In Konstantin Wecker, Musikvideo/Podcast

Konstantin Wecker schreibt:
Liebe Freunde,
am Wochenende will die AfD in Köln ihren Parteitag abhalten und mit Freude entnehme ich den Netzwerken, dass sich die KölnerInnen dagegen heftig wehren werden. Bis zu 50000 Demonstrierende werden erwartet!!!
(Das Motto der christlichen Kirchen gefällt mir übrigens besonders gut: „Unser Kreuz hat keine Haken“:)
Mein jüngstes Lied „Den Parolen keine Chance“ haben wir erst vor kurzem im Studio in München aufgenommen. Ich denke es passt gut zu diesem Wochenende in Köln. Werner hat es dankenswerterweise für uns und seinen sehenswerten Liedermacher -YouTube – Kanal https://www.youtube.com/channel/UCGPr_1trYvBU7D6dDeuEK0w bebildert.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=qyaZhNF5_48[/youtube]

Weiteres zum Lied und der komplette Text:

Dass sich in meine Komposition der gute alte Beethoven eingeschlichen hat, hab ich erst kurz nach der Vertonung gemerkt. Beim nochmaligen Durchspielen sagte ich zu Jo, dass mir der Refrain so bekannt vorkäme und dass ich da wohl irgendwas geklaut hätte.Jo sah mich etwas entgeistert an und dann mussten wir beide herzhaft lachen. Ist ja auch nur die unbekannte Neunte….Der Ludwig wirds mir verzeihen, hoffe ich. Er hätte sicher Verständnis für meine Sehnsucht nach einer herrschaftsfreien Welt.

Den Parolen keine Chance
lasst sie nicht ans Tageslicht
lasst sie in den Grüften modern
öffnet ihre Gräber nicht

Volk, Nation und Vaterland
sind ihr krudes Kampfgebrüll
alles was dadurch verbrochen
war doch längst entsorgt im Müll.

Wenn sie jetzt den Menschenfängern
wieder aus den Mäulern sprudeln
lasst sie ungehört verdorren
lasst euch nicht dadurch besudeln.

Kriege mit Millionen Toten
haben sie uns eingebracht
Folter, Mord und Diktaturen –
Siegeszug brutaler Macht.

Nein ich hör nicht auf zu träumen
von der herrschaftsfreien Welt
wo der Menschen Miteinander
unser Sein zusammenhält.

Lasst uns jetzt zusammen stehen
es bleibt nicht mehr so viel Zeit,
lasst uns lieben und besiegen
wir den Hass durch Zärtlichkeit.

Nennt mich gerne einen Spinner,
Utopisten und naiv,
doch ich will nicht akzeptieren
was da aus dem Ruder lief.

Es gibt sicher schön’re Lieder
wohlgefällig ausgedacht
doch ich glaube, hin und wieder
ist ein Aufschrei angebracht.

Ja, ich hab’s schon oft besungen
doch ich wiederhol’ mich gern
damals war das Schreckgespenst
zwar bedrohlich, doch noch fern

aber jetzt sind die Gespenster
wieder mal aus Fleisch und Blut
und es darf nicht mehr erwachen
was in ihnen drohend ruht!

Nein, ich hör nicht auf zu träumen
von der herrschaftsfreien Welt
wo der Menschen Miteinander
unser Sein zusammenhält.

Lasst uns jetzt zusammen stehen
es bleibt nicht mehr so viel Zeit,
lasst uns lieben und besiegen
wir den Hass durch Zärtlichkeit.

