Die Diktatur-Versteher

 in FEATURED, Politik (Inland), Roland Rottenfußer

Traditionell linke Ideologie-Ansätze offenbaren in der Stunde der größten Bedrohung für die Freiheit ihre Schattenseiten. Linke sind Antifaschisten. Alles menschliche Leben ist für sie von gleichem Wert. Sie geben wissenschaftlicher Rationalität den Vorzug vor irrationalen oder religiösen Spekulationen. Sie lehnen den Liberalismus in der Wirtschaft ab, weil zum Wohle der „Schwachen“ in der Gesellschaft die Freiheit der „Starken“ eingeschränkt werden muss. Die Profitwünsche des Kapitals, die sich immer mehr Lebensbereiche unterworfen haben, sind ihnen suspekt. So gesehen haben wir es mit einer zutiefst humanen Weltanschauung zu tun, die absolut unterstützenswert ist. Und dennoch hat die Corona-Krise zu starken Irritationen bei Linken-Anhängern geführt. Manche reiben sich die Augen und können gar nicht glauben, was sich da abspielt: Demokratie und Freiheitsrechte sehen sich unter Berufung auf den Gesundheitsschutz den schlimmsten Angriffen seit 75 Jahren ausgesetzt. Und was tut die Linke? Sie kämpft — auf Seiten der Täter. Wer diese Vorgänge verstehen will, muss zu den Wurzeln linker Ideologie-Ansätze vordringen. Es zeigt sich, dass gesunde Wurzeln keine Garantie dafür sind, dass ein Baum auch schöne Früchte trägt. Roland Rottenfußer

Die Linke ist überwiegend keine genuine Freiheitspartei. Sie ist es nie gewesen — von den Anfängen zu Zeiten der „Ersten Internationale“ und von Ausnahmegestalten wie Rosa Luxemburg und Rudi Dutschke einmal abgesehen. Ich habe versucht, diese geschichtlichen Vorgänge in meinem Artikel „Sozialismus ohne Freiheit“ überblicksweise darzustellen und auch Beispiele für die irritierend regierungstreue Haltung von Linken in der Corona-Frage genannt.

Liegen die Gründe für die befremdliche Weigerung von Kipping, Wagenknecht & Co., sich für die Freiheitsrechte einzusetzen, tatsächlich nur in gewissen antilibertären Traditionen der Linken? Es scheint als ob hier auch neuere Entwicklungen eine große Rolle spielen. Dazu gehört ganz allgemein das „Angekommen-Sein“ der Partei Die LINKE im bundesdeutschen Politikbetrieb. Aber auch die massive, den Zeitgeist prägende Kampagne gegen „Verschwörungstheorien“ hat in den Äußerungen von Linken zu Corona unübersehbare Spuren hinterlassen.

Kampfesmüde und um ihren Ruf besorgt

Der Sachbuchautor Elias Davidsson hat in einem Artikel ein paar Spekulationen zu diesem Thema angestellt. Er diagnostiziert bei der Linken Kampfesmüdigkeit und einen gewissen Anpassungswillen. „Man wolle endlich von der herrschenden Politik ernst genommen werden und auf Augenhöhe mit den Großen und Mächtigen am Tisch sitzen.“ Davidsson nennt außerdem ein historisch bedingtes Unbehagen von Linken gegenüber Verschwörungstheorien, das sie mitunter blind macht für reale nicht-öffentliche Machenschaften von Machteliten. „Der Begriff der Verschwörung ist dem dogmatischen Marxisten fremd oder suspekt, da die Nazis den Begriff einer jüdischen Weltverschwörung verbreiteten.“

Dieser Fehlschluss — weil es mindestens eine falsche und gefährliche Verschwörungstheorie in der Geschichte gegeben hätte, müssten auch alle anderen Verschwörungstheorien falsch und gefährlich sein — spielt in den aktuellen linken Stellungnahmen sicher eine große Rolle, teils explizit, teils auch als ideologisches Hintergrundrauschen. Schließlich vermutet Davidsson, etliche Linke wüssten zwar eigentlich, was gespielt würde, wählten aber den Weg der Anpassung aus Angst vor Diffamierung. „Hier geht es vielleicht um Existenzangst und nicht um einen Wunsch, sich bei den Mächtigen anzubiedern.“

Diese Vermutungen von Elias Davidsson sind für mich plausibel. Ich will sie hier aber durch ein paar eigene Beobachtungen ergänzen. Ich gebe typische Argumentationsmuster der Linken in vereinfachender Form wieder. Alle haben sie auch einen wahren beziehungsweise legitimen Kern, wenn auch die Schlussfolgerung daraus — Zustimmung zur Corona-Agenda der Regierung — fragwürdig bleibt.

Die frühe Beendigung des Shutdowns entspräche den Profitwünschen des Kapitals. Linke müssen demnach für eine Verlängerung eintreten.

Dieses Argument findet man häufig. Wenn der Erzfeind — die kapitalgetriebene Wirtschaft — dafür sei, müsse man (als Linker) dagegen sein. Wer für „zu frühe Lockerungen“ eintrete, halte die Profite der Reichen für wichtiger als Menschenleben. Und dies, nachdem in Corona-Zeiten nach Jahrzehnten übermäßiger Dominanz der Wirtschaft endlich einmal das Primat der Politik und der Gesundheit realisiert worden sei. An diesem Argument ist im Kern etwas dran.

Ich fürchte nur: Weder ging es den Befürwortern der harten Corona-„Eindämmungsmaßnahmen“ wirklich um Menschlichkeit — als solche sind die Kriegs- und Kapitalismus-Parteien nicht glaubwürdig —, noch werden die Maßnahmen im Endeffekt wirklich Gesundheit und Leben schützen. Der Biologe und Buchautor Clemens G. Arvay rechnet in seinem neuen Buch „Wir können es besser“ aus, dass mit einer Million Hungertoten im Zusammenhang mit Corona-„Eindämmungsmaßnahmen“ zu rechnen ist. Auch ging es beim Herunterfahren der Wirtschaft ja nicht nur um die Profite reicher Unternehmer und Aktionäre, sondern auch um die Schicksale „normaler“ Menschen — von Kleinunternehmern und Arbeitnehmern, deren Berufsausübung durch Corona behindert wurde.

Rechte argumentieren in der Corona-Frage sozialdarwinistisch. Aufgabe von Linken ist es deshalb, die Gleichwertigkeit aller Menschen und das Lebensrecht aller zu betonen.

Man findet in Kommentaren von Linken, etwa zu den Äußerungen von Boris Palmer (Menschen wären „sowieso bald gestorben“) einen radikalen Humanismus, der an sich legitim und begrüßenswert ist. Fast jeder kennt ältere und kranke Menschen, um deren Leben er sich sorgt und deren Lebensrecht er — trotz gesundheitlicher Einschränkungen — niemals in Frage gestellt sehen will. Und in der Tat neigen Rechte zur Hierarchiebildung — in extremen faschistischen Ausprägungen sogar zur Unterscheidung zwischen lebenswertem und unwertem Leben.

Linke dagegen betonen die Solidarität auch und gerade mit Schwächeren, den Aspekte der Gleichheit und Gleichwertigkeit — mag es sich um Unterschiede der Hautfarbe, der Nationalität, der Religion, des Geschlechts oder auch des Alters und Gesundheitszustands handeln. Auf dieser Grundlage wird eine frühe Beendigung des Shutdowns – oder gar die Forderung, es hätte einen solchen gar nicht geben sollen — von Linken oft radikal abgelehnt. Wer ungehemmten Kontakten zwischen Menschen das Wort rede, befürworte „Natürliche Auslese“, also das Überleben der Gesunden und Starken. Alte und Schwache würden durch eine sich ungehindert ausbreitende Pandemie ausgesiebt. Daher blieben strenge Kontaktbeschränkungen notwendig oder müssten sogar noch verschärft werden.

Es ist im Prinzip gut, wenn sich Corona-Skeptiker diese besondere Sensibilität vieler Linker gegenüber inhumanen und diskriminierenden Narrativen zu Herzen nehmen. Selbst Andeutungen, um bestimmte Personengruppe sei es „nicht schade“, sollten sich verbieten. Dennoch ist es aber natürlich falsch, anzunehmen, nur eine möglichst lange andauernde Unfreiheit könne „sozialistisch korrekt“ sein. Wer die rigiden Maßnahmen der Regierung kritisiert, durch welche Menschen seelisch misshandelt und Existenzen vernichtet werden, befürwortet deshalb keine Euthanasie für die Schwachen in der Gesellschaft.

Depressive, einsame, behinderte Menschen — auch Alte — leiden ja besonders unter den Maßnahmen. Ihr Risiko, an den Kollateralschäden der Corona-Krise zu sterben, ist höher als bei Gesunden. Denken wir an KleinunternehmerInnen, VerkäuferInnen, prekär Beschäftigte, an Alleinerziehende und Vereinsamte — sie alle gehören zum typischen „Klientel“ der Linken. Ihnen allen täte eine komplette Aufhebung der Lebensbehinderungen durch die Corona-Maßnahmen gut.

