In Bewegung geraten!

PrinzChaosIIPrinz Chaos II. schreibt nach der Montagsmahnwache in Berlin am 28.4.2014

Meine kurze Rede am 28. April 2014, am Ende der Montagsmahnwache in Berlin, war nicht geplant und mit niemandem abgesprochen. Ich trage die Verantwortung dafür ganz und gar alleine. So spontan die Rede selbst war – und für meine Verhältnisse war sie auch nicht gerade eine inhaltliche und rhetorische Glanzleistung – so sehr stehe ich dazu, die von Jutta Ditfurth geforderte und von vielen Linken mitvollzogene Blockadelinie gegen die Montagsmahnwachen durchbrochen zu haben.
Dabei habe ich, wie man weiß, von Heiligendamm bis Dresden eine große taktische Affinität zu Blockaden. Aber diese spezielle Blockade kam mir von Tag zu Tag immer falscher vor.
You see: als Aktivist habe ich es immer als meine Aufgabe betrachtet, mit Leuten zu diskutieren, die nicht meiner Meinung sind. Das macht mir oft keinen Spaß, wenn ich etwa seit meinem Coming Out mit 16 Jahren immer wieder erklären darf, seit wann ich denn gewusst hätte, dass ich schwul bin, woran ich es gemerkt hätte oder gar ob Schwule mehr Hämorrhoiden hätten… Ich sehe die Aufklärung hierüber als wiederkehrenden Akt der Entwicklungshilfe an. Auch gegenüber Leuten mit rassistischen Ideen erlege ich mir Disziplin auf, halte ich mich an das gute Lenin-Wort: „Geduldig aufklären“ und setze mich argumentativ mit ihren Vorstellungen auseinander.
Sicher: mit Leuten, die Schwule oder Nicht-Biodeutsche oder Juden für minderwertig oder nicht existenzberechtigt halten, diskutiere ich nicht. Gegen die betreibe ich … Blockadepolitik, eine Politik der Ächtung: kein Fussbreit! – wobei ich zunehmend der Rassismusdefinition als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ zuneige.
Wieso habe ich dann bei der Mahnwache gesprochen? Nun, zunächst habe ich mit den dort anwesenden Menschen gesprochen.
Dieser Prozess begann auf Facebook und zog sich bereits vierzehn Tage hin, bevor ich mich entschloss, mir in Berlin selbst ein Bild zu machen – denn die Kluft zwischen der Zuschreibung einer „antisemitischen / kriegslüsternen / neurechten / homophoben“ Bewegung und den Eindrücken, die ich im Chat und den Kommentarspalten sammelte, war mir unerträglich geworden.
Diese meine Diskussionen waren der erste Verstoß gegen die verordnete, linke Blockadelinie. Diese nämlich beinhaltet auch, dass Diskussionen mit den Leuten auf den Mahnwachen reine Zeitverschwendung sind. Man stoße, so heisst es, zuverlässig auf verbohrte und verschwörungstheoretisch verblendete Menschen mit geschlossenem, neurechten Weltbild. So ähnlich begründete auch die Linkspartei ihre entsprechende Anweisung an alle Kreisverbände, sich auf keinerlei Diskussionen einzulassen.
Spätestens da regte sich offener Unmut, nicht nur bei mir. Zunächst erscheint mir diese Haltung als Kapitulationspolitik, die Menschen abschreibt und kampflos aufgibt. Aufgabe einer Linken, die sich ernst nimmt, wäre, selbstbewusst in die Debatte einzusteigen, eigene Argumente und Analysen zu liefern – und eine eigene Aktionsperspektive gegen den drohenden Krieg und die kollektive Kamikazefahrt der Menschheit im Vielzuspätkapitalismus zu entwickeln!

Neues aus der Hohlwelt
Stattdessen war die Strategie der Blockade von Anfang an verbunden mit einem Vorgehen, das ich nicht erst am Montag eine Dämonisierungskampagne genannt habe.
Sicherlich: im Umfeld der Montagsmahnwachen wird ein sensationell breites Spektrum der Kritik an bestehenden Verhältnissen und gängigen Auffassungen geäußert. Und es ist fraglos der Fall, dass in diesem Gebräu z.B. auch Versatzstücke antisemitischer und geschichtsrevisionistischer Diskurse mitschwimmen oder sehr altertümliche Vorstellungen von der Natürlichkeit traditionellen Familienlebens. Solche antisemitischen, nationalistischen und heteronormativen Anschauungen gilt es nachhaltig und konsequent zu bekämpfen. Selbstverständlich.
Ich selbst war es übrigens, der dies in einem Interview mit einem Professor der Anglo-Amerikanischen Geschichte am Beispiel der FED und der sie umgebenden, originär antisemitischen Geschichtsmythen exemplarisch getan hat.
Ich finde es auch bemerkenswert, wenn eine Friedensbewegung in einem Land, das immerhin drittgrößter Waffenexporteur der Welt ist, sich an der US-amerikanischen Zentralbank abarbeitet, anstatt die Kriegstreiber und -gewinnler im eigenen Land ins Visier zu nehmen.
Allerdings kenne ich die Szene im Netz ein wenig, und ich denke, wir müssen einmal über den Topos „Verschwörungstheorien“ sprechen.
Ich gestehe es: vor einiger Zeit hatte ich an meinem Küchentisch (!!) jemanden sitzen, der daran glaubte, die Erde sei innendrin hohl, am Süd- und Nordpol gäbe es jeweils geheime Eingänge zu dieser Hohlwelt und da drinnen lebten Wesen, die die Menschheit beherrschten. Der Freund, der uns diese schockierenden Erkenntnisse auftischte, war wenige Tage zuvor polizeilich aus seiner Wohnung geräumt worden. Er hatte einen langen juristischen Kampf gegen die Hartz-IV-Bürokratie verloren – und sich selbst dabei in den Weiten des Internets.
Nun glaube ich ganz und gar nicht an eine hohle Welt. Eher glaube ich an hohle Hirne. Aber ich glaube vor allen Dingen an Menschen. Und ich gebe Menschen nicht einfach auf, nur weil sie verzweifelt sind und Blödsinn reden. Kurz, der Freund hat sich in den vergangenen Monaten ein wenig gefangen – auch, weil wir, bei allen Diskussionen über seine wirren Ideen, menschlich zu ihm gehalten haben. Seine Vorstellungen vom Aufbau der Welt nähern sich sukzessive wieder dem Stand der Physik an.
Dass so jemand an meinen Küchentisch gerät, ist freilich für sich genommen schon aussagekräftig. Es zeigt, wie sich das Allgemeinwissen in den Zeiten des Internets aufgeladen hat mit allerhand Vorstellungen, die dem offiziell anerkannten gesunden Menschenverstand zuwiderlaufen. Und ist, von Absurditäten und rechten Hoarxes abgesehen, diese Suche nach alternativen Erklärungen nicht eine verständliche und grundsätzlich sehr zu begrüßende Reaktion vieler Menschen auf die Krise eines rettungslos im letzten Jahrtausend feststeckenden Common Sense? Und wie viele ursprünglich für paranoide Phantasmen gehaltene Behauptungen haben sich, Snowden sei Dank, inzwischen als Realität entpuppt?

Autobiographisches
Ich habe seit meiner Sozialisation als klassischer Marxist in den 90er Jahren drastische Veränderungen meines Lebens und Denkens hinter mich gebracht. Im Ergebnis bin ich kein Materialist mehr, so sehr ich den Marxismus weiterhin für eine essentielle Grundlage meines Denkens halte. Aber ich habe weitergelesen und Vieles in Frage gestellt, habe andere Denkrichtungen an mich herangelassen, meinen chaotischen Interessen frei folgend.
Ich bin eingetaucht in die Gegenkultur der Elektrohippies, der Techno- und Goaszene. Ich bin dabei antikapitalistischer Aktivist geblieben, war in Genua und Prag und kann sechs Sorten europäisches Tränengas am Geruch erkennen.
In Köln habe ich Anglo-Amerikanische Geschichte, Japanologie und Mittlere und Neue Geschichte studiert. Ich habe eine Therapie bei einem Schamanen absolviert, bin nach Indien gereist und habe in Japan gelebt. Seit 2008 lebe ich in einem Gemeinschaftsprojekt, in Südthüringen.
Wir sind kürzlich mit sämtlichen Stromzählern zu den Energiewerken Schönau gewechselt. Ich habe inzwischen mehrere Hundert Bäume gepflanzt, mich diesen März einer Heilfastenkur unterzogen, esse kaum noch Fleisch, habe Kaffee und Kuhmilch weitgehend abgeschafft und treibe Yoga.
Ich bin in all dem keineswegs so vorbildhaft, wie das jetzt vielleicht klingt. Im Gegenteil: ich bin sehr schwankend und erlebe immer wieder Rückfälle, die ich mir auch gestatte. Aber die konkreten Fragen nach dem anderen Leben, danach wie eine andere Praxis im Alltag aussehen und gestaltet werden kann, die Bereitschaft zum ernsthaften Experiment und zur radikalen Veränderung des eigenen Alltags – all das beschäftigt mich intensiv.

