<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Hinter den Schlagzeilen &#187; Donna San Floriante</title>
	<atom:link href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/category/blogger/autor_donnasan/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de</link>
	<description>Konstantin Weckers Webmagazin //  Kultur - Gegeninformation - Philosophie</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 08:47:02 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.2</generator>
		<item>
		<title>«Wohlstandsgesindel würde ich das nennen»</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/05/27/%c2%abwohlstandsgesindel-wurde-ich-das-nennen%c2%bb/</link>
		<comments>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/05/27/%c2%abwohlstandsgesindel-wurde-ich-das-nennen%c2%bb/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 May 2011 08:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Donna San Floriante]]></category>
		<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>
		<category><![CDATA[Politik (Inland)]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://hinter-den-schlagzeilen.de/?p=5223</guid>
		<description><![CDATA[Über die Invasion der Guttenberg-Klone und das schwindende Flair Münchens. Donna San Floriante führte ein Gespräch mit Konstantin Wecker. Konstantin Wecker ist Liedermacher, engagiert sich in der Friedensbewegung und neuerdings auch gegen den Abriß der »Schwabinger 7«, die er seit den 1970er Jahren kennt Was macht die »Schwabinger 7« so legendär? Die Legende begann in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/05/konstantin-wecker1.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/05/konstantin-wecker1-150x150.jpg" alt="" title="konstantin-wecker" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-5224" /></a>Über die Invasion der Guttenberg-Klone und das schwindende Flair Münchens. Donna San Floriante führte ein Gespräch mit Konstantin Wecker.<span id="more-5223"></span></p>
<p><strong>Konstantin Wecker ist Liedermacher, engagiert sich in der Friedensbewegung und neuerdings auch gegen den Abriß der »Schwabinger 7«, die er seit den 1970er Jahren kennt</strong></p>
<p><strong>Was macht die »Schwabinger 7« so legendär?</strong><br />
Die Legende begann in den 70ern. Da gab es quasi jeden Abend Revolution in der »7« und am nächsten Tag dann einen grauenhaften Kater. Und es waren schon damals nicht die Linientreuen und Revolutionsfunktionäre, die hier zusammen kamen, sondern Nicht-Angepaßte, Anarchos, Querdenker und Lebenskünstler. Dann ist die »7« eigentlich seit jeher ein Stehlokal. Es gibt eine Riesenbar, die wenigsten sitzen und alles ist immer in Bewegung. Und dabei herrscht auch heute noch nicht dieses Kastendenken, wo sich jede Genera tion, jede Szene und jede Musikrichtung ghettoartig zusammenklumpt.<br />
<strong><br />
Was verbindet die Liebhaber der »Schwabinger 7«?</strong><br />
Die zentrale Gemeinsamkeit ist eigentlich nur, daß die Leute dort eben sehr individuell sind und zu bleiben gedenken. Anders, als man es in dieser Stadt leider haufenweise erlebt, laufen also keine Guttenberg-Kopien in der Kneipe herum, aber selbst wenn, würde man die auch leben lassen – als eine besonders ulkige Sorte Freak sozusagen. Es gibt ja auch Kneipen in München, da sind ausschließlich Guttenberg-Klone am Start.</p>
<p>Übrigens ist um die 7 herum alles ziemlich häßlich, sowohl die Kneipe als auch das Kebab-Haus daneben. Und ich finde, das ist etwas, was München ganz dringend braucht. Etwas Unaufgeräumtes, ein Durcheinander, Graffitis und das bißerl Dreck, das daher kommt, daß Leute wo leben und nicht bloß schlafen.</p>
<p><strong>In Schwabing scheinen immer weniger Menschen tatsächlich zu leben.</strong><br />
Genau darum regt mich der geplante Abriß des Gebäudes, das die »7« beherbergt, so auf. Der Erwin Pelzig hat das sehr richtig gesagt: Wenn die da so teure Wohnungen bauen, siedelt sich ja dadurch auch allerhand Gesindel an. Wohlstandsgesindel würde ich das nennen. Leute, die ihre Zweit-, Dritt- oder 57. Wohnung nur noch sehr gelegentlich betreten und als reines Investment betrachten. Das zieht alles Leben aus der Stadt. Ich habe nichts dagegen, wenn etwas repariert oder umgebaut wird. Aber so wird alles totsaniert.</p>
<p>Ich habe das im Heimatstadtteil meiner Kindheit erlebt. Das Lehel wurde totsaniert. Die da heute angeblich wohnen, sind halt nicht oft da, was aber wieder ganz gut ist, wenn man sie sieht, wenn sie da sind. Aber was für ein lebendiger Stadtteil das in meiner Kindheit gewesen ist, mit den ganzen kleinen Läden, dieser Herzlichkeit und Grobheit unter den Leuten, das Ratschen, Singen, Pfeifen, Streiten, Lachen auf der Straße … das kann sich heute kein Mensch mehr vorstellen. Da wurde eine ganze Lebenswelt in Grund und Boden investiert, und heute ist das Lehel eine Filmkulisse ohne Leben.</p>
