Puls des Friedens mit Wo/men’s Peace March

 In FEATURED, Friedenspolitik, Kultur

Yael Deckelbaum

Als Teil eines „Puls des Friedens“-Wochenendes kommt die israelische Musikerin und Aktivistin Yael Deckelbaum zu einem weiteren Wo/men’s Peace March nach Berlin. Ihr Lied „Prayer Of The Mothers“ ist zu einer internationalen Frauenhymne für Frieden geworden. (Quelle: Sein)
https://www.sein.de/puls-des-friedens-mit-womens-peace-march/

Anzeige von 13 kommentaren
  • maria
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    Dieses Gedicht habe ich vor kurzer Zeit erhalten. Ich denke, es passt gut zu diesem Beitrag. 

    Für alle Frauen und Mütter

     

    Mutterhände

    Mutterhände ruhen nimmer,

    jahrein, jahraus, sie schaffen immer,

    scheinen niemals müd‘ zu werden;

    es gibt nichts Besseres auf Erden!

     

    Mutterhände sind ein Segen,

    weil sie sich für andre regen,

    vor allem auch für jene werken,

    die es häufig gar nicht merken!

     

    Mutterhände muss man ehren,

    die Gutes wirken,

    Liebe mehren, geben,

    wo die Not am grössten,

    Tränen trocknen, helfen, trösten…

     

    Mutterhände braucht die Welt,

    weil sie sonst auseinander fällt;

    Hände, Mutter, wie die deinen,

    die verteilen und vereinen!

    Armin Binotto-Giger

     

     

  • Polygraph
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    maria … zitiert Armin Binotto-Giger:

    … Mutterhände sind ein Segen, … Mutterhände muss man ehren, … Mutterhände braucht die Welt, …

     

    „Die allseits gerühmte Mutterliebe ist nur ein blinder Instinkt, in dem sich jedes Tierweibchen der Frau überlegen erweist.

    Nirgendwo findet die Herrschsucht eine so vollkommene Befriedigung wie bei der Ausübung der mütterlichen Pflichten.

    Im Grunde ist es nur die Eigenliebe der Mütter, die sie auf Wesen von ihrem eigenen Fleisch und Blut übertragen, in denen sie sich wiederzufinden glauben.

    Aber es ist sinnlos darüber zu reden. Lassen wir sie ruhig denken, dass sie sich aufopfern, während sie doch nur selbstsüchtig sind.“ *

     

     

    „Die Mutter ist das zweite Bein des Patriarchats!

    Im Zustand des [patriarchal unterdrückten] Opfers produziert die Frau als Mutter herrschaftswillige Söhne und unterwerfungsfähige Töchter.“ **

     

     

    Solange Männer und Frauen nicht bevor (!) sie Kinder in die Welt setzen, eine echte Gleichberechtigung bewerkstelligen, tragen Mütter nichts zum Frieden bei. Im Gegenteil, sie stabilisieren die patriarchalen Machtstrukturen.

     

     

    * Marie d’Agoult; 1805-1876; Emanzipierte Frau, Journalistin, Schriftstellerin; verh. mit Charles L. C. d’Agoult; Geliebte von Franz Liszt; Mutter von fünf Kindern, u.a. Cosima, durch die sie zur Schwiegermutter Richard Wagners wurde.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_d%E2%80%99Agoult

     

    ** „Dressur zum Bösen – Warum wir uns selbst und andere kaputt machen“ von V.E. Pilgrim

    https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=volker+elis+pilgrim+dressur+zum+b%C3%B6sen&rh=n%3A186606%2Ck%3Avolker+elis+pilgrim+dressur+zum+b%C3%B6sen

     

  • Polygraph
    Antworten

    Puls des Friedens mit Wo/man’s peace march:

    … kommt die israelische Musikerin und Aktivistin Yael Deckelbaum … nach Berlin. Ihr Lied „Prayer Of The Mothers“ ist zu einer internationalen Frauenhymne für Frieden geworden. …

    ?!? – Wer behauptet das?!? … seit wann gilt im (christl.) 21. (!), bzw. (jüd.) 58. (!) Jahrhundert Frausein und Mutterschaft quasi als Synomym?!? … oder befinden wir uns doch noch im Mittelalter?!?

