Unsere Freunde aus der Pflanzenwelt

Gundermann – die kleine Pflanze ist im März und April ganz nah – und schmeckt gut zum Salat.

Der traditionelle Kräuterkundigen weiß: „Eine Pflanze ist mehr als nur die Summe der toten Stoffe, die sie enthält. Er sieht die Pflanze als ein Lebewesen, das sich auf recht intelligente Art und Weise jene Stoffe auswählt, welche sie zur Aufrechterhaltung ihres Lebens braucht. Er erlebt die Pflanze als Persönlichkeit, ein Wesen mit langer Geschichte hier auf Erden. Er redet und kommuniziert mit ihr, denn er empfindet, dass sie nicht nur einen Leib hat, sondern auch so etwas wie einen Geist und eine Seele, nur dass diese sich ganz anders ausdrücken als beim Menschen. (Wolf Dieter Storl, Quelle: Spirit online)
http://spirit-online.de/heilkraeuter-und-zauberpflanzen.html

Showing 9 comments
  • Das Kräuterlieschen

    Die Kräuterkunde
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    Möglicherweise hat die Kunde von Kräutern einen langen Bart, so lang, wie auf dem verlinkten urigen Foto zu ersehen. Doch die Bedeutung und Wirkung von Kräutern, insbesondere von Heilkräutern tragen keinen alten Zopf. Die Pflanze ist ein Lebewesen, sie ist nicht ohne Grund da.
    ich bin keine Kräuterspezialistin, ich gehöre nicht zu den Menschen, die unentwegt am Wegesrand Kräuer zupfen, um am Ende eines Spaziergangs mit vollen Händen zurückzukommen, um daraus einen durftenden Kräuterblumenstrauß zusammenzustellen, und doch gewinne ich der medizinischen Wirkung der Heilkräuter und der Wirkung von Kräutern allgemein vieles ab. Kräuter sind wohlschmeckend, wenn man es versteht, ein gutes Menü geschmacklich passend mit Kräutern abzurunden. Kräuter sind wie Blumen unsere täglichen Wegbegleiter am Wegesrand.
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    Haben Sie, liebe LeserInnen, einen Garten? Wenn ja, dann werden Sie Kräuter zu genüge kennen. Was sind Kräuer, was Unkräuter? Gibt es überhaupt „Unkraut“, oder ist das nur eine willkürliche Definition zur Gewissensentlastung beim Unkraut zupfen, übrigens eine höchst Rücken schädigende Tätigeit.
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    Es soll ja Menschen geben, die sich mit Vorliebe jeglicher Arten von Kräutern entledigen und damit Stunden um Stunden zubringen, Menschen, die gerne mit einem englischen Rasen glänzen würden, einem Rasen, der wirkt, wie mit der Nagelschere geschnitten. Wenn diese Menschen nun neben Menschen leben, die Kräuter lieben und ihren Sinn zusprechen, was dann? Ich kann es Ihnen sagen, dann ist der nachbarschaftliche Streit vorprogrammiert. Wie möchte man die Krautlosen mit den Verkräuterten je zusammenbringen? Ich füchte das wird nicht gehen, da stehen ganze Lebensphilosophien zwischen.
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    Einen Kraut- verklärten Gruß
    an alle LeserInnen

  • Bettina Beckröge

    Das nachbarschaftliche Duell der Krautlosen und Verkräuterten, mal ganz anders und mit viel Humor ausgedrückt:
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    Roger Stein – Reihenhausgesicht
    https://youtu.be/7mXEiB38J5E

  • Holdger Platta

    Liebes „Kräuterlieschen“,
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    wie Recht Du doch mit Deiner Kommentierung hast! Vor allem der folgende Absatz hat mir besonders gut gefallen:
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    „Was sind Kräuer, was Unkräuter? Gibt es überhaupt „Unkraut“, oder ist das nur eine willkürliche Definition zur Gewissensentlastung beim Unkraut zupfen, übrigens eine höchst Rücken schädigende Tätigeit.“
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    In der Tat: bestimmte Pflanzen innerhalb der Natur einfach so zu „Unkraut“ zu erklären, ist nicht selten nur anmaßend, willkürlich und doof.
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    Mich hat Dein Kommentar sehr erinnert an ein Gedicht, das ich 1983 -tjajaja, so lange ist das schon her! – in einem Buch mit dem Titel „Das Blaue vom Himmel“ veröffentlicht habe, gemeinsam mit meinem Künstlerkollegen Kurt Weber, der die Grafiken zu diesem Band beisteuerte. Keine Angst: keine PR in eigener Sache, dieser Hinweis bzw. diese Erinnerung, denn das Buch ist seit langem ausverkauft (allerdings gibt’s manchmal noch Exemplare davon zu kaufen im „modernen Antiquariat“, zu einem Schweinegeld oft). Hier also – kostenfrei 😉 – mein lyrischer Kommentar zu Deinem Kommentar, „Kräuterlieschen“:
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    Säuberungsaktion
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    Am Samstag,
    bevor der Besuch kommt,
    befreien sie hinter dem Haus
    auf der Wiese den Steinweg
    mit Küchenmessern, Spachteln und Besen
    von Gänseblümchen, Gräsern und Moos.
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    Endlich ist alles in Ordnung,
    und man sieht,
    wo vorher nur Stein war,
    wieder nur Stein.
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    Mit herzlichen Grüßen an alle Liebhaber sogenannten „Unkrauts“!
    Holdger

