Aufstehen? Ich bin raus.

 In FEATURED, Politik (Inland), Prinz Chaos II.

#Ausgestiegen: Florian Ernst Kirner alias Prinz Chaos II. hat sich enthusiastisch in Sahra Wagenknechts Sammlungsbewegung „Aufstehen“ eingebracht. Nun wirft er enttäuscht hin. Nicht nur traten Ermüdungserscheinungen auf, die auch die Frontfrau veranlassten, ihr Engagement an allen Fronten zurückzufahren; die Vorwürfe des Prinzen gehen tiefer. Von „politischem Betrug“ ist die Rede und von einer „abstoßenden Erfahrung“.  Florian Ernst Kirner

Der Entschluss, mein Engagement bei Aufstehen zu beenden, ist bereits vor zwei Wochen gefallen und meinem näheren Umfeld bekannt. Jetzt also öffentlich: ich bin raus!

Aufstehen war eine ärgerliche und in weiten Teilen abstoßende politische Erfahrung. Seit ich vor gut zwei Jahrzehnten aus einer von mir selbst mitgegründeten trotzkistischen Organisation rausgeschmissen wurde, habe ich etwas so niederschmetternd Schlimmes nicht mehr erlebt.

Das lag nun ganz sicher nicht an den Aktivisten vor Ort. Beginnend mit meiner Anwesenheit in NRW zur Organisation der Aufstehen-Beteiligung an der großen Hambi-Demo habe ich exzellente Leute getroffen. Sie haben den Geist einer echten Sammlungsbewegung verkörpert. Sie waren alt und jung, Bewegungsveteranen und Greenhorns, sie waren offen für Neue und Neues, wollten ausprobieren und nach vorne gehen.

Sie waren bereit zu kämpfen! Und zwar nicht nach innen, sondern gegen den Feind! Gegen die Ausbeuter, die Kriegstreiber und Kriegsgewinnler, gegen die Macht der Banken und Konzerne.

Diese wunderbaren Menschen waren der Grund, warum ich überhaupt so lange durchgehalten habe, obwohl die Umstände längst unerträglich waren.

Aber diese wunderbaren Menschen wurden immer weniger. Die zu Beginn reißende Flut der Freiwilligen wurde konsequent eingedämmt und kanalisiert, bis kaum ein Rinnsal davon blieb.

Eine alles erstickende Bürokratie war aus der LINKEN in die Bewegung importiert worden. Sie hatte sich bereits vor der Gründung der Sammlungsbewegung die wesentlichen Machtpositionen gesichert.

Das Projekt Aufstehen, dessen Führung dann noch dazu auf ganzer Linie versagt hat, war effektiv auf den Sand des politischen Betrugs gebaut.

Ja, das sind harte Worte. Aber erinnern wir uns: Aufstehen sollte faszinierende digitale Möglichkeiten demokratischer Massenbeteiligung bieten! Aufstehen sollte kein Debattierklub werden, sondern eine echte Bewegung. Aufstehen sollte ganz anders sein als die Parteien mit ihrer verknöcherten Unkultur der Bedenkenträgerei und des lähmenden Bürokratismus.

Von Antje Vollmer war mir der Eindruck vermittelt worden, Sahra und Oskar hätten das begriffen und seien extrem offen für neue Ideen und Ansätze. Es sei ihnen wirklich ernst mit dem Sammeln. Sie hätten verstanden, dass es etwas radikal Neues brauche.

Diese Vision faszinierte mich. Also stieg ich ein. Als bei einem Treffen der Initiatoren am Gründungstag des 4. September 2018 gefragt wurde, wer in einem bundesweiten Arbeitsausschuss mitarbeiten wolle, meldete ich mich.

Nun: wie sich leider herausstellen sollte, war diese ganze Idee einer „Bewegung“ entweder nicht ernst gemeint oder sie wurde nicht verstanden. Eher ging es darum, sich Hilfstruppen für den parteiinternen Fraktionskampf zu organisieren.

Das ist das klare Ergebnis meiner Erfahrungen in der engeren Führung, auch wenn ich nie im Arbeitsstab oder im Vorstand war, die die täglichen Geschäfte zu leiten beauftragt waren.

