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… und anderes dummes und kluges Zeug. (Holdger Platta)

Will ich den Feind mit Gewalt besiegen, hat der Feind bereits mich besiegt.

Showing 17 comments
  • eulenfeder
    naja – kann ich nicht ganz zustimmen, Lieber Poetätischer Denkmalpfleger.
    einerseit richtig ! – wenn ich gegen Gewalt bin, habe ich schon diesbezüglich ‚verloren‘ wenn ich Gewalt anwende, philosophisch betrachtet.
    andererseits aber:
    Kim Jong Un beseitigen, egal wie – ein ganzes Volk würde endlich aufatmen können, man bedenke unbedingt die willkürlichen Morde dieses Psychopathen und totale Versklavung eines ganzes Volkes. Weg mit ihm – egal wie !!
    Erdogan ! – weg mit dem, und die Türkei würde tief ausatmen wieder.
    Putin ! – egal wie…
    Wahnsinnige, Psychopathen, vorsätzliche Politikverbrecher an der Macht – darunter leidende Bevölkerungen muss man befreien, wäre legitim, man würde weitere Greueltaten, Unterdrückung, Willkür an Bürgern vermeiden.
    Auch in der Vergangenheit ein legitimes, probates Mittel – die Revolution zur Absetzung von Herrschaften, die immens viel Unglück, Unrecht, Unterdrückung verübt hatten.
    Ohne Gewalt geht diese Befreiung nicht. ‚Nichts tun‘ kann ein williges Zulassen sein, ein Unterstützen sogar.
    Im privaten Bereich wird man Gewalt anwenden müssen um sein Leben und das Anderer zu schützen, kommt nur auf eine entsprechende tatsächlich lebensbedrohende Situation an.
    Eine Mutter wird jedes Mittel einsetzen um ihr Kind zu schützen.
    Wenn es möglich wäre Griechenland aus diesen furchtbaren Fesseln zu befreien, mit Gewalt gegen die Verursacher, wäre es legitim und gerechtfertigt.
    Ein Sieg auch in all diesen aufgezählten Fällen.
    Wenn ‚der Feind‘ das Unmoralische, Menschenverachtende, das Verbrechen gegen Menschlichkeit ist – dann ist die Beseitigung mittels Gewalt, Notwehr eben, richtig und in vielen fällen einfach notwendig, ein Sieg darüber.
    Ein ganzes Volk kann sich zu Mittätern machen wenn es nicht handelt.
    Eine freundliche, rein friedliche Bitte um Unterlassung wird nichts bringen.
    Unendlich viel Leid der Vergangenheit – man denke an Hitler – hätte verhindert werden können mittels Gewalt. Widerstandskämpfer können nicht gewaltlos agieren.
  • eulenfeder
    …und wenn ich die einmalige Chance hätte diese Welt mit einem Schlag ( = Gewalt ) von sämtlichem Militär zu befreien – “ I would push that button, Yes I would, not missin‘ a beat ! „
  • Bettina
    Will ich den Feind mit Gewalt besiegen, dann hat er mich besiegt.
    Ich wende Mittel an, die gewltbereite Menschen anwenden, und stelle mich damit auf ihre Stufe. Ein guter Weg der Abwehr ist die friedliche Gewalt.
  • Bettina Beckröge
    Eulenfeder, glaubst du wirklich, was du schreibst? Ich wundere mich nur.
    Gewalt ist nie ein probates Mittel, weil wir uns damit auf die Stufe derer begeben, die wir unsere Feinde nennen.
    Probier es beizeiten mal mit den Formen des friedlichen Widerstands.
    Die Friedenskette in Regenbogenfarben ist ein Symbol dafür.
  • Bruno
    Schon aus der Tatsache „DER LEBENSRAUM ERDE IST BEGRENZT“, bedarf es daraus resultierend eine natürliche innerliche Gewaltbereitschaft. Hinzu kommt die Notwehr.
    Hat nicht jeder das Recht, sein EIGEN LEBEN zu verteidigen?
