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	<title>Hinter den Schlagzeilen &#187; Konstantin Wecker</title>
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	<description>Konstantin Weckers Webmagazin //  Kultur - Gegeninformation - Philosophie</description>
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		<title>Weckers Rede an die Nichtgutmenschen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 09:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Leser/innen dieses Magazins besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, in eine derzeit sehr unbeliebte Kategorie zu fallen: die des Gutmenschen. Was aber sollten wir statt dessen sein? Schlechte Menschen? Konstantin Wecker wendet sich in einem lyrischen Pamphlet an jene Menschengruppe, die derzeit den Diskurs dominiert: die Nichtgutmenschen. lieber mitmensch der du so gerne gewisse menschen verächtlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2012/01/Konstantin-Wecker.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2012/01/Konstantin-Wecker-150x150.jpg" alt="" title="Konstantin Wecker" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-7560" /></a>Für Leser/innen dieses Magazins besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, in eine derzeit sehr unbeliebte Kategorie zu fallen: die des Gutmenschen. Was aber sollten wir statt dessen sein? Schlechte Menschen? Konstantin Wecker wendet sich in einem lyrischen Pamphlet an jene Menschengruppe, die derzeit den Diskurs dominiert: die Nichtgutmenschen.<br />
<span id="more-7559"></span></p>
<p>lieber mitmensch<br />
der du so gerne gewisse menschen verächtlich oder auch wütend als gutmenschen zu entwürdigen versuchst<br />
ich hätte da eine frage:<br />
was stört dich denn nun so am gut-sein-wollen mancher deiner artgenossen?<br />
dass er sich sorgt um sich und seine lieben<br />
in einer gesellschaft, die, ungeübt im miteinander, das gegeneinander zum fetisch erhebt,<br />
in einer gesellschaft, die statt fürsorge konkurrenz aufs banner geschrieben hat,<br />
statt mitgefühl gleichgültigkeit<br />
was stört dich so an jemandem, der sich nicht damit abfinden will<br />
dass die meisten wohlhabenden oft nur noch verachtung übrig haben für die viel zu vielen armen,<br />
verachtung statt mitgefühl<br />
arroganz statt bescheidenheit<br />
was stört dich daran, dass manche schlecht schlafen, weil sie wissen,dass ihre lebensweise mit schuld daran ist, wenn mehr als 25 000 kinder pro tag an hunger sterben. und sie schlafen schlecht für sich allein und ohne deinen sicher wohlverdienten schlaf zu stören,<br />
ja, lieber nichtgutmensch, warum verspottetst du jene, die lernen wollen ihr herz zu öffnen für alle, die „drunten sterben, wo die schweren ruder der schiffe streifen“, auch wenn sie „beim steuer droben wohnen und voglelflug kennen und die länder der sterne“<br />
warum nur verachtest du alle, die sich stark machen für jene, die zu schwach sind um für sich zu sprechen<br />
warum verachtest du die schwachen, lieber nichtgutmensch,<br />
weil wir in einer gesellschaft der starken und kräftigen leben und weil nun mal die meisten die schwachen verachten,<br />
weil sie es so gelernt haben als kinder<br />
und es ihnen von starken und engstirnigen, verzweifelten und verschlossenen männern eingebläut wurde,<br />
könnte es sein, lieber mit-und nichtgutmensch<br />
dass es dich stört wenn nicht alle mitjohlen im jubilate über den freien markt, ein gesangsverein der oft so burschenschaftlich daherkommt,<br />
könnte es sein, dass dich manche eben doch verunsichern,<br />
weil sie ihr herz nicht verschlossen haben und weiterhin versuchen mit ihm zu denken,<br />
könnte es sein, dass diese gutmenschen, die, soviel ich weiß dir persönlich nie etwas angetan haben, dein heim nicht zerstört, dein guthaben nicht geplündert, dein auto nicht zu schrott gefahren haben, dir dein bankkonto nie gekündigt haben, könnte es sein, dass sie dir etwas wieder entdecken und aus der versenkung holen was du verbannt hast aus deinem sein und fühlen, könnte es sein, dass sie dich an etwas erinnern was du immer noch in dir trägst, aber schon lange zu entsorgen versucht hast, könnte es denn sein, werter nichtgutmensch (denn es käme mir nie in den sinn dich als schlechtmensch zu diffamieren) könnte es also sein, dass wegen dieser verdammten gutmenschen so was wie ein gewissen in dir wieder zum leben erwacht und du deshalb so verächtlich und respektlos bist?<br />
und glaub mir, verehrter nichtgutmensch, egal ob sie etwas erreichen oder nicht, ob sie die welt verändern oder mit ihr und an ihr zu grunde gehen, diese gutmenschen sind mir tausendmal lieber und wertvoller, liebenswerter und spannender, erotischer und witziger als all die karriereversessenen sich nichteinmischer, sich ausallemraushalter, all diese überheblich lächelnden und ewig pubertierenden coolen, unlebendigen, farblosen und dumpfen drübersteher. mögen sie noch so angeblich klug parlieren und schwadronieren &#8211; sie nehmen nicht wirklich teil am leben, sie sind nie mittendrin und deshalb aus allem raus.<br />
und wirklich, du lieber nichtgutmensch, auch dich hätten wir gern auf unserer seite, der seite der meist erfolglosen, oft genug scheiternden, immer suchenden, gern staunenden und verzweifelt liebenden.<br />
aber so du denn nicht zu uns stoßen willst, beschimpf uns ruhig weiter.<br />
