Holdger Platta: In Heidenau

In Heidenau: Der Weg zum Hass ist kürzer als der Weg zu den Ursachen. (Grafik und Text: Holdger Platta ©)

In Heidenau: Der Weg zum Hass ist kürzer als der Weg zu den Ursachen. (Grafik und Text: Holdger Platta ©)

Showing 12 comments
  • eulenfeder

    beeindruckend starke graphik – Lieber Holdger.
    erinnert mich an die ausdruckskraft einer Käthe Kollwitz.
    das düster-bedrohliche, gewalttätige, todbringende…der gefährliche mob und je näher man den hassfratzen kommt, desto deutlicher zeigt sich der tod, der vernichtungswille aus hass und verblendung.

  • Angela Ebert

    schließe mich Eulenfeder an, seinem Statement…

    Mich gruselt es beim Anschauen, incl. Gänsehaut…
    Kann es nicht lange anschauen

    Wachse an Dir selbst, auch mein Motto:

    https://www.youtube.com/watch?v=9bneFU8RshE

    Sorry, da kommen die Flucht-Reflexe durch 😉

  • rr

    Diese Grafik ist auf eine die Täter bloßstellende Weise „lustig“ und satirisch, hat zugleich aber auch etwas Grotesk-Unheimliches und Bedrohliches. Das alles ist mit relativ einfachen künstlerischen Mitteln erreicht. Es ist schon erstaunlich, wie Holdger – neben vielen anderen Qualitäten – „eben mal“ ein Werk der bildenden Kunst schaffen kann, das ich am ehesten als „politischen Expressionismus“ bezeichnen würde. Ich denke dabei an Bilder von Munch und Grosz, und doch ganz eigen. Es evoziert die Angstgefühle der Opfer, die plötzlich mit einer solchen entmenschlichten Menschenmenge konfrontiert sind – gelenkt von unbegreiflichem Hass.

  • ARM und REICH

    UNTEN und OBEN

    Der da
    der da Unten
    man sieht ihn
    man hört ihn
    man lebt ihn

    ARM
    ÄRMER
    am ÄRMSTEN
    nun der Tod
    Wer will diesen
    so er
    Lust
    auf LEBEN
    Angst vor dem
    da unten
    zu nah
    dem Tod

    Der da
    der da Oben
    man sieht ihn
    nicht
    man hört ihn
    nicht
    man lebt ihn
    nicht
    Wer kennt diesen
    der da labt
    der da saugt
    der da sich bereichert
    am LEBEN anderer…
    UNENDLICH!

  • Margit Geilenbrügge

    Der Titel der Grafik bringt es auf den Punkt:
    Wir müssen den langen und unbequemen Weg zu den Ursachen gehen.

    Seit der sog. Entdeckung Amerikas hat die „Kolonialisierung der Welt“ durch den technisch entwickelten Norden immer neue Formen angenommen. Die wohl noch zunehmende Völkerwanderung vom Süden in den Norden (auch durch den Klimawandel bedingt) drängt uns immer mehr die Frage auf:

    Sind wir bereit, auf materielle Privilegien zu verzichten, um die Güter der Erde fair zu verteilen?

    Wenn wir das wirklich wollen, brauchen wir ein gemeinsames Umdenken, Umfühlen und Umhandeln sowie ein Umsteuern in Politik, Wirtschaft- und Geldsystem. –

    Das alles wird aber wohl nicht möglich sein ohne die Offenheit für die Tiefe unseres Seins, für die „revolutionäre Kraft unseres Herzens“, die uns zu mitfühlenden und mutigen Menschen macht.

  • Krieg dem Kriege

    Auch wenn diese, meine Worte für manch ein Schock mag sein, so doch…
    .
    vielleicht sind wir zu verschont, von Bilder des Todes im Fernsehen.
    .
    Wer kennt den Krieg
    mit all seinen Schrecken,
    sein Leid, sein Schmerz und Blut
    verlußt am Leben das
    Du und Du und Du..
    gelieb, und vermißt für immer
    Wer hat gehört die Schreie
    im Schmerz im Leid
    im Donner der Kanonen
    .
    Die gleichen Bilder können verschiedene Wirkung haben. Es ist eine Frage von
    WIE und WANN,
    von WO und WER,
    WIESO und WESHALB
    ………………in Begleitung vieler Worte.
    .
    Unsere Bibel sollte sein: „Krieg dem Kriege“ ob „Ernst Friedrich“ so „Tucholsky“.
    .
    Die Bilder sind der Schrecken, die geschriebenen Worte die Aufklärung.
    .
    EINE BIBEL DER ERINNERUNG UND DES AUFWACHENS!

  • Jon

    Wer nun immer noch von „besorgten Bürgern“ schwafelt, die „zu Recht“ „demonstrieren“,der hat sich willent- und wissentlich den (geistigen) Brandstiftern zugesellt und kann im Nachhinein sich nicht auf seine Unschuld berufen. Es gibt für solch ein brutales Verhalten weder Entschuldigungen noch Rechtfertigungen.
    Bleibt die Frage, wohin wir fliehen können, sollten Menschen dieses Schlages wieder an die Macht gelangen.