Corona-Skeptiker sehen in der Vermeidung von Virus-Infektionen nicht die einzige, nicht einmal die größte Aufgabe der Gesundheitsvorsorge. Das unterscheidet sie von Menschen, die monomanisch die Kontakte zwischen potenziellen Krankheitsüberträgern beschränken wollen.

Corona-Skeptiker haben ein Herz für die Opfer übertriebener „Eindämmungsmaßnahmen“. Sie glauben zugleich, dass das Risiko an Corona zu sterben weitaus geringer ist als uns Medien und etablierte Politik glauben machen wollen. Mit „Sozialdarwinismus“ hat das nichts zu tun.

Linke sind in der Pflicht, für sozialen Ausgleich zwischen Arm und Reich zu sorgen. Ist dieser gewährleistet, kann der Freiheitsaspekt vernachlässigt werden.

An diesem Punkt müssen wir über Prioritäten sprechen. Viele Linke haben nichts gegen die Freiheit. Diese erscheint ihnen aber eher als eine Art Sahnehäubchen — schmackhaft, aber auch entbehrlich  — sobald „höhere Werte“ dagegenstehen. Die Hauptfreiheit, die es für Sozialisten zu erkämpfen gilt, ist die des Arbeitenden von Ausbeutung und Existenznot. Überspitzt ausgedrückt: solange ein Arbeitnehmer gut bezahlt wird, ist es zweitrangig, ob er nach der Arbeit von einem Polizisten schikaniert wird, nur weil er die Corona-Abstandsregeln vernachlässigt hat.

Was bei dieser Argumentation übersehen wird, ist die Tatsache, dass Freiheitsentzug, Entwürdigung und Ausbeutung schon immer Hand in Hand gingen. Sie sind quasi aus dem gleichen Holz geschnitzt. All diese Arten von Fehlverhalten beruhen auf der groben Missachtung der Rechte von Schwächeren, die einem Stärkeren — zum Beispiel Polizisten oder Unternehmer — „unterstellt“ sind. In der Geschichte der Sklaverei hat Unfreiheit — etwa die Einschränkung der Bewegungsfreiheit — erst die Grundlage geschaffen für Ausbeutung. Unangemessene Strafen dienten und dienen der Brechung des Eigenwillens der Bestraften mit dem Ziel, sie in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen für die Mächtigen leichter handhabbar zu machen. Freiheitsthemen und soziale Themen sind daher so eng miteinander verflochten, dass es ein grober Fehler der Linken wäre, so zu tun als ginge sie die Freiheit nichts an.

Freiheit ist durch den Wirtschaftsliberalismus obsolet geworden. Linke präferieren insofern eher einen wohlwollenden Autoritarismus.

Freiheit des Kapitalflusses, Freiheit des Marktes, freie Vertragsgestaltung zwischen Unternehmern und Angestellten… Diese Freiheiten haben im Kapitalismus solche Verwüstungen angerichtet, haben vor allem den sozial Schwachen derart geschadet, dass die Freiheit bei Linken nicht unbedingt ein gutes Image hat. Die identifizieren Freiheit vielfach eher mit Christian Lindner, mit den „Freiheitlichen“ Österreichs oder mit den Gräueln des Neoliberalismus, der den Globus durch die Entfesselung von Marktkräften seit Jahrzehnten in Atem hält. Freiheit in diesem negativen, neoliberalen Sinn, hilft nur den Starken und Durchsetzungsfähigen. Die Schwachen dagegen brauchen einen starken Staat, der die unternehmerische Freiheit durch Gesetze und Vorschriften einschränkt. Gegen das in einer deregulierten Wirtschaft herrschende „Gesetz des Dschungels“ ist offenbar der Zwang das einzig wirksame Gegenmittel.

Natürlich gehen Linke aber mit ihrem antiliberalen Kurs mitunter zu weit. Dann nämlich, wenn sie das Kind der bürgerlichen Freiheiten mit dem Bade des Wirtschaftsliberalismus ausschütten. Bürgerliche Freiheiten bleiben notwendig, um Arbeitnehmerrechte mittels Demonstrationen und Streiks durchzusetzen. Der Corona-Shutdown hat vor allem auch die Situation der Arbeitenden verschlechtert. Weil Streiks in der Zeit von Social Distancing kaum möglich waren. Weil sich Firmenpleiten häuften, Arbeitsplätze wegbrachen und sich die Konkurrenzsituation zwischen Arbeitsuchenden somit verschärft hat. Linke, die sich in der Corona-Krise als „Muttis Lieblinge“ anbiedern, beachten diese Aspekte zu wenig.

Die Linke verhält sich skeptisch gegenüber irrationalen Konzepten, so auch gegenüber alternativer und ganzheitlicher Medizin. Daher neigen Linke dazu, schulmedizinischen Experten bedingungslos zu vertrauen.

Viele Linke sind irreligiös und religionskritisch eingestellt. Nach dem Motto „Uns rettet kein höheres Wesen“ richten sie ihren Fokus ganz auf das Diesseits und auf den dort auszufechtenden Kampf um gerechtere Produktionsbedingungen. So sagte Lenin: „Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen.“ Alle Arten von „Esoterik“ sind Linken ein Graus. Dafür habe ich bei den meisten Erscheinungsformen von Esoterik Verständnis – allerdings wird der Begriff vielfach zu weit gefasst. Schon ein ganzheitliches Menschenbild und daran anknüpfende Methoden der „Alternativmedizin“ können dem Spott der säkularen Linken zum Opfer fallen. Stattdessen halten die meisten Linken am mechanistischen Weltbild des schulmedizinischen Mainstreams fest und sind vermutlich deshalb geneigt, seriös auftretenden Wissenschaftlern wie Christian Drosten zu glauben. Wer glaubhaft machen kann, „Vernunft“ und „Wissenschaft“ zu verkörpern, kann auf die Gefolgschaft von Linken bauen.

Nicht nur Religion im engeren Sinn, auch alles andere, was im Geruch des „Irrationalen“ steht, hat Linke gegen sich. Mit „Verschwörungstheorien“ braucht man den meisten deshalb nicht zu kommen — nicht einmal, wenn sie wahr sind. Und auch dann nicht, wenn ihre Stoßrichtung klar antikapitalistisch ist. Verschwörungstheorien erscheinen Linken zu verschwommen, zu zwielichtig. Damit werden geistige Suchbewegungen, die die Wahrheit zwar nicht besitzen, sich ihr aber anzunähern versuchen, in linken Diskursen oft von vornherein unterbunden. So widmete sich die Plattform „Psiram“, die früher „Eso-Watch“ hieß, zunächst vor allem spirituellen Glaubensvorstellungen. In jüngerer Zeit nahm sie jedoch verstärkt politisch Einfluss, indem sie unter dem Label „Verschwörungstheorien“ gegen alternative Deutungen nichtöffentlicher politischer Vorgänge Stellung bezog.

Der angepasste Umgang der Partei „Die Linke“ mit der Corona-Krise ist in diesem Zusammenhang also in zweierlei Hinsicht folgerichtig: Erstens ist die Abneigung gegen Irrationalität und „Verschwörungstheorien“ bei Linken offenbar tiefer verwurzelt als jene gegen überschießenden Staatsautoritarismus, wie er sich in den „Corona-Maßnahmen“ zeigt. Zweitens folgt die Logik der Kontaktvermeidung in Bezug auf das Virus der gleichen mechanistischen Logik, der viele Linke auch sonst anhängen. Eine ganzheitliche Betrachtung des Krankheitsgeschehens, wie es etwa von der Psychoneuroimmunologie vertreten wird, kommt ihnen bereits zu „esoterisch“ vor. „Dialektischer Materialismus“ ist eben auch Materialismus. Daran können schulmedizinische Narrative problemlos andocken. In den Mainstream-Medien verbreitete Feindmarkierungen — „Esoteriker, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Spinner und Querfrontler“ — sind absolut kompatibel mit den Ritualen der Feindschaftspflege, die bei vielen Linken gängig sind.

Werden politische Positionen von „Rechten“ übernommen, wenden sich Linke radikal ab.