     

    Wie fühlen sich dabei wohl die Frauen, die sich ganz bewusst und absolut legitim (!) gegen eine Mutterschaft entschieden haben?!? … Werden die bei der „Internationalen Frauenhymne“ aus der realen Welt gekickt?!? … Einfach ignoriert?!? … Oder als nicht-biologistische Egoistinnen in mütterlicher, barm-/halbherzger HerrscherInnen-Gnade trotzdem einbezogen?!? … *grübel*

     

    Und was soll bitteschön das „Prayer of the Mothers“?!? … Ein Gebet der Mütter an wen bitteschön?!? … An eine überirdische allmächtige jüd., christl. oder musl. Gottheit?!? … Die bekanntermaßen der Prototyp des unterdrückerischen, menschenspaltenden, weil frauenverachtenden Machtprinzips ist?!?  … *rätsel*

     

    Schon sehr traurig und sehr seltsam, wie scheinbar intelligente Frauen glauben, inhumane Missstände so beheben zu können und dabei nicht merken, dass sie damit bei dem religiös begründeten, patriarchal-spaltenden Fronten-System mitspielen. … *facepalm*

     

    So unerträglich der israelisch-palästinensischen Konflik – eine Schande für die Menschheit – tatsächlich ist: Mit Sicherheit wird es keinen Frieden bringen, wenn mit den Geschlechter-Fronten – sei es auch religionsüberschreitend – in altbewährter, aber letztlich destruktiver Manier hantiert wird.

     

    Ein Trauerspiel! Für das – nach „guter“ alter Tradion natürlich auch unschuldige Kinder benutzt werden. Denn wie beschrieben:

    … wird das Theaterstück „Ein Tropfen Honig“, das aus der orientalischen Erzähltradition stammt, … aufgeführt. Gespielt wird es von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren, … 

    … die das selbstverständlich in kindlicher Eigeninitiative – ganz im Stil der patriarchalen, oups! … orientalen Erzähltradition – inititiert haben!  (das war jetzt Ironie! – sorry. Aber was bleibt sonst, wenn man angesichts von mental-emotionalem Kinds-/Vertrauensmissbrauch nicht ausrasten soll?)

     

    Was sind das nur für „Mütter“!?! … *facepalm* … s.o.: Marie d’Agoult & V.E. Pilgrim. Darin könnte die Antwort zu finden sein.

     

     

     

    • Piranha
      Antworten
      Ein Gebet der Väter,  „A Prayer of the fathers“, würde ich zu gerne finden.

      Gerne würde ich sehen, dass Männer/Väter sich singend in einem langen Marsch quer durch die Wüsten, Ortschaften, Städte von Palästina und Israel finden um des Friedens willen.

      Ich wünschte, es gäbe einen internationalen Männertag, der ihr Friedenslied sodann um die Welt trägt.

      Und ich wünschte, beide – Frauen wie Männer – fänden sich, um in allen Sprachen gemeinsam für den Frieden zu singen.

      Es sind die Künstler und Künstlerinnen, die unverzichtbar sind. Und so auch eine Yael Deckelbaum.

      .

      Lieber Polygraph,

      es gibt viel, sehr viel Anlass zur Kritik, zur Anklage bis hin zum Verriss.

      Gleichzeitig meine ich, dass Verurteilungen dessen, was im Sinne des Friedens und der Völkerverständigung bereits getan wird, kontraproduktiv sind und den Kriegstreibern der Welt mehr als entgegenkommt.

      Stell Dir die Schrecklichkeiten vor, wenn niemand sich mehr engagierte zum Wohl anderer – jede/r mit dem, was er/sie am Besten kann.

      Ich kann mir vorstellen, dass Du das auch nicht wollen würdest.

      Viele Grüße,

      P.

      • Polygraph
        Antworten

        Piranha:

        Lieber Polygraph,

        es gibt viel, sehr viel Anlass zur Kritik, zur Anklage bis hin zum Verriss.

        Gleichzeitig meine ich, dass Verurteilungen dessen, was im Sinne des Friedens und der Völkerverständigung bereits getan wird, kontraproduktiv sind und den Kriegstreibern der Welt mehr als entgegenkommt. …

        *zustimm* – es sei denn ich hab dich falsch verstanden und du meinst ich hätte die Aktion verurteilt. Ich habe z.T (!)  das „Wie“ und nicht pauschal das „Was“ kritisiert. Und verurteilen tu ich grundsätzlich nichts und niemanden, denke nicht in Schuldkategorien, sondern forsche nach wirklichen Ursachen und argumentiere dementsprechend.

