Warum ich wähle. Was ich wähle…

 In Holdger Platta, Politik (Inland)

Holdger Platta

Einige Überlegungen zum 24. September (Holdger Platta)

Die Frage, ob man am kommenden Sonntag wählen gehen solle, bewegt seit einigen Wochen auch zahlreiche LeserInnen von HdS. Und selbstverständlich steht auch zur Debatte (für den Fall, daß man wählen gehen will): welche Partei ‚soll’ man wählen?

 

Nun, es gibt wahrlich viele Gründe, zu sagen: ich wähle überhaupt nicht. Manche von diesen Gründen wurden hier auch schon vorgetragen, und wenn man sie kategorial bündeln will, so gruppieren sich diese Einwände wohl vor allem um die folgenden zwei Hauptargumente herum:

 

  • Praktisch noch jedesmal hätten Parteien wie Einzelpolitiker ihre Wählerinnen und Wähler nach dem Wahltag verraten. Wählengehen heiße demzufolge: bei einem „Affentheater“ mitmachen, bei dem uns Wählerinnen und Wählern zumeist aufs übelste mitgespielt wird. Wer wähle, sei im Grunde ein Idiot. Und das andere Argument lautet (es ist ein spezifisch linkes, ein radikaldemokratisches Argument):

 

  • Mit Wahlen könne man das furchtbare menschenfeindliche System des Kapitalismus nicht abschaffen. Es sei naiv, anzunehmen, daß man den Kapitalismus durch bloße Wahl aus der Welt verbannen könne. „Wenn Wahlen was verändern würden, wären sie längst schon verboten“, lautet hierzu der einschlägige Satz.

 

Nun, richtig ist zweifelsfrei: unsere Demokratie ist oft „Affentheater“, in vielerlei Hinsicht jedenfalls. Und da es bei den betreffenden Tieren, den Affen, Theater nicht gibt, darf man diese Formel wohl auslegen im Sinne von „ein Theater, das uns Wählerinnen und Wähler zum Affen macht“. Vieles – gerade im Wirtschaftsbereich – wird außerhalb der Parlamente entschieden, vieles – auch im politischen Bereich – wieder und wieder über die Köpfe der Parlamentsmitglieder hinweg, vieles stellt sogar regelrechten Betrug am Wähler und der Wählerin dar. Erinnerung gefällig? Erinnerung gefällig! Im Herbst des Jahres 2005 zog die SPD mit der dröhnenden Parole in den Wahlkampf, daß sie niemals einer Erhöhung der Mehrwertsteuer zustimmen würde,  CDU und CSU avisierten eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 2 Prozent, herauskam am Ende, beschlossen von eben diesen Parteien im Rahmen ihrer ersten „Großen Koalition“, eine Anhebung der Umsatzsteuer um 3 Prozent. So verspielt man Vertrauen beim Wähler und bei der Wählerin oft über viele Jahre hinaus. Nochmal also: ich halte diese polemische Charakterisierung unserer Demokratie, sie sei „Affentheater“, keinesfalls für gänzlich falsch. Und dennoch melde ich gleich in zweierlei Hinsicht Widerspruch an gegen diese Kennzeichnung unserer Demokratie:

 

  • Zum einen stört mich an dieser Metapher „Affentheater“, daß dabei lediglich Spielerei zu beobachten wäre.

 

  • Und zum anderen stört mich daran die Fehlsuggestion, daß wir bei diesem Spielchen lediglich Zuschauer seien.

 

Die Wahrheit hingegen ist – will das jemand bestreiten? -, daß bei dieser angeblichen „Spielerei“, bei diesem „Affentheater“, sehr wohl auch sehr ernsthaft über Ernstes in unserem Leben entschieden wird, Ernstes, das unmittelbar und sehr drastisch oft auch unser eigenes Leben zu beeinflussen und zu beeinträchtigen vermag, Ernstes, dem wir selber Vorschub geleistet haben durch Wahl der falschen Parteien oder auch durch Nichtwahl der besseren Parteien. Heißt: auch durch Unterlassen also, durch Nichtwahl, werden wir zu Mitverursachern einer uns überhaupt nicht genehmen Politik. Zuschauer zu bleiben, bewahrt uns also vor dieser Mitverursachung nicht. Und zweitens stört mich an dieser Fehlsuggestion, daß verborgen zu bleiben droht, daß durch unsere Nichtwahl (= prinzipiell, in Gestalt totaler Wahlenthaltung, oder durch Nichtwahl der besseren Parteien) auch anderen Mitmenschen wieder und wieder  schlimmstes Unrecht geschieht. Konkret:

 

  • Dieses scheinbar nur als Spiel im „Affentheater“ stattfindende Spektakel ist gleichzeitig auch ganz reale Macht- und Herrschaftsübung (= per Gesetz etwa), die zum Beispiel Ursache dafür ist, daß seit 2005 Millionen von Menschen – Stichwort „Hartz-Vier“ – herunterreglementiert worden sind in ganze reale Existenzgefahr und Lebensnot.

 

  • Und zweitens ist doch zu registrieren, daß es immer noch einen realen – nicht „vorgespielten“ – Unterschied macht, ob in die Parlamente der Bundesrepublik demnächst eine neofaschistische Partei Einzug halten wird in wichtige Einfluß- und Entscheidungsbereiche unserer Demokratie oder nicht (so ‚halbiert’ diese Demokratie auch heute bereits ist, jedenfalls meiner Einschätzung nach).

 

Wollen wir tatsächlich durch Nichtwählengehen dieser Faschisierung unserer Gesellschaft Vorschub leisten? Wollen wir wirklich, durch Nichtwählengehen, mit unvermeidbar  mathematischer Zwangswirkung den AfD-Anteil im Bundestag erhöhen? Wollen wir wirklich die Restbestände unserer Demokratie gefährden, durch Nichtwählengehen, zugunsten einer potentiell gänzlichen Vernichtung unserer Demokratie?

 

Ich zumindest meine: je konsequenter sich diese Variante von radikalisierter Demokratiekritik (= eigentlich berechtigt, diese radikalisierte Demokratiekritik!) ausgibt, desto extremer spricht sich diese Art der Demokratiekritik – das Plädoyer fürs Nichtwählengehen – realiter fürs Abschaffen unserer Restmöglichkeiten zur Mitgestaltung dieser Demokratie aus. Nochmal: Nichtwahl stärkt genau jene politischen Kräfte, die wir am wenigsten wollen. Nichtwahl ist kein Widerstand – konsequenter sogar -, sondern Verzicht auf ihn! Ich jedenfalls möchte nicht mitwirken dabei – durchs Nichtwählengehen -, daß die AfD aufsteigt zur drittstärksten Partei im Bundestag. Und will das jemand anderes von uns?

 

Selbstverständlich: Demokratie funktioniert bereits jetzt überaus schlecht bei uns. Aber Nichtwählengehen bedeutet, daß sie zukünftig noch schlechter funktionieren wird. Nichtwählengehen bedeutet, daß wir den Rechtsextremisten das Feld überlassen. Nichtwählengehen bedeutet, daß eine Zukunft heraufdämmern könnte, die auf fatale Weise schlimmster Vergangenheit gleicht. Kurz also:

 

Wer mit der Etikettierung „Affentheater“ unsere Demokratie bereits jetzt für völlig nichtexistent erklärt und mit dieser Begründung das Nichtwählengehen propagiert, plädiert gleichzeitig damit für jegliche Abschaffung der eigenen Wählermacht – ob ihm das bewusst ist oder nicht, ob er das will oder nicht. Diese Extremvariante der Demokratiekritik kommt also potentiell der völligen Selbstentmündigung gleich! Die Krise der Demokratie wird damit zum Argument für die potentiell gänzliche Abschaffung von Demokratie – nunmehr auch durch uns. Diesem „Ohnemich“ stelle ich mein „Ohnemich“ gegen dieses „Ohnemich“ entgegen. Nichtwählengehen vermindert nicht unsere Machtlosigkeit, sondern besiegelt sie. Nichtwählengehen macht uns zu jenem „Nullum“, das wir für die Schäubles dieser Welt heute schon sind. Nichtwählengehen stellt demzufolge unsere faktische Einverständniserklärung dar mit dem, was uns von diesen Herren längst schon zugedacht worden ist: Einverständnis mit der Rolle völliger Bedeutungslosigkeit! Nichtwählengehen ist demzufolge Gehorsam gegenüber den Schäubles dieser Welt und totale Selbstentmachtung zugleich! Es ist identisch mit der Selbstabschaffung unserer Wünsche und Kräfte im politischen Prozeß! Da nutzt es auch nichts mehr, von irgendwelchen Alternativen zu träumen, die stattdessen ergriffen werden müßten – völlig unklar nebenbei, was damit gemeint sein könnte -, oder sich an ein musikalisches Bächlein zu setzen und politisch-wache Zeitgenossen pauschal bzw. pars pro toto  als Gefühlskrüppel hinzustellen!