Hier zeigt sich ein Phänomen, das Elias Davidsson in seinem Artikel schon angedeutet hat: Neben einem hohen Grad an Geschichtsbewusstsein — bezogen vor allem auf die katastrophale Rolle, die antisemitische Verschwörungstheorien während der Hitler-Diktatur gespielt haben — ist auch der Wunsch, sich vom modernen Rechtspopulismus abzugrenzen, entscheidend für das Verhalten der Linken in der Corona-Frage. So sind unsympathische, rechte Politiker wie Trump und Bolsenaro eher „Abwiegler“, die versuchen, Corona „herunterzuspielen“. So stellt es sich jedenfalls aus der Perspektive des bei uns herrschenden Corona-Narrativs dar. In der zweiten Phase des Shutdowns gesellten sich Politiker der AfD zum Lager der Corona-Skeptiker. So beklagte Björn Höcke, dass man „einem gesamten Land eine Coronastarre zwangsverordnet hat“. Und Alexander Gauland lobte die Demonstrationen: „Es ist völlig richtig, dass Menschen ihre Grundrechte wahrnehmen und gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren.“

Es steht für mich außer Frage, dass die genannten Personen als Verbündete im Kampf für Freiheitsrechte unglaubwürdig sind. Sie pflegen sie neben ihren xenophoben Reflexen ein autoritäres Staatsverständnis und haben in einer Bewegung für Freiheit und Grundrechte nichts verloren. Warum die AfD in jüngerer Zeit Corona-skeptisch geblinkt hat, kann ich in diesem Rahmen nicht näher untersuchen. Entscheidend ist aber: für viele Linke ist Kritik an den Corona-Maßnahmen durch den Zuspruch der „Rechten“ quasi kontaminiert. Nicht wenige Antifaschisten lehnen die Idee ab, es könne richtige Aussagen von falschen Personen geben. Überspitzt gesagt: Würde jemand von der AfD behaupten, die Sonne ginge im Osten auf, so mancher Linker würde dies vehement als Naziideologie leugnen. So kam es bei Linken, die ja von Anfang an eher zur Merkel-Linie tendiert hatten, mit dem Bekanntwerden der Corona-skeptischen Äußerungen von AfD-Politikern nochmals zu einer Absetzbewegung von jeder Art der Kritik am „Shutdown“ und den Grundrechtseinschränkungen in Verbindung mit Corona. „Anständige“ Linke waren spätestens jetzt dagegen – d.h. für die Regierungslinie.

Ich betone, dass Antifaschismus richtig und notwendig bleibt. Auch radikaler Antifaschismus, da Faschismus eine radikal inhumane Weltanschauung ist. Eine Mindestvoraussetzung für wirksamen Antifaschismus ist allerdings, dass es sich bei den Personen, die man bekämpft, tatsächlich um Faschisten handelt. Diese Voraussetzung ist nicht mehr gegeben, wenn sogar Menschen, die sich mit dem Grundgesetz in der Hand auf Plätzen versammeln, um gegen die massiven Einschränkungen der Bürgerrechte zu demonstrieren, in die Nähe von „Nazis“ gerückt werden. Personen wie Attila Hildmann, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder allzu wirre Narrative vertreten, sollten von der Freiheitsbewegung nach Möglichkeit ferngehalten werden, denn dort gehören sie definitiv nicht hin. Die Probleme der Abgrenzung zeigen sich allerdings eher in der Praxis, denn es ist schwer, missliebige Personen konsequent fernzuhalten. Und jeder „Ausrutscher“ ungebetener Gäste bei Corona-Demonstrationen wird vom Mainstream begierig aufgegriffen und publizistisch ausgeschlachtet.

So weit mein kleiner Überblick über linke Narrative, die zu deren erstaunlich regierungstreuer Haltung in der Corona-Frage beigetragen haben könnten.

Der Weg in die politische Heimatlosigkeit

Mit der derzeitigen „Linie“ der Linkspartei und auch anderer Gruppierungen des gemäßigten und radikalen kapitalismuskritischen Spektrums gehen leider erhebliche Risiken für das poltische Geschehen als Ganzes einher. Diese Entwicklungen müssten speziell auch Antifaschisten beunruhigen.

Welche Folgen kann es haben, wenn eine Linke auf Kipping-Kurs eher „eingebettet“ wirkt und ein offenbar völliges Desinteresse an Freiheitsrechten zur Schau trägt? Durch den Kuschelkurs mit der rechten Mitte, insbesondere durch das Einknicken in Fragen der „Sicherheit“ und den Ruf nach einem starken Staat, besteht die Gefahr, dass die Linke für Bürger nicht mehr unterscheidbar und wiedererkennbar ist. Die Freiheit, die nach SPD und Grünen nun auch von der Linken zurückgewiesen wurde, ist spätestens mit dem Jahr 2020 im deutschen Parlament nicht mehr vertreten. Rechte und neoliberale Kräfte sind ja mit libertären Ansichten erst recht nicht glaubwürdig. Dennoch besteht die Gefahr, dass politisch heimatlos Gewordene zur AfD oder zur FDP abwandern, wenn diese mit Corona-skeptischen Ansichten locken. Die Bedeutung des Themas „Corona“ ist für viele überragend. So mancher Unzufriedene könnte da seine Bedenken bezüglich der problematischen Politik dieser Parteien in den Wind schlagen.

Für die anderen, die den Weg nach rechts in keinem Fall gehen wollen, bleiben als „Zukunftsperspektive“ Politikverdrossenheit, Nicht-Wähler-Verhalten und politische Heimaltlosigkeit. Eine weitere Möglichkeit wären neue Parteigründungen. Wegen des Versagens und der mangelnden Zugkraft der Linken könnten sich neue Formationen jedoch als „rechtsoffen“ erweisen. Zumindest ist zu erwarten, dass sie von Linken in diese Ecke gestellt werden. Alte und neue politische Kräfte – obwohl sie vielleicht kapitalismuskritische Grundüberzeugungen teilen – könnten einander in Kleinkriegen und gegenseitigen Schuldzuweisungen aufreiben. Die Tatsache, dass die Linke die Freiheit in der Corona-Frage preisgegeben hat, bewirkt nach dem Auseinanderbrechen der Ersten Internationale im Jahr 1872 eine nochmalige Trennung zwischen sozialistischen und libertären Strömungen. Eine Wunde klafft, die schwer zu heilen sein wird. In Abwandlung eines Spruchs von Willy Brandt könnte man auch sagen: Es driftet auseinander, was zusammengehört.

Biedermännischer Furor

Von einer neuen, wirksamen Freiheitspartei, die nicht rechtsgerichtet wäre, können wir derzeit nur träumen. Eine leider nicht unwahrscheinliche künftige Entwicklung bestünde in einem noch weiter gehenden Bedeutungsverlust der libertären Denkweise. Im Extremfall droht ein Verschwinden der Freiheit mangels Interesses der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung, einschließlich der Linken. So verfasste Birthe Berghöfer für „Neues Deutschland“ eine Liebeserklärung an Verbote und Regulierungen: „Es braucht einen belehrenden Staat, es braucht ‚Verbotsparteien‘ und vor allem mehr Verbote.“ Alles das wird gut begründet, z.B. mit Nichtraucherschutz. Dennoch befremdet der biedermännische Furor, der sich auch und speziell in der linken Szene breit macht, wenn irgendjemand es wagt, Regeln zu übertreten. Selbst wenn diese Regeln von denselben Politikern stammen, die auch für Kriege, eine ungerechte Vermögensverteilung und Privatisierungen verantwortlich sind.

Wir können beobachten, dass sich junge Menschen meist über Regeln aufregen und den autoritären Anspruch der Regelmacher als anmaßend empfinden; mit dem Älterwerden verlagert sich dann häufig der Schwerpunkt: die erfolgreich „Sozialisierten“ regen sich hauptsächlich über Regelübertretungen auf. So gesehen, ist der Alterungsprozess der Linken schon weit fortgeschritten. Eine Mentalität der Übervorsicht, eine Kulturdominanz der Feigheit deutet sich an. Wir verwandeln uns in eine Gesellschaft, die in dem Versuch, selbst unwahrscheinliche Lebensrisiken vorausschauend auszuschalten, das Leben selbst verfehlt. Dieses bleibt ja naturgemäß immer ein Stück weit chaotisch und unberechenbar. Wir entwickeln uns zu einer Menschheit, die sich in der Umhegung eines von Regeln und Verboten beherrschten Menschenparks wohler fühlt als in der „Wildnis“ ungeahnter Möglichkeiten und Gefahren. Einer Menschheit, die ihren Freiheitsanspruch an der Pforte zur gelenkten Fassadendemokratie abgegeben hat und seinen Staat um fürsorgliche Bevormundung anfleht.

Gut gefütterte Gefängnisinsassen

Vielleicht ist es tatsächlich ein Missverständnis, wenn viele von uns noch der Idee nachhängen, die Linke habe irgendetwas mit Freiheit zu tun. Die parlamentarische Linke — und dies gilt nicht erst seit der Parteigründung 2007 — sieht es nicht als ihre Aufgabe an, die Menschen in die Freiheit zu führen; allenfalls versucht sie eine notwendige relative Unfreiheit sozial abzufedern. Die Linke organisiert nicht den Ausbruch aus dem Gefängnis; sie trägt Sorge, dass es bei der Verteilung der Essensrationen an die Insassen einigermaßen gerecht zugeht. Niemand in der organisierten Linken will das Pferd abzäumen, damit es frei auf der Weide herumspringt — man möchte ja irgendwann einmal selbst die Zügel ergreifen, und dafür erscheint es hilfreich, dass das Tier von seinen Vorbesitzern gut zugeritten wurde.

Wenn wir also frei sein wollen — freier zumindest —, müssen wir das schon selbst bewerkstelligen: gegen jede Macht, mag sie von rechten Kräften, aus der Mitte oder von einer eingebetteten Linken repräsentiert werden. Nichts hält einen notwendigen Prozess der Befreiung wirksamer auf als das vergebliche Hoffen auf die Hilfe falscher Freunde. Fassen wir also die Wahrheit ins Auge: Wir müssen es selbst tun, oder es wird nie geschehen.

