Die AfD und unsere lieben Medien – ziemlich beste Freunde

nachdenkseitenafdEin ganz normaler Zeitungsmorgen in Deutschland 2017: Die taz und SPIEGEL Online stellen sich Fragen über die Polizeikontrollen von Nordafrikanern auf der Kölner Neujahrsfeier, die WELT berichtet prominent über ein deutsch-österreichisches Innenministertreffen zu künftigen Grenzkontrollen, in der Süddeutschen geht es mal wieder um Obergrenzen und in der FAZ um „Neukontrollen der Flüchtlinge“. All diese Meldungen haben sicher ihre Daseinsberechtigung. Wenn wir aber nur noch über Flüchtlinge, Integration und Terror debattieren, müssen wir uns auch nicht wundern, wenn diese Themen im Herbst wahlentscheidend werden. Schlimmer noch: Die komplette Sozialpolitik, die Rente, die Arbeitslosigkeit, Krieg und Frieden, Euro- und Finanzkrise, Demokratiedefizite, Lobbyismus und volkswirtschaftliche Torheiten – all diese Themen bleiben mal wieder auf der Strecke und werden daher voraussichtlich auch im Wahlkampf keine große Rolle spielen. Es wirkt fast so, als haben es die Medien mit der Wahl ihrer Schwerpunktthemen darauf abgesehen, die AfD zu stärken. Das nennt man wohl heutzutage Win-Win-Situation. (Quelle: Nachdenkseiten)
http://www.nachdenkseiten.de/?p=36515#more-36515

Comments
  • Bettina Beckröge

    Ist es so, dass sich die Medien und die AFD zu besten Freunden deklarieren, wenn sie über den Terror islamistischer Terroristen auf europäischem Boden berichten?
    Es gab zahlreiche Terroranschläge in den letzten zwei Jahren. Der Terroranschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris hat sich vor 2 Tagen zum zweiten Mal gejährt. Das war der Beginn einer Anschlagsserie, von Paris über Brüssel,Nizza und Berlin, dessen traurigen Folgen und politische Auswirkungen wir kaum überblicken können.
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    Natürlich sind sozialpolitische Themen sehr wichtig, sicherlich würden diese Themen die SPD und die politische Linke besser dastehen lassen. Doch ich frage mich:
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    Muss die Auswahl der medialen Themen unter dem Aspekt anstehender Wahlen betrachtet werden? Ich glaube nicht.
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    Es ist mehr als nachvollziehbar, dass die Medien über den islamistischen Terror auf europäischem Boden berichten, und die Folgen für uns diskutieren lassen. Wichtig dabei ist, den Fokus richtig zu lenken. Der Fokus darf auf keinen Fall lauten: „die AFD hat ja bereits immer davor gewarnt“. Das würde bedeuten, auf dem rechten Auge zu erblinden. Man sieht immer mit beiden Augen besser:
    Die AFD möchte Schießbefehle erteilen für unerlaubte Flüchtlinge an der Grenze, das ist die Wahrheit.
    Der Fokus sollte lauten:
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    Wir widerstehen den Gewalten. Wir lassen uns vom Terror nicht einschüchtern.
    Wir zeigen Flagge.
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    Genau aus dem Grund war es wichtig, dass zu Silvester die Medien auf Köln geblickt haben. Nach dem Silvestergrauen der Silvesternacht 2015/2016 und nach dem Anschlag in Berlin war die „Raum-Kunst-Lichtinstallation“ von Phillip Geist auf der Kölner Domplatte, verbunden mit dem Auftritt des Kölner Gospelchores, abschließend mit dem Glockengeläut des Kölner Doms, ein sinngebendes Zeichen des Friedens in der Silvesternacht 2016/2017. Es war gleichermaßen eine demonstration für:
    „Wir lassen uns durch Terror und Gewalt nicht einschüchtern“.
    Das gleiche Zeichen wurde auch in Berlin zur Sivesternacht demonstriert von tausenden von Teilnehmern am Brandenburger Tor.
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    Diese Zeichen in die Welt zu senden halte ich für mehr als wichtig.
    Die AFD baut auf geschürten Ängste. Die gelebten Zeichen des Friedens und Mutes stehen dagegen. Friedensgedanken und AFD werden NIE beste Freunde.

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