Ein Brief an die führenden Persönlichkeiten der Friedensbewegung

Prof. Dr. Mohssen Massarat, aus Teheran stammender Professor für Politik und Wirtschaft am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück mit den Forschungsschwerpunkten Mittlerer und Naher Osten, Energie, Friedens- und Konfliktforschung sowie Nord-Süd-Konflikt, ehemaliger Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Heinrich-Böll-Stiftung, seit 2002 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland, mailt diesen Brief an die führenden Persönlichkeiten der Friedensbewegung zur Kenntnis.
Korrektur zur Erstfassung: Konstantin Wecker stellt ausdrücklich fest, dass es eine Fehlinformation ist, dass er an einer der Montagsdemonstrationen teilgenommen hat. Das Team von HdS bedauert, dies nicht rechtzeitig mit Prof. Dr. Mohssen Massarat vor der Einstellung des Textes auf HdS geklärt und ihn darauf hingewiesen zu haben. (Alexander Kinsky, HdS Redaktion)


Liebe Freudinnen und Freunde der Friedensbewegung,

Ihr habt sicherlich davon gehört, dass seit mehreren Wochen in über 20 deutschen Städten Montagsdemonstrationen mit jeweils mehreren Tausend TeilnehmerInnen stattfinden, die sich als Teil der Friedensbewegung begreifen. Wegen der Mitwirkung von Jürgen Elsässer und der Versuche der NPD, diese Demos zu unterwandern, haben sich die Grünen, die Linkspartei, auch Attac pauschal davon distanziert. Schuld an der voreiligen Abgrenzung sind auch Jutta Ditfurths Kommentare und Äußerungen, u. a. bei Kulturzeit, die diese Bewegung als von Rechten und Antisemiten gesteuerte Bewegung der „Neuen Rechten“ charakterisiert hatte. Demgegenüber haben verantwortungsbewusste Linke, wie der iranischstämmige Rapper Kaveh Ahangar, der selbst aus der Nähe die Montagsdemos in Berlin beobachtet hatte, sich bemüht, mit genauen Recherchen und fundierten Analysen, Licht in die verworrenen Verhältnisse zu bringen. Immerhin haben Kaveh Ahangar und andere erreicht, dass Konstantin Wecker seine ursprünglich ablehnende Haltung gegenüber den Montagsdemos geändert und daraufhin seine Neupositionierung formuliert hat. Ich hänge dieser Mail auch den Text von Pedram Shahyar an – ein vor einiger Zeit bei Attac führend mitwirkender Aktivist – der eine gute Einschätzung der politischen Hintergründe der Montagsdemos liefert.

Ich teile Euch das alles mit, weil ich verhindern möchte, dass auch aus dem Kreis der FB ablehnende Stellungnahmen gegenüber den Montagsdemos abgegeben werden. Ich folge den Einschätzungen von Kaveh Ahangar, Konstantin Wecker und Pedram: Die Versuche der Rechten, die Demos zu unterwandern und die Teilnahme von Esotherikeren und Anhängern diverser Verschwörungstheorien an diesen Demos darf nicht dazu führen zu übersehen, dass sich hier offenbar zahlreiche unpolitische Menschen, auch aus dem bürgerlichen Lager, die noch nie an einer Demo teilgenommen hatten, sich angesprochen fühlen, gegen eine neue Kriegsgefahr und die antirussische Propaganda etwas zu tun. Diese Stimmung ist m. E. in der Bevölkerung in der Tat sehr weit verbreitet. Man braucht sich nur die umfangreichen Leserbriefe in fast allen Tageszeitungen anzuschauen und zu registrieren, dass einzelne Journalisten, wie Hans-Ulrich Jörges, die gegen die gegenwärtige Propagande ihre Geduld verloren haben oder auch
konservative Politiker aus allen politischen Lagern, wie Helmut Schmidt, Klaus von Dohnanyi, Armin Laschet, ganz zu schweigen von Matthias Platzeck, Erhard Eppler, Egon Bahr etc., sich klar gegen die gegenwärtige dumme Nato-/EU-Politik äußern, um zu verstehen, dass eine allgemeine Unzufriedenheit viele Menschen bewegt.

