Konstantin Wecker: Wir Teddybär-Werfer

teddyNach dem Anschlag von Berlin, dessen Ursachen im übrigen noch nicht geklärt sind, haben sich ganz harte Kerle vom rechten Rand in einem Akt der publicatio präcox einem neuen/alten Feindbild verschrieben: dem Teddybärwerfer (Synonym: Bahnhofsklatscher). Der ist durch übermäßige Weichlichkeit Schuld daran, dass wir jetzt so viele dunkle Gestalten im Land haben. Konstantin Wecker meint: ja wir sind als Teil eines gewalttätigen Kollektivs mitschuldig an einer zunehmend gefährlichen Welt – aber wir sind es nicht aufgrund übermäßiger Menschlichkeit. (Konstantin Wecker)

Liebe Freunde,

mein tiefes Mitgefühl gilt allen Freunden und Angehörigen der Opfer der Berliner Schreckenstat.
Mein Sohn war beim Münchener Anschlag eines 18-jährigen Nazis in der Nähe eines weiteren Anschlagzieles – das sich dann als falsche Warnung herausstellte – und musste sich in einem Supermarkt verstecken. Er schrieb mir damals „live“ eine SMS. Ich kann die schrecklichen Ängste der Berliner Eltern deshalb umso mehr nachempfinden.

Pegida-Chef Lutz Bachmann versuchte umgehend, aus den Ereignissen politisches Kapital zu schlagen. „JEDER, absolut JEDER Welcome-Klatscher, Teddybären-Werfer und JEDER, der die Politik der offenen Grenzen begrüßt hat Blut an den Händen!“, hetzte er via Facebook.

Ja, Herr Bachmann, wir alle haben als Mitglieder eines gewalttätigen Kollektivs Blut an den Händen. Das Blut von Millionen syrischer und afghanischer, afrikanischer und irakischer Mitmenschen, die von unserer Politik zerfetzt wurden. Das Blut von Tausenden ertrunkenen, auf der Flucht verwundeten, missbrauchten Frauen und Männern, die vor unseren Bomben geflohen sind.
Wir Teddybären-Werfer versuchen durch Mitgefühl und Menschlichkeit ein Gegengewicht zu einer zunehmend auf Härte und Konfrontation ausgerichteten Zeitstimmung zu bilden. Wir können damit nicht alles wieder gut machen, was Kriegstreiber in unserem Namen und teilweise mit unserer Duldung in den Heimatländern dieser Flüchtlinge angerichtet haben, aber wir versuchen wenigstens ein kleines Zeichen zu setzen – und wenn wir nur für einen Augenblick das Gesicht eines Kindes aufhellen können, das Schlimmes durchgemacht hat.
Das tragische Geschehen in Berlin populistisch und politisch zu missbrauchen ist einfach nur schäbig, und es zeugt von einer geistigen Nähe genau zu denen, die man ja vorgibt bekämpfen zu wollen.
Zu Recht sagt Heribert Prantl in der SZ:
„Seehofer missbraucht das Attentat von Berlin, um gegen Merkels Flüchtlingspolitik Stimmung zu machen. Das ist böse und perfide.“

Als würde man jemals Terror mit Terror besiegen können.
Wir hingegen müssen lernen, den Hass zu besiegen. Zu hassen heißt – wie die Sufis sagen – als trinke man jeden Tag Gift, in der Hoffnung, damit den anderen zu zerstören.

In dieser entsetzlich kriegerischen Welt kann nur eines zum Frieden führen: ebendieses kriegerische Denken in sich zu beenden.

Gregor Gysi schreibt zu Recht: „Endlich müssen wir begreifen, dass wir die weltweit existierenden Krisen so schnell wie möglich überwinden müssen, wenn wir solche Anschläge in Zukunft ausschließen wollen.“

Nationalismus ist eine Seuche und nicht die Lösung des Problems.

Man kann sich noch so sehr abschotten wollen vor dem bösen Fremden – damit wird das eigene Böse doch nicht verbannt.

Wir dürfen nicht mehr zusehen, wie die reichen Länder aus Gier nach Bodenschätzen und Öl und um sich an Waffengeschäften zu bereichern, die ärmeren Länder mit staatlichem Terror vernichten.

