«Dann denkt mit dem Herzen»: Neues Wecker-Buch zur Flüchtlingsfrage

Dann denkt mit dem Herzen von Konstantin Wecker

Dann denkt mit dem Herzen von Konstantin Wecker

„Ein Aufschrei in der Debatte um Flüchtlinge“ heißt der Untertitel das handlichen Büchleins, das heute im Gütersloher Verlag erscheint. Und nötig ist der Aufschrei heute mehr denn je, da die Bundesregierung Hand in Hand mit Despoten und Diktatoren nicht den Schutz der Flüchtlinge, sondern den Schutz vor Flüchtlingen vorantreibt. Konstantins wichtigste Aufsätze und Notizen, überwiegend aus dem Jahr 2015, sind in diesem Band zusammengefasst, eingeleitet und mit einem Nachwort versehen von Roland Rottenfußer – ein Buch, das auch ganz klar eine „Hinter-den-Schlagzeilen“-Signatur trägt. Immer wieder kritisiert Konstantin die Verhältnisse nicht nur mit hellem Kopf, sondern fordert auch dazu auf, mit dem Herzen zu denken. Denn im Herzen ist unabweisbar klar, dass man Not leidenden Menschen helfen muss, anstatt deren Verächtern aus dem rechten Lager beim „Ausschaffen“ zu assistieren. (Nachwort von Roland Rottenfußer zum Buch)

Manchmal überrascht mich Konstantin Wecker noch immer, obwohl ich seinen künstlerischen Weg seit über 30 Jahren begleite – in den letzten Jahren auch „nah dran“, als Freund und Angestellter. Es war Sommer 2014, als sich im Mitarbeiterkreis das Gerücht verbreitete, Konstantin habe ein neues Lied geschrieben: „Ich habe einen Traum“. Meine Erwartungen waren hoch gesteckt, denn der Titel, angelehnt an die berühmte „I have a dream“-Rede Martin Luther Kings, versprach den großen Wurf. Als ich den Text dann erstmals las, wunderte ich mich ein wenig: nichts von den großen Utopien einer Welt ohne Krieg und Ausbeutung, kein „Imagine“. Das Lied hatte nur ein Thema: Flüchtlinge. Von denen hörte man zum damaligen Zeitpunkt nur dann etwas, wenn wieder einmal Dutzende an Europas Grenzen, im Mittelmeer, ertrunken waren. Der Aufschrei war dann jeweils groß, jedoch kurzatmig. Das Schicksal dieser Menschen, eine Schande für das reiche Europa, blieb ein „B-Thema“, gemessen an den damals ganz großen Medienhypes: der Ukraine- und Griechenlandkrise, der gewonnenen Fußball-WM und dem Grand Prix-Sieg von Conchita Wurst. Die verzweifelten Boat People, die vor Lampedusa strandeten, waren dagegen vielen Wurst.

Konstantin Wecker hatte das Thema „gerochen“, nicht weil er präventiv auf mögliche Trendthemen aufspringen wollte, sondern weil Künstler vielleicht noch ein Stück sensibler sind als „wir Normalen“. Und weil sich Wecker früh berühren ließ von Schicksalen, die sich für die meisten nur ganz am Rand ihres Sichtfelds abspielten. Konstantin begann, kleine Einträge darüber in sein Webtagebuch, die „Notizen“, zu verfassen. Überhaupt ist mir kein Künstler bekannt, der das Genre des tagesaktuellen Kurzessays so zur Blüte gebracht hat wie er. Als hätte Konstantin mit seinen Jobs als Liedermacher, Komponist, Buchautor und Schauspieler nicht schon genug zu tun, vergeht manchmal kein Tag ohne eine Wecker-Notiz. Sein Geist kommt offenbar selten zur Ruhe, und doch scheinen seine Gedanken stets einer ruhenden Mitte zu entspringen, die auch angesichts der biografischen und politischen Stürme, die ihn umtosen, beständig bleibt.

Neben flüchtig zu Papier Gebrachtem, was stark der Augenblicksstimmung geschuldet ist, finden sich in seinen Notizen auch wahre Juwelen: zeitlose Gedanken über Menschlichkeit und Solidarität in einer kälter werdenden Welt. Und abermals überraschte mich Konstantin Wecker – obwohl ich es eigentlich hätte wissen müssen – durch die unbedingte Konsequenz, mit der er in der 2015 dann virulenten „Flüchtlingskrise“ Partei für offene Grenzen und ungeteilte Solidarität ergriff. Wo viele, beeindruckt von der „kippenden“ Volksstimmung, einknickten und ein lauwarmes „Ja, aber…“ formulierten, hielt Konstantin Wecker stand. Auf diesem Fels konnte man den Widerstand gegen den sich auf den Straßen, in den Medien und im Netz formierten neuen Abendland-Chauvinismus bauen.