Kein Wunder, dass die Initiative der Montagsdemos, die vor allem über Facebook kommuniziert wird und offensichtlich auch mit neuen Verbalisierungsmethoden organisiert wird, bei vielen Menschen ankommt, während traditionelle Protestformen dies halt nicht schaffen. Bei den Montagsdemos nehmen seit Wochen deutlich mehr Menschen teil, als die FB bei den Ostermärschen zu mobilisieren in der Lagen war.

Aus alledem möchte ich den Vorschlag unterbreiten, möglichst bald eine Großdemonstration gegen die Nato-Russland- und Ukraine-Politik und das Verhalten der EU zu organisieren und dabei die Hauptinitiatoren der Montagsdemos, insbesondere Ken Jebsen und Lars Mährholz, mit einzubeziehen und darüber hinaus auch Konstantin Wecker als Mitveranstalter zu gewinnen. Ich bin ziemlich sicher, dass sich Millionen Menschen in Deutschland angesprochen fühlen und einige Hunderttausend auch an einer solchen Demo teilnehmen würden, mit dem wichtigen Nebeneffekt, dass dadurch den Montagsdemos eine eindeutige friedenspolitische Stoßrichtigung gegeben werden könnte, die den rechten Opportunisten und Populisten das Handwerk legt und sie an den Rand drängt.

Mit den besten Grüßen
Mohssen Massarrat
http://mohssenmassarrat.weebly.com/

Pedram Shayar: Montagsmahnwachen: Tahrir oder Teaparty?
http://pedram-shahyar.org/2014/04/montagsmahnwachen-tahrir-oder-teaparty.html

Kaveh Ahangars Kommentar vom 23.4. (oben erwähnt):

Es ist erschreckend wie einseitig die Massen-Medien und unterschiedliche linke Gruppen und Aktivisten von den Montagsdemos berichten. Ich bin am Montag demonstrativ mit meinem Spuck auf Rechts T-Shirt auf die Mahnwache zum Potsdamer Platz gefahren und habe mir das ganze Live angeschaut. Es waren zwar Anhänger und Parteifunktionäre der NPD, Pro Deutschland, AFD etc. anwesend, aber genauso auch eher unpolitische Menschen, Linke, Punks usw. und selbst eine Solidaritäts-Flagge mit den Flüchtlingen am O-Platz wurde geschwungen. Es war also ein durchmischter Haufen von 1500-2000 Menschen, die zur Mahnwache kamen. In diesem Kontext sollte man nicht vergessen, dass die Demonstranten früherer Anti-Kriegs-Bewegungen auch heterogen waren und von links bis rechts alle möglichen Strömungen vertreten waren.
Die Redebeiträge, die ich miterlebt habe (u.a. von Mährholz, Popp und Elsässer) hatten keinen diskriminierenden Unterton und Wojna, der Rapper von der Bandbreite, hat sich selbst sogar ausdrücklich als Linker bezeichnet.
Diese ‘‘neue Friedensbewegung‘‘ schafft es relativ viele Menschen zu mobilisieren und für die Kriegsgefahr zu sensibilisieren, was die linke Friedensbewegung in den letzten Jahren leider versäumt hat, während einige selbsternannte linke Parteien und Gruppen erst gar nicht ernsthaft versuchen eine starke neue Friedensbewegung auf die Beine zu stellen. Anstatt die deutsche Unterstützung von Neofaschisten und Neoliberalen in der Ukraine und die voller Doppelstandards steckende westliche Eskalations- und Interventionspolitik zu kritisieren, schlagen sie lieber auf Mährholz und co. ein.
Die Stärke dieser neuen Montagsdemos liegt natürlich nicht zuletzt an dem medienwirksamen Journalisten Ken Jebsen, der es perfekt versteht mit einer Mischung aus Entertainment und kritischen Analysen die Mitte der Gesellschaft abzuholen. Die Organisatoren sind zudem sehr gut vernetzt und auch technisch gut gerüstet. Alles Voraussetzungen, die Linke bisher nur unzureichend erfüllen. Es ist klar, dass linke Kräfte weiterhin Friedensdemos organisieren sollten, die nicht rechtsoffen sind und in denen Rassisten wie Elsässer keinen Platz haben. Diese laufen ja sowieso weiter und neue Friedensdemos sind auch schon in Planung. Aber ich glaube auch, dass Linke nicht davor zurückschrecken sollten mit Leuten wie Ken Jebsen, Märholz oder die Bandbreite zusammenzuarbeiten, weil diese keine diskriminierenden Elemente in ihren Diskursen aufweisen, auch wenn man deren Analysen nicht teilen oder für verkürzt halten mag. Der ihnen an den Kopf geworfene Vorwurf, sie seien Antisemiten ist eine klare Verleumdung. Das ist wohl – neben finanziellen und promotechnischen Vorteilen – auch der Grund, warum Jebsen für den Compact schreibt und die Bandbreite in seltsamen Zirkeln auftreten. Ohne Compact & co. in Schutz nehmen zu wollen, verstehe ich die Verzweiflung, die dahinter steckt von allen Seiten denunziert und zu Unrecht als antisemitisch oder rechts diffamiert zu werden. Dies treibt Menschen halt dazu dubiose und fragwürdige Foren zu nutzen. Man könnte Mainstream-Journalisten ja genauso vorwerfen für Medienanstalten zu arbeiten, die von kapitalistischen Konzernen betrieben werden.
Linke sollten sich meiner Meinung nach auch den sog. Verschwörungstheoretikern und ‘‘Truthern‘‘ öffnen, sofern diese keine rassistischen, anti-jüdischen, sexistischen, homophoben oder sonst wie diskriminierenden Meinungen und Ziele vertreten. Zumindest stellen diese Leute kritische Fragen, sprechen sich gegen Interventionskriege aus und arbeiten nicht so eng mit der Regierung, den Medien und multinationalen Konzerne zusammen wie viele sog. Linke es tun. Der Grund, warum sich gerade die Grünen und die Linkspartei von diesen Mahnwachen distanziert haben ist unter anderem, dass sie befürchten eine neue Bewegung von Nichtwählern könnte entstehen, die sie am Ende Wahlstimmen kosten könnten. Themen wie Militarismus und Imperialismus werden von vielen sog. Linken ignoriert, weil sie unter anderem aufgrund der pro-israelischen und pro-amerikanischen Positionen und persönlicher Vorteile im Zuge der Regierungsbeteiligung (siehe z.B. Joschka Fischer), westliche Interventionskriege befürwortet und sogar selber daran beteiligt waren.