    Obwohl Massenmörder, wie so manche Führer wie auch Glaubensführer vieler Völker, befreien die Erden doch eigentlich von der größten Gefahr allen Lebens, nämlich den Menschen!
    Das Problem ist eben die Deutung von Recht und Unrecht.
  • Raymund
    Klingt gut und so schön einfach- ist aber reichlich naiv. Man entledigt sich mittels Gewalt eines bösen Menschen und alles ist wieder gut. Dabei gibt es zwei Denkfehler:
    Erstens ist es nicht ein Einzelner, der die anderen unterdrückt, sondern ein System, ein Clan, eine Schicht, eine Klasse. Bedeutet: Wenn ich den einen Kin Jong Un beseitige, gibt es genügend Leute aus der zweiten Reihe, die sofort seine Funktion übernehmen werden. Was ist damit geholfen? Nichts.
    Zweitens: Selbst wenn es z.B. einer gewaltsamen Revolution gelingt, den ganzen Clan davon zu jagen, ist die Frage, was dann kommt. Jemand anders muss die Macht übernehmen. Das sind nach einem gewaltsamen Umsturz in aller Regel die Militärs, weil sie die faktische Macht haben. Und was der Commandante und seine Leute dann mit der Macht machen, kann besser sein, muss es aber nicht. Viele historische Beispiele muss man zumindest konträr diskutieren (z.B. Französische Revolution, Kuba, Eritrea…).
    Deshalb: Ich teile Ihr Gefühl, dass man sich nach einer gewaltsamen Lösung sehnt, aber der kritischen Prüfung hält diese Idee nicht stand.
  • Satierische Menagerie
    Standen die alliierten Bomben 1945 also auf derselben Stufe wie die der Nazis, Bettina?
  • heike
    Die Bombardierungen deutscher Städte kurz vor Kriegsende waren für die Beendigung des Krieges nicht mehr nötig, was den Alliierten bewußt war.
    Ich finde, das reicht als Aussage.
  • Bettina Beckröge
    Berechtigte und gute Frage Satirische Menagerie. Ein absolutes Nein, sie standen natürlich NICHT auf einer Stufe.
    Ich betrachte meine Überzeugung aus einer anderen Sichtweise, aus der Sichtweise der heutigen politischen Situation unter der Bedrohung durch Trump, Erdogan und dem Mordkoreanischen Diktator.
    Gerne kleide ich meine Antwort in eine Gegenfrage :
    Ist eine gewaltsame Antwort auf die vielseitigen Bedrohungen heute noch eine adäquate Antwort? Wenn einer von Ihnen, liebe LeserInnen diese Frage für sich mit ja beantwortet, dann stellen Sie sich bitte umgehend die nächste Frage, wie bewerten Sie den damaligen Angriff der US Armee auf den Irak, die Angriffe auf Afghanistan, den neuesten Angriff durch Donald Trump auf Syrien etc. All diese neueren Entwicklungen sind im Zusammenhang zu betrachten. Wohlmmöglich steht die Türkei nach dem neuesten Abstimmungsergebnis vor einer Präsidialdiktatur. Wer weiß schon, wo die Entwicklung hinführen wird, Unruhen in der Türkei sind zu befürchten und ein Diktator auf Vormarsch an einer geografisch wichtigen Schnittsstelle zum Nahen Osten.
    Ist nun ein gewaltsames Vorgehen gegen all diese vorhersehbaren Übel der Weltpolitik der richtige Weg, im Ermessen des eigenen Gewissens?
    Ich sage :
    .
    Absolut nein! Keine Gewalt setzt Gewalt in Grenzen. Es können und dürfen nur friedliche Wege sein. Es gibt genügend Möglichkeiten des friedlichen Widerstands. Die gilt es auszuloten und anzuwenden.
    Dafür steht die Friedenskette.
  • Bettina Beckröge
    Um es nochmal auf den Punkt zu bringen:
    Unser Feind heißt nicht Russland, unser Feind heißt nicht Afghanistan,
    unser Feind heißt nicht Türkei,
    unser Feind heißt nicht Nordkorea, unser Feind heißt nicht die USA.
