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	<title>Hinter den Schlagzeilen &#187; Medien</title>
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	<description>Konstantin Weckers Webmagazin //  Kultur - Gegeninformation - Philosophie</description>
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		<title>Mediengleichschaltung: aktuelle Beispiele</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 09:56:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es entspricht nicht den Regeln der politischen Korrektheit, Begriffe für die Verhältnisse bei den Nazis zur Beschreibung der Verhältnisse von heute zu benutzen. Aber ich missachte diese Regel bewusst, weil sie als eine Art Schutz vor Kritik missbraucht wird. Die Gleichschaltung, der sich viele Medien unterwerfen, ist nämlich verheerend für das Gedeihen unserer demokratischen Verhältnisse. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es entspricht nicht den Regeln der politischen Korrektheit, Begriffe für die Verhältnisse bei den Nazis zur Beschreibung der Verhältnisse von heute zu benutzen. Aber ich missachte diese Regel bewusst, weil sie als eine Art Schutz vor Kritik missbraucht wird. Die Gleichschaltung, der sich viele Medien unterwerfen, ist nämlich verheerend für das Gedeihen unserer demokratischen Verhältnisse. Auf gute Belege dafür trifft man täglich. (Quelle: Nachdenkseiten)<br />
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		<title>Warum versagen die Medien?</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 09:32:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Jeden Tag könnte man an unseren Medien verzweifeln: Üble pauschale Kampagnen gegen die Griechen und andere Völker, dumpfer Nationalismus, unbegründeter, fast schon gleichgeschalteter Jubel über Angela Merkels Gipfelleistung, kein Biss, oft bar jeden kritischen Verstands, Denkfehler, voll von PR und Kampagnen, etc.. Ein Musterbeispiel waren die Tagesthemen vom 3.11.2011. – Wenn man Journalisten ob ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeden Tag könnte man an unseren Medien verzweifeln: Üble pauschale Kampagnen gegen die Griechen und andere Völker, dumpfer Nationalismus, unbegründeter, fast schon gleichgeschalteter Jubel über Angela Merkels Gipfelleistung, kein Biss, oft bar jeden kritischen Verstands, Denkfehler, voll von PR und Kampagnen, etc.. Ein Musterbeispiel waren die Tagesthemen vom 3.11.2011. – Wenn man Journalisten ob ihrer oft mangelhaften Leistung kritisiert, reagieren sie höchst pikiert. Kritik vertragen sie nicht oder schieben sie ab. Jetzt sind auch noch wir Internet-Blogger schuld an ihrer Misere. (Quelle: Nachdenkseiten)<br />
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		<title>Kehraus – die Masken fallen</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 11:24:21 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik (Ausland)]]></category>
		<category><![CDATA[Politik (Inland)]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Rottenfußer]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Begriff „Apokalypse“ wird oft ungenau verwendet. Eigentlich bedeutet er nicht „Weltuntergang“, sondern „Offenbarung“, „Enthüllung der Wahrheit“. In diesem Sinn leben wir tatsächlich in apokalyptischen Zeiten – 2012 hin oder her. Wir wissen nicht präzise, ob und wann uns die Finanzmärkte, falsche Politik und Umweltmissbrauch in Katastrophen stürzen wird. Wir können aber fast jede Woche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/10/Masken.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/10/Masken-150x150.jpg" alt="" title="Masken" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-6707" /></a>Der Begriff „Apokalypse“ wird oft ungenau verwendet. Eigentlich bedeutet er nicht „Weltuntergang“, sondern „Offenbarung“, „Enthüllung der Wahrheit“. In diesem Sinn leben wir tatsächlich in apokalyptischen Zeiten – 2012 hin oder her. Wir wissen nicht präzise, ob und wann uns die Finanzmärkte, falsche Politik und Umweltmissbrauch in Katastrophen stürzen wird. Wir können aber fast jede Woche beobachten, wie Wahrheiten offenbar werden, die lange unter dem Deckel gehalten wurden. Die Party ist nicht vorbei, aber sie neigt sich ihrem Ende zu. Den nahenden Kehraus ahnend, drehen die Akteure die Musik noch mal lauter, um die warnenden Stimmen in ihrem Inneren nicht zu hören. Sie verdrängen die Angst vor dem Kater, indem sie sich noch mal kräftig besaufen: an ihrer Macht, ihrem Geld, ihrer Selbstgerechtigkeit. Aber wie lange noch? (Roland Rottenfußer)<span id="more-6706"></span></p>