Hier noch einige weitere von Kaveh Ahangar empfohlene Artikel zum Thema:

http://lowerclassmagazine.blogsport.eu/montagsdemos-der-faktencheck/#respond

http://www.freitag.de/…/showdown-der-friedensfreunde

Showing 67 comments
  • NATURDESIGN

    Natürliche Mechanismen
    Sie sind energetisch im Ergebniss immer = ausgeglichen.

    Der Handel mit Profit, ist rein Energetisch gesehen, nicht ausgeglichen.
    Was dem einen der Gewinn ist, ist für den anderen der Verlust.

    Betrachtet man das derzeitige „DOLLAR“ – Geldsystem unter dem rein energetischen Aspekt, findet eine energetische Verlagerung statt, die sich Derzeit explosiv entwickelt. Diese verlagerte Energie, kann sich dann nur in einen Krieg oder Umkehrung des System wieder ausgleichen.

    Erklärung der NATÜRLICHEN MECHANISMEN
    Das ATOM eines jeden Elementes, ist energetisch im Ergebnis = ausgeglichen.
    Die Struktur eines jeden Atom bewirkt es, die unterschiedlichen, gegensätzlichen und neutralen, energetischen Kräfte, in einem Atom, im Gleichgewicht zu halten.

    Verbindet sich ein Sauerstoffatom mit zwei Wasserstoffatomen zu einem Molekül, so entsteht das Molekül Wasser.

    Das MOLEKÜL Wasser, ist wiederum energetisch im Ergebnis = ausgeglichen.
    Obwohl das Wassermolekül energetisch ausgeglichen ist, bildet es in seiner Struktur und Anordnung seiner energetischen Kräfte einen Dipol.
    Der Dipol des Wassers in Verbindung mit Organischen Stoffen und Umwelteinflüssen, wie Licht , Temperatur und Bewegung durch Winde, führte zu der Bildung von Leben, zu Erst in der Form von Genen in Einzellern.