Wecker wetterte wie selten in seinem Leben gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und die Erosion der Mitmenschlichkeit angesichts täglich neuer Rekordzahlen über herein „flutende“ Geflüchtete. Aber er würdigte auch die Lichtblicke, die Willkommenskultur, die sich für viele überraschend auf den Bahnhöfen des Landes formierte. Er beschwor leidenschaftlich das „Other Germany“, das er bei einem Konzert für den Komponisten Mikis Theodorakis fast entschuldigend dem griechischen Publikum vor Augen gehalten hatte. Ein Deutschland, das aus schmerzlicher, schuldhafter Geschichte eines gelernt hatte: Man darf nie wieder erlauben, dass pauschale Verachtung gegen eine ethnische oder religiöse Gruppe in einem Land Raum greift.

Zum dritten Mal erstaunte es mich dann, mit welcher Klarheit Konstantin Wecker nicht politische Analyse und Ratio, sondern ganz das Herz in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung stellt. „Tu doch, was dein Herz dir sagte“, dieser wunderschöne Song aus dem ungefähr zeitgleich entstanden Musical „Oliver Twist“ (Text: Christian Berg) schien als Motto auch für des Liedermachers Einmischung in die harte Tagespolitik zu taugen. Anlass war eine massive Propagandaoffensive von „Vernünftigen“ gegen ein vermeintliches Übermaß an Mitgefühl auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsdebatte. „Herz ohne Vernunft ist gefährlich“ tönte es da in Varianten auf facebook oder in Talkshows. Rhetorisch war das ungefähr so geschickt und so perfide wie der berüchtigte in Think Tanks ersonnen Satz „Sozial ist, was Arbeit schafft“. Es war den Gegnern der Willkommenskultur wohl klar, dass es nicht gerade menschlich ist, Notleidenden Hilfe zu verweigern. Jedoch hieß es nun, das Unmenschliche könne mitunter auch vernünftig sein und manchmal erfordere es der Verstand eben, sein Herz zu verschließen.

Wirklich? Wie vernünftig ist es denn, den Zündfunken klügelnder Gedanken in eine aufgeheizte Stimmung zu werfen, die leicht in Gewalt gegen Flüchtlinge umschlagen kann? Genau das ist ja geschehen – etwa in Wurzen, wo deutschstämmige Schüler im Dezember Flüchtlingsmädchen verletzt und als „Kanaken“ beschimpft haben. Wie vernünftig ist es, zu fordern, dass Flüchtlinge draußen bleiben sollen, ohne die Konsequenzen solcher Entscheidungen für die Betroffenen zu Ende zu denken? Wie vernünftig ist es, eine gewaltige humanitäre Katastrophe für eine Menschengruppe (Flüchtlinge) in Kauf zu nehmen, um vergleichsweise geringe Probleme für eine andere Gruppe (Deutsche) zu verhindern? Wie vernünftig ist es, über „besetzte Turnhallen“ und überforderte Gemeindekassen zu klagen, aber mit keinem Wort (wie es Herbert Grönemeyer getan hat) die Solidarität der auf Kosten der Arbeitenden reich gewordenen Übervermögenden einzufordern? Über Armut zu klagen, ohne über Reichtum zu sprechen, ist dumm. Die Armut von Deutschen gegen die Armut von Zuwanderern auszuspielen, während Reiche als lachende Dritte daneben stehen, ist in einer aufgeheizten Stimmung verantwortungslos. Und genau an dem Punkt scheiden sich die Geister zwischen „Rechts“ und „Links“.“

