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Bernhard Fricke, Begründer der Münchner Umweltiniative „David gegen Goliath“ hat ein sehr lesenswertes Buch über seinen dornenreichen Weg als Aktivist verfasst. Es ist die Summe seiner bisherigen Erkenntnisse zu Themen wie Atomenergie und Solarwende, Freundschaft mit Tieren und Bäumen, Flüchtlingskrise und Kirchenheuchelei, zu vegetarischer Ernährung und sogar zur Vereinbarkeit von Spiritualität mit politischer Aktion. Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Erhard Eppler, Julia Butterfly-Hill und dem Indianer Sun Bear reichern das Werk mit vielen lebendigen Details an. Ebenso erzählt Fricke über seinen Alltag auf der „Sonnenarche“, einem Hof im Chiemgau, wo er mit dutzenden von Schafen und mehreren anderen Spezies lebt. Ein aufrüttelndes und zutiefst menschliches Buch, das den Weg in eine sonnige Zukunft weisen könnte – würden wir nur Ohren haben, um zu hören. (Auszug aus dem Buch „Rebell für die Erde“, mit freundlicher Erlaubnis des Herbig Verlags)

Die Flüchtlinge werden sich das holen, was wir diesen Menschen in der sogenannten Dritten Welt jahrzehntelang vorenthalten haben: Entwicklungsbedingungen, die ihnen ein würdiges Leben und eine Lebensgestaltung gemäß ihrer Kultur und Tradition in Frieden und Freiheit in ihren eigenen Ländern möglich gemacht hätten. Diese Entwicklung hätte eine weitsichtige Politik der westlichen und östlichen Führungsländer im Sinne einer lange überfälligen Welt-Innenpolitik – eine kreative und zutreffende Wortschöpfung des früheren deutschen Entwicklungshilfeministers Erhard Eppler – nachhaltig und aus reinem Eigeninteresse unterstützen müssen. Stattdessen herrschen in diesen Ländern noch krassere soziale Ungleichheiten als bei uns. Das größte Kapital dieser Länder, ihre Rohstoffe wie Öl, Gas und Holz, werden in einem skandalösen Zusammenspiel von internationalen Konzernen und korrupten einheimischen, sich schamlos bereichernden Eliten an der Masse der Bevölkerung vorbei ausgebeutet.

Bernhard Fricke, Schafe auf der Sonnenarche

Dabei wird zumeist auch noch die Umwelt zerstört, Böden und Wasser vergiftet und die Wälder abgeholzt. Das westliche Wachstums- und Konsummodell hat traditionelle familiäre und arbeitsmäßige Strukturen und Traditionen zerstört und durch allgegenwärtige mediale Reize unerfüllbare Konsumwünsche geweckt. Die steigende Arbeitslosigkeit, vor allem unter jungen Menschen, macht jede sinnvolle Lebensperspektive zunichte. So entsteht eine wachsende Unzufriedenheit, die sich in einer dramatischen Zunahme von Gewalt in allen Lebensbereichen, vor allem aber zwischen Angehörigen unterschiedlicher Ethnien und Religionen, entlädt. Bürgerkriegsähnliche Zustände zerstören angestammte Siedlungsgebiete, Dörfer, ja sogar ganze Städte. Dadurch entstehen Flüchtlingsströme – zuerst im eigenen Land und dann in den Nachbarländern. Für die Menschen, die nach sicheren Lebensbedingungen suchen und diese auch dort nicht finden, gibt es kein Halten mehr: Zusätzlich befeuert durch die medial-illusionären, im Fernsehen und im Internet ständig präsenten westlichen Wohlstandswelten machen sich immer mehr Flüchtlinge auf den Weg zu uns nach Deutschland, in das gelobte Land, wo sie Milch und Honig in Hülle und Fülle erhoffen.