 

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    Henry Royeck
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    Frei, freier zumindest… heisst also, die Gesichtsmasken niedergekämpft (u. a. unter Berufung auf Wilhelm Tell, der wohl genau so wenig existiert hat wie ein gewisser Jesus von Nazareth), alle Maßnahmen der Täter (?) beseitigt; die sog. Linken (ich bin einer davon) nieder gerungen und auch die Rechten und die Liberalen abgeschüttelt auf den Wiesen und in den Wäldern herumspringend; alle auf mus endenden Ideologien und Begriffe hinter uns gelassen habend (wobei ich für Apfelmus und Orgasmus durchaus noch gewisse Sympathien hege): schön so.

    Dumm nur, wenn dann wir und viele andere vom Virus bzw. vielen anderen Viren und Bakterien befallen werden, krank werden und etliche von uns sterben. Aber wir sind frei, also ist es ein schöner Tod. Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt ist voller Feinde. Nur das Corona-Virus gehört nicht dazu. Ganz ehrlich, wenn die Welt eine Fussballmann(und frau-)schaft wäre, hätte ich gerne mindestens zwei Drittel davon ausgewechselt. Und ich frage mich, mit welchem Ziel und welchen Einstellungen und Erkenntnissen solche Artikel geschrieben werden.

    Wenn die Gesichtsmasken nicht empfohlen bis vorgeschrieben wären, hätte ich mir von mir aus welche besorgt und viele andere Maßnahmen auch von selbst ergriffen. Gerade weil mein Kopf und Verstand klar sind und ich frei entscheide. Und das als alter Linker, Sozialist, meinetwegen Kommunist. Frei von jeglichem Spirituellem, Esoterischem und gut durchgeimpft. Hoffentlich gibt es bald Impfstoffe und Gegenmittel ohne gravierende Nebenwirkungen. So kann wohl das Corona-Virus irgendwann in den Griff bekommen werden. Mit der menschlichen Verwirrtheit gestaltet sich das sicher schwieriger.

    Henry Royeck (Kassenwart und Vorstandsmitglied im IHW und somit Mit-Herausgeber der Seiten HdS)

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      Die A N N A loge
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      Vielen Dank für Ihren erfrischenden Kommentar Herr Royeck!!! Ich stimme Ihnen zu.

      Bleiben Sie gesund!

      Herzliche Grüße,

      BB

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      Juergen W
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      Henry, nichts, wirklich nichts deutet derzeit daraufhin, dass Corona der Menschheit ausufernden Schaden zufügt. Die Maßnahmen aber schon, weltweit! Auch gesellschaftlich. Der Standardsatz Ihrer Corona-Fraktion lautet immer: „Diskutier mit wem du willst, nur nicht mit mir. Basta!“. Es folgen dann allenfalls die üblichen Narrative. Bestenfalls. Dem Ansatz von RR stimme ich also voll zu.

      Wir müssen endlich miteinander reden!

      Angesichts der extrem zugespitzten politischen Lage fürchte ich, dass Sie Ihr konformistisches Statement in spätestens einem Jahr bitter bereuen werden.

      Ich beobachte das Wirken des NeoLiberalismus schon lange und wiederhole mich (un)gern: Die alte Linke ist zur neuen Rechten geworden. Leider!

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        Karola
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        @Juergen W: ‚die alte Linke ist zur rechten Seite gewandert! ….dem stimme ich zu! Immer wieder haben sich Rechte bei den Linken Ideen, Aktionen, Politiken bedient, um sie für sich gebrauch-bar zu machen…… Heute bedienen sich diese WendeLinken unglaublich krass der Mittel der Rechten! Diese LinksRechten (links blinken, recht abbiegen) sind aus meiner Sicht ein langer Prozess, der mit dem ’68 Durchmarsch durch die Institutionen‘ begann!

        Die Mittel der Rechten wurden massivst unter SchröderFischer angewandt….. und sind immer mehr in die Köpfe auch der regierungshörigen Institutionen gekrochen!

        (Und die größten Zerstörer des ‚Linken‘ sind die Grünen! Sie predigen Sonntags ‚Heil und Segen‘ und arbeiten Montags bis Samstags knallhart an ‚Maßnahmen‘! Von daher passen sie super zur CDUCSU: es kommt zusammen was zusammen gehört!)

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      Freiherr von Anarch
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      Als ‚ordentliches‘ Mitglied des IHW und damit Mitherausgeber des Magazins HdS stelle ich hiermit den Antrag auf Radikalisierung dieses Mediums, in Form eines AUFRUFES ZUM GENERALSTREIK dieser diktatorisch-faschistischen BRD als Staatsform und insbesondere gegen deren Maßnahmen im Zusammenhang mit einer politisch erwirkten Pandemie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch diese Regierung selbst.

      Ich bitte den Vorstandsvorsitzenden der IHW um Eingangsbestätigung meines Antrages.

      Freiherr von Anarch

      Octobris, den 17. im Jahre 2020

       

       

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        Die A N N A loge
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        Von einem Generalstreik wird sich der Covid-19 Virus nicht einschüchtern lassen.
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      A.K.
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      Seit März recherchiere ich, lese viel. Ich habe Masken nach Anleitung der Feuerwehr Essen genäht, und mich über Leute aufgeregt, die die Abstandsregeln nicht einhielten.

      Doch als alle Versammlungen pauschal verboten wurden, kam Skepsis auf.  Und als die Zahl der positiv getesteten  und an/mit Gestorbenen (meines Erachtens sind diese Zahlen mit einer zweifelhaften wissenschaftlichen Grundlage behaftet, milde ausgedrückt) herunterging, schätzte ich das Virus als ein saisonal auftretendes ein. Leider teilten die Regierenden, Medien, Mainstream meine Einschätzung nicht. Man hätte den Sommer nützen könnne, und das Geld statt in sinnfreie Tests und Kontrollmaßnahmen investieren können um sich auf den Winter vorzubereiten. Die nächste Grippewelle kommt, und ob der diesjährige Impfstoff gut ist wird sich erst hinterher rausstellen. Und auch Sars Cov 2 wird wahrscheinlich eine Rolle bei Atemwegserkrankungen spielen. Doch Angst schwächt. Wenn ich glaube, jemand könnte nur im Vorübergehen mich mit einem hochgefährlichen Virus  infizieren, dann habe ich Stress. Umso mehr wenn ich dicht an dicht im Bus, in der U.oder sbahn sitzen muss. Doch selbst die Warn app arbeitet mit Kontakten länger als 15 Minuten. Und dann ist da noch die fehlende Evidenz, bzw. fehlende Forschung z.B. in Bezug auf Nutzen/Schaden von OP Masken oder gar Textil masken. Diese gibt es nur im medizinischen Bereich. Doch was passiert, wenn eine Maske mehrere Stunden getragen wird, und wie  wirkt sich das auf die Konzentrationsfähigkeit  und Psyche aus, welche Menschen grenzt man da wieder aus?

      Für Kinder sollte sich das Maske tragen verbieten. Ebenso für BusfahrerInnen usw. Für Pflegende , die sachgerecht mit Masken umgehen macht es Sinn.

      Doch sind das nicht die Hauptgründe , warum ich die getroffenen  Maßnahmen für schädlicher halte als das Virus, sind die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Sterbende Angehörige nicht besuchen zu dürfen, Frisch Operierte nicht trösten zu dürfen,  Gefangene in ihren Zellen zu isolieren…Assange im Glaskasten, Flüchtlinge auf der Straße, alles wegen positiver Tests.

      Der Sommer hätte genutzt werden können um strukturelle Probleme anzugehen. Die Pflege und Gesundheitsvorsorge verbessern…aber nein Geld fließt in Apps, Pharma, Militär, usw. .

      Die einseitige Berichterstattung arbeitet viel mit Prognosen und Hypothesen, die als wahr und wirklich dargestellt wird, Die Folgen der Maßnahmen werden als Folgen des Virus dargestellt. Von dem Elend in Indien, Afrika usw. will ich garnicht erst anfangen.

      Und ich unterstelle unseren Regierenden dass sie all die unsinnigen drangsalierenden Maßnahmen verordnen, weil das momentan noch Stimmen bringt. Doch wie lange noch werden sich die Widersprüche mit Angst und Panik deckeln lassen?

      Ich finde es erbärmlich dass die unterschiedliche Einschätzung der Bedeutsamkeit eines Virus dazu führt, dass sich Menschen sogar hier bei HdS gegenseitig zum Psychiater schicken! Take the red pill or the blue one?

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        A.K.
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        Dachte mein erster Kommentar wäre verschwunden … sorry. mein Wlan schaltet um 22-00 Uhr ab, und er war weg. daher die Wiederholungen.
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    Henry Royeck
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    Lieber Freiherr von Schnarch.

