Integraler Islam: Zweifel säen, Freiheit finden

Amir Ahmad Nasr

Aus einer fundamentalistisch islamisch geprägten Kindheit über die Entdeckung der „neuen Atheisten“ bis zur Integration einer weltoffenen Spiritualität: Amir Ahmad Nasr über seinen Weg in die Moderne – und darüber hinaus. (Quelle: Sein)
https://www.sein.de/integraler-islam-zweifel-saeen-freiheit-finden/

Comments
  • Bettina Beckröge

    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Weg über den Atheismus hilft, sich von Galubensmustern der Kindheit zu befreien, um darüber an den eigenen Glauben zu gelangen. Ich habe es wissentlich nie ausprobiert, außer in meiner eigenen Phantasie. Eine Befreiung aus alten Glaubensmustern half mir eine geistige Vorstellung, die meine Glaubensansätze als Jugendliche gehörig ins Schwanken brachen. Ich stellte mir einen Kubus vor. Über diesen Kubus konnte ich wieder einen größeren Kubus stülpen, darüber diesen wieder den nächsten usw. So gelang mir die imaginäre Vorstellungskraft des unendlichen Raumes, eine Frage, die mich lange beschäftigt hatte, ebenso wie die Vorstellung des unendlich kleinen Raumes, des Punktes. Diese neue Vorstellungskraft löste in mir einen Respekt aus zur Größe der Natur, der Erde und des Universums und dem Entstehen des Ganzen. Es hatte zur Folge, dass mein Respekt gegenüber allem wuchs, was sich auf natürliche Art und Weise erschaffen hatte. Rätselhafter wurde mir die Natur in all seinen Erscheinungsformen dadurch, aber umso wertvoller erachtete ich sie seitdem. Allerdings beraubte mich die Freiheit des Denken meines Glaubens- Schutzraumes, den ich mir bis dahin bewahrt hatte. Wohin mit den Ur- Ängsten? Es war die Zeit, in der ich mich mit Philosophien beschäftigte, Nietsche, Camus und Sartes voran. Es war ein Aufbruch in eine neue, faszinierende, aber ungewisse Welt.Vielleicht ist dieser Befreiungsweg vom Kindheitsglauben irgendwann notwendig, um zu seinen eigenen Wurzeln zu finden. Dabei erscheint es mir unerheblich, welche Glaubensrichtung man einschlägt, wichtig ist es, sich ein eigenes Fundament zu bauen. Spiritualität ist ein Bestandteil jedes Glaubens. Es liegt an uns, einen Teil der übergreifenden, Natur- verwobenen Spiritualität aufzugreifen und ihn in unser Leben zu integrieren.
    Ich betrachte alle Glaubensrichtungen als gleichwertig, egal, ob Christentum, Islam, Hinduismus, Buddismus, Nihilismus oder Atheismus… alle Glaubensrichtungen haben ihre Berechtigung.
    Einzig den Materialismus betrachte ich als ein unschönes menschliches Abfallprodukt, der nichts mit Galuben und Spiritualität zu tun hat.

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