Prinz Chaos II. berichtet direkt aus Athen

Athen abseits der Hochglanz-Sehenswürdigkeiten

Athen abseits der Hochglanz-Sehenswürdigkeiten

Über „die Griechen“ reden derzeit alle, mit ihnen – d.h. außer vielleicht Hotel- und Restaurantpersonal – viel zu wenige. Prinz Chaos II., singender Anarcho-Blogger und Akivis, ist derzeit „dort“ und tummelt sich insbesondere in der linken Szene Griechenlands. Dort trifft er auf viel Frust, Ratlosigkeit – aber auch auf einen angesichts der Lage kaum begreiflichen Lebensmut. Webseite von Prinz Chaos II. hier.

Jubelnd seien sie durch die Straßen gezogen, erzählt der alte Freund, Deutsch-Grieche, Syriza-Mitglied. Mit breiter Brust und breitem Lachen und: „Mehr rote Fahnen, als Du je in Deinem Leben gesehen hast oder jemals sehen wirst!“

Der Oxi-Sieg beim Referendum. Wie lange ist das jetzt her? Zehn Tage, zehn Jahre oder zehn Welten?

Vassilis hat seinen Vortrag bei der Konferenz „Democracy Rising“ abgesagt: „Was soll ich sagen, wenn ich in Wirklichkeit einfach nur ratlos bin!“ Margarita wird ihren Vortrag halten. Aber auch sie ist ratlos. Ihre Kernaussagen wurden durch die Entwicklung der letzten Tage pulverisiert.

Ich schlage vor, die Ratlosigkeit offen zu bekennen. Nicht als lakonisches Ausweichmanöver. Sondern als einen gemeinsamen Ausgangspunkt. So mache ich das neuerdings immer. Ich bin oft ratlos.

Und nicht nur diese beiden Freunde sind sich radikal uneins, was man von Tsipras Wendungen und der Zustimmung zum neuen Memorandum halten soll. Wird man jetzt zu Feinden werden? Unter Syriza-Genossen gebe es momentan ein neues Begrüßungsritual: man fasst sich mit beiden Händen, schaut sich tief in die Augen und fragt: „Sind wir noch Freunde?“

Der Klinikleiter des Elpis-Krankenhauses wird dazu die Achseln zucken, nehme ich an. Er hat schon beim Referendum mit „Ja“ abgestimmt. Grexit? „Völlig verrückt!“ – so sagt er uns. Da könnte er das Krankenhaus in fünf Wochen dichtmachen. Wie soll das gehen?

Im Elpis, was “Hoffnung” bedeutet, behandeln sie alle. Die Unversicherten, die Obdachlosen, gestern auch einen jungen deutschen Touri, der total pleite war. „Schau, die Flüchlinge. Ich mag die eigentlich nicht besonders, wenn sie überall betteln. Aber natürlich behandeln wir die, alle, selbstverständlich. Obwohl das illegal ist, aber wir nehmen alle Patienten an.“, erzählt der Arzt und raucht noch eine.

Die Befürworter von Tsipras neuem Kurs verweisen auf die unbeschreibliche Not im Land. Sie alle hassen das Memorandum. Sie hassen die Situation, in die sie hineingekommen sind.

„Es ist wie Tschechien 1938. Die Wehrmacht steht mit Panzern an der Grenze und Du weißt: Du hast keine Chance. Also, was tust Du? Kämpfst Du und die richten ein Gemetzel an? Oder kapitulierst Du?“, stellt der Mann in der Syriza-Zentrale die Situation dar: „Die Deutschen haben offen gedroht, das gesamte Bankensystem in Griechenland kollabieren zu lassen! Wir hatten keinerlei Liquidität mehr. Das Land stand vor dem Kollaps!“

Fehler? Natürlich Fehler! Jede Menge sogar. Die Partei sei nicht gut vorbereitet gewesen auf die Macht. Geboren aus den Kämpfen gegen Memorandum 1 und 2 und dem Totalzusammenbruch der PASOK, war Syriza in nur drei Jahren von 4% auf fast die absolute Regierungsmehrheit explodiert. Und plötzlich musst Du einen ganzen, bankrotten Staat mit Personal besetzen.

Dort sabotiert Dich dann der Beamtenapparat, wie er nur kann.

Der Cousin eines Genossen ist Sekretär im Arbeitsministerium.