    Diktatorisch-faschistische BRD…, politisch erwirkte Pandemie… wenn du noch nicht in psychologischer Behandlung bist, begebe dich bitte (nicht über Los) umgehend dorthin.

    Hast du als ordentliches Mitglied schon einmal einen Jahresbeitrag in Höhe von 60 Euro beim IHW bezahlt? Als Kassenwart gefragt.

    Kurze Anmerkung zu Jürgen W.: Nichts, aber auch gar nichts… Tote und Kranke sind in diesem Nichts also inbegriffen. Sie sind wohl auch nicht voll bei Bewusstsein und ich werde weder in einem noch in späteren Jahren irgendwas von meinen Einstellungen bereuen. Höchstens, dass ich meine spärliche Lebenszeit manchmal damit vergeude, gegen all die Wirrnis in den Köpfen anzuschreiben.

    Henry Royeck

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      Freiherr von Anarch
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      Danke Ulrike !

      soulmate in resistance…

      Und du Henry !? – bist du schon in Behandlung ? – oder wie kommts sonst zu so einer schwachen geistigen Leistung wie hier in deinem gehässigen Kommentar mir gegenüber ?

      Mal noch gnädig abgesehen von deiner Schweigepflicht und deiner Verantwortung als Kassenwart der IHW, –

      hast ja du selbst mir per mail bestätigt dass ich als Armutsrentner zu keinem Beitrag verpflichtet bin ( eine tolle Tatasache dieses Vereins ) und trotzdem habe ich einen Minimalbeitrag überwiesen, auch versprochen ab und an einen weiteren kleinen zu geben, wenn ich eben kann. Wie ich inzwischen erfreulich erfahren habe, bin ich trotzdem ein vollwertiges Mitglied und ebenso erfreulich – in einem wirklich demokratischen Verein und mochmal sehr bemerkenswert – auch als Anarchist voll anerkannt…

      Dieser Verein also ist tatsächlich initiativ human !

      Du scheinst nun da aus der Reihe zu tanzen…

      whatever – deine Überzeugung oder Haltung in diesen diktatorisch-faschistischen Zeiten soll deine bleiben und freiwillig kannst du Masken tragen so viele wie es dir gefällt,

      andere wehren sich gegen diesen staatsterroristischen Zwang, gegen die Entmündigung der Bürger mittels totalitärer Politik, was übrigens Faschismus bedeutet.

      Und – mein Antrag ist ein ernstgemeinter, so beabsichtigter und sogar ‚formell‘ richtig gestellter – und ich bin sehr zuversichtlich dass der Vorstandsvorsitzende der IHW mir den Eingang dieses Antrags bestätigen wird, sei es nun hier oder per mail an mich selbst.

      Bleib gesund, Henry – trotzalledem – vor allem im Kopf !

       

       

       

       

       

       

       

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        Holdger Platta
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        Auch wenn mein Kommentar den einen oder die anderen überraschen mag:

        So negativ finde ich diese kontroverse Debatte über den Beitrag von Roland Rottenfußer nicht.

        Die Tatsache, daß alle diese Beiträge hier erscheinen können, zeigt – immerhin das -, daß ein freie Diskussion zum Thema „Corona“ (und vor allem: Maßnahmen gegen „Corona“) bei uns auf HdS wieder möglich ist. Mehr als über zwei Monate – von Anfang Juni bis fast Mitte August – war dieses nicht möglich gewesen.

        Dabei finde ich: je sachlicher, argumentativer und belegter diese Aussprache erfolgt, desto besser für diese Diskussion. Je individuell-beleidigender das passiert, desto mehr schaden wir uns alle damit.

        Es lebe also eine Toleranz,die auch im Stil der Debatte Toleranz zu wahren weiß. Es ehrt die HdS-LeserInnen, es ehrt auch HdS selbst!

        Holdger Platta

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      Juergen W
      Antworten
      Was soll`s Henry, bei vollem Bewusstsein bitte ich Sie, mir, uns Kritikern zu belegen, dass eine Übersterblichkeit durch Corona eingetreten ist. Tun Sie Ihr Bestes!
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      A.K.
      Antworten
      Ich bin keine Medizinerin. Ich habe im April Masken genäht (doppelt, kochfest zweischichtig nach Anleitung der Feuerwehr). Eine schützende Wirkung erschien mir plausibel. Doch als die Erkrankungszahlen runtergingen, war ich ziemlich schnell der Meinung, dass es A) sehr sehr wahrscheinlich ein Virus ist, dass saisonal sein Unwesen treibt und B) dass die Maßnahmen zur Bekämpfung erheblich mehr Schaden anrichten. Und dass sie ganz und garnichts mit der Gesundheit und erst recht nichts mit Wohlbefinden zu tun haben, sondern politisch motiviert sind. (Bundeswehr im Innern…Aplaus Aplaus, Tracking…Apllaus Apllaus…. Alte Kranke, Vorererkrankte, GEhandicapte , KnastinsassInnnen…Assange im Glaskasten, Flüchtlinge auf LEsbos auf der Straße im Freien tagelang, ohne Wasser, ohne Klo, ohne Dach…achja das Virus ist schuld. Mit welcher Arroganz wir hier auf unserer FEstung Europa mit der PAndemie umgehen und was wir uns auch noch als Sahnehäubchen obendrauf gegenseitig zuj Psychiater schicken…Was für eine MAcht soll diesem ERREGER eigentlich noch eingeräumt werden.
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    Christian Meissner
    Antworten
    Danke für den Artikel. Vor allem das Schlußwort sei jedem ins Stammbuch gemeißelt. Eigenverantwortung läßt sich nicht deligieren. Schon gar nicht an Linke. die in der Zerstörung bisheriger Strukturen eine Chance sehen für gesellschaftliche Veränderungen hin zu einer gerechteren Welt. Gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker marschieren sie wie das WEF in der Annahme, nur aus Trümmern der alten läßt sich eine schöne neue Welt aufbauen. So haben beide vorgeblichen Widersacher ein gemeinsames Interesse an der Aufrechterhaltung einer Bedrohungslage. Sowie an die politisch indizierte Maskenpflicht und all den gesundheitsschädlichen Maßnahmen angeblich „wg. Covid“. Hand in Hand zersetzen sie Gesellschaften, zerstören Existenzen und nehmen tödliche Kollateralschäden billigend inkauf. Die Linke in der Hoffnung, sie steige später als erste aus dem Tal der Finsternis. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie im selbst gegrabenen Morast stecken bleiben wird. Da gehört sie auch hin; wenn sie sich an die derzeit weltweiten Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt.
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    Ulrike Spurgat
    Antworten
    Hallo Henry R0yeck,

    was ich als LINKE als M/L um es ganz klar zusagen nicht in Ordnung finde ist die Tatsache, dass sie den Freiherrn hier vorführen. Dass geht unter die Gürtellinie !

    Und mich beschämt das sehr !

    In dieser unsicheren und schwierigen Zeit in der viele Menschen leben ist es wichtig, dass man solidarisch bleibt und nicht den „Falschen“ ans Bein pinkelt.

    Bei der „Graswurzel“ stehe ich selber mit 60,- Euro in der „Kreide“. Auweia, wenn die auch so wie ein „Gerichtsvollzieher“ die Ecken rum kommen.

    Bei den Schlagzeilen schreibe ich wenn nur noch gelegentlich.

    Das ist solch eine Gelegenheit.

    Wie sie sich positionieren ist einzig und alleine ihre Angelegenheit. Ich erkenne  vieles anders als das was Roland R. oder  die meisten anderen Kommentatoren hier schreiben.

    Man kann sich hart auseinandersetzen dafür bin ich immer zu haben.

    Und wenn man mit vielem nicht übereinstimmen kann aus der eigenen Geschichte und der eigenen Überzeugung heraus dann geht man. Und das ohne Groll.

    Insbesondere habe ich in der doch recht kurzen Zeit hier bei den Schlagzeilen den Freiherr schätzen gelernt und „ins Herz“ geschlossen.

    Umso mehr trifft mich diese Beleidigung.

    Eines Linken muss ich erwarten können, dass er die Notlage Tausender von Menschen in diesem Land sieht und anerkennt. Da ist solch ein Tritt in die Magengrube unwürdig. Und das versteht sich von selbst.

    Er hat solidarisch zu sein.

    In diesem Sinne, Ulrike

     

     

    • Avatar
      Piranha
      Antworten
      Liebe Ulrike,
      hab Dich schon vermisst und Deine qualifizierten Kommentare, aus denen sich stets etwas lernen lässt.
      Ich stimme Dir zu darin, dass wir nicht aufhören dürfen miteinander zu reden. Dass die Freiheit des Wortes bei HdS hochgehalten wird, sehen wir einmal mehr an den Kommentaren von Henry Royeck und Bettina.

      Der Angriff auf den Freiherrn – auch darin stimme ich Dir zu, ist einfach unlauter (Ist der Begriff „Lauterkeit“ eigentlich aus der Mode gekommen?) .