<p>„Ich kann die Scheiße nicht mehr“, tönte es. Und „ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“. Der so Pöbelnde war kein Rapper, kein Angehöriger der „Unterschicht“. Es war Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, fein herausgeputzt in Anzug und Krawatte. Die „Fresse“ gehörte Wolfgang Bosbach (CDU), Kritiker einer Aufstockung des Euro-Rettungsschirms. Und, ach ja: Mit dem „Scheiß“ war die im Grundgesetz garantierte Entscheidungsfreiheit der Abgeordneten gemeint. Der Vorfall verursachte einen Riesenwirbel, aber Pofalla blieb im Amt. Warum auch nicht? Er sprach wahrscheinlich nur aus, was viele fühlen: Alle Skrupel, die den Marsch in die totale Bankenrettung (verbunden mit der systematischen Ausplünderung der Geringverdiener) stoppen könnten, sind „Scheiß“.</p>
<p>Dabei war Pofallas Ausraster noch harmlos, verglichen mit dem seines neoliberalen Glaubensbruders Silvio Berlusconi. Der bezeichnete in einem abgehörten Telefonat gleich ganz Italien als „Scheißland“. Nun könnte man darüber Augen zwinkernd hinweg gehen. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Wenn da nicht so eine Ahnung wäre, die Politiker könnten uns gerade mit solch grobschlächtigen Äußerungen ihr wahres Gesicht gezeigt haben. Demnach wäre das glatt geschliffenen Polit-Sprech, das sie drauf haben, wenn sie sich im Griff haben, ihr falsches Gesicht. Kann es sein, dass in letzter Zeit immer mehr Masken fallen? Und wenn ja, woran könnte es liegen?</p>
<p>Erinnern wir uns:</p>
<p>Im Mai 2010 sagte Ex-Bundespräsident Köhler, „dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege“. Blut für wirtschaftliche Interessen: Damals galt dies als Tabubruch, und die Diskussion, die sich daran anschloss, mündete in Köhlers Rücktritt.</p>
<p>Im Februar 2011 wurde bekannt, dass Verteidigungsminister zu Guttenberg einen Großteil seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Ein Polit-Star, der als quasi unvermeidlicher nächster Bundeskanzler gehandelt wurde, war in Windeseile demontiert, als Betrüger entlarvt. Der gleiche Vorgang wiederholte sich wenig später bei der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin. Die Kanzlerin entlarvte sich selbst als Mensch ohne ethische Fundamente, indem sie angab, den Politiker Guttenberg vom Doktoranden trennen zu wollte.</p>
<p>In Nordafrika fielen die Regimes von Ben Ali und Mubarak, deren Macht in Zement gegossen schien. Andere, wie Syriens Präsident Assad, können sich heute nur noch durch massive Menschenrechtsverletzungen an der Macht halten. Sie regieren mit Angst, wo sie die Achtung ihrer Völker längst verloren haben.</p>
<p>Durch die Katastrophe von Fukushima (seit 11. März) wurde die Behauptung widerlegt, dass Atomkraft eine sichere Sache und Tschernobyl eine einmalige Ausnahme gewesen sei. Noch im Oktober 2010 hatte die schwarz-gelbe Regierung die Atomlaufzeiten verlängert. Diese eklatante Fehlentscheidung schädigte ihren Ruf ebenso wie die nach Fukushima in Angriff genommene rasante Atom-Kehrtwende. Der Klüngel zwischen Regierung und Atombetreibern wurde in der Folge für viele Bürger offenbar. Auch für solche, die sonst nicht der „Alternativszene“ angehören.</p>
<p>Ebenfalls in der „heißen Phase“ (Anfang 2011) wurden der britische Meinungsmonopolist Rupert Murdoch und seine Zeitung „News of the World“ in einen Abhörskandal verwickelt. Journalisten hatten tausende Mobiltelefone von Politikern und Prominenten abgehört. In der Folgezeit wurde die Kumpanei zwischen britischer Politik und Mainstream-Meinungsmache zunehmend öffentlich diskutiert. Die Glaubwürdigkeit und damit die Macht des Medienriesen begannen zu bröckeln. Es ist erlaubt, Parallelen zur deutschen Medienszene zu ziehen.</p>
<p>Die FDP erschien nach ihrem Wahlsieg vom Herbst 2009 mit knapp 15 Prozent der Stimmen geradezu „hot“. Die Altpopper-Generation um Guido Westerwelle schien mit ihrem Erfolg sogar Genscher und Lambsdorff in den Schatten zu stellen. Der damalige Hype erscheint heute als eines der großen Rätsel der Weltgeschichte. Jedenfalls platzte die Blase bald. Ein schwacher Außenminister, soziale Kälte, uneinlösbare Wahlversprechen und die aktuelle Bubenherrschaft ruinierten die Partei, die heute nur für 3 oder 4 Prozent gut ist. Es scheint, als würde das neoliberale Projekt nun von seinem extremsten Rand (der FDP) her abgewickelt.</p>
