Beiträge von Konstantin Wecker

Konstantin Wecker: Ich erkläre meine Solidarität mit Ufuk T.

Konstantin Wecker, München 2019

Aufmerksam gemacht wurde ich auf diese Vorfälle von meinem Mitarbeiter Holdger Platta bereits mehrmals auf HdS (siehe hierhierhier und hier ) und ich bin erschüttert und zornig seither: vor einem Jahr wollte der türkische ALG-II-Bezieher Ufuk T. im Mannheimer Jobcenter seinen Sachbearbeiter sprechen, weil  seit drei Wochen die Auszahlung der Hilfsgelder überfällig war und der Hilfsbedürftige über keinerlei Geld mehr verfügte, um Nahrungsmittel einkaufen zu können. Ufuk T. wurde von einem Mitarbeiter der Behörde mitgeteilt, er solle in vier Tagen wiederkommen. Konstantin Wecker

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Konstantin Wecker: Hass kann man verwandeln

 

Wir können uns vornehmen, liebevoll, weise, gütig zu sein – aber was, wenn die „Gegenseite“ darauf nicht mit der erwünschten Ergriffenheit reagiert? Wenn sie sich durch Weichheit zu Härte und Häme, durch Verständnis durch noch mehr Hass provoziert fühlt? Bleiben wir dann bei dem, was wir für richtig erkannt haben oder passen wir uns dem Niveau der Hassenden nach unten an? Ein Statement, das anlässlich der Flüchtlingsfrage 2014 entstanden ist und in das Buch „Dann denkt mit dem Herzen“ (erhältlich im Sturm-und-Klang-Shop) aufgenommen wurde.  Konstantin Wecker
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„Die Dinge singen hör ich so gern“

Man darf Poesie nicht zu Tode interpretieren. Und man darf poetische Sprache nie auf nur eine Bedeutung festnageln. Jedes Reden verweist immer auf die Stille dahinter, das Unnennbare und Uneindeutige. Eindeutigkeit ist meist das Machtmittel des Dogmatismus. Wer der Sprache Gewalt antut, wird schnell auch gegenüber Menschen gewalttätig. Konstantins Weckers Plädoyer für eine Poesie, die den Dingen ihren ganz eigenen, unaussprechlichen Zauber lässt. Auszug aus der Biografie „Konstantin Wecker: Das ganze schrecklich schöne Leben“, erhältlich im Sturm-und-Klang-Shop. (mehr …)

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„Noch ein Herz zu haben, ist heutzutage schon ein Akt des Widerstands“

Ungehaltene Rede Konstantin Weckers zur Verleihung der Albert-Schweitzer-Medaille 2019.  Diese Rede ist nicht nur „ungehalten“, weil sie viel Zorn über Kriegspolitik und Naturzerstörung zum Ausdruck bringt – Konstantin Wecker hat sie auch tatsächlich nicht gehalten. Zu fortgeschrittener Stunde, bei der Verleihung der Preises, entschied er, sich angesichts vieler kluger Reden, die er zuvor gehört hatte, lieber mit ein paar Liedern zu bedanken. Interessant sind seine Gedanken zum Zeitgeschehen allemal. Konstantin Wecker beschreibt, was ihn an Albert Schweitzer besonders fasziniert: dass er „im Denken wie im humanen Tun gleichermaßen sattelfest“ war. Und er wendet sich leidenschaftlich gegen eine Politik, die vielfach das glatte Gegenteil der viel gelobten Ethik Schweitzers repräsentiert: „Denn wenn man unsere Epoche mit einem einzigen Merkmal beschreiben will, so ist dies das tragische Fehlen jener Ehrfurcht vor dem Leben, die Albert Schweitzer wieder und wieder angemahnt hat.“ Konstantin Wecker (mehr …)

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„Auf der Suche nach dem, was uns als Menschen ausmacht“

Gerald Hüther bei seiner Rede. Foto: Walter M. Rammler. Alle Fotorechte beim Fotografen.