         

        Jedenfalls aber kommt nicht meine Kritik den Kriegstreibern entgegen, die registrieren doch nicht so ’nen profanen Netzkommentar meinerseits, sondern eher schon Frauen, die ihren Protest unter dem Label „Mutter“ in die Welt bringen. Warum? …

         

        … weil, w.o. schon mit Pilgrim zitiert, die klassische Mutterrolle eine wichtige Säule des kriegstreibenden Patriachats ist. Die Rechte der Frau werden unterdrückt, dafür bekommen sie als Mutter eine herausragende und geachtete Rolle (s.a. Nazi-Deutschland) und „dürfen“ Kinder patriarchatskonform erziehen. Was sie i.a.R. auch sehr erfolgreich (via physischen, mentalen und emotionalen Kindsmissbrauch) praktizieren/-ten. Immerhin stehen m.W. die meisten jüd. und musl. Mütter immer noch zur patriarchal bestimmten – med.-faktisch unbestritten – Genitalverstümmelung ihrer männl. Kinder. Wie wär’s, wenn hier mit einem Frieden der Mütter dem eigenen Kind ggü. begonnen würde?!?

         

        Sprich: Das Label „Mutter“ bei dieser Aktion finde ich unpassend.

         

        Piranha:

        Stell Dir die Schrecklichkeiten vor, wenn niemand sich mehr engagierte zum Wohl anderer – jede/r mit dem, was er/sie am Besten kann.

        Ich kann mir vorstellen, dass Du das auch nicht wollen würdest.

        Viele Grüße, P.

        Selbstverständlich (und ganz ohne Konjunktiv) will ich das nicht und hab ich auch lebenslang selbst so praktiziert. Aber wenn das „… was man am Besten kann …“ auch den mentalen/emotionalen Kindsmissbrauch beinhaltet, dann ist bei mir eine rote Linie überschritten.

         

        Kurz zur Klärung meiner Einstellung:

        Künstlerische Freiheit grundsätzlich: Ja!

        Künstlerische Freiheit, die nicht meinem Geschmack entspricht: Ja!

        Künstlerische Freiheit, unter dem Label „Mutter“: Kritikwürdig, aber auch ja!

        Künstlerische Freiheit, die für’s eigene Ziel Kinder benutzt: Nein!

        ___________

        Danke,

        auch dir einen schönen Gruß,

        P. 😉

  • Polygraph
    Antworten
    Krieg und Frieden – Mütter und Väter – und Kunst und Künstler präsentieren:

    Den Gott des Gemetzels

    Ein Paradebeispiel dafür, wo Krieg – egal wo auf der Welt – wirklich beginnt: Im Kleinen, in der widernatürlichen, besitzdenkerischen, zivilisierten Kleinfamilie mit arglosem Kind, angepasstem Vater und scheinheiliger Mutter:

     

    https://www.youtube.com/watch?v=Jc4Hm968rVs

    https://www.youtube.com/watch?v=fumOfInqzXY

    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gott_des_Gemetzels

     

    Für mich trägt dieser Film (aus 2011, bzw. Theaterstück aus 2006), bei bewusster Rezeption und Selbstkorrektur, wesentlich mehr zu Frieden bei, als so manche spektakuläre aber kurzlebige, offensive Aktion.

     

    Denn im Kleinen, bei und in jedem/r Einzelnen beginnt der Unfrieden! Das kann man selbstverständlich auch ignorieren und seine Lebensenergie lieber in den Krieg gegen ausgemachte Feinde im Aussen verausgaben. Das verleiht – nach Volker Pispers bekanntlich einem Tag Struktur, wenn man für sich erst mal einen äußeren Feind bestimmt hat.

     

    Ich denke, man kann es auch anders handhaben: Ruhe bewahren, Überblick verschaffen, daraus lernen und umsetzen, und damit einen authentischen Beitrag gegen Kriegstreiberei zu leisten. Auch wenn das wenig Aufsehen erregt.

     

    • Piranha
      Antworten
      Das ganze Zitat:

      „Es geht nichts über ein einfaches Weltbild. Wenn man weiß wer der Böse ist, hat der Tag Struktur“

      Weder für die afd, noch die bild und andere, gibt es eine treffendere Beschreibung.

       

      Auch Nico Semsrott hat das mal schön beschrieben und mit einer ppp illustriert:

      er zeigt sinnbildlich durch einen Kreis mit vielen bunten Punkten darin, dass der Mensch aus unterschiedlichen Facetten besteht. Dann erscheint rechts davon ein einfarbiger Kreis mit dem Wort „Moslem“.

