Besser noch Putin verstehen als diese Kriegstreibermentalität!

 In FEATURED, Konstantin Wecker, Politik

Beck Bennet und Alec Baldwin als Trump und Putin in „Saturday Night Live“

Man muss jemanden nicht unbedingt mögen, um strikt davor zu warnen, gegen ihn in den Krieg zu ziehen. Wladimir Putin ist – wie andere Vertreter seines virilen Menschentyps – sicher kein besonders angenehmer Mensch. Deswegen einen Krieg mit Millionen unschuldigen Opfern auf beiden Seiten zu riskieren, wäre jedoch Wahnsinn. Der hierzulande unbeliebte Oberkörper-Entblößer und Syrien-Krieger hält nicht minder schlimmen westlichen Machos lediglich den Spiegel vor. Statt sich auf ein Testosteron-Wettrüsten einzulassen, plädiert Konstantin Wecker für mehr Weiblichkeit und Zärtlichkeit in der Politik. (Konstantin Wecker)

 Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
 
bin ich ein „Putinversteher“, weil ich dieses ekelhafte Kriegsgeplänkel und die verbale Aufrüstung gegen den ach so gut bekannten Feind Russland nicht mehr ertragen kann? Weil ich es für brandgefährlich halte? Weil mir unbegreiflich ist, wie JournalistInnen diese so durchschaubare Hetze zum Zwecke der NATO-Aufrüstung mittragen können? Wie glauben sie sich aus einem Krieg retten zu können? Oder geht es ihnen wie den Abermillionen Kriegsbegeisterten vor dem Ersten Weltkrieg? Sterben fürs Vaterland oder – wie man heutzutage sagen müsste – „Sterben für die reichen Profiteure“?
 
Alle Kriege beginnen mit Lügen. Allen Kriegen geht ein menschenverachtender Fanatismus voran. Immer fühlt sich jemand gerechter, besser, moralisch überlegen. Immer auch braucht man einen Feind und vergisst dabei, dass es nicht um einen abstrakten Gegner – etwas eine Nation oder Religion – sondern um Millionen von einzelnen Menschen geht. Menschen, die in Frieden leben wollen, wenn man sie nicht anstachelt, aufhetzt, verblendet, verunsichert und mit ideologischen Brandsätzen bestückt.
 
Bin ich ein „Putinversteher“? Wie könnte ich diesen unreifen Patriarchen mögen oder gar bewundern?
 
Manchmal habe ich das Gefühl, hier ist weltweit ein hoffentlich letztes Aufbäumen des Patriarchats zu beobachten: Trump, Putin, Orban, Strache, Erdogan, Frau von Storch – ja auch sie, obwohl weiblichen Geschlechts eine glühende Unterstützerin des Patriarchats – und wie sie alle noch heißen mögen. Geert Wilders, Marine Le Pen, Kim Yong-un, Berlusconi – die Liste ist leider schier endlos. Alles kleine Männchen mit großem Machttrieb, ohne innere Würde, ohne sich dem Ganzen, den Menschen, den Tieren, den Winden und Pflanzen, dem Universum vereint zu wissen. Machthaber, machtgeile Pubertierende, mit denen sich kein vernünftiger und empathischer Mensch gerne auch nur auf eine Tasse Kaffee zusammensetzen würde, weil man die Selbstbeweihräucherung und Überheblichkeit nicht ertragen würde. Weil es langweilig wäre, mit jemandem zu quatschen, der nur Phrasen drischt und sein unreifes Wesen, seine dumpfe Sprachlosigkeit als Heilmittel per Dekret der Welt aufzuzwingen sucht. Diese Großmannssucht, mit der man nur vertuschen will, wie klein man sich tief drinnen fühlt. Diese laut donnernde Selbstgewissheit, die nur die leisen Stimmen zu übertönen sucht, die einem zuflüstern, wie sehr man sich verirrt hat. 
 
Es wird Zeit, das Weibliche bei sich zuzulassen, als Mann wie als Frau. Das Verbindende anstelle des Trennenden zu suchen, das Zärtliche anstelle der Härte, das Spirituelle anstelle des Materiellen.
 
All das, was ich mir erhoffe, wird jedoch ganz bestimmt nicht mit einem Krieg gegen Russland erreicht werden.
 
Ich ergreife hier das Wort, nicht weil ich Putin verteidigen möchte, sondern weil ich die Gewaltlosigkeit verteidige gegen das Kriegerische.
 
Die Poesie gegen die Sprachlosigkeit.
Bitte beachten Sie auch die Veranstaltung „30 Jahre Gesellschaft Kultur des Friedens (GFK) in Tübingen mit Mikis Theodorakis und Konstantin Wecker. Link zum Artikel hier.

Anzeige von 25 kommentaren
  • Helene (Hella) Holschbach
    Antworten
    Wie recht Sie haben, lieber Konstantin. Vor etwa 3 Jahren hatten wir bei uns Herrn Peter Hahne als Referenten auf unserem Landfrauentag. Wie gut kann ich mich noch an einige Seiner Sätze erinnern. Z. B.  wir bräuchten keine Richter,  Gerichte und Gefängnisse wenn wir uns an die alten 10 Sätze halten würden. Oder, was seine Oma immer sagte,  „das gehört sich nicht“.

    Wir sind die erste Generation in Europa die ohne Kriege aufwachsen dürfte, ich bete dafür dass es auch weiterhin so bleibt. Leider müssen wir erleben wie es auf der ganzen Welt unruhig wird und es macht mir Angst. Ich ermutige sie weiterzumachen, Menschen wie Sie, lieber Konstantin, braucht unsere Welt.