Als es noch so aussah, dass Sahra bei der Fraktionsklausur der LINKEN im Januar als Fraktionsvorsitzende abgewählt werden könnte, hat Sevim Dagdelen der Fraktion mehr oder weniger offen damit gedroht, aus Aufstehen eine eigenständige Partei zu machen. In der Führung von Aufstehen haben die Vertreter der Linkspartei zu diesem Zeitpunkt ebenfalls diskret oder offen Druck in diese Richtung gemacht.

Als die Abwahl dann allerdings ausblieb, hat uns Oskar dann im Arbeitsausschuss lang und breit erklärt, warum Aufstehen doch keine Partei werden, sondern eine Bewegung bleiben müsse.

Kurz und gut: es ging nie um eine Bewegung als Bewegung, sondern immer nur darum, was hilft „uns“ in der LINKEN, was nicht.

Das wurde natürlich nach außen völlig anders dargestellt. Sonst hätte man auch sicher keine 160.000 Emails bekommen, denn von diesen Menschen war die deutliche Mehrheit parteilos und ihre Hoffnungen richteten sich auf eine neue Politik und echte Bewegung von unten – sicher nicht darauf, Statist und Schwungmasse für den ewigen Flügelkrieg in der Linkspartei zu sein.

Faktisch stellt dies, ich bleibe dabei, für mich den Tatbestand des politischen Betrugs dar.

Wie wenig wert der Bewegung als Bewegung beigemessen wurde, zeigte sich, als Aufstehen parteiintern nicht mehr praktisch war, aber sich als schwer zu regierender, bewegungsgemäß ziemlich rentitenter Haufen herausstellte.

Ab jetzt wurde Aufstehen gezielt abgewürgt.

In einer putschartigen Aktion wurden vielen freiwilligen Aktivisten Zugangsrechte entzogen, Kommunikationstools dichtgemacht und die Kontrolle über die entscheidenden Machtmittel (vor allem über die 160.000 Emails) bei einer kleinen Zahl von Leuten zentralisiert, die in der Regel nahe an die Büros von Sevim Dagdelen und Sahra Wagenknecht angebunden oder dort beschäftigt waren oder sind.

Verleumdungen gegen unliebsame Akteure wurden gezielt und flächendeckend in Umlauf gebracht.

Eine besonders widerliche betraf Marco Bülow, Ole Rauch (Mitarbeiter von Fabio de Masi) und mich. Ich habe Emails von Sahra, in der sie sich über die hier ausgebreiteten Lügen empört und sich erschrocken zeigt über diese Verleumdungen. Auf eine öffentliche Klarstellung warte ich bis heute.

Stattdessen läuft die permanente Lügenkampagne, in der etwa behauptet wird, ausgerechnet Marco Bülow und ich hätten versucht, aus Aufstehen eine Partei zu machen, weiter.

Eine Partei? Ich? My ass! Ich scheiss auf Parteien. Ich bin und bleibe Bewegungsaktivist!

Aufstehen wurde also weiter abgewürgt. Die Versendung von Massenmails wurde gezielt sabotiert, die Facebook-Gruppen wurden in einer Nacht- und Nebelaktion gelöscht. Jede Maßnahme, die eine selbständige, horizontale Vernetzung der Basis ermöglicht hätte (etwa ein zentrales Forum), wurde gezielt verzögert, verweigert, blockiert.

Was Sahra angeht, ist mir unklar, inwieweit sie all diese Machenschaften in ihrem direkten Umfeld klar hat, ob sie das unterstützt, einfach laufen lässt, nicht wahrhaben will oder ausblendet. Mir kam sie weitgehend überfordert vor. Persönlich ist sie extrem nett, aber in diesem ganzen politischen Irrsinn wirkte sie völlig verloren.

Es gibt auch, etwa Fabio de Masi, gute Leute in diesem Lager. Aber im Kern ist auch dieser Teil der LINKEN zerfressen von Intrige und Lüge. Deshalb schrieb ich in meinem Gedicht (siehe Anhang), dass Sahra nicht nur von Feinden, sondern auch von (vermeintlichen) Freunden umstellt ist.

