Beiträge von Roland Rottenfusser

Der Liedermaler

KrutschWeckerWaderTorsten Krutsch hat 28 Lieder von Konstantin Wecker und Hannes Wader in eigenwillige Bildkompositionen umgesetzt. „Ich male, weil ich ein Bild hab“, lautet sein Motto in Anlehnung an einen Vers Weckers. Den Zusatz „…nicht weil es euch gefällt“ muss man aber nicht zu wörtlich nehmen, man darf von diesen Bildern begeistert sein. Die farbenfrohe Umsetzung orientiert sich sehr präzise an den Liedinhalten und transportiert ohne Abstriche auch die zeitkritische Stoßrichtung der beiden Groß-Liedermacher. Mehr noch: Im Betrachten der Bilder lernen wir den Liedern auf ganz neue und intensive Weise zuzuhören. (Roland Rottenfußer)
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Spiritualität, Religion, Esoterik, Mystik, Glaube (2/2)

Große, "magische" Augen: Wie Helena Blavatsky, Begründerin der Theosophie, stellt man sich eine Esoterikerin vor.

Große, „magische“ Augen: Wie Helena Blavatsky, Begründerin der Theosophie, stellt man sich eine Esoterikerin vor.

Ein paar überfällige Begriffsklärungen. Das Misstrauen der „linken“ Szene gegenüber Spiritualität sitzt tief. Teilweise mag es auch daran liegen, dass der Begriff vieldeutig ist und nicht immer korrekt verwendet wird, wie ich in meinem Artikel „Was ist Spiritualität?“ dargelegt habe. Spiritualität sollte nicht grundsätzlich für die Fehler von institutionalisierter Religion und Esoterik in Mithaftung genommen werden. Sie sollte nicht als „kontaminiert“ von den Verbrechen der Inquisition oder dem abergläubischen Wortgeklingel esoterischer Nebelwerfer ad acta gelegt werden. Die Unterscheidung zwischen Religion, Esoterik, Spiritualität, Mystik und Glauben ist wichtig für die Einschätzung der damit verbundenen Weltanschauungen. Und obwohl es Überschneidungen gibt und einfache Urteile wie „Esoterik böse, Spiritualität gut“ zu kurz greifen, kann Information helfen, rationalistische Hexenjagden gegen alles Spirituelle zu beenden. (Roland Rottenfußer, 1. Teil des Artikels hier) (mehr …)

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Spiritualität, Religion, Esoterik, Mystik, Glaube (1/2)

Rumi, Sufi-Dichter und Mystiker

Rumi, Sufi-Dichter und Mystiker

Ein paar überfällige Begriffsklärungen. Das Misstrauen der „linken“ Szene gegenüber Spiritualität sitzt tief. Teilweise mag es auch daran liegen, dass der Begriff vieldeutig ist und nicht immer korrekt verwendet wird, wie ich in meinem Artikel „Was ist Spiritualität?“ dargelegt habe. Spiritualität sollte nicht grundsätzlich für die Fehler von institutionalisierter Religion und Esoterik in Mithaftung genommen werden. Sie sollte nicht als „kontaminiert“ von den Verbrechen der Inquisition oder dem abergläubischen Wortgeklingel esoterischer Nebelwerfer ad acta gelegt werden. Die Unterscheidung zwischen Religion, Esoterik, Spiritualität, Mystik und Glauben ist wichtig für die Einschätzung der damit verbundenen Weltanschauungen. Und obwohl es Überschneidungen gibt und einfache Urteile wie „Esoterik böse, Spiritualität gut“ zu kurz greifen, kann Information helfen, rationalistische Hexenjagden gegen alles Spirituelle zu beenden. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Was ist Spiritualität (und was hat sie hier zu suchen)?

Hans-Peter Dürr: ein spiritueller Mensch "obwohl" Wissenschaftler

Hans-Peter Dürr: ein spiritueller Mensch „obwohl“ Wissenschaftler

Spiritualität in einem politischen Webmagazin – es ist noch immer irritierend für viele, ein Ärgernis für einige. Manche Widerstände dagegen werden sich nicht vollständig ausräumen lassen – den Differenzen liegen schlicht unterschiedliche Überzeugungen und biografische Prägungen zugrunde. Einige Vorbehalte beruhen aber m.E. auf Missverständnissen, auf der Vermischung der Begriffe Spiritualität, Esoterik und Religion und auf einer vermeidbar rigiden „Entweder-Oder“-Haltung. Aufklärung kann vielleicht einiges zur Entschärfung des Konflikts beitrage – oder wenigstens zum Verständnis der „gegnerischen“ Weise zu denken und zu fühlen. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Den Geist im Netz fangen?

Dichter Novalis: Reduzierbar auf "Fakten, Fakten, Fakten"?

Dichter Novalis: Reduzierbar auf „Fakten, Fakten, Fakten“?