  • Ursula Sundermann Czepan
    Antworten

    Ja. Da kann ich nur voll und gsnz zustimmen, lieber Konstantin Wecker. So sehe ich die Machtmenschen in unserer Zeit auch: Als überhebliche Anbeter ihrer Selbst. 

    Danke fürs Mutmachen!

    • Sofie Lehmann
      Antworten
      Falsche Samariter

      Wenn Militärs

      im Krieg

      Samariter

      spielen wollen,

      zum Wohle des Volkes,

      dann vernichten sie Menschen.

      ©by Sofie Lehmann, Königswinter, 2016-2018

  • Achim
    Antworten
    Wenn ich mich umschaue, dann fehlt mir oft der Glaube, dass solche Gedanken jemals auf fruchtbaren Boden fallen könnten. Recht modern ist wohl ein supercooles, leicht aggressives Männerbild und auch, dass manche moderne Frauen, mindestens sprachlich mitmischen, wenn sie nicht zufällig ein braver traditioneller Mädchentyp sind, die sich tendenziell aus allem raushalten. Oft sind diese Menschen in „lackierten Kampfhunden“ unterwegs.

    kann man sich noch wundern, wohin die Reise geht, bevor es zu spät ist?

  • Volker
    Antworten

    Ich ergreife hier das Wort, nicht weil ich Putin verteidigen möchte, sondern weil ich die Gewaltlosigkeit verteidige gegen das Kriegerische.

    Warum nicht offen und ehrlich sagen: „Danke Herr Putin, dass Sie Schlimmeres vermeiden möchten.“ (?)

  • Der ewige Cis-Patriarch
    Antworten
    Selten eine derartig schlechte Kategorisierung in Männlich und Weiblich gelesen. Obwohl scheinbar unabhängig vom Geschlecht, soll „männlich“ für Kriegstreiberei, Zerstörung und Aggression stehen, „weiblich“ hingegen für Zärtlichkeit, Frieden und Verständnis. Da frage ich mich, worauf diese Kategorisierung basiert? Am Geschlecht selber kann es ja kaum liegen, wie im Text ja offensichtlich zugegeben wird. Aber klar, einen gemeinsamen Feind zu haben, wie das ominöse Patriarchat, macht es natürlich einfacher, für komplexe Probleme stets eine Lösung parat zu haben. „Das Männliche muss abgeschafft werden, denn es ist böse, das Weibliche hingegen gefördert, denn es ist gut. Dann lösen sich die Probleme bestimmt ganz von selber, schließlich können Frauen nur Schaden anrichten, wenn sie durch Männer beeinflusst werden.“ Ich kann euch jetzt schon versichern, etwas ganz anderes wird eintreten. Auf die selbe Art und Weise hat Clinton Wahlkampf gemacht: Wählt mich weil ich eine Frau bin, schließlich ist weiblich gut und dann lösen sich unsere Probleme schon. Glücklicherweise haben ihr das über die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung nicht abgekauft. Darunter auch viele Frauen, die noch ein wenig Resthirn und die Fähigkeit eigenständig zu denken besitzen.

     

    Fangt an die Probleme der Welt ohne eure Filterbrille zu beobachten, anstatt einfach nur einen Schuldigen zu suchen.

    • Polygraph
      Antworten

      Der ewige Cis-Patriarch:

      … schlechte Kategorisierung in Männlich und Weiblich … Obwohl scheinbar unabhängig vom Geschlecht, soll „männlich“ für Kriegstreiberei, Zerstörung und Aggression stehen, „weiblich“ hingegen für Zärtlichkeit, Frieden und Verständnis. Da frage ich mich, worauf diese Kategorisierung basiert? …

      Meine Rede seit Jahren! Genau diese Frage sollten sich m.E. alle stellen, die immer noch an solchen Klischees festhalten. Klischees, die – geht man mit offenen Augen und vorurteilsfreiem Verstand durch die Welt – durch tagtäglich beobachtbare Gegenbeispiele, sich selbst ad absurdum führen.

       

      Nur kann man niemanden zu einer Einsicht zwingen. Wer Feidbilder braucht, wird sie immer auch finden und immerhin dürfte der Geschlechterkrieg – wenn auch oft nur subtil – wohl der hartnäckigste und durchgängigste in der Menschheitsgeschichte sein. Geistige Überzeugungen werden anerzogen und vererbt, egal wie unsinnig sie sind. Und auch egal, was die neuere Forschung dazu zu sagen hat, z.B. bei Quarks – „Junge oder Mädchen“:

      https://www.youtube.com/watch?v=3yHyfw1xRpY

       

  • eulenfeder
    Antworten
    Patriarchat bedeutet nicht „Männerherrschaft“, sondern „Vaterherrschaft“; das ist ein Unterschied. Vaterherrschaft ist auch nicht das Gegenteil von Matriarchat.

     Matriarchat ist weder Frauenherrschaft, noch eine Kultur oder Gesellschaft in deren Mittelpunkt Frauen oder Mütter stehen.

    Das ‚arche‘ kommt in beiden Begriffen vor, steht für ‚leiten, führen, herrschen‘, ‚der Erste sein ‚.

    Verwirrend beide Begriffe, auch weil politisch und religiös mißbraucht.

    Nun – ‚der Mensch‘ in seiner ‚Genesis‘ ( unreligiös betrachtet ), ist und wird immer von Mutter und Vater geprägt sein. Weder Vater, noch Mutter sind genetisch kriegerisch, beide eher genetisch fürsorglich.

    ‚Patr….‘ und ‚Matr….‘ gehören zusammen, Vater und Mutter also, eigentlich.

    Aber ist schon klar, Was Konstantin Wecker hier ausdrücken will: Keine einseitige Unterstützung EINES Agressors.