      Und dann darf ich zur – hoffentlich – großen Beruhigung von Henry und allen, die Angst vor einem Virus haben sagen, dass das Infektionsgeschehen weniger dramatisch ist, als man uns glauben machen möchte, und Viren zur menschlichen Existenz genauso gehören wie Bakterien, wobei letztere ungleich größer sind und manche von ihnen im Körper äußerst wichtige Funktionen übernehmen wie beispielsweise Bifidabakterien im Darm, ohne die es kein funktionierendes Immunsystem gäbe.

      Und für alle, die in Niedersachsen leben: mit Datum vom 16.10. meldete das RKI

      4.167 Fälle: das sind bei einer EW-Zahl von 7.993.608 gerade mal 0,05 %
      Für den Landkreis Göttingen: 53 Fälle bei EW-Zahl von 306.041 = 0,02 %

      Für die Stadt Göttingen: 17 Fälle bei 118.911 EW = 0,01%.

      Vergleiche auch hier: https://www.landkreisgoettingen.de/pics/medien/1_1602840311/2020_10_16_PM_Corona_Fallzahlen.pdf

      Also da müsste Carina sich schon sehr anstrengen, euch ein Leid zuzufügen, nicht wahr? 😉

      • Avatar
        Die A N N A loge
        Antworten
        Hallo Piranha,

        ich möchte deine Berechnungen für den Raum Niedersachsen /Göttingen nicht schlecht reden, doch sie verkennen eine Tatsache : das Ansteckungsgefährdungspotential. Je höher die Dichte der Neuinfektionen sind, desto exponentieller nach oben fällt die weitere Ansteckung aus, sofern man keine Maßnahmen trifft, die den Kontakt nicht infizierter untereinander auf ein Minimum reduziert. Die Tendenz der Infektionenszahlen wird über die Inzidenzzahl (Zahl der Neuinfektionen in den letzten 6 Tagen pro 100.000 Einwohner). Die liegt in Köln derzeit bei 83,7. Diese Zahl gibt die Dichte der Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner an. Je höher die Dichte, desto schneller verläuft der zu erwartende Anstieg an Neuinfektionen. Bis zur Inzidenzzahl von 50 geht man davon aus, dass die Zahl der Neuinfektionen niedrig gehalten werden kann. Ab 50 geht jedoch die Kurve exponential nach oben. Das lässt sich anhand der veröffentlichten Grafiken gut erkennen.

        Nach deiner Berechnung liegt die Infektionszahl von Köln heute bei 0.67%. Das klingt auf den ersten Blick erstmal harmlos. Die Inzidenzzahl (Prognose des weiteren Verlaufs) liegt jedoch bei 83,7. Die Kurve der Infektionszahlen werden in Köln demnach exponential ansteigen, sofern keine Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Infektionen getroffen werden.

        https://www.stadt-koeln.de/artikel/69443/index.html

        Ich glaube, dass vielen diese Zusammenhänge nicht klar sind. Zugegen, ganz habe ich das Zahlenwirrar, das uns täglich präsentiert wird, auch noch nicht verstanden, doch ich bin auf dem Weg dahin.

        Herzlichen Gruß,

        Bettina

        • Avatar
          Palantir
          Antworten
          Bei soviel kompetenter Kenntnis muss Piranha jetzt wohl den Bettel hinschmeißen.

          Das mit der Inzidenz hab ich nicht kapiert. Kannst du das nochmal erläutern bitte.

          • Avatar
            Die A N N A loge
            Hallo Palantir,

            vorweg gesagt, ich wollte Piranha nicht in Grund und Boden schreiben, daran ist mir überhaupt nicht gelegen, im Gegenteil. Ich möchte mit ihr, wie auch mit weiteren Mitlesern ins Gespräch kommen.

            Es kursieren, und das betrachte ich als einen Ausgangspunkt für die unterschiedlichen Einstellungen zu den Corona Maßnahmen, unterschiedliche Einschätzungen zu den Fallzahlen. Je nachdem, welche Berechnung man anstellt, wirkt der aktuelle Fallzahlwert erschreckend hoch oder harmlos.

            Was neuerdings (?) in den veröffentlichten Statistiken in den Fokus gerät, ist die Inzidenzzahl. Sie bestimmt die Maßnahmen, die für die jeweilige Stadt / Kommune getroffen wird.

            Die Inzidenzzahl setzt die Zahl der Neuinfektionen in einer Stadt /Kommune der letzten 7 Tage in Bezug zur Einwohnerzahl der Stadt. Diese Zahl wird danach auf 100.000 Einwohner umgerechnet.

            Um die veröffentlichte Inzidenzzahl deiner Kommune zu prüfen, müsstest du die Zahl der Neuinfektionen der letzten 7 Tage ermitteln, diesen Wert durch die Einwohnerzahl deiner Kommune teilen und den Wert zum Schluss mit 100.000 multiplizieren. Das müsste die Inzidenzzahl sein.

            Siehe zur Berechnung :

            https://www.sueddeutsche.de/muenchen/coronavirus-sieben-tage-inzidenz-berechnen-1.4909107

            Da der Wert in Köln in einer Woche (vom 13.10. bis 20.10) von 66 auf 97,8 gestiegen ist, habe ich versucht, die Inzidenzzahl anhand der veröffentlichten Daten der Stadt Köln zu prüfen. Ich bin von der Einwohnerzahl von 1.092.000 (Stand 31.12.2019) ausgegangen.

            Die Berechnungs-Ausgangs Daten (20.10.2020)

            https://www.koeln.de/koeln/nachrichten/lokales/coronavirus-in-koeln-der-aktuelle-stand_1144487.html

            Bei meiner Berechnung kam ich jedoch auf einen anderen Wert, noch ist mir nicht klar, warum. Ich werde es in den nächsten Tagen erneut nachrechnen mit den aktualisierten Daten.

            Was mich ärgert ist die Tatsache, dass wir über die Medien mit zig Tabellen und Grafiken überschüttet werden, diese uns jedoch nicht genauer erläutert werden. Jeden Tag gibt es neue Fallzahlen, doch wo sind die alten chronologisch gespeichert? Und wo wird bekannt gegeben, wieviele der Infizierten inzwischen wieder gesundet sind?

            Im Augenblick kursieren viele Corona Zahlen durchs Netz. Je näher ich mich mit ihnen befasse, desto mehr Fragen tauchen in mir auf. Das ist mein Teil an Skepsis.

            Ich würde also gerne mit interessierten Mitlesern ins Gespräch kommen, die ihrerseits dem Corona–Zahlenwerk auf den Grund gehen wollen. Immerhin ist die Inzidenzzahl die Stellschraube, die über Beschränkungsmaßnahmen entscheidet.

            Herzlichen Gruß,

            Bettina

        • Avatar
          Karola Busch
          Antworten
          @ANNA Loge:

          Was mich ‚wild‘ werden lässt ist, dass wir nach 7 Monaten und nach Jahrzehnten der Aufklärung Grundsätzliches immer noch ‚durcheinander‘ bringen!

          Infizierte sind im Alltag Leute, die Schnupfen etc haben!

          (90% der Bevölkerung sind Herpes-infiziert, jeder Normalo würde aber nur denjenigen als infiziert bezeichnen, der ‚blüht‘.)

          Infizierte heißt medizinisch-laborantisch nix anderes als das Sequenzen per Test festgestellt wurden!

          Mich macht es wütend, dass mit dem AlltagsKrankheitsbegriff Angst produziert wird, und dass so wenig klar zwischen Infizierte, Kranke und intensivmedizinisch Betreute und Tote differenziert wird! (Und ja das leidige Thema *an* oder *mit* steht immer noch aus!)

           

          Noch eins: haben wir nicht Jahre damit verbracht, den Menschen die Angst vor HIV Infizierten zu nehmen? Mussten nicht Millionen aufgewendet werden, um den Menschen zu vermitteln: du kannst einen Infizierten umarmen, mit ihm im Kindergarten spielen, Sex haben….?

          Mein Eindruck: mit Corona machen wir diese ‚linksliberale‘ Arbeit wieder komplett zunichte!

          Und aktiv beteiligt: das sogenannte ‚linksliberale‘ Spektrum!

           

           

          • Avatar
            Die A N N A loge
            Wenn es dich so wütend macht, dann kläre uns Unwissende doch bitte auf. Was verbirgt sich denn hinter dem Ausdruck „Fälle“ : Infektiinsfälle oder Krsnkheitsfälle? Eurer (wessen eigentlich) Aufklärungsarbeit zum Trotz, ich und vermutlich etliche andere auch haben von eurer Aufklärung noch nichts mitbekommen. Wäre schön, es an dieser Stelle nachholen zu können. Der Mensch ist nie zu alt, neues zu lernen.
      • Avatar
        Ulrike Spurgat
        Antworten
        Vielen Dank für deine aufschlussreichen Informationen zum leidigen Thema Corona.

        Zugegebenermaßen beschäftigen mich von Corona Beginn an die Folgen und die Auswirkungen dieses Virus auf die Schwachen und ausgegrenzten betroffenen Menschen in der Gesellschaft.

        Und die immer weitergehenden erschreckenden Ein- und Beschränkungen der Grundrechte auf die ganze Gesellschaft.

