Trump twitters truth

Bildquelle: doddis77/Shutterstock.com

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Am Beispiel IKEA treibt Torsten Brügge die patriotismustrunkene Abschottungspolitik des Donald Trump einmal auf die Spitze. Wenn Schweden das Problem ist, warum dann eine Mauer um die USA bauen, viel leichter wäre es, gleich im Ursprungsland des Übels anzusetzen und Schweden einzumauern. In dieser Satire erschafft der Autor nicht nur alternative Fakten, er parodiert auch gekonnt den Parolen-Redestil des Gröpaz. (Torsten Brügge, Erstveröffentlichung auf www.connection.de)

Der neue Coup von Trump: In aller Frühe, um 5:10 Uhr Washingtoner Ortszeit, twitterte er. „EinreiseSTOPP für alle verdammten Smörrebröddfresser (schwedische Staatsbürger)! 500 % Strafzoll auf IKEA-Betten! US-Betthöhe ab jetzt maximal 2 Zoll (5 cm). Schafft Euch Kettensägen an. We make America sleep safe again.“ Trump soll am Abend zuvor von der neuen jährlichen Todesstatistik der USA erfahren haben.

Nach dieser sterben jährlich 9 US-Bürger durch islamistische Terroranschläge, allerdings 750 Menschen durch einen Sturz aus dem eignen Bett. Von seinen Wirtschaftsexperten ließ sich Trump über die durchschnittliche amerikanische Betthöhe informieren. Es sind gefährliche 18 Zoll (45 cm). Der noch größere Schock: Das massive Bettenaußenhandelsdefizit der USA. 95% aller in den Staaten benutzten Betten stammt aus dem Smörrebröddland vom Terrorunternehmen  IKEA. „Einige mögen nett sein, aber die Knäckebrotfundamentalisten und Elchficker schleusen hier Schläferzellen ein, sie streuen uns Sand in die Augen und im Schlaf bringen sie uns dann um“, so Trump im Interview mit Fox News.

Das Einreiseverbot gilt vorläufig für 90 Tage. Danach – so General John Kelli – erwägen wir, eine Mauer um Schweden zu bauen. Trump ergänzt „Und Ihr wisst, wer die bezahlen wird: Die Fjord-Bader selbst!“ Falls nicht – so Trump-Plan-B – verpflichten wir die NATO-Luftwaffe die Terrorzellen in ihren eigenen Reihen zu bombadieren. „Dafür können sie uns die Hellfire-Raketen teuer abkaufen… Great deal!“ flüstert Trump seiner Sekretärin im Hintergrund zu.

Die Reduzierung der Terrorbetteneinfuhr soll nun auch die eingeschlafene amerikanische Bettenindustrie retten. Sie darf – laut Dekret – aber nur noch Betten mit einer maximalen Höhe von 2 Zoll (5 cm) produzieren. „Safety first“ trompetete Trump.

Als vorläufige private Sicherheitsmaßnahme empfiehlt das Trampel-Team jedem amerikanischen Staatsbürger über 6 Jahren, sich eine Kettensäge anzuschaffen. Damit kann man innerhalb von Sekunden den Terrorbetten ihren Schrecken nehmen: „Bettbeine absägen. Schon schläfst Du wie ein amerikanisches Murmeltier.“ scherzte Trump auf RADIO US. Trump weiter: „Sie sind auch sonst praktisch. Falls Du von einem Durchgeknallten mit einer Kettensäge angegriffen wirst, wehrst Du Dich am besten mit der eigenen. Sie funktionieren. Auch bei anderen Streitschlichtungen. Jeder sollte eine haben. Wir reduzieren die Steuer drauf. Thats´s great.“

Böse Zungen in den Fakenews-Medien behaupten: All diese Dekrete gäbe es nur, weil Mr. President um 5:00 Uhr beim Griff nach seinem Smartphone ungeschickt aus dem Bett stürzte, hart aufschlug und seine Frisur verrutschte. Doch der Regierungsprecher dementierte noch im Schlafanzug um 5:20 Uhr: „Der Präsident der Vereinigten Staaten ist wohl auf. Er macht sich weiter eifrig Gedanken, wie er die Sicherheit der amerikanischen Staatsbürger verbessern kann. Wir können alle wieder in Ruhe schlafen gehen. God bless America. God save the Trump.“

Showing 7 comments
  • rr

    In amerikanischen Konzertsälen erklingen ständig Bach, Beethoven und Schumann. Und wie oft hört man in Deutschland amerikanische Komponisten? Seht ihr! Die Konsequenz kann nur sein: Strafzölle für die Einfuhr deutscher Musik.

  • Bettina Beckröge

    Lieber Roland,
    dem ist doch ganz leicht Abhilfe zu schaffen: YouTube sprengt sämtliche Zölle 🙂
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    Gershwin: An American in Paris – Stunning Performance
    https://youtu.be/RUMJPlQwa50
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    Herzlichen Gruß,
    Bettina

  • rr

    Gershwin und Bernstein haben es in deutsche Konzertsäle geschafft. Aber ich spreche ja hier „als Trump“. Der kennt die beiden wahrscheinlich nicht. Allenfalls Country & Western.

  • Bettina Beckröge

    Da hast du wiederum Recht. Der ungehobelte Klotz kennt aber vermutlich nicht Beethoven, Bach, Schumann, Mozart, etc…
    Also, soll er seine Colt-Western-Musik hören, wir hören weiter die gute Klassik, ob von hüben oder drüben… grenzenlos!!! 🙂
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    Beethoven – Symphony No.9 (10000 Japanese)
    Freude schöner Götterfunken
    https://youtu.be/X6s6YKlTpfw

  • Bettina Beckröge

    The facebook of the New President of the USA!
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    Angesichts all der Mauern und Zölle, die Trump errichten möchte, wäre es einfacher, eine Mauer um Trump zu ziehen, als umgekehrt!
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    Smörrebröd, Smörrebröd…it crumbles intensely into Trumps „blessing“ bed!

  • Bettina Beckröge

    Ein Gedicht würde ich Trump gerne entgegenschmettern, doch verstehen würde er es vermutlich nicht. Vorstellen kann ich mir, dass Trump nie etwas von Goethe gelesen hat. Goethe ist nichts für für bildungsferne Menschen.
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    Johann W.v. Goethe „Prometheus“
    gesprochen von Burghart Klaußner- besser kann man das Gedicht nicht rezitieren!
    https://youtu.be/llZlQ3ZDgAE

  • Satierische Menagerie

    Nein, nein, Goethe ist unter Amerikanern sehr bekannt! Ich vergesse nie den, den ich eines Tages vor dem Goethe-Haus in Frankfurt ehrfurchtsvoll seufzen hörte: „Ah, Giethie, Die kleine Nacktmusik, tatatata!“

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