    Damit tappt man aber quasi ‚automatisch‘ in eine Falle, die Gegenposition zu ‚Westlichen Machtansprüchen‘ ist dann ein gewisses ( zumindest ) Eintreten für die konkurrierende Macht, als vermeintlich ‚kleineres Übel‘.

    Ein ‚Versteher‘ der einen oder anderen kriegerischen Macht führt zu unüberbrückbaren Haltungen, wie gehabt in der gesamten Geschichte. ‚Versteher‘ in diesem Zusammenhang auch ein völlig irrationaler oder unsinniger Begriff.

    Es muss also – will man Kriege verhindern – Krieg an sich als die schlechteste Lösung von Überzeugungs- und Glaubensauseinandersetzungen verstanden werden.

    Ergo müsste man sich zu Kriegswilligkeiten völlig neutral verhalten, solche insgesamt ablehnen und insgesamt nicht unterstützen, weder noch.

    Aber: Politische Macht- und Glaubenskonstrukte in Herrschaftsformen lassen die Friedenswilligkeit der Beherrschten nicht zu – weder Vater, noch Mutter haben ein  Interesse an Krieg, es sind immer die übergeordneten Mächte in politischen und religiösen Machtstrukturen und Hirarchien, wobei die Glaubenskriege die ältere Form sind.

    Nunja – all diese Betrachtungen helfen nicht, nicht wahr ? – betrachtet man derzeitige Kriegslüsternheit aus Machtansprüchen.

    Sich auf die Seite der Unterdrückten stellen – würde zwangsläufig bedeuten, gegen jede Herrschaftsform sein zu müssen – also für Anarchie statt Hierarchie, so weit und tiefgehend wie möglich. Gleichberechtigung !

    Die Befehlsverweigerung der Beherrschten ! – vor allem die Verweigerung für übergeordnete Mächte zu kämpfen, politisch und religiös – Unterdrückten beiszustehen soll nicht vermieden werden, müsste der Mensch ja sein Menschsein aufgeben, jedoch sollten kriegerische Mittel dabei keine Anwendung finden.

    Tja – weit entfernt ist er noch, Der Mensch – von seiner Empathie…

    Jedenfalls hift es ihm nicht, wenn er momentan vielleicht ‚gefühls- oder überzeugungsmäßig‘ sich eher auf die Seite eines der Kriegstreiber stellt, Kriegstreiber und Kriegsgewinnler sind sie Alle.

    Befehlsverweigerung !!

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    • eulenfeder
      Antworten
      …und so ist die Überschrift des Artikels  nicht gut –

      “ Besser keinen der Kriegstreiber verstehen ( wollen ) – wäre die bessere Überschrift.

       

    • Polygraph
      Antworten

      Euli: 

      … Patriarchat bedeutet nicht „Männerherrschaft“, sondern „Vaterherrschaft“; das ist ein Unterschied. Vaterherrschaft ist auch nicht das Gegenteil von Matriarchat. Matriarchat ist weder Frauenherrschaft, noch eine Kultur oder Gesellschaft in deren Mittelpunkt Frauen oder Mütter stehen.

      Das ‚arche‘ kommt in beiden Begriffen vor, steht für ‚leiten, führen, herrschen‘, ‚der Erste sein …

      Mag sein, dass du mit deinen Definitionen richtig liegst, aber irgendwie finde ich das ein wenig verwirrend. Verwirrendes animiert mich aber immer dazu, klar sehen zu wollen, was ich üblicherweise durch Sortierung erreiche. Hier also mein Versuch einer Klarsicht durch ethymologische Sortierung:

       

      Wortbestandteile:

      1(a). -archie: gr. archein = vorangehen, führen, herrschen

      1(b). -kratie: gr. kratein = herrschen; von gr. kratos = Kraft, Macht

       

      2. Patri-: gr. pater = Vater

      3. Matri-: lat. mater = Mutter

      4. Andro-: gr. andros = Mann

      5. Gynaiko-: gr. gyne = Weib, resp. Frau

      6. An-: gr. verneinendes Präfix = ohne

      7. Mon-: gr. monos = allein

      8. Demo-: gr. demos = Volk

      9. Pluto-: gr. plutos = Reichtum

      10. Libero-: lat. liberi = Kinder

       

      1(a) und 1(b) meint quasi dasselbe mit unterschiedl. Vokabeln. Der Einfachheit halber entscheide ich mich für:  Herrschaft. Dem entsprechend ergeben sich folgende Kombinationen:

       

      Anarchie = Kombi aus 1 + 6 = Ohne Herrschaft (–> Diktatur des Dschungel-Stärksten?)

       

      Monarchie = Kombi aus 1 + 7 = Herrschaft einer/s Einzelnen (syn. für Autokratie, bzw. Diktatur?)

       

      Patriarchat = Kombi aus 1 + 2 = Herrschaft der Väter

       

      Matriarchat = Kombi aus 1 + 3 = Herrschaft der Mütter

       

      Androkratie = Kombi aus 1 + 4 = Herrschaft der Männer

       

      Gynaikokratie = Kombi aus 1 + 5 = Herrschaft der Frauen

       

      Demokratie = Kombi aus 1 + 8 = Herrschaft des Volkes

       

      Plutokratie = Kombi aus 1 + 9 = Herrschaft der Reichen

       

      Und zum Schluss eine reingemogelte Eigenkreation *grins*:

       

      Liberokratie = Kombi aus 1 + 10 = Herrschaft der Kinder

       

      So! – vllt. kann das ein bisschen mehr zu begrifflicher Klarheit und auch zu unmissverständlicherer Kommunikation beitragen. 😉 – Ausserdem könnt‘ man sich evtl. auch klarer werden, wo ein erstrebenswerteres Ziel liegt, wenn man mit der aktuellen Herrschaftsform unzufrieden ist.