wir sinds gewöhnt und dir scheint es ja auch gut zu tun</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wecker liest Hofmannsthal</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 11:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>
		<category><![CDATA[Musikvideo/Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Konstantin Wecker liest und begleitet Hugo von Hofmannsthals Gedicht &#8220;Manche Freilich&#8221;, eines seiner bekanntesten lyrischen Werke, da in keiner Anthologie fehlt. Man kann einen Kommentar zum gespannten Verhältnis zwischen sprituellen &#8220;Überfliegern&#8221; und der arbeitenden Bevölkerung sehen. Auch einen Hinweis auf die Verbundenheit aller Aspekte des Lebens, der materiellen wie der geistig-reflektierenden. Wie bei den meisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Konstantin Wecker liest und begleitet Hugo von Hofmannsthals Gedicht &#8220;Manche Freilich&#8221;, eines seiner bekanntesten lyrischen Werke, da in keiner Anthologie fehlt. Man kann einen Kommentar zum gespannten Verhältnis zwischen sprituellen &#8220;Überfliegern&#8221; und der arbeitenden Bevölkerung sehen. Auch einen Hinweis auf die Verbundenheit aller Aspekte des Lebens, der materiellen wie der geistig-reflektierenden. Wie bei den meisten bedeutenden Gedichten ist die Aussage vieldeutig, und gerade das ist das Schöne daran.<br />
<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2012/01/09/wecker-liest-hofmannsthal/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
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		<title>Konstantin Wecker: Zeit für Stille</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 11:33:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Konstantins Text ist keine gewöhnliche &#8220;Neujahrsansprache&#8221;. Er plädiert dafür, sich wieder mehr Zeit zu nehmen für wunderbare klassische Musik und für die Stille, die auch in seinem turbulenten Leben oft zu kurz kam. Alfred Brendel spielt nun schon zum zehnten Mal den zweiten Satz des 3. Klavierkonzertes und ich frage mich zum hundertsten Mal, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/12/Konstantin-Wecker.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/12/Konstantin-Wecker-206x300.jpg" alt="" title="Konstantin-Wecker" width="206" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-7456" /></a>Konstantins Text ist keine gewöhnliche &#8220;Neujahrsansprache&#8221;. Er plädiert dafür, sich wieder mehr Zeit zu nehmen für wunderbare klassische Musik und für die Stille, die auch in seinem turbulenten Leben oft zu kurz kam.<span id="more-7455"></span></p>
<p>Alfred Brendel spielt nun schon zum zehnten Mal den zweiten Satz des 3. Klavierkonzertes und ich frage mich zum hundertsten Mal, wie es Beethoven gelungen ist mit dieser schlichten und unverschnörkelten, uneitlen und ganz und gar unspektakulären Melodie in mir so tiefe Gefühle zu erwecken, sich seit Jahrzehnten so in meinem Herzen derart festzusetzen, dass mich jedesmal wieder beim Spielen oder Anhören dieser Melodie Bilderfluten meiner Kindheit überfallen, und nicht nur meiner Kindheit, eigentlich meines ganzen Lebens.</p>
<p>Dieses Largo führt mich durch geheime Zauberkraft zu mir selbst und verführt mich dazu, mir wieder selbst zu begegnen. Und so lasse ich unweigerlich das letzte Jahr mit seinen Erfolgen und Niederlagen Revue passieren. Und ich frage mich, ob ich mir denn genügend Stunden wie diese gegönnt habe in diesem turbulenten und &#8211; weshalb sollte ich es auch abstreiten &#8211; beruflich dank eurer Zuneigung wirklich sehr erfolgreichen Jahr.<br />
Selbstverständlich werde ich nun nicht ausschließlich zweite Sätze klassischer Komponisten hören &#8211; obwohl es nicht die schlechteste Option wäre &#8211; aber ich will mir ernsthaft vornehmen mir mehr Zeit für die Stille einzuräumen. Und so sehr ich mich auch darum bemüht habe, vor allem in den letzten Jahren, so richtig leicht fällt mir mein jüngstes Verhältnis mit der Stille immer noch nicht. Leider genügt es ja nicht, mit einem Zenmeister befreundet zu sein, um dann auch gleich meisterlich zu meditieren.</p>
<p>Ich hab mich doch immer wieder zu gern berauschen lassen von Turbulenz und Ablenkung, Aufregung und Fehltritten, um das alles so kampflos aufzugeben.</p>
<p>Aber vermutlich gehts ja gar nicht darum alles aufzugeben. sondern darum, immer wieder das rechte Maß zu finden zwischen Laut und Leise, Allegro und Adagio, Ritardando und Accelerando und Zärtlichkeit und Wut &#8211; so wie es die großen Künstlerinnen und Künstler immer in ihren Werken gefunden haben.</p>
<p>Nicht zwangsläufig auch in ihrem Leben.</p>
<p>Auch ich bin als Kind nicht gerade in den großen Topf des Maßhaltens gefallen, und das rechte Maß ist mir doch ganz schön oft entglitten. Vielleicht verzaubern mich deshalb diese strengen klassischen Sätze mit ihren festen Formen und unmerklichen Regeln, die zwar immer wieder durchbrochen wurden, aber doch eher um zu beweisen, dass man sich mit ihnen intensiv auseinandersetzte. Und nun im Alter, wenn die Unsterblichkeit der Jugend als Illusion entlarvt ist und die Zeit ein völlig anderes Gewicht bekommt, gerade weil sie einem wie Sand durch die Finger rinnt, jetzt wär es vielleicht doch endlich an der Zeit sich ihr zu stellen. Vielleicht kommt man ihr ja in der Stille auf die Schliche. Und wenns nur derart ist, dass man sich nicht mehr von ihr beherrschen lässt.<br />
