Vereint gegen die Barbarei nicht vereint gegen Muslime!

 In FEATURED, Konstantin Wecker, Politik (Ausland)

Ada Colau

Es ist eben nicht alternativlos, nach schrecklichen Anschlägen in europäischen Städten die Bürgerrechte zu schleifen, nach neuen Kriegen zu rufen und Muslime pauschal zu beleidigen (wie es Donald Trump getan hat). Es wäre fatal, mit den Verächtern der Freiheit zugleich die Freiheits selbst zu entsorgen. Die spanische Kommunalpolitikerin Ada Colau bewies in ihrem Statement zum Anschlang von Barcelona, dass es auch anders geht – sehr zur Freude von Konstantin Wecker.

 

Liebe Freunde,

Ada Colau von Barcelona en Comú, einer aktivistischen Plattform, die mit Unterstützung der linken Podemos im Jahr 2015 bei den Kommunalwahlen die meisten Mandate errang, hatte als Bürgermeisterin der katalanischen Metropole auf den schrecklichen Anschlag vorbildlich reagiert.

Colaus Worte markieren in weniger als 140 Zeichen die politische Differenz zwischen denen, die auch einen Terroranschlag für ihre Agenda ausnützen – und denen, die der Gewalt mit dem Maßstab der Vernunft die Stirn bieten (Neues Deutschland):

„Barcelona, Stadt des Friedens. Der Terror kann nicht ändern, was wir sind: Eine offene, mutige, solidarische Stadt.“
Und weiter sagte sie: „Es geht darum, zu zeigen, dass wir keine Angst haben und vereint sind gegen die Barbarei und für die Demokratie.“

Vereint gegen die Barbarei und nicht vereint gegen Muslime, wie das wie gewohnt pöbelnd und unsensibel Trump zum Ausdruck brachte: Man solle im Kampf gegen Terrorismus die Methoden von General John Pershing studieren, so Trump: „Danach gab es 35 Jahre keinen islamistischen Terror mehr!“ (Pershing soll, von Historikern längst widerlegt, auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit Projektilen exekutiert haben, die er zuvor in Schweineblut getaucht hatte. Mit dem Blut der für gläubige Muslime unreinen Tiere sei ihnen der Weg ins Paradies versperrt gewesen.)

Ach hätte nur dieser amerikanische Präsident einen Funken der politischen Vernunft Ada Colaus.

Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Opfern und Hinterbliebenen dieses grausamen Massenmordes durch selbsternannte gottesfürchtige Killer.

Anzeige von 8 kommentaren
  • Bettina
    Antworten
    Eindrucksvolle Worte von Ada Colau angesichts der grausamen Anschläge in Barcelona und Cambrils, bei denen so viele Menschen aus der Mitte ihres Lebens gerissen wurden.
    .
    „Es geht darum, zu zeigen, dass wir keine Angst haben und vereint sind gegen die Barbarei und für die Demokratie.“

    .

    Das ist ein Schlüsselsatz, der den feigen und hinterlistigen Angriffen auf die Demokratie widersteht. Angst wollen  diese gewissenlosen und blutrünstigen Mörder schüren. Mit diesem Ziel überziehen sie schon seit Jahrzehnten eine blutige Spur der Gewalt über Europa. Diese Terrororganisationen versuchen unsere demokratischen Systeme systematisch auszuhölen. Es wird ihnen nicht gelingen, solange wir zusammenstehen und unsere demokratischen Systeme aufrecht erhalten mit Gedanken und Äußerungen, die diesen Mördern mutig entgegentreten, so wie es Ada Colau getan hat.

  • Piranha
    Antworten
    Besonnenheit ist nicht jedermanns Sache und  erst recht nicht jedermanns Anspruch.

    Alles und jedes soll dazu herhalten uns Angst zu machen, eine gewollte Paranoia zu schüren. Ich fürchte, wir sollen mit vielen großen und kleinen bis hin zu nichtigen Attentaten/Vorkommnissen –  über Tage breit in den Medien berichtet  – verstärkt in Richtung Polizeistaat manipuliert werden bis hin zur Militarisierung.

    Nichtige Vorkommnisse?

    Vor ein paar Tagen berichtete das heute journal (!), es habe irgendwo irgendeinen lauten Knall gegeben….

    Einen Tag später musste Hr. Kleber zurückrudern – „es war nichts“.

    Ich empfand großen Respekt für die Norweger, als der christliche Anders Breivik vor 7 oder 8 Jahren die Massenmorde in Oslo beging; die Norweger blieben besonnen.

    Und so meinen Respekt für Ada Colau, eine starke und besonnene Frau.

    .

    Was nun diesen Trump betrifft, so habt ihr hier einen außerordentlich aufschlussreichen Artikel – „Narzissmus und Macht“ – eingestellt.

     

    • silke
      Antworten
      Piranha: Eine Frage, da Sie mir ja auch welche stellten, wären Sie dafür, das jeder Nicht EU-Bürger, der es möchte, in die BRD/Europa kommen dürfte. Dadurch verstehe ich Sie besser, danke! Liebe Grüße

       

      Zum Punkt, Kein Polizeistaat und Hass auf Moslems, aber geordnete Vorsicht!!

       

      • Piranha
        Antworten
        Hallo Silke,

        ich möchte zunächst einmal auf ihre Botschaft „geordnete Vorsicht“ eingehen.

        Mich wundert, dass niemand Angst vor Krankenhauskeimen hat.

        15.000 – 40.000 Menschen sterben jährlich an solchen (zur Anzahl streiten sich Gesundheitsministrium und Dt. Gesellschaft für Krankenhaushygiene noch).