 

Bedeutet das alles, daß ich mit diesen Darlegungen einer „Wahlpflicht“ das Wort reden will? – Selbstverständlich nicht! „Wahlpflicht“ rückte den Zwang an die Stelle von Freiheit, das wäre absurd für eine Demokratie. „Wahlpflicht“ stellt auch keine moralische Norm dar, der man zu gehorchen hätte. Das rückte an die Stelle der Einsicht in reale Zusammenhänge irgendeinen moralinsauren Imperativ. Ich wünsche mir Wählerinnen und Wähler, die eine starke AfD verhindern wollen, nicht Wählerinnen und Wähler, die abstrakten Geboten gehorchen. Ich wünsche mir Wählerinnen und Wähler, die zu begreifen verstehen, daß man nicht vom Fehlverhalten der SPD während der letzten Jahrzehnte automatisch und pauschalisierend rückschließen darf auf sämtliche andere Parteien, ich wünsche mir Wählerinnen und Wähler, die zu erkennen vermögen, daß man eine Sahra Wagenknecht nicht einfach so mit Verdächtigungen überziehen darf, für deren Anlässe vor Jahrenden ein Gerhard Schröder gesorgt hat. Auch dieses wäre absurd. Gleichwohl aber füge ich hinzu, mit all der Klarheit, die mir zu Gebote steht:

 

Selbstverständlich ist nicht ausgeschlossen, daß selbst eine Linkspartei, selbst eine Wagenknecht, morgen vielleicht eine andere Politik macht, als sie uns heute versprochen hat. Idealisierungen sind mir fremd, Skepsis und Wachsamkeit sind demokratische Tugenden schlechthin. Heißt also konkrekt: wahrlich nicht überall konnte mich reale Regierungsmacht der Linkspartei während der letzten Jahre begeistern, ganz im Gegenteil. Dennoch werde ich sie wählen, diese Linkspartei. Weil einzig bei ihr die Hoffnung besteht – und da ist sehr viel Vertrauensvorschuß mit im Spiel, ich betone dies deutlichst! -, daß bei ihrer Regierungsbeteiligung Aussicht bestehen könnte darauf, daß Schluß gemacht wird mit der Sozialstaatszerstörung, daß blinder NATO-Gehorsam einer konsequenten deutschen Friedenspolitik Platz machen wird, daß Ökologiepolitik auch in ökonomischer Hinsicht realisiert werden kann. Und: daß Schritt für Schritt Schluß gemacht wird mit einer ausschließlich kapitalismusfrommen Politik, die immer auch identisch ist mit  Demokratievereitelungspolitik. Wobei ich nochmals daran erinnere: diese Frage, die selbstverständlich eine Systemfrage ist, wird niemals von einer Partei alleine gelöst werden können. Diese Systemveränderung kann eine Partei nur angehen, wenn eine mächtige Volksbewegung von unten her mitmacht bei diesem Projekt, und zwar – ganz wichtig! – in basisdemokratischer Augenhöhe mit ihr! Wählengehen, das kann also niemals nur die einzige Form politischer Einmischung sein, niemals sollten wir Verantwortung für dieses Gesellschaftsprojekt ausschließlich ‚nach oben’ delegieren. Wir benötigen für die Vermenschlichung dieser Welt vor allem – – – uns selbst! Und: wir benötigen dafür auch den menschlicheren Umgang mit uns selbst (bereits da – wir wissen es alle -, an dieser ‚Innenfront’, bei uns in den Reihen der Linken außerhalb irgendwelcher Parteien, wartet also noch sehr viel Arbeit auf uns!). Wählengehen ist also wahrlich nicht alles, was ich für den 24. September empfehlen kann. Aber es gehört für mich hinzu, dieses Wählengehen. Und in dieser Haltung möchte ich demzufolge auch schließen, in einer Mischung aus Skepsis und Hoffnung zugleich, angelehnt an einen Satz von Bert Brecht:

 

„Wer wählt, kann verlieren. Wer gar nicht wählt, hat schon verloren!“

 

Anzeige von 14 kommentaren
  • eulenfeder
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    nunja -die ‚Alte Diskussion‘ zu diesem inzwischen tatsächlich leidigen Thema – der Patient leidet mehr und mehr unter völlig undemokratischen Verhältnissen, diktatorischen nach meiner Anschauung mit offenen Sinnen und Erfahrungen aus sechs Jahrzehnten, zunehmend drastischer dabei der Verfall deutlichst zu erkennen.

    Eine ‚Glaubensfrage‘ auch inzwischen, denn dem Glauben an Wiederherstellung von wenigstens etwas Demokratie durch das systemeigene Instrument des Wählens ( die nicht demokratische Struktur des ‚Wahl‘ darf nicht übersehen werden dabei ) –

    steht der ‚Glaube‘ gegenüber ( meiner zum Beispiel und ich glaube eher was ich sehen , erkennen oder fühlen kann, keinesfalls realitätsfremd also ),  dass man eben „the rubbin‘ out of democracy“ als Bürger  unterstützt, wenn man diesen Weg geht, den uns die Herrscherklasse vorschreibt – und dieser ist eben auch eine ’scheindemokratische Wahl ‚, zum Erhalt dieses Herrschaftssystems.

    Man muss es nicht unbedingt ein ‚Affentheater‘ nennen, jedoch ein Theater ist es seit je her, von Darstellern  der jeweils regierenden Politik immer wieder aufs neue aufgeführt, nach 70 Jahren sollte man den Betrug erkennen können, der alle 4 Jahre zur Täuschung und zum Betrug der Bürgen eben veranstaltet wird. Ein verlogenes, herrschaftsdienendes Schauspiel sondersgleichen, nicht die Spur von einer freiheitlichen Demokratie.

    In den Dreck gefahren, willentlich und vorsätzlich, haben dieses anfangs durchaus gut gemeinte freiheitlich-demokratische System Machtmenschen im politischen Anzug und damit auch mit allem ausgestattet was zur Vernichtung freiheitlich-demokratischer Strukturen notwendig ist. Ein ‚Verfassungsgericht‘ hat wohlwollend weggesehen, weil Politik-weisungsgebunden und gleichfalls am Betrug mit verdienend.

    Und so kann ich mit gutem Gewissen bezüglich dieses an Brecht angelehnten Satzes sagen:

    „Wer wählt kann nichts verändern ( solange die Wahl nur  dem Herrschaftssystem dient ). Wer nicht wählt verweigert zumindest die Fortführung dieses unmenschlichen Systems ! „

    „sie hängt an keinem Baume und an keinem Strick ( die freiheitliche Demokratie ), sondern an dem Glauben an eine solche.

    Wer aber, bitteschön, hat in diesem Land, unter den machtausübenden Parteien, solches im Sinn !? – und warum, bitteschön, sollte ich dann wählen gehen !?

    Und nein ! – sogenannte kleine, alternative Parteien werden niemals so weit zugelassen, dass sie eine ‚Gefahr‘ für die Herrscherklasse werden könnten. Dafür allein ’sorgt‘ schon die völlig undemokratische Struktur der ‚Wahl‘.

    Zum Erhalt einer ‚Scheindemokratie‘ zugelassen,als Alibi quasi, die bunte Parteienwelt, mehr nicht. 

    Ich bin überzeugt: Man kann, wenn man verändern will, das System bekämpfen will, nicht dieses unterstützen. 

    Was gefragt ist, um verändern zu können ist ganz einfach folgendes:

    Ungehorsam – Revolte – Rebellion !! – beginnt mit der Verweigerung.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • eulenfeder
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    …mal angenommen, ich brauche einen Hut !

    ein Strohhut ala ‚CubaLibre‘  schwebt mir vor, dienlich mir die Sonne davon abzuhalten, dass sie mir das restlich verbliebene Hirn nicht verbrennt, im Sommer.

