Die Unmenschlichkeit dieser Anschläge darf uns nicht unserer Menschlichkeit berauben

Konstantin WeckerWie reagiert man auf Morde – mit weiteren Morden? Kann man das Böse bekämpfen, indem man sich ihm immer ähnlicher macht? Diese „Strategie“ hat der von den USA geführte Westen nach dem 11. September 2001 angewandt – und ist kläglich gescheitert. Schon basteln interessierte Kreise am Mythos eines „europäischen 9/11“. Das bedeutet: „Nichts ist wie es vorher war“, Ausbau der Überwachung, Abbau von Bürgerrechten, Krieg im Nahen Osten, die Verführung der Bevölkerung zu einem Opfer der Freiheit um der Sicherheit willen. Einer Sicherheit, die die Verantwortlichen selbst durch Waffenhandel, Kriege und die Destabilisierung der islamischen Welt am stärksten gefährdet haben. Viele werden sich blenden lassen – nicht aber Konstantin Wecker, wie sein hellsichtiger Kommentar zeigt.

Liebe Freunde,

mit einem grinsenden Smiley bejubelt Matthias Matussek, Autor der „Welt“, auf Facebook die Anschläge von Paris, um sie für sein rassistisches Weltbild zu gebrauchen: „Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen.“ Aber ist es nicht so, dass diese „unregistrierten jungen Männer und Frauen“ genau vor diesem Terror fliehen? Vor den Mörderbanden des IS?

Anstatt alle islamischen Männer unter Generalverdacht zu stellen, sollte man einfach mal nachdenken: Derart gut ausgerüstete Attentäter begeben sich ganz sicher nicht schwer bewaffnet auf eine monatelange Flucht übers Mittelmeer, sie sind von gut vernetzten und finanziell bestens ausgestatteten Organisationen mit Waffen bestückt und geschickt. So schrecklich es ist, aber nun bekommen wir einmal mehr etwas davon mit, in welcher Angst Millionen von Menschen seit Jahren leben müssen, tagtäglich Terror und Bombenangriffen ausgeliefert. Und wer weiß, wenn man die Waffen der Terroristen zurückverfolgen würde, ob man nicht immer wieder auch auf Waffen deutscher Herstellung stoßen würde.

Herr Matussek ist gespannt »wann die Regierenden erneut eine Lichterkette aufbauen und davor warnen, den Islam zu verteufeln und den rechten Populisten hinterherzulaufen«. Es ist schäbig, so ein schreckliches Ereignis für seine eigene krude Ideologie zu missbrauchen. Doch ich fürchte es wird Schule machen. Matussek ist natürlich nicht allein. Rechtspopulisten, wie Bayerns Finanzminister Markus Söder fordern nach den Anschlägen von Paris Konsequenzen für die deutsche Flüchtlingspolitik. „Es kann nicht sein, dass wir nicht wissen, wer nach Deutschland kommt und was diese Menschen hier machen. Diesen Zustand müssen wir mit allen Mitteln beenden“. So kocht eben jeder dieser aufrechten Männer sein infames Süppchen mit dem Leid der Menschen.

In seinem klugen Kommentar im „Neuen Deutschland“ schreibt Tom Strohschneider: „Auf gewisse Weise sind die Hass-Twitterer und die Matusseks dieser Welt die besten Helfershelfer der Terroristen. Beide betreiben ein Geschäft mit der Angst, in dem der Tod von Menschen eingepreist ist, und das dazu dienen soll, einen erreichten Stand gesellschaftlicher Zivilität zu unterminieren, den man zwar für unzureichend halten kann. Der aber verteidigt gehört gegen den Rückfall in barbarische Zustände. Vive la liberté.“

Lasst uns in unserer berechtigten Wut über diese barbarische, grausame, durch nichts zu entschuldigende Tat nicht die Ärmsten der Armen zu Sündenböcken machen. Die Unmenschlichkeit dieser Anschläge darf uns nicht unserer Menschlichkeit berauben.

P.S.:
Bernd Ulrich schreibt in der ZEIT: „Der größte Feind des islamistischen Terrorismus ist die Willkommenskultur. Denn das ist das einzige, was wir noch nicht ausprobiert haben: die Araber und Perser so zu behandeln, als seien sie Menschen wie Du und ich, wie Nachbarn. In den letzten 100, 50, 20, zehn und zwei Jahren haben Europäer und Amerikaner den Mittleren Osten misshandelt, ausgebeutet und verachtet. Nie stand die Frage im Zentrum, was können wir tun, damit es den Menschen dort unten besser geht. Immer ging es zu allererst um die Frage, wie man Öl rausholt und Terrorismus nicht rauskommen lässt. (…) Dazu müssen die Europäer sich mit den gutwilligen, fliehenden, dort unten um ihre Rechte kämpfenden Muslimen gegen jene verbünden, die Hass säen, gegen die Terroristen vom IS und gegen die herrschenden Islamisten in Saudi-Arabien…“

Einen anderen Weg gibt es nicht, oder Europa taumelt – wie es seinerzeit Thomas Mann über Deutschland schrieb – dem Abgrund entgegen.

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  • Gerd

    Danke, Konstantin Wecker, für Deine besonnene und von Mitmenschlichkeit geprägte weise Botschaft. Mehr möchte ich nicht dazu sagen

  • Dem LEID aller WELTEN-OPFER

    Mein BEILEID ALLEN ANGEHÖRIGEN der OPFER dieses „MASSENMORDES“ in Paris wie auch aller OPFER dieser UNGERECHTEN, durch WENIGE MENSCHEN geschaffenen WELT!

  • Anna

    Natürlich taumelt Europa dem Abgrund entgegen, egal, wer das mal geschrieben hat!