Laudatio für Konstantin Wecker zur Verleihung der Albert Schweitzer-Medaille in der Frankfurter Paulskirche am 3.9.2019. „Verstand und Gefühl“ ist nicht nur der Titel eines Romans von Janes Austen – es ist ein Begriffspaar, das Konstantin Wecker auszeichnet und das unbedingt zusammen gehört. Gelegentlich wird unterstellt, den Wissenschaftler – oder auch den kritischen politischen „Kopf“ – zeichne nur der Intellekt, den Künstler nur die überbordende Emotionalität aus. Tatsächlich aber braucht es beides, damit wir ganz Mensch sein und uns der immer lauter werdenen Zumutungen des Unmenschlichen erwehren können. Umso schöner, dass gerade der Neurobiologe und Sachbuchautor Gerald Hüther die Laudatio anlässlich der Verleihung der Albert Schweitzer-Medaille an Konstantin hielt. „Deshalb ist Konstantin Wecker auch so ein Entwicklungshelfer wie Albert Schweitzer. Einer, der mit wachem Verstand und klaren Worten sagt und besingt, was das Menschliche in uns ausmacht, wie zerbrechlich es ist, wie sehr und von wem es bedroht wird.“  Gerald Hüther (mehr …)

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Albert-Schweitzer-Medaille an Konstantin Wecker verliehen

Fotos: Walter M. Rammler. Alle Fotorechte beim Fotografen.

Am Dienstag, 3. September, hat Oberbürgermeister Peter Feldmann zahlreiche Gäste während eines Festakts zum 50-jährigen Jubiläum des Deutschen Albert-Schweitzer-Zentrums Frankfurt und anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Ehrenbürgerschaft in der Paulskirche begrüßt. Die Laudatio für Konstantin Wecker anlässlich der Verleihung der Albert-Schweitzer-Medaille hielt Gerald Hüther. Wecker bedankte sich nicht nur mit Worten, sondern auch musikalisch. (Quelle: Frankfurt live)
http://www.frankfurt-live.com/albert-schweitzer-gesellschaft-feierte-jubil-aumlum-115208.html

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Der Mythos der Heil bringenden Herrschaft

„Warum muss es immer und überall jemanden geben, der bestimmt und regiert?“ Dieser Frage ging Konstantin Wecker schon in seinem zum Klassiker gewordenen Lied „Es ist schon in Ordnung“ nach. Die Idee, dass Hierarchien und Herrschaft das Heil bringen könnten, ist durch Jahrtausende grausamster geschichtlicher Erfahrung längst wiederlegt und hält sich trotzdem hartnäckig – nicht zuletzt aufgrund der Propagandamacht der Reichen und Mächtigen, die sich zu ihrem Dominanzanspruch passende „Narrative“ erschaffen haben und diese geschickt in die Köpfe ihrer Untertanen pflanzen. Markus Pühringer ist dieser destruktiven Dynamik in seinem hervorragenden Buch „Herrschaftsfrei leben!“ auf die Spur gekommen. Konstantin Wecker hat es rezensiert. Erhältlich im Sturm-und-Klang-Shop. (mehr …)

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„Anschwellender Bocksgesang“ − Zur Rechtsentwicklung in der Kultur


In Deutschland wird eine »rechtsintellektuelle Wende« beschworen. Ihr Vorschein und Elemente einer Programmatik fanden sich bereits in Botho Strauß’ 1993 veröffentlichtem »anschwellenden Bocksgesang«. Heute normalisiert sich die Rechtsentwicklung in allen möglichen Strömungen (ob als konservativ, neu-rechts, neonazistisch, neokonservativ oder prowestlich faschistisch), hat längst ihren festen Ankerplatz in der »bürgerlichen Mitte« erobert und findet auch großen Niederschlag in der Kulturindustrie-Produktion. Was durch Sloterdijk, Tellkamp & Co, in Vulgärform durch Sarrazin und Broder, zunehmend Raum in den Feuilletons greift im Unterhaltungssegment als »Volks-Rock’n’Roll«, »Nuhr mal so« als »Kabarett« gegen »den Islam«, die Friedens-, Mieten- und Klimabewegung daherkommt, wird immer seltener als sozialdarwinistische Propaganda, antiaufklärerisch und menschenfeindlich erkannt − und als Problem ausschließlich der Pegida-»Pöbel« ausgemacht. Diskussionsrunde mit Konstantin Wecker (mehr …)

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Konstantin Wecker: Der Schatten des Kriegers

Der Liedermacher und Begründer dieser Seite gibt in einem Kapitel aus seiner Buchveröffentlichung „Mönch und Krieger“ sehr viele Fehler zu. Er stellt auch die irritierende Frage, ob er angesichts seiner Veranlagung – „ich werde leicht aggressiv“ – überhaupt zum Pazifisten taugt. Dieser ehrliche Enthüllungen sind nicht nur erfrischend, sie führen auch zu einer konstruktiven Schlussfolgerung: „Indem ich fast alles, was ich anderen hätte vorwerfen können, schon selbst durchlebt habe, bin ich toleranter geworden.“ Gekürzter Auszug aus „Mönch und Krieger“, erschienen im Gütersloher Verlagshaus, erhältlich im Sturm-und-Klang-Shop.  Konstantin Wecker (mehr …)

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