dann auch in vielen Blogs zu Anfang der Petition einen Artikel darüber. Auch hier auf HdS. Auf den Nachdenkseiten, Spiegelfechter etc….. eigentlich ein ideales Thema für die Linke, so dachte ich in meiner Naivität damals…..

    Zur Mitte der Petitionslaufzeit waren keine 20.000 Zeichner erreicht. Die Petition drohte zu scheitern. Ich schrieb deshalb die Redaktion der Nachdenkseiten und der des Spiegelfechters an, damit diese um Zeichner für diese Petition werben sollte. Es kam nicht eine einzige Reaktion, nichts!!!

    Dann sprach ich mit Helmut Schnug vom „Kritischen Netzwerk“. Er selbst startete sofort einen Aufruf auf seinem Portal und wollte zusätzlich KenFM (Ken Jebsen) um Unterstützung bitten. Die kam auch prompt. Seitdem kenne und schätze ich Ken Jebsen. Er brachte auch als einziger ein aussagekräftiges Interview mit Inge Hannemann. Alle anderen waren sich wohl zu schade dafür. Ging ja nur um (wohl minderwertige) Hartz4-Empfänger…..

    Von Deiner geschätzten Jutta kam nicht ein Mucks dazu……ist wohl nicht elitär genug das Thema….

    Die Partei der Linken stand auch nicht geschlossen hinter Inge. Lediglich von Katja Kipping kann man das behaupten. Es verwundert mich deshalb auch überhaupt nicht, wenn die „abgehängten“ Menschen nicht mehr zur Wahl gehen und sich auch sonst nur noch passiv verhalten.

    VG

    GN

    Ps: Ich möchte keinesfalls versäumen zu erwähnen, dass sich hunderte Unterstützer für die Petition in persönlicher Form und Person vor die Jobcenter gestellt haben und Unterschriften gesammelt haben. Eine Jutta Ditfurth war da meines Wissens nach nicht dabei…