    Die EINZELLER sind, als ein Organ in einem Raum = Lebensraum, den sie zum Überleben benötigen,
    im energetischen Ergebnis = ausgeglichen.

    Aus den Einzellern entwickelten sich die Mehrzeller.

    Die MEHRZELLER sind, als ein Wesen in ihren Lebensraum, den sie zum überleben benötigen,
    im energetischen Ergebnis = ausgeglichen.

    Der Mensch, als ein Lebewesen, in seinen bis Heute nicht in der Größe definierten Lebensraum,
    ist im energetischen Ergebnis = NICHT ausgeglichen.

  • Marco

    Sehr schön! Ich bin dem Blog jetzt mal bis ins Jahr 2010 gefolgt und großteils mit den geteilten Gedanken identifizieren. Ich würde es begrüßen, wenn Menschen wie Konstantin Wecker oder Prof. Dr. Mohssen Massarrat der Bewegung Impulse geben.

  • Zimbi

    Hallo Alexander Kinsky,

    vielleicht darf ich dir auch ein Video nahe Legen, ist nur ganz kurz, aber soll darstellen wie der überwiegende Teil denkt mit dem Titel

    „Neues aus dem Schwarm“

    https://www.youtube.com/watch?v=7_ZFe2ePNds

    Sonst bleibt eigentlich nicht viel zu sagen, Florian Hausschild hat einen Blog, Lars hat einen, und der größte Kritiker, der wahrscheinlich selber nicht weiß, wieso er gegen die Mahnwachen ist, Roland Rieger hat keinen Blog 😀

  • Ingrid Mengeringhaus

    Mir gefällt dieser Brief :) … ich habe schon gedacht nichts ist unfriedlicher als Personen … die für den Frieden sind … einer will dem anderen über sein … zu einem großen Ganzen werden alle benötigt … ausgenommen natürlich, die Personen die schon selbst angeführt wurden … die einzige Irritation, die ich beim lesen des Briefes hatte … war der Name Ken Jebsen

  • Hasenfuß Manuela

    Liebe Kommentatoren!
    Es ist so ermüdend! Immer dreht sich alles im Kreis und es wir der ewig gleiche summs wiedergekäut! Jeder einzelne Satz wird zerpflückt und vor allem aus einem großen und ganzen gerissen! Irgendwie hat es für mich einen eher abschreckenden Charakter! Ich habe den Eindruck, den Leuten hier geht es nicht ( mehr) um Frieden! Es ist doch jetz wirklich so was von scheißegal ob sich ein paar rechte rumtummeln! geben wir ihnen halt einfach keine“Audienz“! Es gibt einen spürbaren „Rechtsruck“ und zwar in ganz Europa! Das ist es worüber wir uns wirklich sorgen müssten!
    Was Prinz Chaos wie er sich nennt in seinem Artikel schreibt, finde ich wie ich schon erwähnte sehr gut! Man kann darüber nachdenken! Seine Einstellung, wie beschrieben finde ich sehr gut! Deswegen heißt das auch nicht, dass ich mit allem was er von sich gibt einverstanden sein muss! (Z.b. Stichwort Marxismus! Das tut hier aber hier nichts zur Sache)
    Lg Manuela

  • Hasenfuß Manuela

    Ein kleiner Nachtrag!
    Ich bin auf der Suche nach dem Frieden, ich bin auf der Suche wie man es anstellt ihn zu bekommen!
    Vielleicht erwarte ich aber einfach zu viel!
    Vielleicht gibt es da ja auch einen gewissen Stadt-Land Interessenkonflikt? Oder sagen wir Stadt tickt anders!
    Keine Ahnung! Bleib trotzdem da ( obwohl ich noch nie die Linken sondern immer nur Grün oder SPD gewählt hab). Is auch nicht das gelbe vom Ei
    Lg
    Manuela

  • Karin

    Mir kommt es oft so vor als ob die Entscheidungsträger einen Weltkrieg wollen und die Friedensdemos von Menschen die sich nicht abstempeln lassen wollen (was aber dennoch passiert), als Gefahr gesehen wird und im Weg stehen und quasi verteufelt werden.