  • Bettina Beckröge

    Lieber Holdger!
    Dein Gedicht werde ich mir aufschreiben und an die Wand hängen :).
    Das Kräuterlieschen, Bettina

  • eulenfeder

    gut ausgedrückt in Deinem Gedicht – Lieber Holdger.
    …was ihm keinen Nutzen bringt, das ‚macht‘ er weg, der Mensch.
    Sehr nützlich dagegen sind ihm viereckig gestutze Büsche und ein ‚gepflegter Rasen‘, den zu betreten er dann tunlichst vermeidet, damit er auch gepflegt bleibt.
    Ein Ausdruck einer leeren Seele dann wenn er sich mit seelenloser Natur umgibt und die ‚Ordnung‘ erfreut sein inneres Auge –
    in Reih und Glied steht das Karottenkraut und was sich natürlich eingliedern will – wird ausgemerzt.
    ‚Was sie denn gegen die Ameisen tun könne ‚ – hat eine Frau mal den wunderbaren Storl gefragt, ‚am Besten gar nichts‘ – hat er geantwortet ‚die gehören auch dazu…‘.

  • Bettina Beckröge

    Ein Rasen, der so gehütet und gepflegt wird, dass er infolgedessen nicht mehr betreten werden darf, ist ein Distanz schaffender lebloser Guck-Rasen, auch als Abstandsgrün bezeichnet.
    Französische Barockgärten sind zwar hübsch anzuschauen, dürfen aber nicht gelebt werden. Das gemäßigte Schreiten auf vorgegebenen Wegen ist durch die Form der Geometrie vorgegeben. Kinder spielen? Nicht erlaubt. Rasen betreten? Verboten. Französische Barockgärten schaffen mit ihren Reglements und ihrer streng symmetrischen Geometrie eine Form der Distanz. Ein Park, in dem Kindern nicht spielen dürfen, in dem Menschen nicht ihre Decken zum Verweilen ausbreiten dürfen, in dem ein Jongleur nicht seine Künste zum besten geben darf, ist ein Distanz schaffender Guck-Park.
    Englischen Gärten hingegen, geschwungen und vielfältig in ihrer Anlage mit lauschigen Plätzen und Parkbänken, mit Rasenflächen, die zum Verweilen einladen, schaffen ein Klima der gelebten Aktivität und des Lebens.
    Die Krautlosen verweilen eher im Barockgarten, die Verkrauteten eher in Englischen Gärten, am häufigsten jedoch in der freien Natur.

  • Bettina Beckröge

    Das Krautlose und Verkrautete im Vergleich:
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    1.Die höfischen Anlagen in Versailles- ein Ort des artigen Schreitens,
    ein Ort , der an die Rudimente Ludwig XIV. und an sein damaiges unheilvolles Wirken gegenüber dem Bauernstaat erinnern lässt. (Der Sonnenkönig- LÉtat, c’est moi:
    https://www.pariscityvision.com/en/versailles/gardens-castle
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    2. Der Georgen- Welfengarten in Hannover- ein Ort des Erlebens am Rande des Leibnitz- Universität Hannover:
    http://www.hannover.de/Herrenhausen/Herrenh%C3%A4user-G%C3%A4rten/Georgengarten-Welfengarten/Welfengarten
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    3. Die Bergwälder im Süden von Chile, einem einzigartigen, erhaltungswürdigen Bioreservat mit Restbeständen vom Urwald:
    https://www.greenpeace.de/themen/waelder/bergwaelder-chiles

  • Bettina Beckröge

    Der besinnlich Verkrautete
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    Für den Verkrauteten, der jenseits des hektischen Alltags und modischer Trends einen Ort der Stille mit eigenen Wegen sucht, einen Ort, der die Freiheit des Geistes ausstrahlt, einen Ort, der Kunst und Natur verbindet, für den ist die Museums- Insel Hombroich genau der richtige Ort.
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    http://www.inselhombroich.de/museum-insel-hombroich/museum/

  • heike

    Wer ein Gemüsebeet im Garten hat, weiß, das es ohne Unkrautzupfen auch nicht wirklich zufriedenstellend geht.
    Ist man ein wenig kräuterkundlich bewandert und hat sich entsprechendes Wissen angeeignet, kann man das für das Gemüsebeet eher störende Unkraut nach seiner Entfernung noch seiner Heilwirkungen gemäß nutzen. Queckenwurzelstock (Graminis rhizoma) z.b. bei rheumatischen Beschwerden, Gicht und als harntreibendes Mittel, Löwenzahnwurzeln mit Kraut (Taraxaci radix cum herba) zur Förderung der Gallensekretrion, bei Leberleiden und dyspeptischen Beschwerden usw.
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    Es ist, wie so oft, eine Frage der Definition: statt zu sagen, ich jäte Unkraut, könnte ich auch sagen, ich ernte Heilkräuter.
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    Eigentlich hat jedes Kräutlein und Lebewesen auf dieser Erde seinen Nutzen und seinen Wert. Man muß ihn nur kennen(lernen). Mit Menschen verhält es sich genauso.
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    Und wie meist, sind Unkenntnis und Anmaßung die Ursachen der Zwistigkeiten – in die eine, wie auch in die andere Richtung.

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