Über den Umgang mit Menschen
Diese Fragen beschäftigen auch die Menschen auf den Mahnwachen. Und es stört mich, wie diese Beschäftigung von vielen Traditionslinken bestenfalls als „Obskurantismus“ belächelt, mitunter pauschal als „Rechtsesoterik“ diffamiert, jedenfalls in keiner Weise als Suchbewegung hin zu einer würdigeren und nachhaltig wirtschaftenden Welt anerkannt wird.
Allgemein stört es mich, wenn mit Menschen unfair umgegangen wird. Ich war Mobbingopfer und Mobbingtäter in meinem Leben. Ich möchte beides nicht mehr sein.
Ich finde es von daher seltsam, wenn die Denunziation Ken Jebsens durch Henryk M. Broder mit einem Mal von allen, die Broders Methoden sonst strikt ablehnen, unhinterfragt als Faktum angenommen wird. Oder wenn Jutta Ditfurth anfänglich sagte, Ken Jebsen sei „homophob“, was er meines Erachtens nachweislich nicht ist.
Ich finde fürchterlich, wenn Ken Jebsen die Politik Israels konsequent mit Nazivokabeln beschreibt – oder dass Ken Jebsen es vor zwei Tagen erneut für nötig hielt, Jutta Ditfurth über mehrere Absätze hinweg mit ätzender Polemik zu attackieren. Eine erneut widerliche Diskursstrategie ist es, dass er eine verdiente Antifaschistin dabei fortgesetzt mit Joseph Goebbels vergleicht. Man muss sich in der Tat fragen, ob Ken Jebsen die Truppen, die Jutta mit tausenden Drohmails, Telefonterror und Hackangriffen beharken, für seine Bündnispartner hält, wenn er sie auch jetzt immer noch weiter aufstachelt. Ich jedenfalls stelle hiermit fest, dass ich Jutta Ditfurth – so sehr ich ihr Vorgehen der vergangenen Wochen kritisiere und sie das meine als Verrat empfinden mag – unverändert als meine Genossin betrachte.
(Meine Meinungsbildung über Ken Jebsen ist noch nicht abgeschlossen und verlangt einen eigenen, ausführlich Text.)
Ich musste auch zur Kenntnis nehmen, dass auf Seiten der Mahnwachen eine ganz ähnliche Wahrnehmung besteht: man werde pausenlos diffamiert, mit Shitstorm über Shitstorm überzogen, die Foren von Trolls überrannt, mit Provokationen und Beleidigungen vollgespammt … dazu kam, dass die Einschätzung Jutta Ditfurths von einer „neurechten“ Bewegung nicht nur quer durch die Linke, sondern auch von weiten Teilen der Presse unbesehen übernommen wurde.
Nun kenne ich die Medien gut genug, und einer schreibt halt vom anderen ab. Aber nach dem x-ten Artikel, in dem die Beweisaufnahme über den vermeintlich faschistoiden Geist dieses oder jenes Akteurs mit dem immerselben Zitat abgeschlossen wurde, während andere Äußerungen, die ganz anders klangen, nie durchkamen … da stellte sich bei mir zunehmend das Gefühl ein, dass hier zumindest einigen Leuten Unrecht getan wird.
Anderen, etwa Jürgen Elsässer, wird nun keineswegs Unrecht getan. Im Gegenteil: sie kommen innerhalb der Bewegung eindeutig viel zu gut weg und mit einer Strategie durch, die mit dem klassischen Wolf im Schafspelz gut beschrieben ist. Ich habe mich hierzu bereits wiederholt geäußert, werde es auch weiterhin tun – aber sieht man denn nicht, dass eine pauschale Dämonisierung derer, die aus Angst vor Krieg und voller Sehnsucht nach einer anderen Welt Montags auf die Straße rennen, genau dieser Strategie perfekt in die Hände spielt? Noch dazu, wenn die Linke als Ganzes einseitig die Diskussion, ja, jeglichen Kontakt mit diesen Leuten verweigert?
Kurzum, ich fuhr nach Berlin, um mir ein eigenes Bild zu verschaffen.

My own private Untersuchungskommission
Dort bildete ich gewissermaßen eine kleine Untersuchungskommission, zusammen mit meinem alten Genossen Pedram Shahyar. Wir trafen uns oder telefonierten zunächst mit so ziemlich allem, was wir an Kadern der radikalen Linken kannten. Das Ergebnis: während die Linke als Bewegung und Szene ihre Beurteilung der Bewegung nach außen hin längst vorgenommen, auf- und festgeschrieben hatte, herrschte bei den zentralen Akteuren offenherzigste Unsicherheit und weitestgehende Unkenntnis vor, womit man es da nun eigentlich zu tun habe. Alle hatten darüber gelesen. Nicht einer war selber dort gewesen. Alles in allem ein in seiner mangelnden Ernsthaftigkeit gegenüber einer Bewegung erstaunlicher Vorgang für … Bewegungslinke!
Wir trafen uns auch mit Akteuren der Mahnwachen. Hier stießen wir in der Tat auf Geldkritiker, ohne jedoch den vermeintlich dazugehörigen Antisemitismus vorzufinden. Florian Hauschild bezieht sich eher auf den Anarchisten David Graeber. Er ist durch die zapatistische EZLN sozialisiert worden und hinterließ als Anarchist und guter Mensch einen recht überzeugenden Eindruck bei uns.
Wir lernten Lars Mährholz kennen. Ein lieber Mensch, Hippie, mit einer sensationellen Stille ausgestattet – der auf seiner Suche nach neuem Wissen derzeit so ziemlich alles für denkbar und möglich hält, auch für gewisse Hoarxes offen ist, aber immerhin vor allem weiß, dass er nichts weiß. Diese Einstellung ist ehrlich und mir ausgesprochen sympathisch.
Wir brachten unsere Vorbehalte deutlich zum Ausdruck. Die Äußerung etwa, die FED sei für alle Kriege der letzten 100 Jahre verantwortlich, ist zweifelsfrei ungeheuerlicher und gerade in Deutschland unerträglicher Bullshit. Wir stellten auch klar, was ein noch so weichgespülter Jürgen Elsässer bei schwulen Aktivisten und Leuten aus der iranischen Opposition auslöst und dass eine Kooperation mit ihm und seinesgleichen für uns nicht in Frage kommt.
Wir bekamen das Angebot, jeweils eine halbe Stunde auf der kommenden Mahnwache zu sprechen. Eine ganze Stunde freie Redezeit für zwei altgediente linke Kader? Wir lehnten nach einem Tag Bedenken ab. Wir hatten nicht vor, unsere Experimentanordnung durch eigenes Eingreifen zu verfälschen. Wir wollten zunächst sehen, ob die vehemente Kritik von links einen Prozess der Selbstreinigung auslösen würde, und stellten unsere Beteiligung für die kommende Woche in Aussicht.
Zugleich drängten wir uns bekannte Genossen diverser Organisationen und linker Richtungen, sich ebenfalls ein Bild zu machen.

I do like Mondays
Tatsächlich waren linke Kader gut vertreten, am 28. April vor dem Brandenburger Tor. Vertreten waren dort durchaus auch einige Leute, die ich für organisierte Nazis halte. Die Grundstimmung auf dem Platz aber war alles andere als rechts, rassistisch oder homophob. Vielmehr war das genau die Sorte Leute, mit denen ich privat in Berlin abhänge: ein ausgesprochen alternatives, sehr angenehmes Völkchen.
Die anwesenden Nazis waren auch bald erkennbar gelangweilt und genervt von dieser peacigen, woodstockhaften Stimmung. Auf der anderen Seite des Brandenburger Tores hielten die berühmten „Reichsbürger“ eine eigene Kundgebung ab. Lars Mährholz stellte umgehend klar, dass man mit denen nichts zu tun habe und auch nicht haben wolle – und wer bei den immerhin zehn Redebeiträgen dieses Tages etwas anderes gehört haben will als echte Sorge um den Frieden und die ehrliche Suche nach einem neuen, solidarischen Zusammenleben, der muss schon mit einer gehörigen Bösartigkeit ausgestattet sein. Den stärksten Applaus des Tages bekam übrigens ein linker Veganer, als er zur Solidarität mit den Flüchtlingen aufrief, die seit Monaten den Oranienplatz in Kreuzberg besetzt halten.
Aluhut für Ken? Ich sitze in einer Gruppe von Leuten, als ein Flugzeug über uns einen Kondensstreifen in den sommerlichen Himmel malt. „Achtung, Chemtrail!“ ruft einer – alle kichern und lachen los! Zwei Stunden später sind aus meiner Sicht nicht alle Zweifel beseitigt. Denn meine Zweifel sind mir heilig. Aber wenn ich an andere, anerkannt linke Demos und Bewegungen denke: was hatten wir dort nicht für Spinner herumlaufen, was wurde da nicht mitunter für reaktionärer Dreck verzapft – von der virulenten Homophobie, mit der ich mich in linken Organisationen herumgeschlagen habe, ganz zu schweigen!
Und wie viel Vorsicht war zu jeder Zeit geboten, die Ansprüche und Dauermanöver selbsternannter Bewegungsführer nicht außer Kontrolle geraten zu lassen! Diese Vorsicht ist auch hier geboten. Die spezielle Massenbeherrschung Ken Jebsens hat zum Beispiel etwas durchaus Bedenkliches an sich, wie ich vor Tagen in meinem Gedicht „Ken Jebsen und die Macht“ schrieb.
Habe ich nun etwa neuerdings kein Problem mehr damit oder die Bereitschaft dazu entwickelt, mit Antisemiten, Homophoben und Nationalisten eine Querfront zu bilden, wie mir mitunter vorgeworfen wird? Come on!! Ich werde diese Strömungen weiter bekämpfen, wie ich es immer getan habe, und hätte ich den Eindruck gehabt, es mit Antisemiten, Homophoben und Nationalisten zu tun zu haben, hätte ich entsprechend reagiert: ich hätte umgehend zum unversöhnlichen Kampf gegen sie aufgerufen!
Aber diese knapp Tausend Leute hier, auf dem Platz des 18. März, zu einer neurechten Masse und zum kollektiven Feind zu erklären, erschien mir völlig abwegig. Ich mochte diese Leute! Sie sind in ihrer übergroßen Mehrheit alles das ganz sicherlich nicht, was ihnen zugeschrieben wird. Dazu finde ich ihren Impuls, jetzt auf die Strasse zu gehen, die Veränderung nicht nur zu fordern, sondern selber zu sein, unendlich richtig. Und trotz FED-Fetischismus und einem noch zu brechenden Einfluss reaktionärer Ideologen sind sie mir viel überzeugender, als eine pseudolinke Haltung, die „Pfui“ ruft und wild gestikulierend in der Ecke stehen bleibt, anstatt sich ins Getümmel zu begeben oder eigene Aktionen gegen den Krieg zu organisieren.
Als die Mahnwache schon fast vorbei war, fasste ich mir ein Herz. Einem spontanen Impuls folgend und ohne es mit irgendwem, Pedram eingeschlossen, abzusprechen, bat ich Lars Mährholz ums Mikrophon. Ich stieg auf die Bühne – und war mir bewusst, dass sich meine Position im politischen Koordinatensystem mit diesem Moment radikal verändern würde.
Schön, das ist mir zuvor schon passiert in einem bewegten Leben im Sturmherz der Revolte. Aber es gibt einen eklatanten Unterschied: wie auch immer man nämlich zu den Montagsmahnwachen steht, wie man sich dazu zu positionieren gedenkt und was man von meiner Einschätzung und meinem Vorgehen am Montag hält: das Koordinatensystem selbst scheint dieses Mal in Bewegung zu geraten. Wir täten allesamt gut daran, uns darauf einzustellen.