  • Hanne Fortuna

    Fällt es nur mir auf? Wieder einmal wird hier nur über Personen gesprochen, die in meinen Augen jetzt überhaupt nicht weiterhelfen können. In den gesamten Beiträgen lese ich weder von Alternativen zu den Mahnwachen, noch überhaupt ein Gedanke zu Gründen der Bürger, auf die Mahnwachen zu gehen. Bevor ich mich entschied, für den Frieden die Gemeinsamkeit der Menschen zu suchen, habe ich mich zu Wort gemeldet, fast verzweifelt an die Parteien, an die Medien geschrieben und gefragt, ob denn niemandem vorher klar war: Russland hatte auf der Krim die Schwarzmeerflotte und noch für meiner Meinung nach 30 Jahre das Recht, dort bis zu 40.000 Soldaten zu stationieren? Dann kamen die amerikanischen Politiker aus dem Rohr, brüllten, dass Putin expandieren würde, gerade diese empörten sich über Völkerrechtsverletzung und die EU blies in das schmutzige Kriegsrohr! Und wir Bürger sehen zu, zahlen fleissig Rundfunkzwangsabgabe und Steuern und bleiben auf dem Sofa sitzen? Aber dann passiert etwas: Plötzlich entsteht eine Mahnwache, die größer wird und ihre Kreise zieht. Und alles wird totgeschwiegen, nicht relevant, wie einige behaupten, die Web-Cams werden abgestellt oder mit falschen Standbildern versehen. Es gruppieren sich jetzt eigenständige Organisationen, die plötzlich mit in den Mediensumpf von Berlin gezogen werden. Wir Bürger stehen da, für den Frieden, gemeinsam mit Ukrainern und Russen, Schwerstbehinderten, Familien mit Kindern und müssen uns als Nazi beschimpfen lassen? Immer nur dreht es sich ab sofort um drei Personen, die wohl scheinbar so eine Anziehungskraft besitzen, dass innerhalb von 6 Wochen in bis jetzt 30 Städten Bürger friedlich demonstrieren? Ist das vorstellbar? Scheint wohl so, denn dieses Thema wird immerhin absolut kontant durchgekaut, wie Ziegenleder. Haben Sie alle keine Angst? Was packen Sie alle wirklich an, um auch nur im Ansatz Krieg zu verhindern? Noch nie war der Krieg so nahe! Aber die Mahnwachen werden erstmal niedergemacht. Nein, letztendlich will man nicht gewarnt haben, nur dem doch sowieso unmündigen und leichtgläubigen Friedensidioten sagen, er solle schön aufpassen, sich umsehen, ob da nicht ein verdächtiges Subjekt stehen könnte. Und wie? Was sind die Profile, die Merkmale? Ich soll Menschen verdächtigen, die ich gar nicht kenne? Meine Mam könnte dazu ihr Wort erheben, denn sie erlebte die Zeit der Diskriminierung bis hin zu eindeutigen Zeichen an der Bekleidung! Was ist das alles hier? Völlig losgelöst in der Welt? Gibt es nicht schon genug Elend? Ist der Krieg noch zu weit weg und betrifft es nur die dummen Ukrainer, die auf die Versprechungen des Westens reinfielen, die von ihrer Regierung aufs Schärfste betrogen und belogen, sogar bankrottgerichtet wurden, und nun wieder mit einer noch nicht einmal gewählten Regierung auskommen müssen, die Krieg gegen Russland will? Seit der Medienhetze gegen Russland, nein schon vorher, habe ich gefüllt, dass hier etwas angezettelt wird. Mittlerweile ist es kaum noch zu sagen, wer der Gute und wer der Böse ist. Es beginnt ein Krieg! Um was? Mittlerweile auch schon egal, aber wir können doch nicht zusehen und uns über drei Personen unterhalten und der Ditfurth mit ihrer geistigen Inkontinenz noch TV-Zeit geben? Was werden Sie Ihren Kindern sagen, wenn diese Sie fragen, ob Sie denn nichts getan haben? Wiederholt sich hier Geschichte? Aber wir nehmen Schuld auf uns, wenn wir uns nicht friedlich erheben. Wenigstens kann ich sagen: „Nein, ich habe es laut rausgebrüllt, mit Angst und Mut, denn ich will Frieden überall auf der Welt!“ Ich wünschte mir, dass diese Diskussionen endlich aufhörten, dass sich alle Sänger dieser Welt gemeinsam an den Mahnwachen beteiligen, Konstantin Wecker, Reinhard Mey, Westernhagen, Scorpions! Was wäre das für eine gewaltige positive Energie? Könnten wir nicht alle daran arbeiten? Bitte unterstützen Sie die Mahnwachen, bitte bitte stehen Sie auf, gehen Sie hin! Ich bitte Sie sehr sehr herzlich darum! Freundlichst Hanne Fortuna!

  • Hasenfuß Manuela

    Simone, TOLL du denkst! Das ist viel mehr als die meisten in Deinem oder meinem Alter fertig bringen! Obwohl Jahre zwischen uns liegen, sind unsere Ansichten gar nicht sooooo weit voneinander entfernt. Man muss deswegen nicht immer mit allem einverstanden sein was der andere so von sich gibt. Das gilt auch für deinen Kommentar. Erklärung Würde jetzt aber den Rahmen sprengen! Behalt dir deinen kritischen Blick und gib weiter deinen Senf dazu!
    Übrigens auch ich brauche sehr lange wenn ich einen längeren Kommentar schreiben will. Und auch ich habe lieber ein gegenüber, mit dem ich sprechen kann.
    das was wir und viele andere hier gemeinsam haben,Alle engagieren sich, alle wollen Frieden, alle sch….. Auf das was die Politik verspricht! Man müsste nur schaffen das zusammen zu bringen und da liegt der Hund begraben!
    Du hast meinen Respekt!
    Und das ist wirklich ehrlich gemeint
    Wir müssen jetzt zusammenstehen, der 3. Weltkrieg hat doch schon längst und viel früher begonnen es gibt fast kein Land auf der Welt mehr, in dem kein Blut vergossen wird. Und immer wird dabei irgend eine Ethnie verfolgt, gebeutelt, getötet!

  • GN

    Hallo Hanne,

    ich für mein Teil reagiere hier erst einmal auf das Statement von Konstantin Wecker.

    Und ich verteidige unter anderem die Person von Ken Jebsen, mit der ich persönlich gute Erfahrungen gemacht habe. Zu Herrn Elsässer und Herrn Mehrholz habe ich keine dezidierte Meinung.

