Helfen wir den Menschen in Griechenland! – Sechster Bericht 2016

GriechenlandhilfeLogo-300x194Tassos Chatzatoglou hatte gestern auf dieser Seite einen erschütterten Bericht über das gegenwärtige Griechenland veröffentlicht. Daran anknüpfend gibt Holdger Platta nun seinen Gefühlen und Gedanken angesichts der Misere Raum. Er zitiert weitere Stimmen aus Griechenland, von Deutschland lebenden Griechen und auch von Tassos Eherfrau Evelin, die schrieb: „Die Leute in Griechenland gehen durch die Hölle“. Unsere Spendenaktion jedenfalls bleibt notwendig wird mit viel Energie weitergeführt.

Liebe HdS-Leserinnen, liebe HdS-Leser,

ich denke, es wird Euch gestern so ergangen sein wie mir, als ich Tassos Chatzatoglous Reisebericht aus Griechenland auf den Tisch bekam: ich war erschüttert, aber – ich gebe es zu – mich packte auch die Wut. Dies alles passiert nun in Europa, auf Veranlassung des sogenannten Euro-Europas hin. Tsipras scheint in seiner Erpreßtensituation hin- und hergerissen zwischen Willfährigkeit und zeitweiligem, leider sehr klein gewordenem, Widerstand, doch dank einer Presse und dank der Fernsehsender, die das Thema Griechenland kaltschnäuzig abgehakt haben (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen), erfahren wir auf regulären Wegen kaum noch von den furchtbaren Elendsverhältnissen dort. Ich allerdings bin sehr dankbar für diese Berichte von Tassos und seiner Ehefrau Evelin. Und selbstverständlich werden wir auf HdS weitermachen damit: auch weiterhin berichten, weiterhin kritisieren – und weiterhin, weiterhin, weiterhin helfen! Gemeinsam mit Euch! Und wir alle, die OrganisatorInnen unserer GriechInnenhilfe, empfinden große, sehr große Dankbarkeit für Eure Unterstützung!

Laßt mich zum Bericht von Tassos gestern eine wichtige Nachricht noch nachtragen am heutigen Freitag:

In der sozialen Einrichtung „Korydallos“/Piräus sichern wir inzwischen – ich zitiere Tassos – das tägliche Brot für 450 Menschen. Wenigstens eine gute zusätzliche Nachricht zu der Tatsache, daß wir auch dem kleinen Panagiotis helfen konnten. Bettina Beckröge wies ja heute unter anderem auf diese erfolgreiche Hilfe hin.

Und ergänzen möchte ich hier meinen kurzen Zwischenbericht auch noch durch den Auszug aus einer Mail, die ich gestern Abend von Professor Dr. Dr. Athanassios Giannis, einem Chemiker an der Universität Leipzig, erhielt. Er schrieb uns allen:

„Wir geben nicht auf und machen weiter!

GR hat viel schlimmere Zeiten erlebt.

Wir sollten uns nicht traurig stimmen, sondern mit mehr Elan und Mut und Herz helfen, wo wir können. Wir sollten uns auch dafür einsetzen, dass Europas Hegemon seine Haltung gegenüber GR ändert…

Der Begriff GREXIT wird immer wieder von der deutschen Politik verwendet, und solange das passiert, wird keiner in GR investieren…

Und noch etwas: die Franzosen nehmen keine FLÜCHTLINGE auf und begründen das mit der Sparpolitik ihres Landes und ihrer wirtschaftlich schwierigen Situation. Wir in GR dürfen dieses Argument nicht verwenden und stattdessen möglichst alle Flüchtlinge in GR halten. Geld von der EU IST FÜR DIESEN ZWECK BISHER NICHT GEKOMMEN…“

Danke auch an Professor Giannis, der – jawohl, richtig erraten! – gebürtiger Grieche ist, aber seine Landsleute nicht vergessen hat – wie manche andere Wohlstandsgriechen!

Schließlich füge ich gerne an dieser Stelle auch noch eine Mitteilung ein, die mir Evelin Chatzatoglou, die Ehefrau von Tassos, gestern Abend zuschickte. Evelin schreibt unter anderem:

„Das Land ist am Ende! In Athen ist es bereits eine Katastrophe. Die Plaka ist menschenleer! Auf der Peloponnes scheint es noch besser zu sein, weil viele dort Selbstversorger sind. Die Bäume sind voll mit Orangen, die verfaulen werden. Die Bauern bekommen 1 (!!!) Cent/kg, das Pflücken kostet ein Vielfaches! Es ist einfach irre, was aus diesem Land gemacht wurde. Ich hoffe, Holdger und die anderen sind nicht zu sehr schockiert von dem Bericht. <…>

Ein Arbeitskollege, Spanier, der einige Zeit beruflich in Kreta war, sagt, in Spanien ist die Situation schlimm, aber nicht so schrecklich wie in Griechenland. Dem Unfallkrankenhaus, das gleichzeitig das größte Krankenhaus Athens ist, sind die Gipsverbände ausgegangen. <…>

Die Leute sind fertig mit der Welt und gehen durch die Hölle.

Liebe Grüsse Evi“

Liebe Evi, wir werden auch weiterhin beitragen dazu, daß wenigstens einer ganzen Reihe von Menschen die Hölle erspart bleibt, auch einer ganzen Reihe von Institutionen und Organisationen. Auf unsere Beharrlichkeit ist Verlaß – und ich denke und hoffe, auf die Beharrlichkeit unserer vielen Spenderinnen und Spender auch! Vielleicht habe ich diesen Satz auf HdS bereits einmal zitiert, aber ich sehe heute erneuten Anlaß dazu, nicht zuletzt, weil dieser Satz aus dem Islam stammt (der zur Zeit über alle Maßen verteufelten Religion):

„Wer einen Menschen rettet, rettet eine Welt!“

Jawohl, auch wir Nichtmuslime sehen das so! Und, jawohl: damit geben wir auch unseren politischen Kampf gegen die unmenschlichen Drangsalierungen Griechenlands durch die Kapitalistengemeinschaft Europa nicht auf!