  • Doose
    Antworten
    Die aggressive Welt- und Wirtschaftspolitik der USA mit all den vielen Kriegen nebst Millionen getöteter Menschen ist ja bekannt; unermessliches Leid hat die Raffgier der ehemaligen Befreier von der Nazidiktatur über die Welt gebracht.

    Um Putin, dessen Land umzingelt ist von den gefährlichsten Waffen der Amerikaner und der NATO, zu verstehen, sollte man 1. nicht auf die plumpe Kriegspropaganda des Westens reinfallen, 2. sich nicht von irgendwelchen Selbstdarstellungen im Rahmen von Imagepflege zu weiterreichenden Bewertungen verleiten  lassen, sondern sich mal die Putin-Interviews von Oliver Stone anschauen. Danach hat man mehr Informationen, um sich ein Bild von Herrn Putin und seinen Beweggründen zu machen. Und die Argumente, die er von sich gibt, zeigen einen besonnenen, nachdenklichen und friedfertigen Machtpolitiker, der in erster Linie am Aufbau seines Heimatlandes interessiert ist.

  • Piranha
    Antworten
    Es geht nicht um „böse“ Männer und „gute“ Frauen.

    M. E. geht es um das Prinzip weiblich-männlich.

    Die uns umgebende Natur und der Mensch selbst weist immer das sowohl männliche Prinzip, wie auch das weibliche Prinzip auf.

    Der Mensch hat sowohl weibliche, als auch männliche Hormone, sog. Steroidhormone. Das besondere der weiblichen Hormone ist die Dynamik; bspw. werden die Sinnesorgane von diesen aktiviert. Das besondere der männlichen Hormone ist die Statik; bspw. „am Boden“ zu bleiben in Stresssituationen.

    Parallele im Nervensystem: der Sympathikus (weibliches Prinzip) dynamisiert, der Parasympathikus (männliches Prinzip) statifiziert. Und so braucht jeder Mensch – ob Mann, ob Frau – beides: z.B. würde in überdynamischen Stresssituationen der Körper ziemlich schnell schlapp machen 😉

    Jeder Mensch hat in sich weibliche und männliche Anteile (Anima und Animus, wie C.G. Jung es nannte), die in Geist, Seele und Körper wirksam sind. Wie sie wirksam werden, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. U.a. das Unterbewußte entscheidet darüber, welche Anteile zur Wirkung kommen und wann sie es dürfen.

    „Es wird Zeit, das Weibliche bei sich zuzulassen, als Mann wie als Frau“

    so wird von KW eher nicht der „böse“ Mann und die „gute“ Frau gemeint, nicht wahr?

     

    • Polygraph
      Antworten
      @ Piranha:

       

      Hoppala! 🙂 … die Grundidee, sich auf männl. bzw. weibl. Prizip (!) zu konzentrieren, halte ich erst mal für verständlich. Bin aber nicht ein-verstanden, denn: Allein die Worte „männlich“ und „weiblich“ lösen in unserem Gehirn Assoziationen und Bilder aus, die über Jahrtausende durch die tradierte (eigentl. religiöse) Sichtweise geprägt sind. Ich möchte behaupten: Für die absolute Mehrheit der Menschen ist es schier unmöglich, sich davon zu lösen.

       

      Allein die Verwendung der Begriffe „männl./weibl.“ sabotieren schon eine neutrale Sichtweise, die aber unbedingte  Voraussetzung (!) für einen möglichst objektiven Blick ist. Mein Vorschlag: Stellen wir diese Vokabeln – bis sie wirklich nützlich sind – einstweilen auf’s kommunikative Abstellgleis. Auch „positiv“ und „negativ“ sind ungeeignet, weil sie flächendeckend eindeutig ab- bzw. aufwertend verstanden werden. Zwar auch keine 100%ige Perfektion, aber immerhin wesentlich neutraler und wertfreier wäre z.B. das Begriffspaar: „impulsiv“ (ab-gebend) und „rezeptiv“ (an-nehmend).

       

      Um aber eine wirklich stimmige Analogie zu konzipieren, ein ‚Handwerkszeug‘ das beim Erkenntnisprozess des Wesens „Mensch“ praktikabel und damit erfolgversprechend ist, braucht es m.E. noch eine 3. Komponente. Gemeint ist: Eine Zwei-Poligkeit scheint uns – geprägt wie wir sind, und lineardenkend, wie uns gelernt wurde – zwar absolut logisch, tatsächlich aber drückt sie weniger eine Ausgewogenheit, als vielmehr eine risikoträchtige Spannung aus. Wie ein 2-poliges Stromkabel, dem das – notfalls neutralisierende – Erdkabel fehlt, das es zu einem abgesicherten 3-poligen machen würde (auch das allseits bekannte Yin-Yang-Symbol könnte analogisch nützlich sein. Wird seine Zweiteilung ergänzt durch eine dritte, gleichartige Komponente, entsteht aus den 2-Gegensätzen eine harmonisierende Dreiheit: Das, m.W., sogen. Yin-Yang-Kien, bzw. Yin-Yang-Triskele. Dass letztere Symbole auch fragwürdige Gruppen verwenden, von denen ich mich ausdrücklich distanziere! – ändert nichts an ihrer Stimmigkeit).

