Beiträge von Konstantin Wecker

Konstantin Wecker: Lasst uns eben weiter irren!

Konstantin Wecker, München 2019

„Es irrt der Mensch, so lang er strebt“, heißt es in Goethes „Faust“. Und Konstantin Wecker ist Autor einer partiellen Autobiografie mit dem irritierenden Titel „Die Kunst des Scheiterns“. In diesem Kapitel seiner großen Biografie „Das ganze schrecklich schöne Leben“ (mit Günter Bauch und Roland Rottenfußer) widmet er sich wieder einmal ehrlich den Irrtümern in seinem bewegten Leben. Er interpretiert das Leben als ein beständiges Fließen von einer fehlerbehafteten Vorläufigkeit zur nächsten. Der Wecker von gestern würde den Wecker von heute schon kaum mehr verstehen können. Es gibt so etwas wie ein Recht auf Fehler, so schmerzhaft sie für uns und andere auch immer wieder sein mögen. Und einen Vorteil hat selbst die schlimmste Lebenskatastrophe: Sie macht uns im guten Sinne demütig und hilft uns, von der moralischen Verurteilung anderer Abstand zu nehmen. „Die Schönheit des Miteinander ohne Ehrgeiz und Wahn, die Schönheit zu erkennen, dass wir in keinem Punkt besser sind als andere, nur anders, und in diesem Anderssein auch geliebt werden wollen.“  Konstantin Wecker (mehr …)

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„Der Krieg ist Wahnsinn“

„Wozu sind Kriege da?“, ist ein Lied, das nicht von Konstantin Wecker stammt, sondern von seinem Kollegen Udo Lindenberg. Konstantin hat diese Frage jedoch glaubwürdig beantwortet: Kriege entstehen durch „geopolitische Pläne, Geldgier, Machthunger und die Interessen der Waffenindustrie.“ USA-hörige Politiker und eine Presse, die den eigentlichen Auftrag des politischen Journalismus verrät, spielen das böse Spiel mit. Es befehlen immer Herren und Damen von ihren weichen Sesseln aus; es bluten und sterben dumme, missbrauchte Soldaten. Die Wiedergeburt einer mächtigen Friedensbewegung ist überfällig.  Konstantin Wecker (mehr …)

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Konstantin Wecker: Ja, wir brauchen eine Revolution.

Gemälde: Delacroix

Die Revolution – das ist entweder etwas, das „wir“ machen – oder es findet eben nie statt. Diese Auffassung herrscht  bei der Linken weithin vor. Sie könnte sich jedoch als Illusion erweisen, denn die revolutionäre Energie steigert sich derzeit beträchtlich – allerdings von rechts. Die parlamentarische Rechte, allen voran bayerischer Provenienz, liefert dafür teilweise die Stichworte – nicht ohne die Brandstifter, die diese hernach aufgreifen, entrüstet zu verurteilen. Wieder zeigt sich an diesem Text Konstantin Weckers visionärer Scharfblick – im Guten wie im Schlechten.  Auszug aus „Dann denkt mit dem Herzen“, erhältlich im Sturm-und-Klang-Shop  Konstantin Wecker (mehr …)

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„Ungehorsam ist etwas ungemein Wichtiges.“

Konstantin Wecker, München 2019

Konstantin Wecker im Interview mit dem österreichischen Fachjournal „Unsere Kinder“. Hier spricht sich der Liedermacher für eine antiautoritäre Erziehung aus – gegen den wieder sehr repressiven Trend in der Pädagogik. Er stellt einen Zusammenhang mit der Großepoche des Patriarchats her, die für Kriege und Umweltzerstörung verantwortlich ist. Der Mensch, sagt er, sei im Grunde ein mitfühlendes Wesen, wenn ihm dies nicht durch den Zwang zum Gehorsam abtrainiert werde. (Quelle: Unsere Kinder)
https://www.unserekinder.at/fachjournal/artikel-detail/news/menschen-im-portraet-konstantin-wecker/?fbclid=IwAR3GguY-93zBcCWFFYDN16w1CPG4pNzQt_wTVeCpk8aAU7AUzdu5qlAyW6c

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Konstantin Wecker: Ich erkläre meine Solidarität mit Ufuk T.