    Und also gehe ich in ein Hutgeschäft und wähle mir einen aus – viele stehen zur Wahl und ich finde einen der mir steht und gefällt.

    Den nehme ich dann und bin zufrieden mit meiner Wahl und auch mit dem Geschäft. Ich bekomme also was ich gewählt habe ! Eine Kubanischen Strohhut. Echt, authentisch, hergestellt in Kuba, prima Sache, erfüllt gut seinen Zweck, gar nichts muss ich bereuen, die Mädels schaun mich an, „der weiß was er will und bekommt es auch…“ – smile.

    „Trinken wir also darauf einen ‚Germania Libre ! “ – und wählen wir nicht was rein gar nicht zu bekommen ist.

    Nun zur Realität im Wahlgeschäft – ‚theres no bizz like showbizz‘ – schon die erste Wahlverweigerung hatte vor allem folgenden Grund:

    Die Steuergelder gehen nicht dorthin, wo sie hin müssen, in einem Sozialstaat – sie werden von machtgeilen Politikern alles Couleur verschwendet.

    Man nenne mir eine ‚regierungsfähige Partei‘ die das wirklich ändern wird, den Grundsatz befolgt: ‚ so lange es nur einen einzigen Hilfebedürftigen gibt, wird kein Geld für irgendwas anderes ausgegeben ! ‚

    Warum also sollte ich zur Wahl gehen, die obendrein gar nicht habe.

     

     

     

    • ak
      Antworten

      Liebe eulenfeder,
      ich finde Deine Position in vielem nachvollziehbar und gut begründet. Bin selbst österr. Staatsbürger und bedaure es diesmal aber besonders, nicht in Deutschland die Linke wählen zu können (gibt´s in Österreich nicht, leider). In Österreich gab es 1938 die Volksabstimmung zum Anschluss. Es gibt Berichte von Betroffenen, die den Druck der damals ausgeübt wurde beschrieben. Man musste offen wählen, und neben Dir stand einer, der kontrolliert, ob Du auch wirklich die Nazis ankreuzt, alles andere hätte für Dich schlimmstmöglich enden können, auf jeden Fall wurde es so suggeriert. Solche Druckwahlen und/oder (als Folge) Gar-nicht-mehr-Wählen und Diktatur wünsche ich niemandem hier.
      Ich hab wirklich nichts mit Altmaier am Hut, aber wenn er sagt besser ungültig wählen als AfD wählen dann erweitere ich das gerne auf besser ungültig wählen als jede andere Partei wählen die den eulenfedern dieser Welt nicht zusagen. Aber zur Wahl selbst gehen – das so meine ich ist trotz all der Bedenken als ein „Ja zur Demokratie und sei dort auch noch so vieles im Argen“ wichtig.
      Ganz herzliche, in fast allem solidarische Grüße, Deine Entscheidung auf jeden Fall respektierend,
      Alexander

      • eulenfeder
        Antworten

        no problem, Lieber Alexander –

        Deine, Holdgers und die Standpunkte Anderer zu diesem Thema – 

        freilich respektiert !

        Und glücklicherweise, stimme ich zu, darf man wählen gehen.

         

         

         

         

    • Piranha
      Antworten
      Lieber Eulenfeder,

      So, wie Alexander Dir geantwortet hat, hätte es in ähnlicher Form auch meine Antwort sein können.

      Deshalb – und weil wir uns ja schon öfter auf beste Weise gestritten hatten, zuletzt vor vier Jahren (grins) – nur dies:

      ich wünsche mir nach wie vor, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch sein wird. Wer keine Partei für sich findet (die Partei der Nichtwähler gab es noch vor 4 Jahren, die hat sich inzwischen wohl aufgelöst) kann seinen Wahlzettel trotzdem in die Urne werfen.

      Ich finde nicht nur, dass einige Parteien verhindert werden sollten durch eine hohe Wahlbeteiligung, ich meine, dass Fr. Merkel endgültig ausgedient hat, ihr aber  mindestens eine Schlappe gebührt.