  • Volker

    Und nicht vergessen, Frau Allerlei-Kanzlerin: Braun ist keine Farbe, mit der sich ein demokratisches, offenes, rechtstaatliches, christliches, soziales, menschenwürdiges, friedliches und mutmaßlich beachtenswertes Deutschland schmücken sollte.

    Holdger,
    eine sehr bemerkenswerte Illustration, ich tippe mal auf eine Tuschezeichnung aus den Sechszigern, die gerade heute wieder ihre Aussagekraft beweist: Ein Schrei, ein einsamer Aufschrei, inmitten der Verstummten.

  • Alexander

    Jetzt werden sogar schon Schweiger und Gabriel bedroht (Bombendrohung gegen die SPD Zentrale, geht gerade durchs Netz).
    Konstantins Lied von 1993 „Ich habe Angst“ bleibt erschreckend, entsetzlich aktuell:
    http://www.wecker.de/de/musik/search_type/title/search_string/Ich+habe+Angst/item/49-Ich-habe-Angst.html
    Abgesehen davon: Hochachtung lieber Holdger für Deine vor allem auch künstlerisch so vielseitige, beeindruckende und vielfach ganz stark unter die Haut gehende Leistung!

  • Margit Geilenbrügge

    Wenn ich mich in Holdgers Grafik hineinversetze und sie mir als lebendige Szene vor Augen stelle, dann kann ich mir keine bessere Auflösung dieser Situation vorstellen als diese: Menschen kommen diesen gewaltbereiten Aufgebrachten entgegen und öffnen ihre Arme. (Siehe: Konstantin Wecker: Warum ich einen Nazi umarmte, gepostet am 28.07.2015)

  • Gudrun Weil

    ja, sehr beeindruckend, lieber Holdger! Es gruselt und macht angst. Krieg vs. kriegerische Handlungen sind das Schlimmste was es geben kann; habe selbst noch als Kind den letzten hiesigen Krieg, von unserer Nation angezettelt, miterlebt – und die Auswirkungen davon sind heute bei mir immer noch spürbar! Diese total verirrten, armen Seelen, die da so voller Hass sind, hatten sicher nie ein ‚liebevolles Umfeld‘ – ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß Eltern so gar keinen positiveren Einfluß in ihrer Erziehung hatten; oder waren dieselben seit Generationen auch schon so vergiftet. Konstantin hatte da ja schon das Richtige getan (die Umarmung einer solch verirrten Seele); aber ob ich den Mut dazu aufgebracht hätte, ähnliches zu machen, ich weiss nicht! Wenn man diese „Dumpfheit“ in den Augen derer, die solchen Hass verbreiten, sieht, dann ist in solchen Momenten wohl kaum ein Dialog möglich. Die Konfrontation mit solchen Menschen ist so nicht aufzulösen; sicher ist nur ein ‚einzelner‘ zu bewegen, sich auf einen Dialog einzulassen. Und wo immer wir diese Möglichkeit sehen, sollen wir die nutzen. Ich versuche in persönlichen Gesprächen mit anderen Menschen über Urteile und Vorurteile zu reden; und manchmal bleibt da ja auch etwas hängen – regt zumindest zum ‚Nachdenken‘ an! Vielmehr kann ich wohl nicht machen; habe nicht mehr so viele Kräfte wie in den wilden Jahren 🙂

  • Rainer Thiel

    Unsre Politiker sagen als Erstes, sie würden sich für Deutschland schämen. Warum sagen sie nicht als Erstes: Die da kommen, die Flüchtlinge, sind unsre Schwestern und Brüder? Einen katholischen Priester hörte ich auf dem Markt einer bayrischen Kleinstadt mit Blick auf die sog. 3. Welt rufen: Wir alle sind Kinder Gottes. Ein evangelischer Superintendant schlug mir vor, wie beide sollten im Dom zu Fürstenwalde (Spree)zum Thema sprechen: „Wie wir es lernten, gesamtgesellschaftlich zu denken“. Da habe ich geantwortet: „Das ist der Kern: Sie sind so herum und ich bin so herum dazu gekommen“. Die Veranstaltung im Dom fand statt. Nun müsste das Gespräch fortgesetzt werden. In meinem Landkreis Oder-Spree berichtet die Märkische Oderzeitung täglich, wie der überwiegende Teil der Einwohner die Flüchtlinge begrüßt. Die anfangs unbeholfenen Behörden lernen. Nun ist auch die Zeit gekommen, um zu besprechen: Warum mussten so viele Menschen fliehen? Warum? Wer hat sie in Armut gehalten? Wer hat in ihre Heimatländer die Brandfackel geworfen? Wer? Wer? Wie benennen wir das unmenschliche System? Wie überwinden wir es? Völker – hört die Signale!!! Rainer Thiel http://www.rainer-thiel.de

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