Showing 46 comments
  • stille G.

    Hi allerseits : -)

    wie kann so ein langer Beitrag in einem Blog kommentiert werden ?

    für mich eine unlösbare Aufgabe … ein Forum mit Editierfunktion würde sicher helfen … : -))

    ich werde den Beitrag von Prinz Chaos jetzt erst mal „in mich aufnehmen“ und mir Gedanken machen über die Beschreibung seines Küchentischerlebnisses.
    *Neues aus der Hohlwelt*
    ich schwanke noch zwischen unfair und verachtend …

    grübel
    übel

    stille Geniesserin grüßt : -) : -)) : -)))

  • Helge Mannteuffel

    Es ist nicht wichtig, ob ich alle Aspekte teile, aber es ist großartig, daß jemand so differenziert seine Sichtweise darlegt und auch Korrekturen anbringt.

    Wir stehen alle auf einem Platz, an dem nicht gleichzeitig auch ein anderer stehen kann, folglich sieht auch jeder immer einen etwas anderen Ausschnitt aus der Welt. Unsere Meinungen sind Meinungen, keine Wahrheiten. Leiten soll uns die Vorstellung, uns nicht daran zu beteiligen, daß Menschen sich vor dem Leben fürchten müssen. Aber das heißt auch, daß man keine Gruppe gewähren lässt, die das nicht für andere gelten lässt.
    Das gilt auch für Regierungen, die einfach hergehen und Etiketten
    verteilen, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen zu können. Da darf auch keine historische Schuld die Augen verschließen.

    Wir sind fehlbare Menschen. Perfektion auch in der „Gutmenschlichkeit“ anzustreben , kann genauso in die absolute Unmenschlichkeit führen.

    Prinz Chaos hat mit seinem Text etwas ganz Besonderes geleistet, nämlich Menschenmaß wieder herzustellen. Jetzt kann man wieder hinhören. Danke!

  • eulenfeder

    hut ab !“ – oda schappoo! wia da baya sagt… geehrter Florian alias Seine Chaotische Hoheit ! –
    vor allem für Deine ganz persönlichen offenen worte… nicht jeder gibt sich ja derart zu erkennen – das ist mir sehr sympathisch !
    Deine äusserst inhalts- und aufschlussreiche darstellung der szene hier – zeigt und erklärt mehr als so viele ‚draufhau – kommentare‘ in letzter zeit – Deine menschlichen beweggründe des ergründens machen hoffnung, mut auch, denn das ist es doch letztendlich was wir für eine friedliche zukunft brauchen – die mitmenschlichkeit !
    das inhaltliche wirr-warr dieser demos zeigt doch dass alle längst ein bedürfnis haben auszubrechen aud diesem totalitären und unmenschlichen system – nun müsste nur noch – trotz aller verschiedener beweggründe und bedürfnisse – ein hand-in-hand für frieden, freiheit und gerechtigkeit daraus entstehen, sonst – so befürchte ich – wird die eigentliche idee innrehalb der bewegungen aus extrem-positionen heraus zerrieben – der lachende x-te würde dann wieder das system sein…..

  • der Doctor

    Mit Texten wie diesem, trägt HDS dazu bei ,die Diskussion über die Montagsdemos auf eine sachliche und differenzierte Ebene zu holen,wo sie auch hingehört.Ich habe noch Konstantin Weckers Appell aus der Anstalt von Gestern im Ohr,wo er kritisiert,das sich die Friedensbewegung ,satt zusammen zu stehen,gegenseitig zerfleischt.
    Und wenn man meint,das diese Mahnwachen schlecht sind ,warum stellt man dann nicht alternativ eigene Friedensdemos auf die Beine? Es gibt doch offensichtlich viele Menschen in Deutschland,denen der Frieden am Herzen liegt,und die bereit sind ,dafür auf die Strasse zu gehen.Warum diese Leute den rechten Rettenfängern überlassen ,vor denen man warnt?Den Leuten einfach zu sagen „bleibt zuhause“,kann doch auch keine Lösung sein,dann haben nämlich die Kriegstreiber gewonnen.
    Mein Dank an Prinz Chaos II dafür ,das er mit seinem Erfahrungsbericht uns eine differenziertere Sicht auf die Montagsdemos erlaubt. Er hat dort kritisiert,wo kritisiert werden mußte aber gleichzeitig auch das Lobenswerte herausgestellt..Ich kann jedes Wort unterschreibenSo sieht eine differenzierte,objektive und undogmatische Herangehensweise aus.

  • Wanderer

    Ideologien im Allgemeinen werden nicht von der Masse vertreten. Somit ließen sich linke Standpunkte links und rechte Standpunkte rechts von der Masse einordnen. Die Brücke von links zur Masse ist mit dieser eindrucksvollen Stellungnahme zumindest in der Aufbauphase. Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Prozess der gesamtgesellschaftlichen Bewusstwerdung fortsetzen wird.

    MfG

  • GN

    Lieber Florian Kirner,

    ich hab mich jetzt mehrfach gekniffen und gefragt, ob ich jetzt träume oder wach bin….

    Die Frage sei mir erlaubt: Mit welchem Florian Kirner hatte ich da über die FED diskuttiert, gibt es jetzt zwei davon???

    Ich will hier jetzt keineswegs provozieren, denn daß was Du heute schreibst, das ist das, was ich auch von Konstantin erwartet hätte, also die Menschen nicht einfach undifferenziert in einen Topf werfenm wie es Frau Ditfurth in übelster Form gemacht hat.

    Ich habe mich auch mit den verschiedesten „Verschwörungstheorien“ auseinandergesetzt, unter anderem sehr intensiv und wissenschaftlich mit 9/11……und kam dabei zu dem Ergebnis, daß die Version mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ein „Insidejob“ ist.

    Auch die offizielle Version ist ja auch nur eine völlig unbewiesene Verschwörungstheorie….

    Und mit dieser Erkenntnis beurteile ich heute das Verhalten und Handeln unserer Machtelite. Meine Schlußfolgerung daraus: Sie sind zu allem in der Lage!!!

    Abgesehen davon glaubt die gute Linke doch noch immer an den Traum, der für mich ein Alptraum ist, daß wir diesen irrsinigen Wohlstand für alle erreichen könnten, wenn man nur „die da Oben“ enteignen würde.

    Dazu möchte ich mir erlauben nochmals auf den hervorragenden Aufsatz von Nico Paech im kritischen Netzwerk zu verweisen:

    http://www.kritisches-netzwerk.de/content/oekonomie-als-kollapsgestaltung

    Florian, Du machst heute etwas sehr schönes: Du gehst auf die Menschen zu, Du gibst ihnen die Hand und Du gibst auch mir damit die Hand, die ich gerne annehme, wenn ich es darf…..

    Und nur so kann überhaupt eine Besinnung in den Köpfen erreicht werden.

    Meinen aufrichtigen Dank dafür…

    Viele Grüße

    Günter

  • nio

    wow. Danke, für diese:

    „offenherzigste Unsicherheit“

    das tut so gut!

  • Hasenfuß Manuela

    Toll! Sehr schöner und mir sympathischer Beitrag zu der sich hinziehenden rechts- links Diskussion über die Montagsmahnwachen hier und sonstwo! Die auch Zum Teil abenteuerlich entartet!

