Wer arm ist, wird noch ärmer – dafür stirbt er früher

Langsam dringt es ins Bewusstsein der Bevölkerung vor, dass nicht die Einkommensreichen an ihrer Hektik früh sterben, sondern dass Armut plus schlechte Gesundheit plus früher Tod zusammen gehören. Der Armutsbericht schreibt, dass 14 % der Männer mit einem hohen sozialen Status unter einem „mittelmäßigen“ bis „sehr schlechtem“ Gesundheitszustand leiden, dagegen 37 % der Männer mit einem niedrigen sozialen Status (S. 100). Für Frauen spreizen sich diese Werte sogar von 12 % bis 44 %. Diese Spreizung zeigt sich auch bei einer Vielzahl von Krankheiten, von Diabetes über Herzinfarkt bis zu psychischen Krankheiten. Und sie ist auch schon für Kinder als sehr ausgeprägt festzustellen (S. 103). „Arbeitslosigkeit zählt zu den größten Gesundheitsrisiken: Sie macht krank.“ (Quelle: ISW München)
https://isw-muenchen.de/2017/03/wer-arm-ist-wird-noch-aermer-dafuer-stirbt-er-frueher/

Showing 2 comments
  • Volker

    Die Wirkung der Psyche auf die Gesundheit des Körpers – eine längst bekannte Tatsache. Erkrankt die Psyche, besteht ein weitaus höheres Risiko für schwerwiegende körperliche Erkrankungen, die somit auch zu einem frühern Tod führen können. Überspitzt ausgedrückt: Menschen, die sich einer gesellschaftlichen Entfremdung ausgesetz sehen, deren Lebenssinn (oder auch Lebensberechtigung) in Frage gestellt wird, ziehen sich zurück und warten auf das Sterben. Armut reduziert sich somit selbst auf ein verträglich-akzeptiertes Maß staatlicher Sterbehilfe.

    Zu brutal ausgedrückt, fernab jeglicher Realität? Tod durch verweigerte Nahrungsaufnahme, monatlich dokumentiert, über Diagramme und Merkzettel statistischer Mahner, deren höchst löbliche Aufgabe darin besteht, Armut abzuwürdigen und kleinzurechnen, um Armut neu berechnen zu können.

    Sterbe frühzeitig mit Bedacht.

  • j

    mich stört die art wie armut berechnet wird.
    mit 1000.oo € als single bist du arm und mit 1200.oo € schon nicht mehr.
    nach miete, telefon , energie ,auto etc sollten noch 1000.oo€ freibleiben zum leben.
    das ist auch nicht üppig aber es geht.
    wenn man zu zweit lebt sind 50.oo€ am tag schnell weg.
    ab und zu ein cafebesuch , zigaretten und schon sind es nur noch 25.oo €.
    das ist doch nicht übertrieben.
    meine rechnung ist eine person allein braucht 2000.oo € und ein paar ohne kinder 3000.oo im monat.
    l.g. jens

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