Zugegeben, leicht melancholische Gedanken, aber die sind zum Jahresende doch auch gestattet.</p>
<p>Obwohl ich mir ja nichts mehr vornehmen wollte zum neuen Jahr, weil ich es noch nie eingehalten habe, ist mir nun doch ein Vorsatz passiert.</p>
<p>Und euch wünsche ich ein Jahr, in dem ihr die Kraft habt all das durchzusetzen wofür es sich zu kämpfen lohnt.</p>
<p>Innen wie aussen. Im eigenen Herzen wie in der Welt.</p>
<p>Alles Liebe<br />
Euer Konstantin</p>
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		<title>Konstantin Wecker über Georg Kreisler</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 09:31:28 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Konstantin Wecker war es ein großer Schock, dass innerhalb weniger Tage sowohl Franz-Josef Degenhardt als auch Georg Kreisler starben. Der erste war ein Grund dafür, dass Konstantin überhaupt begonnen hat, Lieder zu schreiben, der zweite lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Ausdrucksmöglichkeiten des Klaviers. Die Einflüsse reichen aber noch weiter und betreffen Fragen des Inhalts, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_7061" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/11/GeorgKreisler1.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/11/GeorgKreisler1-150x150.jpg" alt="" title="GeorgKreisler" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-7061" /></a><p class="wp-caption-text">Georg Kreisler</p></div>Für Konstantin Wecker war es ein großer Schock, dass innerhalb weniger Tage sowohl Franz-Josef Degenhardt als auch Georg Kreisler starben. Der erste war ein Grund dafür, dass Konstantin überhaupt begonnen hat, Lieder zu schreiben, der zweite lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Ausdrucksmöglichkeiten des Klaviers. Die Einflüsse reichen aber noch weiter und betreffen Fragen des Inhalts, des lyrischen Stils und des (makaberen) Humors. 2004 hielt Konstantin eine Laudation für Georg Kreisler, an die er hier nochmals anknüpft.<span id="more-7057"></span></p>
<p>Zutiefst erschüttert muss ich nun, nur ein paar Tage nach dem Tod Franz Josef Degenhardts, schon wieder von einem Meister Abschied nehmen, der mich &#8211; nicht nur in meinen Anfangsjahren &#8211; inspiriert hat wie kaum ein anderer.</p>
<p>Georg Kreisler ist tot. Kreisler verstarb gestern im 90. Lebensjahr in Salzburg, wie die „Salzburger Nachrichten“ vermeldeten. Gerade jetzt auf meiner Tour musste ich immer an ihn denken wenn ich &#8220;Das Lächeln meiner Kanzlerin&#8221; spielte. Ohne Kreisler wäre dieses Lied nie entstanden. und ganz sicher nicht nur dieses Lied. Ich habe es ihm jeden Abend gewidmet. und ich hätte ihn so gerne noch einmal in Salzburg besucht&#8230;.<br />
Am 21.5.2004 habe ich diese Laudatio für Georg Kreisler gehalten. er bekam den Ehrenpreis des Bayrischen Kabarettpreises für sein Lebenswerk.<br />
Er sagte mir anschließend, dass ihm diese Laudatio sehr gefallen habe.</p>
<p>Wer im deutschsprachigen Raum Lieder schreibt und gar noch am Klavier sich selbst begleitend singt, kommt an ihm nicht vorbei.<br />
Ob man ihn bewundert &#8211; wie ich &#8211; oder nicht: Georg Kreisler hat Maßstäbe gesetzt. Als Autor, als Musiker und als Sänger.<br />
Dass er zeitlos gültige und gute Texte geschrieben hat, wird ihm kein intelligenter Mensch absprechen können.<br />
Sein ganzes Liedgut scheint manchmal ein Konvolut aus sibyllinischen Versen. Seine Poesie mäandert streckenweise durchs wilde Absurdistan, um dann in einer Art umgekehrtem Syllogismus vom Besonderen aufs Allgemeine zu schließen.</p>
<p>Was für ein grandioser Musiker, Arrangeur und Musicalkomponist er ist, wird oft verschwiegen. Dass er einer der wenigen ist, die deutsch so singen, dass man jedes Wort versteht, die Melodie nicht verraten wird und man dabei auch noch berührt wird, wird erst gar nicht erwähnt. Und genau das soll man ihm erst einmal nachmachen. Und sein unvergleichliches Vibrato, das er so hinterfotzig einsetzen kann. Und sein müheloses durch alle Stilrichtungen gleitendes Klavierspiel. Seine harmonischen Brechungen und Unverschämtheiten, wenn&#8217;s dem Text dient. Ich konnte mich an Kreisler nicht satt hören und hab ihn natürlich, ganz im Brechtschen Sinne, hemmungslos kopiert. Auf meiner ersten Schallplatte, den &#8220;Sadopoetischen Gesängen des Konstantin Amadeus Wecker&#8221;, kreislerts gewaltig.</p>
<p>In den 70ern war Kreislerplattenhören ein Muss auf jeder Party und auch heute noch stehen, wie ich mir sagen ließ, seine Lieder bei vielen Jugendlichen hoch im Kurs. Ich habe den Meister ein paar Mal live in der Lach- und Schießgesellschaft gehört und zuletzt, vital und präzise wie eh und jeh, vor einigen Jahren hier im Lustspielhaus. Und wenn man ihn leibhaftig erlebt wird einem klar, dass er seine vielgerühmte Bosheit nicht um der Bosheit willen oder wie heute oft um der Quoten willen auf die Menschheit loslässt, sondern weil er ein verzweifelt Liebender ist. Einer der etwas gerade rücken will, der als Jude in Wien tief verletzt worden ist, 1938 emigrieren musste, aber, und vielleicht gerade deshalb ein humanistisches, menschliches Anliegen hat. Kreisler geht es wie allen ernsthaften Dichtern um die Liebe, und es ist der Verlust der Liebe, der ihn so kränkt. Und so gehören auch seine manchmal etwas spröden Liebeslieder zu den schönsten dieser oft missbrauchten Gattung.</p>
