Warum gehen nicht jeden Montag 50.000 Rentner auf die Straße?

 In Christine Wicht, FEATURED, Politik

Gemälde: Arm und Reich, flämisch, 17. Jh.

Gelegentlich wird heutzutage in den Medien sogar über Armut geredet – selten aber mit armen Menschen. Die dürfen allenfalls, gut vorselektiert, für ein paar Minuten eine Gastrolle in einer Talkshow einnehmen, während die Spahns und Sinns das Hauptprogramm bestreiten. Christine Wicht hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in prekären Lebenssituationen zu Wort kommen zu lassen. Sie schildern ihre oft bedrückenden Erfahrungen, sprechen auch über die politischen Ursachen und über ihre Forderungen an die Politiker. Rudi D. (Name geändert) ist Rentner nach einem arbeitsreichen Leben. Kino, ein Bier im Lokal und selbst das Internet kann er sich nicht leisten. Zwei Drittel seines Einkommens gehen für Miete drauf. Seine zornigen Analysen sind ein Armutszeugnis für unsere reichen Politiker. (Interview: Christine Wicht)

Finden Sie, dass man in Deutschland gut und gerne leben kann?

Wenn ich gesund bin und die notwendige finanzielle Ausstattung habe – damit meine ich nicht, den Regelsatz der deutschen Rentenversicherung – dann kann man in Deutschland, nicht nur in Bayern, wie im Paradies leben. Doch in den Medien wird der Eindruck verbreitet, dass nur wegen der CSU-Okkupation in Bayern seit sieben Jahrzehnten das Leben lebenswert sei. Und es gibt so viele Naive, die das glauben. Da wird sich wahrscheinlich auch in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern, weil die CSU alles nötige dazu beitragen wird, damit dieser Zustand so bleibt. Das Schlimme daran ist die totale Volksverdummung, weil die Wähler wie Schlachtvieh den Aussagen der bayerischen Staatsregierung blind folgen und nicht willens sind, zu hinterfragen, obwohl in der heutigen Zeit genug Informationen zur Verfügung stehen.

Und es liegt auch daran, dass es Bayern an einer starken Opposition und zwar seit Jahrzehnten fehlt. Wenn wir hier mit Talkshows, Rateshows und Volksmusik verdummt werden und kritische Sendungen nachts gesendet werden, steht doch die Frage im Raum, ob das gewollt ist, damit der Bürger mit unnützem Wissen abgelenkt wird, mit einseitig besetzten Talkshows, in denen die Gäste in der Überzahl sind, die Kriege als Verantwortung deklarieren und soziale Kürzungen als alternativlos darstellen und davon reden, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Das hat  weder etwas mit einem Bildungsauftrag der öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten noch  mit Meinungsvielfalt zu tun, das ist Volksverdummung und Manipulation.

Was kann man in Bayern Ihrer Meinung nach besser machen?

Bayern ist nur ein Beispiel, weil ich da lebe. Zum Beispiel die Sozialpolitik. Das Recht auf Wohnen ist Bestandteil der Verfassung. In so einen schwammigen Satz kann man natürlich alles reinlegen. Ich kann auch in einer Höhle wohnen oder in einer Gartenlaube. Was sich in deutschen Städten entwickelt, ist eindeutig ein Marktversagen auf dem Wohnungsmarkt. Es ist ein Investorenmarkt mit Tendenz zur Monopolbildung. Investoren verlangen Mondpreise und der Steuerzahler zahlt in Form von Wohngeld diese Investoren. Ich würde gar von Mietwucher sprechen, und alles ist gesetzlich legal. Diese Formulierung im Grundgesetz ist kryptisch und zynisch. Die lässt Spielraum zu, dass alles verfassungsgerecht deklariert werden kann, insbesondere die hohen Mieten, vornehmlich in München.

Herr Söder, beispielsweise, hat ohne Not die GBW-Wohnanlagen an eine Investorengruppe veräußert und will nun den Bayern glaubhaft versichern, dass auf Jahre hinaus die Mieter vor extremen Mieterhöhungen verschont bleiben. Doch das Gegenteil ist unmittelbar nach diesem Beschluss bereits eingetreten. Teilweise wurden Mieten um bis zu 50% erhöht. Das ist bayerische Sozialpolitik. Und die haben noch ein „C“ für christlich in ihrem Namen und ein „S“ für sozial. Das ist ein Hohn. Wie die Mietpolitik von Stadt und Freistaat betrieben wird und wurde, sieht man daran, dass in München 78 000 Wohnungen fehlen. Da wurde ja alles verkauft, Grundstücke, Wohnungen und jedes Jahr fallen Wohnungen aus der Sozialbindung raus, die nicht neu gebaut werden. Das war doch von vornherein klar, wohin das geht. Hat wohl niemanden interessiert. Hauptsache, es wurde Geld in die Kassen gespült. Wenn ich eine niedrigere Miete hätte, bräuchte ich keine Grundsicherung.