    Was Arno Gruen im Kampf um die Demokratie geschrieben hat, setzt Rudimente einer Demokratie voraus. Aber wir leben in der Diktatur der Minderheiten, sind ausdifferenziert bis in die kleinsten Zellen. Mit wem wollen Sie denn dieses Europa retten? Lichtgestalten brauchen Schattenträger. Gruen hat diesen Aspekt nicht besonders ausgeleuchtet.Er beleuchtete vor allem das Kind, das nur überlebt, wenn es seine ihm aufgezwungene Ohnmacht und Minderwertigkeitheit im Schwächeren bekämpft. Der Problematik des „grenzenlos“ Guten hat er sich offensichtlich nicht gewidmet.

    Hellsicht kann auch vielleicht nur Grauer Star sein. Man sieht meistens nur einen gleißenden undurchdringlichen Lichtvorhang und kann, so ganz im Gefühl, nur noch fühlen, aber nichts mehr sehen.

    Sie, Herr Wecker, sind in diesen Krieg voll mit eingepreist. Die Planer und Strategen in diesem unerklärten Krieg, setzen voll auf Sie. Sie erfüllen die Erwartungen perfekt.Mönch und Krieger, aber immer so unentschieden! Als Mönch super und glaubwürdig, aber als Krieger? Ich weiß nicht. Keine durchdachte Strategie, keine Truppen, höchstens Wattebällchenwerfer.

    Ich bin katholisch geprägt und man hat mich mit der „Erbsünde“ von klein auf belastet. Ausgestiegen aus diesem Verein und erwachsen geworden, musste ich feststellen, dass man das mit der „Erbsünde“ als eine psychologische Konstante anerkennen sollte. Heisst im Klartext: Es gibt kein Leben, ohne dass man schuldig wird! Vielleicht ist die Hybris des Weltenretters die schwerste Schuld, denn man rettet damit nicht den Fernsten , sondern zerstört vielleicht nur den Nächsten.

    Mal kurz nachgedacht: Die Neuankömmlinge verstehen vielleicht nie, was Sie, Herr Wecker , wirklich sagen, denn sie sprechen nicht Ihre Sprache. Die fühlten sich durch Sie auch gar nicht so echt beschützt, wenn sie Sie verstünden, vielleicht weil Sie so „grenzenlos“ sind. Grenzenlosigkeit gibt keine Sicherheit! Eine grenzenlose Welt fördert keine Zusammengehörigkeit und ist nur unter einer diktatorischen Knute denkbar. Genau das ist das Kriegsziel!!!! Das Demokratiespiel ist ausgespielt, gestorben an Grenzenlosigkeit und einer in jeder Hinsicht völlig orientierungslos gewordenen Gesellschaft. Deshalb versuchen Migranten zur eigenen Sicherheit in der entgrenzten Aufnahmegesellschaft ein eigenes Territorium zu schaffen, eine Parallelgesellschaft, sozusagen exterritoriale Heimat, garantiert ohne Homosexualität, mit züchtigen Frauen und viel, viel Ehre, Scharia, usw!

    Wie schafft man als Mönch und Krieger diesen Spagat? Vielleicht mit grauem Star?

  • Piranha

    „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark!“ Das mag unerhört klingen.
    Noch einmal: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark!“
    Dieser Satz, dieser Gedanke bringt die Herausforderung auf den Punkt, die mit Gewalt und Anfeindungen immer verbunden ist: sich nicht auf die Logik von Gewalttätern und aggressiven Menschen einzulassen, sich nicht auf das plumpe Niveau dieses Denkens zwingen zu lassen – das ist die große Kunst und Herausforderung unserer Überzeugungen und der daraus erwachsenen Werte europäischer Demokratien.
    In Frankreich war es auch nach den Anschlägen gegen die Zeitschrift Charlie Hebdo und die jüdischen Einrichtungen und Geschäfte gelungen, sich die unbeschwerte französische Kultur zu erhalten.

    Deshalb lassen sie uns eng mit unseren französischen Nachbarn zusammen rücken, in Verbundenheit mit allen, die sich sorgen und ängstigen, aber auch mit dem Mut derer die sagen: das macht ihr nicht mit uns!“
    .
    Ausschnitt einer Rede von Wolfgang Beck, 14. November 2015

  • eulenfeder

    tatsächlich – Anna – wie von Dir schon angeführt – kurzgedacht.

  • eulenfeder

    ..damit meine ich Deinen kommentar – nicht die weitsicht des Konstantin Wecker.

  • Dagmar

    Schaut euch auf youtube die Vorträge von Dr. Daniele Ganser an und den Kommentar zur Bilderberger-Konferenz 2015.

  • Cawo Engelmann

    Danke Konny für deine Aktion. Das ganze Geschehen ist mir unfassbar. Ich bin sehr traurig. Und wütend zugleich.Ich wünsche allen Hinterbliebenen Kraft, die Opfer werden unendlich sanft aufgefangen

  • Agnes

    Ja, Konstantin Wecker-und ja-auch zu jedem Kommentar—Menschen in Deutschland sollten endlich darüber nach-denken und formulieren, was für sie dieses Land ausmacht, was sie schätzen, was ihnen wertvoll ist, wo für sie Grenzen sind—versuchen, sich als Menschen in diesem Land zu beschreiben, zu definieren—das ist wichtig, w e s e ntlich—da gibt es dann auch sichtbare Grenzen, Unterscheidungen (im wertfreien Sinnen, doch wertvoll für Menschen, die hier leben)— so ist das im Kleinen und so sollte das im Großen auch sein…und ja, Ängste vor Unbekanntem sind menschlich-und große Unsicherheiten auch-und diese m ü s s e n benannt werden ohne Stigmatisierungen, sonst werden sie zur Gefahr und für Missbrauch benutzbar—und ja, ich möchte in diesem Land, das dringend Veränderung bedarf, auch vieles an Wertvollem bewahren und unterschieden wissen zu vielem, was ich in anderen Ländern erlebe…