<p>Woher ich das zu wissen glaube? Einen Musiker kann Kreisler nicht täuschen. Mögen seine Texte noch so zynisch anmuten, oftmals verletzend scheinen &#8211; in allen Liedern ist eine große Empathie zu spüren. Mag sein es ist das teilweise sehnsüchtige Timbre seiner Stimme, das manchmal so gar nicht zur knallharten Aussage passt, aber vor allem sind es seine Melodien: Wem solche Melodien zufallen, der kann nicht so bösartig sein wie seine Texte vermuten lassen.</p>
<p>Als er nach seinen Konzerten in der Lach- und Schießgesellschaft mit dem Publikum anschließend diskutieren wollte, hat das viele gewundert.<br />
<div id="attachment_7058" class="wp-caption alignleft" style="width: 252px"><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/11/GeorgKreisler.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/11/GeorgKreisler.jpg" alt="" title="GeorgKreisler" width="242" height="284" class="size-full wp-image-7058" /></a><p class="wp-caption-text">Georg Kreisler</p></div>Ich fand es mutig und richtig, sich mit denen auseinanderzusetzen, die sich ausschließlich beim &#8220;Taubenvergiften&#8221; auf die Schenkel schlagen wollten.<br />
Georg Kreisler, und deshalb achte ich ihn besonders, ist Zeit seines Lebens ein &#8220;engagierter&#8221; Künstler gewesen. Engagement wird ja heutzutage gerne im Blödelwahn verspottet, und umso erstaunlicher war für mich die Aussage des &#8220;Star search&#8221; &#8211; Comedian Jungstars Thomas Müller vor einigen Tagen im Spiegel Gespräch: &#8220;Die guten Leute zeichnet aus, dass jeder von ihnen eine Message hat. Eine persönliche Haltung zur Politik und zu unserer Umwelt muß auch im Programm deutlich werden. Plattes Abspulen von Witzchen langweilt mich.&#8221;</p>
<p>Halten Sie durch, Herr Müller. Nehmen Sie sich an Kreisler ein Beispiel. Kreisler hat Musicals und Theaterstücke geschrieben, er war in den USA als Filmkomponist und Interpret seiner Chansons erfolgreich, bevor er 1955 in Wien in der &#8220;Marietta-Bar&#8221; erstmals seine genialen Lieder auf sein Publikum losließ. Ohne ihn wäre das neue, deutschsprachige Liedgut sehr viel ärmer.</p>
<p>Ich kann mir keinen vorstellen, der diesen Preis für sein Lebenswerk mehr verdient als dieser Großmeister des Chansons.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Konstantin Wecker und Prinz Chaos II. über Degenhardt</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 09:13:54 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ohne Franz Josef Degenhardt hätte ich wahrscheinlich nie angefangen, selbst Lieder zu schreiben.&#8221; Dieser Satz trifft auf beide Autoren zu – unwahrscheinlicherweise, denn sie liegen altersmäßig doch eine Ecke auseinander. Und trotzdem sind es jeweils die Lieder des Altmeisters gewesen, die ihnen eine Vorstellung davon vermittelt haben, was das heißt: Liedermacher. http://www.freitag.de/kultur/1145-er-war-immer-schon-da]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_6945" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/11/Degenhardt1.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/11/Degenhardt1-150x150.jpg" alt="" title="Degenhardt" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-6945" /></a><p class="wp-caption-text">Franz-Josef Degenhardt</p></div>&#8220;Ohne Franz Josef Degenhardt hätte ich wahrscheinlich nie angefangen, selbst Lieder zu schreiben.&#8221; Dieser Satz trifft auf beide Autoren zu – unwahrscheinlicherweise, denn sie liegen altersmäßig doch eine Ecke auseinander. Und trotzdem sind es jeweils die Lieder des Altmeisters gewesen, die ihnen eine Vorstellung davon vermittelt haben, was das heißt: Liedermacher.<br />
<a href="http://www.freitag.de/kultur/1145-er-war-immer-schon-da">http://www.freitag.de/kultur/1145-er-war-immer-schon-da</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Konstantin Wecker: Empört euch!</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/10/21/konstantin-wecker-emport-euch/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 09:24:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>
		<category><![CDATA[Musikvideo/Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl dies eigentlich nicht der &#8220;Kanal&#8221; ist, auf dem Konstantin Weckers Werke promoted werden, bringen wir&#8217;s hier vor allem wegen der wichtigen Botschaft. Das Lied zu Stéphane Hessels fulminantem Buch und zu den aktuellen Protesten, in denen &#8220;Empört euch&#8221;, &#8220;Indignados&#8221; und ähnliche Formulierungen eine wichtige Rolle spielen. Musik, Refrain und erste Strophe von Konstantin Wecker, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/10/21/konstantin-wecker-emport-euch/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p><br />
Obwohl dies eigentlich nicht der &#8220;Kanal&#8221; ist, auf dem Konstantin Weckers Werke promoted werden, bringen wir&#8217;s hier vor allem wegen der wichtigen Botschaft. Das Lied zu Stéphane Hessels fulminantem Buch und zu den aktuellen Protesten, in denen &#8220;Empört euch&#8221;, &#8220;Indignados&#8221; und ähnliche Formulierungen eine wichtige Rolle spielen. Musik, Refrain und erste Strophe von Konstantin Wecker, zweite Strophe von Roland Rottenfußer, italienischer Text und Gesang von Pippo Pollina. Ich hoffe, dass es viele Leser nicht nur anhören, sondern auch umsetzen werden.<br />