Warum wird dann Ihrer Meinung nach nichts geändert an diese Politik?

Das Land und seine sogenannten politischen Eliten sind schöpferisch unfähig Veränderungen einzuleiten, zugunsten der Armen und Niedriglöhner, um deren Situation zu verbessern. Politiker erfüllen die Wunschliste der Wirtschaft, und die Bürger bleiben auf der Strecke. Politiker hören den Bürgern nicht zu, sie stellen sich über sie. Durch diese Politik wird der Bürger seiner demokratischen Rechte und seiner Freiheit beraubt.

Sind Sie von den hohen Mieten betroffen?

Aufgrund meiner finanziellen Situation muss ich zwei Drittel meiner Rente für die Miete aufbringen. Deshalb habe ich über Jahre meine gesamten Ersparnisse, das war ein hoher fünfstelliger Betrag, aufgebraucht, um meine Miete zahlen und um leben zu können. Die überhöhte Miete hat dazu geführt, dass ich meine Ersparnisse kontinuierlich, radikal abbauen musste. Nachdem die Ersparnisse aufgebraucht waren, war ich gezwungen die Grundsicherung der Landeshauptstadt in Anspruch zu nehmen.

Würden Sie woanders hinziehen?

Nein, denn da kenne ich ja niemanden, da wäre ich total allein. Und ohne Geld kann ich auch keine neuen Leute kennenlernen, ich kann mir ja nichts mehr leisten. Was nutzt mir eine niedrige Miete, wenn ich vereinsame. Und was soll ich auf dem Land wo die Mieten billig sind und es keine Infrastruktur gibt. Für jemanden in meinem Alter, ist das keine Alternative. Ein Auto kann ich mir sowieso nicht leisten, deshalb brauche ich Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und beispielsweise eine Bücherei in meiner Nähe, was alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Ich möchte doch ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Teilhabe. Ich kann doch nicht sagen, das ist ein Versäumnis der Stadt und des Freistaats, das geht nun mal an mir raus und deshalb ziehe ich ins Outback, um mit meinem Geld auszukommen. Das ist absolut falsch. Denn ich kann nichts für meine Situation, ich trage keine Schuld. Schuldig sind die Kommune und der Staat, die die Menschen in diese Situation bringen, mit niedrigen Renten und hohen Mieten in meinem Fall.

Auf dem Lande würde es mir nicht viel besser gehen, da bräuchte ich zwar keine Grundsicherung, doch das Geld reicht dann auch nicht, es reicht gerade für meine Existenz. Nein, das wäre keine Option, letztendlich würde es mir schlechter gehen, weil ich wohl sehr allein wäre. Aufgrund der städtischen Zuwendung geht es mir etwas besser, aber noch lange nicht gut, das möchte ich hier betonen. Das ist Fakt. Dieser Umstand allein ermöglicht mir ein einigermaßen erträgliches Auskommen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die meisten Sozialkontakte automatisch gekappt wurden.

Warum wurden Ihre Sozialkontakte gekappt?

Die Antwort liegt darin, dass es mir infolge meiner finanziellen Situation nicht möglich ist, ins Kino, Konzert, Theater zu gehen oder beispielsweise ein Fußballstadion zu besuchen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Der Anschluss an den bisherigen Freundes- und Bekanntenkreis ist extrem eingeschränkt. Der Freundeskreis verringert sich immer mehr, weil ich nicht mehr mitgehen kann und dann werde ich immer weniger gefragt. Und ich möchte nicht eingeladen werden, das finde ich beschämend, deshalb schiebe ich Ausreden vor. Das tragische an dieser Situation ist, dass man sich daran gewöhnt und das ist bedrückend. Ich kann nicht einmal auf einen Weihnachtsmarkt gehen, weil ich mir weder 0,2 Liter Glühwein noch eine Bratwurst leisten kann, das ist für mich untragbar. Ich kann mir auch nicht 5 Euro für ein Bier leisten, ein Biergartenbesuch kommt somit auch nicht in Frage.

Das wird alles ersatzlos gestrichen, die Liste wird immer länger und ich weiß nicht wo oder wie das in einem der reichsten Länder auf diesem Globus enden wird. Ich bräuchte einen neuen Herd, den ich mir aber auch nicht leisten kann, da diese Anschaffung von der Grundsicherung abbezahlt werden muss, werde ich keinen Antrag beim Sozialamt stellen. Ich bin nicht in der Lage mir einen Internetanschluss zu leisten und das fehlt mir total, das wäre mir sehr wichtig, um die Sozialkontakte weiter zu pflegen, zu vertiefen, auszubauen oder zu schaffen. Der Fisch stinkt vom Kopf her, denn die Sozialgesetzgebung ist realitätsfern und unsozial. Ich bin mir keiner Schuld bewusst, warum die Situation so ist wie sie bei mir ist, ich habe immer sozialversicherungspflichtig gearbeitet.

Gehen sie zur Tafel?