      Man schaue sich diesen Ausschnitt an:

      http://www.ardmediathek.de/tv/Monitor/Krankenpfleger-gegen-Kanzlerin/Das-Erste/Video?bcastId=438224&documentId=45935492

       

      • eulenfeder
        Antworten

        Ja  – Liebe Piranha –

        vortrefflich lässt es sich streiten mit dir, die scharfen, spitzen Zähne nur als Beisswerkzeug ja benutzt, zur Nahrungsaufnahme.

        Dieses gesamte hochmafiöse System unter der Pharmazeutischen Wirtschaftsmacht als ‚Gesundheitswesen ! ‚ zu bezeichnen, ist schon ein Skandal ganz schlimmen Ausmasses, aber auch bezeichnend für alle anderen Bereiche dieses Herrschaftssystems.

        Abwählen lässt sich das nicht, was verbrochen wurde, immer mittels ‚gewählter Mehrheit‘ –  lässt sich nicht entkriminalisieren durch ‚Wahlen‘, ganz egal was man ‚wählen‘ würde.

        Die gesamten Auswirkungen krimineller Energie der Politiker der letzten ca. 50 Jahre lassen sich nicht einmal mehr ‚mildern‘ durch das ‚Wählen‘.

        Als ein Beispiel, deren sehr sehr vieler es anzuzeigen gilt und exemplarisch für die Nichtmachbarkeit einer Zurückführung zu wirklich sozialen Verhältnissen ist,

        kann man die verbrecherischen Mieten anführen.

        Dieses totalitäre Ausbeutungssystem unter Herrschaft der Geldmacht würde keine zumindest Halbierung der Mieten zulassen, diese ‚Schraube‘ lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Alles was zu erreichen wäre, höchstens, wäre ein Einfrieren auf den status quo, temporär – mehr nicht. ( und würde als Politischer Erfolg gefeiert ).

        Und so ist es eben auch in allen anderen Bereichen und Belangen dieses diktatorisch durchgeführten Systems.

        Eine ‚Legitimität‘ zur Weiterführung von Ausbeutung, Unterdrückung und völliger Auslöschung persönlicher Freiheiten – holt sich dieses System durch die ‚Wahl‘. ‚Der Bürger‘ hat so entschieden !‘ – heisst es dann und völlig egal welche Politische Partei an ein ‚Ruder‘ käme – das Herrschaftssystem regiert weiter in seinem eigenen Interesse, unter den Befehlen der Geldmacht.

        „Solidarische Perspektiven entwickeln, jenseits von Wahlen und Populismus “ – wie von den Anarchistischen Verbänden gefordert – schon eher ein hoffnungsvolles Mittel gegen die Parlamentarische Dikatatur, schon eher ein Weg als eine Herrschaftssystemische Wahl, die keine ist und die man auch nicht hat !

        Verzeifelt und durchgeschüttelt bis ins Mark bin ich immer, wenn jemand folgenden niederschmetternden Satz loslässt:

        “ Ich als Demokrat muss das Demokratische Mittel der ‚Wahl‘ nutzen um die Demokratie zu erhalten “ !!

        Zu höchst verlogenen und inzwischen den eigentlichen Sinn ins Gegenteil verkehrte Worte kann ich nicht mehr hören:

        Demokratie – Sozialstaat – Freiheit – Gerechtigkeit – Frieden

        Diese Worte spuckt man aus und an zugleich, wenn man sie aus Politikermunde ertönen lässt – zum Stimmenfang für die ‚Wahl‘ und man wählt die Fortführung des Betruges.

        Mir kommt es oft so vor, als ob man nicht sehen und hören will oder kann, weil die Politisch Ideologische Indoktrination im Zuge der Erziehung durch das System den eigentlichen Sinn jener oben angeführten Worte nicht mehr erkennen lässt.

        Der nicht politisch verdorbene Sinn eines Kindes kann das noch.

        Einsam wird es um jene, die sich dieser Manipulation entzogen haben, man steht vor einer Masse, die dir weismachen will, dass der Schnee schwarz ist – und wenn die Wahlpflicht kommt, sperrt man jene ein die entgegen der allgemeinen Inkokrination behaupten der Schnee sei weiss…

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

  • Carlo
    Antworten
    Die parlamentarische Parteiendemokratie, von den den Vätern der US-amerikanischen Verfassung entwickelt, wird den Menschen heute als »Friss oder stirb. Wir haben nichts anderes.« verkauft. Für ein Prozent von ihnen ist sie tatsächlich ein Allheilmittel, aber für 99% eine mehr oder weniger bittere Pille mit sehr unterschiedlichen Heilungschancen und Nebenwirkungen bis hin zum Tod. Ich bin von der Unwirksamkeit dieser Medizin überzeugt und mag den bitteren Nachgeschmack nicht. Deshalb verweigere ich ihre Einnahme.