Kostenloser Download möglich: www.amazon.de/gp/product/B005J21DM8/ref=dm_dp_trk10<br />
Text hier:<span id="more-6645"></span></p>
<p>Empört euch<br />
(Aus: Wut und Zärtlichkeit (2011)</p>
<p>Sie sind wie wir, doch sind sie es nicht gerne,<br />
sie machen sich nicht gern mit uns gemein.<br />
Sie schikanier´n uns lieber aus der Ferne<br />
und wollen gleich nur unter ihresgleichen sein.</p>
<p>Wir zahlen Steuern und sie setzen ab.<br />
Wir legen Hand an und sie spekulier´n<br />
und halten unsre Ängste klug auf Trab,<br />
damit wir nichts kapieren beim Verlier´n.</p>
<p>Sie sind die Reichen. manchmal auch die Schönen.<br />
Sie reden Unsinn und der wird gern publiziert.<br />
Sie faseln gern von viel zu hohen Löhnen<br />
und dass das unsre Wirtschaft ruiniert.</p>
<p>Die Börse jubelt, wenn sie die entlassen,<br />
die ihnen ihren Reichtum eingebracht.<br />
Gerichtlich sind sie eher nicht zu fassen,<br />
denn die Gesetze sind für sie gemacht.</p>
<p>Empört euch,<br />
beschwert euch<br />
und wehrt euch,<br />
es ist nie zu spät!</p>
<p>Empört euch,<br />
gehört euch<br />
und liebt euch,<br />
und widersteht!</p>
<p>Empört euch…</p>
<p>Die Visionäre spar´n sich kühnere Entwürfe,<br />
selbst die Satiren wirken blutleer, wie kastriert.<br />
Die Demonstranten fragen scheu, was sie noch dürfen,<br />
und an der Börse wird ein Gesslerhut platziert.</p>
<p>Die Menschenwürde, hieß es, wäre unantastbar,<br />
jetzt steht sie unter Finanzierungsvorbehalt -<br />
ein Volk in Duldungsstarre, grenzenlos belastbar,<br />
die Wärmestuben überfüllt, denn es wird kalt.</p>
<p>Den meisten ist es peinlich, noch zu fühlen,<br />
und statt an Güte glaubt man an die Bonität.<br />
Man lullt uns ein mit Krampf und Kampf und Spielen -<br />
schau´n wir vom Bildschirm auf, ist es vielleicht zu spät…</p>
<p>Die Diktatur ist nicht ganz ausgereift, sie übt noch.<br />
Wer ihren Atem spürt, duckt sich schon präventiv.<br />
Und nur der Narr ist noch nicht ganz erstarrt, er liebt noch<br />
und wagt zu träumen, deshalb nennt man ihn „naiv“.</p>
<p>Empört euch…</p>
<p>Verschwört euch…</p>
<p>Wir brauchen Spinner und Verrückte,<br />
es muss etwas passier´n.<br />
Wir sehen doch, wohin es führt,<br />
wenn die Normalen regier´n.</p>
<p>Resisti,<br />
combatti,<br />
stai all’erta,<br />
non cedere mai!<br />
Nell’ aria si sente,<br />
si alza un grido:<br />
Viva la libertà!</p>
<p>Empört euch…</p>
<p>Outrage yourself,<br />
engage yourself,<br />
love yourself…</p>
<p>u. v. m.<br />
<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/10/21/konstantin-wecker-emport-euch/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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		<item>
		<title>Mit Wut und Zärtlichkeit in den Sommer</title>
		<link>http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/08/12/mit-wut-und-zartlichkeit-in-den-sommer/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 09:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Konstantin Wecker meldet sich in den wohlverdienten Urlaub ab und sinniert über sein Künstlerdasein. Einige seiner wichtigsten Erkenntnisse: Es gibt keine Weisheit, die hunderprozentig vor Schmerz schützt. Und: Es ist unheimlich wichtig, neugierig zu bleiben, &#8220;uncool&#8221;, verwundbar. Nun möchte ich mich bei euch allen herzlich bedanken für diesen ereignisreichen Tourneesommer, für die Konzerte mit Hannes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/08/Konstantin-Wecker.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5989" title="Konstantin Wecker" src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/08/Konstantin-Wecker-206x300.jpg" alt="" width="124" height="180" /></a>Konstantin Wecker meldet sich in den wohlverdienten Urlaub ab und sinniert über sein Künstlerdasein. Einige seiner wichtigsten Erkenntnisse: Es gibt keine Weisheit, die hunderprozentig vor Schmerz schützt. Und: Es ist unheimlich wichtig, neugierig zu bleiben, &#8220;uncool&#8221;, verwundbar.</p>
<p><span id="more-5988"></span><br />
Nun möchte ich mich bei euch allen herzlich bedanken für diesen ereignisreichen Tourneesommer, für die Konzerte mit Hannes und mit den Spring Strings, natürlich auch für die Filmpremiere der Dokumentation unserer Tournee. Und um wieder einmal so richtig pathetisch zu werden: es ist ein großes Glück, so ein treues Publikum zu haben!</p>
<p>Nach wie vor empfinde ich es als Geschenk, meine Gedichte und Lieder so vielen Menschen vortragen zu dürfen und damit auch noch meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.</p>
<p>Oft werde ich gefragt, woher ich die Energie nehme, die man zweifelsohne braucht um solche Konzerte zu gestalten. Viele denken wohl, Lebensenergie sei wie ein voller Rucksack, der einem bei Geburt mitgegeben wird und dann von Jahr zu Jahr leichter wird.</p>
<p>Aber ich glaube, Energie ist immer verfügbar und immer wieder für den zugänglich, der sich öffnet. Deshalb halte ich es für so wichtig neugierig zu bleiben, staunend, uncool, angreifbar, verwundbar. Wer sich verschließt und in seiner Maske erstarrt, kann nicht teilhaben am großen Lebensfluss.</p>