Nein, zur Tafel möchte ich nicht gehen, weil ich es mir peinlich ist. Es ist erniedrigend anzustehen, wie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und um verfallene Lebensmittel zu betteln und dies in einem der reichsten Länder der Welt. Das ist einfach unwürdig.

Was ist der Grund für Ihre Lebenssituation?

Zwei Gründe: Primär meine Scheidung im Jahr 2000, wodurch sich meine Rente massiv verringert hat. Eine Scheidung kann arm machen. Sekundär meine dreijährige Arbeitslosigkeit.

Wie viele Jahre haben Sie gearbeitet?

1960 bis 2011, insgesamt habe ich 51 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet, abzüglich der drei Jahre, in denen ich arbeitslos war. Für 48 Jahre Arbeit kassiere ich jetzt Grundsicherung. Die Grundsicherung ist keine großzügige Zuwendung, sie sichert mein Dach über dem Kopf und meine Ernährung, die aber lediglich eine Grundversorgung ist, also vitaminreiches Essen ist da nicht drin. Es ist ja nicht so, dass man sich von dem Geld Alkohol oder Tabak leisten kann, das sind dann Luxusgüter. Immer wieder höre ich, dass es anderen noch schlechter gehe als uns. Das ist ein Fehler von Vielen, die das sagen und sich in meiner Situation befinden. Es ist falsch nach unten zu schauen, weil man dann sagt, dass es anderen noch schlechter geht als einem selber. Das zieht einen zusätzlich runter. Nach oben brauche ich nicht schauen, da komme ich nämlich nicht mehr hin. Wichtig ist, dass die Betroffenen darüber reden, aufstehen, demonstrieren, damit sich etwas ändert. Solange das nicht geschieht, bleibt alles wie es ist und es wird wohl noch schlimmer.

Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für die Situation im Lande?

Wenn es egal ist, welche Partei man wählt, weil sie sich nur noch im Namen unterscheiden. Weil sich alle angeglichen haben an das neoliberale Credo, an das kapitalistische Denken, kann man nicht mehr von einer Vielfalt in der Demokratie reden. Man kann auch nicht von Demokratie reden, weil der Bürger bei der Wahl die Wahl zwischen Pest und Cholera hat. Der Bürger hat nichts mehr zu sagen, das Sagen hat die Wirtschaft. Es besteht von politischer Seite aus überhaupt kein Interesse die Lage im Land zu verändern. Durch das Nichtstun fahren sie das Land an die Wand. Armut und Kriminalität werden steigen. Das ist dann ein weiterer Grund, der für weitere Überwachungsmaßnahmen vorgeschoben wird.

Deutschlands Rohstoff ist die Bildung, das hat wohl noch niemand in der Politik erkannt. In die Bildung muss investiert werden und nicht in Waffen und noch mehr unsägliche Kriege und natürlich in bezahlbaren Wohnraum, Löhne und die Renten, die aber nicht steigen, wegen der niedrigen Löhne. Von der Demokratie ist nur noch eine Demokratur übriggeblieben, weil sich die Menschen in eine solche wählen. Demokratie ist nicht metaphysisch, also etwas, was da ist, Demokratie lebt vom Engagement der Bürger. Doch wo ist das Engagement der Bürger? Sind wir vielleicht noch nicht reif für eine Demokratie? Was wir hier haben, ist eine Hinterzimmerpolitik, Entscheidungen werden in Ausschüssen gefällt, fernab vom Bürger und Bürgerinteressen. Was hier betrieben wird, ist das Gegenteil einer Demokratie. Der Bürger braucht mehr politische Mitbestimmung, das setzt natürlich unabhängige Informationen voraus, die man suchen muss.

Was müsste sich ändern?

Deutschland macht so viele Gewinne wie niemals zuvor, doch die Bürger, also die Rentner, Alleinerziehenden, Niedriglöhner usw., haben nichts davon, sie leben in Armut, müssen aufstocken und kommen nie mehr aus dem Dilemma raus, während es sich einige wenige gut gehen lassen, auf Kosten der Armen. Das erinnert an die spätrömische Dekadenz, denn der sogenannte Sozialstaat wurde nicht ausgebaut sondern reduziert, Gemeinwohl ist nur noch eine Worthülse und wird peu à peu den Investoren zum Fraß vorgeworfen, damit meine ich elementare Bereiche wie Wasser, Strom, Bildung, Gesundheitsversorgung, Altenpflege, Autobahnen usw. Das passiert, weil der Staat nicht genügend Steuern einnimmt, aufgrund der Steuervermeidungspolitik, das ist gewollt, auch die unsägliche schwarze Null. Wenn der Staat kein Geld für das Gemeinwohl hat, muss privatisiert werden und dann kommen die Investoren zum Zuge, die ein großes Geschäft wittern, denn die Bürger sind abhängig von Strom, Wasser, Krankenhäusern usw.

