ART against racism

 in FEATURED, Kultur, Politik

Gerade jetzt: Kunst muss größer sein. Unter dem Titel „ART AGAINST RACISM“ – Zeichen setzen für den Schutz von Flüchtenden“ findet am 11.09. um 18:30 Uhr im ISD Stadtteilzentrum Innsbruck-Wilten eine Veranstaltung von MusikerInnen, LyrikerInnen und Theaterschaffenden statt. Kunst darf sich gerade in diesen Zeiten, in denen Politiker Hetzjagden gegen Flüchtlinge verharmlosen, die Rettung von Flüchtlingen dagegen kriminalisiert wird, nicht ins Ästhetische zurückziehen. Sie muss Farbe bekennen. (Siljarosa Schletterer)

Wenn Musil auf die Frage, was von Kunst bleibt, antwortet: „Wir, als Geänderte, bleiben“, dann zeigt das auch, was für eine Kraft und Verantwortung in künstlerischen Zeichen liegen kann.

In Zeiten, in denen der Tod von Menschen im Mittelmeer und an den EU-Außengrenzen mindestens in Kauf genommen wird, oder eigentlich miteinkalkuliert werden…
In Zeiten, in denen Menschenrechte mit rechten Füßen getreten werden, volksverhetzende Bücher zu Kassenschlagern werden…
In Zeiten, in denen Unmenschlichkeit größere Massen erreicht und Rassismus en vogue ist, ist es gerade für Kunstschaffende an der Zeit, deutlich und unmissverständlich Position zu beziehen.

Unter dem Hashtag „wir sind mehr“ beziehen Länder übergreifend Kunstschaffende Stellung. So auch in Innsbruck. Ausgehend von persönlicher Fassungslosigkeit über den tausendfachen Verlust von Menschenleben im Mittelmeer, die Kriminalisierung der Seenotrettung und die Weigerung auch und gerade Österreichs, nicht einmal die wenigen noch Geretteten aufzunehmen, versammelten sich in der Innsbrucker Galerie kooio bildende, schreibende und darstellende KünsterInnen um unter dem offenen Titel „Menschen und das Meer“ ihrer Trauer und ihrem Engagement Raum zu geben.

Daraus entstand auch eine Sendung der Sendereihe wortflAIR – Die Lyriksendung. Das Projekt nahm wenig später an der Kundgebung zum #day orange der Kampagne Seebrücke unter dem Motto „Stoppt das Sterben im Mittelmeer“ vor dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum teil. Das Bedürfnis, es dabei nicht bewenden zu lassen und weiter aktiv zu sein, wurde dabei immer deutlicher. Ein Team von Aktiven aus der Lyriksendung „wortflAIR“ und der Einrichtung zur Unterstützung von Menschen mit Fluchtgeschichte „FLUCHTpunkt“ bereiteten die weiteren Schritte vor:

Unter dem Titel „ART AGAINST RACISM“ – Zeichen setzen für den Schutz von Flüchtenden“ findet nun am 11.09. um 18:30 Uhr im ISD Stadtteilzentrum Innsbruck-Wilten eine weitere Veranstaltung von MusikerInnen, LyrikerInnen und Theaterschaffenden statt. Gerade im Vorfeld der EU-Flüchtlingskonferenz, die vom 13.-14. September 2018 in Wien abgehalten wird und schon im offiziellen Titel „Sicherheit und Migration“ zeigt, wohin der Wind weht, ist es den Beteiligten wichtig, gemeinsam Stellung zu beziehen: für die Rettung von Menschen in Seenot, gegen Abschiebungen in Länder, in denen das Leben, die Gesundheit und die Existenz von Menschen bedroht ist, gegen Abschottung und für ein gleichberechtigtes Miteinander, gegen Rassismus. Denn Kunst kann größer sein! Kunst sollte größer sein in diesen Tagen. Kunst kann verändern!

Wir mischen uns ein und stehen auf und sagen NEIN, um in Konstantin Weckers Worten zu bleiben.

Zahlreiche kulturelle und soziale Organisationen, Initiativen der Seenotrettung und Einrichtungen der Hilfe für Geflüchtete unterstützen die Veranstaltung. Die Plattform 8tung Kultur, Caritas Tirol, die Beratungsstelle FLUCHTpunkt, der lokale freie Radiosender FREIRAD, Hinter den Schlagzeilen, IG Autoren Tirol, Initiative Minderheiten Tirol, das Literaturhaus Innsbruck, Plattform Asyl, die Seenotrettungsorganisationen Sea-Watch und SOS Mediterranée, TKI Tiroler Kultur Initiativen, transcript Verlag und die Lyriksendung wortflAIR

Was in Chemnitz als Aufmarsch, Mob und Hetzjagd passiert ist, passiert in der Welt, passiert im Kleinen, passiert im Meer, wo Seenotrettung verboten wird, passiert an Flughäfen, wo Menschen in Kriegsgebiete abgeschoben werden, passiert in den Köpfen, passiert überall. Es geht uns ALLE etwas an. Gerade darum der Aufruf: Lasst uns Zeichen setzen. Wir sind mehr. Und wir können mehr sein.

“ART against racism“: KünsterInnen setzen Zeichen für den Schutz von Flüchtenden

Dienstag, 11.9, Innsbruck, ISD Stadtteilzentrum Wilten ab 18.30

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Siljarosa Schletterer und Matthias B. Lauer (ART against racism)

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