    .
    Unser größter Feind heißt Atombombe.
    .
    Unser Feind ist das weltweite Waffenarsenal, mit denen Millionen von unschuldigen Menschen heutzutage umgebracht werden, wie derzeit in Syrien.
    .
    Unsere größte Bedrohung ist eine Verflechtung von Kriegen, an dessen Ende wohlmöglich ein neuer Weltkrieg steht. Unsere größte Bedrohung ist die Atombombe.
    .
    Dem gilt es sich vehement mit all uns zur Verfügung stehenden friedlichen Mitteln entgegenzustemmen.
    Darum kann es nur heißen, Deutschland muss raus aus der Nato, besser heute, als morgen. Das wäre ein erster konsequenter und friedlicher Schritt.
  • heike
    Helmut Preißler
    .
    Der Scheunenbrand von Gardelegen
    .
    Von einem Scheunenbrand weiß ich,
    aus Dokumenten, von Augenzeugen,
    der war fünfundvierzig,
    zwölf Stunden vorm Einmarsch der Alliierten.
    Da brannte die Feldscheune
    bei Gardelegen:
    .
    Bohlen und Bretter auf Backsteinsockel,
    vier Tore, eines weit offen,
    und in der Scheune
    Häftlinge vom Lager Dora“,
    nach langem Hetzmarsch eintausend,
    übrig geblieben von zweitausend.
    .
    hingesunken auf wenig Stroh
    zwei Strohberge neben dem offenen Tor;
    da stand der Schlächter von Dora“,
    Hauptscharführer Bräuning, rauchend,
    warf den Glutrest hinein in das Stroh,
    benzingetränkt,
    und die Glutwelle sprang durch die Tenne.
    .
    Eintausendachtunddreißig Häftlinge
    standen in Flammen,
    drängten zum offenen Tor hin,
    brachen dort nieder,
    zersiebt von Geschossgarben.
    Vor dem einzigen Ausgang
    wuchs aus toten ein Wall.
    .
    Aber inmitten der Scheune
    fanden sich die Genossen,
    bargen im Kreis die Schwächsten der Schwachen,
    zerstampften das Feuer,
    schlugen mit Fetzen der Kleidung
    nieder den Brand,
    und auf stieg das Lied:
    Wacht auf,
    Verdammte dieser Erde!
    .
    Zwei Strophen sangen sie laut
    in das Schießen und Schreien,
    dann machten Handgranaten,
    dass endlich Stöhnen nur war
    und Knistern verlöschender Flammen
    und dann endlich Stille
    und zwanzig Menschen, die lebten,
    umgeben von toten Genossen,
    die sie mit ihren Körpern geschützt hatten
    gegen die Flammen und Schüsse.
    .
    Von zweitausend zwanzig,
    sind sie entkommen,
    nachts in den Wald,
    ehe am Morgen die Schlächter
    Bischoff und Gotthard aus Gardelegen
    hineinstiegen in die Berge aus Asche und Fleisch,
    abzuschießen,
    was Leben noch zeigte.
    .
    Von diesem Scheunenbrand weiß ich.
    Von diesem Massenmord sprechen ich,
    denen:
    In Wolfburg lebt Bischoff, der Schlächter,
    dicht an der Grenze,
    unbehelligt lebt Bräuning,
    die Globke und Lübke leben
    und Thaddeus Schutzstaffeln grölen.
    .
    Ferne verweht
    sind Gesänge der Sterbenden.
    Lebende, macht sie lauter,
    die Stimmen der Toten!
    .
    Wacht auf.
    Befreite dieser Erde,
    eh neu
    man euch in Ketten zwingt!
  • Bettina Beckröge
    Liebe Heike,
    ich gebe dir Recht. Die flächendeckende Zertstörung deutscher Städte zum Ende des 2. Weltkriegs war kein adäquates Mittel, zumal dadurch Millionen von Deutschen, selbst auf der Flucht, ihr Leben verloren. Deutsche Städte wie Dresden, Hamburg und Hannover wurden mehr oder weniger dem Erdboden gleich gemacht.
