Schubert: Fantasie für Klavier vierhändig, f-moll

Eine der schönsten Melodien, die Schubert geschaffen hat – das bei einem Komponisten, den es an genialen Einfällen nicht gebricht. Und gemeint ist hier nur die Eingangsphrase. Die „Fantasie“ durchläuft noch viele weitere fasziniernde musikalische „Welten“ – von der liedhaften Romanze über die leidenschafliche Wallung und das hüpfende Scherzo bis hin zum rational durchkomponierten Fugato. Die in Klaviersonaten üblichen 4 Sätze werden hier gleichsam aneinander geklebt. Schubert schrieb das Werk 1928, in seinem letzten Lebensjahr. Leider war sein Leben so kurz, dass man mehreren Werken sagen kann, sie seien unter dem Schatten von Krankheit und Tod komponiert – auch von Liebeskummer, glaubt man dem Biografen. Man hört es ein bisschen.
Es spielen Dong-hyek Lim und Julius Kim, Koreaner auf einem Video mit koreanischen Untertiteln. Man sieht, wie wenig Nationalitäten zählen, wenn es um die Sprache der Musik geht. Diese innige und ausdruckstarke Interpetationen hat mir von den auf youtube hörbaren Versionen am besten gefallen.
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Comments
  • Christiane

    Wunderbar gespielt von Dong-hyek Lim und Julius Kim.
    Ein Staccato, zwischen Schwermut getragen, einer Bestimmtheit, dem Versuch einer aufkeimenden Freude und zurück zur wurzlenden Nachdenklichkeit der Schwere.
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    Für alle Freunde der klassischen Musik und der Poesie, anbei weitere Inspirationen.
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    Bach-Vivaldi/Concerto for 4 Pianos/MultiPiano Ensemble
    https://youtu.be/7OwQOb6bd1M
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    Beide Stücke im Zusammenhang betrachtet, auf die Poesie übertragen, ergeben für mich folgendes Bild:
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    Der Herbstflor (Schubert: Fantasie für Klavier vierhändig, f-moll)
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    Blätterlos den Herbst gefühlt,
    schmerzverbunden, aufgewühlt.
    Die Hoffnung auf ein Du und Ich
    verliert sich in dem Nebellicht.
    Der Wind trägt alle Hoffnung fort
    zu einem schwarz umflorten Ort.
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    Die Schwere legt sich über’s Land
    wie eine weiße Nebelwand.
    Der Herbst verweht im Blätterwind
    verliert sich in dem inn’ren Kind.
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    Das Sommerblüh’n (Bach-Vivaldi/Concerto for 4 Pianos/MultiPiano Ensemble )
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    Wo Licht und Seele sich durchfluten,
    wo dein Erahnen lässt das Glück vermuten,
    wo Sonnenhimmelmeer zu eins verschmilzt.
    da wärmt dich, was dein Innerstes erfüllt.
    Es ist die Poesie der Liebe auf der Welt
    im uns im Innersten zusammenhält.
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    (Auszug aus meinem Gedicht:
    Die Jahreszeiten im Spiegel von Sein und Vergänglichkeit)

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