<p>Gleichzeitig ist man natürlich auch etwas wehmütig, dass schon wieder ein Lebensabschnitt zu Ende geträumt ist. Hat mich die Vergänglichkeit mit 20 gerade noch intellektuell interessiert, so ist sie heute ein Teil meines Wesens geworden. Das trägt zwar dazu bei, sich dem Augenblick intensiver hinzugeben, beschützt einen aber nicht vor Sentimentalität. Ich habe mir die Hoffnung abgeschminkt, eine Weisheit zu erlangen, die schmerzfrei macht. Ich glaube (jedenfalls für mich) zu wissen, dass der Schmerz und die Unzulänglichkeit zum Leben &#8211; nun ja, wenigstens zu meinem Leben gehört. Sich dem zu stellen ist wohl eine der Exerzitien des Alters.</p>
<p>Vielleicht versteht man jetzt etwas besser, warum es mich immer noch so vehement auf die Bühne treibt. Diese drei Stunden voll Improvisation, Zwiegespräch mit dem Publikum, Schwelgen in Melodien, diese Stunden in denen man auch seiner Wut eine Stimme geben, gemeinsam mit vielen hunderten Menschen eine gerechtere Welt schaffen kann, diese Stunden voll Liebe und Tod sind für mich zeitlos, weil sie außerhalb der Zeit sind.</p>
<p>Sie schleudern geradewegs in ein Universum ohne Altersbeschränkung, in ein Universum ohne Vergangenheit und Zukunft, in ein Universum des Jetzt. In diesen drei Stunden kann ich den lästigen Gedankenblasen entfliehen, die einen zeit seines Lebens unabschaltbar belästigen.</p>
<p>Zweifellos kann Denken schön sein. aber nur wenn man selbst denkt und nicht wenn ES einen denkt. Und ehrlich gesagt, wann sind wir denn schon wirklich Herr unserer Gedanken und wann beherrschen unsere Gedanken uns? Wie schon der Buddha sagte: die Gedanken sollten der Wagen sein, nicht der Wagenlenker.</p>
<p>Nun werde ich mich für einen Monat verabschieden, ich fliege mit meiner Familie nach Bali, auf die Insel, die mich schon seit meinem dreißigsten Lebensjahr in ihren Bann zieht. Damals habe ich einen Zauberer aufgesucht &#8211; ich hab das in meinem ersten Roman „Uferlos“ ausführlich beschrieben &#8211; nun werd ich mich lieber von den liebenswürdigen Menschen dort und der unvergleichlichen Landschaft verzaubern lassen.</p>
<p>Konstantin Wecker meldet sich in den wohlverdienten Urlaub ab und</p>
<p>Und im Herbst geht´s ja schon wieder weiter mit „Wut und Zärtlichkeit“ und ich hoffe euch dann wieder zu sehen, auf der Bühne, vor der Bühne, einige auch hinter der Bühne, am Büchertisch oder in irgendeiner Kneipe nach dem Konzert.</p>
<p>Meine Administratoren oder manchmal auch ich werden weiterhin auf facebook posten. In ein paar Tagen wollen wir euch noch ein Video vorstellen. Es ist bei unseren Proben in der Toscana entstanden und erzählt von Venus, Hades und der Liebe.</p>
<p>Ich wünsche euch allen einen herzerfrischenden August.</p>
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		<title>Konstantin Wecker: Gewisse Damen</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jul 2011 08:51:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Niemand soll behaupten, die Zeit der großen Skandale sei für Konstantin Wecker vorbei. Gerade sorgt wieder ein dramatischer Vorfall für Entrüstung: Der Liedermacher verfasste ein &#8220;Hasslied&#8221; über die feinen Damen der Düsseldorfer Prachtstraße &#8220;Kö&#8221;. Für uns hat dieser Aufruhr den Vorteil, dass wir schon vorzeitig einen neuen Wecker-Text aus dem bald erscheinenden Album &#8220;Wut und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/Konstantin-Wecker1.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/Konstantin-Wecker1-150x150.jpg" alt="" title="Konstantin Wecker" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-5866" /></a>Niemand soll behaupten, die Zeit der großen Skandale sei für Konstantin Wecker vorbei. Gerade sorgt wieder ein dramatischer Vorfall für Entrüstung: Der Liedermacher verfasste ein &#8220;Hasslied&#8221; über die feinen Damen der Düsseldorfer Prachtstraße &#8220;Kö&#8221;. Für uns hat dieser Aufruhr den Vorteil, dass wir schon vorzeitig einen neuen Wecker-Text aus dem bald erscheinenden Album &#8220;Wut und Zärtlichkeit&#8221; lesen können.<span id="more-5865"></span></p>
<p>Nachdem Auszüge aus meinem Lied &#8220;Gewisse Damen von der Kö&#8221; in der Presse veröffentlicht wurden, antwortete z. B. die Kö-Anliegerin Nicole Blome-Hardop (Luxus-Uhren): „Was soll’s. Viele Menschen kommen extra auf die Kö, um sich gut gemachte Brüste auf Highheels anzuschauen. Wer darauf keine Lust hat, muss doch nicht extra singen. Er kann einfach wegbleiben.&#8221;</p>
<p>Für alle, die lieber lesen als gut gemachte Brüste anschauen &#8211; für euch exklusiv &#8211; der ganze Text des Songs:</p>
<p>Gewisse Damen auf der Kö<br />
haben ein Problem<br />
zu viel Geld im Portemonnö<br />
und das soll man auch sehn.</p>
<p>Drum tragen sie Pelz<br />
wenns sein muss im August<br />
den Arschlöchern gefällt´s<br />
das steigert ihre Lust.</p>
<p>Sie tragen Trauer unterm Nerz<br />
verstecken sich in Tüll<br />
geliftet auch ihr Herz<br />
im Hirn nichts als Müll</p>
<p>Ob in New York, Tokiö<br />
Maximiliansstrassö<br />
überall gibts ne Kö<br />
für die Hautevolö</p>
<p>Auch gewisse Herrn<br />
aus dem Big Business<br />
verstecken sich gern<br />
hinter Protz und Ps</p>
<p>hinter Leistung und Stress<br />
das muss man verstehn<br />
dann brauchen sie sich nicht<br />
im Spiegel anzusehn</p>
<p>ihre Partys sind öde<br />
ihr Lachen nicht echt<br />
sie kaufen sich Beifall<br />
fühln sich trotzdem schlecht</p>
<p>und sie geben sich fröh<br />
im Club Privö<br />
überall ist die Kö<br />
für Verblödetö</p>
<p>alle Andern müssen unten<br />