Ich hoffe, sie befreit sich aus dieser Lage. Für mich persönlich war Aufstehen eine schockierende und in weiten Teilen widerliche Erfahrung. Und damit meine ich, es sei noch einmal betont, ganz sicher nicht die vielen wunderbarer, ehrlichen und in der Regel übrigens parteilosen Aktivisten, die ich in vielen Orten an der Basis kennengelernt habe und an dieser Stelle herzlich grüße.

Wir werden uns wiedersehen, auf der Straße, im Wald.

Für mich aber geht diese Reise hiermit zu Ende. Ich habe einen Einblick in das erhalten, was man vermutlich „Spitzenpolitik“ nennt. Vielen Dank. Never again.

Allerdings war Aufstehen eine goldene Chance! Die Dynamik des Anfangs war unglaublich! Die Bereitschaft, aktiv zu werden, hatte Zehntausende erfasst! Zwischen der für unsere Gegner sehr überraschenden Intervention in die Hambi-Kampagne und der Dummheit, sich gegen #Unteilbar<https://www.facebook.com/hashtag/unteilbar?source=feed_text&epa=HASHTAG> zu stellen, gab es eine kurze Phase, in der Aufstehen das Potential hatte, zu einer echten Massenorganisation zu werden. Wir hätten, davon bin ich überzeugt, von diesem Punkt aus auch auf eine halbe Million Leute durchbrechen können.

Aber dazu hätte man eine wirkliche Bewegung wollen müssen – und man hätte in der Führung Techniken des Siegens benötigt, die man in Parlamenten und auf Parteitagen offensichtlich nicht lernt.

Was bleibt, ist das Wissen um diese Möglichkeit. Aufstehen hat es vergeigt, aber auch bewiesen, dass Deutschland reif ist für massenhafte Bewegungen.

Daran arbeite ich weiter, wie ich es immer getan habe.

Mein Engagement bei Aufstehen endet hier. Ich möchte nicht meine Zeit vergeuden für einen erweiterten Team-Sahra-Newsletter.

Ich möchte kämpfen und siegen: mit den Vielen, für die Vielen!

Florian Kirner

Weitersroda, 15. März 2019

————————————–

Contemplatio Pro Sahra

Umstellt von Freunden und dem Feind
– „Die zieh’n mich hin, der treibt mich her!“ –
Hieltst Du Dich wacker, leidend, stolz,
bis Du gemerkt: es geht nicht mehr.

Viel Hoffnungen und Widerstreit
Frontal auf Dich gerichtet
Hast Du den Schleier um Dein Herz
gepanzert statt gelichtet.

So wurdest schartig Du und hart.
Geschlagen und empfangen
hast manche bittre Wunde Du
in diesem Kampf, dem langen.

Wir waren kurz verbündet nur
und wurden Kontrabanden.
Auch ich habe, soviel steht fest,
Dich wirklich nicht verstanden.

Es ist auch schwer, Du schöne Sphinx
Du ratlos Rätselhafte.
So spaltet, wie seit je und links
was sich zu sammeln dachte.

Dein Umfeld war, ich bleib dabei,
voll grauenhafter Leute
Wie böse Kinder zankten sie
und lauerten auf Beute,
die abfiel nur von Deiner Macht
Deinem Charisma und der Pracht
Deines geschulten Geistes.

Wird nun Dein jäher Sturz zum Sprung
aus dieser Schlangengrube?
An der Du mitgeschaufelt hast
Auf Deinen Fluchten ohne Rast.
Bei Deinem Um-Sich-Schlagen?

Ich wünsch es Dir.
Ins Offene!
Komm heim,
ins Ungewisse.
Dass nur nicht irgendwer Dir bald
die nächste Fahne hisse.

Dein festgefrorner Kahn sei frei!
Mach Platz, Du kalte Scholle
Als Heimat war die ohnehin
schon längst nich mehr so dolle…

(Prinz Chaos)

Anzeige von 22 kommentaren
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    heike
    Antworten
    Eindeutig, Sahra hat´s verkackt. Ohne sie wären die vielen, vielen super und wirklich guten Leute dabei geblieben – wie das bei einer Bewegung von unten halt so ist …
  • Avatar
    Piranha
    Antworten
    Lieber Florian Kirner,

    ich bezweifle Ihre persönlichen Erfahrungen nicht, und Ihr Urteil fällt entsprechend harsch aus.