<p>Im Juli wurde ein großer Waffendeal mit Saudi-Arabien bekannt. Die Bundesregierung genehmigte die Lieferung von 200 Leopard-Panzern, obwohl ihre eigenen Richtlinien Lieferungen in Spannungsgebiete verbieten. Die Saudische Regierung unterstützt u.a. den Mörder Assad in Syrien und das Regime in Bahrain und ist selbst für massive Menschenrechtsverletzungen, u.a. Christenverfolgungen, bekannt. Peinlich für die „christdemokratische“ Kanzlerin.</p>
<p>Staatliche Institutionen in Bayern haben offenbar die Verfassung gebrochen und Schnüffel-Software (sog. Bundestrojaner) eingesetzt. Die Behörden überwachten Email, Skype-Telefonate und Chats und nahmen umfangreiche Manipulationen an den Computern der Zielpersonen vor. Die Aktivisten des Chaos Computer Clubs (CCC) deckten den Skandal auf.</p>
<p>Nicht vergessen darf man beim Thema „Die Masken fallen“ auch die Missbrauchsaffäre der katholischen Kirche, die ihren Schwerpunkt Anfang 2010 hatten. Nur noch ca. 30 Prozent der Deutschen halten seither die katholische Kirche für ehrlich. Die Zahl der Kirchenaustritte stieg um 30 Prozent.</p>
<p>Auch das Vertrauen in die Banken schwindet rapide. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2008 ist es zur Binsenweisheit geworden, dass gerade Großbanken zu viel Macht angesammelt haben und damit eine ganze Gesellschaft erpressen, damit diese für ihre Spielschulden haften. „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“ heißt das Stichwort. Massenweise wurden etwa von der Commerzbank so genannte offene Immobilienfonds wie der DEGI Europa an Bürger mit konservativem Anlegerprofil verkauft. Das Versprechen: Hohe Renditen, Kündigung jederzeit möglich. Die Realität: Ende 2008 wurde der DEGI „eingefroren“. Diejenigen, die das Problem verursacht haben, gebärdeten sich wie Vorgesetzte der geschädigten Anleger und rücken das Geld, als ob dies eine Gnade wäre, bis 2013 scheibchenweise heraus: nach Verlustabzug. Tausende von Menschen haben ähnliche Erfahrungen, auch mit anderen Banken, gemacht. Viele von ihnen gehen nun gegen die Plutokratie auf die Straße. Sogar der neoliberale Stern-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges schrieb unlängst, die Banken lebten „in Schande“. </p>
<p>Sicher können viele Leserinnen und Leser diesen ohnehin schon zahlreichen Fällen weitere hinzufügen. Natürlich hat man schon immer Ausraster von Politikern und Skandale erlebt. Man denke nur an den betrunkenen Strauß, Schröder oder Huber am Wahlabend. Die Fälle scheinen sich allerdings im Moment zu häufen – und sie sind meistens nicht harmlos. Politiker zeigen Verachtung gegenüber ihrem Land oder seiner Verfassung. Sie brechen offen oder verdeckt Regeln, die sie selbst aufgestellt haben. Sie enthüllen, als handle es sich um Freud’sche Versprecher, Sachverhalte, die „man“ normalerweise nicht offen äußert. Sie offenbaren drastische Fehleinschätzungen oder entlarven sich selbst unmissverständlich als Betrüger und Heuchler.</p>
<p>Hinzu kommen Fälle aus der Zivilgesellschaft, in denen Prominente, aber auch „normale“ Bürger die Contenance verlieren, in denen eine lang kultivierte Fassade bröckelt oder ein „wahres Gesicht“ durchscheint.</p>
<p>Zunächst Fälle im Grenzbereich zwischen Politischem und Privatem: Der IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wurde der Vergewaltigung eines Zimmermädchens angeklagt. Silvio Berlusconi des Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen. Der CDU-Politiker Christian von Boetticher lieferte einen eher harmlosen Skandal mit einem Mädchen, das bereits die sexuelle Selbstbestimmung (16 Jahre) erreicht hatte. Moralische Entrüstung liegt mir hier fern. Entscheidend ist, dass die Betreffenden, wenn die Vorwürfe stimmen, gegen die Werteordnung ihres eigenen (konservativen) Milieus verstoßen haben.</p>
<p>Zunehmend outen sich Menschen als depressiv, darunter die Fußballer Sebastian Deisler und Robert Enke (Selbstmord 2009), Popstar Robbie Williams und die Talkshow-Skandalnudel „Lady Bitch Ray“. Einen Burnout gaben u.a. zu: Der Fernsehkoch Tim Mälzer, die Schauspielerin Kirsten Dunst („Spiderman“) und „Rosenstolz“-Sänger Peter Plate. Symptomatisch erscheinen mir diese Fälle bei Menschen, die von Berufs wegen ein extrem extrovertiertes, fröhliches oder energiegeladenes Image pflegten. Wenn der Regisseur Lars von Trier depressiv ist, überrascht dies weniger, es besteht dann Übereinstimmung zwischen Werk und Realität.</p>
<p>Diese prominenten Fälle sind natürlich nur die Spitze eines Eisbergs. Die Zahl der psychisch Kranken steigt rasant an. Laut Barmer Ersatzkasse hat sich die Zahl der wegen Depression ins Krankenhaus eingelieferten in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Auch Angststörungen und Rücken- sowie Kopfschmerzen nehmen zu. Das „Burnout“ erscheint demgegenüber wie eine gesellschaftlich akzeptablere Variante der Depression. Wer unter Burnout leidet, ist ja ein Held der Arbeit, der „150 Prozent“ für seine Firma gegeben hat; der Depressive dagegen gilt als Trantüte, der sich nur ein bisschen zusammenreißen müsste. Die Übergänge sind aber in Wahrheit fließend.</p>