<p><strong>Die Zeiten ändern sich, sagen die Befürworter des Wandels.</strong><br />
Mir ist auch aufgefallen, daß wir ein neues Jahrtausend haben. Es geht auch nicht gegen Wandel. Aber das ist doch keine organische Geschichte, die da läuft. Hier werden ganze Städte dem Diktat der Finanzen unterworfen, und Kultur findet nur noch statt, wenn sie gnädigerweise gesponsert wird. München verliert dadurch sein Flair. Und Leute, die man gerne in der Stadt hätte, können sich München nicht mehr leisten. Welcher junge bildende Künstler kann sich heute noch ein Atelier in München leisten? Die Atelierkultur ist tot – weil Ateliers unbezahlbar sind!</p>
<p><strong>Was sollte man tun?</strong><br />
Wir und auch die Großkopferten lernen seit »Stuttgart 21«, daß diese ganzen Weltumbaumaßnahmen nicht mehr einfach so durchgehen. Was da an Milliarden im Bermuda-Dreieck von Politik, Finanzspekulation und Bauindustrie versickert, fällt den Menschen langsam auf. In München haben wir zum Beispiel dieses idiotische Transrapid-Projekt verhindern können. Aber wir müssen den Widerstand nach unten verbreitern, auf der lokalen Ebene. Wir brauchen Frühwarnsysteme in den Bezirksausschüssen, damit wir rechtzeitig mitkriegen, was an Sauereien geplant wird. Der Rest geht dann über die neuen Medien.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/05/27/%c2%abwohlstandsgesindel-wurde-ich-das-nennen%c2%bb/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Donna San Floriante: Der Protestraucher</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/04/01/donna-san-floriante-der-protestraucher/</link>
		<comments>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/04/01/donna-san-floriante-der-protestraucher/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 08:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Donna San Floriante]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://hinter-den-schlagzeilen.de/?p=4678</guid>
		<description><![CDATA[Mit bestechender Logik bringt die Kabarettistin Fukoshima und Nikotin in einen Zusammenhang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit bestechender Logik bringt die Kabarettistin Fukoshima und Nikotin in einen Zusammenhang.<br />
<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/04/01/donna-san-floriante-der-protestraucher/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/04/01/donna-san-floriante-der-protestraucher/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der 70er Jahre Sportlehrer mit Humor &amp; &#8220;Angaschmaaa&#8221;</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/01/26/751/</link>
		<comments>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/01/26/751/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 13:16:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger auf HdS]]></category>
		<category><![CDATA[Donna San Floriante]]></category>
		<category><![CDATA[Politik (Inland)]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://hinter-den-schlagzeilen.de/?p=751</guid>
		<description><![CDATA[Klaus Ernst und Gesine Lötzsch sind die designierten Nachfolger an der Parteispitze von DIE LINKE. Aus diesem Anlass hier ein Porträt des WASG-Gründers aus der Jungen Welt, April 2006. von Donna San Floriante Die Rettung kam aus dem Süden. Genauer: ungeahnt aus Schweinfurt. Die Rettung schaute aus wie die Kreuzung von Elmar Wepper und Jörg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: small;"><span style="line-height: 16px; -webkit-border-horizontal-spacing: 2px; -webkit-border-vertical-spacing: 2px; "><img class="alignleft size-full wp-image-753" title="images" src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2010/01/images1.jpeg" alt="images" width="136" height="108" />Klaus Ernst und Gesine Lötzsch sind die designierten Nachfolger an der Parteispitze von DIE LINKE. Aus diesem Anlass hier ein Porträt des WASG-Gründers aus der Jungen Welt, April 2006.</span></span></p>
<p><span style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif;"><span style="line-height: 16px; -webkit-border-horizontal-spacing: 2px; -webkit-border-vertical-spacing: 2px; font-size: x-small; "><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif; font-size: small;"><span style="line-height: 19px; -webkit-border-horizontal-spacing: 0px; -webkit-border-vertical-spacing: 0px; ">von Donna San Floriante</span></span></span></span></p>
