Gelebtes Mitgefühl

Bibelgleichnis "Barmherziger Samariter": Dein Nächster ist immer der, der deine Hilfe braucht.

Bibelgleichnis „Barmherziger Samariter“: Dein Nächster ist immer der, der deine Hilfe braucht.

In allen religiösen Glaubensrichtungen und spirituellen Traditionen spielt das tätige Mitgefühl als Karma-Yoga, Seva oder Nächstenliebe eine Rolle. Selbstloses Handeln ist in den meisten Religionen und Philosophien sogar als zentrales ethisches Motiv verankert. Alle spirituellen Traditionen ebenso wie zeitgenössische Psychologen und Wissenschaftler erblicken im Mitgefühl einen zentralen Wert des menschlichen Miteinanders und den Grundstein jeder Zivilgesellschaft. Lydia Poppe hat untersucht, was im Einzelnen dahintersteckt. (Quelle: Sein)
https://www.sein.de/gelebtes-mitgefuehl/

Comments
  • Bettina Beckröge

    Gelebtes Mitgefühl
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    Ich glaube, das ist ein entscheidendes Wort: die Empathie.
    Die Empathie ist die Revolution des Bewusstseins, irgendwo, aus der Tiefe entsprungen. Vielleicht sind es durchlebte Phasen im Leben, die Menschen zu wahrer Empathie heranwachsen lassen.
    Zum Leben gehören Stolpersteine, gleichermaßen wie Augenblicke der Erfüllung mit Wärme und Sonne. Wer sein Leben lang nur auf der Sonnenseite steht, der hat nicht genau genug hingeschaut, auf seine persönlichen Schattenseiten. Die Sonnen- und die Schattenseiten stecken in jedem Menschen, nur wahrnehmen sollte man sie, das ist ein Gebot der Achtsamkeit gegenüber sich selbst.
    Ich hatte mich selbst einst lange Zeiten lang mich auf der Sonnenseite des Lebens gewähnt, es war wie ein Leben auf einem Vulkan, kurz vor dem Ausbruch.
    Er kam unvermutet, der Ausbruch, doch es war eine Detonation nach innen, ausgelöst, durch einen Satz meines Ex-Mannes, im April 2013, einen Satz der Wahrheit, seinen Gefühlen mir gegenüber.
    Die Detonation ging nach Innen, wie ein Vulkan, der ausbricht und sich dabei mit seinem Geröll zuschüttet. Das Zuschütten der eigenen selbst, die plötzliche Entfremdung seiner selbst. Entfremdung, damit meine ich, sich selbst mehr spüren können, abgekoppelt von all seinen Sinnen. Das ist eins der schlimmsten Dinge des Lebens, die ich selbst meinem ärgsten Feind nicht wünsche.
    Und doch, denke ich im Nachhinein, die Phase, die sich über ein Jahr hinzog, war wichtig für mich und mein Leben. Sie hat mich zu einer Phase der inneren Reflexion geführt. Da steht man irgendwann inmitten seines Lebens, hinter sich einen Schuttberg, vor sich ein Weg mit vielen Weichen, ein Zustand, den man mit Scheitern im Leben bezeichnen kann. An dieser Stelle stellt sich die große Aufgabe des Lebens: die Reflexion des eigenen Seins, um der Seelen Trauer abfließen lassen zu können. „Wer bin ich“, “ Was macht mich aus“, „Wo soll die Reise hingehen“. Diese Frage für sich im Laufe der Zeit für sich beantwortet zu wissen ist nicht nur ein Geschenk des Lebens, es lässt einen innerlich wachsen.
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    Aus der Beantwortung der Frage nach dem eigenen Sein, erwachsen Blüten. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, wer sich selbst annimmt, wie er ist, mit all seinen Macken und Kanten, wer sich morgens in den Spiegel anschauen mag und sich ein ächlen schenkt, der ist in der Lage, diese Liebe nach außen weiterzutragen.
    Leben ist ein Geben und Nehmen, beides gehört in ausgewogener Gewichtung zusammen.
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    Ich schlage den Bogen zum Artikel: Gelebtes Mitgefühl (Empathie)
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    Nächstenliebe: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Das ist für mich eine der entscheidenden Botschaften der Bibel.
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    Selbstloses Dienen: „Karma-Yoga ist der spontane Einklang mit Gott durch das Handeln.“ Wenn ich mir dabei Gott als Bild eines mächtigen Mannes mit Rauschelbart vorstelle, der mit strafenden Blickes alles beobachtet, was ich tue, bekomme ich große Schwierigkeiten mit dem Satz. Wenn ich mir aber unter den Namen „Gott“, so wie ich ihn für mich verstehe, als einen universellen Kosmos vorstelle, der der Leben schenkt, weitergibt und die Waage hält, dann kann ich den Satz durchdringen und ihn sehr gut für mich annehmen.
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    Mitgefühl: „Übe dich in liebender Freundlichkeit, um Ärger zu überwinden. Liebende Freundlichkeit hat die Fähigkeit, anderen Glück zu bringen, ohne etwas als Gegenleistung zu verlangen. Übe dich im Mit-Fühlen, um Grausamkeit zu überwinden. Mit-Fühlen hat die Fähigkeit, andere von ihren Leiden zu befreien, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Übe dich in Mit-Freude, um Hass zu überwinden. Mit-Freude entsteht, wenn wir uns an der Freude anderer erfreuen und wenn wir ihnen Glück und Freude wünschen.“
    Die Worte aus der Lehre Buddas klingen gut, sehr gut, wie eine innere Befreiung, und ich wünschte, ich könnte sie eins zu eins in die Tat umsetzen. Doch ich bin Mensch, und als solches mit all den Fehlern und dunklen Seiten behaftet, die ein Mensch mit sich bringt. Ich werde mir die Worte aufschrieben, an meine Pinnwand über meine Schreibtisch hängen, um mich täglich an sie zu erinnern. meine Erfahrung zeigt, so etwas hilft in der Prägung seiner selbst.
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    Verbundenheit und Fürsorge entwickeln: „Blicke einem Fremden in die Augen und erkenne, dass es keine Fremden gibt.“
    Dieser Satz des Benediktinerbruders David Steindl-Ras ist für mich der zentrale Satz unter dem Absatz „Verbundenheit und Fürsorge“. Wenn wir das Fremd sein in uns überwunden haben, wenn wir uns selber nicht mehr fremd sind und uns angenommen haben, können wir dem Fremden des anderen in die Augen schauen und erkennen, dass es nichts Fremdes mehr gibt. Dann gibt es auch keine Feinde mehr, weil ich selbst im „Feind“ den Menschen mit all seinen Schwächen erkenne. Vielleicht erkenne ich in meinem „Feind“ sogar meine eigenen Schattenseiten wieder.
    Der Satz des Benediktinerbruders David Steindl-Ras ist ein Satz, der eine gute Basis darstellt für eine Revolution des Heute, im Sinne der Menschlichkeit, im Sinne der Humanität, im Sinne der Umverteilung der Reichtümer, Im Sinne des Friedens.
    Die Worte wären ein Aufhänger für eine unblutige Revolution, ein Aufhänger, der an die legendäre Rede von Martin Luther King „I Have a Dream“ anknüpfen würde.
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    Bewusste Entscheidung
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    Vielleicht wäre alles zusammengenommen, Nächstenliebe, Mitgefühl, Selbstloses Dienen, Verbundenheit und Fürsorge entwickeln, DIE bewusste Entscheidung zur Empathie, die jeder für sich zu treffen hätte.

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