Nach und während einer Phase der Blüte findet seit Jahren eine Degeneration statt. Im kapitalistischen System – eine soziale Marktwirtschaft haben wir nur noch im Ansatz – haben wird das Problem der Verteilungsungerechtigkeit. Wenn einige wenige Menschen so viel Geld besitzen die wie der gesamte Rest der Welt, dann läuft doch gehörig was falsch. Hier leben die Eliten nicht wie in Rom von den großzügigen Steuereinnahmen. Sie leben davon, dass ganz legal Steuern vermieden und in Steueroasen verschoben werden oder gleich gar nicht gezahlt werden, Dank der Steuerpolitik, die Reiche und Konzerne verschont. Die spätrömische Dekadenz gilt hier nicht für die Armen, sie gilt für die Wirtschaftsvertreter und ihre unsäglichen Lobbyisten und für die politische Riege, die diese Dekadenz unterstützt und zulässt. Das Geld muss bei den Bürgern ankommen, bei den Rentnern, Armen, Niedriglöhnern und nicht irgendwo bei den Gewinnern des Systems versacken.

Was muss sich Ihrer Meinung nach politisch ändern?

Es müsste ein radikaler Abbau der derzeit im Bundestag agierenden Politiker erfolgen. Aber das ist im Sinne von Frau Merkel alternativlos, da trifft die Aussage ausnahmsweise mal zu. Es fehlen Politiker wie Willy Brand oder Regine Hildebrandt in unserem Land, Politiker mit Profil und Verantwortungsbewusstsein und vor allem mit einem Bezug zur Bevölkerung. Die Politiker sind allesamt abgehoben, und das Primäre an ihrem Beruf ist ihr Bankkonto und ihre Brieftasche, das ist das allein Seligmachende. Der zukunftsträchtigste Beruf ist Lobbyist, krisensicher, hoch dotiert, inkompetent und gesellschaftsfeindlich. Diese Leute sind nicht greifbar. Wieso ist es zulässig, das diese Leute ihr Handwerk im Bundestag unangefochten betreiben und man ihre Aktivitäten gesetzlich nicht beschneiden kann? Hier liegt offensichtlich ein gravierender Systemfehler vor. Niemand im Bundestag ist gewillt, dies freiwillig zu ändern.

Zusätzlich ist dies auch ein Betrug am Wähler: Ein undemokratisches Verhalten, da die Bürger keinen Einfluss darauf nehmen können. Dadurch werden die Wählerinteressen bewusst nicht vertreten sondern nur wirtschaftliche Interessen verfolgt. Das ist quasi eine eigene Partei im Bundestag, über alle Parteigrenzen hinweg. Das ganze Sozialsystem müsste neu organisiert werden, indem man dringend auf die Problematik der Rentner eingeht. Die stelle ich auf die gleiche Stufe mit den Geringverdienern. Das sind die Sklaven unseres Zeitalters. Für eines der reichsten Länder dieser Erde ist es beschämend, trotz aller Interventionen, wie mit diesen Menschen umgegangen wird, wie diese Menschen negiert, behandelt, ja sogar bewusst vergessen werden. Nicht die Armen müssen sich schämen, sondern die Politiker, die die Menschen in diese Situation getrieben haben.

Dann müssten also die Betroffenen aufstehen?

Ja und ich frage mich, warum die schweigende Mehrheit nicht aufsteht, um diese eklatanten Missstände zu verändern? Warum gehen dafür nicht jeden Montag 50 000 Rentner auf die Straße? Da kommt die AfD ins Spiel, die darauf hinweisen wird, dass es so viele Ausländer und Sozialschmarotzer gibt. Ist eine Orbanisierung in Europa zu befürchten? Dann schauen wir mal wo das endet. Diese Entwicklung kann man nur wirksam entgegentreten, wenn Löhne und Renten ein menschenwürdiges Niveau erreichen, damit die Menschen in diesem sogenannten reichen Land nicht mehr von Almosen leben müssen und in die Arme der Rechtspopulisten getrieben werden.

Die Entwicklung der Rechtspopulisten ist hausgemacht, das haben die etablierten Parteien verursacht mit ihrer unsozialen Sozialpolitik. Nur wenn wir wieder einen Sozialstaat haben, der den Namen verdient, wird den Rechten das Wasser abgegraben. Wenn das nicht geschieht, dann ist zu befürchten, dass noch mehr Menschen diese Rattenfänger wählen, die mit Parolen gegen Ausländer und dem Anprangern der sogenannten Sozialschmarotzer ihre Wähler gewinnen und letztendlich für eine liberale Wirtschaftspolitik und gegen den Sozialstaat stehen. Doch das müssen die Menschen erkennen, ansonsten wählen sie sich in eine Wirtschaftsdiktatur und dann wird alles im Land noch viel schlimmer.

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  • eulenfeder
    Antworten
    Ja ! – da hat er Recht, der Rudi.