<p><span style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif;"><span style="line-height: 16px; -webkit-border-horizontal-spacing: 2px; -webkit-border-vertical-spacing: 2px; font-size: x-small; "><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif; font-size: small;"><span style="line-height: 19px; -webkit-border-horizontal-spacing: 0px; -webkit-border-vertical-spacing: 0px; "><span id="more-751"></span><br />
</span></span></span></span></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Die Rettung kam aus dem Süden. Genauer: ungeahnt aus Schweinfurt. Die Rettung schaute aus wie die Kreuzung von Elmar Wepper und Jörg Wontorra, wie der Sportlehrer einer Untermenziger Hauptschule, Erdinger Weißbier, 3er BMW. Der Name der Rettung war Klaus Ernst, aber natürlich heißt die Rettung in Bayern andersherum, also: der Ernst Klaus.</p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;"><br style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px;" /></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Treibt man sich dieser Tage in den von der Linkspartei besetzten Stockwerken des Jakob-Kaiser-Hauses herum, dem Abgeordnetentrakt des Deutschen Bundestages, bekommt man verschiedentlich die Einschätzung zu hören, der Stern des Klaus Ernst sei im Sinken begriffen. Der Mann habe, so wird ebenso großzügig wie -kotzig kolportiert, durchaus seine Verdienste und den Ausbruch der SPD-Linken aus der Schröder-Partei ganz wesentlich befördert. Aber nun sei die Sache auf einem etwas höheren Niveau angelangt, »ebend«, und dieser Ernst, der robuste Regionalligakicker, tauge halt nicht für die Bundesliga.</p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;"><br style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px;" /></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Am Donnerstag sprach Klaus Ernst in Köln, und weil die simple Ankündigung »Klaus Ernst kommt!« im Normalfall nur die ganz Großen des Politgeschäfts ankündigt, war man doch skeptisch. IG-Metall-Geschäftsstellenleiter auf dem Lenintrip – grauenhaft. Dann die Querelen, in Berlin, in Meck-Pomm, und die Verdächtigungen, gerade er, Klaus Ernst, plane längst, sich unbequemer WASG-Mitglieder, kurzerhand und durch unlautere Methoden, zu entledigen.</p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;"><br style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px;" /></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Klaus Ernst überraschte. Und Klaus Ernst überraschte durchweg positiv. Zunächst der Redner Klaus Ernst. Direkt provokant Bayerisch fordert er mehr »Angaschmaaah«. Das kommt im volkstümlich gestimmten Köln sicher besser an als in Hannover oder Hamburg. Aber daß er schon auf der Dialektebene jeden Versuch sich anzupassen, sich verbiegen zu lassen, souverän unterläßt, verleiht dem Mann eine gewisse Glaubwürdigkeit. Und: Klaus Ernst ist ein exzellenter Rhetoriker. Locker steht er am Pult, strahlt eine gegen jedes Sektierertum immunisierende Gemütlichkeit aus, lächelt viel und bringt das Publikum auch oft zum Lachen, wobei er stellenweise wirkliches Kabarett-Talent zeigt. Aber Klaus Ernst sagt auch, daß er stinksauer ist. Und das sagt er so, daß man seine Wut spürt. Er sagt Worte wie »Knechtschaft«, »Kapitalistenknechte«, »Klassenkampf« oder »Ausbeuter« – gute Worte, wichtige Worte. Und wenn Klaus Ernst fordert, wir müßten uns wehren wie die Franzosen, dann heißt das aus seinem Mund: »Das Land lahmlegen, daß es kracht!«</p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;"><br style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px;" /></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Darf man ihm das abnehmen? Meint der das ernst, der Ernst? Oder ist das ein ewiges Wahlkampfmanöver, links überholen, rechts einparken, das grüne Trauma? Seine Themen sind klassisch, gewerkschaftlich, 70er-Jahre-mäßig: die Rente, Gesundheit, Umverteilung. Die große Vision fehlt, der messianische Impetus beschränkt sich auf das Praktische, das Machbare, den nächsten, sehr konkreten Schritt. Ein Realo?