    Wir sollten in erster Linie lernen den Menschen zu sehen aber wie macht man das? Die Konditionierung ist zwar letztlich immer da kann sich aber ändern.

    Es gibt eine Übung in dem Buch „Reines Gewahrsein“ von Peter Fenner. Er ermutigt uns uns gegenseitig einmal:
    1. Positiv ZUZUHÖREN
    2. Negativ ZUZUHÖREN
    3. Unvoreingenommen ZUZUHÖREN

    Es ist leicht sich positiv zuzuhören. Der politische Dialog Ditfurth und ihre Neurechte Erfindung ist eine Negativ Erzählung. Unvoreingenommen zuhören, heißt einfach nur präsent sein und nicht zu werten, auch wenn das Gesagte nicht unseren Präferenzen entspricht. Das muß geübt sein. Es gibt Platz für alle Gedanken. Die Erfahrung zeigt, daß selbst wenn wir nicht einer Meinung sind wir doch zueinander finden in dem wir uns zuhören und es ist komisch es gibt Momente wo die Konditionierung lahm gelegt wird und wir ins HIER und JETZT eintauchen und uns nahe stehen.

    Probiert es mal aus. Negatives Zuhören kann sogar lustig sein… Es ist nur ein Rollenspiel aber es zeigt uns, daß es gar nicht so schlimm ist etwas für sich zu untersuchen was ein anderer Mensch nicht mag und mitteilt. Solange keine Gewalt daraus entsteht – wird Leid auf Erden nur verringert.

    http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1/278-9702905-2900942?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=peter%20fenner&sprefix=peter+fenn%2Caps&rh=i%3Aaps%2Ck%3Apeter%20fenner&ajr=2

  • eulenfeder

    …uff ! – wer da gerade schweissgebadet in der redaktion sitzt – und einem freischaltungssyndrom nahe ist – dem spendiere ich ein weissbier ! – prost !!

  • Franz

    Alles sicher gut gemeint –

    nur: ich will nicht auf einer Versammlung mittun, oder sie bewerben, auf der stadtbekannte Nazis wie in München Richter geduldet werden, so einfach ist das.

    Die Bezeichnung „Friedensbewegung“ ist nicht geschützt, jeder kann das Etikett benutzen (sogar die Bundeswehr ;-).

    Wenn man aber damit anfängt, und die „alte Friedensbewegung“ ignoriert, und gleich sich selber den allgemeingültigen Titel „Friedensbewegung“ gibt, ist das für mich doch Trittbrettfahrerei und bewußte Mißachtung der „alten Friedensbewegung“. Kann man versuchen. Aber man möge dann bitte nicht so tun, als ob das besonders friedlich wäre.

    Keine Ahnung wie sich das lösen läßt.

    „Es ist klar, dass linke Kräfte weiterhin Friedensdemos organisieren sollten, die nicht rechtsoffen sind und in denen Rassisten wie Elsässer keinen Platz haben.“
    – sehr großzügig, Herr Massarrat.

    ich z.B. lege gar keinen großen Wert darauf, daß Friedensaktivisten mit „linken Kräften“ gleichgesetzt werden, auch wenn das oft der Fall ist. Ich lege aber Wert darauf, daß Menschen die Friedenspolitik vertreten wollen – egal in welcher Form – eine klar erkennbare Trennungslinie zu Faschisten, Rassisten und ähnlichen Menschenfeinden ziehen.

    Wie ich lese, gibt es lokale Montagsdemonstrationen, die sich dieser Mühe unterziehen – Hoffnung. In München ist davon wohl noch nichts zu bemerken.

    Wir werden sehen.

  • ak

    Danke und Prost zurück!