  • Almut

    Ich kann es nur, wie ich es immer versuche zu tun, runterbrechen auf die kleinste Zelle, die Familie. Wenn ich ein Kind über eine lange Zeit schlage, mißachte und es in keinster Weise als Mensch anerkenne, schlägt es auf seine Weise irgendwann zurück.
    Es sei denn, es konnte seine Traumata bearbeiten und einen anderen Weg gehen.
    Wer über viele Jahrzehnte Menschen mißachtet, ausbeutet und quält, wird irgendwann von den zurückschlagenden Menschen erreicht und noch schlimmer geschlagen.
    Wie die weltweiten Zusammenhänge sind, werden wir alle nie erfahren, dafür sorgen die Drahtzieher schon. Es würde mich gar nicht wundern, wenn die Mächtigen dieser Welt dahinter stecken, wie beim Kennedy Mord, wie beim 11. September. Es ist für uns nicht faßbar, aber so arbeiten Geheim- und Nachrichtendienste, wenn ihnen etwas in die Quere kommt, wird es mit allen Mitteln bekämpft.
    Wie einfach, Mord und Totschlag zu sähen und dann irgendwelchen Verirrten alles in die Schuhe zu schieben. Wir sind doch so gerne bereit, alles zu glauben, was die gelenkten Medien uns erzählen. Sich selber kritisch zu informieren kostet Zeit und Kraft, und wer hat die schon???
    Eine gute Frage wäre, wer profitiert von diesen ganzen schlimmen Unruhen, Anschlägen und Gegenanschlägen weltweit?
    Wen interessiert es nicht die Bohne, dass Menschen sterben, leiden und ihre Heimat verlieren?
    Wie kann man Diktatoren installieren? Indem man Terror und Unruhe stiftet, das Volk in Ängste stürzt und dann als großer Retter daherkommt.
    Es ist doch noch gar nicht so lange her, dass wir das in Deutschland erlebt haben. Ist das alles schon wieder vergessen? Sehr passend, dass gerade in den Kinos der Film „Er ist wieder da“ läuft. Dort wird herrlich aufgezeigt, wie verführbar und leicht zu beeinflussen die Masse ist, erschreckend!
    Bitte alle erst mal das Hirn einschalten, bevor wir irgendwelchen Meinungen hinterherlaufen!!!!!
    Damals waren es die jüdischen Menschen, die für alles Schlechte verantwortlich gemacht wurden, heute sind es die muslimischen Menschen.

  • DAS BÖSE

    😉
    [Re-Upload] Die Welle – The Wave Spielfilm USA … – YouTube
    (T)TIP(P): https://www.youtube.com/watch?v=JAu-imjFO2U

  • Piranha

    @Dagmar
    Danke für den Hinweis auf Daniele Ganser.
    Ich habe mir soeben diesen außerdordentlich interessanten Vortrag angehört:
    https://www.youtube.com/watch?v=MKxNeoCneTk
    Er macht darin eine Zusammenschau der „regime-changes“ der letzten 70 Jahre.
    Vieles davon ist mir bekannt gewesen, anderes weniger.
    Ich schätze besonders seine unaufgeregte Vortragsart, die dennoch spannend ist und voller wertvoller Zusammenhänge.

  • Dieter

    Das Attentat ist schrecklich und ich bedauere jeden der Toten oder Verletzten Doch in unserer gesteuerten Politiker und Presse Gilde fragt niemand nach dem Grund des Terrors. Die USA haben 500000Baybies auf dem Gewissen durch ein Medikamenten Embargo gegen den Irak
    Sie haben den Irak Krieg mit unzähligen Lügen begründet und durchgeführt und hunderttausende getötet oder verletzt und wenn aus diesem verbrecherischen Handeln jetzt Terrorismus entsteht spricht unsere Presse und Politik alsbäbe es keine Zusammenhänge wieder nur von dem Terror ohne die Hintergründe und zusammenhänge in den Vordergrund zu rücken und die USA für ihre Verbrechen zu verurteilen und auch zur Verantwortung zu ziehen. Ich gestatte mir auch auf die bis heute nachwirkenden Verbrechen der USA in Vietnam – hunderttausende durch chemische Waffen gezeichnete Krüppel, die vor sich hinvegetieren oder zwischenzeitlich starben – hinzuweisen.
    Wann übernehmen die USA für ihr verbrecherisches Handeln endlich Verantwortung, und wann erkennen unsere Politiker endlich, dass es mit gemeinsamen Werten nicht weit her ist.
    Sicher stellt mich die N.S.A. nun unter Beobachtung.
    Ich möchte mich aber nicht dem Vorwurf aussetzen, der dem Deutschen Volk für das Nazi Regime ja gemacht wird, nichts gegen eine verbrecherische Regierung gesagt zu haben.

  • Angela Ebert

    Die Ausbeutung fremder Ressourcen hat seit Jahrhunderten Tradition, in der Neu-Zeit sind es die Energie-Ressourcen, ganz neu sind Grundnahrungsmittel und sogar Wasser. Arbeitskraft wurde schon immer ausgebeutet, von Staat und Kirche, der neue Ablasshandel ist innovativ, würde Ex-BK Schröder sagen.
    WAS genau erwarten wir Europäer also von „der Zukunft“?

    Die Kollateral-Schäden haben alle Beteiligten zu beklagen.
    Wir werden von e.V. regiert, manipuliert und abgezockt, wundert das noch jemanden??

    Mein Beileid für die Angehörigen der Anschläge in Paris.
    Mein Beileid auch den mir unbekannten Angehörigen der Kollateral-Schäden in anderen Ländern, auch den unschuldigen Drohnen-Toten der westlichen dekadenten Welt, von Herzen!

