Georg Danzer: Große Dinge

Eine Kindheit in den 50ern und 60ern – da hat man noch nichts downgeloadet, gepostet, geliked und geshared. Der Blick eines Buben war nicht auf Bildschirme gerichtet, sondern auf die Gegenstände und Phänomene der Natur, die genug Anregung für Phantasie und Spiel boten. Fast eine Idylle, ein Blick in eine vesunkene Welt, was der große österreichische Liedermacher hier ausbreitet: warmherzig, humorvoll und detailreich. Besonders bemerkenswert: der Kaiserschmarren der Großmutter. (Für Nicht-Österreicher: Kaiserschmarrn – Fetzen aus Pfannkuchenteig, in der Pfanne gebacken, mit Puderzucker und Rosinen).
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Showing 3 comments
  • Robert Borsch-Laaks

    I koa des net mit eirem Alpenslang, aber ich weiß seit den 60ern, was ein Kaiserschmarrn ist. Als „aue Oecher“ (hochdeutsch: Alter Aachener) war ich mit meinem Vater Anfang der 60er als klenge Jong (kloaner Bua) in Walchern (NL), dem nächsten Meerzugang für deutsche Westzipfler, und wir versuchten in unserem selbstgebastelten Wohnwagen das östereichische Nationalgericht herzustellen, was meine Mutter so lecker zubereiten konnte. Aber sie lag im Aachner-Klinikum nach einer Brustkrebs-OP.
    Nun ja, die telefonische Rezeptübermittlung (mit Münzen nicht mit Link aufs Smartphone) war nicht perfekt (oder unsere Kochkünste). So war er mal zu trocken, also noch Milch dazu, dann zu flüssig, also Mehl dazu, oder noch ein Ei? Mir war’s recht zwei Tage Kaiserschmarrn zu essen.
    Meine Mutter erholte sich und ich durfte sie zu Hause in Ihren letzten Lebensjahren bis fast zu ihrem 90. Lebensjahr zu Hause pflegen, bis sie ein letztes Mal ihrem kleinen Jungen über den Kopf strich und in der folgenden Nacht friedlich entschlief. An meinen Vater ist dieser (einzige) Zweierurlaub die stärkste Erinnerung an sein nur 52-jähriges Leben. Er starb zu früh, um mich mit ihm nach meiner Sturm- und Drangzeit versöhnen zu können.
    Heute bin ich glücklich, dass unsere Nachbarn den Rechtspopulisten Wilders in die Schranken gewiesen haben und ich mit den Freunden von Groenlinks aus Maastricht die Menschenkette gegen die belgischen Rissereaktoren vor unserer Haustüre organisieren darf. Für die Europäische Einheit in Vielfalt. Herzliche Grüße, Robert von den 3 Rosen.

  • Bettina

    Nichts geht über den köstlichen Kaiserschmarren! Da steh ich ganz auf Danzers Seite.

  • Bettina

    Lieber Robert,
    das klingt ja nach einem erfüllten Urlaub aus deiner Strum und Drangzeit, von oben bis unten mit Kaiserschmarren gefüllt. Die steife Brise an der Nordsee macht schließlich untentwegt Appetit. Ach, was der gute Danzer (ich habe ihn in meiner Sturm und Drangzeit viel und gern gehört, doch ihn im Leben nicht mit Kaiserschmarren in Verbindung gebracht)so alles wieder aufleben lässt, das spricht für seine qualitätsvolle Musik.
    Sollte ich mal wieder Kaiserschmarren zubereiten wollen, dann werde ich dich anrufen aus einer Münzfernsprechstelle mit ausreichend Kleingeld in der Tasche, um bei dir nach dem Rezept zu fragen, okay? Damit erspare ich mir die Rezeptübermittlung mittels einer technisch höchst komplizierten Verlinkung auf einen „Familienoriginalbenutzer“….
    Nur, wo finde ich heute noch eine Münzfernsprechstelle?
    .
    Wofür ist das IPad eigentlich da?
    https://youtu.be/auobe7vbgnc?list=PLO4n5o88B8UDck727xjZvKhIhF0wANbkx
    .
    🙂
    .
    Herzlichen Gruß,
    Bettina

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