Holdger Platta, Mitredakteur des von mir und Konstantin Wecker gestalteten Webmagazins „Hinter den Schlagzeilen“, versuchte immer wieder, Hartz IV-Betroffene, die zu PEGIDA abzudriften drohten, zurückzuholen. Sein diesbezüglicher Briefwechsel ist voll ausgezeichneter Argumente gegen vermeintlich vernünftige Unmenschlichkeit. „Wir geben also die Solidarität der Opfer auf, wenn wir uns als Opfergruppe nun gegen andere Opfergruppen wenden – egal, ob sie aus dem Sahel, aus Syrien, aus Nigeria oder sonst woher zu uns kommen (aus Elendsgründen, die unsere Kapitalisten dort hervorgerufen haben). Und wir schonen dabei die Verursacher dieses weltweiten Massenelends bei uns, die Herrschaftseliten in ‚unseren‘ Ländern. PEGIDA ist Katzbuckelei gegenüber den wirklichen Tätern, die an unserem Elend schuld sind, und macht Menschen, die wie wir nur Opfer (zumeist noch viel schlimmere Opfer) sind, zu Prügelknaben.“

Welches Abendland ist es eigentlich, das derzeit verteidigt werden soll? So mancher brave Bürger fordert montags in der Kneipe mehr Härte gegen Flüchtling und verrät damit jenes schöne Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das er sonntags in der Kirche mit einem routinierten „Amen“ abgenickt hatte. Warum eigentlich ist vielen die Situation des Fremdseins so fremd, dass sie jedes Einfühlungsvermögen in Migrantenschicksale verweigern? Geschätzte 500.000 Deutsche emigrierten zwischen 1933 und 1945 aus ihrer Heimat ins Ausland. Die wenigsten von ihnen waren Prominente wie Thomas und Heinrich Mann oder Marlene Dietrich. Juden, Verfolgte oder auch einfach von dem in Deutschland damals herrschenden Geist Angeekelte suchten den Weg in die USA und anderswohin.

Noch präsenter ist vielen die Flucht der Deutschen aus den Ostgebieten, die eine Folge der Kriegspolitik Hitlers war. Ich selbst habe streng genommen einen Migrationshintergrund. Meine Mutter emigrierte 1948 mit ihren Eltern und Geschwistern aus Schlesien – unter Strapazen und mit nur dem Notwendigsten im Gepäck. Man darf sich die Reaktionen der Menschen in den Gastgeberregionen damals nicht zu freundlich vorstellen. Vielfach herrschte Angst vor der „Flut“ der Ostdeutschen. So mancher Schlesier oder Ostpreuße wurde als „Polack“ beschimpft. Selbst wo Deutsche bei Deutschen Zuflucht suchten und keinerlei andere „Zumutungen“ (ungewohnte Sprache und Hautfarbe) im Spiel waren, gab es diese angstgesteuerte Abstoßungsreaktion. Sollten uns diese historischen Erfahrungen – viele von uns sind Kinder und Enkel von „Vertriebenen“ – die heutigen Geflüchteten nicht nahe bringen?

Die vorliegenden Texte Konstantin Weckers bieten auch einen ganz persönlichen Jahresrückblick 2015 mit dem Schwerpunkt „Flüchtlinge“. Viele der Gedanken darin sind geeignet, auch über die Tagespolitik hinaus zu ermutigen und zu inspirieren. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Buchs hat sich die politische Lage in Deutschland leider weiter verfinstert. Es sieht so aus, als würden sich die Merkel-Kritiker, allen voran Horst Seehofer, durchsetzen mit ihrer Forderung, die Grenzen dicht zu machen. Während sich viele europäische Nachbarländer weigerten, den rechtspopulistischen Kräften dort Paroli zu bieten und mehr Flüchtlinge aufzunehmen, versuchte die parlamentarische Rechte in Deutschland, Kanzlerin Merkel sturmreif zu schießen und sie mit ihrer noch humanen Haltung in der Flüchtlingsfrage zu isolieren. Auch die ewige Einknickerin, die SPD bekehrte sich teilweise zu CSU-Positionen. Verhängnisvoll wirkte sich auch aus, dass die Bekämpfung von Fluchtursachen zwar eilfertig beschworen, jedoch nicht ernstlich in Angriff genommen wurde. Dies würde zuerst ja bedeuten, unser zutiefst ungerechtes, in vielen Fällen schon tödliches Weltwirtschaftssystem in Frage zu stellen.