  • H.Ewerth

    Die Arroganz und Ignoranz des Westens ist einfach nur noch unerträglich.
    Um es vorweg zu sagen: Meine Anteilnahme gilt den Opfern, aller Toten, den Verletzten und den unzählbaren Angehörigen der Opfer der Terroranschläge. Aber auch der ca. 1,0 Mio. Opfer durch die Völkerrechtswidrigen Kriege und Drohnen Einsätze des Westens in anderen Länder. Kein politisches Ziel, keine Ideologie ist es Wert, dass dafür Menschen ihr Leben lassen müssen. Jedes Menschleben, das durch Gewalt ausgelöscht wird, ist ein Menschenleben zu viel.
    Aber die Arroganz und Ignoranz des Westens ist einfach nur noch unerträglich. Wenn ich im Westen in aller Regelmäßigkeit höre, und lese, wenn man von feigen Anschlägen spricht. Ja, stimmt, aber was sind dann westliche Drohnen Einsätze, und Völkerrechtswidrige Kriege? Hier werden zu sehr Ursachen und Wirkung verwechselt. Solange der Westen mit gerade einmal 10% der Weltbevölkerung, den Rest der Welt als seine Kolonien betrachtet und auch so behandelt, braucht sich niemand über Terrorismus und Flüchtlinge beschweren. Denn die Ursachen liegen in erster Linie an der imperialen aggressiven Kolonialen Außen Politik des Westens. Warum wird denn nicht gegen Waffenexporte im Westen protestiert? Warum nicht gegen Drohnen Einsätze? Warum nicht gegen völkerrechtswidrige Kriege des Westens? Warum nicht gegen Folter und Entführungen durch den Westen? Warum nicht gegen Guantánamo? Die reichen Länder schicken Drohnen, die armen Länder Terroristen?
    Warum nicht gegen die Destabilisierung von Ländern protestieren? Warum nicht gegen die Sanktionen des Westens protestieren? Warum nicht gegen das leer fischen der Meere durch westliche Fangflotten? Warum nicht gegen einseitige Handelsabkommen des Westens? Warum nicht gegen Landraub/Landgrapping? Warum nicht gegen die Privatisierung von Trinkwasser? Die Ursachen solcher Anschläge, liegen in den zum Teil o.g. Gründen.
    Die Menschen welche Terroranschlägen zum Opfer gefallen sind, scheinen mehr Wert zu sein, als Menschen aus anderen Kulturkreisen, wenn das anders wäre, dann würde man die Millionen Tötungen und Ermordungen, durch den Westen, an den Pranger stellen? Was sind mehr als eine Million tote, seit dem „War on Terror“ des Westens, im Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien usw.? Täglich sterben einhunderttausend Kinder an Hunger und deren Folgen von Hunger auf dieser Welt, während der Westen täglich Tonnenweise Lebensmittel wegwirft. Die Erderwärmung durch den Klimawandel, in erster Linie durch den Westen verursacht, aber zuerst die ärmsten Regionen der Welt zerstört? Wie sagte schon Jean Ziegler in seinem Buch sehr treffend: DER WESTEN EIN IMPERIUM DER SCHANDE“ Dem kann ich nur zustimmen. Würden die Medien und Verantwortlichen im Westen ihrer Verantwortung gerecht, dann würde man die Bürger im Westen darüber informieren, und in der Mehrheit nicht Terroranschläge verurteilen, aber deren Ursachen nicht.

  • Wir...

    😉
    Refugees Welcome – Flüchtlinge willkommen
    😉
    Eine kleine ERINNERUNG!

    Du und Ich
    __________

    ……Auch er
    ……geboren
    …aus dem Trieb
    .aus dem Ei jener Zelle
    …….auch er
    ..auf der gleichen Weise
    …..hat erblickt
    …das Licht der Welt
    …….auch er
    …..muss Nahrung
    zum überleben seines Wesens
    ….zu sich nehmen
    …….auch er
    …muss sich entledigen
    des Überflusses seines Körpers
    …….auch er
    ….muss irgendwann
    scheiden von dieser Welt
    …….auch er
    ……was ist er
    …..des besseren
    ……was ist er
    …des schlechteren
    …..des anderen
    ……das wir
    ….uns fürchten
    …..vor ihn

  • Andrea

    @Anna

    Sehr guter Kommentar. Die Reaktion von Eulenspiegel auf Ihren Kommentar ist typisch. Man argumentiert nicht, sondern wascht ab. In nur einem Satz.

    Oder man ignoriert Ihren Kommentar, wie die anderen User.

    Sie richten hier nichts aus. Wer nicht verstehen will, weil der eigene Narzissmus verlangt, „gut“ zu sein (auch wenn man damit Böses anrichtet), der wird nicht verstehen.

  • eulenfeder

    ja – H. Ewerth –
    …und die liste der alltäglichen verbrechen wäre fast unendlich fortzuführen.
    nun – es sind immer die arschlöcher und bar jeglicher menschlichkeit macht ausübenden politiker, die es an die spitze der macht schaffen, das ist bei uns auch nicht anders, verantwortlich sind in gleicher weise die willigen unterstützer.
    aber – das ist wohl der kleine unterschied zwischen den vom ‚westen‘ verübten verbrechen gegenüber den opfern westlichen terrors – man vertritt ja die ‚zivilisierte freiheitliche welt ‚. ‚zivilisierte‘ arschlöcher also.
    da gibt ein verbrecher dem anderen die hand, mag noch so viel blut dran kleben – damit es auch so bleibt.
    man nennt es auch die ‚ grosse politik ‚, die weltpolitik also, daran teilhaben zu können muss man eben über leichen gehen.
    wenn schon die politik nicht abzuschaffen ist, dann brauchen wir menschen als politiker, die aufrecht und unbeugsam eine humane grundeinstellung vertreten, danach handeln. dies würde vor allem zunächst mal bedeuten dass man aus militärischen bündnissen
    austritt, militär und rüstung völlig abschafft – als gutes beispiel vorangeht, seien die zwänge noch so gross.
    schaue ich mir dieses land an – dieses deutschland – dann sehe ich ferngelenkte arschlöcher an der macht, schreibtischtäter und kriegsgewinnler vom präsidenten über den wirtschaftsminister bis zu einer komlpex-kompensierenden machtgeilen ‚verteidigungsministerin‘ – jeder hat das potential zu einer macht- und wirtschaftshure, aber keiner hat die eier nein zu sagen, nein zur untersützung der kriegstreiberei, der ausbeutung, der versklavung, folter und willkürlichen morden, verelendungspolitk, fluchtverursachende politik, zuhältern aus der wirtschaft, zwangsverschuldung ganzer länder, soziale verelendung im eigenen land.
    ‚ freiheit, brüderlichkeit, gleichheit‘ ! – diesen anspruch haben nur die machtvertreter ‚westlicher werte ‚ anzumelden – nicht andere – die ‚achse des bösen ‚ oder wie derzeit vom oberkriegstreiber obama bezeichnet: ‚das gesicht des bösen‘.
    ja, das böse hat ein gesicht, ein unschuldiges auf der seite der macht, ein böses eben auf der seite der entrechteten, wenn sie sich dagegen wehren.
    schande ist längst nichts mehr etwas das man empfinden muss oder sollte, erst recht nicht in der politik.