    Zu Herrn Mehrholz soweit, das ich sein Engagement schätze überhaupt erst einmal aktiv geworden zu sein, das macht noch lange nicht jeder. Und letztlich waren doch die vielen anderen Mahnwachen auch aus der von Lars Mährholz initiierten erst entstanden.

    Ich verteidige weiter und vehement die Teilnehmer der Mahnwachen gegen die haltlosen Diffamierungen und Beleidigungen der Frau Ditfurth.

    Diese Zeit muß man sich einfach nehmen, auch wenn Du natürlich völlig recht damit hast, dass man jetzt und heute völlig andere Sorgen haben sollte. Nur wenn von Frau Ditfurth versucht wird, meiner Meinung nach, diese junge Bewegung durch haltlose Verunglimpfungen zu zerstören, dann kann und darf das doch nicht unwidersprochen bleiben.

    Darüber hinaus ist der Grund des Ukraine-Konflikts doch nicht nebensächlich, sondern die Kernfrage überhaupt. Es geht in diesem Krieg, wie in fast allen davor liegenden Konflikten um rein wirtschaftsstrategische Interessen. Und solange wir uns nicht eindeutig von diesem todkranken Wirtschaftssystem verabschieden, wird es diese Kriege geben.

    Meinst Du der Syrien-Krieg, der Lybien-Krieg, Ägypten, Tunesien, also dieser fragwürdige „arabische Frühling“ würde zur Herstellung einer Demokratie angezettelt??? Wohl eher nicht.

    Ich habe hier deshalb auch mal den täglichen Erdölverbrauch thematisiert, der allein wird schon in Zukunft genügend Stoff für kriegerische Auseinandersetzungen bieten. Und wenn dann die lieben Mitmenschen meinen, sie könnten weiter ihren sogenannten „Wohlstand“ leben, als ginge sie das nichts an, dann dürfen sie sich auch nicht über die Folgen beschweren.

    Ich habe noch kaum einen Krieg gesehen, wo es nicht um Ressourcen ging. Afghanistan, Irak, wg. des „bösen Bin Laden“….deren Erfinder in den USA (CIA) beheimatet sind. Es darf gelacht werden…

    Eins steht für mich eindeutig fest: Die Machtelite schert sich einen Dreck um die Interessen von Dir und mir. Nur eine wirklich gewaltige Bürgerbewegung könnte überhaupt hier zur Besinnung dieser Machtelite führen.

    Dank Frau Ditfurth und ihrer persönlich unbefriedigten Geltungssucht sind wir sicher davon weiter entfernt den je….

    LG

  • Hanne Fortuna

    Hei GN,

    ich kann alles unterschreiben, was Du sagst, alles! Ich suche nur im Moment keine Schuldigen mehr, das kostet so viel Kraft! Meine Bitte musste ich einfach nochmals formulieren, da die Situation immer schärfer wird! Ich habe Angst, dass uns allen die Zeit davonläuft! Liebe Grüße Hanne

  • Helge Mannteuffel

    @ GN

    Danke! Wir verstehen uns ohne wenn und aber.

    @ Simone, danke, denn die Links, die Du mit viel Aufwand an anderer Stelle reingestellt hast, sind für mich sehr hilfreich. Also wenigstens einer arbeitet sich durch. Du bist für uns “ Alte“ ein echter Hoffnungsträger oder gendergerecht , eine echte Hofnungsträgerin, weil Du keine Mühe scheust, Dich zu informieren und dies differenziert unter die Leute zu bringen.

    Last not least, ich kann es halt nicht lassen:

    Mit das Beste, was ich in puncto Meinungsmache in letzter Zeit gehört habe (ich bin schon lange auf den Nachdenkseiten zu Hause und habe Albrecht Müllers Bücher gekauft , gelesen und gut befunden):

    Die Lügen-Mechanik – Wie wir von den Medien manipuliert werden – COMPACT Live mit Ken Jebsen

    http://www.youtube.com/watch?v=1uQslC2ToNc

    Mal sehen, ob dieser Kommentar veröffentlicht wird, scheue ich mich doch nicht, entliked oder entfreundet zu werden. Jebsen ist sauber!