        So ist der Teil der mit Zahlen und fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen bei mir viel zu kurz gekommen.

        Mich nimmt mehr in Anspruch was die Panikmache und das Ängste schüren mit den Menschen macht.

        Krankheiten sind Teil des menschlichen Lebens wie auch der Tod.

        Dafür gibt es kein Patentrezept.

        Wir werden damit leben lernen müssen als eines der Lebens Risiken.

        Und je mehr man darüber weiß umso kleiner kann das Problem werden.

        Was ist denn mit Aids und den vielen anderen brandgefährlichen möglichen Erkrankungen.

        So bin ich hier gut an den Fakten orientiert informiert und kann den Zusammenhang und die gesunden Reaktionen auf ungesunde Verhältnisse erkennen und einordnen.

        Eben fällt mir ein Gedicht von Bert Brecht in die Hände…Ob es passt ist egal:

        Ein kleines Danke:

        „Da war der Lehrer Huber

        Der war für den Krieg für den Krieg

        Wenn er sprach vom Alten Fritze

        Sah man seine Augen blitzen

        Aber nie bei Wilhelm Pieck

        Da kam die Waschfrau Schmitten

        Die war gegen Dreck gegen Dreck

        Sie nahm den Lehrer Huber

        Und steckte ihn in den Zuber

        Und wusch ihn einfach weg.

         

         

         

        • Avatar
          Die A N N A loge
          Antworten
          Ich hader auch mit den  Beschränkungsmaßnahmen der Grundrechte. Gleichermaßen fällt es mir schwer, die Logik in den Maßnahmen zu erkennen. Ich sehe die Gefahren, die sich aus den Maßnahmen entwickeln können einschließlich der psychischen Belastungen. Die Panikmache über Medien und Internet ist ein Hebel, um sich die Menschen gefügig zu machen.

          Auf der anderen Seite sagt mir mein Verstand, der Virus kreist mitten unter uns und weltweit. Er zieht seine Opfer nach sich. Die Bilder aus Italien mit den großflächigen Abtransport an Särgen gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Würde ich, als politisch Verantwortliche nicht genauso alles mögliche in Bewegung setzen, um die Pandemie einzuschränken?

          Vielleicht gibt es bessere Methoden als „social distance“, Karantäne und Masken tragen, doch habe ich noch von keinen besseren Alternativen gehört.

          Was ich zusätzlich als eine gefährliche Entwicklung betrachte, ist die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft in Maßnahmen Befürworter und Maßnahmen Ablehner. Wir haben es nur bedingt in der Hand, die Epidemie einzuschränken, doch wir haben es in der Hand, wie wir mit den Meinungsverschiedenheiten umgehen, ob sie uns spalten oder vereinen.

          Wir sollten uns stets vor Augen halten, unser „Gegner“ ist nicht der andersdenkende, sondern der Virus Covid-19. Den Kampf gegen diesen Virus werden wir am besten gewinnen, wenn wir zusammenstehen.

           

          • Avatar
            Piranha
            In aller Kürze, Bettina:

            Mediziner und Seuchenspezialisten verwendeten Virus als Substantiv sächlichen Geschlechts und blieben damit sehr nahe am lateinischen Ursprung.

            Da Substantive auf -us meist männlich sind, wurde das Virus in der Alltagssprache allmählich zu der Virus. Dennoch fordert die Rechtschreibprüfung von WORD auf. „Passen Sie Wörter grammatisch aneinander an“, sobald das Virus vermännlicht wird. 😉

            In der Fachsprache dagegen blieb es bei der ursprünglichen sächlichen Form: das Virus. Ich denke, das wird sich auch nicht ändern.

  • Avatar
    Martin Fritz
    Antworten
    Danke für diesen sehr gründlich durchdachten und ausgewogenen Artikel.

    Er beantwortet für mich Fragen, die ich mir als bislang eher links Orientierter seit geraumer Zeit stelle. Beinahe noch irritierter bin ich über die Haltung der Grünen.

    Im Übrigen zeigt mir die Diskussion in diesem Forum sehr deutlich, sowohl was die Form als auch den Inhalt betrifft, welchen Schaden das Virus tatsächlich bereits angerichtet hat.

    „Wir entwickeln uns zu einer Menschheit, die sich in der Umhegung eines von Regeln und Verboten beherrschten Menschenparks wohler fühlt als in der „Wildnis“ ungeahnter Möglichkeiten und Gefahren. Einer Menschheit, die ihren Freiheitsanspruch an der Pforte zur gelenkten Fassadendemokratie abgegeben hat und seinen Staat um fürsorgliche Bevormundung anfleht.“

    Treffender kann man es kaum beschreiben.

  • Avatar
    Die A N N A loge
    Antworten
    Ich erinnere mich noch gut an die „Waldspaziergänge“ (Demonstrationen) im Hambacher Wald zurück (Hambi bleibt!), ebenso an die Spaziergänge durch die von der Abrissbirne der RWE bedrohten Dörfer rund um den Hambacher Wald (unsere Dörfer sollen bleiben). Ich erinnere mich auch an die Gedenkkundgebung in Solingen im Mai 2018 anlässlich des 25 Jährigen Brandanschlags auf das Haus einer türkischstämmigen Familie, dem viele Bewohner zum Opfer fielen. All diese Kundgebungen hatten gemein, dass nicht die Ideologie einer Partei im Vordergrund stand, sondern die Inhalte. Die Forderungen waren auf den Bannern zu lesen, nicht die Parteienlogos. Die Ziele waren überparteilich und verbanden Menschen unterschiedlicher parteilicher Zugehörigkeit. So habe ich es auch bei den Demos von Fridays for Future erlebt.

    Ist es nicht so, dass die Inhalte, für die wir stehen wichtiger sind, als die Parteien, die diese Inhalte gleichermaßen vertreten? Natürlich möchte ich mich nie mit Neonazis oder Faschisten in einem Boot sehen. Doch machen wir uns wirklich mit ihnen gemein, wenn wir gegen Einschränkungen im Demonstrationsrecht und die Flut an Einschränkungen im Zuge der Corona Maßnahmen auf die Straße gehen, wenn wir uns kritisch mit dem Thema auseinandersetzen? Wir sind doch alle am Suchen und Fragen.

    Ich sehe es eher so: wenn die Rechten gegen die Einschränkung des Demonstrationsrecht auf die Straße gehen, wie in Berlin Ende August geschehen, führen sie sich selbst ad absurdum. Die Fahnen der Rechten in Berlin vor dem Deutschen Reichstag waren der Gipfel an Unverschämtheit, Dummheit und Geschichtsvergessenheit!

    Vielleicht täten wir besser daran, uns fern von Ideologien und Parteienzugehörigkeit eine eigene Meinung zu bilden.

    • Avatar
      Ulrike Spurgat
      Antworten
      „…..vielleicht täten wir besser daran, uns fern von Ideologien usw…“

      Vielleicht schließt aber das Eine das Andere nicht aus !

      Und vielleicht gehört das dazu, dass man sich entscheiden kann und das tut was man für richtig hält.

      Weder ist eine Parteizugehörigkeit noch ist eine Ideologie grundsätzlich etwas falsches aus meiner Sicht !

      Wenn die KPD nicht 1956 verfassungswidrig in dieser angeblichen „Demokratie“ verboten worden wäre würde ich heute Mitglied sein.

      Und das freiwillig und im Besitz meiner geistigen Fähigkeiten.

       

      • Avatar
        Die A N N A loge
        Antworten
        Sogesehen gebe ich Ihnen Recht. Und doch finde ich die Meinungsbildung, die unabhängig, seinem Gewissen und seinen Werten geschuldet, getroffen wird, immer noch die ehrlichere. Was die Corona Maßnahmen betrifft, gehen die Meinungen innerhalb der Parteien weit auseinander. Nicht jede Partei tut sich einen Gefallen damit, wenn sie den innerparteilichen Konsenz durchsetzen möchte.
        • Avatar
          Ulrike Spurgat
          Antworten
          Das ist ihre Sicht auf die Wirklichkeit und so soll es auch bleiben.

          Nur sind Verallgemeinerungen nicht aussagekräftig aus meiner Sicht. Und mit Begriffen wie „ehrlich“ oder wer oder was „ehrlicher“ ist weiß ich nicht viel anzufangen.

          Mit den Parteien die sie ansprechen hatte ich noch nie außer einer gewissen Verachtung etwas am Hut.

          Also reden wir aneinander vorbei.

  • Avatar
    Die A N N A loge
    Antworten
    Schade, Herr Royeck und Herr Freiherr von Anarch, dass Ihre letzten Kommentare derart in verletztende Töne abgeglitten sind. Diskussionen  dieser Art führen keinen Millimeter weiter, sie entzweien. Wie schnell können Worte, aus der Emotion heraus, überhastet geschrieben, den konstruktiven Dialog beenden. Das ist mir selbst schon häufig passiert, und hinterher tat es mir immer leid.