  • rr

    Ich bitte einige Diskutanten hier ernsthaft darüber nachzudenken, ob es zielführend ist, hier einen Feldzug gegen das Wort „gut“ (Gutmenschen u.ä.) zu führen. Vielleicht sind die Betreffenden einer sehr durchsichtigen und perfiden Medienkampagne aufgesessen bzw. machen sich zu deren verlängertem Arm. Wenn jemand, wie z.B. Anna und andere „Zuwanderungskritiker“ meint, Menschen, die alle Grenzen öffnen wollen, behandelten im Grunde die Deutschen schlecht, so ist das wenigstens ein Standpunkt. Sozial schwache Deutsche werden seit längerem vom System (z.B. Hartz IV) gedemütigt und finanziell misshandelt, und es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass das zusätzliche Geld für Flüchtlinge eher an den Wenig- und Nichtsverdienern eingespart werden wird. Hierbei würde es nun die Intelligenz und Gerechtigkeit gebieten, seinen Zorn gegen die Täter zu richten, nicht auf eine andere, „ausländische“ Gruppe von Opfern. Derartige Zuwanderungskritiker haben aber wenigstens noch eine Art ethischen Kompass, wenn auch einen anderen als Zuwanderungsbefürworter.

    Für extrem gefährlich halte ich es aber, wenn der Begriff „gut“ immer stärker relativiert, ironisiert oder gar als Schimpfwort benutzt wird. In einem Kommentar zu einem Artikel des BILD-Kolumnisten Franz-Josef Wagner habe ich folgendes geschrieben:

    „Das Gute selbst anzugreifen ist die Königsdisziplin der medialen Propaganda, es ist gleichsam ihr finales Entwicklungsstadium. Denn „gut“ ist der Bezugswert aller anderen Werte wie „sozial“ „mitfühlend“ oder „sensibel“. Mitgefühl ist eine gute Eigenschaften. Wenn aber „gut“ nicht mehr gut ist, mit welcher Begründung sollten wir dann noch das Mitgefühl hoch halten? Wenn es den Meinungsmachern gelungen ist, den Begriff „gut“ anzugreifen und im Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten einen Widerwillen dagegen zu erregen, dann können sie im zweiten Schritt alle von „gut“ abgeleiteten Werte mühelos abräumen. In wenigen Jahren werden Politiker dann offen verkünden können: „Ich bin böse, und das ist gut so.“ (…) Gegen welches „gut“ kämpft der BILD-Kolumnist also an? Dieses „gut“ umfasst alle Prämissen, die dem Handeln gesunder und liebesfähige Menschen gewöhnlich zugrunde liegen. Etwa die Annahme, dass Lebenlassen besser sei als Töten, Menschen zu helfen besser als sie zu quälen, sozial zu sein besser als unsozial, mitfühlend zu sein besser als achtlos usw. All diese Grundannahmen haben in der neuen Welt des permanenten Kriegszustands nichts mehr zu suchen. Es sind Relikte einer überholten Nachkriegsdekadenz. Ohne eine fundamentale Umwertung aller Werte waren Menschen noch nie kriegsreif zu schreiben. „Freiheit ist Sklaverei“ heißt es bei Orwell. „Gut ist böse, und böse ist gut“ wäre Wagners Variante.

  • Die GUTE und die BÖSE SAAT

    ..Wie kann das BÖSE
    ………..das GUTE gutheißen
    ……wenn das BÖSE
    ………..das GUTE nicht kennt,
    und sein eigen BÖSES
    …….für das GUTE hält?
    ..Es ist GUT,
    wenn das GUTE
    ………GUTES tut,
    doch wenn
    …..das BÖSE
    ..nur an GUTES glaubt,
    dann ist es
    …………noch lang
    ………………….nicht DAS GUTE
    .
    😉
    😉
    Gruß an
    alle GALLIER / INNEN und an 😉 Angela MEINE FALBALA 😉 …halten wir die „DEKADENTEN RÖMER“ auf!

  • Wiebke

    Es ist tragisch, was in Paris passiert ist, aber der Hass fängt im eigenen Land, in seiner eigenen Familie, bei seinen Freunden, Nachbarn, in der Schule, am Arbeitsplatz an.
    Bis zu 5 Kinder pro Klasse kennen sexuellen Missbrauch in ihrer Familie, Schüler werden von Lehrern schikaniert, Frauen vergewaltigt, nicht nur von Unbekannten, sondern in ihren Beziehungen, Studentinnen von Professoren belästigt, Frauen von ihren Ehemännern geschlagen.
    Jeder sieht die Obdachlosen und senkt den Blick. Und die, die von der Sozialhilfe leben, sollten doch einfach nur arbeiten, dann könnten sie sich auch eine menschenwürdige Wohnung leisten? In Deutschland sind es die Türken, die „anders“ sind und nicht willkommen, in Frankreich die Maghrebiner.
    Jetzt trauen sich die Moslems kaum noch auf die Strasse (hier in Frankreich), weil sie misstrauisch angesehen werden? Und sind doch sogar hier geboren…
    Warum nicht HIER anfangen, und den Menschen um uns helfen? Wenn jeder bei sich anfängt und da einschreitet, wo Hilfe benötigt wird, wird wenigstens etwas geändert?
    Warum sind wir denn so entsetzt wegen eines Attentats, obwohl jeden Tag so viele Menschen UM UNS HERUM leiden? Und wir sehen es und gehen daran vorbei? Und würden gern weiterhin in unserem kleinen Paradies leben?
    Wie kann man sein Leben lang und ununterbrochen wegsehen und weghören? Und wacht nur dann auf, wenn ein Attentat passiert, denn das geht wirklich zu weit? Wir sind doch letztendlich alle unmenschlich.