        Im Jahr 2015 hatten wir 74.000 Alkoholtote; ca 1 Million Menschen sind alkoholabhängig. Wieso haben wir keine Alkoholbekämpfungspolizei? Das wäre doch mal eine schöne Aufgabe für „de Misere“, oder?

        3200 Verkehrstote.

        Durch unterschiedlchste Unfälle bedingt (einschl. Verkehr) waren es 24.578 im Jahr 2015.

        Könnte uns doch veranlassen, das Haus nicht mehr zu verlassen, keine Leiter mehr zu besteigen, keine Kerze mehr anzuzünden geschweige denn ein Grillfeuer oder alle Elektrokabel, Steckdosen und Endgeräte alle 2 Jahre auf den neuesten Stand zu bringen usw. usf. …

        Aber womit werden wir beschäftigt?

        Wissen sie noch, wieviele Tote es durch die Vogelgrippe gab?

        „Fragen sie mich nicht, fragen sie die Schweine“ meinte Volker Pispers mal.

        Es gab nämlich weder durch die Vogel- noch durch die Schweinegrippe auch nur einen einzigen Toten. Aber wochenlang ging es zum Füllen duch die Sommerlöcher oder wenn hintendran mal wieder was beschlossen wurde, was wir angesichts von drohender Gefahr für die Gesundheit  nicht mitkriegen sollten.

        (Nur manchmal nutzt eben eben auch eine Fußballmeisterschaft um über Nacht und viel zu spät bemerkt, die Abgeordnetendiäten drastisch zu erhöhen)

        Nichts (!) will ich verharmlosen!

        Mag sein, dass sie oder ich durch einen „Terrorakt“ oder Mord oder Totschlag das Leben lassen.

        Sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass wir – vor allem mit zunehmendem Alter – einmal krankenhausbehandlungsbedürftig werden und uns einen dieser gemeinen resistenten Keime einfangen. Oder eben durch einen Unfall…

        .

        Zwischen 2001 und 2014 starben weltweit 108.294 Menschen durch Terror, davon 420 in Westeuropa. Paris 2015 mit 147 Menschen, die starben, und weitere.

        Es gab in den vergangenen Jahren hier und anderswo einige sehr gute Artikel zu den Ursachen des Terrors.

        rinnern wir uns daran, dass Osama bin Laden von den Amis hofiert und benutzt wurde, um die Russen in Afghanistan zu bekämpfen,  bis sie ihn nicht mehr brauchten. Ab da war er plötzlich ein Terrorist.

        Als er getötet wurde, stellte sich unser Merkelinchen hin und pustete den Satz raus “ Ich freue mich, dass … “  Unterirdisch….

        Ab da haben die Amis Afghanistan platt gebombt genau so, wie den Irak, Syrien… eben alle Länder, in denen etwas zu holen ist. Man sichert sich Rohstoffe und Absatzmärkte.

        Die Angst vor dem Terror: nachdem nun so viele unisono nach mehr Sicherheit, Terrorbekämpfung, Polizei und Militäreinsätzen auch im Inneren rufen, knallen derweil bei Heckler & Koch und Co. schon die Chmapagnerkorken „das wird ein großartiges Geschäft. Denn still und heimlich tütet Merkel schon die Erhöhung der Rüstungsausgaben ein. Und die werden garantiert nicht – so wie notwendigere Ausgabenerhöhungen im sozialen Bereich – unter Finanzierungsvorbehalt stehen.

        Unser Flintenuschi freut sich schon. Afrikanische Länder haben auch noch viele Rohstoffe, nicht zuletzt Tantal.

        .

        PS: ich habe meinen kleinen Text nicht mehr kontrolliert. Sollte mir also der eine oder andere Schreibfehler passiert sein bitte ich um Nachsicht.

         

         

         

         

        • silke
          Antworten
          Liebe Piranha, Ihr Text passt nur bedingt, ich wollte einfach nur wissen, ob Sie für völlog offene Grenzen eintreten, also niemanden die Tür weisen wollen, mehr nicht! Auch ich lasse mich in meinem Freizeitverhalten nicht einschränken, war für mich aber nicht das Thema!
          • Piranha
            Hallo Silke,

            sie hatten mir eine geschlossene Frage gestellt, also eine, die man nur mit Nein oder Ja beantworten kann. Ich hätte es mir natürlich leicht machen und mit „Nein“ oder „Ja“ oder einem entschiedenen „Jein“ antworten können.

            Wären sie damit wirklich zufrieden gewesen?

            Nun hatte ich mich gestern aber entschieden, auf einen anderen Teil ihres Eintrags einzugehen.

            Nächtliche Grüße,

            P.

          • silke
            Liebe Piranha, Grüß Sie. ja, mir ging es mehr um die Farge nach  der Einwanderung!
  • Anna
    Antworten
    „Es geht darum, zu zeigen, dass wir keine Angst haben und vereint sind gegen die Barbarei und für die Demokratie.“

    Als Kind habe ich immer gepfiffen, wenn ich in den Keller ging, oder habe mir die Augen zugehalten, damit man mich nicht sieht.Warum mir das gerade durch den Kopf schießt, weiß ich nicht.

    Ich denke mich gerade empathisch in die IS-Strategen und Kämpfer hinein und denke: Bei Allah, sie haben keine Angst und sind vereint, da ziehe ich mich doch sicherheithalber zurück. Also mich würde so eine geballte Ladung Widerstand total entmutigen.

     

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