    Schön sachlich und regt (mich) an selber zu Denken!
    Schön finde ich auch, den autobiographischen Teil, in dem ich mich selbst wiederfinde, obwohl hetero und Familienmensch im ( trotzdem nicht ganz ) herkömmlichen Sinne!

  • Mario

    ich kann nur eines sagen,
    DANKE !
    In allem was gesagt wird stimme ich vollkommen überein. Über die inhaltliche auseinandersetzung im besonderen. Genau das ist es was gebraucht wird. Nochmals danke

    mario

  • Erich

    Danke, Prinz Chaos II.

    Als Konstantin Wecker am 24. April 2014 auf seiner Facebook-Seite und auf http://www.nachdenkseiten.de/?p=21523 schrieb, „manchmal kann es notwendig werden, dem eigenen Verstand ein reset zu verpassen“ und zur angeblich rechten Unterwanderung der Friedensbewegung sehr nachdenklich Stellung nahm, wurde von verschiedenen Leuten auf Jutta Ditfurths Facebook-Seite spekuliert, ob der Wecker denn jetzt einen „Rückfall“ hätte. Ich antwortete damals, und diese Antwort gilt inhaltlich auch für diesen großartigen, versöhnlichen, im besten Sinn aufklärerischen und friedensstiftenden Beitrag von Prinz Chaos II:

    „Nein, Konstantin Wecker hat sicher keinen „Rückfall“, sondern ist im Gegenteil noch weiser geworden, als er schon war. Große Weisheit wirkt auf die Nichtweisen ja oft wie große Verrücktheit. Konstantin ist – im Gegensatz zu anderen, die noch nicht so weise sind, aber gewiss einmal werden wollen – Konstantin ist ein nachdenklicher Poet, einer, der auf der Suche ist nach dem, was wahr ist und gut; er stellt das Verbindende über das Trennende und verspürt über das Trennende eine große Traurigkeit. Aus dieser Traurigkeit, die Dostojewski allen großen Menschen attestiert hat, kommt m.E. ein gut Teil seiner poetischen Kraft. Und er sieht ganz klar, dass, wenn wir die Montagsdemonstranten, diesen so inhomogenen, bunten Haufen pauschal als „rechts“, „neurechts“, „antisemitisch“ oder sonstwas verurteilen, wir diese Menschen am bitteren Ende an die Rechten verlieren werden, und zwar nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher. Wer könnte das wollen?“

  • meta

    Vielen Dank das sie sich die Mühe gemacht haben zur Mahnwache zu kommen und bestätigt haben das hier eine bunte Bevölkerungsschicht auf der Straße ist die hauptsächlich für den Frieden einsteht. Und vor allem Vielen Dank für ihren Mut dies auch zu publizieren! Liebe Grüße, Meta

  • Pogo

    Momentan bin ich fast platt. Vieles was Prinz Chaos dort beschreibt ist genau meine Erfahrung, die ich auch machen durfte. Ich war die ersten vier Mahnwachenmontage nicht dabei, habe mich jedoch vorher im Internet hier und da in Foren getummelt, wo Menschen diese Mahnwachen als dringend notwendig ansahen und erfreut waren, dass sie mit ihrem Gefühl, dass in diesem Land, Europa und der Welt etwas gehörig aus den Fugen gerät nicht alleine sind. Und dann kam der Shitstorm wie ein Hurricane über die Menschen, die eig. Frieden wollten und sich aufgerafft hatten nach der Arbeit um 18:00 Uhr in ihrer Stadt für etwas einzustehen. Unglaubliche Verleumdungen, Hetze von allen Seiten, damit muss man erst mal umgehen können und nicht den Mut verlieren…
    Und alles, was die positiv überraschten Vorkommentatoren geschrieben haben kann ich mittragen. Und Prinz Chaos möchte ich zurufen: Gäbe es mehr so weitsichtige, versöhnlich stimmende Menschen, die Welt könnte ein guter Platz für alle sein. Ich jedenfalls gehe nun frohen Mutes erneut am Montag hin und freue mich auf weitere gute Reden, gute Diskussionen und hoffe auf das einlenken der linken Szene. Überlasst nicht den Scharlatanen diese Mahnwachen, die versuchen sie zu vereinnahmen sondern steht dem meist bunten Haufen von Menschen bei ihrem Wunsch nach Frieden bei.
    Viele sind Neulinge in Sachen Demonstration, doch mit eurer Unterstützung kann es eine wunderbare Bewegung der Empörung und des sichtbaren Zeichens der Bevölkerung geben dass wir mit der jetzigen Lage überhaupt nicht mehr konform gehen. Die Chance ist da, ergreift sie und „we work together“…

  • Helge Mannteuffel

    Irre, was sich alles an Überraschungen bietet.

    Vielleicht gibt es Wunder und wir erreichen den kritischen Punkt, wo Soldaten nicht mehr schießen, wo sie keine Panzer mehr bewegen, wo der Mensch in seinem Gegenüber den Menschen sieht, wo keiner sich instrumentalisieren lässt, aber mit seinen berechtigten Ängsten auch nicht abgewatscht und in die „stille Ecke“ zur Strafe geschickt wird.
    Es muß auch Humor in die Sache. Wo bleiben die tollen Witze, über die man sich im gemeinsamen Lachen finden kann?

    Ich weiß nicht mehr in welchem ehemaligen Ostblock-Land es war: Aber man hatte von oben verordnet, daß Schwarzfahrer an den Pranger gestellt werden müssen. Das lief so: Das Konterfei des Schwarzfahrers wurde in der Bahn ans Fenster gehängt. Nach 1 Woche war der Pranger eliminiert. Warum? Die Leute haben an den Haltestellen geklatscht. Das war unangreifbar, denn klatschen war ja nicht verboten.
    Ich liebe die einfallsreichen, mir unbekannten , erfinderischen Widerständler. Vielleicht sollten wir uns jetzt konstruktiven witzigen Ideen widmen!

    Mein Fundstück des Tages: super, jedoch sachlich und nicht witzig!

    Ron Paul, ein Unberührbarer für Linke, redet in einem Interview so Tacheles gegenüber seiner Regierung, daß sogar einem Linken, das Herz aufgehen muß. Er benennt klar und konstruktiv,wo der Hund begraben ist und zeigt dabei auf : The American Government!

    Nix rechts, nix links, sondern sauber tickend:

    Ron Paul: Sanktionen gegen Russland sind der Beginn von Krieg

    http://www.youtube.com/watch?v=keqUYgYCZts

    Mit deutschen Untertiteln! 3 1/2 Minuten. Es lohnt sich wirklich, denn es stellt alles vom Kopf auf die Füsse in einem guten Sinne. Darauf könnten sich alle einigen, ohne auch nur ein Ideal verraten zu müssen. Solche Forderungen müssten wir stellen an unsere Regierungen.

    In der Anstalt wurde uns doch fantastisch per Schaubild gezeigt, wie die Meinungsmache verwoben ist und die Redaktionen durchaus erkennen müssen, daß immer mehr Menschen ihnen den Marsch blasen.

    Prinz Chaos, Konstantin Wecker u. andere Prominente, die den Frieden wollen, verfasst vielleicht offene Briefe, denen man sich anschließen kann.
    Machen wir doch der „Anstaltsleitung“ im Irrenhaus Deutschland sichtbar, daß wir die Gefolgschaft in einen Krieg verweigern.
    Bitte widmet dem Video die paar Minuten, vielleicht regt es uns ja zu einem positiven Brainstorming ohne Verbissenheit an.

  • Erich

    KenFM / Ken Jebsen hat bereits im März ein Gespräch geführt mit Willy Wimmer, der von 1976 bis 2009 für die CDU im Bundestag saß und seinerzeit mit Helmut Kohl die Gespräche zur deutschen Wiedervereinigung geführt hat. Wie Ron Paul sagte auch Willy Wimmer: Wer für Sanktionen gegen Russland ist, der will den Krieg.
    Willy Wimmer bestätigt auch, was von den Bellizisten in Politik und Mainstream-Medien hartnäckig geleugnet wird, dass nämlich Gorbatschov seinerzeit von den Westmächten sehr wohl versprochen wurde, die NATO nicht weiter nach Osten auszudehnen. Der Westen hat sein Wort nicht gehalten, insgesamt 12 Länder hat die NATO sich seither einverleibt und ist Russland ganz dicht auf den Pelz gerückt. Hört euch das Gespräch an, es lohnt sich:
    http://kenfm.de/blog/2014/03/23/krim-willy-wimmer/

  • Piranha

    Mit offenem Geist und Frieden im Herz geht Herr Kirner auf Menschen zu.
    So wirkt sein differenzierter und beeindruckend schnörkelloser Text… und deswegen wirkt er auch! Danke Herr Kirner!

    Lieber Helge Mannteuffel,

    ich weiß nicht so recht, ob Ron Paul eine gelungene Adresse zum weiterdenken ist.
    Mir war er bis dato nicht bekannt und das Wenige, was ich auf die Schnelle über ihn finden konnte steht (zu meinem Leidwesen) in Wikipedia.
    Wenn ich allerdings dort alles richtig verstanden habe, stelle ich mir angesichts unserer unsäglichen Hartz IV-Gesetze seine Anerkennungvor: ‚Germany is on the right way.‘

  • Rüdiger Lenz

    Lieber Florian Kirner,

    schön dass Sie Ihre Meinung und Auffassung von all dem hier, worüber Sie schreiben nun auch ändern konnten.

