Beiträge von Holdger Platta

Zwischen Zweckoptimismus und Wirklichkeit: Erwartungsstarre in Griechenland

71. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ „Politik hat human zu sein, wenn sie Legitimität beanspruchen möchte; Humanität hat politisch zu sein, wenn sie relevant sein will!“ So das treffende Resümee von Holdger Platta zu unserer Griechenland-Spendenaktion. Relevant bleibt leider auch die Inhumanität der EU-Akteure, die Griechenland weiter in eine neoliberale Hölle aus Elend, Rechtlosigkeit und Privatisierung treiben wollen. Da hilft es auch nicht, auf den boomenden Tourismus hinzuweisen, also darauf dass sich eine Minderheit von Dienstleistern in den Küstenregionen über Wasser halten kann, indem sie Touristen zu (für diese) günstigen Konditionen bedienen – nicht wenige von ihne Schäuble-Wähler. (Holdger Platta) (mehr …)

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Mitmenschlichkeit und Rebellion

Mikis Theodorakis forderte für sein Land die Würde zurück.

70. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Nicht helfen ist besser als helfen, und je schlechter wir Menschen behandeln, umso besser“ – so könnte man die Anschauung eines Gegners unserer Griechenland-Spendenaktion im Leserkreis zusammenfassen – mit der er ja nicht allein steht, die vielmehr von Teilen des „linken“ Spektrums immer wieder vertreten wird. Denn, so diese verquere Logik, wenn man Menschen immer tiefer ins Elend absinken lässt, wird sich aus Verzweiflung gewiss die große Revolution gebären, die alle politischen Verhältnisse wieder in Ordnung bringt. Wir folgen dieser Auffassung nicht. Zunächst weil ein Hungernder Brot noch dringender als Belehrungen über politische Zusammenhänge braucht; dann auch weil halb verhungerte und demoralisierte Menschen zur Revolution nicht taugen …

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Ausflüge in die Poesie (22)

Schöne Gerüchte (Holdger Platta)

Manchmal erwürgen sich Pferde hier, oder

Knechte hängen unter dem Scheunendach

an einem schönen Apriltag. Der Bauer

ist nur noch ein zuckender Schatten

hinter dem Fenster.

Erst im Herbst dieses Jahres Worte,

die wieder wechseln und nach Eingemachtem riechen,

schwarz und betäubend nach Johannisbeergelee

und nach Rumtopf, süßlich und scharf.

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Ausflüge in die Poesie (21)

Akeleien und Eierbriketts (Holdger Platta)

Der Postbote, freundlich wie immer, bringt
Rechnungen ins Haus, und die Blumen
tun vornehm auf seinem Weg. Du reißt
die zehn Briefe auf, wartest auf Himmelsbau,
hörst die Vögel schreien wie Glück
und hältst nur eine einzige Sicherheit in der Hand.

Die Kohlenschütte von einem Redakteur, ne Zusage
schwarz vor Verachtung, Dein Brot
für die nächsten vier Wochen.
Du blickst aus Deinen zwei Fenstern und siehst: auch
die Akeleien draußen verbeugen sich,
hübsch wie sie sind, vor jedem Windstoß.

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