Was in Berlin geschah, ist schrecklich, an anderen Orten der Welt ist der Schrecken, der uns jetzt verstört, weil er immer noch relativ selten ist, jedoch Alltag.

Lasst mich diesen kurzen Text mit den Worten der tapferen Bertha von Suttner beenden:
“Zu den Gefühlen, die uns der Krieg einflößt, gehört leidenschaftlicher Mitschmerz, denn die Gräuel, die himmelschreienden Leiden, die er verursacht, gehen schon über die Grenzen des Erträglichen hinaus. (…) Dem Elend muss man ins Gesicht sehen, aber nicht um es als Unglück zu beklagen, sondern als Schlechtigkeit anzuklagen! Denn es ist keine Elementarkatastrophe, es ist das Ergebnis menschlichen Irrwahns und menschlicher Fühllosigkeit…“

(aus: Bertha von Suttner: Empörung des Verstands und unserer Herzen, 1914)

Showing 19 comments
  • Gottfried Scherer

    „Nicht ein einzelnes Land ist getroffen, sondern das Herz Europas“ titelt die FAZ am 20.12.2016. Das Geschehen wird damit überdimensioniert und emotionalisiert: Tatsächlich sind die Besucher eines Weihnachtsmarktes in Berlin von dem Ereignis betroffen und die Betroffenheit eines ganzen Landes muss erst sich einstellen. Wenn man den Ort zum Symbol macht, indem man ihn zum Herzen Europas stilisiert, könnte das der Empathie mit den Opfern zugeschrieben sein. Dem widerspricht aber der Brüsseler Jargon der Juncker und EU-Kommission, die in ihrer Twitterei wie auch der Chef-Repräsentant der jetzt einzigen EU-Atommacht Frankreich – dieser darübr hinaus nationenbildend „dem deutschen Volke“ – es schaffen, das geäußerte Mitgefühl auf die Angehörigen aller Opfer einzuschränken: „Unser Beileid gilt den Familien und Angehörigen aller, die in Berlin getötet oder verletzt wurden(.)“ Hier holpert nicht nur das Mitgefühl sondern auch die Zeichensetzung. Zudem ist, Berlin zum Herzen Europas zu stilisieren, auch dann eine Fehlleistung, wenn man diese einer französischen Tageszeitung entnimmt. Die Geschichte Berlins widerspricht einer solchen allenfalls in die Tourismus“industrie“ passende Formulierung: Schon der Platz müsste eigentlich Dr.-Rudolf-Breitscheid-Platz heißen, hat doch eine deutsche Universität diesem den rechtmäßig erworbenen Titel aus vorgeblich rassistischen Gründen 1938 aberkannt. Das typisch nachkriegsdeutsche Händeln, die Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche dem Vergangenheitsbewältigungswahn baulich einzupassen – der Eiermann-Enturf wurde sogar in der Innenausstattung sentimental zum Gedenken an die Flächenbombardements der Alliierten und dann auch noch der Hölle von Stalingrad so umgedeutet, dass auch ein Herr Gauland diese Stätte bewahrenswert finden können sollte – wäre ein weiterer Umstand, diese Stilisierung abwegig finden zu dürfen. Dies als Hinweis darauf, dass diese Art Nostalgie in Berlin mir sozusagen herzlos erscheint. Wenn man dann auch noch nicht verdrängt hat, dass Russland zu Europa gehört, ist dessen Herz, sollte es so etwas geben, sicher nicht Berlin, es könnte bei einer klugen menschenfreundlichen Politik allerdings auch in Berlinern schlagen, wenn eine so träumerische Bemerkung in diesen Tagen erlaubt sein darf.
    Mit solchen Worten braucht man dann gar nicht mehr weiter vom Geschehen abzulenken. Da könnte man schon etliche Fragen haben: Wer hat den Beifahrer womöglich durch die Windschutzscheibe erschossen? Wer hat dem Reporter das Handy aus der Hand geschlagen? Wer ist der Mann, der die Polizei mit dem Hinweis auf einen womöglich Flüchtenden womöglich in die Irre geführt hat? Was geschah mit dem LkW und dessen Fahrer zwischen 16 und 20 h? Ist der Bekennertext des IS glaubwürdig oder Trittbrettfahrerei? Ist bei der Sprachregelung „Anschlag“ eine ergebnisoffene Ermittlung noch gewährleistet – d.h. wäre es nicht sinnvoller, die Kriminalpolizei vor Ort ermitteln zu lassen? Oder braucht man solche Vorfälle, um die Zentralisierung der polizeilichen Gewalten in der BRD voranzutreiben?
    Zum Artikel:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/anschlag-in-berlin-reaktionen-von-politikern-und-medien-14583935.html