</p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;"><br style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px;" /></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Vielleicht nicht, jedenfalls nicht so. Bei Klaus Ernst wird das Praktische visionär, etwa wenn er berichtet, wie sie in Schweinfurt auf der Straße waren, unter Rot-Grün, dreimal, viermal, während der Arbeitszeit und zu Tausenden: Politische Streiks! Die sind natürlich nicht erlaubt, in der BRD, und Klaus Ernst vermittelt glaubwürdig den Eindruck, daß ihm das total wurscht ist. Er ist keiner, der vom Paradies kündet. Aber er ist auch kein Buchhalter. Er ist einer, der sich wehrt. Und Klaus Ernst bringt eine Fähigkeit mit, die der deutschen Linken bitter abgeht: Klaus Ernst kann organisieren. Er kann schlagkräftige Strukturen aufbauen. Zehn Prozent bei den Wahlen und 150 Mitglieder hat die WASG in Schweinfurt. Der schlagzeilenträchtige Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hat gerade so viele Leute im ganzen Land. Köln, der größte Kreisverband der WASG bundesweit, hat 300 Mitglieder.</p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;"><br style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px;" /></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Vielleicht ist nach einem jahrzehntelangen Niedergehen der Linken der erste Schritt auf die Straße auch der notwendige erste Schritt zu einer neuen Vision. Klaus Ernst sagt oft, floskelhaft, »ein Stückweit« und manchmal klingt das eher komisch, etwa wenn er ruft: »Es reicht! – ein Stückweit &#8230;« Erneut kommt Skepsis auf. Wird er auch den zweiten Schritt mitgehen, den dritten gar und den vierten?</p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;"><br style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px;" /></p>
<p style="font-family: 'Trebuchet MS', Lucida, 'Bitstream Vera sans', Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 16px; margin-top: 10px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px;">Klaus Ernst steht für eine neue Ernsthaftigkeit in der politischen Praxis der Linken, aber inhaltlich ist er offen, nach links. Klaus Ernst wird mitgehen, und das von ihm ins Rollen gebrachte Projekt wird gelingen, wenn &#8230; wenn diese praktischen Qualitäten nicht mit Mißtrauen umlagert werden und die Ränkespiele der Internet-Revolutionäre Klaus Ernst nicht zur Unzeit zu Fall bringen. Wenn er und Leute wie er ihr Organisationstalent kraftvoll entfalten können: wenn es eins, zwei, viele Schweinfurts gibt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/01/26/751/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Donna San Floriante: Anti-Sarrazynische Neujahrsansprache</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/01/01/donna-san-floriante-anti-sarrazynische-neujahrsansprache/</link>
		<comments>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/01/01/donna-san-floriante-anti-sarrazynische-neujahrsansprache/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 10:04:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Donna San Floriante]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://hinter-den-schlagzeilen.de/?p=3686</guid>
		<description><![CDATA[Wie wenige Andere ist Donna San Floriante prädestiniert, für unsere Epoche zu definieren, was Deutschtum und deutsche Sprachkultur im innersten Wesen ausmacht. In der Nachfolge von Luther, Wagner, Stefan George und anderen großen Söhnen unseres Volkes glänzt er/sie durch makellose vaterländische Gesinnung und ebensolche schnarrende Diktion. Die Frage, wer in dunkler, überfremdeter Zeit die Fackel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wenige Andere ist Donna San Floriante prädestiniert, für unsere Epoche zu definieren, was Deutschtum und deutsche Sprachkultur im innersten Wesen ausmacht. In der Nachfolge von Luther, Wagner, Stefan George und anderen großen Söhnen unseres Volkes glänzt er/sie durch makellose vaterländische Gesinnung und ebensolche schnarrende Diktion. Die Frage, wer in dunkler, überfremdeter Zeit die Fackel des urdeutschen Geistes weiter tragen und der von Thilo Sarrazin zu Recht beklagten &#8220;Abschaffung Deutschlands&#8221; Einhalt gebieten soll, ist auf das Glücklichste gelöst: Donna San Floriante vermengt den Adel des Blutes auf das Vortrefflichste mit jenem der Dichtkunst. Unsere Brust erbebt daher doppelt vor Stolz, ihn/sie hier erstmals physisch präsentieren zu können. Mit der Maske schützt sich der/die Hochgesinnte vor der Zudringlichkeit des niederen Pöbels. &#8220;Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen&#8221; &#8211; diese Losung des unglücklichen Bayernkönigs Ludwig könnte auch die seine/ihre sein.<br />
<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/01/01/donna-san-floriante-anti-sarrazynische-neujahrsansprache/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/01/01/donna-san-floriante-anti-sarrazynische-neujahrsansprache/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kopenhagen und die Guillotine</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2009/12/22/kopenhagen-und-die-guillotine/</link>