<p>Neben der Depression boomt auch scheinbar sinnlose Gewalt. Der Begriff „Amoklauf“ ist erst seit der Jahrtausendwende ein weit verbreiteter Begriff. In Winnenden, Erfurt und Ansbach, in mehreren Städten der USA und auf einer norwegischen Insel fanden schreckliche Massaker an Menschen statt, die der jeweilige Mörder überwiegend nicht persönlich kannte. In Pariser Vororten, in London und Berlin kam es zu gewalttätigen Unruhen und Akten des Vandalismus ohne konkrete politische Stoßrichtung. Klug analysierte Peter Oborne im britischen „Daily Telegraph“: „Die Kriminalität auf unseren Straßen kann nicht getrennt behandelt werden von der moralischen Desintegration auch in den höchsten Rängen der modernen britischen Gesellschaft, ob Banken oder Politik. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben wir einen erschreckenden Verfall der Normen unter Englands regierender Elite erlebt. Es wurde akzeptabel unter unseren Politikern, zu lügen und zu betrügen. Eine fast universale Kultur aus Selbstsucht und Gier hat sich bei uns breit gemacht.“</p>
<p>Ich spreche die Themen Depression und Gewalt im Zusammenhang mit „fallenden Masken“ nicht ohne Grund an: Es sind Krankheitsbilder der Beherrschten, während die zuvor aufgeführten Fälle &#8211;  von Pofalla bis zum Priestermissbrauch – eher die Herrschenden betrifft. Beide Phänomene verhalten sich zueinander komplementär. In beiden Fällen können die Betreffenden einer Rolle nicht gerecht werden, die sie in der Öffentlichkeit glauben spielen zu müssen. Die Herrschenden, um ihre Machtposition zu verteidigen; die Beherrschten, um dem Anpassungsdruck zu genügen, der von den Herrschenden ausgeübt wird. Dabei ist oft auch ein verinnerlichter Antreiber, ein starkes „Überich“ wirksam. Die Verhaltensauffälligkeiten passen wie der Schlüssel zum Schloss zu Phänomenen, die unseren Zeitgeist prägen: Leistungs- und Eigenverantwortungsmentalität, Existenzdruck, der Wunsch, gesellschaftlich vorgegebenen Persönlichkeitsidealen zu entsprechen (der extrovertierte Handdampf, der Willensheros, der Saubermann, der sich im Griff hat).</p>
<p>Die Frage ist nun: Warum passiert es gerade in den letzten Jahren so gehäuft? Astrologen oder spirituell gesinnte Menschen mögen hier anführen, dass es „Zeitqualitäten“ gibt, die der Aufdeckung der Wahrheit zuträglich sind. Manche denken vielleicht an das ominöse, jetzt herannahende Jahr 2012 oder sehen gleich die Apokalypse heraufdämmern. Ich möchte hier, ohne spirituelle Deutungen grundsätzlich auszuschließen, einige rationale Hypothesen aufstellen:</p>
<p>Die Wirksamkeit des Schattens. „Der Schatten ist die Summe dessen, von dem wir aufs tiefste überzeugt sind, dass es aus der Welt geschafft werden müsste.“ (Thorwald Dethlefsen und Ruediger Dahlke in „Krankheit als Weg“). Der Mensch ist ein bipolares Wesen. Er kennt Kraft und Kraftlosigkeit, Güte und Bosheit, Heiterkeit und Trauer. Wenn man sich ausschließlich dem einen (dem „positiven“) Pol zuwendet, wird der unterdrückte Pol ein unbewusstes Eigenleben entwickeln und sich zu einer gefährlichen, destruktiven Kraft auswachsen. „Wer absichtlich das Gute nährt, nährt unbewusst das Böse mit“ (Dethlefsen/Dahlke).</p>
<p>Der Schauspielerberuf ist anstrengend. Politiker kultivieren in besonderer Weise ein idealisiertes Image. Sie müssen energiegeladen wirken, von ihrem eigenen Parteiprogramm restlos begeistert sein, durchdrungen von uneigennütziger Liebe zu ihrem Volk. Ironischerweise gehört auch Ehrlichkeit zu der so kultivierten Maske, obwohl Maskenhaftigkeit und Aufrichtigkeit einander ausschließen. Politiker werden zu Authentizitätsdarstellern und sind daher besonders anfällig für Schattenmanifestationen. Es kostet Anstrengung, auf Dauer etwas darzustellen, was man nicht ist, etwas zu vertreten, woran man nicht mehr glauben kann. In den letzten Jahren haben auffällig viele Politiker freiwillig und vorzeitig ihr Amt abgegeben (u.a. Matthias Platzeck, Ole von Beust, Peter Müller, Horst Köhler). Statt dem erwarteten Machthunger kann man geradezu eine Machtflucht beobachten. Meine These ist, dass der Kräfteverschleiß, der mit dem Spielen einer „Rolle“ verbunden ist, für viele zu groß wurde. Vielleicht gingen sie, um einem Zusammenbruch oder einer Demaskierung zuvor zu kommen.</p>