    Heute morgen habe ich einen umfassenderen Beitrag von Tobias Riegel auf den NachDenkSeiten gelesen, der sehr gut als Ergänzung zu Ihrem Erfahrungsbericht dient – für mich jedenfalls.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=50147

    Beste Grüße,

    P.

     

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    Peter Boettel
    Antworten
    Ich bleibe bei Aufstehen, natürlich finde ich es schade, dass Sahra nicht mehr in vorderster Front mitmachen kann, aber die vielen Angriffe gegen sie, leider oft von Mitgliedern der Linken, aber die meisten von den neoliberalen Medien, mache ich nicht mit.

     

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      Der Bademeister
      Antworten
      Wohl war, warum sollte man jetzt nicht mehr bei Aufstehen bleiben. Tut mir leid für  Herrn Kirchner das Aufstehen keine coole Facebook Gruppe ist mit der man angeben kann (ey cool, du machst was mit Politik ). Ich hoffe das es sich durchsetzt das man auf sowas wie Diaspora setzt um ein bisschen „unsichtbarer“ zu kommunizieren. Der „Debattierklub“ ist das was für mich Aufstehen auch ausmacht, das Zusammenkommen von verschiedenen Persöhnlichkeiten um auch über die Themen zu diskutieren, nicht nur um Transparente durch die Gegend zu tragen. Und „unsere“ Sahra bleibt uns ja erhalten 🙂
    • Avatar
      Piranha
      Antworten
      Ja, angefangen bei der ARD – der Ansammlung reaktionärer Dödel, oder dieser Ulf Poschardt, dessen Eltern sich bei der Zeugung schon gesagt haben: „Geiz ist geil“, weshalb es ihm bis heute nur um Auflage und persönliche Aufmerksamkeit, und nie um die Sache geht. Oder der Revolver-Journalist-Narzisst Reichelt, der die kleinste Kritik schon als Verrat  an seiner Person auffasst, oder Blome, der seinen Bildleserdeppen Woche für Woche vorkaut, was sie politisch zu meinen und zu denken haben… usw., usf.

      Und Politiker? Wo sie bis in die 70er die Machenschaften der Bild als Krebsgeschwür für die Gesellschaft erlebten und Interviews verweigerten, sind die heutigen – gleich welcher Couleur – geradezu stolz darauf für ein Interview eingeladen zu werden.

      Also ich finde, es sollten viel mehr Politiker Fallschirmspringen lernen; ist doch ein schöner Sport. Von der FDP lernen, heißt Fliegen lernen. (sinngemäß Thomas Reis)

       

      Deshalb sind Webseiten wie HdS und die NachDenkSeiten, der Rubikon, Weltnetz.tv und einige weitere, so wertvoll. Wann immer ich Zeit habe, tagesthemen und heute-journal zu hören, ich weiß, wo ich anschließend diese Nachrichten veri- oder falsifizieren kann.

      Schönes Wochenende 🙂

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    Piranha
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    Fast hätte ich es vergessen: am 10. März hatte Sahra Wagenknecht ein Statement an die bei #aufstehen registrierten Menschen verschickt. Zur Meinungsbildung gehört auch, dass die Betroffene selbst zu Wort kommt:

    Hallo …,

    die gestrigen Mediennachrichten zu meinem angeblichen Rückzug aus „Aufstehen“ haben Nachfragen, auch Irritationen ausgelöst. Deshalb möchte ich Euch auf diesem Weg sagen: selbstverständlich werde ich mich weiter für „Aufstehen“ engagieren und unsere gemeinsame Bewegung mit aller Kraft unterstützen. „Aufstehen“ ist ein großartiges Projekt – und es wird gebraucht. Wir müssen noch sehr viel mehr Druck machen, damit endlich wieder die sozialen Interessen der Mehrheit und nicht die Wünsche einflussreicher Wirtschaftslobbyisten die politische Agenda bestimmen.