      Selbst Christen-Gott-Gläubige könnten dann ihren „Dreieinigen Gott“ quasi als Komponenten in sich selbst finden, und müssten ihn nicht als überirdisches Wesen irgendwo außer sich (nette Doppeldeutigkeit finde ich) suchen. Denn eigentl. geht’s ja darum, ein Prinzip zu entdecken, das für jedes einzelne menschl. Wesen – egal welcher Geschlechtlichkeit – stimmig sein muss. Und dazu braucht es m.e. keine männl./weibl. Kriterien und auch keine Religionslehren – deren linear-polares Denken behindert eher. Das lang bewährte, probate Ockham’sche Rasiermesser, Unnötiges abzutrennen zugunsten einer klaren Sicht aufs Objekt, lässt hier wieder mal grüßen. 😉

       

      Um noch kurz auf deine Analogie mit Sym- und Parasympathikus, bzw. Hormonlevels einzugehen: sorry bitte, aber die halte ich für zu kurz gesprungen. Ich denke, man muss bei diesem Vorhaben an der Wurzel ansetzen. Und der Ursprung der von dir erwähnten Komponenten ist das Gehirn. Und das wiederum – welcher Zufall (?) – ich erzähl dir damit sicher nichts neues – hat grob gesagt, drei Komponenten: Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Und hier muss m.E. angefangen werden. Denn hier sitzt auch die Steuerung des VNS (vegetatives Nervensystem) mit Sym- und Parasymathikus. Und auch von hier aus werden entspr. Körperdrüsen zu mehr oder weniger Hormonbildung, bzw. -ausschüttung animiert.

       

      Gut, gut, ich hör‘ ja schon auf mit meiner Klugscheißerei 🙂 – würde eh den Rahmen hier komplett sprengen. Aber zu Wort melden wollte ich mich dann doch, gell. 😉

       

       

      Siehst du irgendeinen groben Fehler in meiner Ausführung? …..  ich schon mal vorsichtshalber: *wegduck*

  • Piranha
    Antworten

    … ich schon mal vorsichtshalber: *wegduck*

    Ne ne, bleib besser mal stehen, denn ich kann erst am Abend antworten, vielleicht auch erst morgen – bin auf dem Sprung zu einem Krankenbesuch. Antworten werde ich auf jeden Fall. Dann kannst Du Dich immer noch wegducken 🙂

    • Polygraph
      Antworten

      Piranha:

      Ne ne, bleib besser mal stehen, …

      Ja nie und nimmer! Auf gar keinen Fall! … meinst du ich will mir mein altes Rückgrat ruinieren? … für gewöhnlich sitze ich vor diesem dämlichen Mäusekino! 😉

       

      Und: ok, lass dir ruhig Zeit mit antworten. Denn wie heißt’s so schön: „Eilige Leut‘ hab’n kein Glück!“ 😉

  • Piranha
    Antworten
    Lieber Polygraph,

    ohne, dass wir nun beginnen wollen, einen Anatomie- und Physiologie Kurs auf HdS zu präsentieren, wollen wir uns – soweit möglich und in der gebotenen Kürze – auf die Urprinzipien „weiblich-männlich“ (mit denen Du nicht einverstanden bist) beschränken, wenngleich wir um das eine oder andere wohl nicht herumkommen.

    „männlich“ und „weiblich“ lösen in unserem Gehirn Assoziationen und Bilder aus, die über Jahrtausende durch die tradierte (eigentl. religiöse) Sichtweise geprägt sind

    Sicher, die Attribuierungen sind ein Problem, eine Form naiver (unschuldig, nicht dumm!), alltagstauglicher Erklärungen für menschliches Verhalten; Abweichungen wurden und werden teilweise bis heute sanktioniert („Mannweib“ oder „verweichlichter Mann“ o. ä.), von Trans- und Intersexualität reden wir noch garnicht.

    Allein die Verwendung der Begriffe „männl./weibl.“ sabotieren schon eine neutrale Sichtweise, die aber unbedingte  Voraussetzung (!) für einen möglichst objektiven Blick ist.

    Eine Zwei-Poligkeit scheint uns – geprägt wie wir sind, und linear denkend, wie uns gelernt wurde – zwar absolut logisch, tatsächlich aber drückt sie weniger eine Ausgewogenheit, als vielmehr eine risikoträchtige Spannung aus

    Da kann ich nun nicht ganz mitgehen, wenngleich es als Gedankenspiel interessant ist, ein drittes einzuführen, ein „das“ neben dem „die“ und „der“!? (die Frau, der Mann, das Neutrum (oh, Tautologie 😊))

    Die „Dreiheit“ hat eine lange Tradition, nicht nur christliche. Schon die Kelten verwendeten das „Triskell“ oder „Triskele“ als Symbol für das Sonnenrad – so eine Deutung. Andere sagen, es stünde für die Elemente „Luft, Erde, Wasser“, andere „Feuer, Erde, Wasser“. Wie auch immer: ich kenne es als das Symbol der Bretagne, die ich sehr liebe.

    Das Yin-Yang aus dem asiatischen Raum dagegen steht populär gesehen für „weiblich = Yin und männlich = yang“.

    Anderen Deutungen zufolge und für mich stimmiger, ist es ein weich fließendes Gegensatzpaar, das stets aufeinander bezogen ist und in dem es im einen, einen Teil des anderen enthält – schwarzer Punkt im weißen und umgekehrt.

    Es wäre dies (vielleicht) entweder ein Ausflug in die Hermetik und den Satz des Hermes Trismegistos:  Das was unten ist, ist wie das, was oben ist, und das was oben ist, ist wie das was unten ist, ein ewig dauerndes Wunder des Einen

    oder

    Ich kann es auf die psychisch-geistige Individuation (vergl. C.G. Jung) beziehen, oder die Beziehung zu oder zum anderen Menschen oder auf die Beziehung zu meiner Umwelt.

    Dass nun die Modeindustrie das Yin-Yang mit der Triskele zusammenbringt, steht eher für eine neuzeitliche Spielerei (?) zum Geld verdienen, als dass es aus meiner Sicht eine ernstzunehmende Aussage macht.