  • Anna

    Seit 2007 lese und höre ich mir alles von Daniele Ganser an. Ich habe mit Genuss seine Vorträge vor Studenten , aber auch jedes Interview Ganser –Jebsen gehört. Mein sehr „humaner“ Bekanntenkreis war dankbar für meine Verlinkungen, auch meine poln. Freunde, die dank Internet ja auch in Polen alle Links öffnen können. Sein interessanter Vortrag über 9/11 war gerade für meine poln.Freunde eine Sensation, denn man wird überall medial verblödet. Und man spricht deutsch wie Ganser!
    Hätte Anna den Ganser hier empfohlen, wäre Piranha möglicherweise nie in den Genuss gekommen, weil ich ja therapiebedürftig bin, hartherzig bis grob und – „darf die das überhaupt“ – einen ganz klaren Standpunkt vertrete und nicht von Streicheleinheiten abhängig bin.
    Ich erwähne das, weil es im Kleinen einen Wirkmechanismus aufzeigt, der für die ganze Gesellschaft gilt. Es geht weniger um das, was gesagt wird, sondern um die Person.

  • Anna

    @ Angela
    Danke, Du liegst wahrscheinlich richtig!

    @ rr
    Die Kategorien gut und böse haben sich zu einer verhängnisvollen Sackgasse entwickelt, genau wie die rechts-links- Etikettierung.
    Ich will das begründen.
    Wir sind soziale Wesen und aufeinander angewiesen. Jeder hat eine Persönlichkeit, die mit manchen Menschen kompatibel ist, mit anderen nicht. Im Normalfall ist der weitaus größte Teil der Bevölkerung normal, empathisch, egoistisch, ehrgeizig, wissbegierig, antriebsarm , oft alles vereint in einer Person, kurz: Wir haben es mit Mischtypen zu tun, die mal mehr oder weniger miteinander auskommen können oder könnten. Hier sind klare Regeln hilfreich.
    Aber es gibt die berühmten interessierten Kreise! Die brauchen Fallensteller, die in Sackgassen umleiten, an deren Ende Schlägertrupps stehen, die im Dienste der Richtigen, können auch die richtig „Guten“ sein,draufhauen. Wieder beobachten wir das im Kleinen , genauso wie in der Geopolitik.

    Solange es Menschen gibt, deren Existenzberechtigung im Antisemiten-Jagen besteht, solange kann Antsemitismus nicht verschwinden, weil er den Jägern ihre Existenzberechtigung nimmt.
    Hier kann man mal Zahlen zu einer Anfrage der Linken und die Antworten der Bundesregierung sehen.
    http://sciencefiles.org/2015/11/16/anti-als-geschaeft-kann-man-antisemitismus-gezielt-herbeireden/

    Genauso läuft es mit den Gender-Studies. Hier kann man besonders gut beobachten, wie hinter jeder erfüllten Forderung fünf neue schon auf Halde produziert sind. Wenn sich dann prominente Gallionsfiguren finden, die die Lösung von Problemen einfordern, die überhaupt erst kreiert wurden, dann spaltet sich die Gesellschaft sofort in gut-böse,progressiv-zurückgeblieben,links-rechts und wieder läuft es wie geschmiert. Die Strippenzieher haben die Gesellschaft am Wickel, schütteln sie kurz durch und das Zerstörungswerk hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.

    Den vorläufigen Supergau gab es mit dem Theaterstück „Fear“ und der Pirincci-Hinrichtung, ganz im Namen des Guten, aber mit offen gezeigter Teufelsfratze.

    D. jagt Antisemiten und Nazis, wozu sie Elsässer, Jebsen und auch Albrecht Müller rechnet, möglicherweise auch mich, obwohl ich keinen Juden persönlich kenne. Man wundert sich hier, dass die Nachdenkseiten unter Beschuss genommen werden, unterstützt von den oder der immer gleichen Verdächtigen, die aber dann hier doch wieder verteidigt werden. Linke zerfleischen sich, gehen aber gemeinsam gegen vermeintlich Rechte los, also so jemanden wie mich . Die Uni Witten-Herdecke wird von links angegriffen, weil sie Ganser eingeladen hat. Das ist nicht GUT, das dürfen die doch nicht.Ganser einladen! Hier geht es nicht mehr um etwas Gutes, sondern um Zerstörung, um gesellschaftliche Zerstörung.

    Mein Vorschlag zur Güte: Wie wäre es einfach mal wieder mit „normal“? Normalmaß, ohne diese Dauerüberforderung durch abverlangte Hypergüte. Wenn der „Pack“ (Gabriel)-Esel zusammenbricht, wenn die künstlich herbeigeführte Idiotisierung voranschreitet, wenn Helldeutschland noch mehr Flecken durch blutige Jagden bekommt, also zum eigentlichen Dunkeldeutschland wird,gehe ich.

    In Polen gibt es genug wirklich Reiche, die sich für ihre Eltern eine gebildete Gesellschafterin leisten können, sozusagen als Statussymbol. Den Hintern wischt die Ukrainerin. Das hat nicht mit Rassismus zu tun, das ist Globalisierung!

  • rr

    Hallo Anna,

    mir gegenüber kannst Du gern Jutta Ditfurth kritisieren, ohne dass ich sogleich krampfhaft zu ihrer Verteidigung herbeieilen müsste. Falsche und schikanöse Antisemitismus- und Nazi-Vorwürfe SIND ein Problem in der linken Szene. Allerdings ist es auch nicht so, dass „Antisemitenjäger“ den Antisemitismus erfunden hätten oder allein dafür verantwortlich wären, dass es ihn noch gibt.

