«Die normalen Leute sind okay»

Prinz Chaos II.

Prinz Chaos II.

Viele kritische Analysen sind zwar korrekt, verbreiten aber doch in aller Regel nur eine Mischung aus Rationalisierung und Resignation. Was aber tun? Kann man überhaupt noch etwas tun? Und wie „rechts“ ist eigentlich der viel zitierte „kleine Mann“? Zu diesen Fragen sprach Jens Wernicke mit dem Künstler und Liedermacher Prinz Chaos II., auf dessen Thüringer Schloss morgen das „Paradiesvogelfest“ starten wird. (Quelle: Zeitpunkt. Anmerkung der Redaktion: Das Paradiesvogelfest ist vorbei, wir haben diesen Beitrag erst spät entdeckt. Seine grundsätzlichen Aussagen sind jedoch nach wie vor interessant.)
http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/die-normalen-leute-sind-okay.html

Showing 2 comments
  • Bettina Beckröge

    Ich konnte mir beim letzten Paradiesvogelfest ein Bild machen, von einem Fest der multikulturellen Kultur, wo jung und alt, bekannt und unbekannt zusammenkamen, um bewegende Lieder von Liedermachern zu hören und um in Austausch zu kommen mit freundlichen und zugewandten Menschen unterschiedlicher Couleur, die einfach dem „Leben“ auf diese Weise wieder ein Stück näher kommen wollten. Ich habe an dem Wochenende ein Stück Leben in mir wachsenden Keim gespürt. Für mich ist das Paradiesvogelfest und die Idee, die Prinz Chaos II. mit dem Schlosskauf verbunden und umgesetzt hat ein Stück vorbildlich gelebter friedlicher Revolution.
    Praktisch versierte Handwerker,feinsinnige Küchenfeen, Helfer und Organisatoren sowie Flüchtlinge finden einen Platz in dem Schloss, jeder hat seine Aufgaben und arbeiten an einer Idee des Ganzen, unter der „Schirmherrschaft“ von Prinz Chaos II. Es zeigt sich mir, dass es gut ist, visionäre Ideen zu haben und diese umzusetzen, auch ohne zuvor zu wissen, was hinten bei rauskommt. Heute erscheint mir das Schloss, die Idee, die dahinter steht sowie das Paradiesvogelfest wie eine Oase inmitten des rechtsaffinen Bürgertums, eine Oase, die weithin nach außen strahlt und ihre Wirkung zeigt..

    Das Bild der kleinen Kommune ist gedanklich übertragbar auf politische Systeme. Wenn politische Systeme im großen so funktionieren würden,wie diese Kommune, als System des Gebens und Nehmens in aller Bescheidenheit und des multikulturellen Miteinanders, dann würden viele heutige Probleme entfallen, dann bräuchten wir der Blut vergießenden Auseinandersetzungen nicht mehr.
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    Ralf Neukirch zitierte lobend letztes Jahr unter dem Artikel „Helmut Schmidt, der Weltenbürger“, als Nachruf an Helmut Schmidt eins seiner Zitate: .

    „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“..

    Ich halte dagegen:.

    „Wer heute Visionen hat und dafür einsteht, ist kerngesund und braucht keinen Arzt mehr aufzusuchen“.

  • Holdger Platta

    Liebe Betinna,
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    ich würde den Spruch von Schmidt, den ich schon immer total bescheuert fand, noch drastischer kommentieren wollen: „Wer keine Visionen hat, gehört auf die Couch!“
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    Wer’s begründet haben will – erforderlich? -, dem liefere ich gerne noch diverse Argunmente nach.
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    Mit herzlichen Grüßen
    Holdger

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