    Sie haben sich selbst ein Bild gemacht und feststellen können, dass wir völlig normale Typen sind. Gut, das waren wir vor der ungeheuerlichen Diffamierung Frau Ditfurths auch schon; was danach dann folgte will ich nicht weiter beschreiben.

    Ich bin ein Freund von Ken Jebsen. Und ich habe sehr viel darüber nachgesdacht, was da seit gut zwei Wochen passiert. Ich bringe es mal auf den Punkt mit einer Frage und Ihrem wirklich wunderbaren Gedicht zu dieser Person: Warum und wovor haben so viele (gerade) Linke Angst vor Ken Jebsen? Ist es seine ungeheure Kraft, seine Energie und seinen Ergeiz?

    Sehen Sie, ich glaube, dass die Angst vor der Massensuggestion und der suggestiven Massenhysterie in Bezug auf Ken Jebsen auch ein Spiegel einer nicht verarbeiteten Urangst vieler Linken nach Hitler ist.

    Hitler war ein rechter Politiker, ein Ungeheur, da sind wir ganz sicher einer meinung. Aber war Hitler nicht so weit links das er rechts wurde?

    Ist das die (unbegründete) Angst vor einer Person wie Ken Jebsen? Wird da etwas „virtuell“ hineingedichtet (die Urangst linker Ideologen), was in Wahrheit die eigene Angst vor einem selbst erschauern lässt? Blicken viele Linke eben in einen solchen Spiegel wenn sie Jebsen reden hören oder ihn lesen?

    Sie schreiben: „Ich finde fürchterlich, wenn Ken Jebsen die Politik Israels konsequent mit Nazivokabeln beschreibt – oder dass Ken Jebsen es vor zwei Tagen erneut für nötig hielt, Jutta Ditfurth über mehrere Absätze hinweg mit ätzender Polemik zu attackieren. Eine erneut widerliche Diskursstrategie ist es, dass er eine verdiente Antifaschistin dabei fortgesetzt mit Joseph Goebbels vergleicht. Man muss sich in der Tat fragen, ob Ken Jebsen die Truppen, die Jutta mit tausenden Drohmails, Telefonterror und Hackangriffen beharken, für seine Bündnispartner hält, wenn er sie auch jetzt immer noch weiter aufstachelt.“

    Machen wir einmal eine Konfliktanamnese, ganz kurz: Wer ist dafür verantwortlich, in einem solchen Streit, dass die Konfliktverursacherin von anderen behelligt wird? Der Konfliktverteidiger oder die Konfliktverursacherin? Ich mache es bildhafter: Wenn ein Täter einem Opfer droht und dabei handgreiflich wird, es schlägt und das Opfer sich nun verteidigt, dabei aber den Täter derart kampfunfähig schglägt, dass dem Täter der Arm gebrochen wurde: wer ist dann dafür verantwortlich? Der Täter selbst oder das Opfer. Das Opfer hat zwar die Tat der Verteidigung gegangen, jedoch nur und einzig (!), weil der Täter dies mit seiner Tat erzwang!

    Das relativiert nichts! Doch zeigt es auf, dass eben IMMER der oder die Konfliktverursacher AUCH mitverantwortlich sind für die (Verteigungs)Taten der (Verteidigungs)Opfer.

    In meiner Logik ist Frau Jutta Ditfurth „systemisch“ sehr stark mitverantwortlicvh dafür, was nun aus dieser Ecke an (leider!) Mobbingtaten folgen.

    Ich verabscheue das genauso wie Sie, Florian Kirner. Ich bin aber zu sehr in diesem Thema (u.a. forensischer Täter- u. Opfertherapeut) drin, als dass ich eine solche Situatuion allein mit meinem Alltagsverstand beurteilen will.

    Stellen Sie sich bitte einmal vor, eine Person mit großer Glaubwürdigkeit würde soetwas mit Ihnen machen, was Frau Ditfurth mit Lars Mährholz, und Ken Jebsen gemacht hat. Ken ist ebenso Promi wie Sie.

    Die große Angst der Linken in Deutschland vor einer derart wortgewaltigen und charismatischen Person wie es Ken Jebsen ist, ist ein Spiegel der Angst der Linken in ihren Hirnen.

    Bitte lieber Florian Kirner, denk einmal darüber nach, ohne glauben zu müssen, ich wolle eine Lanze für meinen Freund Ken Jebsen brechen.

    Denn wenn das so ist, dann wird sich auch weiterhin die Linke in Deutschland selbst blockieren und schwach in ihrer Stärke den Lakaien der Finanzwirtschaft beugen; hauptsache die Macht ist gnädig mit ihm.

    Es umarmt Dich herzlich
    Rüdiger Lenz

  • Piranha

    Auf ihr „unpolitischen“ Künstler…

    Dieses kleine Schreiben musste ich heute nach der Sendung „Berlin Politix“ an das ZDF loswerden:

    An Berlin Politix.

    Sehr schade! Bislang war ich doch der Auffassung, in Politix würde etwas ausgewogener journalistisch gearbeitet.
    Das hat sich mit der heutigen Sendung nicht bestätigt. Sie wiederholen die gleiche Meinungsmache mit den gleichen manipulativen Bildern wie zuvor andere Sendungen ihres Kanals.
    Und noch ein Wort zu der Behauptung ihres Moderators, es habe immer eine Kultur gegeben, dass sich Künstler nicht politisch einbringen:
    wo hat er das denn her? Kann er es belegen?
    Irgendwie scheint ihr alle zu glauben, der Zuschauer verfüge über keinen eigenen Denkapparat und lebe im Wissenszölibat.
    Dass eine Kanzlerin das gerne so hätte, ist mir schon klar – aber Journalisten mit einem Mindestmaß an Ethos??? Darf ich den euch überhaupt noch unterstellen?

    Tja – warum tue ich mir das überhaupt noch an.

  • Helge Mannteuffel

    @ Piranha

    Sieh mal, was jetzt genau passiert.

    Ich biete ein Video an und begründe es ausführlich. Jetzt wäre es gut, Du würdest die 3 Minuten opfern und von mir aus , aber aus Kenntnis , dieses Video zerreisen. Das wäre Dein gutes Recht, denn Du hast das Recht auf eine eigene Meinung. Aber Du bildest Dir eine Sekundär-Meinung!

    Du wendest Zeit auf, um von irgend jemandem zu erfahren, wie man Ron Paul zu beurteilen hat und stellst Vermutungen an, wie Du ihn wohl bewerten könntest. Und von einem eigenen Urteil trennen Dich nur 3 1/2 Minuten. Manche Menschen trauen aber ihrem eigenen Urteil nicht und brauchen einen Vordenker. Wir sind aber mehr denn je gefordert mitzudenken.

    Denk einfach mal darüber nach, bitte!

    @ Rüdiger Lenz

    Danke für Deinen Einsatz für Jebsen. Dass ich den Mann für extrem wichtig und wertvoll in der Medien – Landschaft halte, habe ich auch hier bei den Kommentaren immer wieder kundgetan und vor allem begründet.

  • glex

    Danke für diese aufrichtige und beeindruckende Stellungnahme!

    Ich glaube die vehemente Verteidigung Putins gegen jegliche Kritik (im konkreten Fall die Verleugnung, dass es Repressionen gegen Homosexuelle gibt, was sich durch Zwischenrufe während deiner kurzen Ansprache am Montag bemerkbar machte) rührt daher, dass viele Menschen in Putin gerne den weißen Ritter, der auf „unserer“ Seite gegen das kapitalistische System kämpft, sehen wollen.

  • Helge Mannteuffel

    Medien Presse Politik Journalist
    http://www.youtube.com/watch?v=1dGTcYm8xj8

    Dieses ganz kurze Video ( 3 Sat : Zapp) zeigt in einer Ehrlichkeit, wie wirklich Meinung gemacht wird und ist eine fantastische Ergänzung zu
    „Die Anstalt“, die eine nicht mehr steigerungsfähige Qualität erreicht hat.

    Beides ist absolut sehenswert!

  • GN

    Hallo ihr Lieben,

    das ist wirklich mal eine geniale Entwicklung und das in einer so kurzen Zeit!!!! 🙂 🙂 🙂

    Ich habe mir gerade mal das Video angesehen…..ich bin echt von den Socken:

    http://www.youtube.com/watch?v=I0Ont7bMqfM

    Prinz und Lars umarmen sich…….Wahnsinn!!! Eine wirklich wunderbare Entwicklung der Dinge….

    Jetzt kann ich nur an alle appelieren: Macht das nicht wieder kaputt!!!!