    Das würden Willy Wimmer, Alfred Grosser, Karin Leukefield, Evelyn Hecht-Galinski, Arnold Hottinger und noch viele gescheite, lebenserfahrene Leute, bestätigen. Da kommen renommierte, Journalisten zu Wort, genau wie Zeitsoldaten, die mutig hinter die Vorhänge einer „Verteidigungsarmee“ schauen lassen.

    Jebsens Zielgruppe ist nach seinen Worten: der Mensch! Und das nehme ich ihm 100 pro ab!
    Links mit Denkverbot kommt einer Kastration des Denkens gleich, da bin ich lieber nix. Jetzt komme ich hierher nur noch zum Lesen, also keine Angst, es muß sich keiner mehr überlegen, ob man meinen Kommentar freigeben soll.

  • GN

    Liebe Hanne,

    ich habe Deinen ersten Beitrag gelesen und der war mir so aus dem Herzen gesprochen, daß ich gut nachvollziehen kann, was Du fühlst.

    Es ist die Ohnmacht….

    Ich will mal versuchen, Dich etwas zu beruhigen, was die aktuelle Lage angeht. Es ist mal völlig egal, was dafür die Ursache ist……aber das sind ja auch Leute, die auch etwas zu verlieren haben. Sowohl die Fraktion USA/EU als auch Rußland können sich eine große militärische Auseinandersetzung nicht leisten. Und deshalb glaube ich auch nicht das es dazu kommt.

    Ausschließen kann ich es natürlich auch nicht, aber ich glaube, daß es die Restvernunft ist, die diese Parteien letztlich zur Einsicht bringen wird.

    Damit diese Politiker wie Obama, Kerry, Merkel & Co. nicht den Eindruck bekommen, ihr Volk stünde hinter ihnen, muß das aber auch gezeigt werden, daß dies nicht der Fall ist.

    Erinnere Dich an 2002/2003 da gingen Millionen Menschen in Europa und gerade auch in Deutschland gegen den Irak-Krieg auf die Straße. Und da konnte Schröder gar nicht anders als sich dieser Meinung im Volk anzuschließen…..

    Hoffen wir mal darauf, daß diese Menschen, wenn sie erst begreifen, daß sie selbst davon betroffen werden, dann auch wieder auf die Straße gehen werden.

    Damit es aber überhaupt so kommt, darfst Du Dich aber auch nicht von der derzeitigen Diskussion fertigmachen lassen. Bleibe hartnäckig bei Deinem völlig berechtigtem kritischen Standpunkt. Gehe weiter zu den Mahnwachen und laß Dich nicht durch diese unsägliche Diskussion davon abhalten….

    Ich bin richtig froh darüber diese Beiträge von Dir, von Simone, Manuela, Helge und vielen anderen hier lesen zu dürfen. Anderes hat mir teilweise überhaupt nicht gefallen und ich habe mich dazu geäußert. Denn bleibt es unwidersprochen, dann führt das auch gleich zu einer weiteren Verunsicherung, so wie Du und Simone es in ihren Beiträgen bereits beschrieben habt..

    Leider sind wir ja räumlich sehr weit auseinander, ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Bonn und Koblenz. Hier gehen die Uhren noch ganz anders. Ähnlich so, wie es Manuela für sich beschrieben hat, sonst würde ich sehr gerne eure Mahnwache besuchen. Gerade den persönlichen Austausch vermisse ich sehr…….

    Ich glaube auch, daß Du und die anderen von mir genannten Mitdiskutanten auch einen sehr guten gesunden Menschenverstand und Instinkt haben an dem sie sich orientieren sollten….

    Jetzt heißt es einfach sich nicht weiter auseinander treiben zu lassen. Gehe bitte wieder zu den Mahnwachen, bleibe aktiv, aber bitte verfalle auch jetzt nicht in Panik….

    Liebe Grüße

    Günter

  • Hanne Fortuna

    Danke GN für Deine herzlichen Worte! Und nein, ich lasse mich nicht unterkriegen, denn mittlerweile stehen auch Familie und Freunde hinter mir! Herzlich Hanne

  • Vivien Treuleben

    Hallo, ich möchte die folgende Nachricht, die ein wenig losgelöst von der begonnenen Diskussion ist, schicken.