		<comments>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2009/12/22/kopenhagen-und-die-guillotine/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 13:22:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger auf HdS]]></category>
		<category><![CDATA[Donna San Floriante]]></category>
		<category><![CDATA[Politik (Ausland)]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt/Natur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://hinter-den-schlagzeilen.de/?p=416</guid>
		<description><![CDATA[Von Donna San Floriante „Die Kunst, vernetzt zu denken. Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität“ heißt das Buch von Frederic Vester, welches ich mir vom Bücherregal meines Vaters angle. Eine ansprechende Lektüre, und Vester ist ein Praktiker. Er kritisiert nicht nur das alte Paradigma des rein produktorientierten, linearen Denkens, das in Ursache-Wirkung-Beziehungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><img class="alignleft size-full wp-image-417" title="Ram1792sky" src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2009/12/Ram1792sky.jpg" alt="Ram1792sky" width="107" height="149" />Von Donna San Floriante</p>
<p class="MsoNormal">„Die Kunst, vernetzt zu denken. Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität“ heißt das Buch von Frederic Vester, welches ich mir vom Bücherregal meines Vaters angle. Eine ansprechende Lektüre, und Vester ist ein Praktiker. Er kritisiert nicht nur das alte Paradigma des rein produktorientierten, linearen Denkens, das in Ursache-Wirkung-Beziehungen analysiert und unendliche Datenmengen aufhäuft, ohne die wesentlichen Systemzusammenhänge zu begreifen. Er stellt auch nicht nur dar, wie ein neues, vernetztes, an Wechselwirkungen und langfristigen Entwicklungen ausgerichtetes Denken und Handeln aussehen müsste.</p>
<p class="MsoNormal"><span id="more-416"></span></p>
<p>Vester hat vielmehr konkrete Fallbeispiele im Angebot. Eine Großschlachterei, die sich mit einer dezentralen, kleinräumigen Struktur völlig neu aufstellt. Die seit vier Jahrzehnten ungelöste Verkehrsproblematik einer Kleinstadt, die durch konsensbasierte Entscheidungsprozesse eine ökologisch und stadtpolitisch sinnvolle Lösung findet. Eine ganze Region in China, die nach ganzheitlichen Prinzipien und mit dem Ziel, ökologischer Nachhaltigkeit und nachhaltiger Lebensqualität geplant und gestaltet wird. Das neue Design einer Flugzeugkabine, das wirtschaftliche Erfordernisse und die Wünsche der Fluggäste genial verbindet. Frederic Vester kann auf Erfolge verweisen.</p>
<p>Vesters Buch ist, trotz der Angst um die Menschheit, die er im letzten Satz formuliert, von einem erfreulichen Optimismus der Machbarkeit durchdrungen. Ja, es gibt gewaltige Probleme und wir müssen handeln. Aber wir wissen in etwa, wie die Lösungen aussehen oder zumindest, wie sie entwickelt werden können, wir haben das technologische Know-How und zunehmend auch die nötige Einsicht, unser Verhalten und die Organisation der Welt rechtzeitig entscheidend umzustellen.</p>
<p>Das Problem: „Die Kunst, vernetzt zu denken“ ist ein Buch aus dem Jahre 2001. Professor Vester ist im Jahre 2003 verstorben. Und 2009 ist es noch immer nicht gelungen, auch nur den Anstieg der CO2-Emissionen spürbar zu verlangsamen, es scheitern die Staatschefs der Welt weiter vor sich hin.</p>
<p>Die „Nuller Jahre“</p>
<p>Die „Nuller Jahre“ des 21. Jahrhunderts, eingeleitet mit dem Dammbruch reaktionärer Irrationalitäten am 11. September 2001, werden tatsächlich in den Geschichtsbüchern dastehen als ein verlorenes Jahrzehnt: eine Zeit, in der man die Katastrophe kommen sah, aber entschied, sich lieber vor einem anderen, bequemer zu bekämpfenden Szenario zu fürchten und den Blick besser dahin zu wenden.</p>
<p>Den Terrorismus nämlich kann man fürchten und bekämpfen (lassen), ohne den eigenen Alltag nennenswert zu verändern, man kann sich sogar einreden, es werde geradezu die Art und Weise, wie man lebt, am Hindukusch gesichert und verteidigt. Die wirkliche Rettung der Welt aber, und Frederic Vester hat das immer wieder wissenschaftlich belegt, erfordert ein radikales Umsteuern in der Gesamtorganisation unserer Gesellschaft. Sie erfordert nicht notwendigerweise einen geringeren Lebensstandard, obwohl auch das zumindest im sogenannten „Westen“ ziemlich sicher blüht. In jedem Fall aber braucht es radikale, einschneidende Veränderungen des Alltags. Denn rein technische Lösungen reichen, wie Vester in zahlreichen Simulationen bewiesen hat, keineswegs aus. Die alles entscheidende Variable im komplexen System unserer Biosphäre ist: das Verhalten der Spezies Mensch. Wenn sich hier nichts grundlegend ändert, wird das System kollabieren.</p>