  • Angela Ebert

    An-Klagen, klagen vor einem Gericht, tun viele von Un-Recht Betroffene. Doppel-Standards (Hagen Rether) machen AUA und Rechts-Un-Sicherheiten, zielführend.
    Globalisierung gegen Nationalismus?!
    Vielleicht ist die Besinnung auf regional hilfreicher?
    Natürlich nicht für Welt-Bürger mit Reise-Lust, für Frei-Geister und andere privilegierte-Staats-Bürger mit hohen, höchsten Idealen. Reisen? Ein Gewohnheits-Recht?
    Für alle diejenigen die eh nicht von der Stelle kommen und damit der Mutter ERDE einen großen Gefallen tun.
    😉
    Globalisierung scheint GIER auszulösen!?
    Nationalismus scheint Neid und GIER auszulösen?!
    Regionale Zufriedenheiten mit Zukunft?!

    nur ein paar Gedanken…in völlig ver-rückten Gesellschaften ohne Regeln, OHNE HAFTUNG!
    Ist die Empörung den angemessen???
    DANKE !
    Seehofer missbraucht das Attentat….das machen doch alle so?!
    Schröder/Merkel missbrauchen die Arglosigkeit deutscher Staatsbürger.
    Berlusconi missbraucht(e)…alles was bei 3 nicht auf dem Baum ist/war?!
    Obama – Yes we can – Motivations-Hilfen für…den Nobel-Preis??
    Junker die EU – um Luxemburg-Interessen umzusetzen?!
    .
    Gewalt ist fester Bestandteil des Patriarchats,
    eine verlässliche Tatsache!
    Eine Änderung ist nicht in Sicht.

  • Bettina Beckröge

    Die Teddybär- Werferin
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    Meine spontane Reaktion auf das Teddy- Foto war eine höchst unpolitische. So ein süßer Knuddel-Teddy, meine spontane Empfindung, der gehört auf ein wohlig weiches Kopfkissen und NICHT auf die politische Bühne. Was, bitteschön hat ein Knuddel- Teddy mit der rauhen Wirklichkeit der politischen Bühne zu tun?
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    Soweit so gut. ich lese also den Titel des Artikles: der Teddy- Werfer. Was, um Himmels Willen ist ein „Teddy- Werfer“? Meine spontane Assoziation: die Jahrmarkstbuden-Gewinne aus vergangenen Zeiten, wo doch immer ein großer Teddy DER Hauptgewinn schlechthin war. Welch neidvolle Blicke taten sich in mir auf, als schon wieder jemand anderes den Hauptgewinn nach Hause trug. Ich habe nie im Leben einen Teddy gewonnen. So fallen meine beiden Plüschtiere auf meinem Kopfkissen deutlich bescheidener aus. Das schreibe ich jetzt ganz leise im Verborgenen, sonst werden Fips, mein immer frech drein grinsender Kuschelaffe und Wuffel, mein selbstbewusster kleiner Kuschelhund ganz sauer und das zu Recht!
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    Nun also der Schwenk zur politischen Bühne. Was hat ein Kuschel-Teddy mit Politik zu tun? Gewöhnlich sitzen Kuschelteddies in der Mitte eines Kopfkissens. Die Teddies der harten Kerle der rechten Szene, wie Lutz Bachmann und co. scheinen der Wirklichkeit des Daseins entrückt. Sie werden, Jahrmarktsbuden Wurfgeschossen gleich, zu einem Teddybär – Werfer, oder gar zu Bahnhofsklatscher deklariert. Was hat ein Teddy mit einem Bahnhofsklatscher gemein? Ungefähr so viel wie eine Mücke zu einem Elefanten.
    Nun sollte man nicht gleich aus einer Mücke einen Elefanten machen. Lassen wir die Teddies auf ihrem gewohnten Stammplatz, dem Kopfkissen, und dann hat die liebe Seele ihre Ruh.
    Nein, hat sie scheinbar nicht, nicht nach den Aussagen der grobschlechtigen Kerle aus der rechten Szene. Betreten wir also wieder die Wurfgeschossabteilung der Jahrmarktsbuden, wenn die rechte Szene es denn unbedingt so will!
    Lutz Bachmann und Horst Seehover als Kriegstreiber, schlachten das tragische Geschehen in Berlin umgehend für sich aus, als hätte man das nicht im Vorfeld bereits geahnt. Man kennt ja seine Pappenheimer.
    Nein, mit den Kriegstreibern habe ich nichts gemein. Und doch kommen da gerade kleine Flüge von Angriffslust auf mich zu. Ich bin als Mensch mit all den finsteren Seiten behaftet, die ein Mensch nun mal so in sich trägt. Gerne hätte ich diese harten rechten Kerle, Lutz Bachmann, Björn Höcke und Horst Seehover einmal als kleine Pappfiguren auf der Jahrmarktsbudenwurfgeschossabteilung vor mir. Mit gezieltem Wurf würde ich sie, ohne mit der Wimper zu zucken, abklatschen. Wer weiß, vielleicht wäre das der Tag meines Hauptgewinns, der Tag an dem ich, stolz wie Oskar, nach Hause gehen kann, mit einem großen dicken Knuddelteddy im Arm?
    .
    🙂