<p>Politiker und Wirtschaftslenker müssen heute mehr schauspielern als früher. Die Politiker der „alten Bundesrepublik“ (vor der Wende) waren gewiss an Imagepflege interessiert und nicht immer ehrlich. So groß wie heute waren die Anforderungen an ihre schauspielerischen Fähigkeiten jedoch nicht. Das damalige politische Establishment verwaltete ein einigermaßen funktionierendes Gemeinwesen, in dem die Klassenkämpfe befriedet, Schulden überschaubar und Kriege unbekannt waren. Gemeingüter waren im Besitz der Gemeinschaft, die Unterschiede zwischen Arm und Reich erträglich. Arbeitslose waren gut abgesichert. Die Spekulation überwucherte noch nicht die Realwirtschaft. Die politische Klasse konnte ihr Modell, die „soziale Marktwirtschaft“, nicht ohne Grund als erfolgreich betrachten, selbst wenn man als Linker noch einiges daran zu kritisieren findet.<br />
Heute müssen uns Politiker dagegen wirklich wahnwitzige Gedankenkonstruktionen als „richtig“ und „alternativlos“ verkaufen: Schulden sind rückzahlbar, wenn wir alle sparen. Die Wirtschaft kann grenzenlos weiter wachsen. Je schlechter es den Menschen geht, desto besser für Europa. Es ist korrekt, dass die Gemeinschaft für die Spielschulden weniger Zocker haften muss. Die Wirtschaft wächst, wenn man den Konsumenten immer mehr Geld aus der Tasche zieht. Reiche müssen reicher werden, damit es allen besser geht, weil der Reichtum irgendwie auch bis zu den Armen durchtröpfelt. Demütigung von Arbeitslosen ist die passende Antwort auf Arbeitsmarktproblemen. Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt, usw. Ich beneide Politiker nicht darum, öffentlich so ein Programm verkaufen zu müssen. Wer sein Amt nicht verlieren will, fühlt sich jedoch meist gezwungen, „mitzuspielen“. Die klare Einsicht „Ich betrüge meine Wähler“ wäre für die meisten Akteure unerträglich. So werden sie zu Meistern der Autosuggestion. Sie strengen sich an, an das, was sie tagtäglich sagen, tatsächlich zu glauben. Manche verkraften diese Daueranstrengung dann nicht mehr. Ausraster, Krankheit oder Amtsverzicht könnten Notventile sein, wenn der Druck übergroß wird.</p>
<p>Moderne Technik begünstigt die Enthüllung von „Geheimnissen“. Prügelnde Polizisten werden per Handy aufgenommen, die Bilder gleich darauf in die ganze Welt verschickt. Eine fortgeschrittene Software sucht nach Übereinstimmungen zwischen dem Text einer Doktorarbeit und älteren Texten. Computerhacker dechiffrieren einen Bundestrojaner. Peinliche Redebeiträge von Politikern werden auf youtube einem Millionenpublikum zugänglich. Die moderne Technik ist gnadenlos, und ich sehe diese Entwicklung durchaus auch kritisch. Sicher ist aber: Sie begünstigt Ehrlichkeit und bringt für Betrüger Probleme mit sich. Politiker beanspruchen, die Regeln zu bestimmen, nach denen das Verhalten von Bürgern bewertet wird. Es besteht daher ein besonderes öffentliches Interesse daran, dass sie ethischen Ansprüchen genügen. </p>
<p>„Ausraster“ und Krankheiten sind Protest gegen unerträglichen Anpassungsdruck. Noch einmal zu den Schattenmanifestationen bei den Beherrschten: Angestellte und „kleine Leute“ fühlen sich oftmals gezwungen, ein Leben in Lüge zu führen. Ein Beispiel: So beschissen sie in ihrer Firma auch behandelt und bezahlt werden, sie müssen stets so tun, als seien sie bis in die Haarspitzen von Leistungswillen durchdrungen. „Man muss dem Götzen opfern, solange der Götze gilt“ (aus Fontanes „Effi Briest“). Dies aber fühlt sich unbehaglich an, es nagt an der Selbstachtung. Wer ernsthaft krank wird, sagt damit: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr“ – und kann dies nicht nur dem Chef, sondern auch sich selbst gegenüber rechtfertigen. Wem die Schattenmanifestation mittels Krankheit nicht gelingt, der läuft Gefahr, irgendwann auszurasten und dann als der „Böse“ dazustehen. Es gibt heute mehr Zustände, die krank machen, als noch vor 30 Jahren. Diese Zustände sind nicht unvermeidlich, sie werden von Global Players und ihren politischen Vasallen mutwillig herbeigeführt. Dann soll man sich aber bitte nicht wundern, wenn Menschen tatsächlich krank werden und dabei sogar „volkswirtschaftliche Schäden“ entstehen.</p>
<p>Obwohl ich mich natürlich über eine Welle von Depressionen und Gewalttaten nicht freuen kann, finde ich es begrüßenswert, dass die Masken in vielen Bereichen fallen. Die Welle der „Enthüllungen“ wirft ein Schlaglicht auf einen unaufrichtigen Politikbetrieb (unaufrichtige Kirchen, Banken usw.) und weckt die Sehnsucht nach mehr Authentizität. Diese Sehnsucht könnte zur Keimzelle für bessere Strukturen werden. Projekte müssen geschaffen, politische Ansichten in den Mittelpunkt rücken, die ein ernsthafter Mensch vertreten kann, ohne sich eine Maske überzustülpen. So lange dies nicht geschieht, wird und muss der große Kehraus jedoch weitergehen.</p>