      Ähnlich verfährt er, indem er um einen Punkt herum einige der aktuellen Probleme zeigt und führt aus, dass man an einem der Probleme mal anfangen könnte etwas zu verbessern, wodurch sich auch anderes mit bewegen ließe.

      Dann wieder rechts davon die Lösung von denen mit „einfachem Weltbild“: „Flüchtlinge raus“, an anderer Stelle: „Burkaverbot“

      .

      So sehr ich Dir zustimme, dass wir es in der Familie schaffen sollten, Frieden zu üben und Konflikte rechtzeitig beizulegen, so sehr bin ich überzeugt, dass wir viele Stimmen brauchen die öffentlich wirksam sind.

      Ob es nun KünstlerInnen sind oder Friedensforscher oder HdS 😉 – und viele andere Verbände, Gruppen und Einzelne.

      Wie Konflikte und Konflikteskalationen vonstatten gehen, hat sehr eindrücklich und nachvollziebar Friedrich Glasl 1980 beschrieben. (Lässt sich im Netz finden)

      .

      Danke übrigens für die Erinnerung an den Film; ich liebe Christoph Waltz in allen seinen Rollen. Müsste ich echt mal wieder schauen 🙂

       

  • Polygraph
    Antworten

    Piranha:

    … Danke übrigens für die Erinnerung an den Film; ich liebe Christoph Waltz in allen seinen Rollen. …

    Keine Ursache! … ich bin zwar kein Fan von irgendwem, sehe relativierende Licht- und Schattenseiten bei jedem/r, was ich für sinnvoll halte. Und „lieben?“ 🙂 … naja, bei mir pers. unbekannten Leuten, kam mir diese Vokabel noch nie in den Sinn. Aber „Der Gott des Gemetzels“ find‘ ich schon super. Auch die gesamte Besetzung. Ich befürchte nur, dass der Film auch Opfer des allgem. Konsumverhaltens ist und bei den meisten wohl kaum zu konstruktiver Selbstreflektion führt. Aber was soll’s, das hab‘ nicht ich zu verantworten.

     

    Piranha:

    Das ganze Zitat:

    „Es geht nichts über ein einfaches Weltbild. Wenn man weiß wer der Böse ist, hat der Tag Struktur“

    Weder für die afd, noch die bild und andere, gibt es eine treffendere Beschreibung.

    Merci für die Korrektur, aber sinngem. lag ich wohl nicht daneben. Ja, in seiner Kürze ist es kaum zu überbieten. Aber andere, zutreffende Beschreibungen für die Bild, ggf. auch AfD, gibt’s schon auch, z.B.:

    Günter Wallraff:

    „Die Bild-Zeitung ist wie ein frei herumlaufender,

    therapieverweigernder Triebtäter, von dem man weiß:

    Der kann nicht anders, der ist gemeingefährlich!

    Das ist unverändert der Kern von Bild!“

    April 2011; http://www.bild-studie.de/bild-studie-der-obs/Interview_mit_wallraff.html

    oder auch:

    Judith Holofernes von „Wir-sind-Helden“:

    „Die Bild-Zeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash-Kulturgut

    und kein harmloses Guilty-Pleasure für wohlfrisierte Aufstreber,

    keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle-Zitat.

    Die Bild-Zeitung ist ein gefährliches politisches Instrument,

    nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund,

    sondern ein bösartiges Wesen,

    das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht!“

    Febr. 2011 auf http://www.wirsindhelden.de veröffentlicht

     

    *zustimm* auch zu  Nico Semsrott. Wobei wohl auch er ein Opfer der Kabarett-Konsumisten sein dürfte, denen VoPi ja schon vor Jahren geraten hat, ihre Eintrittskarten aufzubewahren, damit sie sich nach Systemzusammenbruch als Widerständler brüsten können. 🙂

     

    Piranha:

    … So sehr ich Dir zustimme, dass wir es in der Familie schaffen sollten, Frieden zu üben und Konflikte rechtzeitig beizulegen, so sehr bin ich überzeugt, dass wir viele Stimmen brauchen die öffentlich wirksam sind.