  • heike

    Den Hass besiegen, das kann nur jeder für sich allein. Wenn man selbst nicht hasst, kann man schon mal gut darüber reden ..das ist einfach.
    Aber zu hassen und den Hass dann besiegen, das ist eine echte, wirkliche Revolution mit Auswirkungen auf die Geschichte der Welt.
    Es tut mir sehr leid um die Opfer.
    Wir müssen den Menschen, die den Hass besiegen wollen, unsere Hand reichen. Dazu müssen wir oft teilen. Das fällt schwer und meist tun wir es erst, wenn wir dazu gezwungen werden.

  • heike

    Lieber Konstantin,

    ich wünsche Dir, allen Teddybär-Werfern und uns allen hier ein schönes Weihnachtsfest.

    Heike

  • Anna

    Mir ist heute nach Satire. Also schreibe ich auch eine.

    Liebe edle Linken,

    stellt euch vor, es gäbe keine Rechten, gegen die ihr euch mit moralischer Stärke in die Brust werfen könnt! Gegen die ihr mutig mit Lichterketten demonstriert, Flagge und edle kampfbereite Abwehr zeigt!

    Hoffentlich gehen euch die Kollateralschäden nicht aus,deren Lebenslicht in jungen Jahren nicht ganz schmerzfrei ausgeblasen wird, denn sonst hat man keine Gelegenheit mehr, seine fast göttliche Hyper – Menschlichkeit zu zeigen, beim Kampf gegen rechts! Bei uns im Supermarkt gibt es neuerdings Kerzengebinde zum Sonderpreis, die auch bei Regen und Sturm ganz mutig brennen.

    Natürlich kann man nicht gleichzeitig gegen importierte , kulturbedingte Homophobie, gegen kulturbedingten Antisemitismus, Rassismus, Sexismus sein. Kultursensibelität steht nämlich über allem, denn das ist links. Ich bin überzeugt, dass homosexuelle Freunde, die man normalerweise mit Zähnen und Klauen verteidigt, wenn man nichts zu befürchten hat, sich so gar nicht auf ihre Linken verlassen können, wenn ein clash of civilizations ansteht. Da muss man dann auch wieder auf die bösen Rechten ausweichen können, die ja praktisch schon die ganze Gesellschaft ausmachen, bis auf die wenigen charakterstarken Linken.

    Also seid dankbar,dass es Rechte gibt,die sozusagen das Podest bilden, auf dem man sich so echt kuschelig unter Seinesgleichen erhöhen kann!