Eine riesengroße Razzia hatte er vor kürzlich vorbereitet, einen nie dagewesenen Schlag gegen die Ausbeutung von Illegalen und Flüchtlingen, gegen die Oligarchen der Bauindustrie. Tja. Eine Stunde vor Ankunft der Kontrolleure war kein einziger Illegaler mehr da auf den Baustellen. Die Aktion wurde ein totaler Schlag ins Wasser.

„Wir bezahlen den Arbeitskontrolleuren 1.200 Euro im Monat. Und die Bonzen bestechen die mit 2.000 Euro im Monat…“, beschreibt man uns einen regelrechten „Klassenkrieg auf allen Ebenen des Staates“.

Der Cousin ist entschiedener Gegner von Tsipras neuem Kurs. Aber er wird auf seinem Posten im Arbeitsministerium bleiben, wenn sie ihn nicht rausschmeißen. Zurücktreten wird er nicht. Auch Zoe Konstantoupoulos, die Heldin der Nein-Fraktion, wird Parlamentspräsidentin bleiben. Sie habe nachgeschaut, in der Verfassung. Tsipras könne sie gar nicht rausschmeissen, meint sie.

Während wir alte und neue Freunde treffen und auf der Konferenz und in den Cafes im alternativen Viertel Exarchia die strategische Großdilemmalage von allen Seiten beleuchten, spricht sich langsam herum, dass Alexis Tsipras alle Minister entfernt hat, die gegen das Memorandum mit „Oxi“ gestimmt haben.

Und eine Genossin, mit der ich lange rede, bleibt dabei! Hätte Tsipras mit dem Sieg des Referendums im Rücken die offene Revolte Griechenlands gegen das EU-Diktat ausgerufen und entschlossen angeführt: Millionen wären durchs Feuer gegangen, um diesen Befreiungskampf durchzufechten: „Und die Stimmung in Europa wäre auch gekippt, in unsere Richtung. Schau Dir das weltweite PR-Debakel von Merkel und Schäuble doch jetzt schon an…“

Wird sich Syriza spalten? Einiges deutet darauf hin. Die Ja-Fraktion bleibt seit Tagen immer öfter den Cafés in Exarchia fern, hören wir. „Die reden zum Teil eh schon daher, wie die anderen!“, sagt man uns: TINA, TINA – There is no alternative… Bald soll es Neuwahlen geben. Niemand weiß, was bis dahin aus Syriza geworden sein wird. Massive Umgruppierungsprozesse bereiten sich vor. Einmal mehr in einem Land, wo seit fünf Jahren die Parteien steigen und fallen, in Windeseile.

Schwierige Debatten in grausamer Lage. Andererseits: die Leute hier im Zentrum der Bewegung sind bei allem Frust und mitten in einer verwirrenden Niederlage noch immer besser gelaunt und lächeln öfter, als die Deutschen nach ihren schönsten Erfolgen. Und ich spüre ein Grummeln tief von unten, bei allen, mit denen ich an diesem ersten Tag in Athen spreche. Man denkt, diskutiert und sucht nach Wegen aus der Sackgasse. „Wir sind Marxisten!“, ruft Vassilis lachend aus: „Niemand hat uns Demokratie ohne Klassenkampf versprochen, oder?“

Showing 18 comments
  • Angela Ebert

    Der Verrat warten hinter jeder Ecke,
    was gestern noch „oxi“ war hat morgen keine Gültigkeit mehr.
    Die Kosten des Kapitalismus werden von keiner Regierung berechnet,
    die Rechnung wird jedem zugestellt werden.
    Ist nicht lustig Schulden wie ein Groß-Major zu haben.
    Irreführung incl.
    Ex-BK Schröder meinte mal zum Thema Vertrauen, selbst schuld.
    Verrat ist alltäglich und offenkundig politisch legal…