    Das hat er völlig richtig dargestellt – und #auf dem Land# würde es noch schlimmer sein, auch ein Fakt – da fallen dann „Vergünstigungen“ auch noch weg, wie zB. Verbilligungen von Fahrten oder Eintrittskarten, das gibt es nicht mehr.

    Alles ,was so gegeben wäre, an sozialem Leben und Teilnahme daran, ist nicht machbar – nicht mal das Schwimmbad im Sommer. Dann gehst du an den Festivitäten vorbei, schaust zu wie sie es sich gut gehen lassen, fröhlich, gesellig sind…. kannst dich aber nicht zu ihnen setzen.

    Aber Rudi ! – sich schämen ist der falsche Weg, sich zeigen trotz sozialem Aussatz der bessere. Es gibt dann auch Hilfsbereitschaft innerhalb der Gesellschaft, wie ich auch hier freudig erfahren konnte.

    Warum geht man nicht gemeinsam auf die Strasse, die Barrikaden ? – nun, man hat längst begriffen, dass nichts zu erreichen ist, an politisch-diktierten Veränderungen nicht, jedenfalls.

    Speziell in Bayern diktiert weiterhin der Landadel die gesamte Politik und dem geht es hervorragend.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Volker
    Antworten

    Ja und ich frage mich, warum die schweigende Mehrheit nicht aufsteht, um diese eklatanten Missstände zu verändern? Warum gehen dafür nicht jeden Montag 50 000 Rentner auf die Straße?

    Warum gehen nicht alle auf die Straße, ob arm oder nicht arm, gemeinsam und auf Augenhöhe? Einen Massenprotest aller wird es nicht geben, dafür geht es den meisten Menschen noch zu gut, mit der eigenen Wohlstandserhaltung ausreichend beschäftigt.
    Ich hatte mir heute den Rest meiner zugestandenen Grundsicherung von einem Geldautomaten auszahlen lassen, sortiere und rechne (rauf und runter), in der Hoffnung, dass ich zwanzig Euro für Notfälle noch ansparen kann – oder auch nicht.

    Am Anfang eines Monats bete ich, dass der Geldautomat der Kreissparkasse Grundsicherung ausspuckt, Rente sowie aufstockende Sozialhilfe nicht verweigert, pflege weiterhin meine Hartz IV-Neurose, rechne rauf und runter…

     

  • eulenfeder
    Antworten
    Ja Volker –

    die Neurose ! – wenn der Montag, wie diesmal, der Letzte ist und Rente/Grundsicherung dann kurz nach 11 auf dem Konto ist – und weil der Montag der Letzte war, am Freitag ja nix mehr drauf war und noch exakt 12 cent in der Tasche waren, am Freitag… hahaa….  oh yeah – neurotic ways u really go.

    Und ja, dann rechnet man wieder – verdammt ! – 31 Tage diesmal der Monat ! – jeder Tag mehr bringt mehr problems, fast paradiesisch der Februar ja, 28 days normally – also wartet man eigentlich auf den nächsten Februar, nächstes Jahr – was dazwischen liegt sind neurotic ways to go.

    …but in leap-year once in four, february has one day more…

    wir müssen den Gregorianischen Kalender abschaffen, jeder Monat für ‚Sozialleistungsempfänger‘ nur noch 15 Tage !

     

     

  • eulenfeder
    Antworten
    ..aber dieser ’stormy monday‘, wenns Geld gibt vom Vater Staat – vertreibt den blues ja nicht und deshalb solidarisch , Volker

    ’stormy monday blues‘ hier grandios von der Allman Brothers Band

    “ they call it stormy monday

    but tuesday’s just as bad

    Lord, and wednesday’s worse

    and thursday’s all so bad

    the eagle flies on friday

    saturday I go out to play

    sunday I go to church

    gonna knee down and pray –

    and I cry: Lord have mery on me… “

    http://www.youtube.com/watch?v=fEOY79wH_8Q

     

     

     

     

  • Volker
    Antworten
    @Eulenfeder, abhängig von Technik, Software und Geldautomat; fehlt nur noch ein Spucknapf zur DNA-Kontrolle.
    Was die gewisse Neurose betrifft: Hartnäckige Angelegenheit und nicht therapierbar, weil’s noch keine anerkannte Studie über eingebildete Armut gibt, nur Hartz IV-Experimente, Armutsforschung zwecks Armutsbekämpfung.
    Immerhin gibts einen ehrenamtlichen Politiker, der uns ernst nimmt: der Jens klopft an Armutstüren (Hausbesuche bei Unten), orientiert sich an der Armutsbasis, zeigt Herz und vergießt bittere Tränen aus Ministeraugen – er lebe hoch und runter, jenseits von Gut- und Bösemensch.
    Bis zum nächsten Zahltag, und immer daran denken: die Würde eines Geldautomaten (gluckst) … besser noch: wer nicht arbeitet, sollte auch keine Scheine aus einem Leistungsautomaten ziehen wollen, oder vor einem Geldautomaten unnötigerweise auf dem Boden herumkriechen, weil: versklavte Bürgerarbeiter werden jeden Dreck von der Straße fegen, um essen zu dürfen, um nicht als Schmarotzer hinweggefegt zu werden.
  • Polygraph
    Antworten

    Warum gehen nicht jeden Montag 50.000 Rentner auf die Straße?