    In der Zwischenzeit wird hier aufgeräumt mit zivilisatorischen Errungenschaften! Polygamie, Kinderehe,züchtige Verhüllung, Frauen zurück ins Glied, Antisemitismus, Rassismus gegen die Ungläubigen werden hier Einzug halten und nicht wieder zurückzudrängen sein. Die virilen männlichen Neubürger werden sich von einer durch und durch femininen Gesellschaft doch nichts sagen lassen. Die werden dann schnell ungemütlich, wenn es ans Eingemachte geht.

    Let’s face it:
    Diese Gesellschaft ist sturmreif und Allah ist mit den Siegern. Verdienterweise! Wird aber nicht so schlimm werden, denn die meisten werden nur die Teddy-Bären zurückwerfen, wenn ihr euch nicht zu provozierend verhaltet und in Wolkenkuckucksheim kann man sich weiterhin träumend einrichten.

    Frohes Winterfest bei duftendem Wintertee und Wintergebäck!

    Ich bin ganz versöhnlich gestimmt, weil ich meinen letzten Arbeitstag hinter mir habe. Jetzt kann ich schreiben, fotografieren, malen, mir ab und zu einen Besuch in der Elbphilharmonie gönnen oder auch mal nichts tun. Ich weiß dieses Land sehr, sehr zu schätzen und werde ihm garantiert nichts antun, solange es noch lebt.

  • Holdger Platta

    @ Anna
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    Wirkliche Satire geht gegen die da oben an, Deine angebliche „Satire“ tritt nur nach unten. Wirkliche Satire entstellt Realitäten zur Kenntlichkeit, Deine angebliche „Satire“ erfindet hingegen Fakten, die es so nicht gibt (von Ausnahmen mal abgesehen). Wirkliche Satire stellt sich auf die Seite benachteiligter, verfolgter, ausgegrenzter Menschen, Deine „Satire“ beteiligt sich am Runtermachen all dieser Menschen.
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    Wäre schön, wenn Du Sensibilität nicht nur in der Elbphilharmonie aufbrächtest und womöglich nur für Musik, sondern auch für Menschen, die Du offenbar bis dato schlicht nicht kennst oder verstehst. Könnte sich tatsächlich lohnen, Anna, auch innerlich.

  • Bettina Beckröge

    @ Anna
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    Ich habe deine Satire verstanden. Aus ihr geht hervor, dass es dir schwer fällt, deinen persönliche Missmut richtig zu kanalisieren. Ich schließe mich den Worten von Holdger Platta an, und danke ihm für seinen Kommentar.
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    Ich habe, meiner Leidenschaft zur klassischen Musik und Architektur folgend, in letzter Woche, im Rahmen eines kurzen Ausflugs die Philharmonie in Berlin angeschaut, von außen. Es ist eine wunderbarere Architektur von Hans Sharoun, die im Abendlicht gut mit der Umgebung, dem beleuchteten Sony- Center harmoniert.
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    https://plus.google.com/collection/UB52ME?hl=de
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    Wenn es dich beruhigt,ich habe mir dort KEIN Konzert geleistet. Mir genügt es zu wissen, dass in der Philharmonie die Töne der wahren klassischen Harmonie spielen. Die klassische Musik und Opern erschließe ich mir i d.Regel über YouTube oder über meine CD- Sammlung.
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    Ich bin nicht sauer über deine Satire, die tatsächich, wie Holdger es beschreibt, um sich tritt. Ich hoffe nur, du gehst mit deinen alten Leuten im Altersheim sensibler um.
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    Für dich zum Abschluss ein Lied zum Nachdenken.
    ich wünsche dir besinnliche Weihnachten
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    Leon Wolke-Lied
    https://youtu.be/IOK3aRLT1Bk
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    Bettina alias A.N.N.A.A.N.N.A (liest sich von vorne, wie von hinten gleich)

  • Anna

    Verehrter Holdger Platta, meine Sinne sind geschärft. Allerdings muss ich den Feind nicht dort suchen, wo man ihn richtig aufblasen muss. Unter dem Deckmantel der Abwehr gegen Rechts, etabliert man hier bereits eine Neuauflage der DDR .Wer eine Diktatur von innen kennt, ist höchst alarmiert über eine Entwicklung , die im Namen des Guten daherkommt. Anonyme Denunziation, Pranger, Existenzvernichtung wegen eines Likes, Zensur, Sperrung bei Facebook, Black-List, falsche Lektüre. Also ich kenne das, und vor so einer „Ordnung „, einer Diktatur im Namen des Guten wird mir Angst und Bange. Da schrillen alle Alarmglocken. Die Deutschen sind nämlich gerne Klassenbeste. Die besten Schuldigen, die besten Unterwürfigen, die besten Guten, aber auch die besten Unterdrücker. Trotzdem wird die Welt nicht besser, vor allem weil es Mächte gibt, die auf diesem Klavier bestens spielen können.