    „Das lang bewährte, probate Ockham’sche Rasiermesser, Unnötiges abzutrennen zugunsten einer klaren Sicht aufs Objekt, lässt hier wieder mal grüßen.“ 😉

    Ockham verfolgte das Ziel, Theorien einfacher zu falsifizieren; von simplifizieren hat er nichts gesagt 😉

    keine Religionslehren – deren linear-polares Denken behindert eher

    Ja! Denn es kommt darauf an, welchem Denksystem wir folgen – dem linear-kausalen oder dem senkrechten im Sinne von Analogieschlüssen:

    „Alle Weltbilder sind Bilder von der Welt – also menschliche Versuche, die unfaßbare Wirklichkeit … gleichnishaft abzubilden. Für dieses Unternehmen gibt es viele Möglichkeiten. Sie sind alle legitim – solange man sich bewußt bleibt, dass das Bild eben nur ein Bild ist, das sich der Mensch in seiner – nicht zu vermeidenden – Subjektivität macht.“ (wenn ich noch wüsste, von wem ich das vor einiger Zeit zitiert habe… es fällt mir nicht mehr ein, in welchem Buch genau ich es gefunden hatte ☹)

    Auch Menschenbilder sind nur Bilder und wir können so vollkommen daneben liegen wie die humorige Annahme, Zitronenfalter würden Zitronen falten.

    Sym- und Parasympathikus, bzw. Hormonlevels…

    Und der Ursprung der von dir erwähnten Komponenten ist das Gehirn. Und das wiederum – welcher Zufall (?) – ich erzähl dir damit sicher nichts neues – hat grob gesagt, drei Komponenten: Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm

    Was genau willst Du damit eigentlich sagen?

    Diese drei „Hirne“ agieren – oder besser – interagieren komplementär, das Polarität dennoch nicht aufhebt.

    Der Hirnstamm hat (über)lebensnotwendige Funktionen wie Kreislauf, Atmung, Schlaf, auch Reflexe und die Regulation der Körpertemperatur sind hier lokalisiert. Wenn hier massiv etwas zerstört wird durch Krankheit oder Unfall, wars das.

    Wohingegen auch größere Schädigungen in unserem – ach so bewunderten Großhirn – nicht zwangsläufig zum Tod führen.

    Das Kleinhirn ist zuständig für die Motorik und die motorische Koordination vom Auge bis zum Großzehwackeln. Neuerdings nimmt man an, es könnte auch bei Prozessen des Lernens,  der Kontrolle impulsiven Verhaltens (1), beim Hören und Riechen, Schmerz, Hunger, Atemnot und vielem mehr, beteiligt sein. Noch wissen die Neurowissenschaftler jedoch nicht genau, welche Rolle das Kleinhirn bei diesen verschiedenen Aufgaben spielt.

    (1)Verhalten, v.a. auch soziales Verhalten ist im frontotemporalen Bereich des Großhirns angesiedelt

    Nun – wo sind wir jetzt „gelandet“?

    Welche unserer gemeinsamen „Klugscheißereien“ haben wir nun verifiziert oder widerlegt? 😊

    Viele Grüße,

    P.

    • Volker
      Antworten
      In gebotener Kürze *gluckst*, jo, kann ich durchaus erkennen. Mal kurz gesagt: Beschrängt euch auf das Wesentliche, wenns auch schwer fällt.
      • Piranha
        Antworten

        Beschrängt euch auf das Wesentliche, wenns auch schwer fällt.

        Hallo Volker,

        da sagst Du mal was… 😉

        Bei mir hätte es locker das dreifache werden können – nicht, dass ich so gerne die Zeilen fülle – aber um der Klarheit willen ist es manchmal eben doch nötig, ein paar Worte mehr zu verlieren, also das Gegenteil von „weniger ist mehr“.

        Hm – aber Du hast auch wieder Recht: den Eingangssatz hatte ich grad nicht mehr auf dem Schirm

    • Polygraph
      Antworten
      Cai Pirinha! … ähhh … Hi Piranha! 🙂

       

      In Anbetracht Volkers legitimer Kritik, werde ich mich jetzt um höchstmögliche Verbal-Kastration bemühen. Fällt schwer, ja, aber richtig auch: Kommentarfenster sind halt leider kein Diskussionsforum. Ich versuch’s deshalb mal als Auflistung:

       

       

      1. Was ich in obigen posts vergaß: Selbstverständlich unterstelle ich K. Wecker keine unlauteren Absichten. In keiner Weise sind meine Argumente als Kritik an ihm zu verstehen.

       

      2. Auch ich will keinen Anatomie-, Physiologie- o.a. Endokrinologie-Kurs hier abhalten. Mein diesbezügl. feedback an dich waren nur Gegenargumente, um darauf hinzuweisen, dass deine Analyse-Analogie nicht an der Basis (Gehirn) ansetzt.

       

      3. Ausgenommen deiner ganz persönl. Interpretationen, sind mir all deine sonstigen Ausführungen (medizinische, historische, symbolik-betreffende, usw.) durchaus vertraut. Klar, das musst du nicht wissen, aber tatsächl. hätte es deinen post gravierend verkürzt. 😉

       

      4. Hier die Vokabeln „männl./weibl.“ erst mal auf’s kommunikative Abstellgleis zu stellen, ist m.E. kein – wie du meintest – interessantes Gedankenspiel, sondern ein einstweiliges Aus-dem-Weg-räumen von Hindernissen auf dem (wissenschaftl. Kriterien verpflichtetem) Weg zu bestmöglichen objektiven Ergebnissen. Danach (!) wird „männl./weibl.“ wieder integriert, ihre Bedeutung wird dann allerdings wesentlich aufschlussreicher sein. Es geht also nicht um ein grundsätzliches Eliminieren dieser Vokabeln.