  • Joshua

    @eulenfeder 30. April 2014 um 11:46: DANKE!!! :-)
    @wer mit dem teufel tanzt 30. April 2014 um 14:55 und um 21:40: Ein Shitstorm ist definitiv keine Gewalt (im gemeinhin anerkannten Sinne). Es ist eine gebündelte Meinungskundtuung, nichts weiter.
    @Andrea 30. April 2014 um 17:13: DANKE!!! :-)
    @Florian Hauschild 30. April 2014 um 19:02: Danke!
    @Lars Maerholz 30. April 2014 um 19:36: DANKE! Übrigens: ich freue mich so sehr darüber, was dir gelungen ist! :-) (Nur nicht in die Ego-Falle, des Teufels Küche (die viele Geschmacksrichtungen und -nuancen hat), geraten! Aber das könnt ich mir bei dir nur sehr schwer vorstellen. :-) Jeder muss selbst seine eigenen Gedanken- und seelisch-geistigen Probleme erkennen, nicht abwehren und nicht nach außen projizieren. Bitte muntere jeden dazu auf, Ehrlichkeit zu schätzen, Wahrhaftigkeit zu lieben – auch wenn sie den eigenen aktuellen Vorstellungen widerspräche. Bitte auch „böse/schlechte Menschen“ lieben: wir haben keine andere Wahl auf dem Weg zum Menschenfrieden sowie zu unserer eigenen Fried- und Glückseligkeit; Urvertrauen- und (Selbst-)Liebe-Mangel, Bewertung/Ausgrenzung, Stolz/Angst, Abspaltung/(Selbst-)(Mini-)Traumatisierung, Unzufriedenheit/Verbitterung, Ego, (Selbst-)Hass/(Selbst-)(Mini-Ver)GEWALT(igung), Gier/Ablenkung erzeugen Urvertrauen- und (Selbst-)Liebe-Mangel, Bewertung/Ausgrenzung, Stolz/Angst, Abspaltung/(Selbst-)(Mini-)Traumatisierung, Unzufriedenheit/Verbitterung, Ego, (Selbst-)Hass, (Selbst-)(Mini-Ver)GEWALT(igung), Gier/Ablenkung.)
    @Alexander Kinsky 30. April 2014 um 20:13, @eulenfeder 30. April 2014 um 20:53: Wie der User Guter Text am 1. Mai 2014 um 11:30 schon sagte: Lars Maerholz 30. April 2014 um 19:36 meinte mit „Wecker war auf noch keiner Mahnwache“ sicherlich die neuen Mahnwachen, um die es hier schließlich geht. Dass dies für euch aus dem Kontext nicht ersichtlich ist, ist unverständlich – auch wenn er sich unkorrekt ausgedrückt hat.
    @Fx 30. April 2014 um 20:26: DANKE!
    @paul frolov 30. April 2014 um 20:51: Danke!
    @Guido Dringenberg 30. April 2014 um 21:11: Danke! :-)
    @Roland Rieger 30. April 2014 um 23:06: Es ist legitim Fragen zu stellen. Jede vollständige Frage impliziert schon irgendeine/-welche Aussage/-n. (Z.B. wenn ich frage „Wie heißt du?“, impliziert es die Aussage, dass ich davon ausgehe, d a s s die gefragte Person irgendwie heißt.) Daher sind auch deine impliziten Behauptungen – obwohl nicht mit Belegen versehen – legitim. Ich zitiere dich: „Mächtigst viele “Warum?” für eine “Friedensdemo” finde ich.“ – Welchen Maßstab legst du zugrunde, wo es doch angesichts der Unendlichkeit der möglichen impliziten Aussagen von Fragen potentiell unendlich viele Warum-Fragen bzgl. eines Gegenstandes gibt?! Und ich zitiere weiter: „In meinen Augen eher sektenähnlich und so gar nicht sonderlich friedlich“. – Eine Sekte ist eine Gruppe Menschen mit weitgehender geistiger Übereinkunft in gewissen Dingen, die sich abspaltet von einer vorher bereits bestehenden entsprechenden Gruppe („sektieren“) (weshalb z.B. die ganzen Kirchen heutzutage korrekt als „Sekten“ bezeichnet werden können – inkl. RK; sie entstanden alle aus dem Urchristentum). Diese Menschen auf den Montagsdemos können also nicht als Sekte bezeichnet werden – was aber nicht mal schlimm wäre, wenn sie eine Sekte wären (s. o.). Die röm.-kath. K. hat den Begriff „Sekte“ nur eben über die Jahrhunderte negativ belegt, obwohl sie selbst eine Sekte ist – Abweichler vom RK-Kanon waren dann „Ketzer“, „Hexen“, „Häretiker“ … wir kennen die Geschichte wohl alle. Weshalb es in Deutschland also „Sektenbeauftragte“ gibt (als „Beauftragte einer Sekte“ soll der Begriff wohl nicht verstanden werden), ist leicht erklärbar: Die RK und die Ev. K. haben ihren Einfluss – wie schon immer – geltend gemacht: sie haben den Begriff umdefinieren lassen und dem entsprechend die „Sektenbeauftragten“ initiiert. Und nun noch eine Frage: wo bitte hast du Gewalt auf den Montagsdemos wahrgenommen, wenn du schreibst, sie seien nicht friedlich?!
    @Jakobiner 1. Mai 2014 um 11:16: Das ist keine gute Idee, wenn sie zu politischen Führern werden sollen; die etablierten Parteien sind im Kern (Geldmonopol und Kreditgeldschöpfung) systemtreu. Frei nach Ken Jebsen: Wir brauchen keine Führer, denn jeder Führer kann in die Irre leiten (ob absichtlich oder nicht). Ein Führer entfernt einen von einem selbst; wir müssen uns selbst anschauen und in uns gehen – anders geht es nicht. Wir brauchen keine Politiker als Führer; wir müssen lernen, unsere jeweils eigenen Führer zu sein – in Liebe.
    @a.neuewelt 1. Mai 2014 um 11:27: Danke! :-)
    @Die Hoffnungsvolle 1. Mai 2014 um 12:34: Danke!
    @aristo 1. Mai 2014 um 13:55: Danke!
    @eulenfeder 1. Mai 2014 um 14:15: Danke!
    @Alexander Kinsky 1. Mai 2014 um 14:27: Danke! :-)