in stickigen Räumen<br />
am Ruder sitzen<br />
und schwitzen und träumen</p>
<p>haben statt zu futtern<br />
nur Diarrhö<br />
und rudern weiter<br />
für die Herrschaften der Kö</p>
<p>und die sind nicht mehr zu ertragen<br />
in ihrer Luxus Agonie<br />
man muss sie verjagen<br />
von selbst gehn die nie</p>
<p>Ob in New York, Tokiö<br />
Maximiliansstrassö<br />
überall gibts ne Kö<br />
für Verblödötö</p>
<p>aus der CD &#8220;Wut und Zärtlichkeit&#8221; die im September erscheint </p>
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		<item>
		<title>Konstantin Wecker: Ich gestatte mir Revolte &#8211; auch weiterhin</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 08:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>
		<category><![CDATA[Politik (Inland)]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist nach der Geißler-Schlichtung und dem &#8220;Stresstest&#8221; alles aus für die Stuttgart 21-Gegner? Sollten die &#8220;Wutbürger&#8221; endlich ihren Mund halten und aufhören, &#8220;schlechte Verlierer&#8221; zu sein? So würde es den Geschäftemachern jedenfall in den Kram passen. &#8220;Es gibt Menschen, denen ist die Vermehrung von Geld heilig und dazu leben sie auch noch ganz gern. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/konstantin-wecker.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/konstantin-wecker-150x150.jpg" alt="" title="konstantin-wecker" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-5817" /></a>Ist nach der Geißler-Schlichtung und dem &#8220;Stresstest&#8221; alles aus für die Stuttgart 21-Gegner? Sollten die &#8220;Wutbürger&#8221; endlich ihren Mund halten und aufhören, &#8220;schlechte Verlierer&#8221; zu sein? So würde es den Geschäftemachern jedenfall in den Kram passen. &#8220;Es gibt Menschen, denen ist die Vermehrung von Geld heilig und dazu leben sie auch noch ganz gern. Es gibt andere, denen ist das Leben heilig und sie haben nichts dagegen, Geld zu verdienen.&#8221; Konstantin Weckers Rede in Stuttgart vom 25. Juli.<br />
<span id="more-5816"></span></p>
<p>„Liebe Wutbürger, geht jetzt endlich heim“ hieß es &#8211; hämisch und fast ein bisschen glücklich &#8211; in Spiegel Online kurz nachdem das Ergebnis des Stresstestes vorlag. Fast alle anderen Zeitungen titelten ähnlich bescheuert. Die lieben Kleinen haben ja jetzt ein bisschen revoluzzen dürfen, einer hat zwar sein Augenlicht verloren und ein paar sind von Wasserwerfern übel zugerichtet worden, aber jetzt muss man wieder die Großen ranlassen, die mit den großen Summen umgehen können. Die echten Macher. Nicht die Gutmenschen, sondern die Geldmenschen.</p>
<p>Warum ich dem Stresstest nicht glaube? Weil ich niemandem glaube, wenn es um Milliarden geht. Das ist wie beim Krieg: jeder Krieg beginnt mit einer Lüge. Jedes Geschäft dieser Größenordnung kann sich nur mit Lügen den Bürgerinnen verkaufen lassen. Es gibt Menschen, denen ist die Vermehrung von Geld heilig und dazu leben sie auch noch ganz gern. Es gibt andere, denen ist das Leben heilig und sie haben nichts dagegen, Geld zu verdienen. Wenn Menschen, denen die Vermehrung von Geld oberstes Gebot ist, erzählen, sie würden irgendetwas zum Wohl der Gesellschaft planen, ist Vorsicht geboten.</p>
<p>Der unsägliche Dampfplauderer und zufällige Entwicklungsminister Dirk Niebel von der FDP waberte auf die Frage, wie denn die Waffenlieferungen nach Saudi Arabien zu vereinbaren seien mit den Menschenrechtskonzepten seiner Partei: &#8220;Die Stabilisierung einer Region trägt durchaus dazu bei, die Menschenrechte zu wahren – vielleicht nicht in dem Land, in dem man tätig, ist, aber in den Nachbarländern.&#8221; Analog dazu könnte man sagen:<br />
„Stuttgart 21 trägt durchaus dazu bei, den Menschen große Gewinne zu bescheren. Vielleicht nicht den Bürgern der Stadt, aber all denen, die ihre Geschäfte damit machen.&#8221;</p>
<p>ich bin kein Gutensch, kein Wutbürger, und ich lasse mich nicht etikettieren. Die selben Journalisten wären zu recht äusserst erzürnt, würde man sie alle als wirtschaftsabhängige Lohnschreiber in einen Topf werfen. Ich bin der Meinung, dass sich zu empören ein Grundrecht des Menschen ist. Ohne Empörung wäre die Sklaverei nicht abgeschafft worden, gäbe es keine Demokratie, müssten Schwarze in den Vereinigten Staaten immer noch im hinteren Teil der Busse und Straßenbahnen sitzen. Ohne Empörung wäre Guttenberg noch Doktor und die beliebteste Gelfrisur Deutschlands.<br />
Also bitte ich darum, unsere Empörung ernst zu nehmen. Man muss nicht alles gut heissen &#8211; aber ich erwarte, dass man unsere Meinung und unser demokratisches Recht zu demonstrieren und uns aufzulehnen respektiert.</p>
<p>Ich gestatte mir Revolte &#8211; auch weiterhin.&#8221;</p>
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		<item>