Von Peter Latuska, unserem Kassenwart und Spendenverwalter, der mir zuverlässig zu Donnerstagmittag jeder Woche die neuesten Zahlen mitteilt, erhielt ich für die letzten 8 Tage die folgende Nachricht:

10 neue Spenden oder SpenderInnen kamen hinzu, an Neuspenden gingen insgesamt 537,- Euro während der letzten Woche bei uns ein.

Und abschließend für heute – zur Erinnerung – auch die folgende Nachricht noch: Karl-Heinz Apel, unser Helfer aus Rosche bei Uelzen, ist am heutigen Tag zu seiner Hilfsreise aufgebrochen nach Griechenland! Auch das mag zeigen, daß wir nicht aufgegeben haben und aufgeben werden! In Eurem und unserem Namen.

Womit ich – Ihr kennt das ja schon – bei meinen obligaten Schlussbemerkungen bin:

Unser Konto, auf das Ihr unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“ spenden könnt und – es sei daran erinnert! – unter dem Kennwort „Katerina K“ auch für die schwersterkrankte junge Patientin aus Piräus, die eine neue Niere benötigt, ist unter den folgenden Angaben für Eure Spenden erreichbar:

Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE

Und hier nochmal die Kontaktdaten von Peter Latuska, an den Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr Patenschaften übernehmen wollt oder eine Spendenbescheinigung benötigt (für Spendenbeträge bis 200,- Euro genügt fürs Einreichen beim Finanzamt Kopie oder Original Eurer entsprechenden Kontoauszuges):

Peter Latuska
Theodor Heuss Str. 14
37075 Göttingen
Email: latuskalatuska@web.de

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser! Wir setzen unsere Arbeit fort. Und es tut gut zu wissen, daß wir bei dieser Arbeit so viele HelferInnen und UnterstützerInnen haben: Euch!

Seid herzlich gegrüßt
Euer Holdger

Showing 3 comments
  • Piranha

    Ich möchte, genau wie andere und v.a. Holdger, dass die politische Seite des Elends in Erinnerung bleibt.
    Zu diesem Zweck hier den unübertroffenen Georg Schramm über Finanzkrise und Grexit:
    https://www.youtube.com/watch?v=c8H58ccYaLk

  • Bettina Beckröge

    Liebes HDS- Team, ich habe mir erlaubt, Ihre Spendenkampagne ein wenig mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen. Ich weiß nicht, ob es etwas bewirkt, aber einen Versuch ist es wert. Das Schicksal der Famile der Chara M. und das Schicksal der Katerina K ließ nir keine Ruhe. Darum habe ich erneut Ihren Spendenaufruf ins Netz geschickt.
    Folgendes habe ich gepostet:

    https://youtu.be/kR7dugpBvgc

    Alptraum in Griechenland

    Liebe Hör-Seh-Leser,
    Hören Sie in dieses heitere Lied an, gesungen von  der unvergesslichen Maria Farantouri.
    Schauen Sie sich das Video aus Griechenland dazu an, das Kind, das mit seinen fröhlich- neugierigen Augen  die Welt erfährt, die alten Herren, die sich im Café kleine Anekdoten des Tages erzählen. Lassen Sie Ihre Gedanken kreisen an Ihren letzten Griechenlandurlaub, an die tiefblaue Ägäis, die weiß-blau getünchten Häuser, an die üppen Orangenhaine und an die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen.
    Jetzt lesen Sie bitte meinen Artikel: „Alptraum in Griechenland“:
    2015, ein letzter Sommer, ein letztes Aufatmen und Hoffen . Jetzt herrscht grimmigster Winter in Griechenland. Grimmig im Hinblick auf die bittere Armut und Ausweglosigkeit. Griechenland, eine Nation im Würgegriff der Rückzahlungen an europäische Banken. Ein Volk, dem die Luft zum Atmen fehlt.
    Ein Tatsachenbericht: Chara M. und Ihr Mann, beide arbeitslos, keine Unterstützung, eine junge Familie mit drei kleinen Kinder,  sie hungern. Chara M. ist sehr krank . Sie benötigt dringend eine ärztliche Versorgung. Sie muss operiert werden. Geld ist nicht vorhanden, die notwendige OP kann nicht stattfinden. Die Familie hungert und die junge Mutter ist schwer krank. Der Familie wird nicht geholfen, weil dem Staat das Geld fehlt.
    Anderer Tatsachenbericht: die kleine Katerina aus Griechenland ist schwerkrank. Sie benötigt dringend eine neue Niere. Katerina kann nicht operiert werden. Es fehlt an Geld. Wird es die kleine Katerina es schaffen?
    Jetzt hören und schauen Sie sich das Video bitte nochmal an. Schauen Sie in die Augen des kleinen Mädchens. Es könnte Katerina sein. Sie lacht nicht mehr. Sie leidet, sie trauert, sie weint.

    Spendenaufruf
    GriechInnenhilfe- Kennwort: Katerina K

    IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
    BIC: NOLADE21GOE

    Inhaber: IHW (Göttingen)
    Nähere Infos über Peter Latuska
    Email: latuskalatuska@web.de

  • eulenfeder

    Grosse Anerkennung – Liebe Bettina – für Dein eigenes unterstützendes engagemnent !

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