  • Volker

    Es ist so, als hätten die Griechen durchgeladene Waffen an ihren Köpfen angesetzt bekommen. Ein besserer Vergleich fällt mir momentan nicht ein, mit der ich diese brutale Vorgehensweise europäischer Politik (?) gegen ein – immerhin – europäisches Land beschreiben könnte. Einem Land, das sich einer ausufernden und zerstörerischen Macht beugen soll, die millionen Menschen und Menschenleben als verhandelbare Masse ihrer widerwärtigen Politik ansehen.
    Ich bin nicht in der Lage zu beurteilen, wie sich die griechische Bevölkerung aus dieser sichtlich tödlichen Schlinge noch befreien könnte, aber eines ist mir klar: mit der Zerstörung menschlicher Lebensgrundlagen, mit der Zerstörung notwendiger sozialer Strukturen, unter Aufbietung kriegerischer Gewalt! – und nur so – funktionieren Unterdrückung, Ausbeutung und Machtansprüche.
    Um es auf die Spitze zu treiben: Wir sind nicht weit davon entfernt, in einen griechischen Spiegel zu blicken, vor dessen einschneidenden Scherben wir uns wiederfinden. Oder: schon längst wiederfanden –

  • Der Souverän

    Tja, da sitzt der falsche Mann auf falschem Posten. Tsipras hat nicht genug Eier in der Hose für so ein Ding. Da wäre Varoufakis eindeutig die weitaus bessere Besetzung (gewesen).

    Dabei wusste er alles und rechtzeitig. Ich habe ihm einen ziemlich perfekten Plan vorgelegt, als er Ministerpräsident wurde.

    Alexis – hab ich gesagt – mache Deine Antrittsbesuche NICHT zuerst in deutschland, Eu etc, sondern in Rußland und China. Und zwar ausgiebig. Danach gehe zu Merkel, Schäuble und Co und mache unmßverständlich klar, daß du die Ermordung deines Volkes durch die Troika, IWF usw nicht länger dulden wirst – hab ich gesagt.

    Und ich hab ihm gesagt – Alexis, lass schon mal heimlich Drachmen drucken, falls die D-EU-Troika wider alle Menschlichkeit, Vernunft und Logik handeln.

    Alexis – hab ich gesagt – wenn es zum Grexit kommt, dann mach doch folgendes…

    Bereite eine nächtliche Sonderzitzung der Athener Börse vor. Zwei Stunden vor der Börsensitzung, informiere die regionale und internationale Presse – die springt ja gerade zuhauf bei euch rum.

    Dann sind alle auf dem Börsenparkett versammelt und du gibst bekannt, daß in wenigen Augenblicken die Drachme wieder eingeführt und der erste Wechselkurs festgelegt, festgestellt wird.

    Du setzt dich an einen kleinen Tisch, vor dir ein aufgeklappter Laptop. Die Scheinwerfer strahlen noch mal um einige 100 Watt heller in der hellenischen Börse, während alle Mediemwelt in stiller Regungslosigkeit gebannt auf die riesige elektronische Anzeigetafel blickt, die gerade flimmernd verkündet bereit zu sein.

    Dann der Augenblick des ersten Wechselkurses Drachme / Euro.

    1 Drachme
    396.759.921.113,0247 Euro

    Sobald der erste Wechselkurs erschienen ist, drückst du die Entertaste auf dem Laptop, was sich ob der absoluten Stille wie ein Bombeneinschlag anhört.

    Dann stehst du ganz ruhig und gelassen auf, blickst mit festem und freudig freundlichem Blick in die Kameras und sagst:

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebes griechisches Volk, liebe Freunde. Ich habe gerade an die EU-Troika-IWF und sonstigem Pack eine Drachme überwiesen.

    Sie haben soeben einen historischen Moment miterlebt, der ihnen zwei Fakten deutlich aufgezeigt hat.

    1) Auch grundlegendes kann sich in Millisekunden ändern und zum Besseren wenden

    2) Die Börsen sind unberechenbar (Kurs hatte sich im nächsten Moment [nach Überweisung] leicht verändert auf 1 Drachme / 0,52 Cent)

    Alexis – hab ich gesagt – mach es genau so. Und wenn du dafür die Eier nicht in der Hose hast, lass den Varoufakis ran – hab ich gesagt.

    Genau das, genau so, habe ich das dem Alexis RECHTZEITIG gesagt – ich bin mein Zeuge. Und was macht Alexis? Er hört nicht auf mich. Aber wer hört schon auf einen Souverän….