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		<title>Mit Bloggerblumen gegen Medienpanzer</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 08:01:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wer denkt, die Massenmedien würden durch ihre Simulation von Meinungspluralität tatsächlich auf die Gegenöffentlichkeit eingehen, irrt gewaltig. Der Siegeszug des Internets und der sozialen Netzwerke ist am ehesten mit der Erfindung des Buchdrucks zu vergleichen. Vor Gutenbergs revolutionärer Entwicklung besaß die katholische Kirche de facto das Monopol für gedrucktes Wissen. Dank der Buchdrucktechnik konnte fortan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer denkt, die Massenmedien würden durch ihre Simulation von Meinungspluralität tatsächlich auf die Gegenöffentlichkeit eingehen, irrt gewaltig. Der Siegeszug des Internets und der sozialen Netzwerke ist am ehesten mit der Erfindung des Buchdrucks zu vergleichen. Vor Gutenbergs revolutionärer Entwicklung besaß die katholische Kirche de facto das Monopol für gedrucktes Wissen. Dank der Buchdrucktechnik konnte fortan jedermann, der genug Geld hatte, sein Wissen und seine Meinung verbreiten, um den kostenaufwändigen Druck eines Buches oder einer Zeitung zu finanzieren. Erst das Netz demokratisierte die Publizistik, in dem es wirklich jedermann die Möglichkeit verschaffte, andere Menschen an seinen Gedanken in schriftlicher oder audiovisueller Form teilhaben zu lassen. (Quelle: Nachdenkseiten)<br />
<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=10871#more-10871">http://www.nachdenkseiten.de/?p=10871#more-10871</a></p>
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		<title>Jauch und die unheimliche Harmonie von Medien und Macht</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 07:21:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Selten wurden die zwei Prinzipien der Medien­demokratie – Verblödung und Unterforderung – so offenbar wie hier: Über Merkel, Jauch und die Mechanik der Machtverwaltung. (Quelle: Freitag) http://www.freitag.de/politik/1139-in-der-gl-sernen-fabrik-merkel-jauch-und-die-mechanik-der-machtverwaltung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/09/GünterJauch.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/09/GünterJauch-150x150.jpg" alt="" title="GünterJauch" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-6475" /></a>Selten wurden die zwei Prinzipien der Medien­demokratie – Verblödung und Unterforderung – so offenbar wie hier: Über Merkel, Jauch und die Mechanik der Machtverwaltung. (Quelle: Freitag)<br />
<a href="http://www.freitag.de/politik/1139-in-der-gl-sernen-fabrik-merkel-jauch-und-die-mechanik-der-machtverwaltung">http://www.freitag.de/politik/1139-in-der-gl-sernen-fabrik-merkel-jauch-und-die-mechanik-der-machtverwaltung</a></p>
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		<title>Gutmensch &#8211; ein Kampfbegriff</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 08:48:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Einst galt der &#8220;Gutmensch&#8221; nur als harmloser Weltverbesserer à la Peter Lustig. Doch seit Thilo Sarrazin oder Henryk M. Broder viel Aufmerksamkeit genießen, halten ihn politisch Inkorrekte für den Verschulder allen Übels. Und arbeiten sich an ihm ab. http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-am-gutmenschen-dem-man-nicht-vergibt-1.1138137]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einst galt der &#8220;Gutmensch&#8221; nur als harmloser Weltverbesserer à la Peter Lustig. Doch seit Thilo Sarrazin oder Henryk M. Broder viel Aufmerksamkeit genießen, halten ihn politisch Inkorrekte für den Verschulder allen Übels. Und arbeiten sich an ihm ab.<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-am-gutmenschen-dem-man-nicht-vergibt-1.1138137">http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-am-gutmenschen-dem-man-nicht-vergibt-1.1138137</a></p>
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		<title>Kapitalismuskritik von innen</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 09:13:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik (Inland)]]></category>