    In den kommenden zwei Wochen wird die Regierung ihr Programm für das 25. jährige Jubiläum des Falls der Berliner Mauer öffentlich machen. Kann man sich vorstellen, dass die Regierung auch an diesem Tag die Deutungshoheit über Freiheit und Demokratie hat?

    Ich kann es nicht, weswegen ich in den vergangenen 2 Monaten an der Info-broschüre „Solarzeitalter statt Totalüberwachung – Verabredung zur Kultur®Evolution“, geschrieben habe. Als ehemalige Dokumentarfilmerin mit Schwerpunkt regionale Energiewende sehe ich für die Zivilgesellschaft nur eine Chance: Das Solarzeitalter durchzusetzen.

    Ich habe die Entgleisungen der Montagsdemos nicht recherchiert, mich nur auf der Internetseite von Herrn Mährholz zu seinen politischen Aussagen schlau gemacht. Ich finde sie entsetzlich unqualifiziert.

    Ich bin leider überzeugt davon, dass die Zivilgesellschaft den stillen Putsch von Geheimdiensten, Militär, Konzernen und einer Finanz- und Parteienoligarchie verlieren wird, sollte es ihr nicht gelingt, sich um einen zentralen inhaltlichen Nenner formieren können. Für mich ist der Dreh- und Angelpunkt dabei die Energiepolitik, die Durchsetzung der dezentralen Energiewende, von der alles weitere abgeleitet werden muss.

    Bis zum 8./9. November soll es gelingen, ein hochqualifiziertes Bündnis aus NGOs und der Zivilgesellschaft zu schmieden, das Regierung, EU und Washington auf Basis der erneuerbaren Energien, ihr Verständnis von Demokratie und Freiheit um die Ohren haut. Der Zeitvorlauf ist ausreichend, Millionen sind für die dezentrale Energiewende,

    Der 9.November 1989 hat gezeigt, was in wenigen Stunden möglich ist, wenn die Bevölkerung an einem Strang zieht. Die Forderung nach einer dezentrale Energiewende ist weder Links noch rechts und gleichzeitig das Gebot der Stunde. Die wenigsten ahnen, dass mit Gabriels EEG 2.0 Reform, nicht nur die Endlagerung von Kohlendioxid mitbeschlossen wird, sondern auch der zentrale Konflikt zwischen Militär und Zivilgesellschaft zu Gunsten der zentralistischen Bedürfnisse des Militärs entschieden werden soll.

    Verfassen wir von daher mit den klügsten Köpfen der Nation einen neuen Gesellschaftsvertrag – eine „Solare Pax EUROPEANA“, in der Freiheit und Demokratie von der dezentralen Energiewende abgeleitet und neu definiert wird – und verabreden wir uns für das Wochenende vom 8./9. 11. 2014 zur Kultur®Evolution.

    Wer von dem Arbeits-Handbuch der Geheimdienste, „Von Verleumdungen und Lügen“, gehört hat, ahnt wie schwierig es sein wird, sich zeitnah, so klug in Stellung bringen zu können, dass die breite Bevölkerung mitzieht und sich engagiert.

    Das Solarzeitalter ist ökologisch, volkswirtschaftlich, demokratisch und ethisch von Niemanden in Frage zu stellen und hat in Deutschland Millionen Befürworter, die gilt es zu mobilisieren.

    Versteht man den folgenden Artikel in der TAZ „ Geheimverhandlungen in Genf“ richtig, dann soll es bald gar keine Möglichkeit zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Daseinsvorsorge geben.
    http://www.taz.de/Deregulierung-von-Dienstleistungen/!137455/

    Ich bin Filmemacherin und keine geübte Aktivistin – was der Regierung aber in den kommenden Wochen nicht gelingen darf: Ihre Groß-veranstaltungen zum 8./9. November unkritisiert ankündigen zu können.

    Funzen wir dazwischen, damit das Jubiläum zum Fall der Berliner Mauer zur Weichenstellung für die Rückeroberung von Demokratie und Freiheit wird.

    In den vergangenen Tagen wurden meine PCs ins Nirwana befördert, bitte um Entschuldigung, dass ich aktuell nicht antworten kann.

    Herzlich, Vivien Treuleben

    In

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