    Ob es nun KünstlerInnen sind oder Friedensforscher oder HdS 😉 – und viele andere Verbände, Gruppen und Einzelne. …

    Und so sehr ich dir zustimme, dass man diese braucht, so sehr halte ich an meiner roten Linie fest: Wer sich – beim Ansprechen der Thematik – nicht wenigstens (!) unmissverständlich gegen physischen, mentalen und emotionalen Kindsmissbrauch – beim sexuellen geschieht das zwischenzeitl. glücklicherweise – und insbes. gegen die med. unbegründete Genitalverstümmelung bei männl. Säuglingen, Kindern und Kleinkindern ausspricht, macht sich im Engagement für eine friedlichere Menschen-Weltgemeinschaft in gewissem Sinne selbst (!) unglaubwürdig.

     

    Zur Klarheit: Es wäre zwar schön, aber ich erwarte nicht, dass diese, öffentl. wirkenden Künstler und Friedens-Engagierten – wie übrigens auch alle anderen Menschen – dieses Thema zu ihrem Hauptanliegen machen. Wir wissen eigentl. alle, warum darüber so ein dicker, verfilzter Mantel des Schweigens gelegt wird, während diese Arten des Kindsmissbrauchs tagtäglich und milliardenfach ausgeübt wird.

     

    Aber wenn das Thema angesprochen wird, es zu vermeiden darauf einzugehen, es quasi ignorierend oder bagatellisierend weiterhin unter den Teppich zu kehren, es als Tabu zu behandeln, argumentativ in andere Bereiche abzulenken, die angebl. wichtiger sind, so als wäre es missbrauchten Kindern zuzumuten, dass sie einfach nur ihre Missbrauchssituation weiter ertragen und (wieviele Jahre/Jahrzehnte?!?) warten, bis öffentlich-wirksame oder auch andere Erwachsene entscheiden, dass es Zeit ist, sich ihrer anzunehmen … all das, wird uns dann bitterböse auf unsere friedensbe-weg-ten Füße fallen und unsere gut-gemeinten Absichten sabotieren, auch wenn „wir“ für dafür mit Sicherheit auch wieder hochintelligente Ausreden und andere Schuldige finden werden. … *facepalm*

     

    Ich wäge einfach mal ab:

    Einerseits die milliardenfach, übelst missachteten Kinderrechte bis hin zu Genitalverstümmelungen – andererseits die künstlerischen u./o. gesellschafts-/politischen Bemühungen um Frieden auf der Welt.

     

    Warum hier Ersteres ignorieren und sich erst mal um Zweiteres kümmern?!

     

    Anstatt auch hier wenigstens (!) ein Sowohl-als-auch zu verfolgen?!?… Warum sich überall sonst dafür aussprechen und hier plötzlich nicht?!?

     

    *grübel*

     

     

     

     

    • Polygraph
      Antworten

      Polygraph:

      … Ich wäge einfach mal ab:

      Einerseits die milliardenfach, übelst missachteten Kinderrechte bis hin zu Genitalverstümmelungen – andererseits die künstlerischen u./o. gesellschafts-/politischen Bemühungen um Frieden auf der Welt.

       

      Warum hier Ersteres ignorieren und sich erst mal um Zweiteres kümmern?!

       

      Anstatt auch hier wenigstens (!) ein Sowohl-als-auch zu verfolgen?!?… Warum sich überall sonst dafür aussprechen und hier plötzlich nicht?!?

       

      Die Fragen sind keineswegs rethorisch gemeint. Es darf gerne geantwortet werden.

  • Polygraph
    Antworten

     Piranha:

    … Und: jede/r bringt das ein, was er/sie am Besten kann.

    Du meinst eine klares Statement gegen Genitalverstümmelung auch (!) bei männl. Kindern kann nicht jede/r einbringen?!? … ist quasi zuviel verlangt?!? … dazu bräuchte es spezielles Können?!? … *kopfkratz*

     

    Piranha:

    … Ich schätze beispielsweise Christa Müller sehr, die vorletzte Ehefrau von Oskar Lafontaine und den von ihr gegründeten Verein Intact e.V. (Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V), den sie vor über 20 Jahren gründete. …

    Ja, ich weiß. Das ist sehr ehrenwert von Frau Müller. Befremdlich und fragwürdig nur, dass sie dabei

    a) offenkundig nur Mädchen im Fokus hat, Kinder ihres eigenen Geschlechts also,

    b) sich international engagiert, wo hierzulande – quasi vor ihrer eigenen Haustür – alljährlich unzählige männl. Kinder genitalverstümmelt werden und

    c) scheinbar nicht berücksichtigt – auch wenn es nicht als Opfer-Ranking missinterpretiert werden darf: Vermutl. die Zahl der Genitalverstümmelungen bei männl. Kindern weltweit, die Anzahl derjenigen bei weibl. Kindern sogar übersteigt.

