«Poesie ist Widerstand»

 in DER BESONDERE HINWEIS

Heute wollen wir vor allem auf eines besonders hinweisen: das Erscheinen von Konstantin Weckers neuem Album „Poesie und Widerstand“ beim Label „Sturm und Klang“. Es gibt das neue Werk in zwei Varianten: Die 2-CD-Box enthält Neuaufnahmen von Klassikern aus vier Jahrzehnten, keine „Greatest Hits“ im üblichen Sinn, denn Fans werden einige essentielle Lieder wie „Genug ist nicht genug“ vermissen; aber eine Sammlung von Liedern, die Konstantin selbst im Rückblick sehr am Herzen liegen. Teilweise sind daraus ganz neue Hörerfahrungen geworden.Es gibt das neue Werk in zwei Varianten: Die 2-CD-Box enthält Neuaufnahmen von Klassikern aus vier Jahrzehnten, keine „Greatest Hits“ im üblichen Sinn, denn Fans werden einige essentielle Lieder wie „Genug ist nicht genug“ vermissen; aber eine Sammlung von Liedern, die Konstantin selbst im Rückblick sehr am Herzen liegen. Teilweise sind daraus ganz neue Hörerfahrungen geworden.

Ich saß mit Konstantin Wecker gerade im Auto auf dem Weg von einer Präsentation unseres Buchs „Das ganze schrecklich schöne Leben“, als mir der Künstler anbot, auf seiner sehr guten Auto-Stereoanlage ein paar Kostproben der Neuaufnahmen vorzuspielen. „Ich habe noch nie so gut gesungen wie hier“, sagte er, und ich hielt das zunächst für eine Übertreibung. Dann blies mich die Einspielung von Lucio Dallas Lied „Caruso“ mit Konstantin, Pippo Pollina und der klassischen Sängerin Angelika Kirchschlager völlig weg. Ebenso wie die deutsche Version von „Gracias a la vida“ (einem Lied von Mercedes Sosa) und das seinerzeit im Duett mit Dalla gesungene Lied über einen AIDS-Kranken, „Stirb ma ned weg“.

Die Stimme Konstantins wirkt auf allen Aufnahmen außergewöhnlich innig und kraftvoll. Auch der Sound ist teilweise wärmer als bei den Originalen, was bemerkenswert ist, da Neuaufnahmen – bei anderen Künstlern, aber auch bei Wecker selbst – in der Regel eher mit einer atmosphärischen „Abkühlung“ verbunden waren. Lieder aus der „cellofreien“ Schaffensperiode wie das wunderbare Lied über die Schwermut „Alles das und mehr“ wurden mit Hilfe der Cellistin Fany Kammerlander und anderen erstklassigen Musikern in einem Klang eingekleidet, der an Weckers Frühphase mit dem „Team Musikon“ erinnert. Ganz neu und für Wecker-Freunde ein Muss ist das Eröffnungslied „Den Parolen keine Chancen“, das sich wieder einmal unbeugsam dem Rechtsruck in Deutschland entgegen stellt. Es schließt mit dem Aufruf: „Besiegen wir den Hass durch Zärtlichkeit.“

Zusätzlich zur 2-CD-Box ist auch eine Limited Edition mit 5 Bild-und Tonträgern im Handel: Neben dem eben beschriebenen Doppelalbum enthält sie auch eine CD mit Raritäten (u.a. Filmmusik, Musical-Aufnahmen mit Konstantins Stimme, Aufnahmen mit dem noch kindlichen Konstantin als Knaben-Sopran), eine CD mit Klavierimprovisationen und auf DVD einen Auftritt des Künstlers beim Heimatsound-Festival in Oberammergau.

„Poesie ist Widerstand“ sagte Konstantin Wecker bei Interviews. Weil sie sich der Abnutzung, der Entzauberung und dem Missbrauch der Sprache widersetzt, die uns verordnet werden, um unser Denken und Fühlen auf einen für die Mächtigen ungefährlichen Rahmen zu begrenzen.

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