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		<description><![CDATA[„Der Kaiser ist nackt!“ Aber Leute – das können wir doch nicht zulassen?! Was ist dran an der &#8220;plötzlichen&#8221; Kapitalismuskritik von FAZ &#038; Co.? Und was vergaßen die Neu-Kritiker zu sagen? Ein Glosse von Volker Freystedt. Jahrelang haben die Medien die hübschen Kleider des Kaisers gepriesen, und gelegentlich, wenn doch einmal eine Blöße nicht mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/08/KaiserKleider.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/08/KaiserKleider-150x150.jpg" alt="" title="KaiserKleider" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-6133" /></a>„Der Kaiser ist nackt!“ Aber Leute – das können wir doch nicht zulassen?! Was ist dran an der &#8220;plötzlichen&#8221; Kapitalismuskritik von FAZ &#038; Co.? Und was vergaßen die Neu-Kritiker zu sagen? Ein Glosse von Volker Freystedt.<span id="more-6132"></span></p>
<p>Jahrelang haben die Medien die hübschen Kleider des Kaisers gepriesen, und gelegentlich, wenn doch einmal eine Blöße nicht mehr zu ignorieren war, erklärten sie, ein Verrutschen der Gewänder wäre daran schuld. Keine der Stimmen, die immer und immer wieder beharrlich dazu aufforderten, doch endlich den eigenen Sinnen zu vertrauen und laut und offen auszusprechen, dass der Kaiser nackt sei, bekam ein Mikrofon in die Hand, durfte vor eine Kamera, erhielt redaktionellen Raum. Solchen vorlauten Kindern wurde maximal der Sandkasten der Leserbriefseiten zugewiesen.</p>
<p>Doch nun – auf einmal melden sich die ersten Erwachsenen zu Wort! Und nicht irgendwelche. Natürlich nicht solche aus der Riege der Schneider und Modeschöpfer. Doch durchaus solche, die dem Kaiser sehr lange sehr nahe standen. Die lange seine hübschen Kleider priesen und seine Blöße mit feinem und grobem Gewebe aus Worten verschleiern halfen.<br />
Nun also ertönen die ersten Rufe: „Der Kaiser ist ja nackt!“<br />
Eigentlich klingt es nicht ganz so direkt – eher zaghaft noch: „Jemand hat gesagt, ihm komme es so vor, als sei der Kaiser nackt. Und wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich einen ähnlichen Eindruck habe…“</p>
<p>Frank Schirrmacher, Chef der FAZ*, ist so ein Beispiel. Er versteckt sich erst hinter dem „erzkonservativen Thatcher-Biographen“ Charles Moore und dem „liberalen Katholiken“ Erwin Teufel. Denen sei aufgefallen, dass irgendwas mit dem Ornat des Kaisers nicht stimme, dass er darin ziemlich nackt dastünde. Dann legt Schirrmacher seinen eigenen inneren Kampf dar: „Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden.“ Und er schließt gleich an, was daran so schlimm ist – und was offenbar so stark war, dass es zur Unterdrückung der eigenen Wahrnehmung führte: „Dann beginnen die Zweifel, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang.“ </p>
<p>Jetzt also das Eingeständnis, dass „Geld die Welt regiert“, dass „das politische System nur den Reichen dient“. Oder, noch knapper, fast zeit- und wortgleich im SPIEGEL wie in der ZEIT zu lesen: wir leben „im falschen System“. Aha – haben das die vorlauten Kinder nicht schon vor vielen, vielen Jahren zu verkünden versucht?</p>
<p>Moore, Teufel, Schirrmacher und all die anderen, die sich noch um das gleiche Horn versammeln werden, um auch noch hinein zu blasen – es hat zwar gefühlt „ein ganzes Leben“ gedauert, aber noch seid Ihr am Leben, noch könnt Ihr etwas mit der neuen Erkenntnis anfangen. Für Euch – aber erst recht für andere. Denen seid Ihr etwas schuldig. Zum Beispiel denjenigen, die schon immer ihrer eigenen Wahrnehmung mehr trauten als den „Experten“, auf die Ihr Euch berieft oder für die Ihr Euch hieltet, und die erleben mussten, dass man (auch Ihr!) sie auf die Kinderspielplätze scheuchte, wenn sie mal wieder „Der Kaiser ist ja nackt!“ riefen.</p>
<p>Vor allem aber geht es jetzt doch darum, den nackten Kaiser nicht bloßgestellt stehen zu lassen! Was für ein erbärmliches Volk, das zulässt, dass sein Kaiser von Scharlatanen und Betrügern zum Hanswurst gemacht wird! Wie soll anders herum ein solcher Kaiser seinem Volk nützen? Ein Kaiser muss von seinem Volk so eingekleidet werden, dass es ihn selbst ernst nehmen kann.<br />
Nun haben wir uns aber dafür entschieden, den Kaiser gegen die Demokratie zu tauschen. Und das bedeutet: das Volk herrscht selbst über sich! Sind wir uns darüber klar, was dies bedeutet? Es bedeutet, dass wir alle nackt da stehen, wenn die Kleidung der Regierung aus Lügengespinnsten und fadenscheinigen Motiven besteht.<br />
