Aufstand vor der Bayern-Wahl

 In DER BESONDERE HINWEIS

Der Protest am Samstag in Berlin könnte zum Höhepunkt der Demos gegen den Rechtsruck werden. Die Linkspartei ist bei der Mobilisierung gespalten. Anmerkung der Redaktion: HdS solidarisiert sich mit der „unteilbar“-Demo in Berlin, auf der auch Konstantin Wecker auftreten wird. „Es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will“ lautet eines seiner gesungenen Statements. Sarah Wagenknechts „Sammlungsbewegung“ spaltet hier leider mehr, als dass sie sammelt und solidarisiert sich mit den Gegnern internationaler Solidarität. (Quelle: taz)
http://www.taz.de/!5540169/

Anzeige von 6 kommentaren
  • Holdger Platta
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    Auch ich stelle mich aus voller Überzeugung hinter das, was oben Roland Rottenfußer im Namen von uns HdS’lern formuliert hat: es darf kein Abschottung Deutschlands gegenüber Flüchtlingen geben, die ’nur‘ deswegen zu uns flüchten  bzw. zu flüchten versuchen, weil sie ansonsten in ihren Herkunftsländern krepieren müßten – deswegen, weil dort Kriege oder Bürgerkriege toben oder weil ihnen dort ansonsten der sichere Hungertod droht. Die Reduktion der Flüchtlingshilfe ausschließlich auf jene, die wegen politischer Verfolgung zu uns kommen (wie es offenbar „aufstehen“ vorhat), wäre unmenschlich – und sie entspräche nichtmal der Genfer Flüchtlingskonvention, also UNO-Recht. Traurig, traurig, daß sich daran die sogenannte Sammlungsbewegung „aufstehen“ offenbar nicht mehr halten will. Und stattdessen ausschließlich noch – als wäre das die einzig übriggebliebene Alternative – Fluchtursachenbekämpfung in den Mittelpunkt ihrer Agitation zu stellen versucht. Vor einigen Wochen schon habe ich hier die Verkehrtheit und Einseitigkeit dieser Position analysiert. Ich zitiere nochmal aus meinem Artikel dazu:

    „Selbstverständlich müssen wir auch dieses tun, selbstverständlich müssen auch Fluchtursachen weltweit bekämpft werden, die Armut, der Hunger, das Elend, die Kriege in der Dritten Welt. Doch solange dies alles nicht passiert oder nicht in genügendem Maße passiert, solange die Weltgemeinschaft an dieser ganz speziellen Kriegsfront weltweit wieder und wieder versagt – und es dürfte in vielen Regionen auf diesem Erdball vermutlich noch Jahre und Jahrzehnte dauern, bis all diese „Fluchtursachen“ beseitigt sind! –, solange „Ursachenbekämpfung“ also immer noch ein Projekt für die Zukunft ist, muss eben auch Soforthilfe für Flüchtlinge jetzt eine linke, eine realistisch-linke, eine humane Option für uns Westler bleiben.

    Wagenknecht konstruiert ein „Entweder-Oder“, das es in Wirklichkeit gar nicht gibt – und humanerweise auch nicht geben darf! Ein „Sowohl-Als auch“ ist angesagt: Soforthilfe und Ursachenbekämpfung. Alles andere wäre nicht Realisierung, sondern Abschaffung von konsequenter linker Politik. Und es verwundert mich doch sehr, dass eine kluge Politikerin wie Sahra Wagenknecht davon – scheinbar oder tatsächlich – nichts mehr wissen will!

    Niemand von uns HdSlern, das darf ich wohl sagen, ist gegen ein „Aufstehen“, ist gegen ein Aufstehen für ein soziales, für ein humanes Land! Aber man muss schon mit dem richtigen Fuß „aufstehen“, wenn man im guten Sinne “aufstehen“ will, nicht mit dem falschen. Und der richtige Fuß ist in diesem Fall der linke Fuß, nicht der rechte! Ganz anders mithin, als uns der deutsche Volksmund einreden will – und im vorliegenden Fall auch eine Volksbewegung mit dem Titel http://www.aufstehen.de.“

    Mir scheint, die OrganisatorInnen der Berliner Demo an diesem Wochenende haben begriffen, daß wir beides tun müssen, und ich freue mich über dieses Begreifen sehr: wir müssen Soforthilfe leisten, weil dies für viele Flüchtlinge die einzig verbliebene Lebensrettung darstellt, und gegen die Fluchtursachen vorgehen, also auch das Langzeitprogramm zur Wiederherstellung der Mitmenschlichkeit auf diesem Planeten in Angriff nehmen.