    Ich habe soeben erfahren, dass unter den Berliner Todesopfern eine Israelin ist, deren Mann schwerverletzt im Krankenhaus liegt und von diesem Drama noch nichts weiß. Dabei haben sie sich bestimmt so vor Rechten in Acht genommen!

    Die Besessenheit die Realität nicht einfach als Realität zu beschreiben, sondern immer in eine Richtung umzudeuten, die nichts, aber auch gar nichts damit zu tun hat, ist wie eine Krankheit. Dieses Land ist verloren, denn es kann Gefahren nicht einmal mehr einordnen. Wer immer diesen „Krieg“ geplant hat, hat die Reflexe der Meinungsmacher perfekt eingeplant. Wozu beschäftigt man hochbezahlte Psychologen und Soziologen?

    Der Gefängnisbau schreitet voran. Inzwischen sind sie schon oben beim Stacheldraht.Die GEZ-Gebühren-Verweigerer müssen schließlich erzogen werden. Und weit und breit kein empathischer Guter, der hier einschreitet und ruft : Wehret den Anfängen! Nein, sie applaudieren noch und rufen höher, weiter! Vor allem schneller!

    Ich kenne die überwältigende Mehrzahl der Menschen auf der Welt nicht. Ich weiß, dass es dieser überwältigenden Mehrheit dreckig geht. In Indien wird bestimmt gerade höchstwahrscheinlich ein Kind in einen Schuppen gesperrt, weil seine Blindheit auf schlechtes Karma hinweist. Oder ein kleines Mädchen wird gerade an einen alten Mann verschachert, damit er seine vitalen Interessen befriedigen kann.Wenn es sie dabei zerreisst, gibt es genug Ersatz. Aber eine Gesellschaft ändert daran nichts, wenn sie buchstäblich Suizid begeht, statt ihre ganze Intelligenz darauf zu verwenden, wie man wirksam helfen kann, ohne sich selbst dabei zugrunde zu richten. Die bisherigen Probleme sind nicht annähernd bewältigt , doch der Zustrom hört nicht auf, egal wie man das kaschiert.

    Aber mit einem kann ich Sie vielleicht doch etwas beruhigen: Ich werde in diesem Leben mit Sicherheit keinen Fuß in die Elbphilharmonie setzen.Das kann ich sogar schmerzlos ertragen.In puncto Elbphilharmonie bin ich tatsächlich 200% empathielos, was mir sicher von den Hochkultivierten als Banausentum angekreidet wird. Damit werde ich halt leben müssen.

  • heike

    Liebe angela,
    um nur einen aspekt der ganzen „tirade“ herauszugreifen: Obamas „yes, we can“ war mit sicherheit ehrlich gemeint ( in dem sinne, dass es den alten kriegstreiberischen und menschenverachtenden machenschaften an den kragen gehen sollte). Der jubel auf der ganzen welt groß. Manchmal ist es schon eine errungenschaft, bestimmte noch schlimmere dinge verhindert zu haben. Der gute wille zählt auch. Eine in jahzehnten und jahrhunderten gestartete und gewachsene lawine der ausbeutung von mensch und erde, lässt sich offensichtlich nicht in ein paar jährchen total zum stoppen bringen, aber immerhin war der wille schon einmal vorhanden. Auch politiker unterliegen wie gesagt, zwängen und können sich einer „gehirnwäsche“ in ihrer täglichen arbeit nicht immer entziehen.