    Allerdings brauchen wir genau dafür funktionsfähige Strukturen, in den Ländern, vor allem aber an der Spitze von „Aufstehen“. Es gab und gibt immer wieder berechtigte Kritik an den Koordinierungsproblemen in der Führung von „Aufstehen“. Teilweise waren Probleme unvermeidlich, weil es einfach eine riesige Herausforderung ist, auf rein ehrenamtlicher Basis und ohne große finanzielle Mittel eine funktionierende Organisation für eine Bewegung von 170.000 Menschen aufzubauen. Dank Eures Engagements sind wir dabei in den letzten Monaten gut vorangekommen. Inzwischen gibt es über 200 Ortsgruppen, in denen sich tausende Mitstreiter regelmäßig treffen, diskutieren und Aktionen vorbereiten. Aber gerade deshalb ist meines Erachtens der Zeitpunkt gekommen, an dem wir Berufspolitiker uns an der Spitze von „Aufstehen“ stärker zurücknehmen und denjenigen mehr Verantwortung übergeben sollten, die die Bewegung an der Basis ohnehin tragen. Genau das wurde schon oft gefordert und ich habe es jetzt öffentlich vorgeschlagen.

    Hinzu kommt für mich ein persönlicher Aspekt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Ich war jetzt knapp zwei Monate krank, und die gesundheitlichen Probleme waren eine direkte Folge des extremen Stresses, den ich in den letzten Jahren hatte. Inzwischen geht es mir wieder gut, aber ich muss in Zukunft mein Arbeitspensum etwas anpassen und eine neue Balance finden.

    Doch noch einmal: das ändert nichts daran, dass ich „Aufstehen“ weiterhin mit Engagement unterstützen und am Erfolg unseres gemeinsamen Projektes mitarbeiten werde. Die nächste große Veranstaltung ist in Hamburg:

    Und ich werde selbstverständlich gemeinsam mit allen anderen bisherigen Vorstandsmitgliedern und Vertretern der Basis daran mitarbeiten, dass „Aufstehen“ eine funktionsfähige Führung bekommt, die unserer Bewegung neue Schlagkraft verleiht.

    Wir haben noch viel vor!

    Eure
    Sahra Wagenknecht

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      Peter Boettel
      Antworten
      Ich habe die Erklärung von Sahra gelesen und ihr gleich eine Mail geschickt, dass ich bei Aufstehen bleibe. Natürlich wünsche ich ihr gute Besserung mit besten Grüßen ins Saarland, wo ich mich für eine Woche aufhalten werde.
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    Ute Plass
    Antworten
    „Eine Partei? Ich? My ass! Ich scheiss auf Parteien. Ich bin und bleibe Bewegungsaktivist!“

    Das will leider von Partei-Leuten (nicht nur von den linken) nicht erkannt werden, dass es allerhöchste Zeit ist sich über die ‚Parteien-Herrschaften‘ hinaus zu entwickeln.

    Die jungen Menschen,  die seit Wochen auf die Straße gehen, sind derzeit ein Hoffnungsmoment, welches hoffentlich auch in die verkrusteten Parteienstrukturen hineinwirken wird.

    Lieber Florian Kirner, könnte mir vorstellen, dass Ihnen die Gedanken von Simone Weil, hinsichtlich der ‚Abschaffung von Parteien‘ symphatisch sein dürften: https://wortedeswiderstands.org/2017/03/09/simone-weil-anmerkung-zur-generellen-abschaffung-der-parteien/

     

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    Volker
    Antworten
    Ehrlich gesagt, bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich passen muß, da sämtliche Informationen und Meinungen für einen Außenstehenden wie mich nicht mehr nachvollziehbar sind, eher verwirrend sowie widersprüchlich.
    Kirners persönliche Abrechnung mit Aufstehen kann ich so oder so sehen; für eine objektive Sichtweise ist sie leider nicht geeignet – sorry Florian.