    Liebe Grüße

    Günter

  • Piranha

    Stopp, lieber Herr Mannteuffel,

    natürlich habe ich mir zuallererst das kurze Video angeschaut – genau dieses hat mich ja veranlasst mal zu schauen, was es zu Ron Paul auf die Schnelle noch zu lesen gibt. Und da bin ich eben nur bei Wiki gelandet 🙁

    Du möchtest also eine eigene Meinung zum Video?
    Gern!
    Ich lese dort, dass freier weltweiter Handel als das beste Mittel zur Verhinderung eines Krieges propagiert wird. Vermeidet es doch die Isolation, die kriegsbegünstigend sei. So weit, so gut…

    Weshalb ich jedoch zu dieser meiner Einschätzung kam:

    – „Wenn ich allerdings dort alles richtig verstanden habe, stelle ich mir angesichts unserer unsäglichen Hartz IV-Gesetze seine Anerkennungvor: ‘Germany is on the right way.’“-

    hat damit zu tun, dass er lt. Wikipedia diese Auffassung vertritt:

    (Zitat)“…befürwortet Paul individualistische Freiheit, die auch beinhaltet, dass jeder Bürger seine Vorsorge für Alter, Krankheit, Arbeitslosigkeit etc. selbst regelt und jede staatliche Verantwortung für Sozialversicherungen wie Rentenrentenversicherung, Krankenfürsorge etc. abgeschafft wird.“

    Nicht mehr und nicht weniger wollte ich zum Ausdruck bringen.

  • Fornax

    Hallo Prinz Chaos,

    eigentlich gehöre ich nicht zu denen, die Kommentare unter Blogartikel schreiben – die dann sowieso keiner liest. Daher auch ganz kurz.

    Danke für diesen Beitrag. Danke auch für die Hintergründe, Ideen, Zweifel und begründeten Resentiments aber auch die Freiheit des Geistes, selbst zu ergründen, erforschen, was vor sich geht.

    Beste Grüße und ich würde mich freuen, demnächst ein längeres Youtube Video mit einem Redebeitrag bei der MoDeMo sehen zu können!

    Herzlichst Fornax

  • Jakobiner

    Warum lässt Märholz solche Redner wie Elsässer, Jebsen und Popp akls Hauptredner zu? Warum distanziert er sich nicht davon?Warum hatz das F.K. nicht direkt von ihm gefordert?Das Nebeneinanderbestehenlassen von solch konträren Standpunkten ist grundfalsch und mir drängt sich eben der Verdacht auf, dass Florian Kirner als das linke Alibiblatt für eine rechte Bewegung und Querfront genommen wird, die ja damit ahsuieren geht, dass es kein rechts und links mehr gebe.Dieser Propaganda gibt er damit Nahrung.Zweitens:Also, man erfährt überhaupt nichts über den Inhalt der Rede von Florian Kirner und die Reaktionen darauf.Da bricht der Bericht augenfällig ab, obwohl es doch das Entscheidende wäre. Und hat Kirner sich öffentlich mit den rechten Inhalten auseinandergesetzt, sie und ihre Träger öffentlich so benannt und gebrandmarkt oder hat er einfach nur ein paar wohlfeile Worte gebracht, um sich der Masse anzubiedern, die nette Hippie-mäßige Volksfeststimmung und ihre Harmonie nicht zu stören,sich selbst rauszustellen und nicht unfreundlich zu wirken, nach dem Motto von Bernstein: „Die Bewegung ist alles, das Ziel ist mir nichts“.Es wäre also bei dem Blogartikel die gehaltene Rede und die Reaktionen darauf zu liefern, um das Vorgehen und seine Sinnhaftig/losigkeit überhaupt bewerten zu können.Desweiteren wäre zu überlegen, ob man Lars Märholz nicht zu dem Slogan „Der Kapitalismus ist an den Kriegen der letzten hundert Jahre schuld“bringen könnte, sowie konkrete Forderungen zur aktuellen Lage in der Ukraine „Für eine neutrale Ukraine–Keine NATO-Manöver, Abzug der russischen Truppen von der ukrianischen Grenze!“einbringen könnte.Einen grundsätzlichen Kritikpunkt den ich aber teile: Die sonstige Linke hat bisher keine eigene Friedensbewegung hervorgebracht–ich schrieb einem Freund:

    Also, ich finde, dass die deutschen Medien immer noch ziemlich konform berichten.Bestes Beispiel sind die jetzt für Juli angekündigten NATO-Manöver in der Ukraine.Da hat bisher noch keine deutsche Zeitung, geschweige denn Fernsehen darüber breichtet.Dabei ist das eine brandgefährliche Sache und da müsste eigentlich ein Aufschrei durch die Medien gehen.Lediglich bei”Unter den Linden”erwähnte Stöbele die NATO-Manöver Rapid Trident mal beiläufig.Ansonsten Funkstille.Auch Ströbele und Gysi haben die Meldung zwar vernommen, rufen aber nicht zu Aktionen dagegen auf oder bringen das an die Öffentlichkeit, sondern übergehen dies mit stoischer, fast gleichgültiger Ruhe.Und die wenigen Friedensdemos von Lars Märholz sind inzwischen von Neurechten wie Elsässer, Jepsen und Andreas Popp instrumentalisiert worden.Eine eigene neue Friedensbewegung, die konkret etwas fordert: “Für eine neutrale Ukraine–Kein NATO-Manöver in der Ukraine–Abzug der russischen Truppen von der Grenze der Ukraine”ist nirgends in Sicht.So wird die Lage wohl schrittweise weitereskalieren.Und scheinbar tut keiner etwas dagegen.

  • Jakobiner

    „DER KAPIALISMUS HAT SCHULD AN DEN KRIEGEN DER LETZTEN 100 JAHRE“/“FÜR EINE NEUTRALE UKRAINE–KEINE NATO-MANÖVER JUNI 2014 IN DER UKRAINE-ABZUG DER RUSSISCHEN TRUPPEN VON DER GRENZE DER UKRAINE“–diese Forderungen würde ich an eine Friedensbewegung stellen. Die erste Forderung ist allgemeiner und grundsätzlicher, die zweite geht auf die konkrete Situation ein und stellt konkret erreichbare Etappenziele auf.Beim ersten kommt man in Grundsatzdiskuionnen über das Wirtschaftssystem hinein, bei zweiterem hat man eine konkrete Forderung, die auch breite Bevölkerungskreise erreichen kann.Letzteres finde ich absolut notwendig, da ein NATO-Manöver in der Ukraine eine gehörige Eskalationsstufe wäre.Interessant noch folgende Antwort vom Bürgerservice des Büros Steinmeiers, auf die Frage, wie die deutsche Regierung zu den geplanten Rapid Tridentmabövern 2014 der NATO in der Ukraine steht.Keine klare Absage, man scheint zu warten, wie die USA zu reagieren gedenken–hier der O-Ton:

    “Erstens: Bei der für kommenden Juli geplanten Übung “Rapid Trident 2014″ handelt es sich um eine Übung der UKR, die mit multinationaler Beteiligung und unter der Schirmherrschaft der USA stattfinden soll. Über die Übung wird im Lichte der weiteren Entwicklungen entschieden. Dies trifft auch auf Art und Umfang einer möglichen deutschen Teilnahme zu. Dabei bleibt es beim Bemühen der Bundesregierung, der russischen Seite keinen Vorwand für eine weitere Eskalation zu geben.
    2010 hat die Ukraine gesetzlich ihre Neutralität verankert. Ministerpräsident Jazenjuk hat sich mehrfach dazu geäußert, dass ein Beitritt der Ukraine zur NATO derzeit nicht auf der Tagesordnung steht. Auch der Bundesminister des Auswärtigen hat klargestellt, dass er die Ukraine nicht auf dem Weg zu einer NATO-Mitgliedschaft sieht.”

    Zwei Sachen zu Steinmeier: Er sieht eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nur „derzeit“nicht für möglich, d.h. abwer zu einem anderen Zeitpunkt.D.h. die vom Kissingerplan (Neutralität ala Finnland) oder vom Faymannplan (Neutralität ala Österrreich)geforderte Option der Neutralität wird gar nicht ernst genommen.Zweitens: Man überlässt es den USA oder der Ukraine, ob diese NATO-Manöver abgehalten werden.Von der deutschen Bundesregierung wäre zu fordern, dass sie sich grundsätzlich gegen eine deutsche Teilnahme ala Irakkrieg 2003 ausspricht und auch gegen diese geplanten NATO-Manöver diplomatisch vorgeht.

    Hier noch die Antwort der Bundesregierung auf die Parlamentarische Anfrage Christian Ströbeles zu den geplanten NATO-Manövern Juni 2014 in der Ukraine, die dieser aufgrund meiner Anfrage auf Abgeordnetenwatch und aufgrund von Almabus Artikel stellte:
    “Nun ziehen sie wieder ins Manöver. Auf beiden Seiten in der Ukraine und in der Nachbarschaft. So ganz normal, als ob nichts wär……
    Auf meine parlamentarische Frage an die Bundesregierung, ob die NATO im Juni dieses Jahr ein Manöver (“Rapid Trident”) plant unter möglicher Beteiligung der Bundeswehr, antwortete die Regierung:
    ” Bei Rapid Trident handelt es sich nicht um eine NATO-Übung. Vielmehr handelt es sich um einen Teil eines US-Übungsprogramms, das seit 2003 jährliche Übungen in der Ukraine vorsieht, um die Interoperabilität der ukrainischen Streitkräfte vor dem Hintergrund der Einbindung in internationale Missionen, wie z.B. ISAF (Afghanistan), KFOR (Kosovo) , MONUSCO (DR Kongo) oder UNMI (Liberia) zu erhöhen..
    nach Kenntnisstand der Bundesregierung ist die Übung für den Zeitraum 14. bis 25. Juli 2014 im Westen der Ukraine geplant. Die Entscheidung über die Durchführung liegt im ukrainischen bzw. US-Ermessen. Deutschland beteiligt sich an der Übungsreihe üblicherweise mit kleineren Kontingenten. Über die Beteiligung in diesem Jahr wird im Lichte der weiteren Entwicklungen entschieden. Dabei bleibt es beim Bemühen der BR, der russischen Seite keinen Vorwand für eine weitere Eskalation zu geben.” ……..und spielen diesmal mit dem Feuer.”