    Jedes Kind, welches bei einem Spiel nie gewinnt, wird es irgendwann nicht mehr spielen. Da haben die Kinder den Erwachsenen etwas voraus. Die Spielregeln der parlamentarischen Demokratie sind so angelegt, dass der einfache Mensch bei Wahlen nicht gewinnen kann. Im Gegensatz zur klassischen Demokratie muss er sich von Abgeordneten (nur dem eigenen Gewissen verpflichtet), Parteien (Ideologie) und Parlamenten (Parteiinteressen) gegenüber einer Regierung vertreten lassen. Das ist schon ein schlechter Witz. Eine Partei zu wählen, ein undefinierbares »Etwas«, was kein aktives Wahlrecht ausüben kann, ist ebenfalls ein Witz. Da wird schon eine ordentliche Ration Verdummung vorausgesetzt. Auf solche Witze kann die Menschheit verzichten. In Wirklichkeit ist jeder Mensch seine eigene Partei.

    Ob man tatsächlich in einer »freiheitlichen«, »demokratischen« Ordnung lebt, lässt sich einfach daran erkennen, ob man Steuern und »Sozial«abgaben auf Ergebnisse seiner Tätigkeit (Leistung) zahlen muss. So lange dies der Fall ist, ist die Gesellschaft von »Freiheit« und »Demokratie« so weit entfernt wie die Erde vom Rand des Universums.

  • silke
    Antworten
    die afd zu verhindern? ich gehe wählen, weil ich für mich veränderungen will. links-rechts-liberal. alles legitim, wenn gewählt. ich wähle die linke auf bundesebene, warum solte ich der afd ihre legitimität streitig machen wollen?
  • Im Namen des Volkes
    Antworten
    Gehen wir wählen. Es stellen sind zur Bundestagswahl jede menge Rechtsanwälte zur Wahl.

    .

    Viele, viele Strafverteidiger, die teuren!
    .
    Auch wenn die Mehrheit der Wähler ihrer „MUTTI“ DER NATION“ einen Auftrag gibt, ist es doch DIE MINDERHEIT des Volkes! Und die
    WIRKLICHE Mehrheit braucht diese teuren Strafverteidiger nicht, zumal sie sich diese eh in vieler Hinsicht nicht leisten kann.
    .
    Es gibt ja noch ein paar Sozialanwälte.

  • EuroTanic
    Antworten
    Jeder freie Mensch kann wählen, und zwar nur für sich und sein eigenes Leben.
  • Jupp
    Antworten
    Manche wollen sich einfach auch nicht mitschuldig an der „Wahl“ und ihrem Ausgang, dieser offensichtlichen „Volksverballhornung“ machen, indem sie ihre Stimme in einer Urne zu Grabe tragen, um zwischen Pest und Cholera „wählen“ zu dürfen.
  • jens prien
    Antworten
    eigentlich haben hier die kommentatoren schon alles gesagt,

    warum man sich der wahl verweigern soll.

    noch ein bischen senf von einem alten astrologen.

    wir sind nicht der staat – was wir immer glauben sollen.

    der staat ist eine form ohne leben und lebt nur vom verbrauch des lebens der menschen.

    das betrifft natürlich auch das geld.

    das hat nichts mit der nationalen identität zu tun.

    wenn ich einem deutschsprachigen land aufgewachsen und geboren bin,

    habe ich dort meine wurzeln mit allem was dazu gehört.

    der staat gehört nicht dazu.

    l.g. jens

  • jens prien
    Antworten
    man kann doch alles reduzieren auf zwei themen -geld und macht.

    schade , viele menschen hier haben dies noch nicht begriffen.

    deswegen lassen sich viele noch dazu bewegen zum wählen .

    nichtwählen ist auch eine wahl , eine eindeutige sogar.l.g. jens

  • Manipulator
    Antworten

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