    Vielleicht schaffen Sie es ja, allen Kränkungen zum Trotz, sich wieder zu vertragen und zu einer guten Gesprächsbasis zurückzukehren? Damit würden Sie einen besseren Weg einschlagen, als den, den uns die zerstrittenen Parteien, Corona Skeptiker und Befürworter von Corona Maßnahmen, derzeit vorleben.

    Mit herzlichen Grüßen,

    BB

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    Volker
    Antworten
    Tja. Was ein einziges Virus so alles anrichten kann – und noch wird. Kann nur wiederholen, was ich in letzter Zeit beobachte –  (…) Maske richtig aufsetzen, (…) wir können das auch anders regeln (…) – Menschen um mich herum werden aggressiver und rücksichtsloser.

    Sich gegenseitig nieder zu machen, gesellschaftlichen Unfrieden zu stiften, ist m.E. eine gewollte Strategie von Oben, und nebenbei entwickeln sich die Dinge zu einer weitaus größeren Gefahr für die Menschen.
    Beim Einkaufen gestern, wurde eine alte Frau von einer Kundin gemaßregelt, mehr Abstand zu halten, Coronazeiten usw. Die alte Dame war mit dieser Aufforderung sichtlich überfordert und verstand nichts, ein kleines Beispiel nur von vielen anderen gesellschaftlichen Veränderungen, eine schleichende Seuche, die sich hoffentlich noch abwenden lässt. Hier droht die Bereitschaft, faschistischen Strukturen Wege zu ebnen, wobei, sonst ganz nette Mitmenschen, wieder zu Mitläufer werden.

    @Henry, Dein Kommentar zu Eulenfeder (Freiherr v. A.) trifft mich ebenso, wie wahrscheinlich auch andere Leser, die versuchen, ihr Leben einigermaßen noch selbstbestimmend führen zu können, oder zu dürfen. Ein Kleinmachen des Anderen resultiert aus der eigenen Schwäche heraus. Gruß – Volker

    • Avatar
      Palantir
      Antworten

      Der dümmste Bürger in diesem Land

      ist und bleibt der Denunziant

  • Avatar
    Henry Royeck
    Antworten
    Wer hat denn hier wen denunziert? Das Aufschreiben von Sinnsprüchen gaukelt Intellekt und Bildung oft nur vor. Immerhin, der Denunziant im allgemeinen ist bei Palantir noch ein Bürger.

    Ansonsten wird der Antrag des Freiherrn nie und nimmer auch nur auf die TO der nächsten JHV des IHW kommen. Sowas wird niemand sonst in diesem Verein ernst nehmen. Weil es keine zutreffende Analyse dieser Gesellschaft und der Pandemie ist und zu keinem sinnvollen Ziel führt.

    Klein- oder Niedermachen ist gar nicht mein Stil. Aber manchmal platzt mir halt der Kragen. Aber bestimmt nicht aus eigener Schwäche heraus. Nicht jeder, der Wut oder Hass empfindet, ist schwach.

    Zum Thema Faschismus: vor längerer Zeit, als es noch etliche linke Parteien und Organisationen gab, wurde der gegenseitige Vorwurf des Faschismus geradezu inflationär gehandhabt. Hier passiert das dem dem einen oder anderen ähnlich. Nun habe ich mich Zeit meines bewussten Lebens mit diesem Thema, dem Widerstand und dem Antifaschismus befasst. Die heutige Gesellschaft BRD als faschistische zu bezeichnen und bei eher alltäglichen und vielleicht schlimmstenfalls autoritären Verhaltensweisen mit dieser begrifflichen Keule zu kommen, verhöhnt geradezu die Opfer des tatsächlichen Faschismus. Früher und heute.

    Das Niveau der Diskussion hier in den Kommentaren lässt sehr zu wünschen übrig. Einige Ausnahmen gibt es. Ich werde mich in Zukunft eher selten wieder zu Wort melden. Es lohnt sich nicht für mich. Da wir ja gerne mit Sinnsprüchen arbeiten, gebe ich eines meiner Lebensmotti abschließend zum Besten:

    Die Realität schlägt jede Satire.

    • Avatar
      Freiherr von Anarch
      Antworten
      Immerhin ein schon intelligenterer Kommentar als dein letzter – Henry, –

      auch wenn  wieder mit nun zwar mehr versteckten Seitenhieben versehen, auch auf andere.

      Naja – jeder darf andere nicht mögen oder hassen, nur sollte es dafür zumindest einen wirklichen Grund geben, einen ganz persönlichen auch. Wenn ich Politiker ( noch schmeichelhaft ) nicht mag, dann weil sie mir vorsätzlich schaden und auch anderen – durch deren verbrochene Politik uns persönlich Schaden zufügen, sogar den Tod billigend in Kauf nehmen, inderekt oder direkt – und das geschieht gerade auf eine eindeutig diktatorisch-faschistische Art und Weise. Das geschieht seit dem sozialpolitischen Verbrechen an uns mittels Agenda 2010 und das wird weiterhin verbrochen werden nur um die Kapitalmacht weiter zu füttern – und der Schaden an der Gesellschaft kostet diese nur ein überhebliches, süffisantes Lächeln.

      Totalitarismus und Entmündigung der Gesellschaft = Faschismus !

      Dieser mittels politischer Diktatur verbrochen !

      Nun kann man zwar weiterhin zur Wahlurne gehen und all das immer um weitere vier Jahre selbst legitimieren – intelligent kann ich das nicht nennen,

      oder man ergreift als Gesellschaft endlich selbst die Initiative, verweigert dieses diktatorisch-faschistische System mittels Generalstreik, setzt die Politikverbrecherbande ab und installiert eine Übergangsregierung von fähigen Leuten im Sinne von Freiheit und Gerechtigkeit ( wirkliche Demokratie zumindest dann beinhaltend ).

      Einen Beweis für die Notwendigkeit eines Staatsstreiches muss man nicht mehr zusätzlich erbringen – sämtliche Mißstände in diesem Land sind per Verfassungsbruch geschehen und Absatz 4 in Artikel 20 gibt uns damit dieses Recht auf Absetzung der Regierung, auch wenn man diesen politisch-diktatorisch-taktisch nun ausser Kraft gesetzt hat, den ganzen Artikel 20 und fast alle von 1 bis 20.

      Deshalb werde ich also diesen Antrag auf Veröffentlichung eines Aufrufes zum Generalstreik auf HdS einreichen –

      gehe also auch als Anarchist diesen direktdemokratischen Weg und bin zuversichtlich dass zumindest demokratisch darüber abgestimmt wird. ( auch wenn es dem Herrn Royeck nicht passt ).

      Das ist halt mein Niveau: der Widerstand gegen Unfreiheit und Ungerechtigkeit von Kindes Beinen an – mag man mögen oder nicht…

       

       

       

       

       

       

       

       

       

    • Avatar
      Palantir
      Antworten

      Die Realität schlägt jede Satire.

      oder schlägt Satire die Realität?

      Immerhin, der Denunziant im allgemeinen ist bei Palantir noch ein Bürger.

      Was ist Satire? Sie übt Kritik durch Übertreibung, Ironie und (manchmal auch beißenden) Spott an Personen, Ereignissen und gibt sie der Lächerlichkeit preis, prangert Zustände an und geißelt mit scharfem Witz.

      Ist das Folgende jetzt Satire oder Realität?

      Neulich im Buchladen:

      Wir möchten darauf hinweisen, dass wir die Werke der postapokalyptischen Science-Fiktion-Literatur in die Abteilung für aktuelles Zeitgeschehen verlegt haben.

    • Avatar
      Volker
      Antworten
      Verhöhnung der Opfer des deutschen Faschismus, wenn wir faschistische Tendenzen sowie Ziele erkennen, die wir sehrwohl als Faschismus bezeichnen können, müssen, und ja, auch zwingend zu thematisieren haben?

      Niemand, außer faschistisches Denken selbst, würde dies tun, jedenfalls nicht bei klarem Verstand. Henry, Sie verwechseln Einiges und befinden sich auf dem sogenannten Holzweg, also dort, wo sie eigentlich weder hin- noch dazugehören wollen.

      Und ja, auch Volker fühlt sich wieder angesprochen, ein Vorwurf der Relativierung als Totschlagargument erkenne ich schon – und staune.

      Das Niveau der Diskussion hier in den Kommentaren lässt sehr zu wünschen übrig.

      Kommt darauf an, was Sie unter Niveau verstehen ++ augenzwinkert ++, nach dem Mund reden bzw. kommentieren ist nicht so unser aller Ding – wie schrecklich.

      Mit der Bitte, Freiherr v. A., als Mitglied Ihres Vereins die Zulassung zu gewähren, ohne Beitragsverpflichtung für eine humane Welt. Gell.

       

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        Palantir
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        Über Aufnahme in einen Verein entscheidet nicht der Kassenwart, sondern der gesamte Vorstand. Ich kenne nicht so viele Satzungen, weil ich kein Vereinsmeier bin, aber das weiß ich: nie kann nur 1 entscheiden

         

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    c.g.
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    früher war das absetzen der maske nicht nötig um die zufuhr frischer luft zu fördern…..

     

    😎

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