    Dithfurth, Ströbele, Gysi haben es jedoch verpasst zu eine reigenen Friedensbewgung aufzurufen oder zumindestens zu Aktionen dagegen.Dadurch wirkt Ihre Kritik an Märholz auch etwas ambivalent, da es so scheint, dass sie weiter nichts zu tun gedenken.

  • Fx

    @Piranha

    Genau! Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder nach Belieben den Krieg als Mittel der Politik ablehnen dürfte! Erst nach ausgiebiger Gewissensprüfung (so wie ich seinerzeit als Kriegsdienstverweigerer) darf man gegen Krieg sein. Furcht erregend wo das ansonsten noch hinführen könnte: zum Frieden…

  • Simone

    @ Jakobiner:

    Ich verstehe nicht, wieso du Florian Kirner als „Missbrauchsopfer“ darstellst. Sprichst du ihm einen gefestigten Charakter mit Durchblick ab?
    Das geht mir so gegen den Strich, dass jeder, der an der Wache teilnimmt, als instrumentalisierte Person verunglimpft wird. Ich habe doch selber ein Hirn, um nachzudenken.
    Was hast du gegen Jebsen und Popp (Elsässer lasse ich hier mal weg, weil auch ich seine Ansichten oft nicht als korrekt empfinde)? Über Jebsen wurde hier auf diesem Blog schon viel diskutiert und dass die Medien ihn zu Unrecht als Antisemiten hinstellen, dass müsste allmählich bekannt sein.
    Und Popp vertritt durchaus Ansichten über das Geldsystem, die schon bis in den Bundestag getragen wurden:

    https://www.youtube.com/watch?v=Bnsy2HBuPs8

    Es stehen immer noch diese Leute im Fokus der Kritik, dabei gab es auf der letzten Wache ausschließlich Freespeech von Leuten aus der Bevölkerung. Die Bewegung entwickelt sich also weiter. Auch gehen bei der ganzen Kritik die anderen 40 Mahnwachen unter, die sich eigenständig organisieren und auch keine populären Redner haben.

    Deine Forderungen, die du möchtest, wollen die Leute auf den Wachen einfach nicht. Es wird niemandem, ausser den extremen Strömungen, der Mund verboten. Das mag dir missfallen, ist aber Bestandteil der Wache.

    Dass man nichts über Florian Kirners Rede erfährt, also weisst du, dann musst du die halt auch mal in Youtube ansehen. Reaktionen gibt es darauf genügend, auch die stehen im Netz. -Das ist auch Bestandteil der Wache: Glaube erst mal nichts, hinterfrage und mach dir selber ein Bild. Das nennt man Mündigkeit – die ich mir nicht absprechen lasse, nur weil jemand z.B. meint, Jebsen wäre ein Querfrontler. -Wieso schimpfen alle „Linken“ über die Wachen, anstatt sich dort selbst zu präsentieren? Vorallem, wenn doch behauptet wird, dass die Menschen dort sich sooo leicht beeinflussen lassen? -Meckern ist immer leicht, aber den Popo bekommt von denen keiner hoch.

    Hier das Youtube-Video von Florians kurzer Ansprache, dass du es nicht suchen musst:

    https://www.youtube.com/watch?v=I0Ont7bMqfM

    Und dass die Menschen, die zur Mahnwache gehen, mittlerweile empfindlich auf undifferenzierte Kritik reagieren, das muss einen nicht wundern. Wer so derbe angeschossen wird, der geht immer mehr in Verteidigungshaltung.

    Mehr kann und will ich dazu gar nicht mehr sagen, weil dieses Thema nun schon so lange durchgekaut wurde, dass sich alles wiederholt, die Maus beißt sich in den Schwanz.

    Grüße an alle
    Simone

  • Jakobiner

    Florian Kirner schreibt:
    „Schön, das ist mir zuvor schon passiert in einem bewegten Leben im Sturmherz der Revolte. Aber es gibt einen eklatanten Unterschied: wie auch immer man nämlich zu den Montagsmahnwachen steht, wie man sich dazu zu positionieren gedenkt und was man von meiner Einschätzung und meinem Vorgehen am Montag hält: das Koordinatensystem selbst scheint dieses Mal in Bewegung zu geraten. Wir täten allesamt gut daran, uns darauf einzustellen.“

    Das grenzt schon an personenkultmässige Selbststilisierung und Grössenwahn: Der selbsternannte „Querdenker“und „Blockadebrecher“Prinz Chaos Nochwas hält mal „spontan“und ohne weiter zu denken eine Rede und schon soll sich das Koordinatensystem der Welt ändern.Wohl ein Fall von klassischer Selbstüberschätzung, der die eigene Person wohl zu wichtig nimmt.
    Wenn Lars Märholz ein Hippie ist, der mit allen gut stehen will, so ist er zwar nicht rechts, aber er gibt Rechten wie Elsässer, Jebsen und Popp ein Podium.Wenn der sich selbststilisierende und etwas geltungssüchtige „Prinz Chaos 2“ das Koordinatensystem dieser Friedensbewegung wirklich ändern will, so sollte er Märholz öffentlich auffordern sich von Jebsen, Elsässer, Popp zu distanzieren und das Podium linken Soprechern zur Verfügung zu stellen.Und „Aktivist“scheint eher als Wort für prinzipien- und theorieloses Rumgeiere zur Selbstdarstellung–naja, vielleicht erhofft sich der Tsunamisurfer ja noch ein paar Plattenverkäufe ala Kilez Moore oder Bandbreite von einer wachsenden Bewegung, deren Troubadix man ist.Opportunistisches Surfen auf einer erhofften Tsunamibewegung.

  • Jakobiner

    Killez Moore tritt ja auch auf.Die Band betont ja richtig, dass es kaum noch politische Bands gibt und der bisherige Rap vor allem homophob, frauenfeindlich, gewalttätig, ansonsten unpolitisch und machohaft ist–daher versprechen sie sich als politische Alternative.Ihr Lied „Infokrieger“ist zwar musikalisch gut gemacht, aber bei dem Inhalt graust es einem eben.Es ist gerade dieses Potpuri von Verschwörungstheorien, die sich hier akustisch zum Ausdruck bringt.

    Hier nochmals die Lyrics zum Lied “Infokrieger”von Kilez Moore mit ein paar Anmerkungen von mir (Liedtext aus rechtlichen Gründen entfernt, Anm. A. Kinsky, HdS Redaktion):

    (Anmerkung: Er will, dass wir jeden Mist aus dem Verschwörungsmist aus dem Internetflimmerkasten und von ihm glauben)

    (Anmerkung: Wer plant eigentlich eine Weltregierung und wer ist “sie”?)

    (Was ist denn eingetroffen,was prophezeit wurde? Alles, nie ein Irrtum in der Prophezeiung–da spricht ein Prophet ala Nostradamus)

    (Anmerkung:”alles wahr”, alles andere alles Lüge-so pluralistisch und differenziert wird das gesehen von unseren Verschwörungsfreaks!Man ist im Besitz der totalen Wahrheit!)

    (Anmerkung: wohl doch eher rechts und Vrreiter im allgemeinen alternativen Verschwörungstheorienverblödungsgeschäft–wohlgemerkt Infogeschäft, klingt ja nach kommerziellem Interesse)

    (Anmerkung: Wohl eher letzteres ist die sogenannte (Des)”Infobeschaffung”)

    (Anmerkung:Wieder mal: “Sie”.Wer das anders sieht, gehört auch zu “Sie”und wird als Feind oder als bezahlter Agent des Feindes behandelt)

    (Anmerkung: Sehr aggressiv-militaristisch auch–fehlt nur noch ein Aufruf zur Gewalt, um den Gegner zu liquidieren)

    (Anmerkung: Hier ist wohl der totale Vergiftungswahn ausgebrochen–klingt nach den Brunnenvergiftungsstories vor den Judenpogromen)

    (Anmerkung:Erst wollen “sie” die NWO erst schaffen, jetzt ist die faschistische Weltregierung schon da und gehört zerstört–man meint wohl die “faschistische”Demokratie!)

    (Anmerkung: Wohl eher das Gegenteil ist der Fall: Denken soll ausgeschaltet werden und man soll diese Verschwörungsparolen und Hetzslogans unreflektiert nachkäuen)

    An Jakobiner: Persönlich abwertende Bemerkungen über andere werden ab sofort nicht freigeschaltet. Liedtexte können ohne Genehmigung der Originalverlage leider auch nicht freigeschaltet werden. Daher stehen hier nur die Anmerkungen dazu. (Alexander Kinsky, HdS Redaktion)

  • Jakobiner

    Hier noch der Link zu Kilez Mores“Infokrieger“, um sich selbst ein Bild zu machen.

    http://www.youtube.com/watch?v=44SRXNNZAFM

    Anmerkung A. Kinsky (HdS Redaktion): Hier stand außerdem auch wieder eine verallgemeinernde abwertende Bemerkung über Montagsdemoteilnehmer. Für eine Freischaltung und als konstruktiver Diskussionsansatz leider nicht geeignet.