<p>Überlebenstrieb paradox</p>
<p>Nun gibt es sie immer noch, die Verharmloser und Leugner des Klimawandels. Noch gefährlicher als diese bezahlten Schreiberlinge der Industriegiganten sind aber vielleicht noch jene, die auch nach dem Desaster von Kopenhagen finden: Na, immerhin haben sich mal alle Staaten getroffen und miteinander geredet! Diejenigen also, die von der Dringlichkeit der Situation immer noch nichts begriffen haben, die immer noch so tun, als könne man das Ruder dann eben im nächsten Jahr herumreissen oder im übernächsten, und die vor allem eines nicht verstehen: es gibt Interessengruppen, deren Überlebenstrieb als Gruppe dem Überlebenstrieb der Spezies Mensch diametral entgegengesetzt ist. Und dieser Block hat momentan die Macht und die Möglichkeiten, jedes effektive Umsteuern zu blockieren. Schlimmer: er setzt weiterhin in größtem Umfang Weichenstellungen der fatalsten Art und mit weitestreichenden Folgen durch. Etwa in Deutschland die, den Atomausstieg wieder zurückzunehmen, eine neue Generation Kohlekraftwerke zu bauen, den Kauf neuer Autos mit der alten, verheerenden Technologie der Verbrennungsmotoren zu subventionieren, Banken zu retten statt, mit einem Bruchteil dieser aberwitzigen Beträge: die Biosphäre.</p>
<p>Es ist die große Schwäche von Vesters Ansatz, dass seine Modelle immer vom guten Willen aller am Entscheidungsprozess Beteiligten ausgehen, dass die Modelle seines „Sensitivitätsmodells“ in sich funktionieren, aber nicht die Frage beantworten, wie man die Ideen und Werkzeuge des vernetzten Denkens vor gezielter Destruktion und rücksichtsloser Sabotage schützen kann, wie man das Richtige durchsetzen kann gegen Einflüsse, die Kruziment noch eins bewusst und absichtlich auf das Falsche zusteuern?</p>
<p>Genau das ist aber der Fall. Und wir tun gut daran, uns dieser Tatsache zu stellen: es gibt Menschen, deren subjektiver Überlebenstrieb sich gegen das objektive Überlebensinteresse der Menschheit richtet!</p>
<p>Vernunft &amp; Guillotine</p>
<p>Das ist an sich keine völlig unbekannte Erfahrung. Auch vor der Französischen Revolution war alles vorhanden und bekannt, was nötig gewesen wäre, um rechtzeitig umzusteuern. Voltaire saß auf seinem Landgut zu Ferney und war mit seinem brillanten Geist und seinen scharf geschnittenen Sätzen zu einer europäischen Großmacht des Intellekts aufgestiegen. Der Appell an die Vernunft griff auch in den denkenden Teilen des Adels um sich, gerade dort gab es Reformer, auch im Klerus bildete sich eine Front der Aufklärung. Die technischen Möglichkeiten, die Probleme der Zeit durch sinnvolle Massnahmen zu lösen, nahmen rasant zu.</p>
<p>Zur Revolution von 1789 ff aber kam es, weil diese Fraktion der Gutwilligen, der Denkenden, der Veränderungsbereiten innerhalb der herrschenden Klasse unterlag. Diejenigen, die jeglichen Kontakt zur Gesellschaftsmehrheit verloren hatten, die nichts kommen sahen bis zum bitteren Ende und rücksichtslos und immer dreister nur die Verteidigung ihres Status Quo betrieben &#8230; diejenigen waren es, die jede evolutionäre Lösung der sozialen Krise dieser Zeit erfolgreich hintertrieben. Sie hatten nichts begriffen, hörten nicht das Murren und die immer wildere Agitation in den Vorstädten, aber sie setzten sich innerhalb der herrschenden Klasse durch, gegen die Reformkräfte, gegen die Aufgeklärten und Weitsichtigen.</p>
<p>Es sind solche Entwicklungen, die den Weg zur evolutionären, schrittweisen Veränderung eines in die Krise geratenen Systems blockieren und dann nur noch zwei Optionen übrig lassen: den weiteren, sich beschleunigenden Verfall des Systems – oder aber die Entmachtung der besagten Klasse durch revolutionäre Prozesse. Es zerreißt also entweder den Topf und es gibt es riesengroße Sauerei in der ganzen Küche, oder aber der Deckel kommt runter, man rührt dreimal kräftig um und stellt den Herd ein, zwei Stufen runter &#8230; und deckt schon mal den Esstisch!</p>
<p>Metropolenzynismus</p>
<p>Das Problem in der Gegenwart und im Gegensatz zur Krise Frankreichs vor gut 200 Jahren könnte sein, dass die Gruppe von Menschen, die sabotiert und in die falsche Richtung steuert, eben nicht nur eine winzige Schicht von Superreichen oder die Lakaien einiger Monopole sind.</p>