Wir brauchen ein politisches System – aber die Demokratie ist eines, in dem alle mitmachen, das allen dient, und das deshalb von allen respektiert wird; und dazu brauchen wir zuvörderst ein Geldsystem, das dient und nicht regiert, eines, das die natürlichen Wachstumsgrenzen respektiert. </p>
<p>Das Eingeständnis, dass der Kaiser nur vorgegaukelte Gewänder trug, kann doch nur der erste Schritt gewesen sein! Was jetzt zu folgen hat, weiß eigentlich jedes Kind… aber offenbar geraten wir jetzt wieder in die altbekannte Situation, dass wieder auf die Vorschläge der „Experten“ gewartet wird, die aber erst sondieren müssen, welcher Rat ihnen selbst am meisten nützt…<br />
Hat nicht mal jemand gesagt, man könne die Probleme nicht mit den Denkmustern lösen, durch die sie entstanden sind? Das gilt dann ja wohl auch für die Köpfe, in denen diese Denkmuster vorliegen.<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
* „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“, FAZ 15.08.2011</p>
<p>von Volker Freystedt<br />
(2. Vorsitzender EQUILIBRISMUS e.V.; Autor u. a. von „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“; Signum Verlag 2005)</p>
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		<title>Für eine Demokratisierung des Medienwesens</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 09:41:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Lateinamerika und der Karibik haben neun Nachrichtenagenturen einen neuen Verband gegründet. Die Union lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen (ULAN) ist Teil einer länderübergreifenden medienpolitischen Bewegung südlich der USA. In dem Maße wie sich die Staaten der Region politisch und wirtschaftlich zusammenschließen, wurden auch gemeinsame Presseorgane gegründet. http://www.heise.de/tp/artikel/35/35284/1.html]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Lateinamerika und der Karibik haben neun Nachrichtenagenturen einen neuen Verband gegründet. Die Union lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen (ULAN) ist Teil einer länderübergreifenden medienpolitischen Bewegung südlich der USA. In dem Maße wie sich die Staaten der Region politisch und wirtschaftlich zusammenschließen, wurden auch gemeinsame Presseorgane gegründet.<br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35284/1.html">http://www.heise.de/tp/artikel/35/35284/1.html</a></p>
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		<title>Murdoch als Symbol</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 09:06:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Im Kern wird die öffentliche Meinungsbildung bestimmt von einer Koalition aus Führungseliten in Wirtschaft, Politik und Medien. Und sie wird dabei deutlich geprägt von einer aggressiven Ideologie.&#8221; (Aus: Albrecht Müller: &#8220;Meinungsmache&#8221;. In England kommt nun ein Teil des (ideologischen) Problems in die öffentliche Wahrnehmung – und das Problem, also die bestimmende Führungselite der westlich orientierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Im Kern wird die öffentliche Meinungsbildung bestimmt von einer Koalition aus Führungseliten in Wirtschaft, Politik und Medien. Und sie wird dabei deutlich geprägt von einer aggressiven Ideologie.&#8221; (Aus: Albrecht Müller: &#8220;Meinungsmache&#8221;. In England kommt nun ein Teil des (ideologischen) Problems in die öffentliche Wahrnehmung – und das Problem, also die bestimmende Führungselite der westlich orientierten Welt, ist ultrarechts. (Quelle: Nachdenkseiten)<br />
<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=10158">http://www.nachdenkseiten.de/?p=10158</a></p>
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		<title>Murdoch: Tyrannei mit einem Lächeln</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 07:56:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Während Rupert Murdochs Reich sich in Großbritannien selbst zerlegt, ist das in den USA nicht so einfach. Doch die Suche nach Gesetzesbrüchen hat begonnen. (Quelle: taz) http://www.taz.de/Murdochs-US-Imperium/!74818/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_5754" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/Murdoch.jpg"><img src="http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2011/07/Murdoch-200x300.jpg" alt="" title="Murdoch" width="200" height="300" class="size-medium wp-image-5754" /></a><p class="wp-caption-text">Rupert Murdoch</p></div>Während Rupert Murdochs Reich sich in Großbritannien selbst zerlegt, ist das in den USA nicht so einfach. Doch die Suche nach Gesetzesbrüchen hat begonnen. (Quelle: taz)<br />
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