    Weil es sich mit Demonstrationen – taurig aber wahr – hierzulande immer noch so verhält, wie es Tucholsky über Wahlen gesagt hat. Also: „Wenn Demonstrationen etwas verändern würden, wären sie schon längst verboten!“

     

    Ganz ernsthaft – keineswegs polemisch (!) – gefragt: Warum stehen sich mittellose Menschen nicht untereinander mehr bei? … Warum – in i-net-Zeiten – vernetzen sie sich nicht? … Warum gibt es so wenig Solidarität unter ihnen? – Das kann doch nicht nur in Scham begründet sein? *grübel*

     

    … oder krieg‘ ich das nur nicht?

     

    PS – Nur zur Info: Ich weiß persönlich sehr wohl, was es heißt sogar unter Hartz4-Niveau überleben zu müssen. Hab‘ damals auch versucht, mich mit ebenso Betroffenen zu vernetzen, um gemeinsam, zumindest zeitweise, etwas mehr Lebensqualität zu erreichen. Hat leider nicht geklappt. 🙁

    • Polygraph
      Antworten
      Kleine Korrektur, im obigen Text muss es natürl. heissen:

      … oder krieg‘ ich das nur nicht mit?

    • eulenfeder
      Antworten
      Ja – warum nicht !?

      Mal abgesehen davon, dass heutige Allmacht des Systems keine Rebellion mehr zulässt, jedenfalls keine friedliche – und es trotz furchtbarer Zustände immer ’nur‘ eine Minderheit ist, die davon wirklich betroffen, und diese ziemlich bewegungs- und aktionseingeschränkt ist – und das System peinlichst darauf bedacht ist, dass es einer ‚Mehrheit‘ doch so gut geht, dass sie nicht rebellieren will – und der Tatsache, dass es keine wirkliche bürgerlich-gesellschaftliche Gemeinschaft ist –

      abgesehen von all dem also –

      ist speziell die ‚Deutsche Rebellische Seele ‚ sticky like an old dough‘, zäh wie ein alter Teig, im negativen Sinne, also nicht zu bewegen.

      Ein Volk von Zauderern, Zögerern und Bedenklern – was Friedrich Hecker damals schon zum Verhängnis wurde, als es ernst wurde die vorher breite Unterstützung plötzlich keine mehr war und nur noch ein paar Hundert dann keine Chance hatten.

       

       

       

       

      • Polygraph
        Antworten
        🙂 Ja Euli, stimmt. Aus Revoluzzer-Perspektive ist das alles richtig beschrieben. Allerdings: Aus anderen Perspektiven betrachtet, zeigen sich für alle Punkte, durchaus erfolgversprechende, gewaltfreie Optionen.

        So ist z.B. die besagte Minderheit der Armen zwar bezügl. der Gesamtbevölkerung eine solche, aber in Zahlen dann doch nicht verschwindend gering: Lt. Paritätischem Wohlfahrts-Verband in 2017: 15,7 % = 12,9 Mio*. Einerseits natürlich beschämend für die BRD und viel zu viel. Andererseits aber: Eigentl. viel genug, um aus diesen 12,9 Mio. heraus – quasi als SHG -, und wären’s nur 0,5 %, solidarische Aktionen zu starten. Darunter sind doch sicher auch sehr viele fähige Köpfe.

        * https://www.zeit.de/wirtschaft/2017-03/armutsbericht-2017-deutschland-paritaetischer-wohlfahrtsverband-faq

        • eulenfeder
          Antworten
          vor allem – Poly –

          muss es ein ‚Gesamtgesellschaftliches‘ Ziel sein, Armut, Not und Unrecht  hier abzuschaffen.

          Es darf also nicht den Betroffenen ‚allein‘ überlassen sein und werden, Ziel des Unterdrückungsapparates ist ja die Dividierung innerhalb der Gesellschaft, um Gegenwehr grösstmöglich erst gar nicht entstehen zu lassen.

          Was an parteipolitischen ‚Bemühungen‘ für die Betroffenen so gescheinheiligt wird, sind eben Scheingefechte, das ist klar, da kommt keine Hilfe.

          Breiter Widerstand, der etwas erreichen soll, muss ein Widerstand aller ‚Stände‘ sein.

          Marx hatte das Glück im Industriellen Engels einen glühenden Mitstreiter zu haben, ohne seine Unterstützung wäre er wohl weitaus wirkungloser geblieben.

          Der Kampf gegen die alles beherrschende Wirtschaftsmacht muss eine Angelegenheit Aller sein, wie auch die Rebellion gegen Totalüberwachung und Allmacht eines Polizeiapparates u.s.w…

          Nur gemeinsam – als Gemeinschaft – können wir den Moloch besiegen, die Unterste Schicht braucht die anderen Schichten als Lobby.