     

    Wo der Unterschied liegen soll, ob weibl. oder männl. Kinder aus traditionellen u./o. religiösen Gründen genitalverstümmelt werden, will mir nicht einleuchten. Vielleicht kannst du mich ja darüber aufklären?!

     

    Ich schließ‘ jetzt mal den Kreis wieder hin zum Eingangsthema:

    „The song „Prayer of the Mothers“, … On October 4, 2016, Jewish and Arab women began with the joint „March of Hope“ project. …“

    https://www.youtube.com/watch?v=YyFM-pWdqrY

    Da marschieren also zahllose Mütter/Frauen durch die Wüste und machen sich mit dem Label „Mutter“ für Frieden stark. Und zwar weltweit; primär aber für den Konflikt zw. Israelis und Palästinensern. Für Frieden, der selbstredend das Gegenteil von Gewalt ist.

    Diese Mütter aber sind mehrheitl. doch wohl jüdischen bzw. muslimischen Glaubens. Diese friedlichen Mütter –  die gegen Gewalttätigkeiten sind – haben aber offenbar kein Problem damit, dass bei ihnen zuhause, in ihren eigenen Familien ihre eigenen männl. Kinder oder Säuglinge genitalverstümmelt werden. Nein, sie führen ihre Mütterlichkeit ins weltweite Feld, um für Frieden und gegen Gewalt zu werben.

    Und das soll man möglichst nicht reklamieren?!? … Weil es eben eine künstlerische Aktion ist?!? … Wer unter dem Label „Mutter“ künstlerisch aktiv wird, sogar weltweit, muss damit rechnen, dass man sie beim Wort nimmt und entspr. berechtigte – weil stichhaltig argumentativ unterlegt – Kritik übt.

    Man stelle sich das mal umgekehrt vor: Da pilgern in Afrika hunderte Männer durch eine Wüste, singen eine Hymne auf Frieden und Gewaltlosigkeit, berufen sich dabei auf ihre Vaterschaft, ignorieren aber, dass in ihrem eigenen zuhause Großmütter und andere, alte Frauen ihre kleinen Töchter genitalverstümmeln.

    Würden wir das auch so gelassen übergehen?!? … ohne auf die Diskrepanz zwischen Reden und Tun/Unterlassen dieser Väter hinzuweisen?!?

    PS: Zur Klärung falls jemand meint, weibl. und männl. Kinder-Genitalverstümmelung ließe sich nicht vergleichen: Falsch! Es gibt unterschiedl. weibl. Genitalverstümmelungen (von Typ I bis Typ IV*), und zurecht ist JEDE (!) hierzulande gesellschaftlich geächtet und verboten. Auch wenn es wesentlich krassere gibt, aber die vergleichbare zur männl. Kinder-Genitalverstümmelung ist die Beschneidung der Klitorisvorhaut.

    *https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung#Formen

    Und bezügl. männl. Kinder-Genitalverstümmelung – sollte es jemanden interessieren: „Mein Körper gehört mir! – Warum Zwangsbeschneidung unrecht ist – auch bei Jungen“

    https://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/gbs/files/download/flyer-beschneidung.pdf

    http://www.pro-kinderrechte.ch/de/medizin/medizinische-fakten-zur-beschneidung/

    http://www.pro-kinderrechte.ch/de/presse/

    • Piranha
      Antworten
      Bitte Vorsicht, lieber Polygraph, unterstelle nicht vorschnell etwas.

      Mein Statement?

      Ich bin gegen jedwede Verstümmelung des menschlichen Körpers (auch bei Tieren!), es sei denn, es gibt medizinische Gründe wie bspw. die OP-Notwendigkeit bei Phimosen.

      Das kann ich jederzeit vertreten.

      Aber bin ich aktiv in diesen Vereinen, bzw. Stiftungen? Nein. (mal eine kleine Spende hierhin und dorthin zähle ich noch nicht zu Aktivitäten)

      Meine Zeit und meine Kraft gehen in andere Themen., nämlich in die, in denen ich mich am besten auskenne.

      Im Übrigen: was Christa Müller in afrikanischen Ländern geschafft hat, hätte sie ohne die Beteiligung der Männer dort nicht hinbekommen; da brauchen wir uns nichts vorzumachen.