  • eulenfeder

    …und ich habe Varoufakis in geheimer mission ( gespräch unter Häuptlingen )vor zwei wochen im bierstüberl am ostbahnhof getroffen – (zwoa weissbier neigschütt…)- und ihm gesteckt dass Tsipras sich mit dem Souverän trifft.
    ‚Scheisse‘ hat er gemeint, ‚ich trete zurück, gleich morgen – der ist mir zu schlau, da hab ich keine chance’…

  • Der Souverän

    Du hast ihm doch hoffentlich meine herzlichsten Grüße entrichtet. Ich glaube übrigens nicht das Varu wegen meiner Schläue zurückgetreten ist. Er weiß zwar das ich schlau bin, aber er weiß auch das ich weiß, daß ich sein Maß an Intelligenz nicht mehr erreichen kann. Er ist zurückgetreten weil er nicht mitschuldig an dem Desaster sein will, es moralisch nicht vertreten kann, das Volk auf Befehl von Psychopathen zu geißeln und ermorden – hat er mir heimlich gesteckt…

  • Angela Ebert

    Er ist zurückgetreten weil er nicht mitschuldig an dem Desaster sein will, es moralisch nicht vertreten kann, das Volk auf Befehl von Psychopathen zu geißeln und ermorden.
    Könnte so sein.
    WER trägt dann aber die Verantwortung für den ganzen Missbrauch menschlicher Existenzen, den Schuldenbergen der letzten Jahrzehnte, überall? Für das Spielen mit der Existenz des Menschen und das Zocken um Macht und Geld?
    Genau – der Souverän – die Ärmsten werden besonders, nämlich per Gesetz, zur Kasse gebeten.
    Das Studierte/Akademiker nicht intelligent sein müssen habe ich verstanden.

    Vom Schreiben wird es auch nicht besser, aber manch eine/r kommt zu mehr Erkenntnissen. Danke dafür!
    Ich überlasse den GRANDIOSEN und Kulturschaffenden dieser Szene die Bühne der Öffentlichkeit. Die können sich Öffentlichkeit leisten und aushalten.

    Mein Schutz-Bedürfnis verlangt nach Rückzug, den heute ist die Pflicht zum Widerstand (Art. 20 GG) nicht mehr straf-frei.
    Dieser Bericht hier macht die Unsicherheit deutlich, die so gewollt ist, so scheint es.

  • ArNi

    Tolle, sehr verständliche, romanartige Schreibweise.Lebendig und menschlich! Bitte mehr davon.

  • Der Souverän

    Liebe Angela Ebert
    *
    Einstein hat das so ausgedrückt (angeblich).
    Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen (auch Die Welt ist nicht gefährlich wegen denen, die Schlechtes tun, sondern wegen denen, die zusehen und machen lassen).
    *
    Schuldig ist also der (gute) Souverän. Aber Einstein hat überhaupt viel Unsinn verbreitet.
    Denn, wenn der Souverän gegen das Böse angehen will, bedeutet das Kampf gegen – in welcher Form auch immer.
    Aber genau das ist was der Gute nicht will. Er will nicht kämpfen müssen, er will einfach nur in Frieden leben.
    Und vor allem: Der Böse wird nicht gezwungen böses zu tun! (Halt du sie dumm, ich halt sie arm)
    Schuldig sind also ganz klar die Bösen. Und natürlich tragen sie keinerlei Verantwortung für ihr Tun. Ganz im Gegenteil, die weisen sie weit von sich. Noch schlimmer, daß sie allermeist nicht zur Verantwortung gezogen werden.
    *
    Natürlich sind Unsicherheit, Angst und Spaltung absolut! gewollt. Medien, Staat, Industrie und Wirtschaft arbeiten da sehr gut zusammen und tun alles dafür. So lässt sich der Souverän klein halten und beherrschen bis hin zur Versklavung.
    *
    Es handelt sich um Massennötigung, um Zwang gegen die Souveräne. Wir werden gezwungen tätig zu werden, etwas zu tun was wir gar nicht tun wollen und bräuchten, wenn ein paar Böse uns nicht dazu zwingen würden. Jedenfalls dann, wenn wir halbwegs in Freiheit und Sicherheit leben wollen. Dann müssen wir die Unsicherheit die die Bösen uns aufbürden – und ganz nebenbei als unsere Sicherheit verkaufen – beseitigen. Dann müssen wir die Unfreiheit die sie uns oktroyieren – und ganz nebenbei als Freiheit verkaufen – beseitigen.
    *
    Es ist so: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn der Nachbar es nicht will.
    *
    Richtig, vom schreiben wird wirklich nichts besser – aber vom lesen vielleicht… (kommt ganz entscheidend darauf an, WAS WER schreibt). Wenn zwei Menschen buchstabengetreu das Gleiche schreiben, wird dies teils völlig unterschiedlich – bis hin zu 180° verdreht – aufgefasst oder/und bewertet.