           

           

           

           

           

           

           

           

          • Polygraph

            Euli:

            muss es ein ‚Gesamtgesellschaftliches‘ Ziel sein, Armut, Not und Unrecht hier abzuschaffen.

            Es darf also nicht den Betroffenen ‚allein‘ überlassen sein …

            Keine Frage. Ich bestreite ja nicht, dass du alle Punkte richtig beschreibst. Aber wenn sich darin seit Einführung der Agenda2010 nichts nennenswertes tut?!? … weiter nur warten? … weiter nur leiden? … weiter nur berechtigt anklagen? … weiter in Isolation und Krankheit rutschen? … das hat schon auch was von Selbstzerstörung, also Autoaggression, finde ich.

             

            In vergleichbarer Situation würde ich diesbezügl. schon auch selbst was in Angriff nehmen, um erst mal Solidarität in der eigenen Gruppe zu erreichen und nicht nur passiv bleiben und auf andere hoffen. Was ich vor rd. 12 Jahren ja auch tat, das aber, auch aus indiv. persönl. Gründen (z.B. Krankheit) nicht geklappt hat. Gemeinsam lassen sich dann auch erfolversprechende Lösungen leichter erarbeiten und Verbesserungen erreichen. Sowohl im Kleinen, wie auch im gesamtgesellschaftl. Bezug.

             

            Klar wäre auch eine gewaltsame Revolte dabei eine(!) denkbare Option. Nur: denkt man diese „Lösung“ zu Ende, landet man entweder im Knast oder es gibt Bürgerkrieg. Und bei letzterem muss man sich dann redlicherweise auch fragen: „Wieviel Verletzte und Tote wollen wir dabei in Kauf nehmen? … 100? … 1.000? … oder noch mehr?“

             

            Wenn meine Aktionen Menschenleben kosten, dann bin ich doch nicht besser, als die angeklagte Gegenseite, die auch Tote in Kauf nimmt. Und außerdem stimmt auch:

             

            „Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder“

             

            was, lt. Wikionary bedeutet: „Im Gang der Ereignisse bleiben ihre Initiatoren leicht auf der Strecke oder […] etwas schlägt nach positiven Ansätzen schließlich ins Negative um und hebt sich selbst wieder auf oder zerstört sich [selbst].“

  • Piranha
    Antworten
    Neben all den aufgeführten Gründen, springen doch zwei – ganz lebenspraktische –  vor allem ins Auge:

    – wer kann – oder will – es sich leisten, auch nur 5 € für Fahrtkosten auszugeben, um in die nächstgrößere Stadt, oder noch höhere Kosten, um in eine Landeshauptstadt zu kommen.

     

    – Armut geht mit einer deutlich verminderten Lebenserwartung und überdurchschnittlich häufigen Erkrankungen einher:

    „Und auch heute (2017) ist hierfür nach Ansicht der Nationalen Armutskonferenz (NAK) die Gesundheitspolitik mitverantwortlich. „Eine adäquate Gesundheitsversorgung für jedermann ist ein Menschenrecht. Dieses Menschenrecht wird täglich verletzt“, stellt der Mainzer Sozialmediziner und Sprecher der Landesarmutskonferenz Rheinland-Pfalz, Gerhard Trabert, fest. Betroffen sind nach Angaben des Hochschullehrers mindestens „vier bis fünf Millionen Menschen, die bei uns in harter Armut leben“.

    „Die Lebenserwartung entspricht etwa der in Nordafrika“, sagt Trabert. NAK-Sprecherin Barbara Eschen zieht ein bündiges Fazit: „Armut macht krank.“

    Zynisches Fazit:

    „Halte du sie dumm, ich halte sie arm“

    Wer das zu wem gesagt hat – nun, die Namen sind austauschbar

    • Polygraph
      Antworten
      Ja, Piranha, auch deine Gründe sind natürlich stimmig. Ich will sie auch gar nicht wegdiskutieren. Habe genug Betroffene kennengelernt, auf die sie zutreffend sind.

       

      Aber denkst du wirklich, dass es unter den 12,9 Mio. Betroffenen (s.o. mein post an Euli) wirklich keine 0,5 % mehr gibt, die aktiv werden könnten? Für’s erste ist ja Mobilität gar nicht nötig, weil wohl die Allermeisten einen i-net-Zugang haben. Und kluge und fähige Köpfe gibt’s unter ihnen mit Sicherheit auch genug. Arm ist doch nicht gleichbedeutend mit dumm und unfähig.

      • Piranha
        Antworten

        Arm ist doch nicht gleichbedeutend mit dumm und unfähig.

        Auf jeden Fall hast Du recht! Sowas Dummes würde niemand behaupten wollen, der bei klarem Verstand ist.