      Du hast gestern an anderer Stelle begründet, dass jede Kritik an Israel als Antijudaismus verstanden werden könnte.

      Vielleicht suchst Du einmal die Gesellschaft von Juden und Muslimen um die Beschneidung von Knaben zu diskutieren.

      Sie werden Dir die Stellen in Thora und Talmud, bzw. dem Koran nennen, werden von Reinheitsgeboten sprechen und mehr…

      Bedenke bei dieser Gelegenheit: der § 1631d wurde 2012 oder 2013  ins BGB aufgenommen.

      Ob ich es falsch oder richtig finde – ich muss diesen Umstand akzeptieren.

      Viele Grüße,

      P.

  • Polygraph
    Antworten

    Piranha:

    Bitte Vorsicht, lieber Polygraph, unterstelle nicht vorschnell etwas.

    Mein Statement?

    Ich bin gegen jedwede Verstümmelung des menschlichen Körpers (auch bei Tieren!), es sei denn, es gibt medizinische Gründe wie bspw. die OP-Notwendigkeit bei Phimosen.

    Das kann ich jederzeit vertreten. …

     

    Warum „Vorsicht“?!? … liebe Piranha … das klingt ja fast wie eine Drohung. 🙂 Wo habe ich vorschnell etwas unterstellt? – Vor allem dir auf gar keinen Fall etwas Übles!

     

    (Ist zwar hier nicht das primäre Thema, aber) Körperl. Verstümmelung: Das sehe ich anders. Wenn Erwachsene sich dafür entscheiden (z.B. Zungenspaltung, Branding, Penis-Beschneidungen o. Spaltungen, Schamlippen-Zurechtschnitt* usw.) kann man ihnen das Recht dazu nicht absprechen. Absurd zumeist, aber: Ihr eigener Körper! *schulterzuck* Es geht hier aber um Genitalverstümmelung bei jur. unmündigen Kindern, egal (!) ob bei Mädchen oder Jungs.

    * https://de.wikipedia.org/wiki/Schamlippenverkleinerung

     

    Eine OP bei Phimosen, ist v.a. bei Kindern i.a.R. med. nicht indiziert (ggf. gäbe es  alternativ sehr wohl andere, unblutige med. Ther.), wenn auch bei KVs gut abrechenbar 😉  (bitte nicht vergessen(!): Die Rahmenbedingungen des kapit. Systems, in dem selbstverständl. auch das Medizinwesen eingebunden ist. Erst vorgestern klagte mir ggü. ein Klinik-Chefarzt d. Chirurgie persönlich sein Leid darüber). I.a.R. erledigt sich eine kindl. Phimose während des Heranwachsens von selbst.

     

    Aber es geht hier ja nicht primär um eine Kinder-Genitalverstümmelungs-Debatte. Thema ist m.E. (was ich oben schon mit dem Kreisschluss angesprochen hab), die künstlerische Aktion von sicher mehrheitlich jüdischen und muslimischen Müttern/Frauen, die den Mangel an Frieden/Gewaltlosigkeit anprangern, selbst aber ihre männl. Kinder genitalverstümmeln lassen (hab ich eigenl. oben schon mal klargestellt). Unter dem Label „Mütterlichkeit“!!! Und meine Frage dabei stellt sich nach der Glaubwürdigkeit. So einfach verhält sich das. 😉

     

    Zur Klarheit: Ich denke dabei überhaupt nicht in Schuld-Kategorien (für viele scheinbar gar nicht vorstellbar :-)). Das ist die Methode der Religionen, nicht meine! Ich suche keine Schuldigen, sehr wohl allerdings nach Ursachen! … um gegen diese im Alltag und im Kleinen anzugehen, statt in mehr oder weniger oberflächlichem Aktionismus Energie zu verschwenden, in einem pseudodemokratischen Patriarchat(o. Plutokratie), das auch die bürokratischen Regeln für einen Widerstand bestimmt, an die ich mich zu halten habe (Stichwort z.B.: Petition). Ich denke, man sollte sich immer der aktuellen Machtverhältnisse bewusst sein und sich nicht, sogar als Revoluzzer, am sprichwörtl. Nasenring durch die Manege der Plutokraten führen lassen.

     

    Piranha:

    … Du hast gestern an anderer Stelle begründet, dass jede Kritik an Israel als Antijudaismus verstanden werden könnte.