       

      5.

      Piranha: … Ockham verfolgte das Ziel, Theorien einfacher zu falsifizieren; von simplifizieren hat er nichts gesagt ? …

      „Simplifizieren“ = ein Synonym für: vereinfachen! 😉

       

      6. Lineares Denken ist lineares Denken ist lineares Denken. Egal ob vertikal, horizontal o. diagonal. Und egal welche Bedeutung man diesem Kreuz-Schema beimisst: Es bleibt eine zwei 😉 dimensionale Illusion, weil die Realität eine drei 😉 dimensionale ist. Alles ist kugelförmig wie es z.B. auch jede Körperzelle ist, die in ihrem massenhaften Zusammenschluss – illusionär – linear erscheint (auch das Yin-Yang-Kien-Symbol z.B. sollte man sich, analogistisch richtiger, als Kugel vorstellen).

       

      6. Zum Ende hin und @all: Die Jahrtausende alten Schubladen von männl./weibl. sind – mehrheitlich unbeachtet – als Argument in schier jeder Diskussion, schon längst obsolet geworden. Sie waren – rückblickend verständlich, weil – gesellschaftsordnend in einer Zeit, als noch die Genesis, mit Adam und Eva als Eltern der Menschheit, galt und Evolution nicht mal im Traum existierte, geschweige denn  z.B. eine moderne Hirnforschung.

       

      Aber wir haben sie jetzt! Wir leben (nach christl. Kalender) im 21. Jahrhundert. Wie aberwitzig, dass wir immer noch gemäß diesen obsoleten Schubladen denken, argumentieren und – gruseligerweise – sogar uns selbst primär damit identifizieren. Wo wir doch primär Mensch (!) sind, und bekanntermaßen Geschlecht nicht nur sekundär ist, sondern auch ein so breites Spektrum umfasst, dass es absolut dämlich ist, es in zwei Kriterien pressen zu wollen.

       

      Wann also werden wir endlich, nicht nur gutgebildet wissen, sondern uns bewusst-Sein(!), dass wir nicht in erster Linie ein Geschlecht haben, sondern primär ein Mensch sind?!?

       

      Und was hat all der Quatsch noch mit dem Thread-Thema „… Kriegstreiberei …“ zu tun?

       

      Weil genau hier die Wurzel des Übels liegt! In den zwei – hirnrissigen – Prinzipien von männl./weibl., von schwarz/weiß, von links/rechts, von oben/unten, von gut/böse, …. von Freund (NATO) und Feind (Russland) … weil im 2-Schubladen-Denken unserer ‚Köpfe‘ alle Kriege ihren Ursprung haben. Darum hat der ganze Quatsch etwas mit dem Eingangsthema zu tun.

       

      Talmud: „Achte auf deine Gedanken …. “ der Rest dürfte bekannt sein.

       

      Wer immer noch glaubt, die m/w-Schubladen hätten was mit Realität zu tun und wären keine Relikte aus vorsintflutlichen Zeiten – einfach mal hier gucken und im 21. Jahrhundert ankommen: https://www.youtube.com/watch?v=3yHyfw1xRpY

       

       

      Sorry @ Volker, kürzer hab‘ ich’s nicht geschafft.

       

       

      PS @ HdS-Admin. & Piranha

      Um andere User nicht zu stören: Bei evtl. Interesse von Piranha an einer weiterführenden Diskussion, und ggf. ihrer Nachfrage an die HdS-Administration, erlaube ich hiermit die Vermittlung meiner e-mail-Adresse an sie. Für diesen Fall: Danke im voraus an die HdS-Admins.

       

      • Piranha
        Antworten
        Na toll, da hast Du mich  ja mal sauber auflaufen lassen:

        1. Ausgenommen deiner ganz persönl. Interpretationen, sind mir all deine sonstigen Ausführungen (medizinische, historische, symbolik-betreffende, usw.) durchaus vertraut. Klar, das musst du nicht wissen, aber tatsächl. hätte es deinen post gravierend verkürzt. 😉

        Aber keine Sorge – mein Humor reicht für uns beide  und mehr. 🙂 🙂

        Wir haben keinerlei Differenz darin, dass der Mensch zuvorderst ein Mensch ein Mensch ein Mensch ist, der entweder weiblich oder männlich oder inter- oder transsexuell oder…  ist, und WESENTLICH mehr!

        Das ändert nichts daran, dass alle Spezies auf Reproduktion „programmiert“ ist mit „Blümchen und Bienchen“ – von Ausnahmen im Tierreich abgesehen.

        „Simplifizieren“ = ein Synonym für: vereinfachen! 😉

        … oder banalisieren.

        „…weil die Realität eine drei 😉 dimensionale ist. Alles ist kugelförmig wie es z.B. auch jede Körperzelle ist…“

        Wer würde dabei nicht an den platonischen Mythos der „Kugelmenschen“ denken, die dreigeschlechtlich waren – männlich, weiblich, androgyn – und deren Bestreben es allzeit war, wieder zusammenzuwachsen… und so weiter.

        .

        Im Übrigen denke ich über mich nicht, dem 2-Schubladen-Denken anzuhaften.

        Selbst wenn dieses „Denken“ bei bestimmten Menschen von Medien oder Parteien und Lobbyverbänden national und global (die ich samt und sonders kritisch beäuge bis hin zur klaren Ablehnung) so demonstriert wird, so dient es einem dritten: der Manipulation zur Durchsetzung ihrer Interessen, von denen wir nach wie vor viel zu wenig wissen. Da man aber vieles wissen kann, wenn man wissen will, werde ich nicht müde, Mundpropaganda für HdS, die NachDenkSeiten usw. zu machen. 😉

        Schönes Wochenende und beste Grüße,

        P.