    Zunächst gibt es da die nicht erst 1933 einsetzende, oft fürchterlich gewalttätige Geschichte der Judenverfolgung und -Diskriminierung. Dann gab es in Deutschland den Auschwitz-Schock, der wegen der Dimension der Ereignisse bis heute teilweise prägend ist für den politischen Diskurs, nicht nur was das deutsch-jüdische Verhältnis und das Thema Israel betrifft, sondern auch für alle Fragen der Nation, des Umgangs mit Migranten, der Diskriminierung von Minderheiten usw. Erst als drittes gab es über das Ziel hinaus schießende Verdächtigungen unliebsamer Personen, „Antisemiten“ zu sein – wie andere Personen durchaus auch richtigerweise so bezeichnet werden. Mir gegenüber äußerte z.B. eine ältere Dame in aller Seelenruhe: „Sind wir doch ehrlich, es sind noch zu wenige vergast worden“.

    Falsche Verdächtigungen entspringen teilweise dem subjektiv ehrlichen Glauben, die richtigen Lehren aus der Geschichte gezogen zu haben und sich für Juden, die oft tatsächlich zu Opfern geworden sind, einzusetzen. Manchmal scheint „Antisemitenjagd“ aber auch einem Diffamierungswunsch zu entspringen, mit dem unbequeme politische Richtungen mundtot gemacht werden sollen. Häufig handelt es sich dabei eben auch um antikapitalistische und pazifistische Richtungen; es kann aber auch um Spiritualität gehen, um Veganismus oder schlicht um eine nicht ganz so leichtfertige Haltung gegenüber Abtreibung wie sie Ditfurth vertritt. All diese Gruppierungen kann man kaum wirksamer bekämpfen als mit dem Vorwurf, „rechts“ zu sein. Ganz sicher gäbe es auch dann Antisemitismus, hätte sich Ditfurth nicht dem Ziel verschrieben, diesen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit aufzuspüren.

    Ich finde es aber dennoch irreführend, Anna, diesen Personen vor allem vorzuwerfen, „gut“ sein zu wollen. Jeder will gut sein, auch Du, indem Du Leute wie Jebsen oder Müller in Schutz nimmst oder vielleicht Europa vor Zuwanderung aus dem Süden. Jeder Mensch ist aus Gut und Böse gemischt – geschenkt. Schon in einem Winnetou-Film heißt es: „Es gibt unter den Roten wie unter den Weißen Männern Gute und Böse“. Jeder neigt dazu, erst mal das Gute bei sich selbst zu verorten. Nur, „gut“ zum Schimpf- und Witzwort verkommen zu lassen – das halte ich für falsch.

    Ursprünglich ging es mir hier auch nicht darum, die Debatte um „Antisemitenjäger“ zu verlängern, sondern eher um die Flüchtlingsdebatte. Da hört man von Einwanderungskritikern (ich nenne sie mal freundlich so, es sind auch wirklich braune Socken darunter) gern Vorwürfe, Menschen, die sich um Flüchtlinge kümmern und Gastfreundschaft, Menschlichkeit fordern, seien „Gutmenschen“. Sie bewirkten damit aber in Wahrheit nur Böses, Deutschland werde überflutet und finanziell ausgeblutet, und irgendwann seien deutsche Frauen – wenn sie nicht nicht schon vorher von stechäugigen muslimischen jungen Männern vergewaltigt wurden – gezwungen, mit der Burka auf der Straße zu laufen. Dazu könnte man im Detail noch vieles sagen, aber wenn sich bei bestimmten Bevölkerungsschichten eine Art trotziger Stolz darauf einnistet, „böse“ zu sein („Wir sind das Pack“), habe ich große Bedenken. Man sollte seine eigen Schwächen eingestehen, aber miteinander um die bessere Version von „gut“ ringen.

  • eulenfeder

    naja – Anna – das was Du zum teil wenigstens nun kommentierst klingt ja schon differenzierter als das was Du bei Deinem ‚einstand‘ gegen die Linken losgelassen hast,( von freisein-von-verdächtigungen, objektivität war da keine spur ). bis hin zu einem satz in einem weiteren kommentar von Dir: ‚ solange die europäischen frauen ihre unterleiber hergeben…‘ .
    das sind so äusserungen die unter dem braunen sumpf die runde machen und gegen migrantenfeindlichkeit hast Du Dich in keiner weise abgegrenzt.
    mein persönlicher eindruck ist, dass Du die haltung polens allgemein vertrittst – und die kann nicht gut sein, auch nicht christlich.
    ’nur ein christlicher flüchtlich könnte ein guter sein ‚ ‚ wer weiss was die muslimischen flüchtlinge im rucksack haben, da muss man vorsichtig sein‘ und anderes dummes zeug höre ich aus polen.
    insgesamt warnst Du eher vor flüchlingen anstatt verständnis zu haben.
    da bin ich sehr froh zu wissen wo ich stehe – links, wenn es eben einer politisch-ideologischen positionierung bedarf.
    auch ist es mein persönlicher eindruck dass Du nun ein bischen gegenlenkst um nicht eindeutig als Rechte dazustehen.

  • Cawo Engelmann

    Es ist alles andere als verkehrt was hier geschrieben wird in dem Aufruf von Konny Wecker. Und ich bin allen ihrer Meinung ,zumindest weitestgehend . Was die Situation im Umgang mit den Flüchtlingen oder sonstigen ähnlichen Themen angeht , weiß ich allerdings nicht ob hier der richtige Ort und Zeitpunkt gewählt ist . Auch nicht um seine eigene politische Ansicht kundzutun und sich mit anderen auszutauschen . Gut ,Böse ,Antisemitsmus,Auschwitz haben eigene Lasten . Heute geht es um widerliches Töten von Menschen durch unter uns lebende Menschen . Da sollte man nicht diskutieren oder sich produzieren . Eher mal trauern , still für einen Augenblick , aber nicht ewig.