  • Der Souverän

    P.S.
    „Noch schlimmer, daß sie allermeist nicht zur Verantwortung gezogen werden.“

    Es ist ja noch viel viel viel schlimmer. Heute werden ja die Bösen die böses tun, EXTREM BELOHNT.
    *
    Sie erhalten Millionen und Milliarden wo sie mit ihrem persönlichen Gut haften müssten.
    *
    Sie werden befördert um gleich mehrere übersprungeme Stufen, wo sie entlassen werden müssten.
    *
    Sie erhlaten vor Gericht Freisprüche, wo sie 20 Jahre im Knast sitzen müssten – usw usf.

  • RaiLoHVAx5

    Deutschland wollte schon mindestens zweimal Chef in Europa werden, Hegemon oder Diktator über alle anderen Länder sein. In Griechenland war es schon einmal siegreich, wofür es die Kosten bis heute nicht bezahlt hat. Von Menschenleben abgesehen. Die sind unbezahlbar. Nun läuft dieses Unternehmen, ein Wirtschaftskrieg zunächst, über die EU. Wird letztlich nicht funktionieren. Deutschland wird wieder verlieren. Hoffentlich nicht mit so schrecklichen Ergebnissen für viele Länder Europas, auch Deutschlands, wie beim letzten Krieg. An Ehre und Ansehen hat es schon enorm verloren. Griechenland bleibe tapfer. „Europa gehört nicht Schäuble“ sagte ein kluger Ex-Finanzminister von Euch. Glück auf! Aber kassiert endlich Eure eigenen Reichen ab oder enteignet sie. Dann würden sich Merkel und Schäuble sehr wundern, was sie da eingeleitet haben.

  • eulenfeder

    nun – Eure Souveränität – dass Ihr Euch selbst hier schreibend beteiligt – das ist Euch sicherlich schon aufgefallen… ?
    weitere schlüsse ziehe ich daraus nicht.

  • Der Souverän

    Ich bin mir zwar nicht sicher ob ich gemeint bin, aber falls ja, teile ich Dir mit, daß Du mich nicht unbedingt mit
    Eure Souveränität anreden mußt – Lieber Gott ist auch ok.
    *
    Die Schlüsse oder der Schluß der aus meinem Geschreibsel gezogen werden könnte, teilte ich bereits mit.
    „Richtig, vom schreiben wird wirklich nichts besser – aber vom lesen vielleicht…“

  • Christiane

    Auch ich kann es mir nicht anders in meiner Ratlosigkeit erklären, als das man Tsipras die entsicherte Pistole an den Kopf hält. Anders ist doch dieser komplette Umschwung nicht zu erklären. Ich schäme mich wieder Deutsche zu sein und bin sicher, dass es so wie mir Unzähligen in Deutschland geht. Und dann heißt es auch noch in unseren Medien, dass Merkel und Schäuble gestärkt aus der Griechenlandkrise heraus gekommen sind. Schlimmer und verlogener geht es nicht.
    mehr.
    Hätte Tsipras durchgehalten, ja, die Bankenlobby wäre zusammen gebrochen, aber es wäre ein Durchbruch Par excellence geworden und die Demokratie hätte gesiegt und der Umbruch des Systems in der EU hätte in Griechenland seinen Anfang genommen. Es wäre schwer geworden, aber es wäre zu schaffen gewesen. Jetzt weiß ich nichts mehr!

  • eulenfeder

    eine alte indianerweisheit besagt: ‚was gelesen werden kann muss erst mal geschrieben werden… ‚

    ich habe gesprochen

  • Angela Ebert

    Der Souverän,
    ja ich weis.

    Heute ist alles angreifbar, JEDE/R, zu jeder Zeit.
    Unrechtsbewußtsein fehlt, ist der Ökonomie geopfert worden.