    Aber dazu hätte man eine wirkliche Bewegung wollen müssen – und man hätte in der Führung Techniken des Siegens benötigt (…)

    Klar. Führung >> Technik >> Sieg << Wie immer, nur anders …

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    Jochen
    Antworten
    Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe ist mir nicht klar, was den Autor eigentlich antreibt. Anstelle analytischer Schärfe sehe ich gekränkte Eitelkeit. Die defensive Anbiederung an die „wunderbaren Menschen“ erhellt nicht die persönliche Frustration des Autors. Vielmehr scheint sie in den Tenor einzustimmen, dass diese Bewegung „hoffentlich stirbt das Projekt schnell“, wie Sahra Wagenknecht es gestern in Hamburg formulierte. Der Prinz scheint mir ein Anhänger chaotischen Fabulierens zu sein und weniger des klaren Durchblicks.
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    heike
    Antworten
    # Aufstehen ist eine Bewegung, die parteiübergreifend (und -unabhängig) für die Eindämmung sozialer Missstände in Deutschland eintritt. Soziale Gerechtigkeit – das ist ihr Ziel.

     

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      Sophia
      Antworten

      Eindeutig, Sahra hat´s verkackt. Ohne sie wären die vielen, vielen super und wirklich guten Leute dabei geblieben…

      @heike, Sie „glänzen“ hier zunächst durch eine nicht bewiesene Unterstellung, nämlich, „Sahra hat’s verkackt“. Was das sein soll, darüber klären Sie nicht auf, es bleibt bei einer Behauptung. Es sei denn, „Sahra hat bei Ihnen selbst etwas verkackt“? Oder betrachten Sie die sehr persönliche Beschreibung von Kirner als sakrosankt, also unantastbar und gültig für 170.000 Personen? Auch lassen Sie die Kommentarleser*innen im Unklaren darüber, wer die „die vielen, vielen super und wirklich guten Leute“ seien, die der Bewegung den Rücken gekehrt und sich mithin abgemeldet haben. Haben Sie hier genauere Zahlen oder Fakten, die interessant sein könnten?

      Nur 2 Tage später glauben Sie darüber aufklären zu müssen, was #aufstehen ist:

      # Aufstehen ist eine Bewegung, die parteiübergreifend (und -unabhängig) für die Eindämmung sozialer Missstände in Deutschland eintritt. Soziale Gerechtigkeit – das ist ihr Ziel.

      Gut, dass Sie das schreiben. Das wird „die vielen vielen super und wirklich guten Leute“ sicher wieder zurückbringen, da sie zuvor offenbar nicht wussten, mit welchem Ziel sie dabei waren.

      Und denken Sie daran: „Alles was dir begegnen wird, ist leider nicht zu vermeiden“ (Sören Kierkegaard)

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    Mobbing...
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    …die etwas andere Moral der Politik, in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und dem Sprachrohr beider, die Mainstream, als Vorbild für eine zu beeinflussende
    Gesellschaft. Kritik ist immer gut, alles eine Frage des WANN, WO und WIE. Kommt doch nur auf das Ziel an, dass man mit ihr erreichen will.
    Beispiele in der Realität bekommen wir zu genüge. Besonders gut beherrschen dies so manche angeblichen VolksvertreterIn.
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    heike
    Antworten
    Sophia, weise Stimmen aus dem Internet:

    “ „Offene Grenzen für alle“, das sei „eine Forderung, die die meisten Menschen als irreal und völlig weltfremd empfinden und damit ja auch recht haben“.

    Offene Grenzen für alle, ohne Kontrolle, wird nicht nur als irreal empfunden, sondern es würde unsere Gesellschaft überfordern und zerstören.

    In der Linken sind zu viele Menschen geprägt von irrealem  ideologischem Wunschdenken und berauscht von einer angeblichen eigenen moralischen Überlegenheit. Diesen Menschen gegenüber die Wahrheit auszusprechen, ist nicht nur mutig, sondern geradezu notwendig, auch es bei den Verblendeten wenig nützen wird. Die Art und Weise, wie ihre Gegner in der Linken mit Wagenknecht umgegangen sind, war und ist schäbig. Die Medien haben ihren Teil dazu beigetragen, diese scharfe und kluge Analytikerin, die keine Furcht hat, die unbequeme Wahrheit auszusprechen, als „Populistin“ und „Anwältin der Wutbürger“ zu diffamieren.

    Sollte Wagenknechts realistisch/pragmatischer politischer Ansatz in der Linken verloren gehen, so wird diese Partei erheblich Stimmen verlieren.“

    Volle Zustimmung meinerseits.