		<title>Konstantin Wecker: Ich will es wissen</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 09:59:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstantin Wecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Wegschauen, wenn mit unseren Steuergeldern Waffen und Soldaten bezahlt werden, wenn für unsere billigen Einkäufe Hersteller ausgebeutet werden, wenn Banken betrügen und Politiker morden lassen? Oder hinschauen und vielleicht die eigene Mitschuld oder zumindest hinnehmende Duldung erkennen? Konstantin Wecker wählt letzter Lösung, weil wir nur so selbstverantwortlich handeln können. Dazu müssen wir aber lernen, uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/Konstantin-Wecker.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/Konstantin-Wecker-150x150.jpg" alt="" title="Konstantin Wecker" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-5593" /></a>Wegschauen, wenn mit unseren Steuergeldern Waffen und Soldaten bezahlt werden, wenn für unsere billigen Einkäufe Hersteller ausgebeutet werden, wenn Banken betrügen und Politiker morden lassen? Oder hinschauen und vielleicht die eigene Mitschuld oder zumindest hinnehmende Duldung erkennen? Konstantin Wecker wählt letzter Lösung, weil wir nur so selbstverantwortlich handeln können. Dazu müssen wir aber lernen, uns vom Leid Anderer wieder berühren zu lassen.<br />
<span id="more-5592"></span></p>
<p>Von wo bezieht die Bundesregierung das Uran für die Atomkraftwerke? Die Regierung hält genaue Informationen über die Herkunft für überflüssig, heisst es heute in Spiegel Online.<br />
Überflüssig?</p>
<p>Wie es aussieht, passt diese Haltung perfekt in eine Gesellschaft, die seit Jahrzehnten vertuscht, dass unser Wohlstand an das Leid anderer geknüpft ist. Man ahnt es, aber man will es nicht wissen. Man will es nicht wissen, weil diese Erkenntnis zu einem radikalen Umdenken führen würde und uns verpflichten würde, unsere Lebensweise zu überprüfen, zu ändern. Andernfalls aber würde uns dieses Wissen beschweren mit einem kaum tragbaren Rucksack voller Schuld und Mittäterschaft.</p>
<p>In einer Anfrage der Linken an den deutschen Bundestag heisst es:<br />
„Dass der Abbau von Uran zahlreiche Risiken für Mensch und Umwelt mit sich bringt, ist seit langem bekannt. Menschenrechts- und Umweltstandards werden oftmals missachtet. Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker befinden sich zudem rund 70 Prozent der bekannten weltweiten Uranvorkommen auf Gebieten indigener Völker. Am Beispiel Niger werden die verheerenden Auswirkungen besonders deutlich. (…) Messungen von Greenpeace im November 2009 in den Straßen der Minenstadt Akokan zeigten Werte bis zu 500 Mal über der normalen Hintergrundstrahlung.“</p>
<p>Wir leben in einer Zeit, die es uns erlaubt an Informationen ran zu kommen, die uns noch vor zehn Jahren nicht verfügbar waren. Eigentlich könnten wir alles wissen. Und wir sind verpflichtet, wachsam und wissend zu sein, und der Demokratie auf die Finger zu klopfen, wenn sie selbstverliebt zu verkrusten beginnt.</p>
<p>Aber das Wissen, das ich meine, ist kein reines Faktenwissen. Denn es setzt voraus, dass man das Leid der Anderen überhaupt empfinden kann &#8211; und will. Diese Empathie kann man nicht erzwingen, vor allem wenn die sogenannte Elite unserer Gesellschaft uns vorlebt, wie erfolgreich man als nicht empathischer und hemdsärmeliger Macher sein kann. Aber jeder, der in seinem Leben schon einmal einen schweren Schicksalsschlag wie zum Beispiel den Verlust eines geliebten Menschen hinnehmen musste, weiß, dass man Mitgefühl wieder in sich entdecken kann. Dazu muss man dem eigenen Schatten zu begegnen gewillt sein, den Schmerz in der eigenen Seele zulassen.<br />
Lange dachte ich, Depressive wären wehleidige Hypochonder, denen mit einer kalten Dusche sofort geholfen werden kann. Bis ich in mir selbst die Schwermut entdeckte und mir zugestand, dass die Schwermut ein Teil meines Lebens ist, die sanfte Schwester, wie Eugen Drewermann sie einmal beschrieb, ohne die man nie ein wirkliches Mitfühlen entwickeln kann.</p>
<p>Solange wir uns vorgaukeln, wenn wir nur die Augen verschließen, kann uns das manchmal so entsetzliche Leid unserer Mitmenschen nicht erreichen, solange wir wie kleine Kinder glauben, mit geschlossenen Augen sieht man uns nicht, werden wir unserem eigentlichen Wesen immer wie einem Fremden gegenüberstehen.<br />
Besser wir schauen uns die Welt an, wie sie ist, mit all ihrer unglaublichen Schönheit, aber auch mit all dem Grauen, das uns so oft umgibt.</p>
<p>Nur wenn wir hinsehen, können wir selbstbestimmt etwas unternehmen.</p>
<p>Solange wir unseren Regierenden überlassen, die Welt für uns zu filtern, werden wir immer wieder überrumpelt werden von Ereignissen, die wir nicht so haben wollten und mit denen wir nicht einmal annähernd gerechnet haben.</p>
<p>Ich will wissen! Diese Haltung ist die Grundvoraussetzung für eine selbstbestimmte Gestaltung der Welt. Ich will wissen, woher das Uran kommt, das wir mit angeblich sauberen Händen kaufen. Ich will wissen, an wen wir unsere Waffen verkaufen. Ich will wissen, welche Zusatzstoffe in Lebensmitteln sind, und zwar ausnahmslos alle. Ich will wissen, ob man uns genmanipulierten Mais unterjubelt. Ich will wissen, was genau in Fukushima geschehen ist, geschieht und welche Folgen das hat. Ich will wissen, mit welchen dreckigen Geschäften die Deutsche Bank ihre hohen Gewinne erzielt. Und ich will wissen, wie viele Kinder täglich sterben müssen, damit wir ein materiell sorgenfreies Leben führen können.</p>
<p>Ich bin kein Gutmensch und kein guter Mensch und ich weiß, dass ich noch vieles in meiner Lebensführung werde ändern müssen.</p>
<p>Aber ich will mich all den Ungereimtheiten stellen &#8211; meinen eigenen und denen der Welt. Wie anders könnte ich mir sonst Verse daraus machen?</p>
]]></content:encoded>
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