    Und die Herren Zett und Ypsilon geben Denkanstösse die wichtig sind.
    Die Darstellende-Kunst braucht gute Darsteller, gute Akter, mit guten Geschichten und guter Unterhaltung, es gibt viel Schlimmeres als eine Gute Unterhaltung!
    Der Verrat des Vertrauens funktioniert nicht auf Dauer, hat es noch nie.
    Zuschauer bin ich nicht, werde ich auch nie sein, ein Unrechtsbewußtsein braucht die Würde des Menschen allemal!
    Alle anderen Gierigen und Mächtigen brauchen wohl keine Würde mehr in diesen Zeiten.
    Lesen werde ich weiter, ist doch spannend und interessant
    😉
    manchmal sogar amüsant

  • Adler

    Hallo Alexis Tsipras,

    Du hast in der letzten Zeit verdammt viel Staub aufgewirbelt. Mein Gott was ist uns nicht alles berichtet worden über dich in den Medien, deren Anspruch schon lange nicht mehr der Wahrheit geschuldet ist, sondern die nur noch verlogen verzehrt und diffamiert über alles Berichtet was Auflagen und Quotenwahnsinn fördert.
    Ich sitze hier und krieg den ganzen Mist nur aus der Ferne mit, bin in keine Details eingeweiht, dennoch fühle und empfinde ich wie so viele das es hier schon lange nicht mehr darum geht ein Volk zu Retten, sondern das es nur noch um die Interessen einiger weniger geht.
    Ja es ist Richtig ich glaube auch das man dir von Europäischer Seite eine ´Pistole`
    angesetzt hat. Aber eine wäre für dich wie ich glaube nicht das Problem gewesen.
    Die Oligarchen in deinem Land denke ich, besitzen auch schon lange eine und Wissen wie man sie anwendet.
    Du bist ein Revolutionär und musst gegen diese zwei Fronten Kämpfen, was für eine Hercules Aufgabe! Dann noch der Souverän für den du dich Verpflichtet fühlst. Wer sollte dich für diese Aufgabe beneiden?
    Dennoch hast du geschrien wie ein Elefant den man den Willen bricht um ihn einmal als Arbeitstier einsetzen zu können.
    Und genau dieser Schrei ging um die Welt und dafür Danke ich dir,und meine einzige Hoffnung ist, das diesen Schrei der Ungerechtigkeit irgendwann einmal keiner mehr aushalten wird.

    Hallo Christiane,

    Oberflächlich gesehen hätte man wohl Grund sich als Deutsche zu schämen.
    Aber ich bin ein Adler und frei, deshalb lasse ich mir auch nicht durch dieses Mediale Nationalistische Gehabe mein Gehirn verpissen.
    Meine Erfahrung ist, das Gott die gesamten Idioten Weltweit egal welcher Nationalität zugehörig ziemlich gleichmäßig verteilt hat.

    Lg
    Adler

  • Der Souverän

    Vielleicht ist es im deterministischen Sinn richtig wie es gelaufen ist. Vielleicht ist „die zeit noch nicht reif“.
    *
    Dennoch hatte Tsipras die Chance, ganz Europa – wenn nicht gar die ganze Welt – positiv zu veränderen. Er hatte alle Trümpfe in der Hand und sich sich einen nach dem anderen ziehen lassen. Geblieben ist (vorerst) ein europaweiter – wenn nicht gar weltweiter – Schock. Vielleicht wa das ganze einfach eine Nummer zu groß für Tsipras.
    *
    *
    Diese beiden aufpoppenden Navigationsfensterchen mit den beiden Pfeilen darin, sind extrem nervig – wollt ich schon länger mal angemerkt haben.

  • Renate und Peter

    Haben die Griechen schon einmal daran gedacht, den Euro und das Schuldgeldsystem Geld sein zu lassen, das es offiziell in Griechenland noch irgendwie gibt, aber das keiner mehr benutzen will? Neben dem Euro, aus dem man nicht austreten will, könnte Griechenland nicht nur eine eigene Währung, sondern gleich ein eigenes neues Geldsystem einführen. Hier könnte als Beispiel das Vollgeldsystem gelten, bei dem es keine Banken mehr gibt, die über die Geldschöpfung und Kredite Geld in Umlauf bringen wollen. In diesem System hätte allein die griechische Regierung die Macht, das Geld über Regierungsausgaben zu verteilen. Es gibt ein Buch, in dem das Vollgeldsystem sehr gut beschrieben ist; es heißt „Vollgeld“ und ist im Tektum Verlag erschienen. Auf unserer Homepage findet Ihr die Buchrezension dazu:
    http://geldhahn-zu.de/wissen-ist-macht/wissenswertes/geldbildung-aktuell
    Viel Erfolg beim Einführen des Vollgeldsystems! (eventuell könnte Griechenland sogar schneller als die Schweiz und Island sein…)

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