Beiträge von Holdger Platta

Betteln verboten? – In Göttingen gab man stattdessen das Schnüffeln auf!

Unser gestriger Artikel „Kafka in Dortmund – Aus den bürokratischen Eingeweiden des Hartz IV-Systems“ hat unseren Redakteur Holdger Platta ungut an einen Vorfall in seiner vormaligen Heimatstadt Göttingen erinnert. Allerdings kann er auch über den erfolgreichen Protest berichten, der sich in der südniedersächsischen Universitätsstadt gegen diese ungute Praxis erhob, gegen die ersten Versuche nämlich – im Frühjahr 2009 war das der Fall –, bettelnden Hartz-Vier-Beziehern in die Blechteller zu schauen, um ihnen das Geld vom Regelsatz abziehen zu können. Nun, dieser Versuch scheiterte, wie gesagt, wobei Holdger Platta auf seinen Offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt selbstverständlich niemals eine Antwort erhielt. Aber der Erfolg dieser Protestaktionen war ihm eh wichtiger gewesen als das Autogramm des sozialdemokratischen Stadtoberhaupts. Hier Holdger Plattas Offener Brief vom März 2009: (mehr …)

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Mitmenschlichkeit als Mummenschanz

95. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Die Gnadenbringende Weihnachtszeit naht, und da schüttet seine Gnaden, der griechische Ministerpräsident, wieder einmal aus seinem Füllhorn Wohltaten über die geplagten Griechinnen und Griechen aus. Von einer Art Weihnachtsgeld ist die Rede und von einer Geldgabe an einen Not leidenden staatlichen Energieerzeuger. Autor Holdger Platta zeigt sich jedoch unbeeindruckt von einer derartigen „Sozialpolitik“. Nicht nur dass das Geld hinten und vorn nicht reicht, um die soziale Lage der Menschen auch nur minimal zu lindern – im Gegenzug soll den Ärmsten auch noch durch horrende Strafen bei Nichtbezahlung von Stromrechnungen Geld aus der (leeren) Tasche gezogen werden. Durch Armenbestrafung aber schafft man Verzweiflung und die Eskalation des Elends. Kein Wunder, dass Holdgers Resümee lautet: Man kann ein Land nicht durch Sozialstaatsvernichtung aus einer Krise „heraussparen“. (Holdger Platta) (mehr …)

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Das Grinsen eines Monsters in einem Horrorfilm

94. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ „Das Gefühl, die menschliche Würde nicht zu verlieren, während in Mülltonnen nach Essbarem gesucht werden muss, ist wahrscheinlich das Schwierigste.“ So schreibt unser „Außenhelfer“ Tassos Chatzatoglou über ein Schicksal, von dem – mit Abstufungen – mittlerweile 25 Prozent der GriechInnen betroffen sind: existenzbedrohende Armut. Da verwundert es nicht, dass sich die Erfüllungsgehilfen einer derart rigiden und menschlichkeitsbereinigten Politik – die Ex-Idealisten von „Syriza“ – derzeit in Wählergunst im freien Fall befinden. Tragisch nur: auf das Versagen dieser Kopien eines radikalen Neoliberalismus reagieren viele GriechInnen mit dem Ruf nach dem Original: der konservativen „Nea Demokratia“, die derzeit in Umfragen führt. Selbst eine Machtergreifung der faschistischen „Morgenröte“-Partei scheint nicht mehr undenkbar – nicht erfreulich, aber nachvollziehbar in einem Land, in dem viele das Gefühl haben, sie hätten nichts mehr zu verlieren… (Holdger Platta) (mehr …)

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Ausflüge in die Poesie (47)

Resignation (Holdger Platta)

  

Unablässig stürzen Blätter herab,

und die Wolken gehen über das Land.

Graues Windmeer in allen Büschen.

Unter den Bäumen versammeln sich Reisig und Gras,

und irgendwo Menschen an einem Verhandlungstisch.

Ich blicke aus dem Fenster, damit draußen der Herbst

stillsteht, ohne Glauben.

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Schwimmen im Glück

Holdger Platta gibt in dieser kleinen Erzählung eine ganz persönliche Jugenderinnerung an den St. Martins-Tag preis – warmherzig, humorvoll und präzise im Detail. Dabei bedient er sich teilweise des Dialekts „Mülheimer Platt“ – wohl ein gerechter norddeutscher Ausgleich für die bayerischen und österreichischen Sprachfetzen, die wir unseren LeserInnen gelegentlich zumuten. (Holdger Platta) (mehr …)

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In Griechenland gehen kleine Konjunkturaufschwünge an den Menschen vorbei

93. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Tourismusboom in Griechenland – das wäre eigentlich ein gute Nachricht. Sie ist es wahrscheinlich auch für direkt an Tourismusunternehmen (Bewirtung, Unterbringung usw.) Beteiligte. Obwohl die freundlichen Kellnerinnen, die deutschen Reisenden dort den „Greek Coffee“ servieren, vermutlich keine Großverdienerinnen sind, sind sie zumindest nicht von der hohen Arbeitslosenquote betroffen. Dennoch: dem Gros der GriechInnen nützt dieser Boom überhaupt nicht, die Steuereinkünfte fließen weiter „aufwärts“ in Richtung der Gelddepots der reichen Gläubiger Griechenlands. Wenigstens eines kann Holdger Platta heute vermelden: einen Spendenboom dank unserer Leserinnen und Leser. (Holdger Platta) (mehr …)

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