    Vielleicht suchst Du einmal die Gesellschaft von Juden und Muslimen um die Beschneidung von Knaben zu diskutieren. …

    Wozu sollte ich das tun? Um meine Energie zu verschwenden? 😉 … an das, was M. Schmidt-Salomon satirisch unter „Religioten“ beschrieben hat?* Mit religiösen Menschen kann man nur diskutieren, wenn sie zwischen indiv.-psycholog.-nützlichem Gott-Glauben (was ich noch nie bestritten habe!) und allgem.-gültiger Weltanschauung unterscheiden können. Sind sie in ihrer archaischen Religiösität gefangen, lässt sich nicht diskutieren.

    * https://www.amazon.de/Keine-Macht-den-Doofen-Streitschrift/dp/3492274943/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1527294443&sr=8-1&keywords=keine+macht+den+doofen&dpID=51a-KbrigkL&preST=_SY264_BO1,204,203,200_QL40_&dpSrc=srch

     

    Ich verweise lieber auf die jüdischen Menschen, die verstanden haben, dass Genitalverstümmelung ihrer Kinder nicht Ausdruck ihrer Religion ist, und die die genitalverstümmelnde „brit mila“* (traditionelle jüd. Beschneidung) schon heute ersetzen durch eine „brit shalom“**. Ein rein symbolischer Akt, bei der kein genitalverstümmelndes Messer zum Einsatz kommt. „Respekt!!!“ sag ich dazu.

    * https://de.wikipedia.org/wiki/Brit_Mila

    ** https://de.wikipedia.org/wiki/Brit_Schalom_(Zeremonie)

     

    Des weiteren, werde ich den, von dir erwähnten § 1631d BGB niemals akzeptieren! Wo leben wir denn bitteschön?!?  … wenn hierzulande Kinder legal genitalverstümmelt werden dürfen?!? Auch wenn meine „liebe Kanzlermutti“ Merkel & Regierende hierzulande die Religionsfreiheit über die körperl. Unversehrtheit von Säuglingen und Kindern stellt?!? Politik machen auf Kosten der Genitalien von unzähligen Kindern?!? – Geht’s noch!?!

     

    Niemals kann für mich die Religionsfreiheit Erwachsener über einer Genitalverstümmelung von Kindern stehen. Egal welche histor. Verantwortung wir als Deutsche tragen. Egal auch, wenn meine Entrüstung keine Mitstreiter findet. Niemals (!) werde ich akzeptieren, dass wehrlosen Kindern und Säuglingen sowas angetan wird. Auch wenn andere glauben, man müsste sich um „Wichtigeres“ kümmern: Für mich fängt demokratische Gewaltfreiheit in der Familie an, bei jedem/-r Einzelnen/-er und nicht in den bürokratisch-entmenschlichten, patriarchal-hierarchisch etablierten Gesellschafts-/Polit-Ebenen.

     

    Piranha:

    Bedenke bei dieser Gelegenheit: der § 1631d wurde 2012 oder 2013 ins BGB aufgenommen.

    Ob ich es falsch oder richtig finde – ich muss diesen Umstand akzeptieren.

    Siehst du,  … ich nicht!!! Sorry, aber das muss ich nicht mehr weiter bedenken. Ich finde es absolut nicht akzeptabel, dass Kinder und Säuglinge hierzulande legal genitalverstümmelt werden dürfen, nur weil Erwachsene das als Religionsfreiheit empfinden und unsere Regierung kuscht.

     

    Aber um wieder zur primären Thematik zu kommen: Wenn künstlerisch begabte Frauen sich dafür entscheiden, sich lieber mit dem Label „Mutter“ für einen Weltfrieden einzusetzen, statt dafür, ihre eigenen Kinder vor brutalster Gewalt an ihren Genitalien zu bewahren, dann halte ich das sehr wohl für diskussionswürdig.

     

    Ich unterstelle nicht, dass diese Frauen sich darüber bewusst sind, aber faktisch erfüllen sie damit genau das, was sie eigentl. verhindern wollen: Das unterdrückerische Patriarchat. Sie glauben dagegen zu kämpfen, erfüllen aber genau die Rolle, die ihnen das frauenfeindliche Patriarchat zuordnet.*

    * Bezügl. Frauen als unbewusste „Mittäter“, z.B. im patriarchal/diktatorischen Nazi-Regime, gibt es zwischenzeitl. schon genug Literatur. Ich denke, darin sollten sich v.a. Frauen mal kundig machen, damit sie nicht in die gleiche Falle tappen und nicht ungewollt selbst gegen ihre Absichten arbeiten.

     

     

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