<p>Die mit gigantischem Beharrungsvermögen auf ihrer (relativen) Macht sitzen bleiben und damit die Welt in den Abgrund jagen, das sind leider auch einige Hundert Millionen Bewohner der Industriestaaten, die sich manche sinnvolle Maßnahme durchaus leisten könnten, aber dann eben doch wieder bei Lidl einkaufen, weil’s billiger ist, und mit dem Flugzeug in den Urlaub düsen, weil’s da schön ist und sich beim Bau ihrer Häuser das Nutzwassersystem eben doch nicht leisten wollen, während sie sich die Dreiecksbadewanne aber eben schon leisten.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: während Bangladesh und Tuvalu absaufen, ist das mehrheitliche Interesse der Metropolenbevölkerung darauf gerichtet, in Ruhe sein Feierabendbier genießen zu können. Wir sind so heillos kaputt, dass uns die ganze Verantwortungslosigkeit unseres alltäglichen Handelns schon gar nicht mehr auffällt. Wir sitzen vor den Fernsehern oder surfen im Internet und verfolgen den Klimagipfel in Kopenhagen, wie ein Sportereignis: mal sehen, ob die das schaffen, ich glaub ja nicht dran – es fehlt nur, dass wir Tippgemeinschaften in der Kantine gründen, ob die Rettung der Biosphäre gelingen wird oder nicht.</p>
<p>In jedem Fall bleiben wir, in alledem und allesamt: Zuschauer. Besorgte Zuschauer oder gelangweilte Zuschauer, besoffene Zuschauer oder bekiffte Zuschauer, wir empören uns über „die da oben“ oder lassen es auch bleiben, in jedem Fall: wir bleiben sitzen und seufzen vom Gang der Welt!</p>
<p>Eine gewisse Hoffnung besteht nun darin, dass man diesen Eindruck, es bewege sich nichts in der Welt und alle Menschheit schaue nur zu, eben vor allem als Bewohner der guten, alten ersten Welt gewinnt. Denn Kopenhagen war ja nicht nur ein Scheitern, es war auch eine Rebellion der Schwellenländer und der Dritten Welt gegen die diplomatische Arroganz und Pool Position der westlichen Industriestaaten!</p>
<p>Man lesen die Rede von Hugo Chavez beim Klimagipfel, man richte den Blick in jene Erdteile, die von Europa und den USA seit Jahrhunderten niedergefahren werden wie von einer Dampflok und man stellt fest: die Rebellion hat ja längst begonnen, &#8230; nur eben nicht bei uns, sondern im Süden des Planeten: gegen uns! Und wir, die linken, kritischen, aufgeklärten Bevölkerungsteile der Metropolen? Wir sollten uns demnächst überlegen, ob nicht auch wir von diesem anhebenden Sturm mit großer Berechtigung hinweggefegt werden, wenn wir nicht endlich, endlich, endlich übergehen von der passiven Empörung zur echten Aktion.</p>
<p>Meine Eltern übrigens, haben diesen Schritt getan. Sie taten ihn harmlos und etwas hilflos auch, es sind eben meine Eltern. Aber sie haben ihn getan! Am letzten Verhandlungstag zu Kopenhagen standen sie zu einem Schweigekreis auf dem Marktplatz ihrer kleinen Münchner Vorstadt, wie damals, zu Zeiten der Friedensbewegung. Irgendein örtlicher Spinner, der nach seinem Burnout als leitender Angestellter zum Esoteriker und Umweltaktivisten mutiert ist, hat die Sache angeleiert&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">
<p><!--EndFragment--></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2009/12/22/kopenhagen-und-die-guillotine/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Götz Widmann: Hingabe</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2009/12/15/gotz-widmann-hingabe/</link>
		<comments>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2009/12/15/gotz-widmann-hingabe/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 13:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogger auf HdS]]></category>
		<category><![CDATA[CD-Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Donna San Floriante]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://hinter-den-schlagzeilen.de/?p=287</guid>
		<description><![CDATA[Götz Widmann wird dort, wo man das Lied zur Gitarre erfunden und gepachtet zu haben glaubt, mit einer gewissen Beharrlichkeit ignoriert. Ein Fehler, findet Donna San Floriante.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-289" title="goetzwidmann2" src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2009/12/goetzwidmann2-150x150.jpg" alt="goetzwidmann2" width="150" height="150" /></div>
<p>Götz Widmann wird dort, wo man das Lied zur Gitarre erfunden und gepachtet zu haben glaubt, mit einer gewissen Beharrlichkeit ignoriert. Ein Fehler, findet</p>
<p>Donna San Floriante</p>