        • Polygraph
          Antworten
          Schön, dass du soviel Humor hast, hier punktuell aber gar nicht nötig, weil ich dich nicht habe auflaufen lassen. Wie kommst du denn auf sowas? … Ich hab nur geschrieben, wie es sich wahrheitsgetreu verhält.

           

          Simplifizieren: von mittellateinisch simplificare –> „vereinfachen“ Quelle: https://de.wiktionary.org/wiki/simplifizieren

          Von bagatellisieren steht da nix. Evtl. deine eigene Interpretation?

          Piranha:

          … Das ändert nichts daran, dass alle Spezies zweigeschlechtlich auf Reproduktion „programmiert“ ist …

          Dieser Logik folgend: Dann stimmt etwas nicht mit der Programmierung von schwulen, lesbischen, qua Geburt empfängnis-/zeugungsunfähigen Menschen u.dgl. …  Sind die dann krank? … oder einfach nicht „normal“? … oder haben einen Genschaden? … oder entsprechen nicht der göttlichen Ordnung (wie die RKK meint)?

           

          Diese Aussage – wenn auch nicht so gemeint – weist zumindest in Richtung Biologismus und sogar Schlimmerem. Sorry, da kann ich nicht mitgehen.

           

          • Piranha
            Au weia – das geht aber jetzt in eine Richtung, die wirklich mehr als bedauerlich ist

            Dieser Logik folgend: Dann stimmt etwas nicht mit der Programmierung von schwulen, lesbischen, qua Geburt empfängnis-/zeugungsunfähigen Menschen u.dgl. …  Sind die dann krank? … oder einfach nicht „normal“? … oder haben einen Genschaden? … oder entsprechen nicht der göttlichen Ordnung (wie die RKK meint)?

            Diese Aussage – wenn auch nicht so gemeint – weist zumindest in Richtung Biologismus und sogar Schlimmerem. Sorry, da kann ich nicht mitgehen.

            Das Wort „programmiert“ steht nicht umsonst in Anführungszeichen; ich finde leider kein anderes.

            Natürlich kann ein Schwuler Vater werden, eine Lesbierin ebenso Mutter… um ein Kind zu zeugen brauchen beide beides: Eizelle und Samen. Auf welche Weise dies geschehen kann, muss ja hier nicht weiter erörtert werden, nicht wahr?

            Empfängnis- und zeugungsunfähige Menschen sind empfängnis-, bzw. zeugungsunfähig. Dafür gibt es viele Gründe, die ich mitnichten in irgendeiner Form bewerte. Es ist, wie es ist.  Frauen, deren Wunsch nach einem eigenen Kind unerfüllt blieb,  wurden wahrlich lange genug mit  Ächtung und erniedrigenden Vorwürfen gestraft noch bis in die Zeit, als meine Großmutter jung war. Aber könnte sein, dass es das in Form geheuchelten Mitleids bis heute noch gibt.

            In einer Ehe oder Partnerschaft, in der einer von beiden entweder empfängnis-, rsp. zeugungsunfähig ist – da gibt es auch ausreichende Möglichkeiten. Auch das gehört jetzt nicht hierher.

            .

            Wie schon oft festgestellt von anderen, auch mir, hat die Kommunikation in Schriftform Nachteile.

            Deshalb sei gewiss: ich werde mich weiter um Klarheit und Eindeutigkeit bemühen mit all dem, was mir zur Verfügung steht.

             

             

  • eulenfeder
    Antworten
    Zum Thema Hirn halt ich mich  mal bischen zurück ( smile ) –

    übe ich mich doch auch  seit längerer Zeit in der Kopfentleerung.

    Aber – beruhigend trotzdem, zu wissen, dass mein Kleinhirn noch funktioniert –

    spiele nämlich gerne und oft mit den Großen Zehen, so beim Musikhören oder im Fernsehsessel sitzend, sogar wechselseitig auf und ab die Zehen, verschiedene Tempi u.s.w – Motorik also auch o.k.

     

     

     

     

     

  • Piranha
    Antworten
    Korrektur:

    Das ändert nichts daran, dass alle Spezies auf Reproduktion „programmiert“…

    Es sollte heißen: Das ändert nichts daran, dass alle Spezies zweigeschlechtlich auf Reproduktion „programmiert“ ist…

  • Polygraph
    Antworten
    @ Piranha:

     

    Ich könnte zwar noch sehr viel zu deinen obigen posts antworten, aber wir driften wirklich zu weit ab. Es ist halt leider so: Eine Kommentarfunktion kann ein Diskussions-Forum nicht ersetzen. Wir sollten Volkers legitimen Einwand respektieren, finde ich.

     

    Wenn du an unserer Diskussion d’ran bleiben möchtest, kannst du gerne bei der HdS-Administration meine e-mail-Adresse erfragen. Im einem meiner obigen posts hab ich (ein P.S. in rot) dafür ggü. HdS schon meine Erlaubnis zur Vermittlung an dich erklärt.

     

    Und @ all:

    Sorry für die Ausuferungen, aber die haben schon auch mit dem Thread-Thema zu tun, wie ich schon erwähnte:

    Polygraph:

    Und was hat all der Quatsch noch mit dem Thread-Thema „… Kriegstreiberei …“ zu tun?

    Weil genau hier die Wurzel des Übels liegt! In den zwei – hirnrissigen – Prinzipien von männl./weibl., von schwarz/weiß, von links/rechts, von oben/unten, von gut/böse, …. von Freund (NATO) und Feind (Russland) … weil im 2-Schubladen-Denken unserer ‚Köpfe‘ alle Kriege ihren Ursprung haben. Darum hat der Quatsch etwas mit dem Eingangsthema zu tun.

     

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