  • heike

    Ja, anne, du hast recht. Die anderen auch punkt

  • Bettina Beckröge

    @ Anne
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    „Aber eine Gesellschaft ändert daran nichts, wenn sie buchstäblich Suizid begeht, statt ihre ganze Intelligenz darauf zu verwenden, wie man wirksam helfen kann, ohne sich selbst dabei zugrunde zu richten.“
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    Eine Gesellschaft kann KEINEN kollektiven Suizid begehen. Nur der Einzelne kann einen „Suizid“ begehen, indem er irgendwann aufhört, an die Gesellschaft zu glauben und indem er sich zurückzieht. Alles Leid der Welt gedanklich auf eigenen Schultern getragen kann erdrückend sein. Ein geselschaftlicher Ausstieg bedeutet persönliche Vereinsamung.
    Das ist der Augenblick, wo man sich überlegen sollte, wieder einzusteigen in das gesellschaftliche Leben. Es muss muss kein politisches Gremium sein, in dem man sich betätigt, es muss auch kein Gremium von Aktivisten sein, an dem man mitmischt, es muss auch kein kirchlich soziales Projket sein, an dem man sich beteiligt… es kann einfach eine Kommunikation unter Freunden bedeuten, die einen freisetzt von all den tragischen Geschehen drumherum und von dem Gedankenkreisen um seiner selbst.
    Dieses Portal, der HDS gibt uns die unterschiedlichesten Möglichkeiten und das Handwerkszeug dazu an die Hand.
    Der Kommentatorin Anne empfehle ich, künftig mehr in der hiesigen Sparte „spiritueller Bereich“ zu lesen und sich diesen inhaltlich zu erschließen. Er umfasst viele Dinge, die das wichtige Wort LEBEN beinhalten.
    LEBEN ist die Kehrseite von vermeintlich wichtigen Likes im Internet, die Kehrseite von virtueller Gläubigkeit.

  • heike

    Ausgenommen eines, Anne – die DDR war eine „Diktatur des Proletariats“, nicht eine Diktatur des Geldes.
    Ich fand die DDR gar nicht so schlecht. Ehrlich gesagt, fand ich sie sogar richtig gut.
    Mach dir mal keine übertriebenen Sorgen, die DDR wird mit Sicherheit nicht wieder auferstehen.
    Ich glaube, ich habe vorhein den Punkt an der falschen Stelle gesetzt. (Das einzige Kontinuierliche an mir ist meine Inkonsequenz. So lernt man sich mit den Jahren besser kennen…
    Punkt, punkt comma strich – fertig ist das mondgesicht….

  • heike

    So, da das ganze hier so langsam zu meiner zweiten wohnstube zu werden scheint (mal sehn, für wie lange), möchte ich gleich noch eine Weisheit meines Opas zum besten geben: „Alles nicht so einfach, wenn man’s doppelt nimmt.“ Welch weise Voraussicht.

  • rr

    Liebe Anna, wenn es keine Rechten mehr gäbe, ginge mir jeder Lebenssinn verloren. Ich hätte keine Ahnung, wie ich mein Gutmenschentum in rosigem Lichte präsentieren sollte, wären da nicht als Kontrastprogramm knallharte Kerlinnen und Kerle wie Du. Gut, dass es Dich gibt, und bleib unbedingt, wie Du bist. Ohne Dich würde meinem verschwommenen Blick die Gefährlichkeit von Flüchtlingen, besonders von Muslimen, völlig entgehen, weichlich würde ich nach dem Genuss einer warmen Dusche meinen Teddybären an mich drücken oder ihn – schlimmer! – Kindern zuwerfen, die eine lange und beschwerliche Reise aus Afrika hinter sich haben, nur damit diese mich dann, undankbar wie sie sind, mit Lastwägen rammen oder mit Bomben in die Luft sprengen können. Wir brauchen mehr Rechte! Kommt alle zu mir und reißt mir meine rosa Brille von der blassen Gutmenschennase. Nicht länger werde ich dann meine leitkulturelle Identität von diversen Fremd-, Flücht- und Sonderlingen untergraben lassen. Nicht länger werde ich mich selbstbesoffen in falsch verstandener Toleranz suhlen, während Dunkelmächte den Schleierzwang für erbdeutsche Frauen vorantreiben. Danke, liebe Rechte – und bitte, bitte, mehr davon!