    Ich dachte bei meinem obigen Kommentar an die Invasion in der Normandie. Durch den zeitgleichen Vormarsch im Osten durch die Russen hat das tatsächlich dazu geführt, dass die Nazidiktatur und mit ihr die SS und SA zusammenbrach (Zweifrontenkrieg).
    Das war ein wichtiger Eingriff, um den grausamen 2. Weltkrieg und mit ihm das die schreckliche Judenverfolgung beenden zu können.
    Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hingegen hätten nie passieren dürfen. Das war eine grausame Volksvernichtung, die nichts als langfristiges Leid und Elend für die Japaner gebracht hat.
  • heike
    Warum habe ich dieses Gedicht als Kommentar gewählt? Weil es die Gräueltaten der Nazis beschreibt – begangen während der gesamten Zeit ihrer Machtausübung und auch noch kurz vor deren Ende.
    Was die Alliierten mit ihren Bombardierungen getan haben, war nicht gut. Aber was die die deutschen Faschisten begangen haben, war um ein Vielfaches furchtbarer. Aus diesem Grunde berührt es mich jedesmal aufs Neue unangenehm, wenn versucht wird, Gruppierungen, Personen, Staaten etc. mit der Nazi-Vergangenheit in einen Topf zu werfen oder sie auf eine Stufe mit den Nazis zu stellen. Ich halte das für falsch. Assad ist kein Nazi und auch kein Faschist, Frau Merkel nicht und Erdogan auch nicht. Alle haben einen anderen Hintergrund und andere Ziele für ihre jeweiligen Taten, die mit denen der Nazis nichts zu tun haben. Man muss sich die Mühe machen und die Dinge differenziert betrachten, wenn man sich dazu äußern will.
  • heike
    Die letzte Strophe des Gedichtes muss man vor dem Hintergrund sehen, dass dieses Gedicht in der DDR geschrieben wurde, die sich genau das zum Ziel gesetzt hatte: die Verdammten dieser Erde zu befreien, d.h. den Arbeitern und Bauern die gleichen Rechte wie den Intellektuellen und Betriebsleitern einzuräumen und zudem ein antifaschistischer und antiimperialistischer Staat zu sein. Leider scheiterte die Gleichberechtigung schon bei der Vergabe der Ferienplätze, Autos und Farbfernseher. Ein weiterer gravierender Fehler war, die Vergabe von Studienplätzen von Parteizugehörigkeit abhängig zu machen. Ich werte dieses Vorgehen mal einen unbeholfenen Versuch, das bereits angeschlagene Schiff durch eine staatstreue Crew nach retten zu wollen – für andere war es das Machtgebaren einer Diktatur. In jedem Falle war es ein Fehler. Gerade ein antikapitalistischer und sozialistischer Staat kann nur solange existieren, wie seine Bewohner ihn wollen und mittragen.
    Wieviele bundesdeutsche Bürger würden das heute wollen?
  • heike
    Das vorrangige Ziel der Bemühungen der Gegenwart sollten m.M. nach liegen in: Erhalt und Ausbau des Sozialsystems unseres Landes, Kontrolle und Eindämmung der Macht des Finanzkapitals und völliger Enthaltung aller kriegsunterstützenden Maßnahmen in der gesamten Welt.
  • heike
    Gandhi hatte die Macht, gewaltlos sein Land von seinen Kolonialherren zu befreien, weil er Anhänger und Unterstützer (gerade auch Journalisten) in der ganzen Welt hatte. Wenn die Macht der Gewaltlosen größer ist, als die der Unterdrücker, dann werden sie diese auch gewaltlos besiegen können.
  • Bruno
    Der Wolf und seine Schafe…
    Die Feinde der Völker sind weniger die Völker selbst, sondern ihre Vertreter!
    Verhängnisvoll nur, das es ohne diese Volksvertreter nicht geht.

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