  • Avatar
    Regimekritiker_Dracula
    Antworten
    Uns rettet kein Gott, kein Kaiser“ und auch keine Sahra allein … .

    Als Mitglied einer kleinen attac-Gruppe höheren Alters, (ehem.) Teilnehmer der Friedensmahnwachen und Friedensfreund ist für mich #Aufstehen ein weiterer Anlauf zur Schaffung einer Gegenöffentlichkeit. Scheiß auf die alltäglichen Querelen, unsere Neoliberal-kriminelle Elite schläft nicht! Der Spaltpilz #Aufgeben könnte denen nur so passen. Nie wieder Krieg – steht endlich auf!

  • Avatar
    gyp
    Antworten
    haltet euch nicht mit karrieregeilen politgeschäftbestrebungen einiger funktionäre, einschl. DIE LINKE, sowie allzu detaillierten sachthemen auf.

    das wurde jahrzehnte gemacht und führt zu exakt NICHTS.

    Fakt ist, die neoliberale zersetzungspolitik, sein gesamtes hierarchie-modell, seine strukturen und seine zersplitterungskräfte, halten die kontrolle über ALLE in DE, in FR, in EU in der welt.

    der feind ist nicht das steinzeitliche LINKS od RECHTS paradigma sondern einzig und allein die herrschende klasse und seine eliten-systeme in DE, in FR in der EU und in der welt.

    so lange nicht entschieden gegen jene kräfte organisiert wird, werden alle bemühungen von innen unterwandert und alles verlabert sich alles im sande.

    die politische klasse und ihre vernetzten strukturen sind teil des problems und können nicht teil einer befreiungsbewegung sein.

    diese strukturen, samt seiner charaktere und funktionäre und mitläufer, gehören auf den müllberg der geschichte.

     

    gyp

  • Avatar
    HeyPeter
    Antworten
    all Jene, die hier rumblasen dass Sahra es „verkackt“ hätte, all Diese mögen mir mal sagen, wo seit 4.9.18 Sahra aktiv überhaupt wahrzunehmen war. Ich hab von ihr nix gespürt, was ich schade empfand. Ich versuchte mich in Sahra Kopf zu begeben und schrieb =>  https://www.discuto.io/de/consultation/33191
  • Avatar
    heike
    Antworten
    Mein erster Kommentar war ironisch gemeint, weil ich diese Aussage so im darüber stehenden Artikel herausgelesen haben. I R O N I E  …. bis S A R K A S M U S …..

    wie auch immer, keiner von uns ist Gott, jeder für sich ist zu klein, ein Gemeinsam ist schwierig und alle haben verschiedene Grundvoraussetzungen und letztendlich wohl auch verschiedene Ziele.

     

  • Avatar
    heike
    Antworten
    Und das Sahra Wagenknecht jetzt Europa keine Chance mehr zu geben scheint, finde ich schlecht. Aber ich muss mir das you-tube-Video noch mal gennauer anhören dazu …

     

  • Avatar
    heike
    Antworten
    Also, ich hab´ mich noch mal genauer informiert. In dem Video „Sahra Wagenknecht – Brexit? Für ein Europa im Interesse der Menschen …. Facebook – 26.01.2019“ spricht sich Sahra ganz eindeutig für ein Europa aus, welches nicht Kapitalinteressen an erste Stelle stellt, was wiederum rechten europafeindlichen Parteien ihren enormen Zulauf eingebracht hat, sondern soziale Belange und Ausgleiche an erste Stelle stellt.

    Das ist der Weg.

     

  • Avatar
    manfred
    Antworten

    Mich macht ziemlich stutzig, dass die gesamte Journallie ständig Sarah diskreditiert. Und da steckt System dahinter, denn sie ist nun wirklich die Person, die es mit jedem anderen Politiker aufnehmen kann. Mir scheint eher, wenn sämtliche Medien gegen Sarah agieren, dann muss sie was richtig gemacht haben. Meine volle Unterstützung hat sie weiterhin. Ich habe was gegen Meinungsmanipulation.

    • Avatar
      Peter Boettel
      Antworten
      Manfred, dieser Auffassung stimme ich vorbehaltlos zu.

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