  • eulenfeder

    ..wir müssen jedwedes braune Gedankengut ächten, unerbittlich.
    zu übezeugen sind diese schwachköpfe nicht, jedenfalls nicht mit geist oder verstand.

  • BLUTRUNST

    😉 …Lieber einen WEICHEN TEDDY werfen, als einen HARTEN STEIN!
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    😮 …Eine knallHARTe WEIHNACHT für die „PARASITÄRE DEKADENZ“ und ihre SCHERGEN aus dem REICH der…
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    SCHEINsozialen, SCHEINchristlich magendaGELBen…
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    „OHNSORG THEATER G(emeinschaft) m(it) b(esondere) H(aftung)
    .
    und der…
    .
    „NEOLIBERALEn EUROPÄISCHEn KONZERN MAFIA“, die „NEOLIBERALE EUROPÄISCHE KONZERN UNION“
    .
    und SCHÖNE WEICHE…, SANFTE FEIERTAGE für IHRE „GLOBALEN OPFER“!
    .
    😉
    😉
    EINEN, TROTZ ALLER „RECHTSlistiger und SCHEINsozialer GRAUSAMKEITEN SCHÖNEN ABEND…
    allen GALLIER / INNEN und EINEN BESONEREN “ 😉 DIR LIEBE Angela MEINE FALBALA 😉 „…halten wir die „DEKADENTEN RÖMER, denen ich das GLEICHE WÜNSCHE das sie aus PARASITÄREN EGOISMUS anderen GÖNNEN“…, auf!

  • Bettina Beckröge

    Kurze Zwischenmeldung, es passt nur so ungefähr zum Thema „Teddy- Wurf“.
    Bei meinen vorweihnachtlichen Streifennzügen mit meinem Sohn durch die Kölner Innenstadt stolperte ich durch Zufall über die Antonniter Kirche. Es wurde im Rahmen des Themas zu Dorothee Sölle, einer Mystikerin und aktiven Pazifisten bereits hier im HDS von ihr berichtet. In dem Zusammenhang wurde “ der Schwebende“ Engel“ einer Bronzefigur von Barlach besprochen. Nun habe ich sie endlich gefunden, die Zweitausfertigung von Güstrow, mit einer darunter liegenden Grabplatte und der Inschrift “ 1914-1918, 1933-1945, ein Mahnmal, eingedenk der Gefallenen des 1. Weltkrieges und eingedenk der Schreckensherrschaft der nationalistischen Diktatur.
    Ich verbinde sehr viel mit dieser Bronzefigur: Dorothee Sölle, die für mic eine Vorbildfunktion einnimmt, in ihrem Wirken, das Buch “ Ende einer Deutschstunde“, und vieles mehr.
    Ich entdeckte im rückseitigen hinteren Flügel eine weitere Figur von Barlach. Sie erinnerte mich an den „lesenden Klosterschüler“, eine Bronzefigur, ebenfalls von Barlach. Es ist die Bronzefigur, um die es im Buch “ das Ende einer Deutschstunde“ geht,und damit verbunden um die traurige Geschichte der unter „entartete Kunst“ gestellten Kunstgegenstände im Nationalsozialismus.
    Tatsächlich handelt es sich aber bei dieser Figur um einen Barlach Guss des „Lehrenden Christus“.Christus, der uns lehrt…
    Für mich zieht sich gerade ein Stück Geschichte zusammen, ein Stück Geschichte, zu der auch das Lied “ Leon Wolke“ passt, und indirekt auch der Artikel „der Teddy- Werfer“.
    Wer unsere Geschichte nicht vergisst, der wird nie mit einem Teddy werfen.
    Der wird einen Teddy so nehmen, wie er ist und in seinen Augen die unschuldigen Augen all der Kinder sehen, die heute in diesen Tagen einen weichen, Trost spendenden Teddy an ihrer Seite so dringend benötigten.

  • Bettina Beckröge

    P.S. Ich muss mich korrigieren. Das Buch, worauf ich mich in meinem letzten Kommentar bezog ist nicht “ Die Deutschstunde“ von Siegried Lenz, sondern “ Sansibar oder der letzte Grund“ von Alfred Andersch.
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    https://de.wikipedia.org/wiki/Sansibar_oder_der_letzte_Grund

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