<p>Rebellische Kifferlieder kannte ich als Bayern-Kid schon aus den 80ern vom Hans Söllner. Folglich war mir, als ich irgendwann in den 90ern in Hamburg ein Konzert des Liedermacher-Duos Joint Venture erlebte, durchaus nicht klar, einem historischen Ereignis beizuwohnen. Das war es aber. Fernab von <span id="more-287"></span>den traditionellen Wegen der Liedermacherei, im Herzen der Jugendkultur, hat Joint Venture inzwischen eineinhalb Generationen inspiriert. Götz Widmann agiert seit dem Tod seines Kollegen Kleinti solo auf der Bühne, und als liebevoller Künstler-Gärtner einer ganzen Szene darf er sich mit voller Berechtigung als Godfather des Liedermaching bezeichnen.</p>
<p>Liedermaching?! Die Vielfalt dieser Szene ist groß genug, Urgesteinen wie John Banse oder dem russisch-jüdischen Sänger herrlicher Ganovensongs, Ganef, eine Heimat zu bieten. Sie hat mit den Monsters of Liedermaching eine Formation am Start, die auch auf den großen Sommerfestivals funktioniert, und mit Johanna Zeul das seltene Phänomen einer profilierten Liedermacherin in ihren Reihen. Die besten Köpfe des Liedermachings, etwa der wunderbare Rüdiger Bierhorst aus Berlin, schreiben ganz exzellente Songs. Auch Heinz Ratz kommt aus diesem Stall.</p>
<p>Die durchschnittlichen Fähigkeiten an der Gitarre übersteigen das Niveau der 70er bei weitem. Textlich, lyrisch, gesanglich ist die Sache vielleicht noch am ausbaufähigsten. Auf jeden Fall darf man sich verwundert die Augen reiben, wenn Hunderte von Jugendlichen die Hallen füllen, um Leuten beim Vortrag selbstgeschriebener Lieder zur Gitarre zu lauschen.</p>
<p>Jubel also über der Burg Waldeck? Erleichterung beim Folker-Magazin? Endlich neue Lieder neuer Leute? – Nix da. Man wird auch die neue CD von Götz Widmann in diesen Breiten genauso ignorieren, wie alle vorangegangenen und bestenfalls einmal, wie der Folker über die Monsters of Liedermaching, einige Passagen lang die Nasen rümpfen. Der Grund ist klar: die allermeisten Songs aus der Liedermaching-Szene mögen sich ästhetisch als Liedermacherei qualifizieren, fallen aber ganz sicher nicht in die Kategorie <em>politisches</em> Lied.</p>
<p>Spätestens „Hingabe“, die neue CD von Götz Widmann, wirft die Frage auf, ob diese Einschätzung eigentlich korrekt ist, soweit vom Godfather des Liedermachings die Rede ist. Das Lebensgefühl, welches Götz Widmann vermittelt, ist trotzig, rotzig, fordernd, frivol, von einer unbezwingbaren Liebe zur Freiheit und zum Exzess bestimmt, aber auch durchdrungen von zwischenmenschlicher Klugheit („streiten und liebe machen“), robuster Weltweisheit („Hingabe“) und anrührender Verliebtheit („Wolke 7“).</p>
<p>Die Stimme ist tief und viel reibeisiger als der sehr ruhige, freundliche Mensch dahinter. Die Arrangements sind ausnahmslos: Gesang &amp; Gitarre. Die Gitarrenbegleitung ist meistens sehr rhythmisch und kraftvoll. Es geht auch sanft und langsam, insgesamt aber ist Götz Widmann das Kunststück gelungen, Lieder zur Gitarre auch in Deutschland tanzbar zu machen. Dem Live-Künstler Götz Widmann darf man erst recht attestieren, die Liedermacherei auf ein neues Niveau gehoben zu haben. Widmann kann rocken, Widmann kann grölen und toben, Widmann ist eine waschechte Bühnensau, einer, der im Laufe des Singens und Spielens abhebt und die Leute dabei mitreisst!</p>
<p>Natürlich beisst Widmann live immer noch kräftige Bissen von den alten Joint-Venture-CDs runter. Er verwaltet hier ein Erbe, sein Publikum kann diese Klassiker über Drogenspürhunde, Süffelmänner und den Dockarbeiter Hank auswendig. Nicht erst „Hingabe“ aber zeigt einen Widmann mit Tiefgang und Substanz, der sich von der reinen Kiffer-Thematik längst emanzipiert und Wesentliches mitzuteilen hat.</p>
<p>Dazu ist Widmann sauwitzig, was auch auf der für seine Verhältnisse eher nachdenklichen CD „Hingabe“ immer wieder durchscheint – etwa in einem sehr gelungenen Song über seine Schwangerschaft, einem sehr ehrlichen Lied über die Abgründe männlicher Gehirne, in der Dada-Nummer „bubble bubble blablabla“ – oder wenn Widmann über seine chancenlose Liebe zu einer Christenlady singt: „Jesus war mein Nebenbuhler – aber Jesus war cooler!“</p>
<p>Tanzbar und witzig – das sind natürlich zwei absolute No-Go’s im politischen Lied! Da hilft es überhaupt nichts, wenn der Mann gegen Internet-Überwachung („Laptopwebcammann“), über fehlgeleitete Helfersyndrome („Sozialberuf“) und „Babylon“ singt, sich selber produziert und verlegt, keinen Manager hat, nicht mal einen Booker – und damit sämtliche Anforderungen an einen Independent-Künstler erfüllt. Widmann und Waldeck, das wird also voraussichtlich niemals zusammengehen. Über die Relevanz Götz Widmanns ist damit keine negative Aussage getroffen.</p>
<p>Hingehen, kaufen: Hingabe!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2009/12/15/gotz-widmann-hingabe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