    Wer diese Doppelaufgabe halbieren will, halbiert auch die Mitmenschlichkeit der eigenen Bewegung und der bundesdeutschen Flüchtlingshilfepolitik!

     

     

     

     

     

     

  • Folke Holtschke
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    na prima,

    merkt Ihr nicht das Ihr gerade spaltet. Da sind über 100 000 Menschen die vielleicht eine geringfügig andere Meinung haben aber eben aufstehen wollen gegen Neoliberalismus mit allen seinen Folgen (da zählt auch die Fremdenfeindlichkeit dazu), die zum großen Teil hinter der Demo von morgen stehen oder dabei sind.

    Die Haltung von Frau Wagenknecht kann man kritisieren, für unverständlich halten aber bitte hört auf schon wieder Querfronten zu konstruieren auch wenn es nur ein Zitat aus der Taz ist.

    Ich bin seit vielen Jahren HdS Leser und habe mich immer über Eure Meinungsvielfalt besonders in der Verbindung linker Positionen und Spiritualität gefreut, Meinungen die immer streitbar sind. Der Artikel da oben passt einfach nicht

    Noch ein Zitat Wolf Biermann 1976:

    „Der rote Stein der Weisen, gib zu ! den gibt´s doch nicht, Genosse auch du hast ihn nicht gefunden.“ Der Text geht noch weiter und mit ewas anderem Vokabular wunderbar auf die heutige Zeit anwendbar.

    Viele Grüße aus Dresden

    Folke

     

     

  • heike
    Antworten
    So viele Menschen, die gestern bei der Demo in Berlin auf der Straße waren und noch viel viel mehr in unserem Land, die für ihre Überzeugung, dass Mitmenschlichkeit, die a l l e Menschen einschließt, möglich und lebbar ist, wenn man die Staatssysteme genauso wie das Verhalten im täglichen Leben nach dieser Überzeugung umstellt sind nicht mehr zu übersehen und zu überhören und zu übergehen.

    Das ist etwas ganz Neues, das gab es in dieser Form noch nie – und deshalb gehört Mut dazu, diesen Weg zu gehen.

    Es macht mich glücklich, dass es so etwas gibt. Und es ist wirklich an der Zeit den Rechten zu zeigen, dass ihre ängstliche Rechthaberei einem vergangenem Zeitalter angehört.

  • Manfred
    Antworten

    Ich finde es unfair, wie Sarah Wagenknecht dauernd angegangen wird. Ihr werden Sachen in den Mund gelegt, die sie weder so gesagt noch so gemeint hat. Sie zu diskreditieren ist aber das Ziel, damit keine linke Mehrheit zustande kommt. Und dieser Strategie muss man entgegentreten. Wir brauchen ganz dringend eine linke Mehrheit, für mehr Frieden und soziale Gerechtigkeit!

  • Norbert
    Antworten
    Holger Platta schreibt: „Wagenknecht konstruiert ein „Entweder-Oder“, das es in Wirklichkeit gar nicht gibt – und humanerweise auch nicht geben darf!“ Er ist es, der konstruiert !

    Weder Sarah Wagenknecht noch #aufstehen schliessen Hilfe aus,  solange die Fluchtursachen nicht beseitigt sind. Ich lese das nicht aus dem Gründungsaufruf heraus. Auch nicht aus diversen Interviews. Auch keine Distanzierung von der Demo. Ihr Pressestatement (s. facebook) ist m.E. eindeutig.

    Zitat „Blauer Bote“ : „Den Namen „Unteilbar“ für eine Aktion herzunehmen, die das Gegenteil tut, nämlich „die Linke“ spaltet, ist dann schon ganz normale Propagandataktik, hundertfach erprobt.“

  • heike
    Antworten
    Und die hundertfache Erprobung wird auch dieses Mal funktionieren. Die Linke kann sich in diesem Land niemals zu einer Bewegung entwickeln, der die Masse der Bevölkerung zustimmt, da sie es aus oben genannten Gründen nie schaffen wird, als ein einheitliches Bild aufzutreten. Linke Ziele haben es in das Bewusstsein der Zivilgesellschaft geschafft – da diese als zutiefst menschliche Seinsbedingungen anerkannt, in sich selbst wiedererkannt werden. Ist die Linke überflüssig?

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