In unserer lockeren Reihe mit Wecker Liedern von einst bis jetzt ist heute die LP „Wecker“ von 1982 dran, vielen unvergesslich allein schon wegen des Coverbildes – Konstantin am Klavier in seinem Haus in der Toskana. Auf dieser LP findet sich eine der wenigen Fremdtextvertonungen, die Konstantin (bis 1998, „Brecht“) selbst gesungen hat, der „Chor der Kriegerwaisen (geschrieben zwischen zwei Kriegen)“ von Mascha Kaléko, einer der großen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts, die so wie viele andere das Emigrantenschicksal durchleben musste. Hier noch einige Hinweise auf Konstantins Zusammenarbeit mit anderen Textautoren (Auswahl): Maurus Pacher (Lieder für Margot Werner und die Schwabinger Gisela), Bettina Wegner, André Heller, Sigi Maron (für deren LPs zur Zeit der Friedensbewegung 1982 bis 1985), Jutta Richter („Es lebte ein Kind auf den Bäumen“, 1999). Für die Fernsehserie „Kir Royal“ (1986) hat Konstantin übrigens auch „Die blauen Husaren“ von Heinrich Heine vertont. Und in seinem aktuellen Konzertprogramm singt er seine Erich Kästner Vertonung „Ansprache an die Millionäre“.
(Alexander Kinsky, Wecker Archiv)

Archiv für die Kategorie „Musikvideo/Podcast“
Konstantin Wecker: Chor der Kriegerwaisen
Donnerstag, 5. April 2012Torsten Riemann: Wenn im Dunkel kalter Zeiten
Mittwoch, 4. April 2012Ein schönes, menschliches Lied, bei dem man unwillkürlich die politischen, ökonomischen Verhältnisse unserer Zeit mit denkt. Eigentlich Torsten Riemanns “Inwendig warm”. Dem aufrechten Liedermacher wurde der ganz große Durchbruch leider noch nicht zu teil, so dass ich mich freue, einen kleinen Beitrag zu seiner Bekanntheit zu leisten. Für die Bebilderung des Videos – da muss ich ihn ihn Schutz nehmen – kann er nichts. Sie entspricht auch gar nicht seinem unprätentiösen Auftreten auf der Bühne. Am besten wegklicken und das Lied im Hintergrund hören.

Brothers Undergroove, Stevie Maine: To all you masters of war
Dienstag, 3. April 2012Stevie Maine ist der Deutsche Stefan Ecker. Das Video überzeugt vor allem durch erschütternde, hochwertige Fotos aus Kriegsgebieten. Stevie schreibt, er wolle mit seiner Musik kein Geld machen. Allein das wäre ungewöhnlich. Bei anderen Liedern des Künstlers gibt es auch mehr Text. Er ist grundsätzlich eher Liedermacher als Elektronik-Musiker.

Die Partei hat immer Recht
Sonntag, 1. April 2012Linkes Gedankegut neben wolkigem esoterischem Geistesgift; Silvio Gesell und Götz Werner neben Karl Marx; bourgeoise Schnulzen-Videos von Udo Jürgens oder Tori Amos – ein solch unverdauliches Mischmasch war typisch für die Mentalität von Ex-HdS-Redakteur Roland Rottenfußer. Zu Recht fragte sich so mancher Genosse: Ist “Hinter den Schlagzeilen” überhaupt noch ein rechtgläubig linkes Magazin, oder soll die Weltrevolution durch kulinarische Beschönigung und ideologische Beliebigkeit mutwillig verzögert werden? Ist Rottenfußer gar ein Agent des Klassenfeindes? Nachdem in der Leserschaft vielfach Zweifel laut geworden waren, wurde Roalnd Rottenfußer nun mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben und durch das Redaktionskollektiv Ernst Thälmann ersetzt. Von nun an werden wir uns auch bei der Musikauswahl streng nach den Maßstäben des sozialistischen Realismus ausrichten, wodurch freilich auch ein Großteil der Werke von HdS-Herausgeber Konstantin Wecker als konterrevolutionär aussortiert werden muss. Hier ein Musikbeispiel, das unsere neue musikalische Linie beispielhaft repräsentiert.

Sinead O’Connor: Queen of Denmark
Freitag, 30. März 2012Ein paar Pfunde mehr, ein paar Fältchen, aber ein unveränderes Haarstyling. Sinead O’Connor, die vor Urzeiten jedem unglücklich Liebenden mit “Nothing compares to you” die Tränen in die Augen trieb, ist zweifellos ein Stehauffrauchen. Hatte sie zuletzt mit irritierenden Twitter-Geständnissen, einer 16-Tage-Ehe und einem Selbstmordversuch von sich reden gemacht, startet sie jetzt mit einer tollen neuen CD durch: “How about I be me”. Das vorliegende Lied gilt vielen als Höhepunkt. Melancholischer Folk mit einem grüblerischen, nichtsdestotrotz radikalen und verstörenden Text.

Hagen Rether: Ökodiktatur
Donnerstag, 29. März 2012Marco Zappa: Ragazza Dell’ Altro Treno
Mittwoch, 28. März 2012Da versagen alle üblichen Kategorien der Einordnung. Marco Zappa ist meines Wissens nicht mit Frank verwandt und stammt aus dem Tessin. Er singt im Tessiner Dialekt und auf Italienisch. Das vorliegende Lied überrascht schon durch seinen Aufbau und das Arrangement mit Violine und Cello. Die anderen Musiker heißen Daria Zappa und Mattia Zappa, mutmaßlich seine Kinder.

Tom Haydn: Wann wenn ned jetzt
Dienstag, 27. März 2012Der österreichische Kabarettist und Chansonnier, der eigentlich auf schwarzhumorige Couplets spezialisiert ist, zeigt sich hier nachdenklich-melancholisch und behandelt ein existenzielles Thema: die Vergänglichkeit. Der Mann am Klavier wird vielen bekannt sein: Jo Barnikel, Konstantin Weckers musikalischer Lebensgefährte.

The Dubliners: Molly Mallone
Montag, 26. März 2012Die Urgesteine, die den Eindruck machen, als würden sie von “Whiskey in the Jar” nicht nur singen, performen hier einen der ganz großen irischen Traditionals. Die so einfache wie traurige Geschichte einer Dubliner Muschelverkäuferin, die ihrem Liebsten durch eine tödliche Krankheit entrissen wird und noch als Geist weiter durch die Straßen der Stadt wandelt.