Konstantin Wecker, München 2019

Aufmerksam gemacht wurde ich auf diese Vorfälle von meinem Mitarbeiter Holdger Platta bereits mehrmals auf HdS (siehe hierhierhier und hier ) und ich bin erschüttert und zornig seither: vor einem Jahr wollte der türkische ALG-II-Bezieher Ufuk T. im Mannheimer Jobcenter seinen Sachbearbeiter sprechen, weil  seit drei Wochen die Auszahlung der Hilfsgelder überfällig war und der Hilfsbedürftige über keinerlei Geld mehr verfügte, um Nahrungsmittel einkaufen zu können. Ufuk T. wurde von einem Mitarbeiter der Behörde mitgeteilt, er solle in vier Tagen wiederkommen. Konstantin Wecker

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Konstantin Wecker: Hass kann man verwandeln

 

Wir können uns vornehmen, liebevoll, weise, gütig zu sein – aber was, wenn die „Gegenseite“ darauf nicht mit der erwünschten Ergriffenheit reagiert? Wenn sie sich durch Weichheit zu Härte und Häme, durch Verständnis durch noch mehr Hass provoziert fühlt? Bleiben wir dann bei dem, was wir für richtig erkannt haben oder passen wir uns dem Niveau der Hassenden nach unten an? Ein Statement, das anlässlich der Flüchtlingsfrage 2014 entstanden ist und in das Buch „Dann denkt mit dem Herzen“ (erhältlich im Sturm-und-Klang-Shop) aufgenommen wurde.  Konstantin Wecker
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„Die Dinge singen hör ich so gern“

Man darf Poesie nicht zu Tode interpretieren. Und man darf poetische Sprache nie auf nur eine Bedeutung festnageln. Jedes Reden verweist immer auf die Stille dahinter, das Unnennbare und Uneindeutige. Eindeutigkeit ist meist das Machtmittel des Dogmatismus. Wer der Sprache Gewalt antut, wird schnell auch gegenüber Menschen gewalttätig. Konstantins Weckers Plädoyer für eine Poesie, die den Dingen ihren ganz eigenen, unaussprechlichen Zauber lässt. Auszug aus der Biografie „Konstantin Wecker: Das ganze schrecklich schöne Leben“, erhältlich im Sturm-und-Klang-Shop. (mehr …)

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„Noch ein Herz zu haben, ist heutzutage schon ein Akt des Widerstands“

Ungehaltene Rede Konstantin Weckers zur Verleihung der Albert-Schweitzer-Medaille 2019.  Diese Rede ist nicht nur „ungehalten“, weil sie viel Zorn über Kriegspolitik und Naturzerstörung zum Ausdruck bringt – Konstantin Wecker hat sie auch tatsächlich nicht gehalten. Zu fortgeschrittener Stunde, bei der Verleihung der Preises, entschied er, sich angesichts vieler kluger Reden, die er zuvor gehört hatte, lieber mit ein paar Liedern zu bedanken. Interessant sind seine Gedanken zum Zeitgeschehen allemal. Konstantin Wecker beschreibt, was ihn an Albert Schweitzer besonders fasziniert: dass er „im Denken wie im humanen Tun gleichermaßen sattelfest“ war. Und er wendet sich leidenschaftlich gegen eine Politik, die vielfach das glatte Gegenteil der viel gelobten Ethik Schweitzers repräsentiert: „Denn wenn man unsere Epoche mit einem einzigen Merkmal beschreiben will, so ist dies das tragische Fehlen jener Ehrfurcht vor dem Leben, die Albert Schweitzer wieder und wieder angemahnt hat.“ Konstantin Wecker (mehr …)

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„Auf der Suche nach dem, was uns als Menschen ausmacht“

Gerald Hüther bei seiner Rede. Foto: Walter M. Rammler. Alle Fotorechte beim Fotografen.

Laudatio für Konstantin Wecker zur Verleihung der Albert Schweitzer-Medaille in der Frankfurter Paulskirche am 3.9.2019. „Verstand und Gefühl“ ist nicht nur der Titel eines Romans von Janes Austen – es ist ein Begriffspaar, das Konstantin Wecker auszeichnet und das unbedingt zusammen gehört. Gelegentlich wird unterstellt, den Wissenschaftler – oder auch den kritischen politischen „Kopf“ – zeichne nur der Intellekt, den Künstler nur die überbordende Emotionalität aus. Tatsächlich aber braucht es beides, damit wir ganz Mensch sein und uns der immer lauter werdenen Zumutungen des Unmenschlichen erwehren können. Umso schöner, dass gerade der Neurobiologe und Sachbuchautor Gerald Hüther die Laudatio anlässlich der Verleihung der Albert Schweitzer-Medaille an Konstantin hielt. „Deshalb ist Konstantin Wecker auch so ein Entwicklungshelfer wie Albert Schweitzer. Einer, der mit wachem Verstand und klaren Worten sagt und besingt, was das Menschliche in uns ausmacht, wie zerbrechlich es ist, wie sehr und von wem es bedroht wird.“  Gerald Hüther (mehr …)

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