Konstantin Wecker

Musik und Text: Konstantin Wecker (mit einem musikalischen Beethoven Zitat)
Video erstellt von Werner @Songs an einem Sommerabend and friends

Showing 6 comments
  • Bettina Beckröge
    Lieber Konstantin,
    das ist ein guter Auftakt für morgen, das macht Mut. Ich werde NICHT auf den Seiten der Antif stehen, sondern auf der Seite der Besonnenen, der Gleichgesinnten, die firedlich, aber bestimmt auftreten. By the way, DIE Gelegenheit hunderte von GriechInnenhilfeflyern zu verteilen. Ich bin sehr froh, dass nach langer Debatte nun diese Demonstration in Köln genehmigt wurde. Schon ab heute abend ist Verkehrschaos rund um Köln angesagt, nur als kleiner Hinweis…Am besten, man nähert sich Köln unauffällig vom Norden, über die A1 :).
    .
    Tja, und nun zu Beethoven, meinem geheimen Lieblingskomponisten, ich bin mir nach wie vor sicher, würde er heute leben, er wäre ein großartiger Jazz- Komponist geworden. Aber so hat er uns etwas unvergleichbares hinterlassen, dem Goethe eindeutig zugestimmt hätte:
    Freude schöner Götterfunken, im Original
    .
    Herzlichen Gruß,
    Bettina
    .
    Beethoven – Symphony No.9 (10000 Japanese)
    Freude schöner Götterfunken
    https://youtu.be/X6s6YKlTpfw
  • heike
    Gut, dass es diese Lieder gibt, schade, dass sie nötig sind.
    Wie können Menschen nur soviel Hass in sich aufbauen, dass sie anderen Menschen bewusst und bösartig schaden, sie drangsalieren (wie z.B. diese vier Männer, die als selbsternannte Bürgerwehr in Arnsdorf im Mai letzten Jahres einen irakischen Flüchtling an einen Baum fesselten).
    Mit schönen Worten wollen sie alle ihre Taten erklären und verharmlosen. Woher kommt dieser Hass, diese aufgestaute Gewalt, die nur auf einen Anlass lauert, um zum Ausbruch zu kommen…und wenn weit und breit kein Anlass zu sehen ist, einen provoziert.
    Ich habe mal erlebt, wie in einem Stadtbad vier jugendliche Flüchtlinge von allen Seiten gemieden wurden. Sie schwammen, wie in einer isolierten Blase, waren etwas verlegen und linkisch und kicherten unbeholfen. Die Luft war angespannt und ich glaube, einer von ihnen hätte nur einen Satz zu einem Mädchen sagen müssen, dann hätten sich gleich ein paar mutige deutsche Helden gefunden, um dieses vor einer Vergewaltigung zu retten und die Jungs in Grund und Boden zu prügeln. Dann kamen ein paar deutsche Freunde der vier und die Stimmung kippte augenbli klich, entspannte sich, wurde fröhlich. Das waren die Willkommenshelfer – gut, dass es sie gab und gibt. Gutherzige und großzügige Menschen können unheimlich viel bewegen.
  • Anna
    Der von mir verehrte Egon W. Kreutzer äußert sich klug und besonnen zu dem großartigen, hochdemokratischen und erwartbar gewaltfreien Ereignis.Ein Hoch auf so gelebte Demokratie!

    http://www.egon-w-kreutzer.de/004/tk170421.html

    Danke, Herr Kreutzer!

  • heike
    Und ich liebe Europa – vereint in Vielfalt (wie vor kurzem hier bei einem Kommentator auf diesen Seiten zu lesen war).
    Hiermit verabschiede ich mich von diesen Seiten und gehe erst mal wieder eigene Wege.
    Lieber Konstantin – vielen Dank und alles Gute. Lieber Roland, Monika und Holdger – vielen Dank und alles Gute.
    Danke für die gemeinsame Zeit.
    Herzliche Grüße,
    Heike
  • eulenfeder
    Der Rechtsruck wird auf der Strasse beendet !
    antifa schon heute im Blockade-Training,
    blockieren wird den nötigen Protest gegen die Nazis –
    man staune oder auch nicht mehr: die Staatsgewalt.
  • eulenfeder
    interessant dabei die Einschüchterungsversuche Seitens der Polizei, gegen die Demonstranten gerichtet: ‚auch wer friedlich demonstriert kann sich strafbar machen, u.s.w.- da haben wir es wieder, das Machtmonopol, damit auch das Gewaltmonopol eines Herrschaftssystems.
    http://www.radioerft.de/erft/re/1430651/news/rhein-erft-kreis

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