Wir werden im Rückblick die Zeit der Willkommenskultur und der „weichen“ Politik Merkels im Jahr 2015 wohl als eine Art goldenes Zeitalter betrachten. Jede realistische Machtalternative zur Kanzlerin lässt schlimmeres befürchten. Stattdessen sehen wir eine Österreichisierung der politischen Landschaft entgegen. Keine Polit-Talkshow, in der sich nicht künftig ein Rechtsausleger tummeln wird. Kein Wahlkampf, in dem nicht „das Ausländerproblem“ zum beherrschenden Thema werden wird. In dessen Schatten dürften andere wichtige Weichenstellungen gegen die Interessen der Mehrheit vorangetrieben werden – etwa der Ausbau des Überwachungsstaats, Transatlantische Handelsabkommen und das eskalierende soziale Ungleichgewicht im Land.

Wir wissen jetzt, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, rabiate Gewalttätigkeit und die Verachtung der Demokratie in unserem lange verdächtig ruhigen Land nie ausgeschaltet waren – sie waren nur auf Standby. Die erste relativ schwerwiegende Gewalttat von Migranten in der Silvesternacht 2015/2006 genügte, um weitere Dämme brechen zu lassen, als hätte man auf einen derartigen Hass-Anlass nur gewartet. Wenn die Zahl rechtsextremer Gewalttaten – allein von Januar bis Oktober 2015 zählte die Polizei 11.312 Fälle – künftig etwas zurückgehen sollte, dann nur weil die Politik im Begriff ist, die Forderung der Rechten getreulich zu erfüllen. Der Frieden im Land, der dann entstünde, wäre eine Kirchhofruhe, in einem verhärteten, eingemauerten Land, dessen rigider Kleingeist jedem freiheitsliebenden Menschen die Kehle zuschnürte.

Der von Roman Herzog kapitalismusfromm geforderte „Ruck“ ist knapp 20 Jahre später zum Rechtsruck geworden. Das ist kein Zufall, denn rechte Rezepte sind katastrophal falsche Antworten auf teilweise richtige Fragen, die das neoliberale Verelendungsprogramm aufwirft. Deutsche Systemopfer „wehren sich“ – statt gegen die Täter – nun mit einer für dieses Land ganz untypischen revolutionären Verve gegen ihre nicht-deutschen Leidensgenossen. „Wenn es den Demokraten nicht gelingt, den Kapitalismus einzuhegen, dann werden andere Kräfte sich der Sache annehmen“, schrieb Jakob Augstein in einem brillanten Statement im „Spiegel“. Dies ist auch die eindringlichste Warnung, die wir Konstantin Weckers mit viel Herzblut geschriebenem Buch entnehmen können: Wer die Entwicklung verschläft, während die humanen den inhumanen Kräften noch teilweise die Waage halten, könnte in einem Land aufwachen, das er nie gewollt und nach 1945 nicht mehr für möglich gehalten hat.

Konstantin Wecker: Dann denkt mit dem Herzen, Gütersloher Verlagshaus, € 10

Showing 8 comments
  • helmut

    es ist ein Gebot der Humanität, eine bestimmte Zahl Verfolgter aufzunehmen. Wie soll es aber weitergehen? Welche Anzahl und wer darf kommen? Wo wollen wir hin, wer wollen wir Europäer sein? Menschlichkeit braucht ihren Raum, Realismus und Eigenliebe aber genauso! Dieser Text, gut gemeint, geht nur in eine Richtung, leider !Moralischen Dauerdruck aufzubauen, bei allem Respekt, halte ich auch für schwierig!

  • Bettina Beckröge

    Lieber Helmut, der Text ist nicht nur gut gemeint, er ist auch gut geschrieben. Moralischen Dauerdruck löst er nur bei dem aus, der sich diesen Schuh anzieht. Warum liest du nicht einfach das Buch erstmal, und gibst dann seinen Senf dazu ab? Ich werde es mir gleich in der Buchhandlung abholen, es ist vorbestellt.
    Eins kann ich mit Gewissheit behaupten: ich habe einige Bücher von Konstantin Wecker gelesen, keins hat mich bislang enttäuscht, im Gegenteil. Sie sind Balsam für Verstand, Herz und Seele.

