In Politik (Ausland), Politik (Inland), Wirtschaft

Franco Berardi

Der italienische Philosoph und Medientheoretiker Franco »Bifo« Berardi, geboren 1949, war früher in der Autonomia-Bewegung in Italien aktiv. In seinem Werk befasst er sich hauptsächlich mit der Rolle der Medien und der Informationstechnologie im postindustriellen Kapitalismus. Unter anderem mit Félix Guattari veröffentlichte er Bücher zur Verschränkung von Kommunikation, Psychologie und Ökonomie. Auf Deutsch sind von ihm zuletzt »Der Aufstand. Über Poesie und Finanzwirtschaft« (2015) und »Helden. Über Massenmord und Suizid« (2016). Mit der »Jungle World« sprach er über den Zerfall der EU und die Zukunft Europas. (Quelle: Jungle World)
https://jungle.world/artikel/2017/12/alles-sollte-wieder-politischer-werden

Showing 3 comments
  • Bettina Beckröge
    „Über Poesie und Finanzwirtschaft“, diese Worte und das freundlich, mit wachen Augen dreinblickende Gesicht des Herrn Franco Berardi ließen mich auf diesen aufmerksam werden. Viele Begriffe tun sich mir beim Lesen auf, die ich zum ersten Mal vernommen habe und sich mir erst nach vielem Blättern bei Google mir erschließen.
    Ich gebe zu, ich mag Italien sehr, die ländliche Umgebung der Toskana und der Crete, den italienischen Vino, die beschaulichen Dörfer mit ihren hübschen Plätzen, den freundlichen Dorfbewohnern und italienischen Bars, den Cappucino und die Kultur generell -Sie müssen einmal die Brunelleschi Kuppel von Florenz und die Piazza del Campo di Siena hautnah erlebt haben, dann wissen Sie, wovon ich spreche. Doch habe ich eine Ahnung, wie es politisch in Italien ausschaut? Die Politik ist in den verträumten Dörfern Italiens, wo Beppo noch die Straße kehrt, ganz weit weg.
    Also schlüpfe ich dank dieses Artikels mal für einen Augenblick gedanklich aus dem verträumten italienischen Dorf raus, in die italienische Politik des Sodom und Gomorras :).
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    „Souveränismus“ ist für mich ein neuer Begriff. Ich lasse ihn sacken, und umrunde ihn ganz unvoreingenommen. Er impliziert mir spontan: Souveranität im Sinne von weise-wissend-erhaben: das Mona Lisa Lächeln. Sie lächelt für Europa, oder nicht? Vielleicht hat Mona Lisa derzeit, angesichts der Austeritätspolitik heimlich ihre Mundwinkel nach untern geschoben. Sie ist ja nicht dumm und sicherlich politisch interessiert. Wir sollten mal im Louvre nachschauen und uns vergewissern…
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    Deutschland ist jetzt das demokratischte Land in Europa, lese ich. Nun gut, ich habe keine Ahung, wie es derzeit um die Demokratie in Norwegen, Schweden und Dänemark steht, aber eins weiß ich, Deutschland kann sich Demokratie und einen Sozialstaat derzeit gut finanziell leisten, (letzteres lässt Deutschland mitunter leider nur schemenhaft erkennen, denkt man an die Agenda 2010), weil Deutschland an der EU und der Austeritätspolitik kräftig verdient hat.
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    „Die Rhetorik ‚Volk gegen Elite‘ ist kompletter Unsinn und eine Wiederauflage alter populistischen Mythen. Politisch stellt sie aber eine konkrete Gefahr dar, gerade in Europa..“
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    Mit diesem Zitat aus dem Artikel kann ich viel anfangen. Solange sich diese Divergenzen durch politische Kreise ziehen, wird nichts Gescheites aus unserer Politik. Der Begriff „Elite“ darf nicht als „Wirtschaftselite“ betrachtet werden, sondern als „Elite der Intelligenz und des Fachwissens“: die Universitäten mit all ihren StudentInnen. Da sitzt geballtes Wissen, das sitzt ein gesunder Geist des Aufbegehrens, da sitzt ein Teil unserer Generation von morgen. Geschichtlich gesehen ging der Geist einer Revolution, einer gesellschaftlichen Veränderung immer von den Universitäten aus. Hier sitzt der Geist des Widerstands. Verinzelte linke Kreise täten sehr gut daran, ihre revolutionären Gedanken mit der „Elite“ zu vereinen, sich mit der „Elite“ an einen runden Tisch zu setzen.
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    Kultur kann kämpfen.
    gegen das europäische Establishement von gestern,
    für ein junges, modernes Europa,
    dass sich neu erfindet.
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    Beethoven – Symphony No.9 (10000 Japanese) – Freude schöner Götterfunken
    https://youtu.be/X6s6YKlTpfw
  • Bettina Beckröge
    Bologna- Reform:
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    Der Vorteil von Europa liegt nicht darin bedingt, dass fortan der Klempner aus Polen in Deutschland Dachrinnen und Fallleitungen reparieren kann, ein klassischer Nonsense- Fall der geforderten EU- weiten Ausschreibungen für alle Gebäude des öffentlichen Dienstes, sondern in der grenzüberschreitenden Möglichkeit der Kommunikation und des Kennenlernens, wie über Schulen und Universitäten.
    Die Bologna Reform hat viel Unsinn hervorgebracht, ein europäisch geeichtes Notensystem für SchülerInnen und StudentInnen, es hat indirekt das G8 System in Deutschland in die Wege geleitet und eine Menge Leistungsdruck an Schulen und Universitäten etabliert, aber es hat auch eine neue Form der interdisziplinären Vernetzung hervorgerufen auf europäischer Ebene.
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    Eine Neuinterpretation des Wortes „Bologna- Reform“ im Sinne einer interdisziplinären Vernetzung, im Sinne einer revolutionierenden Veränderung des höfisch- etablierten Europas würde mir sehr gut gefallen.
  • Bettina Beckröge
    Bologna- Reform:
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    Das Digitale in den Schulen dürfen nicht die Pausen sein.
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    Das Digitale lässt sich zu einer verbindenen Kraft vereinen.
    Wo sich die passenden Flügel sich zu einem gemeinsamen Klang vereinen, im Geiste der wahren alten Meister, da entsteht etwas Neues von ungeahntem Ausdruck an grenzüberschreitender Kraft.
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    Kultur kann kämpfen
    grenzüberschreitend,
    in der Idee des Einklangs
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    Bach-Vivaldi/Concerto for 4 Pianos/MultiPiano Ensemble
    https://youtu.be/7OwQOb6bd1M

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