Sinn und Unsinn Digitaler Geisteswissenschaften. Der Plagiatsfall Guttenberg hat es gezeigt: Mit Hilfe moderner computergestützter Suchverfahren können Textvergleiche und andere sonst Philologen vorbehaltene Arbeiten in einer Geschwindigkeit abgewickelt werden, die früher undenkbar war. Archivierung, Zitatsuche sowie alles, was mit Statistik und Quantität zu tun hat, sind beim noch jungen Wissenschaftszweig „Digital Humanities“ gut aufgehoben. Neue Verfahren wie „Korpuslinguistik“ und „Text Mining“ sind auf dem Vormarsch. Aber birgt die digitale Geisteswissenschaft nicht auch Gefahren? Gehen Qualität, Intuition und Emotion – traditionell Stärken der Geistes- gegenüber den Naturwissenschaften – verloren? Werden die „Humanities“ inhuman? (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Fußballsmog-Alarm

"Ja, wir sind Individualisten" (aus "Das Leben des Brian")

„Ja, wir sind Individualisten“ (aus „Das Leben des Brian“)

In WM-Zeiten haben es «Fußballverweigerer» nicht leicht. Der Sport dominiert den öffentlichen Raum, und ein Entrinnen scheint kaum möglich. Es wird Zeit, dass sich Widerstand regt. Roland Rottenfußer sprach mit Miroslav Struntz, dem Vorsitzenden des Vereins für Nichtfußballfan-Schutz (VNFS). (mehr …)

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Konstantin Wecker: Politik braucht Spiritualität (2/2)

Widerstand (auch) aus religiöser Überzeugung: die Weiße Rose

Widerstand (auch) aus religiöser Überzeugung: die Weiße Rose

Politik und Spiritualität –„christliche Parteien“, Kirchensteuer, Gottesstaat und rechte Esoterik haben so manchem den Geschmack an dieser ungewohnten Mischung verdorben. In der linken Szene ist es teilweise Ehrensache, in Sachen Spiritualität rationalistisch drüber oder wenigstens gleichgültig daneben zu stehen. Auch in diesem Webmagazin hatten wir teilweise mit Gegenwind zu kämpfen, wenn wir es wagten, den Bereich des Geistigen oder Göttlichen nicht ausschließlich in den Kategorien einer Verschwörung zwischen Kapital und Vertröstungstheologie zu betrachten. Überhaupt will Spiritualität weniger analysiert als erlebt und gelebt werden: auch im Sinn einer tätigen Ethik, die vielleicht die offensichtlichste Schnittmenge zwischen den „feindlichen“ Welten bildet. In seinem neuen Buch „Mönch und Krieger“ stellt Konstantin Wecker die kühne These auf, dass Spiritualität in der politischen Arbeit nicht nur erlaubt ist (quasi als verschämtes Gebet zwischen zwei Demos), sondern diese sogar befeuern kann. (Roland Rottenfußer, 1. Teil dieses Artikels: am vergangenen Mittwoch auf HdS) (mehr …)

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Konstantin Wecker: Politik braucht Spiritualität

MönchKriegerCoverPolitik und Spiritualität – „christliche Parteien“, Kirchensteuer, Gottesstaat und rechte Esoterik haben so manchem den Geschmack an dieser ungewohnten Mischung verdorben. In der linken Szene ist es teilweise Ehrensache, in Sachen Spiritualität rationalistisch drüber oder wenigstens gleichgültig daneben zu stehen. Auch in diesem Webmagazin hatten wir teilweise mit Gegenwind zu kämpfen, wenn wir es wagten, den Bereich des Geistigen oder Göttlichen nicht ausschließlich in den Kategorien einer Verschwörung zwischen Kapital und Vertröstungstheologie zu betrachten. Überhaupt will Spiritualität weniger analysiert als erlebt und gelebt werden: auch im Sinn einer tätigen Ethik, die vielleicht die offensichtlichste Schnittmenge zwischen den „feindlichen“ Welten bildet. In seinem neuen Buch „Mönch und Krieger“ stellt Konstantin Wecker die kühne These auf, dass Spiritualität in der politischen Arbeit nicht nur erlaubt ist (quasi als verschämtes Gebet zwischen zwei Demos), sondern diese sogar befeuern kann. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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„Mönch und Krieger“ – Weckers große Synthese

moench-und-krieger-084871233Wenn Konstantin Wecker ein „Sachbuch“ schreibt, kann man sicher sein, dass es ausnehmend poetisch ist und reich an Farbschattierungen. Und wenn er als abgeklärter Weiser auftritt, kann man davon ausgehen, dass es stets Lebens-Weisheit im besten Sinn ist: die Essenz von Erlebtem und Erlittenem. „Mönch und Krieger“, das neue im Gütersloher Verlag erschienene Buch, vereint auf kühne Weise das scheinbar Unvereinbare: Licht und Schatten, Wut und Zärtlichkeit, linke Politik und Spiritualität. Es zeigt einen reifen und doch immer in schöpferischer Bewegung befindlichen Wecker, der Fans wie „Wecker-Neulinge“ mit diesem Werk auf ganzer Linie überzeugen dürfte. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Wozu sind Kriege da? (2/2)

Eugen Drewermann, einer der eloquentesten Kriegsgegner unserer Zeit

Eugen Drewermann, einer der eloquentesten Kriegsgegner unserer Zeit

Manchmal sind die vermeintlich naiven Fragen die besten – wie jene nach dem Sinn von Kriegen, die Udo Lindenberg in einem Lied stellte. Wir wissen heute alles über die Schrecken des Krieges, können auf umfassendes Film- und Dokumaterial zugreifen, können aus der Geschichte analysieren, wie es zu Kriegen kam und wie sie hätten verhindert werden können. Trotzdem brennt es bis heute an allen Ecken und Enden der Welt, stehen die Räder einer wahnwitzigen, mörderischen Rüstungsindustrie niemals still. In einer Zeit, in der das Schreckgespinst des “bösen Russen” wiederersteht und ein Präsident pastoral die deutsche Verantwortung für Tötungsvorgänge in aller Welt beschwört, stellt sich die Frage doppelt dringlich. Roland Rottenfußer beleuchtet die psychologische und ökonomischen Wurzeln der organisierten Gewalt. (Erste Teil dieses Artikels: Siehe vergangenen Freitag auf „Hinter den Schlagezeilen)
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