  • Bettina Beckröge

    So, jetzt bin ich stolze Besitzerin des o. g. Buches und stelle mit Freuden fest, es ist ein gebundenes Buch, in Handtaschenformat. Endlich passt mein Werbeslogan für die Handtasche der modernen und selbstbewussten Frau von heute:
    „Ich bin eine Plaudertasche, ich habe zwei Seiten: ein schlicht elegantes Äußeres und ein prall gefülltes Innenleben“.
    Ich gehöre zu den Leserinnen, die vermutlich jedem geneigten Autor einige graue Haare kosten werden, wenn sie denn wüssten, wie ich lese. Ich lese nicht artig von vorne nach hinten, sondern quer.
    So stolperte ich als erstes über die Prosa: „Hass kann man verwandeln“ und über den Artikel zu „Tamino Wecker: Das Elend auf Lesbos und die Schande Europa“.
    Die beiden Themen überflogen weiß ich schon jetzt, das ist ein Buch, auf das ich mich freue, es in aller Vollständigkeit zu lesen.
    Da muss mein gliebter Goethe sich mal für einen Augenblick zurücknehmen :).

  • helmut

    Bettina, Herr Wecker fordert praktisch die Aufnahme jedes Flüchtlings. Dies muss ich nicht teilen! Kümmere mich selber um Flüchtlinge, bin aber dagegen, dass der Moraldruck herrscht, jeden Flüchtling aufzunehmen!Wir haben alle nur begrenzt Zeit, da lese ich nur die Bücher, die mich direkt ansprechen, kann natürlich sein, dass man was verpasst!

  • Bettina Beckröge

    Lieber Helmut,
    selbstverständlich liest ein jeder nur die Bücher, die ihn ansprechen, logo. Es zwingt dich niemand dazu, das empfohlene Buch zu lesen. Das unterscheidet eine Buchempfehlung zu einem Buchzwang. Und schon wieder ziehst du dir einen Schuh an, der gar nicht für dich bereit steht. Im Übrigen, die von dir genannte Forderung von Konstantin Wecker lese ich weder aus seinem Buch, noch habe ich sie je in dieser Form in irgendwelchen seiner Äußerungen gehört. Das enspricht auch gar nicht seinem Stil. Engagement, das fordert er, und umdenken. Das kann doch nicht verkehrt sein, angesichts der derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklung, oder?
    Lies du nur weiter deine Bücher, dann bleibt dieses Buch für wirklich Interessierte vorrätig.

  • Holdger Platta

    Lieber Helmut,
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    lies Dir bitte noch einmal Deinen eigenen Satz durch: „Herr Wecker fordert praktisch die Aufnahme jedes Flüchtlings.“! Nimm vielleicht auch die Zeile aus seinem Lied „Ich habe einen Traum“ hinzu: „Wir lassen alle herein.“! Und frage Dich dann, welches „Wir“ hier wohl gemeint ist! – Nur „wir Deutschen“? Steht nirgendwo, sagt Konstantin Wecker nirgendwo? Also „wir Europäer“? Dann kamen auf rund 500 Millionen Europäer im letzten Jahr rund 1 Millionen Flüchtlinge? Ein Flüchtling also auf 500 Personen. – Oder „Wir Bewohner der reichen industrialisierten Welt“? – Dann hätten sich roundabout anderthalb Milliarden Menschen um etwa 25 Millionen Flüchtlinge weltweit zu kümmern und diesen Baqrmherzigkeit entgegenzubringen (= die anderen 25 Millionen Flüchtlinge sind, dem UNHCR zufolge, Binnenlandsflüchtlinge)rund 150 Menschen auf Nächstenliebe zu 2 Flüchtlingen einzulassen. Überforderung? – In Staaten, wo sich ganz, ganz oben die Billionenbeträge an Euro und Dollar häufen? – Merkst Du was?
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    Auch Du stehst in der Gefahr, aus einem Problem bei uns zwischen ganz, ganz reich und völlig verarmt (= bei uns: in den Hartz-IV-Regionen)ein Problem von außen und innen zu machen!
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    Die Mega-Reichen bei uns werden es Dir danken!
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    Mit Gruß
    Holdger

  • Peter Boettel

    Eigentlich bin ich mit Eurem Engagement einverstanden.
    Aber ich bin verärgert, weil ich auf zwei Mails keine Antwort erhalten habe, was mich sehr enttäuscht.

  • Holdger Platta

    Lieber Peter,
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    wenn’s Dich tröstet, auch von mir ist ein Kommentar – das meinst Du doch wohl mit „Mail“, oder täusche ich mich? – aus der letzten Woche nie hier aufgetaucht. Was auch vorher schon einigemale passierte.
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    Wir sind alle nur Menschen. Und das Technik-Programm hinter HdS spinnt sowieso allenthalben.
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    Bitte also, tja, nochmal, versuchen!
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    Herzlich
    Holdger

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