  • genova68

    Falls dieser Chaosprinz ein wenig Nachhilfe braucht, was die Einschätzung der neuen Friedensdemos angeht:

    http://exportabel.wordpress.com/2014/04/18/ken-jebsen-und-die-nazis/

    http://exportabel.wordpress.com/2014/04/16/montagsdemos-rechte-menschenfanger/

  • stille G.

    Hallo allerseits : -)
    @Prinz Chaos II : -))

    ist es möglich dem Freund vom Küchentisch folgenden Link zu geben:

    http://zeit-zum-aufwachen.blogspot.de/2014/03/verborgen-im-berner-oberland-geheimer.html

    „Neues aus der Hohlwelt“ ist also eventuell doch nicht so spinnert ???

    Ich bin schon sehr gespannt auf Montag und die Friedensmahnwache in Berlin …

    stille G. grüßt : -) : -)) : -)))

  • GN

    Hallo, und insbesondere an Prinz Chaos!!!!

    ich entdecke gerade ein hochinteressantes Video, das sollte sich jeder mal bis zum Ende ansehen:

    Teil 1

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=tF6u6tz5Ios

    Teil 2

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=-MzTdfCq5MU

    Was bin ich doch froh, daß es solche Menschen gibt, die sich nicht alle offizielle „Verschwörungstheorien“ für die Wahrheit verkaufen lassen.

    Und für den übrigen Rest der bitteren Wahrheit in diesen Videos interessiert sich leider kaum jemand. Weil, solange alle mit sich und der Welt zufrieden sind, braucht es auch keine Solidarität.

    Und an der gezielt geförderten Entsolidarisierung unserer Gesellschaft liegt das wahre Übel unserer Zeit….

    VG

    GN

  • hjv

    schoener text vom chaotischen prinzen. man wird ihn nicht lieben dafuer. geliebt wird „klare kannte gegen …“ – was er natuerlich auch kann, aber offenbar nicht gerne auf kommando macht.

    nein, ich kenne diese ganzen -berliner- nicht (am ehesten den florian – als jemanden der temperamentvolle posts in den occupy-foren von FB schrieb).
    aber real kennen, leider niemanden. und da ist es verwirrend, wenn soviel zorn von alten linken freunden sich ueber die montagsdemos ergiesst.

    von daher – vielen dank fuer die muehen sich das mal “ von nahem “ an zu schauen – was da so passiert –
    bzw. was da an „schröcklichem“ nicht passiert.

    gruss aus dem rheinland
    HansJuergen

  • hjv

    nachtrag: grad merke ich, der prinz ist ja auch ein florian –
    ich meinte oben florian hauschild -g-

  • genova68

    Lieber Konstantin Wecker,

    sie sangen in der Anstalt, dass die Friedensbewegung derzeit gespalten werde. Das würde bedeuten, dass sie diese Montagsdemos am Brandenburger Tor als Teil einer Friedensbewegung betrachten.

    Von den Zuschauern, die dorthin kommen, weiß man wenig. Es sind keine Transparente und Fahnen erlaubt. Also geht es um die Leute, die auf der Bühne stehen. Und das sind durch die Bank rechte, dubiose Leute. Nicht nur Elsässer, sondern auch Jebsen, Popp und alle anderen, die mir bislang bekannt wurden. Allesamt kommen sie aus dem rechten bis rechtsradikalen Spektrum. Weiter oben stehen zwei Links zu Artikel in meinem Blog, die aufklären. In den Kommentaren dort gibt es noch mehr Hinweise.

    Es wäre meines Erachtens das Beste, diese Mahnwachen zu ignorieren. Da wird über kurz oder lang keiner mehr hingehen. Geben Sie nicht ihren guten Namen für diese Querfrontler her.

    Und Veranstalter dieser Demos ist nach wie vor Mährholz. Der war bis vor kurzem noch Mitglied der Facebook-Gruppe von Pro Köln. Die Mitgliedschaft hat er still und heimlich gelöscht, als ich das beim Spiegelfechter-Blog öffentlich machte. Er legt in seinem Blog auch ein eindeutiges Bekenntnis zu den rechtsextremen Reichsbürgern ab, auch wenn er sich auf der Demo vielleich davon distanziert.

    Er hat seine Aussage bekräftigt, dass die Fed auch für den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg verantwortlich ist.

    Mährholz ist Eventmanager, auch bei den Demos. Es ist komplett abenteuerlich, so einem hinterherzurennen.

    Wer Frieden will, muss solche Leute auf alle Fälle meiden.

  • suzann

    @genova68. Danke für die klaren Worte. Schließe mich an.
    Das sind dubiose Vorgänge von dubiosen Akteuren, denen ich erst allmählich auf die Schliche gekommen bin. Seither bin ich alarmiert. Wenn deren Absichten aufgingen, bedeutete das mittelfristig einen Rückschlag für jede emanzipative oder pazifistische Unternehmung. Auf Dauer würden ihre wahren Absichten deutlich werden. Jede Widerstands-Bewegung würde dann in den Medien automatisch mit diesen Leuten in Verbindung gebracht werden können und dadurch letztendlich delegitimiert. Das ist die best-case-Variante.

  • eulenfeder

    …also lässt sich – unterm strich – richtigerweise feststellen dass mahnungen und auch warnungen berechtigt, nötig sind – die profitseite ist auch zu wenig beleuchtet – eine non-profit bewegung müsste es sein!

    habe mir nun zum ersten mal jene videos angesehen – und mir fällt vor allem auf dass eine bestimmte person ständig bemüht ist im ‚bild‘ zu sein….

    sähe ich nun diese ‚kultur‘ wachsen ( imaginär ), dann bemerkte ich merchandising, pr-manager, logistik, roadmaps und taskforces….

    und auch wenn es eine ‚gute‘ bewegung wäre – würden mich die materiellen seiten im hintergrund abstossen.

  • Matthias

    Danke für die spontane Kraft Denkmuster zu hinterfragen !Wecker wäre hier der Brückenbauer und saß ja selbst oft genug zwischen den Stühlen .
    Der Artikel in „Blätter für deutsche und internationale Politik“5/2014 von Mohssen Masserrat „Chaos und Hegemonie“ fast sehr klar zusammen was mit der zu diffusen Kritik an der FED gemeint war und hier dürfen sich friedliebende Menschen nicht mehr Teilen lassen

  • hjv

    schade das ihr so wenig konkret auf den prinz chaos II eingeht,
    sondern den armen konstantin wecker als „uebervater –
    anruft “
    der mann wird sich auch zwischen einem grossen buendel von unterschiedlichsten bedenken seine meinung machen wollen –

    wenn ich eins an wecker schaetze, dann seine erkenntnis das -weisheit- (in solchen faellen) nichts statisches ist, sondern etwas – das man immer wieder ueberpruefen soll –

  • Adlerklaue

    So viele schöne Worte beim Beitragschreiber wie bei den Kommentatoren/innen….wo bleiben endlich die dazugehörigen Taten?
    Würden alle die im Netz so toll schreiben auch entsprechend handeln, würde sich wohl vieles ändern…aber Hunde die bellen beißen ja bekanntlich nicht. Und das wissen auch die die das sagen haben….wuff wuff.
    Die Adlerklaue

  • Holdger Platta

    Liebe „Adlerklaue“,

    zwei Fragen: woher weißt Du, daß diejenigen, die „toll schreiben“ (Deine Worte) nicht auch ansonsten aktiv sind? Und, da Du ja schon die Antwort weißt (= sie tun nix!), ergo zwar „bellen“, aber nicht „beißen“?

    Und, wuffwuff: ws tust Du? Soll hier nur die eine Seite beweisen, daß sie was tut? Wieso dieses denn?

    Vielleicht liest Du mal zu diesen Fragen meinen Beitrag hier „Linke Heideggerei und Talim-Widersprüche“!?

    Gerne können wir uns dann weiter unterhalten. In genau der Freundlichkeit, die für uns Linke typisch sein sollte.

    „Löwenmaul“ Holdger Platta

  • eulenfeder

    …richtig Holdger !
    ein häuptling kann er nicht sein…
    hau
    ich habe gesprochen !

  • stille G.

    Hallo allerseits : -)

    @Holdger
    @eulenfeder

    der Kommentar von genova68 ist nicht interessant ?

    ***Mährholz ist Eventmanager, auch bei den Demos. Es ist komplett abenteuerlich, so einem hinterherzurennen.

    Wer Frieden will, muss solche Leute auf alle Fälle meiden.***

    Lieber auf Adlerklaue einhacken und wegmobben ???
    Ist das Euer Ziel ??

    Meine traurige Erkenntnis aus der Berliner Montags-Mahnwache am 5.5.14 …;

    die Lage spitzt sich zu und ich hoffe inbrünstig, daß es entgegen der vorherschenden Meinung „noch nicht zu spät ist“ …
    daß WIR mit Aufmerksamkeit auf Frieden einen drohenden Krieg verhindern !

    stille G. grüßt : -) : -)) : -)))

  • wandererzdw

    Einfach nur „Danke“!

  • stille G.

    Hallo allerseits : -)

    wie geht es denn nun weiter *neuGIER IG meldet sich mal wieder …

    wird sich der Prinz auch auf dem 1. Friedensfest in Bautzen am 1.9.2014 „bewegen“ ???

    stille G. grüßt : -) : -)) : -)))

    das ps.: schönes Datum für ein Friedensfest, wenn der Weg nach Sachsen nich so wiet wär …

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