  • Anna

    Eulenfeder, Vorsicht! Es kann sein, dass Du Linke jetzt fürchterlich blamierst.

    Bitte belege diesen Satz:
    „solange die europäischen frauen ihre unterleiber hergeben…“. Von mir stammt der Satz nicht. Auf weitere interpretatorische Unterstellungen, gehe ich erst gar nicht ein. Sie sagen allerdings sehr viel über Dich aus.Ich rede Tacheles, bin aber nicht primitiv! Sinnerfassend lesen sollte man schon können und wollen. Genau so hat man es mit Pirincci gemacht.Existenz vernichten, durch etwas unterschieben. Wenn das links ist, dann ist links link! Wolltest Du dafür gerade den Beweis antreten?

    Ich bin Migrantin! Wieso soll ich migrantenfeindlich sein? Und ICH leiste meinen Teil nicht nur für Deutschland, sondern finanziere mit meinen Pflichtbeiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung und Steuern auch noch Verwandtschaft von Türken in der Türkei, Verwandte von Balkanstämmigen, Kindergeld für Kinder in deren Heimatländern. Ich reagiere sehr irritiert, wenn ein Eulenfeder sich mit Linkssein BRÜSTET und ich es bezahlen darf, denn so wie ich es sehe, zahle ich für Deine Großzügigkeit mit.

    Ich bin ich und stell mich genau dahin, wo es mir passt und nicht wo Du mir ein Plätzchen zuweist. Oder bist Du rassistisch, sexistisch, intolerant? Bist Du vielleicht ein Ausländerfeind? Oder verachtest Du Ausländer, die was leisten, weil Du die Anarchie so liebst?

  • Anna

    Klappt doch alles wie am Schnürchen:
    http://www.tagesspiegel.de/medien/streit-um-facebook-postings-die-welt-schmeisst-matthias-matussek-raus/12590686.html

    Chefredakteur Jan-Eric Peters: „Durchgeknallt“. Matussek: „Durchgeknalltes Arschloch“. Da griff Springer durch – und trennte sich von Matussek.

    Ich weiß, wovor ich mich fürchte?
    Wenn an andere Maßstäbe angelegt werden, die die Maßstäbeanleger selbst nicht erfüllen würden, wenn Denunziation und Bespitzelung zum Volkssport werden, natürlich nur aus Selbstgerechtigkeit heraus, dann ist man genau angekommen, wo man doch hier nie wieder hinwollte.

    Je suis Mattusek! Ich kann ihn nicht sonderlich leiden, genauso wenig wie den Pirincci, aber der Weg, der hier beschritten wird, ist fast auswegslos in Richtung Abgrund! Dort unten ist es nicht rot, nicht braun, sondern absolut lichtlos!

  • Piranha

    Es gibt verschiedene Wege sich zu verständigen.
    Schon vor und besonders nach 9/11 organisierten wir Seminare zu den versch. Kulturen und Religionen in unserem Haus.
    Als Leitidee diente uns das „Projekt Weltethos“ von Hans Küng.
    Ganz selbstverständlich war uns der Islam ein wichtiges Thema und die entsprechenden Seminare waren alle sehr gut besucht mit guten bis sehr guten Evaluationsergebnissen.
    .
    Heute fand ich diesen Beitrag; er spricht konkret die Frage nach der Wohlfahrtspflege für muslimische Alte, Kranke, Kinder an. Ich bin froh, dass es auch über dieses Thema eine gute Verständigung zu geben scheint. Es wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg der Integration (!nicht Assimilation!! Man kann es nicht oft genug sagen!)
    Gefunden bei ZDFinfo:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2600844/Pflege-auf-muslimisch

  • eulenfeder

    Anna
    hier der letze absatz Deines kommentarts – habe zwar die geschlechter bezüglich der unterleiber verwechselt nun, aber der unsinn bleibt der gleiche:
    Ich werde dann aber keinen alten deutschen Hintern mehr putzen, und kein flehentliches Betteln der alten Männer, um ein bißchen sexuelle Stimulation mitleidsvoll abwehren müssen. Ganz zum Schluss bleibt nur noch wenig von der Kultur übrig . Dieses Feld überlasse ich den Muslimas, sofern sie die Erlaubis ihrer Männer erhalten, sich mit deutschen Unterleibern zu beschäftigen.

    So , jetzt gehe ich ins Bett . Ich habe ein anstrengendes Nachtschicht-Wochenende in der nicht-revolutionären Realität hinter mir.

  • Lea

    Danke Konstanin Wecker, dass Du immer noch an das Gute im Menschen glaubst. Es wäre nicht auszuhalten wenn keine Hoffnung mehr bestünde. Ich glaube immer noch an den Sieg der Vernunft und der Menschlichkeit. Das töten würde um einiges schwerer warden ohne Waffen. Also warum immer noch mehr Kämpfer ausbilden, noch mehr aufrüsten – Gewalt erzeugt nur Gewalt und die Geschichte hat uns doch schon lange aufgezeigt es war nie der richtige Weg.

  • Anna

    @ Eulenfeder

    Nicht nur die Geschlechter hast Du verwechselt! Ich habe bei Dir den roten Knopf gedrückt und dann setzte Deine Fantasie ein, eine in diesem Falle ziemlich linke.

    Vergleiche ich die von Dir unterstellte und meine echte Aussage, dann ist dazwischen ein himmelweiter Unterschied, vorausgesetzt man kann sinnerfassend lesen. Wie gesagt: Wir leben im Zeitalter der Verdrehungen, der gewollten Mißinterpretationen, also eigentlich recht LINK! Schön sauber bleiben!

    Je suis Tacheles!

  • silke

    Anna, würden Sie mir zustimmen, dass z.b: Italiener oder Polen, bei allen Vorurteilen gegen diese Europäer , weitaus besser integrierbar sind als die Moslems(im Allgemeine betrachtet)?

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