    Ich liebe euch. :-)

  • Joshua

    @Karin 2. Mai 2014 um 18:49: DANKE! :-) Habs mal mit meinem Vater ausprobiert … war super aufschlussreich – über mich! Eine hilfreiche Übung zur Friedensförderung! :-)

  • eulenfeder

    hallo Franz…
    münchen braucht keine solche demos – ist ja die friedlichste weil sicherste stadt in germanski – dank allgegenwärtiger polizeipräsenz ! — und wer von der csu regiert wird braucht auch keine rechte unterwanderung mehr…. haha…. lol

  • Helge Mannteuffel

    Meine Empfehlung:

    Machts kurz, zu lange Elaborate ermüden!

    @ Simone
    Bleib Dir treu. Ich like Dich für Deine differenzierten Betrachtungen!

    und fantastisch :Mohssen Massarra

    Chaos und Hegemonie
    Wie der US-Dollar-Imperialismus die Welt dominiert
    Prof. Dr. Mohssen Massarrat analysiert den Hintergrund brillant auf 8 Seiten, die sich lohnen: >>>

    http://www.business-reframing.de/der-dollarimperialismus/

  • Franz

    Hallo eulenfeder ..

    „.. solche demos ..“

    München braucht und hat viele Antikriegs- oder Friedensaktionen.

    Sie werden so oder so kaum wahrgenommen.

    Aber was ist das Problem klarzustellen, daß Rassisten u.ä. damit nicht zusammenpassen?

    Muß man „die“ akzeptieren, damit es „groß“ wird, nur so?

    Anders Beispiel, nicht München:
    … Elsässer hat mit der Organisation nichts zu tun .. er redet dort nur ..

    Ich trau der „Friedensliebe“ nicht, wenn man so jemanden auf die Bühne holt. Das Publikum ist das eine – und ich kann mit vielen diskutieren, kein Problem – aber Veranstalter zeigen mit ihren „Gästen“ auf der Bühne vor, wie sie es sich politisch vorstellen – und da hört bei mir die Beliebigkeit auf.

    Ich gehe auch davon aus, daß die tatsächlichen regierungsamtlichen Kriegstreiber sich darüber auch durchaus freuen .. die haben viele gut bezahlte Leute, die mit ihrer NSA-Technik uns gemütlich über die Schulter schauen können …

  • eulenfeder

    jaja – schon klar Franz –
    mein einwurf war ja duch und durch ironisch gemeint….
    gruss

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