Diese Entwicklung war lange vorhersehbar, ohne dass sinnvolle Gegenmaßnahmen ergriff en wurden. Russland verhindert mit seinem Veto im Weltsicherheitsrat seit Jahren wirksame Sanktionen gegen Syrien, wo das Assad-Regime einen Vernichtungsfeldzug gegen die eigene Bevölkerung führt. Wir haben vor diesen Entwicklungen einfach die Augen verschlossen und sind zur Tagesordnung übergegangen. Jetzt ist die Situation durch die zerstörerischen Bürgerkriege in Syrien und im Irak mit einer derartigen Wucht eskaliert, dass es kein Halten mehr zu geben scheint.

Es hat eine Völkerwanderung bisher unbekannten Ausmaßes eingesetzt, die uns zu überrollen droht. Unser demokratisches und rechtsstaatliches System, vor allem aber die deutsche Bevölkerung, steht mit einem Mal vor ganz neuen Herausforderungen, die eine grundlegende Umorganisation unseres bisherigen Lebens erforderlich machen werden.

Bislang scheinen wir diese Herausforderung angenommen zu haben. Die deutsche Willkommenskultur gegenüber den hilfesuchenden Flüchtlingen hätte keiner für möglich gehalten, und sie hat uns höchste Anerkennung in der Welt gebracht. Angela Merkel hat sich an die Spitze eines politischen Prozesses gesetzt, der Deutschlands Türen weit geöffnet hat; sie hat ihrem Vornamen (Angela = Engel) alle Ehre gemacht. Die Integration der oft sogar gut ausgebildeten Flüchtlinge bietet eine große Chance für unser Land. Sie müssen so schnell wie möglich die deutsche Sprache erlernen und eine Arbeitserlaubnis bekommen, damit sie bald für sich selber sorgen können. Gute Entwicklungen sind möglich, wenn möglichst viele daran mitarbeiten, und somit hat auch ein rechtsradikaler Ruck keine Chancen. Eines steht allerdings fest: Neue Zäune und Mauern werden die Probleme nicht lösen.

(Anmerkung der Redaktion: Bernhard Fricke hat auf seiner „Sonnenarche“ selbst Flüchtlinge aufgenommen und schildert seine Erfahrungen mit ihnen und den deutschen Behörden im Buch ausführlicher)

Bernhard Fricke: Rebell für die Erde: Was Menschen, Tiere, Bäume, Sterne und der Super-GAU mich lehrten, Herbig Verlag, 240 Seiten, 20 Euro, ISBN: 978-3-7766-2779-4

Comments
  • Bettina Beckröge
    Das ist ein Artikel, der mich sehr anspricht. Hätte ich nicht gerade die Lektüre
    „Als Deutschland noch nicht Deutschland war- Reise in die Goethezeit“ am Wickel, dann würde ich mir das Buch von Bernhard Fricke „Rebell für die Erde“ umgehend besorgen. Ich werde es mir kaufen, zu einem späteren Zeitpunkt, und ich freue mich heute schon aufs Lesen von „Rebell für die Erde“.
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    Mich lassen die einleitenden Worte zu dem Buch an das Engagement einer Mitautorin des HdS Kreises erinnern, an Ellen Diederich. Ich habe ein wenig über ihr Leben und Wirken recherchiert und stolperte dabei über einen interessanten Artikel. Es ist ein Artikel, der uns zeigt, wie sehr sich Ellen Diederich Zeit ihres Lebens als Friedensarbeiterin, in der Frauenbewegung, in der Aufklärungs- und Widerstandsbewegung und in der Friedensbewegung engagiert hat.
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    „Weltweit ist die Mehrheit von Frauen und Kindern heute unmittelbar in Gefahr, bedroht oder umgebracht zu werden und zwar,
    – durch DIREKTE, DIE SO GENANNTE PRIVATE GEWALT,
    – durch WAFFENGEWALT IN KRIEGS- UND KRISENGEBIETEN,
    – durch STRUKTURELLE GEWALT der Ökonomie und Umweltzerstörung oder
    – durch STAATLICH LEGITIMIERTE GEWALT“
    (Zitat aus dem verlinkten Artikel über Ellen Diederich)
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    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20132
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    Wie wahr und treffend Ellen Diederichs Schlussfolgerungen sind, wie sehr sie zutreffen in unserer heutigen Zeit. Es gilt heute mehr denn je, diese Kultur des Streitens und sich Engagierens für Frieden und Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten.

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