Der besondere Hinweis:

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«Bedenken second» – Die gelähmte Republik

„Jamaika“ ist gescheitert, Rechte und Rechtsliberale treiben Deutschland vor sich her und mögliche linke Alternativen sind entweder geschwächt oder nicht wirklich links. Nicht nur bestimmt ein schnöseliger Marktradikaler mittlerweile fast allein darüber, ob in Deutschland eine Regierung gebildet werden kann oder nicht; auch die AfD hat als mächtige Akteurin im Hintergrund maßgeblich dazu beigetragen, dass das Land an den Rand der Unregierbarkeit gekommen ist. Nicht alle reden in letzte Zeit rechts, aber alle reden nur noch über rechte Themen. Das rächt sich jetzt, weil z.B. der Familiennachzug – eigentlich eine Frage schlichter Menschlichkeit – zum Knackpunkt hochstilisiert werden konnte, der über Leben oder Tod einer Koalition entscheidet. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Links – Mitte – Rechts

Perspektivität und politische Orientierung Immer wieder einmal hören wir, die alte Unterscheidung zwischen Links und Rechts sei nicht mehr geeignet, unsere politische Realität abzubilden. Das klingt mitunter nach politischer Beliebkeit oder nach relativierender Verharmlosung von Rechtsradikalismus. Wir haben auf „Hinter den Schlagzeilen“ deutlich zum Ausdruck gebracht, dass wir nicht alle politischen Richtungen gleich gut (oder schlecht) finden. Dennoch ist es sinnvoll, bestimmte politische Positionierungen noch einmal von Grund auf zu durchdenken und eher schematische, traditionelle Zuordnungen in Frage zu stellen. Um welche Werte geht es Menschen wirklich? Wo in der politischen Landschaft sind sie zu verorten? Sollte man Kompromisse schließen oder sich auf eines der Extreme versteifen? Welche Positionen weisen in die Zukunft, wo muss man ggf. aber auch auf Realitäten der Gegenwart Rücksicht nehmen? Der Autor durchleuchtet politische Standortbestimmungen aus integraler Perspektive. (Michael Habecker) (mehr …)

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Paradise Papers: Wir werden komplett verarscht!

Während die in Steueroasen leben, bleibt uns die Wüste drumrum

Entschuldigen Sie bitte vielmals die deutlichen Worte aber wir sie sind notwendig. Der Aufschrei nach der Veröffentlichung der Paradise Papiers war groß, gefolgt von… nichts. Ja, genau nichts ist passiert. Die nächste Bombe ist geplatzt und es passt zur fortschreitenden Demaskierung der globalen Eliten und wir sehen keine Demonstrationen oder Konsequenzen. Heute hat man das Gefühl, dass nur Dumme noch Steuern bezahlen. Da wir uns jedoch nicht als dumm bezeichnen würden, sind wir sauer – mächtig sauer. Wie kann es sein, dass internationale Großkonzerne und Superreiche nach wie vor oftmals kaum oder keinerlei Steuern bezahlen, während unsereins gnadenlos abkassiert wird. Sollten wir jedoch einmal auf die Idee kommen, keine Steuern zu bezahlen oder eine Steuererklärung auch nur zu spät abgeben, dann werden wir sehr zügig die Knute des Gesetzgebers spüren. Völlig anders ist der Sachverhalt für Superreiche und internationale Großkonzerne dieser Welt. Diese haben ganz andere völlig legale Möglichkeiten als wir, sich im ganz großen Stil ihrer Steuerpflicht zu entziehen. (Matthias Weik und Marc Friedrich) (mehr …)

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Alexanders CD-Tipp der Woche: ASP – Zutiefst

Die (wie sie sich selbst nennt) Gothic Novel Rockband ASP wurde 1999 in Frankfurt am Main von Alexander „Asp“ Spreng gegründet. Aufsehen erregte die Gruppe schon mit ihren ersten fünf Alben, einem Zyklus um einen Schwarzen Schmetterling. Konstantin Weckers Umfeld wurde erstmals 2007 auf ASP aufmerksam, mit deren Coverversion von „Sage nein“. Bei einer der beiden Neuaufnahmen genau dieses Liedes für Konstantins Doppel CD „Poesie und Widerstand“ 2017 schließlich wirkte „Asp“ Spreng neben Conchita Wurst, Cetin Oraner und Pippo Pollina als Gastsänger mit. „Zutiefst“ ist das elfte ASP Studioalbum. Es erschien im Oktober 2017 bei Gothic Novel Rock Records / Trisol Music. Eine spezielle Limited Edition Ausgabe hält dazu ein künstlerisch ambitioniertes Buch im LP Format bereit, mit dunklen, unheimlichen, durchaus suggestiven Malereien, und mit den Liedtexten (Musik und Texte stammen durchgehend von „Asp“ Spreng selbst). Legt man die CD in den Player und lässt sich mit dem ersten Titel in sie hineinfallen, … (Alexander Kinsky)

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Griechenland
braucht unsere
Hilfe!

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Das Grinsen eines Monsters in einem Horrorfilm

94. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ „Das Gefühl, die menschliche Würde nicht zu verlieren, während in Mülltonnen nach Essbarem gesucht werden muss, ist wahrscheinlich das Schwierigste.“ So schreibt unser „Außenhelfer“ Tassos Chatzatoglou über ein Schicksal, von dem – mit Abstufungen – mittlerweile 25 Prozent der GriechInnen betroffen sind: existenzbedrohende Armut. Da verwundert es nicht, dass sich die Erfüllungsgehilfen einer derart rigiden und menschlichkeitsbereinigten Politik – die Ex-Idealisten von „Syriza“ – derzeit in Wählergunst im freien Fall befinden. Tragisch nur: auf das Versagen dieser Kopien eines radikalen Neoliberalismus reagieren viele GriechInnen mit dem Ruf nach dem Original: der konservativen „Nea Demokratia“, die derzeit in Umfragen führt. Selbst eine Machtergreifung der faschistischen „Morgenröte“-Partei scheint nicht mehr undenkbar – nicht erfreulich, aber nachvollziehbar in einem Land, in dem viele das Gefühl haben, sie hätten nichts mehr zu verlieren… (Holdger Platta) (mehr …)

Soll das auch noch die Schuld unserer Väter sein?
Hier geht’s nur noch um unser Versagen.
Wir haben blind und ganz allein
unsere Freiheit begraben.
(Konstantin Wecker)

Hinter den
Schlagzeilen
Klassiker

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Jenseits von Ursache und Wirkung

Rembrandt: Der verlorene Sohn, Ausschnitt

„Du wirst es schon verdient“ haben, bekamen Schüler in gröberen Zeiten von ihren Eltern zu hören, wenn sie davon berichteten, dass ihr Lehrer sie geschlagen habe. Das Wörtchen „weil“ versieht oft jede noch so willkürliche Grausamkeit mit einem scheinbar guten Grund. Überhaupt ist es ein Kreuz mit der Kausalität, weil sie unseren Blick verengt, unseren Blick auf „Schuld“ und Vergangenheit lenkt, statt auf Potenziale und Zukunft. Dabei gibt es geistige Haltungen, die aus dieser rigiden „Weil“-Fixierung herausführen können. Eine davon ist unter dem Namen „Gnade“ bekannt. Enge Ordnungen behaupten einen unaufhebbaren Automatismus von Ursache und Wirkung, von Tat und Strafe. Weite Ordnungen heben diesen Automatismus auf – aus der Vollmacht einer höheren geistigen Freiheit. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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