        Was ich meinte:

        Armut macht krank, und in diesen Fällen ist der Mensch so sehr auf sich selbst zurückgeworfen, dass er weder finanzielle Möglichkeiten hat, noch die Kraft, dem im Titel genannten impliziten Appell nachzukommen:

        Warum gehen nicht jeden Montag 50.ooo Rentner auf die Straße

        Es stellt sich auch die Frage, wie hoch die Solidarität unter Rentnern generell ist. Dass es unter den gut situierteren auch solche mit Mitgefühl gibt, halte ich auf jeden Fall für wahrscheinlich.

        Du kannst als Rentner (?) ja mal den Versuch mittels einer Petition starten.

        Ich würde mit für die Verbreitung sorgen und wäre die erste, die unterschreibt.

        Ich meine das ganz ernst!

        • Polygraph
          Antworten
          Petition? – davon halte ich genauso wenig, wie von Demonstrationen: „Wenn sie etwas verändern würden, wären sie verboten“. Ich habe nichts dagegen, wenn andere so vorgehen, würde sie auch nicht behindern und unterschreibe auch selbst. Aber mein Ding ist es nicht. Ich halte es langfristig für erfolgversprechender dezentral kleine solidarische Gruppen zu bilden. Und hier geht’s m.E. nicht nur um Rentner, sondern um Arme generell. Warum soll man hier schon wieder eine Spaltung konstruieren?

           

          Dein Argument Armut-macht-krank, habe ich (s.o.) nicht in Abrede gestellt. Bin als Kind in einer armen Familie aufgewachsen. Dank Eltern allerdings keineswegs verwahrlost oder ohne Fürsorge – im Gegenteil! Aber auch mein Vater starb – kaputtgearbeitet – viel zu früh. Und vor nicht allzu langer Zeit „durfte“ auch ich mich über rd. acht Jahre hinweg, selbst zu den Armen zählen, die zusätzlich ernsthaft krank werden.

           

          Aber mein Weg aus der Armut führte nicht durch die Institutionen, dort attackiert man für gewöhnlich obendrauf auch noch deine Menschenwürde, selbst im medizin. Bereich musst du damit rechnen! Meinen Weg würden religiöse Menschen evtl. als Wunder bezeichnen. Nachdem mein jahrelanges Bemühen um Solidarität unter Betroffenen, bzw. auch anderen Mitmenschen, scheiterte, habe ich irgendwann resigniert. Wenn die sprichwörtl. Hoffnung zuletzt stirbt, dann war sie bei mir damals tot. Ich erwartete nichts mehr von anderen. Wirklich  ü_b_e_r_h_a_u_p_t   nichts mehr!  Mit meinem eigenen Leben hatte ich innerlich abgeschlossen, war halt nur körperlich noch nicht tot. In meinen, damals meist nur noch virtuellen Kontakten, machte ich das nie mehr zum Thema, sondern ging nur noch auf andere ein. Dabei bot ich einem Bekannten mal Hilfe bei einem Problem an, die ich auch leistete. Und bei genau dieser Aktion passierte zufällig etwas, was meine eigene Notlage schlagartig – von einem Tag auf den anderen! – auf einen Weg in Richtung Besserung lenkte.

           

          Ich möchte also behaupten: Ich weiß schon auch, wovon ich rede. Du und Euli habt zwar faktisch nichts Falsches geschrieben, ich aber auch nicht. Es geht hier m.E. nicht um entweder-oder, sondern um ein sowohl-als-auch.

           

          Also: Eindeutig ja!  Armut macht auch krank. Ich hab dich schon verstanden. Nur: Hast du mich verstanden?!? … falls ja, kam’s bei mir nicht so an. Deshalb nochmal meine obige Frage: „Denkst du wirklich, dass es unter den 12,9 Mio. Betroffenen keine 0,5 % (+/- x) mehr gibt, die aktiv werden könnten?“ – Denkst du wirklich alle 100% liegen aus gesundheitl. Gründen komplett handlungsunfähig am Boden?

  • Piranha
    Antworten

    Arm ist doch nicht gleichbedeutend mit dumm und unfähig.

    Auf jeden Fall hast Du recht! So was Dummes würde niemand behaupten wollen, der bei klarem Verstand ist.

    Was ich meinte:

    Armut macht krank, und in diesen Fällen ist der Mensch so sehr auf sich selbst zurückgeworfen, dass er weder finanzielle Möglichkeiten hat, noch die Kraft, dem im Titel genannten impliziten Appell nachzukommen:

    Warum gehen nicht jeden Montag 50.ooo Rentner auf die Straße

    Es stellt sich auch die Frage, wie hoch die Solidarität unter Rentnern generell ist. Dass es unter den gut situierteren auch solche mit Mitgefühl gibt, halte ich auf jeden Fall für wahrscheinlich.

    Du kannst als Rentner (?) ja mal den Versuch mittels einer Petition starten.

    Ich würde mit für die Verbreitung sorgen und wäre die erste, die unterschreibt.

    Ich meine das ganz ernst!

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